Orgelmusik - nur was für "Liebhaber"?

  • Hallo Fories,


    ich komme mal auf mein "Steckenpferd" zu sprechen. Wie sieht es da in Euren Sammlungen aus? Beschränkt sich das auf den "Klassiker" (Bach BWV 565...) oder gibt es doch noch die eine oder andere Überraschung, oder gibt es bei Euch nichts zu finden? Wenn doch, welche Epoche bevorzugt ihr, welchen Stil usw. ?


    Vorab meine ersten drei Plätze in puncto Orgelmusik:



    Keiner spielt Bach besser als Koopmann - siehe auch



    man achte auf die Verzierungen


    Des Weiteren César Franck, 3 Choräle, Daniel Roth and der Cavaille-Coll-Orgel von St. Sulpice, ein absolutes MUSS für französische Orgelmusik.

  • Hallo


    eine superbe Einspielung der Orgelwerke Franck's ist :



    Früher Hochpreis bei Dorian, jetzt billigst bei 2001 oder wo sonst auch immer.


    Ansonsten kann ich die Bleicher Einspielungen von Liszt / Mendelssohn / Saint-Saens alle beim Label arte (auch sehr preisgünstig, aber absolute Top-Aufnahmen) empfehlen :





    Grüße TW

  • Der Tip mit den Franck-Orgelwerken ist klasse! Wird wohl zu meinen nächsten Käufen gehören...


    Ein kaum beachteter Orgelkomponist war Jehan Alain, der ausserdem noch Orgel (und Klavier-)virtuose und Orgelbauer (!) war. Leider blutjung im II. Weltkrieg gefallen, hat er ein zwar kurzes, aber umso interessanteres Oeuvre hinterlassen, das mehrfach aufgenommen wurde. Die Naxos-Aufnahme mit Eric Lebrun gehört zu den besten:



    Die Schwester von Jehan, Marie-Claire, war selbst Orgelvirtuosin, und neben vielen wichtigen Werken lag ihr auch das "Erbe" ihres Bruders am Herzen:



    Beide Aufnahmen sind sehr zu empfehlen, wobei ich der neueren Aufnahme (nicht nur) aus klangtechnischen Gründen den Vorzug gebe.


    Gruss,


    Hendrik

  • By the way: Ich würde mich mal gerne an Max Reger heranwagen, aber irgendwie fehlt mir dazu ein griffiger Einstieg. Kurz: Ich warte hier mal auf eine Empfehlung, mal an die wichtigsten Orgelwerke heranzutreten, ohne dabei gleich verschreckt zu werden.


    Kommt sicher noch. Oder?


    Gruss,


    Hendrik

  • "Verschreckt" ist ziemlich gut gewählt. Du solltest vielleicht als Einstieg für Regers Werke mit den Stücken op. 65 Nr. 1 - 12 oder den etwas leichteren Choralbearbeitungen beginnen. Ich würde dir in diesem Fall die Gesamtaufnahme mit Rosalinde Haas, MDG, Vol. 9 empfehlen. Die Stücke op. 65 wirken nicht ganz so "erschreckend" wie z. B. die Passacaglia oder die Orgelfantasien.


    Ich bin erfreut zu sehen, dass hier doch die eine oder andere Orgelaufnahme vorhanden ist. Für alle, die einen Einstieg in die Orgelmusik durch diesen Thread suchen sollten kann ich folgende CD empfehlen:


    Orgellandschaft Bad Homburg v. d. Höhe mit Hayko Siemens (Ars Musici) - nicht einfach nur ein Sampler und Überblick über die wichtigsten Epochen der Orgelmusik (Bach BWV 565, CPE Bach, Mozart, Mend.-Barth. Sonate Nr. 2, Robert Schumann (vier Skizzen), J. Brahms, Rheinberger (den ich übrigens auch sehr schätze), Reger und B-A-C-H von Liszt), sondern jeweils absolut stimmige Interpretationen, an fünf verschiedenen Orgeln gespielt (also auch was für die Akustiker unter uns).


    Bis denne


    Die Orgelpfeife

  • Hallo,



    Hier mein Beitrag zu diesem Thread.



    Also das berühmte BWV 565 hab ich 3 mal:


    Mit Walcha, Koopman und Alain.



    Hier jedoch eine Neuanschaffung von eher nicht allzu geläufigem Repertoire.



    Georg MUFFAT Orgelwerke





    Gruß aus Wien

    Alfred
  • Hallo Real Hendrik,




    [Zitat]
    By the way: Ich würde mich mal gerne an Max Reger heranwagen, aber irgendwie fehlt mir dazu ein griffiger Einstieg. Kurz: Ich warte hier mal auf eine Empfehlung, mal an die wichtigsten Orgelwerke heranzutreten, ohne dabei gleich verschreckt zu werden.[/zitat]


    Ich möchte Dir empfehlen, die Toccata op.59 No. 5,6
    von Reger mal anzuhören. Für mich war das der Einstieg in Regersche Musik. Dort kommen Regers
    emotional zerklüfteten Züge und extreme gesteigerte
    Leidenschaften in seiner Musik sehr gut zur Wirkung.


    Leider habe ich davon bis jetzt nur eine Schallplattenaufnahme. Aber ansonsten sollte man
    sich auch mal die Monologe op.63 zwölf Stücke für Orgel anhören. Ich habe eine Aufnahme von Werner
    Haselier (Dabringhaus und Grimm) .
    Sehr zu empfehlen !


    Gruß
    Rüdiger

    Gruß
    Rüdiger


    ________________________
    Lärm ist ... nur eines der Übel unserer Zeit, wenn auch vielleicht das auffälligste. Die anderen sind Grammophon, Radio und neuerdings die verheerende Television.


    C.G. Jung

  • Hallo orgelpfeife,


    ich hätte da noch zwei bis drei Tips:


    Dietrich Buxtehude:




    Marcel Duprè: Diverse Folgen (13) recht moderner Orgelmusik bei Naxos




    ...und die Orgelsonaten von Paul Hindemith. Einfach grandios.


    (Ich dachte, sie wäre nicht mehr erhältlich, ist aber in der Billigserie von Apex wieder aufgelegt)


    Gruß
    Uwe

  • Uwe schrieb:


    [Zitat]ich hätte da noch zwei bis drei Tips:
    Dietrich Buxtehude:[/Zitat]


    Hallo Uwe: Harald Vogels Aufnahme der Buxtehude-Werke empfiehlt sich vor allem wegen der
    verwendeten Instrumente (Grotrian-Orgel, "kleine" Stellwagen-Orgel in Lübeck usw. Harald Vogels Spiel jedoch ist mit oft zu akademisch trocken.
    Meine persönliche Empfehlung für die Darstellug dieser Werke ist die Einspielung mit Helga Schauerte, die unter anderen auch die Donat-Orgel in Luckau (1674) spielt und deren Interpretation von großer Farbigkeit und einer sehr glücklichen Hand für die Registrierung geprägt ist.



    Das geht über das Sagbare hinaus. Das läßt sich nicht deuten und bedarf keiner Deutung. Es kann nur gehört werden. Es ist Musik. (H.H.Jahnn)

  • Zitat

    Original von RealHendrik
    By the way: Ich würde mich mal gerne an Max Reger heranwagen, aber irgendwie fehlt mir dazu ein griffiger Einstieg. Kurz: Ich warte hier mal auf eine Empfehlung, mal an die wichtigsten Orgelwerke heranzutreten, ohne dabei gleich verschreckt zu werden.


    Bei Reger würde ich den Einsteiger ausdrücklich von der Gesamtaufnahme mit Rosalinde Haas abraten. Das ist nur für die etwas, die unbedingt eine GA der Reger'schen Orgelwerke haben wollen oder konkrete einzelne Stücke suchen, die sonst kaum auf Aufnahmen zu haben sind.


    Momentan eine asbolute must-have-CD in Sachen Orgelwerke Reger ist die Einspielung der Fantasie und Fuge über BACH sowie Introduktion, Passacaglia und Fuge e-Moll von Heinz Wunderlich an der Sauer-Orgel im Berliner Dom. Erschienen bei organum classics.



    Ebenfalls sehr hörenswert sind die ersten Folgen der Reihe: "Max Reger - Die großen Orgelwerke", die bei Motette-Ursina erschienen sind. Hervorragende Organisten der jüngeren Generation treffen hier auf fantastische, große Instrumente der Regerzeit.


    Max Reger - Die großen Orgelwerke Vol. 1
    Arvid Gast an der Steinmeyer-Orgel der Christuskirche Mannheim
    - Fantasie und Fuge über BACH
    - Introduktion und Passacaglia d-Moll
    - Choralfantasie "Wie schön leucht' uns der Morgenstern"


    Max Reger - Die großen Orgelwerke Vol. 2
    Martin Sander an der Walcker-Orgel Im Dom zu Riga
    - Choralfantasie "Wachet auf, ruft uns die Stimme"
    - aus op 59: Pastorale, Intermezzo, Canon, Toccata&Fuge
    - Variationen und Fuge fis-Moll


    Max Reger - Die großen Orgelwerke Vol. 3
    Arvid Gast an der Sauer-Orgel im Dom zu Berlin
    - Symphonische Fantasie und Fuge
    - aus op. 59: Capriccio, Melodia, Te Deum, Pastorale, Intermezzoll
    - Choralfantasien "Ein feste Burg" und "Straf mich nicht in deinem Zorn"


    Die Naxos-Reihe ist sicherlich ebenfalls ein guter Einstieg, zumal zu extrem günstigen Preisen. Allerdings fehlt manchmal einfach das "gewissen etwas" für diese Musik (teilweise sehr auf Sicherheit gespielt).
    Sofern man nicht mit den "großen Schinken" beginnen will, sind die 12 Stücke op. 59 ein schöner Einstieg zu Reger (komplett auf den Folgen 3 und 4 der Naxos-Reihe zu finden).


    Gruß
    Karsten

  • Zitat

    Original von TobeyWilson
    eine superbe Einspielung der Orgelwerke Franck's ist :


    [Jean Guillou]


    Früher Hochpreis bei Dorian, jetzt billigst bei 2001 oder wo sonst auch immer.


    Ich würde eher sagen: die Aufnahme ist "Guillou". Jean Guillou ist bekannt dafür, dass er - was Literaturspiel angeht - sehr eigene , unorthodoxe Sichtweisen vertritt. Die trifft auch auf diese Aufnahme zu: Guillou verändert beispielsweise die Registrierungen derart, dass man schon fast von einer "Orchestrierung" oder "Transkription" der Orgelwerke für Orgel sprechen kann. Sicher ist dies eine höchst spannende und interessante Sache, allerdings zum kennenlernen sollte man auf "klassischere" Einspielungen (Langlais, Roth, Landale, Lebrun...) zurückgreifen.




    Die Bleicher-Aufnahmen sind sicher sehr günstig. Es ist auch jede Note da, aber ansonsten sind mir die Aufnahmen (abgesehen von Mendelssohn) doch sehr spannungslos gespielt: Bei Saint-Saens fällt mir der ganze französische Verve und Esprit...


    Gruz
    Karsten

  • Genau mit diesen Naxos-Aufnahmen habe ich mich von Reger überzeugen lassen:



    Wie schon in anderen Threads erwähnt, finde ich die Orgel großartig, ob der Organist nur auf sicher spielt, kann ich nicht beurteilen, mich hat er mit seinen Interpretationen sehr überzeugt, deswegen habe ich vorhin erst zwei weitere CD's bestellt:


    und


    Wenn ich den Reger durch habe, mache ich mich vielleicht mal an Rheinberger ran.



    Gruß, Peter.

  • Bei "auf Sicherheit spielen" habe ich vor allem Kaisers Interpretation von BACH im Auge gehabt. Höre dir dazu mal im Vergleichs Wunderlichs überschwängliche Lesart an (der Mann war über 80, als er die Aufnahme machte!) - da liegen Welten dazwischen (vor allem bei der Fuge)!
    Die übrigen Aufnahmen sind Interpretatorisch wirklich gut bis sehr gut - vor allem bei dem Preis.


    Über Rübsams Rheinberger-Spiel kann man auch sehr geteilter Meinung sein. Jedenfalls ein guter Einstieg ist die 8. Sonate mit der wunderbaren Passacaglia als Schlusssatz (Naxos-Folge 3).


    Gruß
    Karsten

  • Ich kenne ja bis jetzt die Kaiser-Aufnahme noch gar nicht.
    Bis jetzt hatte ich ja nur Bekanntschaft mit Josef Still gemacht.


    Aber diese Reger-CD zusammen mit der Bleicher-Mendelssohn-Einspielung hat mir meine Orgelleidenschaft wieder erweckt, die zwischendurch einige Zeit eingeschlafen war.
    Jetzt stehen Orgelwerke auf jeden Fall wieder weiter oben auf der Wunschliste.



    Gruß, Peter.

  • Das Feld Orgelmusik ist ein weites, um mit Fontane (Effi Briest) zu reden. Ich bin ein enzyklopädischer Hörer, will heißen, ich höre alles, was mir unter die Finger kommt. Am Besitzen von CDs habe ich nicht das erste Interesse, zum einen ist der Sport teuer, zum zweiten habe ich bald keinen Stellplatz mehr, da ich schon zu viele CDs besitze. Unter den Aufnahmen, die ich sehr begeistert aufgenommen habe, finden sich diejenigen von Olivier Latry (Widor 5e &6e Symphonies pour Orgue). Edgar Krapp Johann S. Bach, Johann Christian Kittel/ Joh. Philipp Kirnberger; Sweelinck - Der Organistenmacher (Leon Berben spiel vorzüglich). Mario Hospach-Martini: Barocke Orgelmusik aus Norddeutschland/ Mitteldeutschland (2CDs) und last but not least die Platten von Gereon Krahforst (Dom zu Minden). Jetzt ist er Domorganist in Paderborn.Günther Kaunzinger brauch ich in diesem Kreise wohl nicht extra zu erwähnen, ebenso nicht Pierre Pincemaille, der mich umhaut, aber unbekannter und dennoch unbedingt empfehlenswert ist Kalevi Kiviniemi (Die Kunst des Arrangements) CD erschienen bei Motette Düsseldorf 1997. Lokale Größen wie Christian Weiherer in memmingen oder Dominikus Trautner OSB (Münsterschwarzach) sind immer ein Ohr Wert. In diesem Sinne! Orgelmusik ist vor allem Reisetätigkeit. Man muss Orgeln, Orgeln, Orgeln kennenlernen. Französische, Schwäbische, Österreichische, Schweizer Orgeln, Norddeutsche, Dänemark (!) und man wird entzückt sein, was es alles gibt.

  • Hallo Peter,


    sehe in Deinem Beitrag Orgelwerke von Reger, eingespielt von Hans-Jürgen Kaiser, Domorganist am
    Hohen Dom zu Fulda und Professur an der Johann-Gutenberg Universität Mainz.


    Ich hatte Dir einmal von dem Label querstand seine CD mit Bachwerken vorgestellt,
    er versteht es in beieindruckender Weise barock-prächtige Klangvielfalt dieser schönen Orgel im Dom
    zu Fulda zu entlocken.
    Kann sie als gelungen empfehlen...


    Gruß
    reklov29i

    Bach ist so vielfältig, sein Schatten ist ziemlich lang. Er inspirierte Musiker von Mozart bis Strawinsky. Er ist universal ,ich glaube Bach ist der Komponist der Zukunft.
    Zitat: J.E.G.

  • Hallo Reklov,


    richtig, ich erinnere mich.
    Habe mir heute die Reger-Kaiser-CD erstmals angehört.
    Er spielt ja auch hier im Hohen Dom zu Fulda, die Orgel ist auch auf dem Cover abgebildet.
    Sie klingt meines Erachtens sehr wuchtig, vielleicht ein bisschen zu stark. Bei der BACH-Fantasie op. 46 war so eine Klangfülle vorhanden, dass ich Mühe hatte, einzelne Motive, wie z.B. das Thema B-A-C-H, zu entdecken. Aber wie gesagt, das war nur der erste Höreindruck. Und der war auch noch im Auto, also keine idealen Voraussetzungen.
    Ich denke mal, meine Meinung ändert sich noch. 8)



    Gruß, Peter.

  • Die Frage habe ich schon mal in einem anderen Forum gestellt:


    Wer kennt das Orgelwerk, das in seinem zeitlichen Umfang den gesamten Ring übertrifft - und, je nachdem, welche Perspektive man anlegt, auch dessen musikalisch-mythologischen Gehalt?


    Na, mit dieser Charakterisierung hab ich's ja fast schon ausgeplaudert...

  • Zitat

    Original von Karsten


    Ich würde eher sagen: die Aufnahme ist "Guillou". Jean Guillou ist bekannt dafür, dass er - was Literaturspiel angeht - sehr eigene , unorthodoxe Sichtweisen vertritt. Die trifft auch auf diese Aufnahme zu: Guillou verändert beispielsweise die Registrierungen derart, dass man schon fast von einer "Orchestrierung" oder "Transkription" der Orgelwerke für Orgel sprechen kann. Sicher ist dies eine höchst spannende und interessante Sache, allerdings zum kennenlernen sollte man auf "klassischere" Einspielungen (Langlais, Roth, Landale, Lebrun...) zurückgreifen.


    Hallo Karsten,


    ich bin mir völlig bewußt, daß Guillous Version eine "unorthodoxe" ist. Sie entspricht für mich aber vollkommen dem Geiste der Musik von Cesar Franck. Im Vergleich zu z.B. Widors Einspielungen ist es sehr deutlich für mich.


    Was bemängelst du?


    Gruß

  • Noch eine sehr beeindruckende Aufnahme aus den Raritäten:


    Haas, Bernhard - Orgel; Kleuker-Steinmeyer-Orgel (IV/68), Tonhalle Zürich
    Liszt, Franz: Sonate h-moll (Orgelfassung Bernhard Haas)


    Stravinsky, Igor : Le Sacre du Printemps (Orgelfassung Bernhard Haas)



    Insbesondere Strawinsky ist zu bewundern.

  • Habe nun nach einigen Versuchen eine CD-Einspielung Bach'scher Werke mit dem
    Organisten "Albert Schweitzer" erhalten....



    Schweitzer spielt Werke von J.S.Bach:


    Toccata und Fuge d-moll BWV 565
    Choralvorspiel: Liebster Jesu BWV 731
    Präludium und Fuge C-dur BWV 545
    Choralvorspiel: Jesus Christus unser Heiland BWV 665
    Präludium und Fuge e-moll BWV 548
    Fuge g-moll die kleine BWV 678
    Choralvorspiel: Christum, wir sollen loben schon BWV 611
    Choralvorspiel: O Lamm Gottes, unschuldig BWV 656
    Toccata, Adagio & Fuge C-dur BWV 564
    Aufnahmen aus 1953...!!!!


    Fazit:
    Diese CD gehört sicherlich zu den Klassikern der Orgelmusik...
    Doch bleibt ein Nachgeschmack aufgrund der steinzeitlichen Aufnahmetechnik,,,,
    Schweitzer persönlich spielt die Werke virtuos und zeigt sich
    als meisterlicher Bachinterpret, aus Historischer Sicht ist
    die CD als Bemerkenswert einzustufen.
    Die klangvielfalt der Orgel erscheint auf dieser CD sehr unterpresentiert
    zumal der Klang ein wenig gepresst erscheint...
    Trotz grosser Einschränkungen klangtechnischer Art musste ich sie besitzen....


    Grüße
    reklov29

    Bach ist so vielfältig, sein Schatten ist ziemlich lang. Er inspirierte Musiker von Mozart bis Strawinsky. Er ist universal ,ich glaube Bach ist der Komponist der Zukunft.
    Zitat: J.E.G.

  • Die französischen Organisten des Barock liegen natürlich mir besonders am Herzen, denn auch wenn einer von ihnen (Louis Marchand) durch seine Eskapade in Dresden die Franzosen mehr oder weniger lächerlich gemacht hat, würde ich ihnen dennoch den Vorzug vor Bach geben:


    Guillaume Gabriel Nivers 1632-1714
    Louis Nicolas Clérambault 1676-1749
    Louis Marchand 1669-1732
    Nicolas de Grigny 1672-1703
    Nicolas Antoine Lebègue 1631-1702
    Francois Roberday 1624-1680
    André Raison 1645-1719
    Nicolas Gigault 1627-1707
    Francois Couperin 1668-1733


    um nur ein paar zu nennen, Aufnahmen sind eher dünn gesät ;( und gerade bei Clérambault und Nivers eher in Verbindung mit Messvertonungen.

  • Zitat

    Original von der Lullist
    Die französischen Organisten des Barock liegen natürlich mir besonders am Herzen, denn auch wenn einer von ihnen (Louis Marchand) durch seine Eskapade in Dresden die Franzosen mehr oder weniger lächerlich gemacht hat, würde ich ihnen dennoch den Vorzug vor Bach geben:
    [...]


    Darf ich fragen, warum Du diese Komponisten/Werke Bach vorziehst? Hat das subjektive oder objektive Gründe? Meiner Ansicht nach lassen sich diese beiden Pole nur bedingt miteinander (wertend) vergleichen. Ich schätze Bach genauso sehr wie Couperin oder Grigny, eben wegen ihrer Eigenheiten. Ich käme allerdings nie auf die Idee, zu sagen, der eine ist "besser" als der andere.


    Zitat

    Original von der Lullist
    [...] um nur ein paar zu nennen, Aufnahmen sind eher dünn gesät ;( und gerade bei Clérambault und Nivers eher in Verbindung mit Messvertonungen.


    Kann ich jetzt gar nicht nachvollziehen - Aufnahmen des Ouevres dieser Komponisten gibt es zuhauf, sowohl als Gesamtaufnahme als auch auf diversen Samplern (zugegeben: es gibt wohl mehr GA von Bachs Orgelwerk als von Girgnys).
    An der Kombination dieser Orgelstücke mit Choralvertonungen habe ich nichts auszusetzen - im Gegenteil: erst in diesem von den Komponisten intendierten Zusammenhang (Wechselgesang: Chor-Orgel) offenbart sich der "Sinn und Zweck" dieser Werke.


    Gruß
    Karsten

  • Oh da hab ich mich vielleicht falsch ausgedrückt. Ich meinte das überhaupt nicht wertend, die französischen Organisten entsprechen nur mehr meinem Geschmack, deshalb ist es rein subjektiv.


    Das ich an der Verbindung mit den Chorälen etwas auszusetzten hätte stimmt auch nicht, ganz im Gegenteil. Gerade von den Messen Nivers die er für das Kloster der Madame de Maintenon in ST.Cyr komponiert hat bin ich begeistert.
    Einiger dieser Organisten sind wohl schon einigermaßen gut vertreten aber bei vielen beschränkt es sich nur auf ein paar Orgelstücke, kann natürlich auch sein, dass ich nicht auf dem Laufenden bin.


    Also ich will hier auf gar keinen Fall etwas werten, da ich Bildende Kunst studiere ist mir diese Art der Wertung in jedem Bereich der Kunst zutiefst zuwider.


    Es hängt hauptsächlich mit meiner Vorliebe für die frz. Musik dieser Zeit zusammen, aber den Weg zur Orgel habe ich natürlich auch über Bach gefunden und ich schätze ihn auch sehr.
    Vergleichen kann man Komponisten natürlich sowieso nicht, jeder ist auf seine ganz eigene Art ein original. Es eine reine Geschmackssache, es wird etliche geben die z.B. (im Gegensatz zu mir) der frz. Musik nicht viel abgewninnen können. Aber ich mein' was solls?
    Ich hoffe ich konnte jetzt alle Unklarheiten beseitigen.

  • Hallo Lullist!


    Ok, alles verstanden.


    In den CD-Katalogen Frankreichs ist natürlich dieses Repertoire ungleich höher vertreten als beispielsweise in Deutschland. Leider ist es das gleiche wie hier: die interessantesten Aufnhamen sind aus den Katalogen gestrichen... Auch dort gibt es kleine feine Labels, die hervorragende Aufnhamen produziert haben. Leider sind CDs in Frankreich aber recht teuer...


    Tipp: bei dem deutschen Label Aeolus erscheinen einige interessante Aufnahmen: Eine GA des Orgelwerks von Jullien ist geplant und Couperin kommt demnächst auch noch.


    Gruß
    Karsten

  • Das hört sich doch gut an, ich war eben bei Amazon und da sah es immer noch etwas mau aus.
    Zumal in letzter Zeit unglaublich viel vom Markt verschwunden ist.
    Es ist ja schon recht seltsam wenn man was aus Frankreich bestellt, erstens dauert es unglaublich lange (Auf Rameaus Oper Les Boreades habe ich 2! Jahre gewartet) und dann sieht es so aus als ob man französische CD's am besten über England bekommt.... :rolleyes:



    Mir ist noch eine meiner lieblings CD's mit Orgelmusik eingefallen, es sind zwar allesamt Transkriptionen von Zeitgenossen bzw. dem Interpreten, aber mir gefällts :D


    Les plus beaux airs de Monsieur de Lully
    Jean Paul Lécot (Orgel der Kathedrale von Tarbes)
    Erschienen bei Forlane