Hochklassisch und doch eingängig

  • Hallo,


    dieser Onlineartikel schmückt sich mit obiger Threadüberschrift.
    Ich frage mich in Anetracht der Tatsache, daß es in diesem Artikel um Kammermusik von Mozart und Haydn geht: Wo ist der Unterschied?


    Ebenso frage ich mich, wie man Mozarts Hornquintett Es-Dur "unterhaltend und doch konzertant" finden kann?


    Ich sehe nicht, daß sich die gegenübergestellten Adjektive prinzipiell ausschließen...


    Hm? :wacky:


    Ulli

  • Hallo Ulli,


    ich vermute mal, der verantwortliche Redakteur bei diesem Lokalmedium schreibt sonst neben täglichem Tratsch bestenfalls über Schulaufführungen und Konzerte der örtlichen Feuerwehrkapelle. Nun hat er vom Chef die Aufgabe bekommen, ein lokales Klassikevent anzupreisen und für möglichst zahlreiche zahlende Zuschauer zu sorgen. Na ja, und das versucht er halt jetzt mit gut klingenden Formulierungen irgendwie zu bewerkstelligen.


    Fazit: Nicht allzu verbissen nehmen; freuen wir uns, daß dadurch vielleicht der ein oder andere Leser dieser Webseite an die klassische Musik herangeführt wird.



    Sonnige Grüße aus einem sonnigen Berlin!


    Laurenz :hello:

    `
    (...) Eine meiner frühesten Erinnerungen im Zusammenhang mit der Musik betrifft einen Abend, an dem das Rothschild-Quartett bei uns ein hochmodernes Werk von Egon Wellesz spielen sollte. Die Stühle waren den Musikern zu niedrig, so nahmen sie unsere Bände mit Schubertscher Kammermusik, um damit ihre Sitze zu erhöhen. Ich dachte, wieviel schöner es wäre, wenn sie auf Wellesz sitzend Schubert spielen würden (...)


    — aus „5000 Abende in der Oper“ von Sir Rudolf Bing —
    .

  • Ich versteh Dein Problem auch nicht :no: .


    Im Regelfall ist gutbürgerlich eingängig, hochklassisch dagegen mindestens drei-, wenn nicht sogar fünfgängig. Höchstklassisch hat dann gerne über ein Dutzend Gänge. Wenn dem Herrn Schreiberling daher hochklassisch eingängig serviert wird, wird er sich also doch wohl wenigstens wundern dürfen.


    War klar, dass ich als Erstes ans Essen denke .... :yes: Besonders in konzertierter Aktion finde ich das nunmal gleichfalls recht unterhaltend.


    Liebe Grüße, Ulrich

  • Aus der Sicht eines unklassischen Redakteurs (vermutlich hört er zuhause Hip Hop) ist Klassik zunächst einmal uneingängig (vulgo: nicht hörenswert).
    Mit der Steigerung "hoch" versetzt er den geneigten Leser in den Alarm-Modus: Bei HOCH-Klassik vermutet dieser eine besonders abartige Form des Nicht-Hörenswerten, wird aber nun flugs durch die attestierte "Eingängigkeit" eines Besseren belehrt - und so ist es dann eine Nachricht: "Obwohl man eigentlich "heftig pfui" vermuten sollte, ist es doch tatsächlich "hip"!!


    Was kann uns Besseres passieren ??

  • Meine Vermutung: Das hat überhaupt kein Redakteur geschrieben, sondern ist - mindestens zu großen Teilen - eine Pressemitteilung des Veranstalters, die eben ohne redaktionelle Überarbeitung online gestellt worden ist.


    Ich würde da nicht jedes Wort auf die Waagschale legen.


    Freundliche Grüße


    Heinz