Vier letzte Lieder von Richard Strauss - was ist die ultimative Aufnahme?

  • Hallo,


    der Beitrag von Alfred zum Zarathustra hat mich zu der Frage animiert.


    Die Vier letzten Lieder sind mir früher etwas sentimental vorgekommen, besonders wenn die Sängerin auch noch allzu sehr auf romantisch machte (machen durfte).


    Bis ich im Rundfunk eine Live-Übertragung aus Paris unter Myung-Whun Chung gehört habe. Leider weiß ich den Namen der (ostasiatischen?) Sopranistin nicht mehr. Jedenfalls nahm Chung den Liedern jede Larmoyanz, dämpfte die Singstimme nicht und baute zum Schluß eine riesige schwarze Wand, auf die die Soloflöte ein paar irrlichternde Strahlen warf.

  • Die vier letzten Lieder höre ich seit Jahren immer wieder gerne und kaufe auch immer wieder Aufnahmen. Mit meinen sechs Aufnahmen bin ich auch zufrieden, wenn ich in Gedanken diese Aufnahmen ein bisschen durcheinander vermische, dann entsteht so meine ultimative Aufname.


    Eine Beliebtheits-Reihenfolge kann und will ich jetzt nicht erstellen, aber ich machs mal so in etwa der Beliebtheit nach.


    Ausnahmsweise will ich Alfred mal den Gefallen tun und mit Böhm beginnen. Seine Decca-Aufnahme mit Lisa della Casa und den Wiener Philharmonikern ist erstaunlich schnell und unsentimental (1953)(wobei ich eigentlich bei den vier letzten Liedern nichts gegen "süsslichkeit und sentimentalität" habe)


    Ich habe beide Aufnahmen mit Elisabeth Schwarzkopf bei EMI. Besser gefällt mir die ältere Einspielung mit Otto Ackermann und dem philharmonia (1953). In der auch schönen Aufnahme mit Szell (1965) klingt mir die Schwarzkopf zu gekünstelt, ihr kennt sicher dieses "Schwarzkopfproblem".


    Eine weitere ganz große Lieblingsaufnahme: Arleen Auger, Wiener Philharmoniker, Andre Previn. Telarc, 1988, wunderbar!


    Was ich von den beiden Karajanaufnahmen halten soll, weiß ich nicht so recht. Gundula Janowitz Stimme will mir nicht so recht passen für die vier letzten Lieder (DG, 1974), die Aufnahme mit Anna Tomowa-Sintow (DG, 1983) ist vielleicht tasächlich ein bisschen zu süßlich, aber ich habe sie jetzt nicht eigens nochmal zum Vergleich gehört.


    Meine jüngste Aufnahme ist die von Melanie Diener, dem Tonhalle Zürich-Orchester unter David Zinman, Arte Nova, 2002. Hierzu möchte ich sagen: Melanie Diener ist sicher eine gute Sängerin, aber den Vergleich mit den oben genannten Diven hält sie nicht stand. Zinman/Diener: laaaaangweilig.




  • Hallo Markus,


    du hast da schon eine recht nette Sammlung, aber wenn man fast alle wirklich guten Einspielungen hat, sollte die letzte fehlende auch noch dazugenommen werden. ;)
    Die Aufnahme von Jessye Norman würde die Sache abrunden, dann hast du für jeden Geschmack etwas.


    Es mag purer Zufall sein, aber die letzten Meinungen, die ich einholen konnte, waren immer Lisa della Casa oder Gundula Janowitz...


    Ciao

  • Hallo Theophilus


    das mit der Norman glaub ich dir aufs Wort, habe schon in Betracht gezogen, sie auch mal zu beschaffen. Barabara Bonney würde mich sicher begeistern, von ihr gibts aber keine Aufnahme, gell?!


    Ich habe jetzt nochmal Vergleichgehört. Janowitz hat mir einfach zu viel Druck auf der Stimme und ein zu kräftig flackerndes Vibrato, nee, sagt mir nicht so zu.
    Jetzt bin ich mir aber ganz sicher, daß Lisa della Casa mit Karl Böhm der erste Platz gebührt. Ab auf die Insel damit.
    Schwarzkopf ist mir zu selbstdarstellerisch, ist mir mehr 30er-Jahre Filmdiva als Sängerin (wobei sie natürlich eine perfekte Sängerin ist, nur zu perfekt halt)
    An der Auger/Previn-Aufnahme ist mir Previns Dirigat doch leider etwas zu "weich" geraten, weiß nicht, wie ich es ausdrücken soll.


    So, damit wäre das Thema für mich erledigt, gute nacht, markus

  • Hallo Markus


    Zitat

    Jetzt bin ich mir aber ganz sicher, daß Lisa della Casa mit Karl Böhm der erste Platz gebührt


    Hab ich ein Glück, dass diese Aufnahme auf meiner Liste der 5 wichtigsten Gesangsaufnahmen der letzten Jahrzehnte steht. :D


    Gute Nacht!

  • Sagitt meint:


    Böhm kannte die Intentionen des Komponisten sicher am besten. Seine Version ist ja ziemlich zügig . Dazu passt die recht kühle Stimme der Lisa della Casa ( wäre sicher einmal eine Extra-Diskussion wert,ob man dieser Sängerin anhört, dass sie einem Beruf nachgeht- irgendwie klingt sie immer etwas distanziert und wenn man die Biografie ihres Mannes liest, weiss man wahrscheinlich, warum das so ist).
    Masur macht es ja ganz anders. Das Tempo ist recht zäh. Aber wie Jessey Norman "Im Abendrot" singt ist berückend, auch wenn man vom Text nicht so viel versteht.

  • Hallo Thomas,


    von Frau Bonney gibt es die Vier letzten Lieder mit Piano-Begleitung.
    Ist zwar interessant, jedoch geht leider die Vielschichtigkeit der Strauss'schen Orchestrierung verloren... Vielleicht macht sie es ja nochmal mit Orchester!


    Ansonsten ist Jessye Norman meine absolute Favoritin!


    LG


    Octavian

  • Hallo,


    Zitat

    Original von sagitt (...) Aber wie Jessey Norman "Im Abendrot" singt ist berückend, auch wenn man vom Text nicht so viel versteht.


    Zum "Textverständnis" habe ich die Aufnahmen mit Janowitz/Karajan und Popp/Tennstedt - emotional am berührensten ist für mich aber auch Jessy Norman.

  • Die "ultimative" Aufnahme der "4 letzten Lieder" ist diese vielleicht nicht, aber auf jeden Fall ist sie ein anrührendes Dokument zweier Künstler,
    (Studer,Sinopoli) deren Karriere viel zu früh zu ende war.


    Das geht über das Sagbare hinaus. Das läßt sich nicht deuten und bedarf keiner Deutung. Es kann nur gehört werden. Es ist Musik. (H.H.Jahnn)

  • Zitat

    Original von ThomasBernhard


    Janowitz hat mir einfach zu viel Druck auf der Stimme und ein zu kräftig flackerndes Vibrato


    Wie unterschiedlich doch Einschätzungen im Bereich der Musik sein können, dabei geht es um die gleiche Aufnahme. Gundula Janowitz singt hier gerade und das zeigt die Aufnahme mE sehr deutlich, mit sehr wenig Vibrato und nahezu ohne Drücker. Karajan begleitet sie zudem vorbildlich, d.h. zwar überaus innig, wie sich das für ein Orchesterwerk gehört, das der Welt Lebewohl sagt, aber gewiß nicht emotional forciert oder so, sondern sehr natürlich.

  • Zitat

    Original von helmutandres
    Bis ich im Rundfunk eine Live-Übertragung aus Paris unter Myung-Whun Chung gehört habe. Leider weiß ich den Namen der (ostasiatischen?) Sopranistin nicht mehr.


    Hallo,


    könnte es sich bei dieser (ostasiatischen?) Sopranistin um die Finnin Soile Isokoski gehandelt haben, die die Vier letzten Lieder u.a. unter Chung in Paris gesungen hat und deren Aufnahme unter Marek Janowski mit einem Preis bedacht worden ist. Ohne nun gleich von einer ultimativen Einspielung zu sprechen, gehört sie doch für mich zu den schönsten, zu denen ich ferner zählen würde :


    Renée Fleming / Philharmonia Orchestra / Christoph Eschenbach
    Jessye Norman / Gewandhausorchester Leipzig / Kurt Masur
    Lucia Popp / London Philharmonic Orchestra / Klaus Tennstedt


    Die Tempi differieren in meinen Aufnahmen gewaltig :


    insgesamt am schnellsten :


    Lisa della Casa / NDR-Sinfonieorchester / Hans Schmidt-Isserstedt mit 17:30


    am langsamsten :


    Renée Fleming / Philharmonia Orchestra / Christoph Eschenbach mit 24:23, dicht gefolgt von
    Gundula Janowitz / Orchestra Sinfonica di Roma della RAI / Sergiu Celibidache mit 24:06


    Von den diversen Schwarzkopf-Aufnahmen (unter Karajan, Ackermann und Szell) gefällt mir diejenige unter Ackermann am besten, doch wird es wohl Geschmacksache bleiben, ob man einen kühlen Sopran à la della Casa oder einen an der Grenze zur (manchmal diese überschreitend) Maniriertheit wie Schwarzkopf vorzieht. Auch die breiten Tempi bei Fleming / Eschenbach sind sicherlich nicht Jedermanns Geschmack (mir gefallen sie), und Popps Stimme mit ihrem ganz aparten Vibrato besitzt für mich einen hohen Erinnerungswert.


    Deshalb meine Empfehlung :


    Soile Isokoski, die zusammen mit dem recht zügigen Janowski die rechte Empfindung für diese Lieder mitbringt, ohne zu kühl zu sein, aber auch ohne das Sentiment zu sehr zu betonen. Ihr Timbre ist sowieso für Strauss wie geschaffen, wie man bei ihren Interpretationen Strauss'scher Opernpartien hören konnte. Ich empfehle die Finnin Soile Isokoski nicht, weil ich in Finnland leben, sondern : Diese Frau ist wirklich großartig, ob sie nun Mozart, Strauss, Verdi oder Wagner singt. Obwohl sie aus Lappland stammt, also dorther, wo es im Moment noch kälter als bei uns (-25°) ist, assoziiere ich beim Timbre ihrer Stimme nicht nordische Kühle (wie z.B. bei Karita Mattila), sondern fast mediterrane Wärme.


    Bedeutung ihres Namens.
    Soile = Licht des Nordens
    Isokoski = große Stromschnelle


    Schöne Grüße


    Sune aus Finnland

  • [quote]Original von sagitt
    Sagitt meint:


    "Böhm kannte die Intentionen des Komponisten sicher am besten."


    Da würde ich aber mal die Briefwechsel zwischen Strauss und Böhm und Strauss und Clemens Krauss vergleichen. Der "Intimus" war eindeutig Krauss. Er sollte die UA der Letzten Lieder auch dirigieren, war aber leider bei der falschen Plattenfirma (Decca). Die UA wurde vom Philharmonia Orchestra gespielt und Walter Legge, dessen Gründer, nahm natürlich Künstler aus seinem Stall (EMI): Flagstadt und Furtwängler.


    Krauss hat dann nach dem Krieg die ersten Aufführungen in Graz und Salzburg geleitet, mit siener Frau Viorica Ursuleac (damals schon weit über ihren Zenit). Davon existierten früher einmal Bandaufnahmen, die aber seit Anfang der 1990iger Jahre verschollen sind.


    Böhm hatte halt das Glück, länger zu leben, um sich als Strauss-Spezialist zu etablieren. Aber wie gesagt, der Briefwechsel offenbahrt einiges.


    Wer kennt die Aufnahmen der Letzten Lieder mit Freni und Rothenberger?

  • Zitat

    Hallo,


    könnte es sich bei dieser (ostasiatischen?) Sopranistin um die Finnin Soile Isokoski gehandelt haben, die die Vier letzten Lieder u.a. unter Chung in Paris gesungen hat und deren Aufnahme unter Marek Janowski mit einem Preis bedacht worden ist.


    Ja, Sune, ich denke, sie ist es. Leider ist mir diese Radio-Aufnahme sehr verrauscht. Aber der ungeheure Effort dieser Wiedergabe, den Chung beim Orchester und bei der Sängerin erzeugt, finde ich beeindruckend.

  • Hallo


    Zu den 4 Letzten Liedern gibt es aus der Ö1 Musikviertelstunde einen Beitrag u.a. mit Gundula Janowitz (zu habe via Ö1 Hörerservice) - ausserordentlich interessant!


    Klaus

  • Meine Favoriten:


    Kirsten Flagstad-Wilhelm Furtwängler (London 1950)
    Sena Jurinac-Fritz Busch (Stockholm 1951)
    Elisabeth Schwarzkopf-Otto Ackermann (London 1953)


    Wenn die Tonqualität der estgenannten Aufnahme besser wäre, könnte ich sie ausführlicher beschreiben;
    Die Jurinac-Aufnahme braucht den Vergleich mit anderen Aufnahmen nicht zu scheuen; die erste Aufnahme mit Schwarzkopf ziehe ich gegenüber der vielgerühmten von 1965 vor, da sie mir in der zweiten Aufnahme derart maniriert klingt, was den Liedern nicht bekommt.


    Gruß Heldenbariton

  • Ich habe schon einige schöne Aufnahmen (und Aufführungen!) gehört,
    meine Lieblingsaufnahme ist mit Kurt Masur und Jessye Norman.


    Soile Isokoski würde mich auch sehr interessieren! Gleich mal besorgen ...

    Bitte bedenken Sie, dass lautes Husten - auch zwischen den Stücken - die Konzentration der Künstler wie auch den Genuss der Zuhörer beeinträchtigt und sich durch den Filter eines Taschentuchs o. ä. erheblich dämpfen lässt.

  • Ich weiß, es ist eine Schande, dass ich nur die eine Aufnahme mit J. Normann besitze, aber ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass man die Vier letzten Lieder noch schöner singen kann!!!


    Vielleicht sollte ich mich doch einmal entschließen, eine zweite Aufnahme zu kaufen. Es müsste aber eine ähnlich gestaltete sein... Welche könnte ich da auswählen?


    Bitte um einen guten Rat!

  • Zitat

    Vielleicht sollte ich mich doch einmal entschließen, eine zweite Aufnahme zu kaufen. Es müsste aber eine ähnlich gestaltete sein... Welche könnte ich da auswählen?


    Warum eine zweite ähnliche kaufen? Außerdem kenne ich keine andere, die vom Dirigenten her derart daneben ist. Es mag ja gut klingen, aber Masurs Realisierung hat nichts mit der Partitur zu tun. Lisa della Casa unter Böhm wäre die Alternative.

  • Sagitt meint:


    es muss einem nur klar sein, dass Böhm und delle Casa das ziemlich " nüchtern" machen, vor allem das vierte Lied in deutlich angezogenem Tempo. Della Casa hatte ja eine fast marmorne Kühle in ihrer Stimme.



    P.S. Interessant eigentlich, dass auch hier das Phänomen gegeben war, eine wunderschöne Frau und eine höchst beachtlichen Stimme. Aber der Verlauf dieser Karriere war ganz anders. Kein Hype. Im Gegenteil trotz der Erfolge Bitterkeit, Rückzug mit 55,Isolierung im Schloss Gottlieben.

  • Von den Schwarzkopf-Aufnahmen wird hier ja offenbar die (mir unbekannte) unter Ackermann bevorzugt. Ich mag die Szell-Einspielung sehr gerne, weil mir die "Künstlichkeit" der Schwarzkopf dem merkwürdig "verspäteten" Charakter der Lieder angemessen erscheint (man könnte auch sagen: dem Talmi-Glanz, der AUCH ein Charakteristikum des Werkes ist - bitte nicht hauen :D, ich mag die Lieder wirklich sehr gern). Außerdem sind Szells Tempi sehr gut gewählt - Masur finde ich im "Abendrot" viel zu langsam (Norman ist natürlich großartig), Janowitz/Karajan hat mich kaltgelassen.


    Viele Grüße


    Bernd

  • Sagitt meint:


    Wir sind durch Not und Freude
    Gegangen Hand in Hand,
    Vom Wandern ruhen wir beide
    Nun überm stillen Land.


    Rings sich die Täler neigen,
    Es dunkelt schon die Luft,
    Zwei Lerchen nur noch steigen
    Nachträumend in den Duft.


    Tritt her und laß sie schwirren,
    Bald ist es Schlafenszeit,
    Daß wir uns nicht verirren
    In dieser Einsamkeit.


    O weiter, stiller Friede!
    So tief im Abendrot ,
    Wie sind wir wandermüde –
    Ist das etwa der Tod?


    darf man sich, in der Abendstimmung,Abend des Lebens, Zeit nehmen? Endlich Zeit nehmen ? Ich habe mit dem Tempo von Masur kein Problem. Norman kann es singen und ihre wunderbare Stimme kommt in aller Ausführlichkeit zur Entfaltung.

  • Ich schließe mich bei der Schwarzkopf-Fraktion denjenigen an, die die ältere Ackermann-Einspielung bevorzugen. Eigentlich bin ich überhaupt kein Freund der Schwarzkopf, aber gerade das vierte (eigentlich als erstes entstandene) Lied "Im Abendrot" singt sie einfach unbeschreiblich; auch gluckt die Stimme noch nicht so streng-maternell wie in der späteren Einspielung.


    Das ändert nichts an der Tatsache, daß meine Favoritin die Einspielung mit Lisa della Casa ist. Hier besonders unnachahmlich: "Nun der Tag mich müd gemacht....". Marmorne Kühle kann ich da nicht heraushören. Das Violinsolo bei dieser Aufnahme ist einfach nur hinreissend. Daß die Platte mono ist (wie übrigens auchdie Schwarzkopf/Ackermann-Aufnahme), stört überhaupt nicht, die Einspielung ist einfach nur unglaublich schön.


    Soile Isokoski, die ja auch schon genannt würde, ist auch eine Empfehlung. Sodann, dies aber nur als Runfunkmitschnitt vom Lucern-Festival: Rene Fleming und Claudio Abbado. Was da an pppp im Orchester gespielt wird ist überirdisch.


    Eine Gänsehaut-Aufnahme ist auch die von Flagstad/Furtwängler. Ein privater Mitschnitt auf Acetat-Platten (Vorläufer der privaten Bandaufzeichnung) der Uraufführung. Die Tonqualität ist allerdings lausig. Für die Restaurierung lagen offensichtlich zwei Mitschnitt-Sets vor, und man hat aus den jeweils technisch besten Passagen einen anhörbaren Mitschnitt gemacht. Man mag sich fragen, ob die Stimme der damals nicht mehr ganz jungen Flagstad zu diesen Liedern passt, aber das Wissen darum, daß auf dieser Aufnahme ein Uraufführungsensemble von allerhöchsten Graden vereinigt war macht die Gänsehaut bei dieser Aufnahme aus. Furtwänglers eigenwillige Lesart des Liedes "Im Abendrot" tut da noch ein übriges.


    "Im Abendrot" zählt im Übrigen zu meine Lieblingen bei diesen vier Liedern. Für dieses Lied greife ich gerne zu der Aufnahme mit Jessy Norman. Auch die würde ich auf meine Empfehlungsliste setzen.


    Allerdings: eine richtig vergeigte Aufnahme ist mir bei diesen Liedern noch nicht untergekommen. Und die Netrebko wird ja wohl hoffentlich ihre Stimme davon lassen.... :stumm:


    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

    Früher ist gottseidank lange vorbei. (TP)
    Wenn ihr werden wollt wie eure Väter waren werdet ihr so wie eure Väter niemals waren.

  • Hallo,
    die Aufnahme von 1953 ist vor allem aus zwei Gründen
    der Aufnahme von 1966 vorzuziehen :
    1.war die Schwarzkopf zu diesem Zeitpunkt,in einem
    stimmlich wesentlich besseren Zustand als 13 Jahre später.
    2.leidet die spätere Aufnahme unter der üblichen
    künstlichen Verhallung,wodurch der Text kaum noch
    verständlich ist.


    :hello:Herbert.


  • Hallo Sagittarius


    Ich empfinde hier nichts nüchtern, es ist einfach großartig gesungen. Und Böhm dirigiert nicht mit angezogenem Tempo, sondern entsprechend der Partitur und ist weiter nicht der Meinung, dass er diese entsprechend dem bedeutungsvollen Namen des Werkes irgendwie verklären muss.



    Ich sehe auch die Karriere von Lisa della Casa in einem anderen Licht. Sie hat sich weder heroisiert oder dramatisiert noch sentimentalisiert, sondern das Singen primär als Broterwerb betrachtet. Und in dem Moment, wo die Ausübung dieses Berufs infolge des immer hektischeren (und auch hinterhältigeren) Musikbetriebs für sie mehr Drangsalierung als Freude wurde (und sie schon lange mehr als ausreichend auf der hohen Kante hatte), hat sie sich ins Privatleben zurückgezogen. Da war nicht Bitterkeit vorherrschendes Moment.
    Es ist irgendwie lustig. Da schimpfen wir über viele Sänger, die nicht rechtzeitig loslassen wollen (oder können), und wenn es einen Fall gibt, wo sich eine Sängerin vor dem hörbaren Abklingen der Karriere in eine sehr angenehme Existenz zurückzieht, kann daran natürlich irgendetwas nicht stimmen...

  • Hallo Theophilus,


    zwei kleine Hinweise:


    a) lies mal die Biographie ihres Mannes Debeljevic
    b) fahr mal nach Gottlieben und rede mit dem Personal des dem Schloss unmittelbar benachbarten Restaurants.


    Vielleicht würde sich dann Deine Einschätzung ändern.


    Schöne Grüsse


    Sagitt

  • Ich würde Schwarzkopf/Ackermann an die erste Stelle setzen, gefolgt von della Casa/Böhm. Wobei auch die Stimme von Jessye Norman in diesen Liedern ein Ereignis ist. Aber mein Favorit ist Schwarzkopf/Ackermann.