Die "neuen" Pianisten und ihre Aufnahmen

  • Hallo Taminoianer,


    Zunächst stellt sich die Frage:


    Wen reihen wir zu den "neuen" Pianisten ein ?


    Das ist nicht ganz einfach zu definieren.
    Ursprünglich hätte der Titel ja die "Jungen" Pianisten heißen soll. bis ich draufgekommen bin, daß die meisten der "jungen" auch schon locker die Dreißig überschritten haben. So würde ich die Definition in etwa so festlegen:
    Lebende, aber nicht dominierende Künstler, also Brendel, Pollini, Ashenazy, Argerich, Perahia scheiden von vornherein schon mal aus.
    Gesucht werden Pianisten, bzw Aufnahmen von Ihnen, die zwar wirklich erstklassig sind, vielleicht sogar regional sehr berühmt sind, jedoch nie künstlch gepusht wurden. (Lang-Lang wäre solch ein Fall, jedoch darf er erwähnt werden, wenn jemand der ehrlichen Überzeugung ist, seine PR-abhängige "Berühmtheit" wäre gerechtfertigt.


    Soweit also die Definition.


    Und nun zum Thema: Gesucht werden Aufnahmen neueren Datums (10 Jahre in etwa),mit jüngeren (ca -45)Panisten*, die Eurerer Meinung nach mit den "ganz Großen" der Vergangenheit mithalten können.
    Das Schöne an einem solchen Thema ist, daß man es
    eigentlich alle paar Monate wiederholen kann, weil man ja immer wieder neue Künstler kennenlernt, die das persönliche "musikalische Weltbild" verändern)
    Wer Lust hat, kann auch ein paar erläuternde Worte zu Pianist und Aufnahme sagen...


    Ich werde mich dann, wenn der Thread ins Laufen gekommen ist, mit ein paar Vorschlägen melden.


    Ziel ist, daß nicht durch einige vermeintliche "Giganten" andere hochwertige Künstler
    in Vergessenheit geraten, noch bevor sie je bekannt wurden. (Das ist auf die CD bezogen, die meisten haben eine intakte Karierre als Konzertpianist)



    An die Tastaturen (trotz der Hitze!!)


    Gruß aus Wien
    Alfred







    *Der Künstler darf auch älter sein, wenn er beispielsweise aber seinen "Durchbruch" erst vor 5 Jahren geschafft hat, oder nur durch einen einzige
    besonders gute Aufnahme aufgefallen ist....

  • Hallo Alfred,


    Di schriebst:


    [Zitat]...die zwar wirklich erstklassig sind, vielleicht sogar regional sehr berühmt sind, jedoch nie künstlch gepusht wurden.[/Zitat]


    leicht machst du es ja nicht gerade. Wer wird nicht gleich, sobald eine einigermassen gute Platte eingespielt wurde, bejubelt und als neuer Tastenstar präsentiert. Da ich nicht von Festival zu Festival reise, sondern mir mein Urteil auch aus dem schon vorliegenden bilden muß, kann ich daher nur Leute empfehlen, die alle schon mehr oder weniger Berühmtheit erlangt haben, aber eben noch nicht ganz oben stehen.
    Als da wären:
    Hakoon Austbo mit seinen Messiaen-Aufnahmen



    Bernd Glemser, den ich wegen der Scriabin- und Prokofief-Sonaten schätze (und wegen seines Rachmaninoffs) und schließlich Helene Grimaud mit und wegen ihrer Rachmaninoff 2 Aufnahme.
    Sicher gibt's noch den einen oder anderen, der mir jetzt nicht einfällt, aber sicher später...


    Gruß aus Hamburg
    Uwe

  • Hallo allerseits,
    mir fällt da Alfredo Perl ein, dessen Beethoven-Sonaten (früher Arte Nova, jetzt Oehms) ich sehr mag, weil sie so unspektakulär und schnörkellos sind, quasi im positiven Sinne "middle-of-the-road".
    Gruß
    Achim

  • Nicht nur die Beethoven-Aufnahmen zeichnen Perl aus, auch u.a. 'sein' Liszt.


    Um bei Arte Nova zu bleiben, darf man natürlich Matthias Kirschnereit nicht vergessen. Ausgezeichneter Pianist und Musiker, bei dem ich mich schon vor weit über 10 Jahren gefragt hatte, warum man von ihm nichts hört und kaum Aufnahmen erhältlich waren. Erfrischend sein in Vollendung befindlicher Zyklus mit den Mozart-Klavierkonzerten.


    Michael Endres wurde ebenso wie Perl von Oehms von Arte Nova 'mitgenommen'. Er gewann zwar nur den Schubert Wettbewerb in Dortmund aber hat man je eine solch durchdachte aber trotzdem spontan wirkende Einspielung der Schubertschen Sonaten gehört (Label Capriccio) ? Nichts gegen Brendel und Schubert, ich liebe Brendel dafür, aber Endres ist nach wie vor DIE Alternative, die ich lange Zeit gesucht hatte. Ebenso seine Aufnahme der Mozart-Sonaten sucht echte Vergleiche.


    Julian Evans hatte ich bereits an anderer Stelle erwähnt und auch seine neueste CD vorgestellt, siehe hier (finde leider keinen Weg, direkt auf mein Posting zu verlinken)


    Um Till Fellner war es lange Zeit sehr ruhig geworden, da sein Vertrag mit Warner nicht verlängert wurde (oder er ihn selbst nicht verlängern wollte; ist mir nicht bekannt). Auf jeden Fall hat er aus meiner Sicht den richtigen Weg gewählt und sich nicht von seinem Label 'verschleißen' lassen mit Aufnahmen, die er nicht spielen wollte oder denen er sich (noch) nicht gewachsen fühlte. Jetzt ist er wieder zurück und präsentierte Teil I des Wohltemperierten Klaviers. Sehr empfehlenswert ist seine Einspielung mit der Reubke Sonate in Kombination mit einer ernüchternden Kreisleriana, heute spottbillig in der Apex-Reihe von Warner erhältlich. Ebenso nicht zu verachten seine 'Partnerschaft' mit Heinrich Schiff bei den Cello-Sonaten von Beethoven.
    Seine Konzerte der letzten Jahren hatten 'Biss' auch wenn die Gegenüberstellung zB von Bach bzw. Schostakovitch zu Beethoven dies nicht unbedingt vermuten lassen...


    Unter 'Verschleißerscheinungen' litt auch Stefan Vladar, Mitte der 1980er Jahre einer der jüngsten Sieger des Beethoven Wettbewerbes. Nachdem er einige CDs für Naxos eingespielt hatte (u.a. ausgezeichnete Beethoven-Konzerte auf einem hervorragenden Bösendorfer) erhielt er noch recht jung einen Vertrag bei Sony und mußte nach der Debut-CD ein Repertoire einspielen, dem er zu der Zeit überhaupt nicht gewachsen war. Zwischenzeitlich mit Professur versehen, hat auch er sich glücklicherweise 'erholt' und wurde für einige Aufnahmen bei Harmonia Mundi verpflichtet (erste CD daraus Chopin Préludes ohne Verhätschelungen).


    Nicht zuletzt darf der ebenso bereits an anderer Stelle erwähnte Gregorio Nardi nicht vergessen werden. Ein wirklicher Ausnahme-Musiker, dem auch heute noch Werke von Komponisten 'auf den Leib geschrieben' werden, die er zur Uraufführung bringt. Vielebachtet auch seine musikalichen Betrachtungen in einer Reihe von Radiosendungen des BR. Hier kann man all seine CDs empfehlen, sei es nun Liszt und nochmals Liszt, Schumann, Webern, Schönberg.... (viele Erstveröffentlichungen).


    Bei Giovanni Bellucchi bin ich noch etwas unentschlossen, da mir erst zwei CDs bekannt sind mit Werken von Liszt/Busoni, Beethoven Hammerklaviersonate und Liszt-Transkriptionen, aber die lassen zumindest Gutes für die Zukunft erhoffen.


    Ein weiterer Italiener Andrea Lucchesini hat zumindest Furore gemacht, bzw. wird er bestimmt noch, wenn seine CDs endlich einmal korrekt besprochen werden..., mit der wiederum bereits vorgestellten Live-Aufnahme aller Beethoven-Sonaten.
    Obwohl Lucchesini schon einige Jahre 'auf dem Markt' vertreten war, war er mir künstlerisch gänzlich unbekannt. In Bezug auf die jetzt veröffentlichten Sonaten auf jeden Fall eine grobe Vernachlässigung. (siehe meine Kurzbesprechung )


    Die Liste könnte eigentlich unendlich fortgeführt werden, bis die Zeilenbeschränkung - falls vorhanden - eintritt, aber die zumindest für mich wichtigsten der 'jüngeren' Generation wollte ich zumindest vorab erwähnen.


    Gruß,
    Jürgen


    Hab ich doch glatt den "Wichtigsten" vergessen :wacky:
    Nikolaus Lahusen sowohl vor als auch nach seiner schweren Erkrankung ein noch immer (hoffentlich nicht ewig) unterschätzter Pianist. Schon recht früh wurden Konzerte von ihm (Mainstream) auf LP mitgeschnitten oder erhielt die Möglichkeit, nach einem Konzert dieses Repertoire im Studio einzuspielen (meist unbekannte, kleine Label und auch Eigenpressungen).
    Auch in seinen Konzerten recht 'kluge' Programme mit Erläuterungen zu Werken oder Werkzusammenstellungen wo notwendig (zB bei Copland's -El Salon Mexico- in der Bearbeitung von Bernstein). Er spielt auch Unbekanntes von zB Schulhoff oder Ciurlionis (den kann ich noch nicht einmal aussprechen...), aber wirklich hörenswert.
    Dann der große Schritt nach vorn und das noch auf einem Originalinstrument mit zwei Schubert-Sonaten und einigen Klavierstücken - hinreißend ! Seine Liszt-Transkriptionen hätte er vielleicht nicht auf dem 3 Meter Monstrum von Fazioli gespielt, den hatte er leider nicht so im Griff, wie zuvor das Graf Hammerklavier, aber bei Lahusen bin ich immer auf das nächste Konzert, die nächste CD-Veröffentlichung gespannt.

    Wenn Freiheit überhaupt etwas bedeutet, dann das Recht, den Menschen zu sagen, was sie nicht hören wollen. [frei nach George Orwell]

  • Piotr Anderszewski zählt meiner Meinung zu den absoluten Ausnahmetalenten der jüngeren Generation. Er ist kein extremer Senkrecht-Starter wie bspw. Lang Lang oder auch Kissin. Seine Interpretationen sind meiner Meinung sehr ausgeklügelt und wohl durchdacht. Zu internationalem Ruhm kam er erst wirklich, als er über 20 war (Leeds Piano Competition), Insider der Szene hatten sein Talent natürlich schon lange früher entdeckt.
    Hier nun seine besten Aufnahmen (alle, die ich habe sind toll):




    Sein neustes Klavierrezital wurde auch hoch gelobt, ich besitze es allerdings noch nicht und kann es so auch nicht beurteilen.


    Die Diabelli Variationen übertreffen in dieser Fassung, so finde ich, sogar die Aufnahmen von Pollini und Brendel, wobei ich nicht richtig sagen kann, wieso ich das so empfinde.
    Sein Chopin Rezital ist sehr nachdenklich, die berühmten Polonaisen wirken zumindest am Anfang sehr bedenklich, entfalten dann aber schnell ihre ganze Dynamik. Auch wenn Anderszewski die "Héroique"-Polonaise nicht so runterdonnert, wie Kissin oder Pollini, hat sein Zugang ebenso eine Berechtigung. Generell findet Anderszewski, dass vieles heute zu schnell gespielt wird, was meinem Eindruck entspricht.
    Die Mozart Klavierkonzerte sind wirklich warmen Herzens gespielt, es ist einfach ein Genuss (Haskil höre ich seitdem weniger).
    Die Brahms Violinsonaten sind sehr, sehr gut ausbalanciert, Mullova ein idealer Partner. Diese version kann gut mit Suk/Katchen oder Perlman/Ashkenazy mithalten, finde ich.


    Auch an einem Rezital durfte mich Anderszewski schon begeistern. Er spielte unglaublich differenziert, dynamisch und transparent. Die Franzöische Ouvertüre von Bach habe ich nie besser gehört.


    Ein anderer meiner Favoriten ist Leif Ove Andsnes. Eine Aufnahme von Rachmaninovs drittem Klavierkonzert wurde neulich in EMI Serie "Great Artists of the Century" veröffentlicht. Seine Vertretung in dieser Serie widerspiegelt lediglich seinen jetzigen Status, wobei die Rachmaninov Aufnahme vielleicht nicht unbedingt sein Können zeigt. Er ist sowieso ein Künstler, der sich sehr schnell weiterentwickelt. Zu seinen besten Aufnahmen zählen sicherlich:



    Es gäbe noch einige mehr. Gespannt bin ich schon auf die Winterreise mit Ian Bostridge. Die Bartók Violinsonaten mit Tetzlaff werden im neuesten Gramophone auch sehr gelobt.
    Jetzt zu den oben genannten CDs: Grieg/Schumann spielt er besser als Kovacevich mit Davis, finde ich. Es steckt einfach mehr von allem drin, schwer zu sagen. Er übernimmt nich einfach den schnellen Anfang von Schumanns Konzert, der sich eingebürgert hat, den auch Argerich spielt (die schnellen Oktaven von oben runter), aber überhaupt nich der PArtitur entspricht.
    Die lyrischen Stücke sind ebenfalls sehr differenziert und mild bis stürmisch.
    Sein Liszt Rezital gefällt mir auch sehr gut, da es viele bestehende "Liszt-Spielweisen" ignoriert und einfach völlig neu an die Musik herangeht.
    Auch wenn ihm selber die Aufnahme von Brahms' erstem Klavierkonzert nicht so gefällt, ich finde sie sehr gelungen. Was den Drive angeht übertrifft sie Pollini eindeutig, Rattle ist hier ein sehr guter Begleiter.
    Auch ist Andsnes ein guter Begleiter und Kammermusiker (Schubert Lieder, Dvórak Piano Quintett).


    Kissin wurde hier in meiner Aufstellung absichtlich weggelassen, da er meines Erachtens schon genug diskutiert wurde und schon sehr bekannt ist.
    Einer wäre vielleicht noch erwähneswert: Nikolai Lugansky. Von ihm habe ich allerdings nicht genug Aufnahmen, als dass ich mir ein gutes Bild machen könnte.
    Viele Grüsse...Cliowa

  • cliowa schrieb:


    [Zitat]Sein neustes Klavierrezital wurde auch hoch gelobt, ich besitze es allerdings noch nicht und kann es so auch nicht beurteilen.
    [/Zitat]


    Ja, cliowa, da mußt Du warten, bis das erste Rätsel gelöst ist und ggfs. ein zweites kommt, bei dem man u.a. gerade diese CD gewinnen kann.... :wacky:
    Ich habe die Aufnahme zur Zeit doppelt, aber leider noch immer nicht herein hören können; berichte zu einem späteren Zeitpunkt.
    Zwar ist diese Ausgabe der CD die neueste von Anderszewski jedoch gehört die Aufnahme selber wohl zu den älteren, da bereits 1996 für das Label Accord aufgenommen und von Virgin jetzt käuflich erworben.


    Etwas Werbung, um die CD auch fast umsonst zu bekommen:
    Das in Fachgeschäften kostenlos erhältliche, alle zwei Monate erscheinende Magazin crescendo kann im sog. Premium-Service für EUR 29,00 pro Jahr abonniert werden.
    Zur Begrüßung gibt es bis 15.09.2004 die o.a. Anderszewski CD und zusätzlich die reguläre CD-Beigabe, diesmal Gitti Pirner mit Vol. 3 der Mozart Sonaten.
    Jeder Ausgabe liegt eine CD oder DVD bei, meist Neuerscheinungen, und bei 29 EUR pro Jahr für 6 Ausgaben/CDs dürfte sich die Investition bereits gelohnt haben, oder ?


    Hier der Link für Interessierte Crescendo


    Gruß,
    Jürgen

    Wenn Freiheit überhaupt etwas bedeutet, dann das Recht, den Menschen zu sagen, was sie nicht hören wollen. [frei nach George Orwell]

  • Endlich ist die Forenübersiedlung abgeschlossen, so kann ich mich wieder der Beantwortung interessante Themen widmen, und auch wieder neue starten.


    jpsa hat mir ja die meisten Pianisten schon "weggenommen" :D,
    aber es gib natürlich noch einiges.


    Besonders am Herzen liegt mir der Grazer Pianist Markus Schirmer. Seine Aufnahme mit Beethovensonaten (eine Gesamtaufnahme ist, wie er mir schrieb, leider nicht geplant) ist hörenswert in jeder Beziehung.
    Zu einer sehr persönlichen Interpretation kommen als Pluspunkte noch ein wunderbarer Flügel (ein italienischer Fazioli), sowie eine exzellente Aufnahmetechnik.



    Die CD wurde, wer das für relevant hält, mit dem Pasticcio-Preis ausgezeichnet, übrigens nicht der einzige, den dieser Künstler eingeheimst hat.


    Eine Empfehlung wert.



    Gruß
    aus Wien
    Alfred

  • Paik Kun Woo /Wit Chopin Werke für Klavier+Orchester Decca


    Paik Kun Woo ist in Korea sehr bekannt. Leider aber nicht wegen seines Klavierspiels sondern wegen seiner Frau. Er hat lange Zeit in Frankreich gelebt und ist sehr spät in Europa berühmt geworden.
    Trotz seines Alters sollte man sein Klavierspiel aber nicht unterschätzen!
    Desweiteren hat er viele neuere Sachen gespielt,die andere Pianisten selten spielen. z.B.Faure


    Lim Dong-Hyek Piano recital (u.a.Werke von Chopin).


    Beide sind Koreaner und echt gute Chopin Interpreten.


    Lim Dong Hyek ist Jugendlicher (teenagealter,weiss das genaue alter nicht mehr),und so spielt er auch. unbekümmert,frisch,kräftig und schwungvoll. Genau richtig wie bei der Chopin Ballade no.1
    Mittlerweile hat er sein 2.Album rausgebracht mit Chopin Klavierstücken.
    Der wird mal ein ganz Grosser!
    Übrigens: Martha Argerich hat ihn entdeckt und gefördert (Ohne Förderung gehts halt nicht)!

  • Hallo,
    zwei meiner Lieblingspianistinnen kann ich hier leider nicht melden, weil sie Alfred's Definition nicht entsprechen. Sie sind zwar sicher nicht "dominierend" im von Alfred genannten sinne, aber leider über 45:
    Mitsuko Uchida - Mozart, Schubert
    Idil Biret - Chopin, Brahms
    Schade eigentlich... na gut, dann nenn' ich sie eben nicht.
    Gruß
    Achim

  • Hallo Achim


    Zitat

    Mitsuko Uchida - Mozart, Schubert
    Idil Biret - Chopin, Brahms


    Da die beiden Künstlerinnen im wichtigen von mir angestrebten Punkt,
    nicht "marktbeherrschend" zu sein, entsprochen haben,
    approbiere ich sie hiemit nachträglich, somit sind sie gültig :yes:



    Gruß aus Wien


    Alfred

  • Hallo Alfred und die Anderen,


    freue mich, beim Erstbesuch dieser Seite - und dieses Themas - gleich mit Namen wie Anderszewski, Nardi, Glemser u.a.m. konfrontiert zu werden.
    Spontan füge ich jetzt (erstmal) Einen hinzu:


    Marcelo Bratke, Brasilianer (mit dt.Großvater), Jahrgang 1960
    ein sehr empfindsamer und eigenständiger Musiker mit Sinn für interessante Lücken im gängigen Repertoire. Mein besonderer Favorit unter seinen Aufnahmen, übrigens alle beim Label OLYMPIA erschienen:


    Marcelo Bratke, Le Groupe des Six
    (Germaine Tailleferre, George Auric, Louis Durey, Arthur Honegger, Darius Milhaud, Francis Poulenc)


    es grüßt
    bri

  • Zitat

    Original von Alfred_Schmidt
    Hallo Achim


    [QUOTE]Mitsuko Uchida - Mozart, Schubert
    Idil Biret - Chopin, Brahms


    Da die beiden Künstlerinnen im wichtigen von mir angestrebten Punkt,
    nicht "marktbeherrschend" zu sein, entsprochen haben,
    approbiere ich sie hiemit nachträglich, somit sind sie gültig :yes:



    Na, Alfred, das habe ich wohl einige Zeit überlesen :rolleyes: Idil Biret mag vielleicht nicht namentlich in unseren Breiten "beherrschend" sein, von den Verkaufszahlen (allein bei Naxos über 2 Millionen CDs) steckt sie jedoch einige der hier genannten Kollegen in die Tasche....
    Aber sie wird sich dafür sicherlich am kommenden Freitag in Coesfeld sehr darüber freuen, wenn ich ihr sage, daß sie mit ihren inzwischen fast 63 Jahren hier noch zu den "jüngeren Pianisten" gehört. :D

    Wenn Freiheit überhaupt etwas bedeutet, dann das Recht, den Menschen zu sagen, was sie nicht hören wollen. [frei nach George Orwell]

  • Hallo bri
    und herzlich willkommen im Forum.
    Da freut man sich doch, wenn jemand zumindest von Gregorio Nardi gehört hat.... :]


    Auch Marcello Bratke gehört ja schon zu der "älteren" Generation um die 40 und ist bislang wohl immer noch relativ unbekannt, vielleicht auch, weil er sich überwiegend mit mehr oder weniger zeitgenössischem Repertoire einen Namen gemacht hat.
    Sein Album mit Werken von Webern, Schubert, Bach, Berg ist jedoch sehr nach meinem Geschmack, nicht nur die Zusammenstellung.
    Weitere Infos zum Künstler hier.


    Gruß,
    Jürgen

    Wenn Freiheit überhaupt etwas bedeutet, dann das Recht, den Menschen zu sagen, was sie nicht hören wollen. [frei nach George Orwell]

  • Hi Jürgen,


    es gab in München mal dereinst eine (meine :yes: ;()Kammermusikreihe in der alle die gennannten Namen zu hören (und sehen) waren, und da waren sie wirklich noch jung (1992-96).
    Die Konzerte fanden in der Aula der Universität statt, hatten zu Beginn ein feines kleines Publikum, und fünf Jahre später: dito.
    Der unfeine Name Uni-Konzerte und die niedrigen Kartenpreise hielten uns offenbar den Münchner Standardbesucher erfolgreich vom Leib.
    Kürzlich, 12 Jahre später, spielte Piotr Anderszewski in München, und nicht unamüsiert las ich in der Presse vom °Münchner Debut eines jungen Sterns am...u.s.w. :wacky:


    Darum freue ich mich über diese Seite und werde im nächsten Beitrag einen wirkllich jungen Pianisten hinzufügen.
    Übrigens, Marcelo Bratke ist am 26.9. in der Carnegie Hall zu hören, mit einem eigenen Projekt
    CARNAVAl TRILOGY
    The essence of brazilian soul


    Gruß
    bri

  • Hallo allerseits,


    einige der hier bereits aufgezählten Pianisten stehen auch auf meiner Favoritenliste. Großartig etwa die Messiaen-Einspielung des H. Austbo. Eine eher langweilige (meditative?) Satie-Doppel-CD vom selben Pianisten gehört hingegen zu den Staubfängern in meinem Regal.


    Michael Endres' Spiel wirkt äußerst durchdacht und konstuktiv (braucht man neben seinem Mozart überhaupt noch weitere Klaviersonaten-Einspielungen von Mozart?). Achtbar geriet auch seine Interpretation des schwierigen ravelschen Soloklavierwerks. Umso ärgerlicher der aufnahmetechnische Pfusch. Einige Passagen offensichtlich nachträglich "verschlimmbessert". Endres scheint im übrigen einer besonderen Art von Humor zu frönen ... siehe seine Website >Thema Rolf Dach :-))


    Meine besondere Bewunderung gilt Juan Jose Chuquisengo


    Auf dem CD-Markt ist derzeit nur Weniges von ihm erhältlich - z.B. eine Ravel-Einspielung (Sony). Aber diese hat es in sich!


    Oft genug wird ja das Pedal zur Kaschierung technischer Grenzen zweckentfremdet. Nicht so bei Chuquisengo. Er präsentiert eine geradezu perfekte Mischung aus ausgeprägtem (!!) Pedaleinsatz, atemberaubender Virtuosität und fulminanter Dynamik. Das macht ihm so schnell keiner nach. Beachtlich auch seine Bearbeitung von la valse.


    Ich vermisse schmerzlich weitere Veröffentlichungen des in München lebenden Peruaners. Andererseits ist es natürlich positiv, wenn sich ein begabter Musiker von der Plattenindustrie nicht im Eiltempo verschleißen lässt. Der große A. B. Michelangeli machte sich ja auch sehr rar ...


    g

  • Wo bleibt, fragt Sagitt, Lars Vogt ? Ist dies kein " neuer Pianist" ? Nur weil er bereits vor einiger Zeit sehr anhörenswerte Einspielungen mit Rattle gemacht hat ( Grieg/Schumann und Beethoven 1/2, nicht fortgesetzt, weil da Brendel zwischenkam). Lars Vogt ist zu rühmen, weil er auf gutem Wege ist, DER deutsche Brahms-Pianist zu werden und weil er das Festival " Spannungen" in Heimbach leitet und da mit Freunden musiziert. Was Gidon Kremer sein Lockenhaus war, ist Vogt sein Heimbach. Wenn man die Live-Konzerte hört, ist man hingerissen- Schönbergs verklärte Nacht, Dvoraks Klaivierquintett op. 81, das sind alles Perlen. Offensichtlich nicht nur ein Pianist, sondern ein Musiker.

  • Zitat

    Wo bleibt, fragt Sagitt, Lars Vogt ? Ist dies kein " neuer Pianist" ?


    Genau hier, lieber Sagitt liegt die Ursache dieses Threads: Sichtbar zu machen, wer im kollektiven Bewusstsein dieser Gruppe schon wahrgenommen wurde, und wer nicht.


    Nun steht es jedem Mitglied frei, aus den gewonnenen Erkenntnissen eine Konsequenz zu ziehen und beispielsweise einen Pianisten, den es für unterschätzt hält, ins rechte Licht zu rücken, etwas das Du gerade getan hast.


    Da Problem der "jungen" Pianistengeneration ist ja, daß sie nicht nur gegen ihre lebenden Konkurrenten bestehen müssen, sondern auch gegen ihre toten. Es ist halt schon eine Frage ob man eine Beethoven Sonate (wurde eher ablehnend rezensiert) von Vogt oder von sagen wir mal Arrau kauft, wenn beide das Gleiche kosten ????


    Aber hier (und übrigens auch auf Deiner Homepage) ist ein guter Platz, Aufnahmen von nicht so bekannten Künstlern ohne PR Hintergedanken anderen Musikfreunden vorzustellen und schmackhaft zu machen.


    Es fehlen ja noch etliche Namen und ich bin sicher, die werden nach und nach kommen.


    Freundliche Grüße aus Wien


    Alfred

  • Da man meinte, Austbo und seine "Vingt regards"-Einspielung loben zu sollen, sei hier eine Interpretation desselben Werkes empfohlen, die nicht nur das vergleichsweise fade Spiel Austbos sofort vergessen läßt, sondern auch mit der allgemein in den Himmel gerühmten Aufnahme Aimards vollkommen mithalten kann: ANTON BATAGOV hat Messiaens Mammutzyklus 1989 für das USSR-Label Melodia gespielt, dies mit einer Virtuosität, einer teilweise an Raserei grenzenden Wildheit und doch auch mit einer ekstatisch-entrückten "Mystik", die eindrücklicher nicht sein könnte. Als ich die drei CD's mein Eigentum nennen konnte, habe ich mich sogleich der Naxos-Scheiben entledigt!

    Musik: Atem der Statuen. Vielleicht: Stille der Bilder. Du Sprache wo Sprachen enden. Du Zeit, die senkrecht steht auf der Richtung vergehender Herzen. (Rilke)

  • Hallo,


    was Andsnes angeht habe ich für mich festgestellt, daß sein Spiel mich nicht unbedingt anspricht.
    Genau erklären kann ich es auch nicht. Aber es fehlt etwas was mich zum Zuhören verleitet. Einfach ein:"Das will ich hören"


    Gruß

  • Hallo Taminoaner,


    zwar bereits am Rand und völlig "unauffällig" habe ich ja bereits auf Yevgeny Sudbin hingewiesen im Zusammenhang mit seiner ersten Einspielung für die CD.


    Einige haben ja in FF etwas über ihn gelesen oder vielleicht sogar diese CD von ihm gehört:



    Auch wenn ich meinem bestimmt noch folgendem Posting bei den Scarlatti Sonaten nicht vorgreifen will sei gesagt das dies eine ganz feine Aufnahme ist und BIS hier auch klanglich etwas grandioses abgeliefert hat.


    Für mich ein Pianist, dessen künftiges Schaffen ich sicherlich beobachten werde.


    Wer mag sollte einfach mal K466 und K87 hören :D

  • Lieber Alfred ,
    liebe Taminoianaer !


    es macht mich fast fassungslos staunend , wenn über die "jüngere " pianistengenearation immer wieder geschrieben wird , aber n i e m a n d !!! auf meine Anregung über den wirklich hochinteressanten Francois-Rne DUCHABLE etwas zu schreiben . Ähnliches würde für Collard oder Barrio oder Rafael Orozco ( Schubert , Debussy ) wahrscheinlich leider auch zutreffen !
    Sehr bedauerlich ! 8o 8o 8o 8o 8o
    Habe die Hoffnung nicht aufgegeben !
    Beste Grüsse
    Euer Frank

  • Zitat

    es macht mich fast fassungslos staunend , wenn über die "jüngere " pianistengenearation immer wieder geschrieben wird , aber n i e m a n d !!! auf meine Anregung über den wirklich hochinteressanten Francois-Rne DUCHABLE etwas zu schreiben . Ähnliches würde für Collard oder Barrio oder Rafael Orozco ( Schubert , Debussy ) wahrscheinlich leider auch zutreffen !


    Darüber würde ich mir überhauipt keine Gedanken machen, es Gibt derzei im Forum 83 !!! Threads ohne Antwort (siehe Funktion unten halblinks aif der Hauptseite, da bekommst Du sie gelistet. Das sind 8% aller Threads


    Zugegeben , da ist manch administatives dabei und manches sehr spezifische, bleiben immerhimn noch 50 jungfräulicht Themen.
    Von Zeit zu Zeitwird jedoch solch ein jungfräuliches Thema von einem interessieren Neuling "wachgeküsst" und entwickelt sich dann gelegntlich sehr gut.


    Bedenke, daß kaum jemand auf Duchable antworten kann, der seine CDs gar nicht besitzt....


    Beste Grüße aus Wien


    Alfred

  • Lieber Alfred ,
    wie kann ein an Liszt Interessierter solch ein luzides , technisch perfektes und auch aussagekräftiges Liszt-Spiel, nicht kennen und haben ?
    Das wäre fast so als wolle man Cziffra aus dem Kreis der grössten liszt-Interpreten verbannen !
    Das Forum hier ist ungemein lebendig und erfreulicherweise finden sich keine Aggressionen in den Beiträgen gegen "Andershörende" .
    Herliche Grüsse
    FRank


  • Die werden im zweifelsfall "entsorgt" durch die MOD's :stumm: :D

  • Lieber Richard ,
    ich bin bei aller sog. Liberalitär und Verteidigung der Meinungsfreiheit doch der Meinung , dass Form und Anstand absolut gewahrt bleiben müssen . Was machen ( ich spreche von andren Foren ) eígentlich derartige Verbalchaoten in ihrem Beruf ( so sie einen haben ) ?
    Grüsse
    Frank

  • Zitat

    Original von Frank Georg Bechyna
    Lieber Richard ,
    ich bin bei aller sog. Liberalitär und Verteidigung der Meinungsfreiheit doch der Meinung , dass Form und Anstand absolut gewahrt bleiben müssen . Was machen ( ich spreche von andren Foren ) eígentlich derartige Verbalchaoten in ihrem Beruf ( so sie einen haben ) ?
    Grüsse
    Frank


    hast Du mein Posting so vertsanden als ob ich etwas dagegen hätte, daß
    die Mod's unpassende Beiträge entsorgen?


    R

  • Ich denke, dass man als "neuen" Pianisten Nikolai Lugansky nennen sollte.
    Inwieweit dieser von den Firmen hochgepusht wurde, kann ich schwer einschätzen.
    Seine Verdienste als Pianist sind vor allem im Bereich der russischen Literatur zu finden, hier speziell Rachmaninoff, dessen Klavierkonzerte er nun schon zum zweiten Mal in einer Gesamtaufnahme aufnahm.
    Jüngst mit dem CBSO unter Sakari Oramo.


    Ich habe von ihm noch ein paar "alte" Aufnahmen, als er noch mit Ivan Sphiller zusammengearbeitet hat.
    Da hat er mich nicht so überzeugt, aber was ich jetzt an Kritiken über seinen neueren Aufnahmen lese, ist doch schon sehr beachtlich.


    Vielleicht ist er sogar DER Pianist heutzutage, wenn es um Rachmaninoff geht. Oder wie seht ihr das?




    Gruß, Peter.

  • Zitat

    Original von petemonova
    Seine Verdienste als Pianist sind vor allem im Bereich der russischen Literatur zu finden, hier speziell Rachmaninoff, dessen Klavierkonzerte er nun schon zum zweiten Mal in einer Gesamtaufnahme aufnahm.
    Jüngst mit dem CBSO unter Sakari Oramo.


    Schon irgendwie verdächtig und für mich ein grund zu Vorsicht.


    Zitat


    Da hat er mich nicht so überzeugt, aber was ich jetzt an Kritiken über seinen neueren Aufnahmen lese, ist doch schon sehr beachtlich.


    Unerheblich!


    Zitat


    Vielleicht ist er sogar DER Pianist heutzutage, wenn es um Rachmaninoff geht. Oder wie seht ihr das?


    Wieso meinst Du das?
    Spielt Pletnev kein Rachmaniniov mehr ?
    Hast Du Lang Lang entsagt?


    Gruß