"Ein jeder ist wo hingestellt" - Carl ORFF:"Der Mond"

  • Um ganz persönlich zu beginnen: Meine Favoriten bei Orff wechseln: "Antigonae", "De temporum fine comedia", "Prometheus"... "Der Mond" jedoch hat von Anfang an einen Fixplatz sehr weit oben in der Werteskala. Ich muß gestehen: Ich bin "Mond"-narrisch.


    *****


    Die Geschichte, natürlich mit Orffs eigenem Libretto, folgt dem Grimm-Märchen. Nur, daß Orff die Unterwelt-Szene breiter ausspielt.


    Die Handlung ist sehr simpel (wer sie detaillierter lesen will, findet sie im Tamino-Opernführer): Die Bühne ist viergeteilt: Sie zeigt zwei Länder, darüber den Himmel, darunter die Unterwelt. Der Mond ist eine Laterne - er leuchtet nur über dem einen Land.
    Vier Burschen aus dem monlosen Land stehlen den Mond und hängen ihn bei sich zu Hause auf. Natürlich nicht, ohne für die Mond-Wartung zu kassieren. Als die vier Burschen sterben, verlangt jeder ein Viertel des Mondes als Grabbeigabe. Was ihnen gewährt wird.
    Das helle Mondlicht läßt die Toten nicht ruhen. Sie steigen aus ihren Särgen und feiern ein gewaltiges Gelage ("Wir wollen saufen, huren, zechen und, wenn's möglich, eine Ehe brechen"). Der Krach dringt Petrus ans Ohr. Er steigt zu den Toten, zecht zuerst mit. Doch dann erklärt er ihnen den Lauf der Welt:
    "Ein jeder ist wo hingestellt, ein jeder hat so seinen Platz.
    (Noch einen Schluck, mein schöner Schatz!)
    Und diesen Platz muß er ausfüllen,
    ob er's gern tut, ob wider Willen."
    Dann schlägt Petrus die Töne eines Nachtwächters an und singt - nein: zwingt die Toten mit einem magischen Lied zur Ruhe:
    "Hört ihr Toten, laßt euch sagen,
    Eure Stunde hat geschlagen,
    Wer noch lebt, den freut das Licht,
    Doch für Tote gibt's das nicht."
    Die Toten gehen zur Ruhe. Petrus hängt den Mond - nun für die ganze Welt sichtbar - am Himmel auf. Ein kleines Kind entdeckt ihn: "Da hängt ja der Mond". Ein Nachspiel mit einer sanften Zither-Melodie signalisiert, daß das Räderwerk der Welt nun wieder läuft.
    Die Handlung wird dabei dadurch in weite Ferne gerückt, daß Orff einen Erzähler verwendet, der die Geschichte aus einem Buch vorliest.


    *****


    In das Grimm'sche "Mond"-Märchen fließen natürlich alte Überlieferungen und Mythen ein.
    Dementsprechend hat Orff die Oper komponiert. Das äußere Gewand ist eine Spieloper reinsten Wassers. Kurze gesprochene Dialogszenen trennen die musikalischen Blöcke. In der Musik dominieren Strophenformen, oft mit Repetitionen, wobei ein brillantes Spiel mit rhythmischen verkleinerungen immer wieder einen herrlich grotesken Eindruck erweckt. Monologisch weit ausholend ist der Part des Petrus gestaltet. Ein orchestrales Zwischenspiel mit dem Titel "Zeit vergeht" teilt die Oper in einen fröhlich beschwingten ersten Teil und einen zur bösen Groteske eingedunkelten zweiten Teil.
    In seiner Musik verwendet Orff zahlreiche Modelle der bayerischen Volksmusik, deren Harmonik er einschrägt oder mit chromatischen Zusatztönen aufpulvert; die Taktwechsel weisen auf den Zwiefachen hin (Zweier- oder Vierertakt wechselt mit Dreiertakt). In der Saufszene im Totenreich kommen noch allerhand parodistische Elemente und Stilzitate dazu.
    Die für Orff charakteristischen Ostinati finden sich vor allem dann, wenn es in die Bereiche dessen geht, was Orff mit "klangmagischer Beschwörung" bezeichnet. So wird die Melodie des Orchesterzwischenspiels von Ostinati grundiert (in denen man meint, das Räderwerk der Welt knacken zu hören - Petrus sagt später zu den Toten: "Hört ihr jetzt das Ticken, Tacken und das leise Räderknacken? Hört ihr, wie das Weltrad geht, bis es einmal stille steht?") und auch Petrus entwickelt seine deklamatorische Melodik über ostinatem Klanggrund.


    Uraufgeführt wurde "Der Mond" 1939 an der Bayerischen Staatsoper in München. In den 60er-Jahren komponiert Orff den bis dahin gesprochenen Trinkspruch des Petrus zum Trinklied aus.


    *****


    "Der Mond" ist erstaunlich gut bedacht worden von den Labels. Es gibt derzeit folgende Aufnahmen:
    1. 2.
    3. 4.


    1. ist eine sehr schöne und temperamentvolle historische Rundfunk-Aufnahme der ersten Fassung aus dem Jahr 1950. Orff hat die Aufnahme selbst überwacht. Einziger Nachteil: Die Tonqualität. Es klingt eben nach Großmutters Radio. Der Preis von 5 Euro allerdings düfte unschlagbar sein.


    2. Herbert Kegel hat sich für Orff begeistert - und das spürt man. Der Orchesterpart hat Biß, die Chöre sind perfekt einstudiert, alles ist auf den Punkt gebracht. Nachteile: Leichte Kürzungen. Und etwas bayerischer hätt's auch zugehen können.


    3. Eine Aufnahme der ersten Fassung, die zur Legende wurde wegen eines Interpreten - und just der liefert ein Mißverständnis ab: Hans Hotter interpretiert den Petrus als Bruder Wotans, als als noblen Gott. Orff hingegen sieht Petrus als übermächtigen Schäfer, als eine Gestalt, die aus Volksüberlieferungen entstiegen ist: Petrus ist eher ein Verwandter der Schönperchten als der germanischen Götterwelt. Und Orffs Musik hat mit Wagner auch nicht das Geringste zu tun.
    Sawallisch interpretiert das Werk seltsam weich und wattig, wie eine Märchenoper der deutschen Romantik oder Nachromantik - was letzten Endes ein geschlossenes Bild ergibt. Aber leider auch eine sehr schöne Aufnahme, die am Werk etwas vorbeizielt.


    4. Die Aufnahme, die Orff autorisiert hat, und das mit gutem Grund. Die Sänger sind perfekt - auch der von der Kritik zerzauste John van Kesteren als Erzähler paßt mit seiner manirierten Deklamation wunderbar in Orffs Konzept. Franz Crass ist ein überragender Petrus, dem man die Bauernschläue ebenso abkauft wie die magische Weltsicht. Glänzend die Dialoge, in denen es deftig bayerisch zugeht, man merkt, welchen Spaß die Mitwirkenden an dem Stück haben. Und - last but not least - steht in Kurt Eichhorn ein Dirigent am Pult, der ein feines Gefühl für Orff hat: Die Musik klingt grellbunt, die Farben sind frisch und scharf konturiert - und manchmal ist der Klang doch auch wie eine Beschwörungsformel aus den Tiefen der Zeit hervorgeholt. Die vielschichtige stilistische Palette Orffs wird detailliert vor Ohren geführt - aber all die Einzelheiten serviert Eichhorn mit so viel Temperament, daß nichts zerfällt, im Gegenteil: So zündet keine andere Aufnahme!


    Eine weitere Aufnahme ist diese:

    Aber Vorsicht! - Das ist die stark gekürzte Kegel-Aufnahme mit Zwischentexten, die Orffs Tochter Godela spricht, wobei das Zielpublikum Kinder sind. Für die eine wirklich nette Angelegenheit, aber keine Alternative zu den genannten vier.


    :hello:

  • Lieber Edwin,


    herzlichen Dank für diesen Beitrag.
    Ich muß gestehen (wie auch schon im Thread über Orffs "Die Kluge" zum Ausdruck gebracht) auch ich bin "Mond"-süchtig.


    Im Kloster Andechs (liegt in Oberbayern) finden alljährlich Aufführungen von Stücken des großen bayerischen Meisters Carl Orff statt.


    Vor einigen Jahren gab es dort auch eine szenische Aufführung des "Mond". Hiervon gibt es einen Mitschnitt, von dem ich allerdings nicht weiß, ob er im Handel verkäuflich ist oder ob man den nur an der Klosterpforte erwerben kann. Ich möchte ihn hier trotzdem vorstellen, obwohl das Ensemble aus weitgehend unbekannten Künstlern besteht:


    Aufnahme: 2001, live, Andechs
    Dirigent: Mark Mast
    Junge Münchener Philharmonie
    Kleiner Welttheaterchor Andechs
    Chorleitung: Anton Ludwig Pfell
    Inszenierung: Hellmuth Matiasek
    Label: Orff in Andechs (1 CD)


    Rollen und Sänger
    1.Bursche: Marc-Olivier Oetterli
    2.Bursche: Oliver Weidinger
    3.Bursche: Jan-Martin Mächler
    4.Bursche: Matthias Schaletzky
    Bauer: Peter Kellner
    Erzähler: Rolf Romei
    Kind: Anna Wells
    Petrus: Hans Sisa
    Schultheiss: Hans Otto Lampert
    Wirt: Peter Rappenglück


    Ein Beweis dafür, dass es dort nicht nur gutes Bier gibt.
    ("Die Bernauerin" wurde dort ebenfalls schon gegeben und liegt mir auf CD vor)

  • Zitat

    2. Herbert Kegel hat sich für Orff begeistert - und das spürt man. Der Orchesterpart hat Biß, die Chöre sind perfekt einstudiert, alles ist auf den Punkt gebracht. Nachteile: Leichte Kürzungen. Und etwas bayerischer hätt's auch zugehen können.


    Lieber Edwin, zu DDR-Zeiten konnte und durfte es (leider) nicht bajuwarischer
    zugehen und es ist eher erstaunlich, daß Kegel die Einspielung übehaupt machen konnte, schickte doch Orff im "Nachspiel" an die unselige Shdanow-Debatte
    auf ostdeutschem Schauplatz seinen "Nationalpreis 1. Klasse" per Post an Staatspräsident Wilhelm Pieck mit der Bemerkung, "man könne ihn mal" (ist in Wahrheit noch etwas deftiger ! ) zurück.


    So sind auch die Kürzungen zu verstehen, die Aufzeichnung war entweder als Kompromiss oder eben garnicht möglich und ich finde es gut, daß sich Kegel FÜR die Aufführung entschied !

    Das geht über das Sagbare hinaus. Das läßt sich nicht deuten und bedarf keiner Deutung. Es kann nur gehört werden. Es ist Musik. (H.H.Jahnn)

  • Lieber BBB,
    ich bin Dir unendlich dankbar - ich kannte diese Geschichte nämlich nicht. Das läßt Kegels Einspielung in einem ganz anderen Licht erscheinen. Ja, es ist gut, daß er sich für die Aufführung entschied - und unsereiner hat halt das Problem sich unentwegt ärgern zu müssen übder diese DDR-Kunstbürokraten, die eine ohne Druck von oben sicherlich ideale Aufführung verhindert haben. Denn was Kegel aus den Orff-Partituren herausholt, wissen wir ja dank "Kluger" und "Trittico".


    *****


    Lieber Harald,
    Du hast völlig recht - ich habe die Andechser Aufnahme vergessen. Man kann sie problemlos bestellen, wenn man über diese Seite Orff in Andechs betritt. http://www.andechs.de/veransta…f_produktion_der_mond.asp


    Diese Aufnahme ist eine ebenfalls deftig-bajuwarische mit einer tollen Orchesterleistung, aber, es sei nur ganz leise gesagt, weil ich diese Aufnahme wirklich sehr mag, einem etwas höhenschwachen Petrus.


    Nebenbei: Wir sind zwar beim "Mond", aber weil wir gerade auch in Andechs sind: Abgesehen vom einzigartigen Bier gibt es hier auch eine einzigartige Aufnahme von Orffs "Bernauerin" mit einem überragenden Michael Lerchenberg als Albrecht. Da merkt man, wie unglaublich gut der Darsteller des "Prälat Hinter" aus dem "Bullen von Tölz" ist!


    :hello:

  • Die von @Edwin im Eröffnungsbeitrag zuerst genannte Aufnahme gab`s wohl erstmals im Orff-Jahr 1995 zu kaufen
    - damals noch (geringfügig gekürzt ? / Spieldauer 78:41) auf 1 CD gepresst.


    Ich höre davon nur etwa die erste halbe Std. (bis kurz nach dem - von BENNO KUSCHE bewegend gestalteten !! - "Tod des 1. Burschen")
    und die letzten beiden Szenen (grosse Szene des Petrus / Schluss).
    Für die Teile dazwischen ist mir in der Tat die Tonqualität zu mau...


    Übrigens habe ich diesen Beitrag (jedenfalls sehr ähnlich) schon mal verfasst
    - und zwar im GEORG HANN - Thread: Der gibt hier nämlich einen Petrus, wie Orff ihn sich vorgestellt haben dürfte !


    Und als Erzähler ist der damals 72jährige KARL ERB zu hören,
    der ja wohl viele (u. nicht zuletzt Orff selbst) als JSB- Evangelist sehr bewegt haben soll...


    Da gibt es diese - unbegleitete - Passage des Erzählers (unmittelbar vor dem grade erwähnten "Tod des 1.Burschen")
    ("...verordnete er,
    dass der 4. Teil des Mondes als sein Eigentum
    zu ihm in das Grab
    gegeben werden sollte..."),
    die IMO in der Tat Note für Note auch der JSB-Evangelist so singen könnte :yes::yes:


    :hello:
    Micha

  • Zitat

    Und als Erzähler ist der damals 72jährige KARL ERB zu hören,


    Was sicher der Höhepunkt dieser Aufnahme ist. Absolut makellos!
    Orff hat sich ja in seiner Jugend intensiv mit barocken Passionen befaßt, u.a. auch mit der Möglichkeit einer szenischen Umsetzung. In Erbs Interpretation des Erzählers wird diese Beziehung zwischen Orffs Deklamation und jener der Passionen ziemlich deutlich spürbar. Und es ist wunderbar, wie Erb das ausformt, nämlich eine Art "objektive Anteilnahme" einbringt. Diese passionsnahe Facette des "Mond"-Erzählers ist in keiner anderen Aufnahme so deutlich spürbar.
    Überhaupt ist die Aufnahme (ich habe sie gestern kursorisch durchgehört) interpretatorisch einfach fabelhaft - ewig schade wegen der Tonqualität, die nicht alles, aber sehr vieles verdirbt.
    :hello:

  • Hallo,


    ich kenne nur die Kegel-Aufnahme und mag sie sehr.


    Zudem möchte ich erwähnen, dass Der Mond das Werk der letztjährigen (2006) überregional doch inzwischen recht bekannten Domstufenfestspiele in Erfurt war. (Informationen unter: http://www.domstufen.de/). Der Tenor Erik Fenton war ein hervorragender Erzähler, als Petrus konnten sowohl Andreas Mitschke als auch Michael Tews überzeugen.


    Als einer der Aufführenden (im Chor) kann ich zudem berichten, dass die Orff'sche Musik nicht nur dem Zuhörer sondern auch den Ausführenden große Freude bereitet. :D


    Liebe Grüße, der Thomas. :hello:

  • Das Billig-Label "Line Music/Cantus Classic" veröffentlicht in diesem Monat eine Doppel-CD, auf der die beiden weiter oben schon genannten Aufnahmen des "Mond" im Zweierpack neu veröffentlicht wird:




    1)Erb, Kusche, Knapp, Kuen, RSO München, Alberth / 1950;


    2) Christ, Schmitt-Walter, Graml, Kuen, Philharmonia Orchestra,
    Sawallisch / 1957


    Label: Line , AAD/m, 1950/57
    Beim Werbepartner zu bestellen:
    (jpc-Bestellnummer: 9754593)

  • Bei einem US-amerikanischen Internet-Shop für CDs und DVDs habe ich folgende DVD als Sonderangebot (bei dem niedrigen Dollarkurs) gesehen:


    Der Mond
    Ein kleines Welttheater von Carl Orff

    Bayerisches Staatstheater am Gärtnerplatz, München, 1965,
    Regie: Arno Assmann,
    Musikalische Leitung: Kurt Eichhorn,
    Buch: Carl Orff
    Bühnenbild: Max Bignens
    Kostüme: Max Bignens


    Der Erzähler - John van Kesteren
    Bursche 1 - Willi Brokmeier
    Bursche 2 - Claudio Nicolai
    Bursche 3 - Werner Kotzerke
    Bursche 4 - Erich Winkelmann
    Ein Bauer - Ernst Sandleben
    Ein Schultheiß - Heinrich Thomas
    Ein Wirt - Fritz Graas
    Ein alter Mann - Heinz Herrmann
    Ein kleines Kind - Annemarie Schuder


    Zitat

    Original ZDF-Theaterkanal
    "Vor Zeiten gab es ein Land, wo die Nacht immer dunkel und der Himmel wie ein schwarzes Tuch darüber gebreitet war..." Als ein Märchenspiel könnte man diese von dem Dichter und Komponisten Carl Orff dramatisierte und in Musik gesetzte Geschichte vom gestohlenen "Mond aus den Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm bezeichnen. Und wer nur Freude am Märchen hat, der mag diesem naiv-heiteren, bunten Bilderbogen des Komödianten Orff unbeschwert folgen. Es geht Orff aber um mehr: Hinter der Moritat, die sich in einzelnen Szenen geradezu als bajuwarische Gaudi gibt, sieht der Autor wie in allen seinen Werken ein "Kleines Welttheater". Momente des mittelalterlichen Mysterienspiels - so die Erde, Himmel und Hölle zeigende Simultanbühne - des kultischen Theaters sind enthalten; und wer mit Orff hinter die Dinge zu schauen gewillt ist, wird bald erkennen, dass man es hier nicht mit einer Märchen-Oper zu tun hat, sondern mit einem Werk, das eigentlich der Gattung des epischen Musiktheaters zuzurechnen ist. "Der Mond" wurde 1939 in München uraufgeführt. Vier Burschen, alle aus einem Land, in dem es keinen Mond gibt, erleben auf der Wanderschaft in fremden Ländern den Zauber des milden, nächtlichen Lichts. Sie stehlen den an einem Baum hängenden Mond und nehmen ihn mit nach Hause. Alt und Jung erfreuen sich viele Jahre lang an der neuen, ebenso romantischen wie praktischen Lichtquelle, bis die vier Burschen, alt geworden, jeder ein Stück des Mondes mit ins Grab nehmen. In der Hölle findet man sich wieder und fügt die Teile des Mondes zusammen. Sein Licht aber erweckt die in ihren Särgen Schlummernden zu neuem Leben, und es hebt im Reich der Toten mit Liebe, Spiel, Zechen und Rauferei ein höchst irdisches Treiben an. Petrus eilt herbei, um nach dem Rechten zu sehen: Er hängt den Mond nun am Himmel auf. Die Toten legen sich wieder zur Ruhe, und auf der Erde freuen sich die Kinder und staunen: "Ach, da hängt ja der Mond!"


    Leider sind meine Erfahrungen, was die Bildqualität bei diesem Anbieter anlangt, sehr schlecht, so dass ich trotz des niedrigen Preises auf die Bestellung verzichtet habe.


    LG

  • Der Mond,
    Ein kleines Welttheater,
    Oper von Carl Orff.
    Text vom Komponisten nach dem gleichnamigen Märchen der Brüder Grimm.
    Uraufführung: 5.2.1939 München, Bayer. Staatsoper
    mit Julius Patzak • Karl Ostertag • Franz Reuter • Georg Wieter • Carl Seydel • Paul Bender • Emil Graf • Odo Ruepp,
    Dirig. Clemens Krauss.



    In dieser 10-CD-Box ist alles Wichtige von Carl Orff enthalten:


    Carl Orff (1895–1982)
    Carl Orff - Magie und Rhythmus


    Carmina Burana (Trötschel, Kuen, Braun, Bayr. RSO,
    Jochum / 1952)
    +Catulli Carmina (Kupper, Holm, Bayr. RSO, Jochum / 1954,
    1955)
    +Trionfo di Afrodite (Kupper, Lindermeier, Wiese-Lange,
    Holm, Böhme, Bayr. RSO, Jochum / 1955)
    +Die Kluge (Cordes, Frick, Schwarzkopf, Neidlinger, Kusche,
    Philharmonia Orchestra, Sawallisch / 1956)
    +Der Mond (Hotter, Schmitt-Walter, Kuen, Philharmonia
    Orchestra, Sawallisch / 1957)
    +Antigonae (Mödl, Radev, Dooley, Ku0073en, Uhl, Traxel,
    Bayr. RSO, Wolfgang Sawallisch / 1958 )
    +Oedipus der Tyrann (Stolze, Domgraf-Fassbaender,
    Wunderlich, Varnay, Orchester der Württembergischen
    Staatsoper, Leitner / 1959)
    +Carmina Burana (Archibald, Graham-Hall, Sidhom, Royal PO,
    Cooke / 1995, 1997)


    10 CDs


    LG


    :hello:

  • Hallo,


    leider gibt es keinen Thread "Carl Orff"; ich schätze ihn wegen der Einbindung volkstümlicher Rhythmen.


    Bei der "Carmina Burana" wird deutlich, wer einen dafür m. E. geeigneten Sopran hat. Ich habe mir mal den Spaß erlaubt, alle Schnipsel bei JPC für die Stelle "Dulcissime" anzuhören, folgende Kriterien galten für mich:
    1. Einwandfreie, unmittelbar sofortige sauberste Intonation
    2. Den Text der Melodie unterlegen, also keine durch Textzäsuren unterbrochene Melodie
    3. Die Höhe mühelos - oder ohne die Mühe zu hören - schaffen
    4. Kein oder nur ein sehr kleines (kein großer Schwingung des...), feines (keine große Dynamik) Vibrato, also kein "Verdi-Opern-Vibrato"
    5. Eine dem Sinngehalt passende Phrasierung und Dynamik- also nicht einfach "runternudeln"
    6. Es kamen für mich nur die Orchesterfassungen in Frage


    Ich nenne nur die Namen der Sopranistinnen:
    Sehr gut: Watson,Mandac, Dessey, Claycomb und die Sopranistin, Name nicht genannt, der Aufnahme mit dem Atlanta SO
    Gut: Dawson,Casapietra, Popp, Jo, Harsany, Burrowes


    Einsame Spitze war jedoch H. E. Meier und das NDR RSO unter Eije Oue - die Phrasierung, die Pausen waren unübertroffen.


    Es ging nicht um die Gesamt-Interpretation.


    Viele Grüße
    zweiterbass

    Wer die Musik sich erkiest, hat ein himmlisch Gut bekommen (gewonnen)... Eduard Mörike/Hugo Distler

  • Leider gibt es keinen Thread "Carl Orff"; ich schätze ihn wegen der Einbindung volkstümlicher Rhythmen.


    es gibt ihn wohl, er ruht leider schon seit einiger Zeit:


    Der bajuwarische Altgrieche - Carl Orff


    Der Beitrag hätte aber auch hier gepaßt:


    Hit des 20. Jahrhunderts - Carl Orffs "Carmina Burana"


    LG


    :hello:


    P.S.: Die andere "Oper" von Orff hat auch einen eigenen Thread: Oh hätt ich meiner Tochter nur geglaubt - Carl Orff: Die Kluge

  • Hallo Harald,


    danke für die Tipps - ich habe mir beide Threads in meine Abos gestellt (die Suchfunktion nach Threads "funktioniert" ja nicht, zu dumm) - irgendwann im Laufe des Jahres komme ich auf "Die Kluge" und "Der Mond" zurück; zum Orffschen Schulwerk wird hier ja keine Nachfrage bestehen.
    Viele Grüße
    zweiterbass

    Wer die Musik sich erkiest, hat ein himmlisch Gut bekommen (gewonnen)... Eduard Mörike/Hugo Distler

  • ... die Suchfunktion nach Threads "funktioniert" ja nicht, zu dumm ...


    Aber nur dann, wenn man sich permanent der Erkenntnis widersetzt, dass es doch geht. Wie schon mehrmals vorgekaut: erweiterte Suche nach "Carl Orff" mit Ergebnis nach Betreff und absteigend sortiert und als Thema angezeigt. Dann finden sich auch alle Orff-Threads.


    :hello:

  • - irgendwann im Laufe des Jahres komme ich auf "Die Kluge" und "Der Mond" zurück; zum Orffschen Schulwerk wird hier ja keine Nachfrage bestehen.
    Viele Grüße
    zweiterbass

    Wie der Barbier von Bagdad, dessen 5 erhältliche Aufnahmen ich ja hier besprochen habe, gehören natürlich auch Mond und Kluge zu meinen Lieblingsopern. Dazu zählt auch "Lénfant et les sortilèges" von Ravel und "Suor Angelica" von Puccini. Vielleicht starten wir auch einen thread, der sich damit befasst, was uns an diesen kleinen nicht abendfüllenden Opernperlen so entzückt. Ich selbst bin im Moment nicht in der Lage, das zu starten, würde mich aber beteiligen.

    Ihr absolviert diese Stelle wie ein Intercity auf einer schwer zu nehmenden Weiche (mein verstorbener Chordirigent Johannes Glauber aus Essen)

  • schon mehrmals vorgekaut: erweiterte Suche nach "Carl Orff" mit Ergebnis nach Betreff


    Wenn man in "vorgekaut" Betreff durch Begriff ersetzt - dazu war ich ja noch in der Lage - dann klappts - danke! - wenn Thema gewählt ist, was leider bislang an mir vorbeigegangen war - wie dumm von mir!

    Wer die Musik sich erkiest, hat ein himmlisch Gut bekommen (gewonnen)... Eduard Mörike/Hugo Distler

  • Danke, Harald, ich hab da nachgesehen. Unglaublich, was es da an Schätzen gibt, obwohl ja Kluge und Mond erst ganz am Schluss kamen. Ich würde noch "Der Bär" von Wlliam Walton beitragen, was vor Jahren in Gelsenkirchen gespielt wurde. Meine Anfrage hat sich damit erledigt, denn im alten Thema ist alles drin!

    Ihr absolviert diese Stelle wie ein Intercity auf einer schwer zu nehmenden Weiche (mein verstorbener Chordirigent Johannes Glauber aus Essen)

  • Wenn man in "vorgekaut" Betreff durch Begriff ersetzt - dazu war ich ja noch in der Lage - dann klappts - danke! - wenn Thema gewählt ist, was leider bislang an mir vorbeigegangen war - wie dumm von mir!


    Äh - nein, das war schon richtig so: die Ergebnisanzeige kann nach "Relevanz", "Betreff", "Datum" und "Autor" sortiert werden. Und "Betreff" ist hier die günstigste Variante, wenn man über keine Zusatzinformation verfügt...


    :hello:

  • Hallo Theophilus,


    danke für Deine erneute Hilfe.


    Folgendes ist keine Krititk:
    Der Hilfetext des Forums ist nicht auf dem neuesten Stand der "Dinge".


    Ich kann verstehen, dass es Dich nervt, wie oft mal??? den selben Käse zu erklären. Gerade der Text "suchen" im Hilfetext wäre m. E. erweiterungsfähig/-bedürftig (die anderen Absätze berühren mich weniger).


    Wenn es erwünscht ist, wäre ich bereit, einen Textentwurf zur Ergänzung "suchen" anzufertigen und Dir zur Kontrolle/Ergänzung/Verwendung zu übersenden - mit offenem Zeitlimit.


    Viele Grüße
    zweiterbass

    Wer die Musik sich erkiest, hat ein himmlisch Gut bekommen (gewonnen)... Eduard Mörike/Hugo Distler

  • Der Mond,
    Ein kleines Welttheater,
    Oper von Carl Orff.
    Text vom Komponisten nach dem gleichnamigen Märchen der Brüder Grimm.
    Uraufführung: 5.2.1939 München, Bayer. Staatsoper
    mit Julius Patzak • Karl Ostertag • Franz Reuter • Georg Wieter • Carl Seydel • Paul Bender • Emil Graf • Odo Ruepp,
    Dirig. Clemens Krauss.

    Das ursprünglich für ein Marionettentheater gedachte Werk wurde 1939 in München von Clemens Krauss uraufgeführt.
    Zum großen Instrumentarium gehören Ziehharmonika, Donner- und Windmaschine, Orgel und – im Finale – eine Zither.

    LG

  • Zitat Harald Kral

    Zitat

    Das ursprünglich für ein Marionettentheater gedachte Werk wurde 1939 in München von Clemens Krauss uraufgeführt.


    Erst jetzt, lieber Harald, entdecke ich diesen wichtigen Hinweis, den ich gern aufgreifen möchte. Denn "Der Mond" wird auch aktuell immer einmal wieder im Marionettentheater Düsseldorf aufgeführt, wo ich ihn, zu der Zeit noch im Rheinland lebend, einmal erleben durfte. Auch wenn es vielleicht allzu schwärmerisch klingen mag: es ist traumhaft und hinreißend, diese Musik so zu erleben.


    Mit bestem Gruß
    JLang