Waldemar Kmentt - ein großer Wiener Tenor

  • Auch ich wünsche dem großen Tenor und liebenswerten Sympathieträger der Wiener Kultur von Herzen alles Gute und Besserung für den Gesundheitszustand. Nachdem so viele Taminos ähnlich empfinden und mit positiven Gedanken bei dem Künstler sind, sollte alles wieder bestens werden.


    Herzlichst
    Operus

    Umfassende Information - gebündelte Erfahrung - lebendige Diskussion- die ganze Welt der klassischen Musik - das ist Tamino!

  • Es ist schon erstaunlich, daß über diesen großen Tenor angesichts seiner vielen Aufnahmen, so wenig geschrieben wird. Ich hörte gerade einen sehr gelungenen Querschnitt aus "La Boheme" in deutscher Sprache.
    Die Besetzung läßt wenig zu wünschen übrig. Es singen: Waldemar Kmentt Rudolf, Gerda Scheyrer Mimi, Eberhard Waechter Marcell, Renate Holm Musette, Ludwig Welter Collin u. A. Ferner Chor und Orchester der Wiener Volksoper, unter der Ltg. von Franz Bauer-Theussl.

  • Bei mir läuft eine gestern Abend noch angefangene Gesamtaufnahme der Oper "Faust" von Gounod mit Waldemar Kmentt in der Tenorrolle. Ferner singen: Hermann Uhde Mephisto, Wilma Lipp Margarethe, Olivera Miljákovic Siebel, Eberhard Waechter Valentin, Ludwig Welter Wagner, Hilde Rössl-Majdan Marthe. Ferner Chor und Orchester der Wiener Staatsoper unter der Ltg. von Georges Prêtre. Gesungen wird in französisch.

  • Auch ich habe seine Stimme sehr gemocht und höre sie bis heute immer wieder gern. Waldemar Kmentt hat einige sehr schöne Aufnahmen hinterlassen. Nun werde ich mir Mahlers "Lied von der Erde" anhören. Waldemar Kmentt und Christa Ludwig sind die Solisten, Carlos Kleiber dirigiert.


    "Menschen, die nichts im Leben empfunden haben, können nicht singen."
    Enrico Caruso


    "Non datemi consigli che so sbagliare da solo".
    ("Gebt mir keine Ratschläge, Fehler kann ich auch allein machen".)
    Giuseppe di Stefano

  • Da verschlägt es mir die Sprache. Einer der großen, deutsch-sprachigen Tenöre hat uns für immer verlassen. Vor Kurzem erst hörte ich ihn als großartigen Herzog in RIGOLETTO und in der folgenden köstlichen FLEDERMAUS. Er möge in Frieden ruhen. Vergessen wird er durch seine vielen hervorragenden Aufnahmen niemals.


  • Wieder ist ein ganz großer Sänger, eine charismatische Persönlichkeit und ein Botschafter Wiens von uns gegangen. Dank für alles, was er geleistet hat und Frieden für ihn.


    Herzlichst
    Operus

    Umfassende Information - gebündelte Erfahrung - lebendige Diskussion- die ganze Welt der klassischen Musik - das ist Tamino!

  • Die Nachricht vom Tod WALDEMAR KMENTTs schmerzt mich sehr. Ich erinnere mich vor allem an eine wunderbare Aufführung der Verkauften Braut in der WIENER STAATSOPER, in der der damals noch junge Tenor zusammen mit der glänzenden LOTTE RYSANEK bereits zurecht mit Beifallsstürmen bedacht wurde.


    Es scheint, daß WALDEMAR KMENTT, der nicht nur in Wien, sondern auch in Rom, Mailand, Paris, Salzburg, Bayreuth, München, Brüssel und London vor allem als MOZART-Sänger hoch geschätzt war, der auch in WAGNER- und R. STRAUSS-Partien zu übrzeugen wußte, und der auch ein ausgezeichneter Oratorien- und Konzertsänger war, in unserem Forum keine allzu große Lobby hat.


    wok

  • heute wäre Waldemar Kmentt, der erst vor wenigen Tagen gestorben ist,


    86 Jahre


    geworden.


    Liebe Grüße


    Willi :)

    1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
    2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

  • Er war ein ganz Großer, habe mir soeben Hoffmann und Stolzing noch einmal angehört und das Telegramm von Windgassen
    an Kmennt nach dem 1. Aufzug Meistersinger in Bayreuth gelesen. Grandios. Schade, dass er mit 85 von uns gegangen ist.


    LG, Bernward


    "Nicht weinen, dass es vorüber ist
    sondern lächeln, dass es gewesen ist"

    Waldemar Kmentt (1929-2015)


  • Vor kurzem habe ich Waldemar Kmentt in einem anderen Thread als einen meiner Opernlieblinge bezeichnet. Da ich mich derzeit intensiv mit ihm beschäftige - und in diesem Thread einige gut informierte Taminos mitgewirkt haben -, meine Frage: Weiß jemand noch mehr über Kmentts Gastvertrag in Düsseldorf? Was hat er da so gesungen? Mir scheint, er probierte manche Rollen auf kleineren Bühnen aus, bevor er sie am Stammhaus in Wien vor der "Weltöffentlichkeit" gesungen hat. So den hier erwähnten Max oder auch den Cavaradossi (vorher in Graz).

  • Zitat

    greghauser2002
    in Wien vor der "Weltöffentlichkeit"


    :hahahaha:


    LG Fiesco

    Il divino Claudio
    "Wer vermag die Tränen zurückzuhalten, wenn er den berechtigten Klagegesang der unglückseligen Arianna hört? Welche Freude empfindet er nicht beim Gesang seiner Madrigale und seiner Scherzi? Gelangt nicht zu einer wahren Andacht, wer seine geistlichen Kompositionen anhört? … Sagt nur, und glaubt es, Ihr Herren, dass sich Apollo und alle Musen vereinen, um Claudios vortreffliche Erfindungsgabe zu erhöhen." (Matteo Caberloti, 1643)

  • Wie es der Zufall will, höre ich gerade die Stimme von Waldemar Kmentt auf einer LP. Es handelt sich um einen großen Ausschnitt aus "Hoffmanns Erzählungen" unter Franz Bauer-Theussl. Er gefällt mir ausgezeichnet in der Titelpartie. Die weiteren Protagonisten sind Wilfriede Lüttgen mit ihrem phänomenalen C´´´´ in der Olympia-Arie, Erika Zimmermann, Christiane Sorell, Walter Berry u. A. Leider gibt es von dieser Aufnahme keine CD.

  • Ich habe eine Gesamtaufnahme - wohl für den Rundfunk produziert - aus München unter Rudolf Moralt (1956). Neben Kmentt singen George London, Rita Streich, Teresa Stich-Randall und Anny Schlemm.
    Der Hoffmann muss eine Paraderolle Kmentts gewesen sein. Im Interview mit August Everding zitiert der Moderator eine Stuttgarter Zeitung, die einen Artikel mit "Kmentts Erzählungen" betitelte.

  • Hallo, 'greghauser2002'!


    Sehr zahlreich dürften die Gastauftritte von Waldemar Kmentt an der Deutschen Oper am Rhein nicht gewesen sein. Ich habe eine ganze Reihe von Programmzetteln aus der Intendantenzeit (1956 - 1964) von Hermann Juch, aber der Name dieses Sängers taucht dort nicht auf.


    Die 'Rheinoper' in Düsseldorf / Duisburg galt damals als 'Filiale der Wiener Staatsoper', da Prof. Juch - vorher Direktor der Wiener Volksoper - zahlreiche 'Wiener' Sänger als Ensemble-Mitglieder an den Rhein geholt hatte, wie z. B. Hilde Zadek, Dorothea Siebert, Elisabeth Schwarzenberg, Elfie Mayerhofer, Eta Köhrer, Erika Wien, Margarita Kenney, Rudolf Christ, Kurt Wehofschitz, Otto Wiener, Carl Dönch und Walter Kreppel. Gastverträge hatten beispielsweise Christel Goltz, Mimi Coertse, Lotte Rysanek, Jean Madeira, Elisabeth Höngen, Murray Dickie, Walter Berry und auch Waldemar Kmentt.


    Rheinaufwärts hat der Tenor beim WDR in diesen interessanten Opern-Aufnahmen mitgewirkt:


    "Armida" (Haydn): (Rinaldo) mit Gundula Janowitz (Armida) / Nancy Burns (Zelmira) / Werner Hollweg (Ubaldo) / Horst Laubenthal (Clotarco) und Günter Reich (Idreno) / Die Cappella Coloniensis / Dirigent: Ferdinand Leitner / Die Rezitative wurden durch deutsche Zwischentexte von Franz Willnauer ersetzt, gesprochen von Gert Westphal / (Köln, Funkhaus, 12. 1. 1968, Live-Aufnahme) CDs bei 'Ponto' (ohne die verbindenden Worte).


    "La Damnation de Faust" (Berlioz): (Faust) mit Jutta Meyfarth (Marguerite) / Julien Haas (Mephisto) und Hans Franzen (Brander) / Der Kölner Rundfunk-Chor / Chorltg.: Herbert Schernus / Das Kölner Rundfunk-Sinfonie-Orchester / Dirigent: William Steinberg (ein gebürtiger Kölner!) / (Köln, Funkhaus, 1970, Live-Aufnahme in frz. Sprache) Bisher unveröffentlicht. (Ich habe die Aufnahme auf CD, in mono, obwohl die Sendung in stereo war.)


    "Atlantida" (de Falla / Halffter): (Zweiter Geryon) mit u. a. Gwendolyn Killebrew (Königin Pyrene / Königin Isabella) / Roland Hermann (Corifeo) / Erik Geisen (Erster Geryon) / Barry McDaniel (Dritter Geryon) / Mario Soriano (Der Knabe) / Der Kölner Kinderchor / Chorltg.: Hans-Günter Lenders / Der Chor des Norddeutschen Rundfunks Hamburg / Chorltg.: Helmut Franz / Der Kölner Rundfunk-Chor / Chorltg.: Herbert Schernus / Das Kölner Rundfunk-Sinfonie-Orchester / Dirigent: Jesús López Cobos (Köln, Funkhaus, September 1976) Bisher unveröffentlicht. (In der gleichen Besetzung wurde das Werk bei den Musikfestwochen Luzern am 9. 9. 1976 im Kunsthaus Luzern aufgeführt.) Waldemar Kmentt sang bereits 1953 in einer Schallplattenaufnahme ein Werk von Manuel de Falla: die Kammeroper "Meister Pedros Puppenspiel", zusammen mit Ilona Steingruber und Otto Wiener - F. Charles Adler dirigierte das 'Philharmonia'-Orchester Wien und die Platte SPA 43 (30 cm) erschien bei dessen eigenen Firma 'Society of Participating Artists' nur in den USA. Lt. der Plattenbesprechung in der 'New York Times' vom 25. 10. 1953 haben die Solisten spanisch gesungen! 1959 veröffentlichte die österreichische 'Ariola' diese Aufnahme auf einer 25-cm-Platte (13 164 H), die ich leider nie gesehen habe. Weiß hier jemand etwas Genaueres?.


    "Circe oder Siebzehn Tage und vier Minuten" (Egk): Ulyss) mit u. a. Helen Donath (Circe) / Elisabeth Witzmann (Lybia) / Jean Evans (Asträa) / Raili Kostia (Baba) / Lorenz Fehenberger (Arsidas) / Wolfgang Anheisser (Antistes) / Alfred Pfeifle (Klarin) / Hans Franzen (Leporell) und Arwed Sandner (Moro) / Das Kölner Rundfunk-Sinfonie-Orchester / Dirigent: Werner Egk (Köln, Funkhaus, 4. - 15. Mai 1970) Bisher unveröffentlicht.


    Auch an der Isar nahm Waldemar Kmentt auf:


    "Orpheus und Eurydike" (Orfeo ed Euridice) (Gluck): (Orpheus) mit Ingeborg Hallstein (Eurydike) und Judith Blegen (Amor) / Der Chor und das Symphonie-Orchester des Bayerischen Rundfunks / Chorltg.: Wolfgang Schubert / Dirigent: Hans Swarowsky / Die von Hans Swarowsky bearbeitete (gekürzte) Version in deutscher Sprache diente als Ton-Unterlage für die TV-Inszenierung des ORF in Co-Produktion mit dem ZDF / Szenenbild: Josef Svoboda / Kostüme: Wolfram Skalicky / Regie: Václav Kaslik / (Sendedatum: 1. 11. 1968 gleichzeitig im ORF und ZDF) Bisher unveröffentlicht.


    "Martha" (von Flotow): (Lyonel) mit Wilma Lipp (Lady Harriett), Hetty Plümacher (Nancy) / Kurt Böhme (Plumkett) / Rudolf Wünzer (Lord Tristan) / Richard Bitterauf (Richter von Richmond) / Gisa Nerz, Rose Fink und Lotte Schädle (Drei Mägde) / Hermann Bennert, Peter Schranner und Wulf von Lochner (Drei Diener) / Karl Kreile und Herbert Beisel (Zwei Pächter) / Der Chor und das Symphonie-Orchester des Bayerischen Rundfunks / Chorltg.: Josef Kugler / Dirigent: Hans Gierster (München, Herkulessaal, Erstsendung am 1. 7. 1955) CDs bei 'Cantus Classics'.


    "Der Widerspenstigen Zähmung" (Goetz): (Lucentio) mit Annelies Kupper (Katharina) / Elisabeth Lindermeier (Bianca) / Gertrud Vollath (Haushälterin / Hortensios Frau) / Marcel Cordes (Petruchio) / Gottlob Frick (Baptista) / Benno Kusche (Hortensio) / Max Proebstl (Grumio) / Paul Kuen (Der Schneider) und John Kuhn (Haushofmeister) / Der Chor und das Symphonie-Orchester des Bayerischen Rundfunks / Chorltg.: Josef Kugler / Dirigent: Joseph Keilberth / (München, Herkulessaal, 1955) 'Melodram' (LP) und 'Gala' (CDs).


    "Otello" (Verdi): (Cassio) mit Annelies Kupper (Desdemona) / Hetty Plümacher (Emilia) / Hans Hopf (Otello) / Ferdinand Frantz (Jago) / Karl Ostertag (Rodrigo) / Max Proebstl (Lodovico) / Kieth Engen (Montano) und Peter Schranner (Herold) / Der Chor und das Symphonie-Orchester des Bayerischen Rundfunks / Chorltg.: Josef Kugler / Dirigent: Eugen Jochum / (München, Herkulessaal, Dezember 1955) CDs bei 'Walhall'.


    Und bei der Radiotelevisione Italiana (RAI) wurde Kmentt in diesen zwei Opern eingesetzt:


    "Ariadne auf Naxos" (Strauss): (Tenor / Bacchus) mit u. a. Anna De Cavalieri (Ann McKnight) (Primadonna / Ariadne) / Reri Grist (Zerbinetta) / Margherita Kalmus (Komponist) / Paul Schöffler (Musiklehrer) / Claudio Strudthoff (Perückenmacher / Harlekin) / Petre Munteanu (Tanzmeister / Brighella) / Carlo Franzini ( Offizier / Scaramuccio) / Franco Ventriglia (Truffaldin) und Heinz Woester (Haushofmeister) / Orchestra Sinfonica di Napoli della RAI / Dirigent: Peter Maag (Neapel, Auditorium, Sendung vom 8. 9. 1963) Bisher unveröffentlicht.


    "Oedipus Rex" (Stravinskii): (Oedipus) mit Vera Little (Iocaste) / James Loomis (Creon / Der Bote) / Giorgio Tadeo (Tiresias) / Salvatore Gioia (Der Hirt) und Luigi Vannucchi (Erzähler) / Orchestra Sinfonica di Torino della RAI / Dirigent: Mario Rossi / (Turin, Sendung vom 9. 12. 1960) Bisher unveröffentlicht.


    Die meisten Einspielungen mit Waldemar Kmentt entstanden jedoch an der schönen, blauen Donau - die Gesamtsumme aller Aufnahmen (Opern, Operetten, Geistliche Musik und Lieder) dürfte dreistellig sein.


    Viele Grüße!


    Carlo

  • Carlo, ich bin baff.
    Was für Informationen!
    Woher bitte weiß man, was Waldemar Kmentt in Köln aufgenommen hat, noch dazu etwas, das nur in den USA rausgekommen ist?


    Ich kannte nur die gängigeren Aufnahmen, die bei uns auf CD rausgekommen sind, wie "Martha" oder "Otello". Und natürlich viele aus Wien, von denen du richtigerweise schreibst, dass sie zahllos sind.


    Die erste müsste übrigens "Lulu" sein. Kmentt, gerade 20 Jahre alt, singt dort den Maler, ebenfalls mit Ilona Steingruber und Otto Wiener.


    Hast du ähnliche Aufnahme-Informationen von Karl Terkal? Ich beschäftige mich nämlich gerade mit "österreichischen Tenören der Nachkriegszeit".

  • Hallo, greghauser2002!


    Ich möchte Dich auf den Thread von Karl Terkal hinweisen, dort sind einige interessante Aufnahmen mit ihm aufgeführt. Leider ist nicht mehr alles z. Zt. erhältlich.


    Gruß Wolfgang


    Ich habe mir den Thread gesucht. Ja, sind ein paar gute Platten-Tipps. Ich meinte aber, eine so detaillierte Auflistung, wie Carlo sie bei Kmentt reingestellt hat. Das ist ja wirklich überraschend. Mit Daten von unveröffentlichten Aufnahmen.



    Übrigens bekam ich heute einen Anruf von der Wiener Volksoper, weil ich denen vor ein paar Wochen geschrieben hatte. Waldemar Kmentt hat dort an 412 Abenden gesungen.

  • Gestern Abend habe ich mir nach dem Fußball noch die erste CD der Gesamtaufnahme der Oper "Faust" von Gounod mit Waldemar Kmentt in der Tenorrolle angehört. Eine sehr interessante Aufnahme, die mir ein guter Freund überspielt hat. Ferner singen: Hermann Uhde Mephisto, Wilma Lipp Margarethe, Olivera Miljákovic Siebel, Eberhard Waechter Valentin, Ludwig Welter Wagner, Hilde Rössl-Majdan Marthe. Ferner Chor und Orchester der Wiener Staatsoper unter der Ltg. von Georges Prêtre. Gesungen wird französisch.

  • Gestern Abend habe ich mir nach dem Fußball noch die erste CD der Gesamtaufnahme der Oper "Faust" von Gounod mit Waldemar Kmentt in der Tenorrolle angehört. Eine sehr interessante Aufnahme

    9079wolfgang


    Hallo Wolfgang,


    ... und wie herrlich er "Salut! Demeure chaste et pure singt!!


    Gruß
    Manfred

    "Menschen, die nichts im Leben empfunden haben, können nicht singen."
    Enrico Caruso


    "Non datemi consigli che so sbagliare da solo".
    ("Gebt mir keine Ratschläge, Fehler kann ich auch allein machen".)
    Giuseppe di Stefano

  • Sehr zahlreich dürften die Gastauftritte von Waldemar Kmentt an der Deutschen Oper am Rhein nicht gewesen sein.


    Lieber greghauser2002,


    in etlichen Nachschlagewerken steht anderes zu lesen, so u.a. in dem renommierten Lexikon "Klassische Musik im 20. Jahrhundert", herausgegeben vom dtv. Da ist die Rede von zahlreichen bzw. häufigen Gastauftritten in Düsseldorf, und zwar ab dem Jahr 1958. Es ist allerdings nirgends vermerkt, wann sein Gastvertrag ausgelaufen ist.


    m.W. nach sang Kmentt in Düsseldorf den Rudolf in "Boheme"

    In dieser Rolle habe ich ihn selber in Düsseldorf erlebt, das muss in den 1970er Jahren gewesen sein, und wenn mich mein Gedächtnis nicht im Stich lässt, so habe ich ihn auch als Cavaradossi dort sehen können. Ich weiß noch, dass ich ein wenig skeptisch war, weil diese Rolle ja schon eine recht dramatische Stimme benötigt, man denke nur an das "Vittoria" im 2. Akt"! Aber Kmentt hat die Partie großartig gemeistert und einen Riesenerfolg gehabt.


    Es freut mich, dass Du Dich für diesen wunderbaren Tenor, der m.E. nicht ganz seinem Können entsprechend von der Fachwelt eingeschätzt wurde (Dermota wurde ihm meist vorgezogen), so sehr interessierst. Deshalb möchte ich Dir vorschlagen, wegen seiner Auftritte bei der Rheinoper Dich an folgende Adresse zu wenden:


    Deutsche Oper am Rhein
    - Pressestelle -
    Heinrich-Heine-Allee 16a
    40213 Düsseldorf


    Wenn Du über ein Faxgerät verfügst, kannst Du es über folgende Nummer versuchen: Vorwahl Deutschland = 0049 / 211 / 8925365.


    Einen Versuch ist es wert. Mehr wie eine abschlägige oder keine Antwort kann ja nicht passieren. Ich denke aber, dass man dort gerne bereit ist, Dir behilflich zu sein. Es würde mich sehr freuen, wenn Du mit Deiner Anfrage Erfolg hättest.


    LG, Nemorino

  • Hallo, 'greghauser2002'!


    Es ist schön, dass Du Dich auch für Karl Terkal interessierst! (Dein Beitrag Nr. 51).


    Ich habe 2006 dem Herausgeber der Serie "Stimmen, die um die Welt gingen", den im Vorjahr verstorbenen Günther Walter, einen Doppelband "Rudolf Christ / Karl Terkal" vorgeschlagen. Allerdings konnte er sich für Terkal nicht erwärmen - man hat halt seine Vorlieben - so dass nur Christ publiziert wurde.Da ich mich in den nächsten Wochen noch mit anderen Sängern befasse (z. B. Werner Hollweg, Peter Meven, Siegmund Nimsgern), bitte ich Dich um etwas Geduld, da ich die Discographie der beiden Wiener Tenöre - und von beiden gibt es viele unveröffentlichte Aufnahmen - noch aktualisieren müsste. (Für's erste kannst Du ja einmal in die Threads von Rosl Schwaiger, Georg Schnapka und Oskar Czerwenka reinschauen.)


    Was Waldemar Kmentts Düsseldorfer Gastspiele anbelangt, habe ich nur die mir vorliegenden Programmzettel aus der Intendanz von Hermann Juch (1956 bis 1964) durchgesehen, weil damals viele Sänger von der Donau am Rhein engagiert waren. Ich habe auch eine alte Dame befragt, die seit Ende der 50er Jahre eine fleissige Besucherin des Düsseldorfer Hauses der Deutschen Oper am Rhein war, und sie kann sich nicht an Auftritte von Herrn Kmentt erinnern. Vielleicht wird man bei der Anfrage von der Deutschen Oper am Rhein an das Düsseldorfer Theatermuseum verwiesen - und in diesem Fall gilt dasselbe wie für die Rundfunk- und Fernsehanstalten (folgender Absatz):


    Betreffs der unveröffentlichten Rundfunkaufnahmen kann man sich an die jeweiligen Sender wenden - allerdings sollte man hartnäckig sein und sich nicht mit Ausreden wie 'Datenschutz', 'Urheberrecht' oder 'Nicht digitalisierte bzw. gelöschte Bänder' stillschweigend zufrieden geben. Die Rundfunkanstalten tun gerne so, als seien diese Aufnahmen ihr persönliches Eigentum. Ggf. könnte man darauf hinweisen, dass diese Aufnahmen ja mit öffentlichem Geld (Rundfunk-Gebühren) finanziert wurden und somit auch der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen müssten. Oft ist es nämlich so, dass man nicht gewillt ist, das Archiv nach den angefragten Einspielungen zu durchsuchen oder man hat schlicht keine Ahnung, was man für Schätze im Keller hat. Selbst wenn die Anfrage erfolglos bleibt, hat man zumindest dem Sender signalisiert, dass auch an ihren alten Aufnahmen Interesse besteht.


    Viele Grüße!


    Carlo

  • Es ist schön, dass Du Dich auch für Karl Terkal interessierst! (Dein Beitrag Nr. 51).


    Darf ich dich bezüglich Terkal bitten, in seinen Thread zu schauen. Ich habe dort etwas für dich geschrieben.



    Ja, man muss wohl immer lästig bleiben. Die Ausführungen über deine Erfahrungen mit Rundfunkstationen sind sehr interessant, lieber Carlo.



    Danke auch allen anderen, besonders nemorino, für die Informationen zu Kmentt und Düsseldorf.
    Ich glaube, dass Waldemar Kmentt eine wirklich tolle Karriere hatte und selber nicht unter dem Gefühl leiden musste, zu wenig wahrgenommen zu werden. Dass hier immer noch so angeregt diskutiert wird, beweist auch, dass er heute unvergessen ist.