Die I. TAMINO-OLYMPIADE: Die Zauberflöte

  • So, nachdem mein erster Olympia-Thread schon kurz nach dem Start ins straucheln geraten ist (was wohl daran liegen mag, das der "Ring des Nibelungen" einfach ein monströses Werk ist, von dem nicht jeder 10 Einspielungen im Schrank stehen hat ...), sollte sich der zweite hier dank des sehr populären Werkes von Herrn W.A. Mozart größerer Resonanz erfreuen.


    Hier nochmal die Spielregeln:
    Jeder Tamino darf in jeder Disziplin (als "Disziplinen" wird es wichtige Figuren aus der "Zauberflöte" sowie "Gesamt-Zauberflöte", "Dirigat" und "Orchester" geben) EINE Gold-, Silber- und Bronze-Medaille an den von ihm/ihr bevorzugte(n) Künstler / Künstlerin vergeben. Bedingung sowohl bei den Sängern als auch bei den Dirigenten ist, dass derjenige / diejenige eine GA aufgenommen hat. Es ist nicht erlaubt, Künstler zu nennen, die nur einzelne Nummern / Arien aufgenommen haben. Die Nennung des Künstlers / der Künstlerin kann - falls gewünscht - KURZ erläutert werden, wenn man sich auf eine bestimmte Einspielung beruft, man kann den Künstler / die Künstlerin aber auch generell nennen. Jede Woche wird es eine neue Disziplin geben, ganz am Ende steht der "Gesamt-Zauberflöte".
    Wer nur eine Gold- oder Silber-Medaille vergeben will, weil er z.B. zu wenige Sänger der Rolle kennt, kann das auch machen.


    Da ich selbst bislang lediglich zwei Aufnahmen kenne (Suitner, Böhm) kann/will ich momentan selber noch nichts beitragen.


    So, mögen die Spiele (erneut) beginnen ...


    Die erste "Disziplin" ist ...


    TAMINO



    :hello: Florian

  • Lieber Florian,


    Ich werde mich her sogar seehr aktiv betätigen. Aber hattest Du nicht eine "leichtere" Rolle zum Anfang nehmen können? Tamina z.B.?
    Diese Deine Frage ist wirklich schwer zu beantworten.


    Bis später, Paul

  • Hallo Paul,


    ich hatte deswegen den Sarastro genommen, weil ich von den kleineren zu den größeren Rollen kommen wollte. Aber vielleicht hast Du Recht und für den Einstieg wäre eine Hauptpartie besser. Ich gehe mal davon aus, dass Du mit "Tamina" den Tamino meinst ;)
    Also, kleine Fahrplanänderung, wir fangen mit


    TAMINO


    an. Auch wenn es wohl ein offenes Geheimnis sein dürfte, wer hier die meisten Goldmedaillen einheimst :pfeif:



    :hello: Florian

  • Zitat

    Original von Diabolus in Opera
    Ich gehe mal davon aus, dass Du mit "Tamina" den Tamino meinst ;)


    :O :O :O :O :O :O :O :O :O :O


    Darf ich dann als erster hier "Siegfried" für Gold ernennen.


    Ich meine nicht Jerusalem, sondern das ehemalige Avatar von Siegfried, Fritz Wunderlich. :D
    Silber und Bronze kommt am Mittag. Da brauche ich noch Zeit zum sinnen.


    LG, Paul

  • Zitat

    Original von musicophil
    Darf ich dann als erster hier "Siegfried" für Gold ernennen.
    Ich meine nicht Jerusalem, sondern das ehemalige Avatar von Siegfried, Fritz Wunderlich. :D
    LG, Paul



    :hahahaha: Lieber Paul, wie soll ich denn jetzt noch schlafen können? Ich schüttle mich vor Lachkrämpfen ... ;(


    LG, Florian

  • Meien Hauptpartie ist:


    Die Königin der Nacht,


    gesungen von Wilma Lipp, knapp gefolgt von Erika Mechera (1960 - 1963), das war knapp vor der Popp,
    und früher Erika Köth, Rita Streich und Lucia Popp und Edita Gruberova.


    Sehe eben dass da Medaillien vergeben werden, also:


    GOLD: Erika Mechera,


    SILBER: Wilma Lipp,


    BRONZE: Lucia Popp.


    Liebe Grüße aus dem sommerlichen Wien sendet Euch Peter

  • Lieber Florian,


    Wie versprochen hier die anderen Namen. Nur habe ich damit ein Problem. Denn bei mir gibt es zwei Sänger für Silber und dann kommt eine Zeit nichts.
    Also Silber ex aequo: Stuart Burrows + Ernst Haefliger.


    Begründen? Fritz Wunderlich ist eine Klasse an sich. Er gehörte zu den Sängern, die mit ihrer Stimme Emotionen ausdrücken können. Ich habe eine alte niederländische Rundfunkaufnahme, wo er damals die Zauberflöte sang. Und schon damals war das spürbar. Es wurde im Laufe der Zeit immer deutlicher und besser. Ich erinnere mich an seinem Belmonte auf DGG (mit Köth als Constanze). Wie souverän meisterte er solche Liebhaberpartien. Und wie schön kamen die Klänge aus seinem Gurgel.


    Haefliger und Burrows. Qua Timbre grundverschieden. Und dennoch... Ihre Interpretation ist eine sehr intelligente und gefühlvolle. Und beide Sänger haben auch eine schöne Stimme.


    Fazit: Wunderlich hat die "schönste" Stimme der drei und verdient darum Gold.


    LG, Paul


  • Hallo Peter,


    danke für Deinen Beitrag! Aber wir fangen mit dem TAMINO für die Medaillenvergabe an (siehe Beiträge von Maggie und Musicophil), die KÖNIGIN DER NACHT kommt demnächst (es wird jede Woche eine neue Figur geben). Für diese Woche kann man also nur Medaillen für den besten TAMINO vergeben.


    Beste Grüße, Florian

  • Zitat

    Original von Diabolus in Opera
    Aber wir fangen mit dem TAMINO für die Medaillenvergabe an (siehe Beiträge von Maggie und Musicophil), die KÖNIGIN DER NACHT kommt demnächst (es wird jede Woche eine neue Figur geben). Für diese Woche kann man also nur Medaillen für den besten TAMINO vergeben.


    Also vor einiger Zeit noch hätte ich den TAMINO gewählt:


    http://www.TAMINO-klassikforum.at


    :pfeif:


  • Hallo Theiresias,


    vielen Dank für Deinen Beitrag! Du hast aber wahrscheinlich übersehen, dass wir nun doch mit dem TAMINO und NICHT mit Sarastro angefangen haben ;) Zu Vermeidung von Missverständnissen habe ich meinen ersten Beitrag nun auch editiert. Hatte ich vielleicht gleich machen sollen, sorry ... :O (Deine Wertung für die Sarastros werde ich dann zum gegebenen Zeitpunkt wieder berücksichtigen)


    Gruß, Florian

  • Lieber Florian,



    das wird spannend - all die schönen Stimmen nachzuhören, die mir zwar als Sänger, nicht aber als Tamino etwas sagen.


    Meine Ränge:



    Gold - Fritz Wunderlich


    Silber - Piotr Beczala


    Bronze - Anton Dermota


    LG, Elisabeth

  • Guten Morgen Florian aus Wien!


    Und entschuldige bitte, hab da was mißverstanden, Danke!


    Dann fange ich mit den Taminos an (jedoch die Königinnnen werde gleich bleiben, auch später):


    GOLD: Fritz Wunderlich,


    SILBER: Anton Dermota,


    BRONZE: Waldemar Kmentt.


    Sind, bis auf Wunderlich "Wiener" Taminos, aber sie waren großartig.


    Liebe Grüße an Dich, sendet Dir Peter, aus Wien.

  • Meine Lieben,


    Bei der Goldmedaille für die Sparte "Tamino" tue ich mich leicht und brauche die Gründe, die schon oft genannt worden sind, sicher nicht zu wiederholen: Fritz WUNDERLICH.

    Bei Silber und Bronze stocke ich hingegen, nicht aus Mangel an Sängern, sondern weil ich mich zwischen den Kandidaten nicht entscheiden kann. Vielleicht klärt sich das noch, aber eher fürchte ich, daß mit der Kenntnis neuer "Zauberflöte"-Einspielungen sich der in Frage kommende Kreis womöglich noch mehr erweitert. Ich habe zehnmal überlegt, Ernst Haefliger Silber zu zuerkennen, aber wie komme ich mir dann gegenüber dem wunderbaren Dermota vor (den ich auch persönlich noch kannte)? Und wenn ich mir die LPs mit Simoneau ausgrabe usw. usw., erwachen sicher weitere Gewissenskonflikte. Also diagnostiziere ich mich vorläufig als entscheidungsschwaches Weichei (muß mich wohl in kochendes Wasser schmeißen...).


    LG


    Waldi

  • Meine Medaillen ergehen an:


    GOLD - Anton DERMOTA
    SILBER - Leopold SIMONEAU
    Bronze - Peter SCHREIER


    Ich gebe zu, dass für die Goldene eine gehörige Portion Lokalpatriotismus (weniger freundlich als Chauvinismus bezeichenbar) den Ausschlag gegeben hat. Schließlich war Dermota durch jahre hindurch "der" Tamino der Wiener Staatsoper.


    Außerhalb des Wettbewerbes würde ich auch Luigi ALVA einen Ehrenplatz geben, von ihm gibt es aber nach meinem Wissensstand keine Aufnahme (auch nicht als Mitschnitt)


    Michael 2

  • Ich bin erstaunt, wenn ich hier die Nominierungen sehe. Daß Peter Anders genannt wird, daß kann ich folgen. Auch wenn ich diese Meinung nicht teile. Idem Anton Dermota.
    Aber Leopold Simoneau? Soweit ich mich erinnere, fand ich schon als Kind, daß er eine ziemlich "dünne" Stimme hatte. Und diese Meinung bestätigte sich nur, wenn ich Rundfunksendungen hörte.


    Offenbar muß ich mich irren. Will/Kann einer mich erklären wo und warum?


    LG, Paul

  • Lieber Paul,


    als "dünn" würde ich die Stimme von Simoneau nicht bezeichnen, allerdings im Vergleich zu Wunderlich mag dieser Begriff zum Teil richtig sein. Ich denke, das Simoneaus Stimer eher feinfühlig, sinnlich ist. So empfinde ich sie.


    LG


    Maggie

  • Kenne ich eigentlich nur aus der Gesamtaufnahme der Zauberflöte als Tamino,


    mit Hilde Güden, Wilma Lipp und Walter Berry und Emmy Loose,


    Dirigent: Karl Böhm.


    Diese Aufnahme muss aber gegen 1953 entstanden sein.


    3er LP 6.35101 EK Stereo.


    Aber Fritz Wunderlich, war immer Nummer 1, denn Peter Schreier, wirkt auf mich, wie ein Oberlehrer, aber kein Prinz.


    Gesehen habe ich Léopold Simoneu in Wien nie, er hat ja sehr oft mit seiner Gattin Pierette Alarie gesungen, auch eine Mozart Aufnahme,


    Mozart Arien und Duette auf LP eingesungen MMS -2183,


    ist mit dem Orchester der Philharmonischen Gesellschaft Amsterdam, Leitung: Walter Goehr.


    Liebe Grüße aus dem sommerlich waremn Wien.


    Muss eine LP aus 1962 sein

  • Lieber Paul,


    Es ist lange her, daß ich mir Simoneaus Tamino angehört habe. Rein aus der Erinnerung: Dünnstimmig habe ich ihn nicht empfunden, sondern sehr rollenadäquat; was mich jedoch gestört hat, war sein nicht zu überhörender Akzent, der ihn von den anderen Mitwirkenden deutlich unterschied. Hätten die auch einen fremden Einschlag gehabt, wäre es mir wahrscheinlich weniger aufgefallen. So aber hakte es bei mir, wobei ich diesen Faktor gar nicht überbewerten will.


    LG


    Waldi


  • Lieber Waldi,


    bis kommenden Donnerstag hast Du noch Zeit, dann kommt die Auswertung! :D Vielleicht würfelst Du einfach ... :pfeif:


    LG, Florian

  • Gold: Fritz Wunderlich
    Silber: Leopold Simoneau
    Bronze: Anton Dermota



    Die Wertung ist natürlich willkürlich, Dermota ist sicher ebenso Gold wert wie Wunderlich, jedoch wirkt der Vortrag im Vergleich etwas "altertümelnd" - was jedoch auch seine Reize hat.


    Die Stimme von Simoneau halte ich übrigens auch für wundervoll - lediglich der ausgeprägte Akzent könnte für störend mpfunden werden.


    Die Aufnahme entstand übrigens nicht 1953 sondern 1955 in den Wiener Sofiensälen - eine der ersten Stereo-Operngesamtaufnahmen der DECCA.




    mfg aus Wien


    Alfred

  • Lieber Alfred,


    denn bei der der Böhm - Zauberflöte mit Simoneau, erschien sie in 19 Stück / 78er LPs.


    Ich selbst kaufte sie mir dann einige Jahre später in 3er Stück / 33er LPs.


    Nur ist es bei mir ein anderes Cover, es zeigt die sternflammende Königin und,


    da ist bis auf die Königin - Wilma Lipp und Papagena - Emmy Loose, die Besetzung eine andere und auch Karajan der der Dirigent, auch hier keine Prosa und Irmgard Seefried die Pamina und Anton Dermota der Tamino und Erich Kunz der Papageno (für mich der Wienerischte aller Papgenos).


    Liebe Grüße Peter aus Wien.

  • Lieber Alfred!


    Ich weiß nur, dass die Entführung, die erste Oper die auf Langspielplatte gemacht wurde, dies


    mit Wilma Lipp, Emmy Loose, Walther Ludwig, Peter Klein und Endre Koréh unter Josef Krips 1950 gemacht,


    jedoch auf 78er LPs, wie auch nacher die Zauberflöten Aufnahmen unter Karajan und Böhm.


    Liebe Grüße Peter aus Wien.

  • Liebe Taminen,


    hier meine drei für die Rolle des Tamino:


    Gold: Stuart Burrows
    Silber: Anton Dermota
    Bronze: Fritz Wunderlich


    Stuart Burrows ist (in der Aufnahme unter Solti) "mein " Tamino:
    aristokratisch, zu Beginn ein wenig schnippisch, in den Szenen mit Pamina sehr gefühlvoll und doch verhalten - allein schon für die Phrasen "Die Götter mögen mich bewahren", "Pamina mein! Oh, welch ein Glück" und für das Singen in den "Feuersgluten und Wasserfluten" hätte er bei mir Gold verdient :angel::angel::angel:


    Fritz Wunderlich ist sicherlich der "feurigste" der drei - aber mir gefällt der elegische Charme des Anton Dermota etwas besser.


    Einen, den ich zu gern als Tamino gehört hätte, von dem es aber leider, soweit ich gesehen habe, keine Gesamtaufnahme gibt: Koloman von Pataky.


    Und einer, der auch nur in Auszügen auf Hungaroton verewigt ist, die ich aber leider noch nicht kenne: Jozsef Réti.


    Liebe Grüße
    Petra