Chor-Aufnahmen - Welche sind zu empfehlen?

  • Hallo


    man möchte es ja kaum glauben, aber die Chormusik ist ebenso umfangreich wie die Instrumentalmusik.


    Um etwas Land zu sichten, welche Vokal-Einspielungen könnt ihr einem für die CD-Sammlung noch wärmstens ans Herz legen ?


    Meine Tipps :


    Rachmaninoff : Vesper mit Shaw (teldarc)
    schönster russischer Chorgesang. Augen zu und du fühlst dich in einer Russischen Kirche im tiefsten Russland (Gänsehaut-Garantie) :




    Zurück in die Heimat, hier die bekannten Volkslieder von Silcher (Ännchen von Tharau, Loreley, u.a.) Absolut Klasse gesungen und interpretiert vom Carus-Quintett (BayerRecords). Jeder Männergesangsverein sollte zum Hören dieser CD verpflichtet werden :



    Leichte Muse ???
    Comedian Harmonists :lips:
    Sind 5 CDs (bei Amazon z.Z. im Angebot !!!)
    Die Orginalaufnahmen bei EMI : Eine Schatzkammer für Entdecker !




    Zum Schluss noch etwas Sphärisches :
    Pärt, De Profundis mit dem Theatre of Voice unter Hillier. Was wenige wissen, in fast jeder TV-Sendung wo man "Mittelalterliche Klänge" braucht, werden Pärt-Stücke verwendet.



    Bin mal gespannt auf Eure Tipps

  • Hallo,


    folgende CD mit dem Sampler-Titel


    Lamentations


    Oxford Camerata, Jeremy Summerly
    Naxos



    enthält Vertonungen der Verssammlungen des alten Testaments (The Lamentations of Jeremiah) durch White,Tallis, Palestrina, Orlando de Lassus und Estêao de Brito. Sehr ausdrucksstarke, düstere Musik. Da ich ansonsten in ´Alter Musik´ absolut unbeschlagen bin, kann ich die Qualität der Oxford Camerata diesbezüglich nicht einschätzen, vor allem stilistisch nicht. Aber die Aufnahmequalität ist sehr gut, und der Gesang hervoragend.
    Bei der Musik - besonders bei Tallis - fasziniert der sehr freie Umgang mit Harmonien und Tongeschlechtern.
    Für weniger als 6,00 EUR erhältlich ein Schnäpchen. Die CD hat die höchte Auszeichnung des Penguin Guide - was aber bekanntlich nichts heißen muss. ;)


    Gruß
    Anti

  • Hallo ihr,


    eine meiner Lieblingsaufnahmen (nicht nur in dieser Rubrik) sind die Tenebrae-Responsorien mit dem Hilliard-Ensemble (ECM,1991): einfach wünderschöne Musik, die mich immer wieder berührt, dazu umwerfend gesungen.



    Gruß aus Hamburg
    Uwe

  • Hallo,


    Die empfohlene Silcher-Platte besitze ich selbst seit etwa 8 Monaten: SUPERB
    (Ich hab gar nicht gewusst, saß sich ausser mir noch jemand für Silcher interessiert)


    Ansonst bin ich mit Chormusik nicht gerade gesegnet.
    Allerdings habe ich eine CD Empfohlen bekommen,sie gekauft, gehört und möcht sie weiter empfehlen, unter der Einschränkung, daß man diese Stilrichtung, bzw den Komponisten mögen sollte.



    Diese CD gibt es heute in 2 Ausführungen:


    Beide sind im Budgetbereich angesiedelt:


    Selbes Cover wie hier, lediglich dunkelblauer, statt beiger Untergrund, oder aber als APEX mit giftgrünem. modernem und besonders scheußlichem
    Cover (Krrrr !!!) X( , aber sehr günstig..... unter 6 Teuro !!


    Gruß aus Wien


    Alfred

  • Hallo Forianer,


    Da mich ebenfalls moderne sakrale Musik interessiert,
    möchte folgende Aufnahme erwähnen :



    Alfred Schnittke
    Konzert für Chor unter Polyansky


    Meiner Meinung nach perfekte Interpretation und Klangqualität.
    Kennt ihr diese Aufnahme und evt. andere Werke von Schnittke?
    In das Requiem habe ich auch schon reingehört.
    Ebenfalls sehr interessant.



    Gruß
    Rüdiger

    Gruß
    Rüdiger


    ________________________
    Lärm ist ... nur eines der Übel unserer Zeit, wenn auch vielleicht das auffälligste. Die anderen sind Grammophon, Radio und neuerdings die verheerende Television.


    C.G. Jung

  • Eigentlich schade, dass dieser schöne thread eingeschlafen ist. Hier ein Versuch der Wiederbelebung.


    Empfehlenswerte Choraufnahme. ich beginne mit einer alten und einer neuen:




  • Uwe schrieb zu Gesualdo: Responsoria:


    Zitat

    eine meiner Lieblingsaufnahmen


    Stimmt, Uwe: definitiv käme diese bei der Auswahl für die ominöse "einsame Insel" unter die ersten 3 8)


    Einer meiner Lieblingskomponisten für unbegleitete Chor-Musik
    ist William Byrd. Die Gesamteinspielung seiner überlieferten Werke
    (bei Vol. 9 ist man mittlerweile angekommen), ist nicht nur eine editorische Großtat sondern auch klanglich schier überwältigend


    5***** für editorischen, klanglichen UND künstlerischen Wert:


    Das geht über das Sagbare hinaus. Das läßt sich nicht deuten und bedarf keiner Deutung. Es kann nur gehört werden. Es ist Musik. (H.H.Jahnn)

  • Sagitt meint:


    man müsste wohl erste einmal definieren . Sind die Singphoniker ein Chor ? Wenn ja, haben sie hervorragend die Schubert´sche Chormusik für Männerchöre eingespielt, sind überhaupt ein sehr verdienstvolles Ensemble, auch mit sehr viel Witz, nicht nur bei den Adaptionen der comdian harmonist songs.
    In diese Kategorie gehört dann natürlich auch cantus cölln, sicher das ensemble in Deutschland mit dem breitesten musikalischen Repertoire, mit den meisten Trouvaillen,ich möchte beispielhaft nur die Chormusik des fantastischen Rosenmüller erwähnen. Für solche und andere Produktionen wird cantus cölln regelmäßig ausgezeichnet. Aus Deutschland sollte man Weser-Renaissance nicht vergessen. Der Hochschullehrer Manfred Cordes gräbt immer wieder Werke aus. macht themenbezogene Programmreihen und viel von dem ist bei cpo dann erschienen.


    Im englischen Kunstbereich gibt es fast eine Überfülle an großartigen Ensembles. Neben den weltweit bekannten Kings Singers und dem Hilliardensemble ist auch das Deller-Consort hinzuweisen, geführt vom Sohn des Counters Alfred Deller, Mark. Sie haben Aufnahmen mit Madrigalen aus England und Frankreich gemacht, die kaum zu toppen sein dürften. Eine Sopranistin wie Lynne Dawson hat etwa in diesem Ensemble ebenso mitgesungen wie Roger Covey-Crump.


    Aus Schweden war früher der Chor von Erikc Ericsson sehr berühmt, der aucheine Choranthologie mit europäischer Chormusik produziert hat, die heute noch Gültigkeit haben ( wunderbar Reger op. 13acht,geschrieben,damit nicht die Zahl hinter eine Maske verschwindet,ich weiss nicht, wie das zu verhindern ist)


    Im Bereich der Spitzenchöre ist Paul van Nevel mit dem Huelgas ensemble nicht zu vergessen. tears of lissabon oder utopia thriumphans sind Referenzaufnahmen-


    Schließlich will ich auf das amerikanische Ensemble chanticleer hinweisen, die mir einen Eindruck von mexikanischer Barockmusik verschafft, wo ich niemals solche Musik vermutet hätte ( einige CDs, früher bei Teldec und heute?)

  • Hallo,


    all die von sagitt genannten Ensembles würde ich nicht als Chor bezeichen. Meiner Meinung nach sind cantus cölln, das Huelgas Ensemble, die Hilliards, die King´s Singers und auch Cordes´ Weserrenaissance Solistenensembles, die zugegebenermaßen sehr gut aufeinander abgestimmt sind. Aber in den allermeisten Fällen singt bei denen jeder eine Stimme für sich. Meine Definition von Chor ist demzufolge, dass mehrere Leute eine Stimme singen.


    Die verlangten Empfehlungen möchte ich auch noch geben; wenn sagitt anderer Meinung ist, kann er´s ja noch nachholen:


    cantus cölln:
    Monteverdi: Selva morale e spirituale, Gesamtaufnahme auf 3 CD
    diverse "Bäche": Altbachisches Archiv, Gesamtaufnahme auf 2 CD
    Buxtehude: geistliche Kantaten


    Huelgas Ensemble:
    siehe meine Empfehlung im Thread Musik der Renaissance


    Hilliard Ensemble:
    hier schon genannt, Gesualdos Tenebrae
    Desprez: Missa "Hercules Dux Ferrariae


    Weserrenaissance Bremen, Manfred Cordes:
    Friedens-Seufftzer und Jubel-Geschrey, Musik zum Westfälischen Frieden 1648
    Schütz: Kleine Geistliche Konzerte, Gesamtaufnahme auf 3 CD
    Stoltzer: Missa duplex per totum annum


    Thomas


    PS. bei der großen Anzahl an CDs verzichte ich mal darauf, die Cover mit zu zeigen.

    Da freute sich der Hase:
    "Wie schön ist meine Nase
    und auch mein blaues Ohr!
    Das kommt so selten vor."
    - H. Heine -

  • Hallo Salisburgensis:


    Also "Weser-Renaissance" und die etwas in die Jahre gekommenen Hilliards zählen wohl doch eher zu Solistenensembles, wohingegen sowawhl Cantus Cölln wie auch Huelgas hin und wieder in "Großbesetzung" auftreten.
    Da aber hier wohl doch von Chrormusik die Rede war,drei Empfehlungen
    meinerseits, die, obwohl mit wechselnden Chören 2 von Ihnen den gleichen Dirigenten haben, unterschiedlicher nicht sein können:


    Die Lücke, Motettenkompositionen zwischen Bach und Mendelssohn von Rang zu offerieren, schliesst
    der Bach-Schüler und spätere Kreuz-Kantor zu Dresden, Gottfried August Homilius (1714-1786), dessen am polyphonen Sti seines Lehrers orientierte Kompositionen gleichzeitig schon vom Geist der Empfindasmkeit auf sensible Weise berührt wurden. Frieder Bernius und seinen Stuttgartern ist damit eine Ausgrabung ersten Ranges gelungen, denn die meisten der vorgelegten und aufgenommenen Vokalwerke sind Erstveröffentlichungen. Eine Scheibe, die für jeden Chor-Enthusisasten ein Muss ist und die auch interpretatorisch keinen Wunsch offen lässt.



    G.A. Homilius, Motetten, Kammerchor Struttgart, Bernius (2004)
    Label: Carus


    Zu den rennomiertesten deutschen Chören, die in den letzten Jahren verstärkt eigens Profil entwickelt und vorgezeigt haben, zählt der von Hans Christoph Rademann gegründete "Dresdner Kammerchor" dessen ausserordentliche Klangkultur vor allem bei seinen reinen a cappella Einspielungen wunderbar zum tragen kommt.




    Geistliche Chormusik I und II Dresner Kammerchor, Rademann Label "Raumklang"


    Der Chor des Norddeutsche Rundfunks, der bis 2004 ebenfalls von H.Chr. Rademann geleitet wurde, hat mit den Chorwerken von Max Reger (1873-1916) die (für mich persönlich) schönste(n) Chor-Scheibe(n) des Jahres 2004 vorgelegt. Nicht auszudenken, was es für eine Verarmung unserer Kulturlandschaft wäre, hegte man ernstlich die Absicht, unsere
    hervorragenden Rundfunkchöre "abzuwickeln".
    Hier also ein Komponist, der häufig als "sperrig" und "schwer zugänglich"
    geschildert wird, von seiner "romantischen" Seite:


    Reger: Reger Vokal I und II, Norddeutscher Rundfunkchor, Rademann
    Label: Carus (2004)


    Das geht über das Sagbare hinaus. Das läßt sich nicht deuten und bedarf keiner Deutung. Es kann nur gehört werden. Es ist Musik. (H.H.Jahnn)

  • Hallo, Liebhaber vokaler Klänge,


    nun möchte auch ich ein paar Empfehlungen für faszinierende Chorwerke a capella und deren gelungene Einspielung geben.


    Einer meiner absoluten Lieblingskomponisten aus Great Britain - Ralph Vaughan Williams - hat im Lauf seines Lebens sehr viel englisches Volksliedgut und Weihnachtslieder gesammelt und für Chor arrangiert. Eine sehr schöne Auswahl aus diesem Schaffen sowie ein paar Eigenkompositionen finden sich auf der von dem kleinen aber feinen Label Hyperion herausgebrachten CD mit dem Titel:


    Vaughan Williams (1872-1958): Over Hill, Over Dale - Partsongs, Folksongs and Shakespeare Settings
    Ian Bostridge, Tenor; Michael George, Baß; Holst Singers, Stephen Layton
    Aufnahme: London, 02/1995
    Hyperion CDA 66 777


    An Stimmungen findet sich darauf alles, vom beschwingten Volksliedsatz bis zum langsam getragenen Lamento über die verlorene Liebe. Viele der auch harmonisch in noch ganz spätromantisch ungebrochenem Stil gehaltenen Stücke haben einen direkt überirdisch schwebenden Charakter, den das exzellente Chorensemble, the Holst Singers, sehr klangschön zu Herzen gehen läßt. Auch aufnahmetechnisch finde ich die Produktion - wie alles, was ich bisher vom Label Hyperion kennengelernt habe - hervorragend.
    Besonders die Sätze, in denen der für die sensiblen Passagen geradezu prädestinierte, äußerst feinsinnige Tenor Ian Bostridge vom Chor, manchmal mit Text, manchmal nur summend, begleitet wird, haben eine wunderbare balsamisch-beruhigende Wirkung auf den Hörer, z. B. das siebenminütige 'Ca' the Yowes' oder 'Bushes and Briars' oder 'The Spring Time of the Year'. Einfach sterbensschön! Selbst der allseits beliebte Klassiker 'Greensleeves' fehlt nicht auf dieser mit 74 Minuten gut gefüllten und von mir wärmestens empfohlenen CD.



    Wie Vaughan Williams, so hat sich auch sein Komponistenkollege und guter Freund Gustav Holst dem Chorgesang gewidmet. Eines seiner herausragendsten Werke sind die teilweise mit Orchester, teilweise nur mit Harfe begleiteten 'Choral Hymns from the Rig Veda', opus 26; H 97-100 (1908-12). Diese sind auf einer gleichfalls äußerst brillanten Aufnahme, gekoppelt mit der 'Hymn to Dionysus', opus 31 Nr. 2; H 116 (1913) und den 'Two Eastern Pictures', H 112 (1911), beim Label Unicorn erschienen:


    Gustav Holst (1874-1934):
    Choral Hymns from the Rig Veda, Hymn to Dionysus, Two Eastern Pictures
    Royal College of Music Chamber Choir; Osian Ellis, Harfe; Royal Philharmonic Orchestra, Sir David Willcocks
    Aufnahme: London, 12/1984
    Unicorn DKP (CD) 9046


    Auch die 'Choral Hymns from the Rig Veda' beinhalten eine vielseitige Mischung von schönen Gesängen; vom für Holsts Duktus typischen, gravitätisch dahinschreitenden Satz 'To the Unknown God' bis zum in ätherische Höhen entschwebenden 'Funeral Chant' (auch von der Aufnahmetechnik perfekt eingefangen, wie sich der Chor, gleichsam physisch, zum Ende des Stücks immer weiter nach oben hin entfernt).



    Die von Parsif / Rüdiger vor einigen Monaten bereits empfohlene Einspielung des 'Konzert' für gemischten Chor a capella 1984/85 von Alfred Schnittke, mit der Russian State Symphonic Cappella unter Valéry Polyanskys Leitung, findet auch meine uneingeschränkte, begeisterte Zustimmung.


    In gleicher Weise möchte ich eine der ausgezeichnetsten Aufnahmen, die ich je gehört habe, in höchsten Tönen loben, und zwar die vom selben Komponisten stammenden zwölf 'Bußpsalmen', manchmal werden sie auch 'Bußverse' oder 'Bußlieder' genannt, zu englisch 'Psalms of Repentance' für gemischten Chor a capella 1988. Es handelt sich um folgende CD:


    Alfred Schnittke (1934-1998):
    Psalms of Repentance
    Swedish Radio Choir, Tõnu Kaljuste
    Aufnahme: Stockholm, 02/1996
    ECM 1583 / 453 513-2


    Vielleicht auch eine Musik für jene, die sich bisher von Schnittkes polystilistischen, manchmal extrem disharmonischen und schwierigen instrumentalen Werken haben abschrecken lassen. Hier, in den Bußpsalmen, präsentiert sich ein anderer, ein ernstzunehmender geistlicher Komponist, der für die Besetzung Chor deutlich harmonischer und eingängiger schreibt als das meiste seines orchestralen Oevres. Es gibt zwar auch hier einige starke harmonische Reibungen, diese werden jedoch meist gegen Ende eines Satzes bzw. am Schluß des Werkes aufgelöst.
    Die Sätze 1-11 haben Text, nur der 12., der mit Abstand effektvollste, kommt ganz ohne Worte aus, wird teils gesummt, teils auf Vokalisen gesungen. Und hier haben, finde ich, Chor, Dirigent und Aufnahmetechnik ein wahres Wunder vollbracht. In manchen Passagen hat man das Gefühl, daß ein ganzes Orchester spielt, angefangen von den unheimlichen Bässen am Beginn des 12. Satzes, die sich wie Kontrabässe, einige Takte später wie Celli anhören usw. Am größten ist dieser Effekt natürlich mit einer guten Anlage und Boxen mit einem großen Klangvolumen herzustellen.
    Insgesamt ist es eine das Kennenlernen absolut lohnende CD, zwar mit Versen von schwarzer Trauer, jedoch auch einer wahrhaft himmlischen Musik und eine glänzende, dem Rang des Werkes angemessene Einspielung.


    Mit sphärischen Grüßen
    Johannes

  • Sagitt meint:


    Um Begriffe will ich nicht streiten. Es gibt Chorwerke, die in Kleinstbesetzung gesungen werden. Das macht cantus cölln sehr häufig, das haben im Bereich der Bach´schen Chormusik sehr früh Rifkin und auch Parrott gemacht,und aus neuerer Zeit ist Paul McCreesh hinzuzurechnen, etwa mit seiner so klein besetzen Aufnahme der Matthäus-Passion.


    Unabhängig von Begriffen räume ich ein, dass ich diese Version außerordentlich schätze und jedem Falle den Großveranstaltungen vergangener Jahrzehnte vorziehe. Eine Matthäus-Passion mit dem Wierner Staatsopernchor würde ich heute grässlich finden, den Münchener Bach-Chor ebenfalls nur schwer ertragen.


    Spitzenchorensembles wie der Monteverdi-choir haben häufig auch nicht einmal 40 Sänger.


    Gerade wenn man die Version von McCreesh hört- es gab vor Jahren schon einmal eine derartige Version von Goodman,ich glaube bei brilliant classics, die aber stimmlich recht unzureichend war- hört man ganz andere Klangfarben, als wenn Soprangeschwader von 50 und mehr Sopranistinnen alles niederwalzen.


    Für mich ist es nur eine Hör-Erfahrung.Ich höre es einfach gerne und lieber. Eine musiktheoretische Ableitung, wie es teilweise Rifkin tat, würde daraus nicht machen. Hätte zB Bach gerne mit 120 Sängern gearbeitet ? Er hatte sie nicht und forderte sie nicht in seinen Überlegungen zu einer wohlbestallten Kirchenmusik 1730. Wir wissen es nicht und mir ist das auch egal. Die kleine Besetzung höre ich gerne,wobei ein Chor von ca. 40 Sängern. wenn er denn sehr gut ist, natürlich auch gut anhörbar ist.

  • Hallo,


    eine weitere Einspielung großartiger geistlicher Werke:



    Werke Von Heinichen, Missa Nr. 11
    Georg F. Händel, Dixit Dominus


    Eingespielt von Hans Christoph Rademann dem Dresdner Kammerchor
    und Barockorchester.


    Empfehlenswerte CD mit großartiger Besetzung, ein Ohrenschmaus in barocker Pracht.


    Grüsse
    reklov29

    Bach ist so vielfältig, sein Schatten ist ziemlich lang. Er inspirierte Musiker von Mozart bis Strawinsky. Er ist universal ,ich glaube Bach ist der Komponist der Zukunft.
    Zitat: J.E.G.

  • Wenn man von Chormusik spricht, darf eigentlich Mendelssohn nicht fehlen. Seine Chöre in den Oratorien und Kantaten sind großartig und stehen ob ihrer Melodik und Schönheit Bachs Chören in nichts nach.


    Was a-capella-Aufnahmen angeht, stehe ich aber selber noch leer da.
    Ich hatte aber am zuletzt Gelegenheit, in eine Carus-Produktion reinzuhören.



    Leider Vollpreisniveau, hat mir aber sehr gut gefallen.
    Wäre vielleicht etwas für den Weihnachtsbaum. ;)



    Gruß, Peter.

  • Hallo Peter,


    Die Bernius-Einspielungen der Mendelssohnschen Chorwerke ist wirklich schön, aber eine echte Alternative dazu ist die Brilliant-Box unter Nicol Matt, mit der du wirklich für ganz wenig Geld auf 10 CDs Mendelssohns
    KOMPLETTE Geistliche Chormusik erwerben kannst; darunter auch, was man fast nicht glauben mag, Ersteinspielungen.
    Nicol Matts Chor ist hervorragend disponiert, die Klang- und Interpretations-Kultur ist beachtlich und die Aufnahmequalität ist superb.


    Da hilft eigentlich nur eines: Sofort zuschlagen !



    Das geht über das Sagbare hinaus. Das läßt sich nicht deuten und bedarf keiner Deutung. Es kann nur gehört werden. Es ist Musik. (H.H.Jahnn)

  • Hallo Miteinander,


    hier ist es ja etwas ruhiger geworeden – deshalb einmal diesen
    Tipp:


    Chanticleer: Magnificat


    Werke von Cornysh, Taverner, Monteverdi,
    Titov, Palestrina, Desprez




    DVD-A multiCH


    Kritik:
    A. Beaujean in stereoplay 12 / 00: "Das ausschießlich mit Männerstimmen (auch die hohen Soprane) besetzte amerikanische Ensemble Canticleer singt marianische Motetten sowie gregorianische Hymnen in berückend schöner und homogener Klangkultur. Die polyphonen Strukturen sind ungemein transparent, der Wechsel von Soloquartett und chorischer Besetzung sorgt für dynamische wie agogische Abwechslung. Der stetige Fluss der Darstellung wie die vorbildliche Textdeklamation tragen zu dem starken, überzeugenden Gesamteindruck dieser Wiedergaben erheblich bei: kontemplative Musik, geboten auf hohem Niveau."

  • Hallo,


    wenn von geistvoller: (geistlicher oder weltlicher) Chormusik gesprochen wird darf ein Georg Phillipp
    Telemann (1681-1767) in keinem Repertoire fehlen. Eine Neuerwerbung möchte ich hier vorstellen zu einem günstigen Preis von 6,99 € für drei gelungene CDs.




    Kantate "Gott, man lobt dich in der Stille" TWV 14:12 (Kantate zum Friedensschluß 1763)
    Kantaten "Lobet den Herren";
    "Wer nur den lieben Gott lässt walten";
    "Der Tod ist verschlungen in den Sieg";
    "Alles redet itzt";
    Motette "Deus judicium"
    Missa brevis
    Maxsein, Linde, Ciolek, Nolte, Rück,
    Collegium Vocale Siegen, Trompetenconsort
    "Friedemann Immer",Hannoversche Hofkapelle,
    Stötzel;Schlick, Pregardien, Cordier,
    Rheinische Kantorei, Das Kleine Konzert, Max.


    Was hier gesanglich und Instrumental geboten wird, kann sich durchaus hören lassen, bin einfach
    begeistert, was unbekannte Vocalchöre (z.B. Vocale Siegen) zu leisten im Stande sind. Über die
    Rheinische Kantorei und seinem rührigen Leiter Hermann Max, ist ebenfalls nur Gutes zu berichten.
    Drei fantastische CDs, die der Hörer nicht bereuen braucht.



    Grüsse
    Volker.

    Bach ist so vielfältig, sein Schatten ist ziemlich lang. Er inspirierte Musiker von Mozart bis Strawinsky. Er ist universal ,ich glaube Bach ist der Komponist der Zukunft.
    Zitat: J.E.G.

  • Eine CD soll hier unbedingt genannt sein. Auf ihr sind lange Zeit nahezu in Vergessenheit geratene Chorwerke des Komponisten Peter Cornelius (1824-1874) zu erleben.



    Der Kammerchor Saarbrücken unter der Leitung von Georg Grün aggiert sehr souverän und kann selbst in sehr ruhig gewählten Tempi voll überzeugen.
    Für mich war die CD eine echte Entdeckung.


    Liebe Grüße, der Thomas. :hello:

  • Gemessen am Saarbrücker Chor ist die Aufnahme des Norddeutschen Figuralchores einfach aus einer höheren Liga und für mich deshalb in Sachen Cornelius-a-cappella immer noch Referenz:




    :jubel: :jubel: :jubel:

    Das geht über das Sagbare hinaus. Das läßt sich nicht deuten und bedarf keiner Deutung. Es kann nur gehört werden. Es ist Musik. (H.H.Jahnn)

  • Zitat

    Original von BigBerlinBearGemessen am Saarbrücker Chor ist die Aufnahme des Norddeutschen Figuralchores einfach aus einer höheren Liga und für mich deshalb in Sachen Cornelius-a-cappella immer noch Referenz.


    Ist der Chor wirklich so viel besser? Ich habe die von mir vorgestellte CD nun schon über ein jahr nicht mehr gehört, den Chor jedoch mit sehr hoher Qualität in Erinnerung..


    Und wo ich es gerade lese: Der Norddeutsche Figuralchor unter der Leitung von Jörg Straube..unter dem habe ich auch mal gesungen 8o :D Toller Dirigent, mit sehr genauen Vorstellung von der Musik.


    Liebe Grüße, der Thomas. :hello:



  • Danke für den Tip. Zugeschlagen !

  • Ich empfehle einen schwedischen Chor: Svanholm Singers, Männerchor mit Dirigentin, die auf ihrer CD "Romance" ein weites Spektrum von Mittelalter bis Sibelius und Vaughn-Williams bedienen. Klanglich einwandfrei gibt es mit u.a. Eklöfs "Morgon", Gades "Morgensang" und Stenhammers "Sverige" etliche starke Hits, die hierzulande fast unbekannt sind.

  • Zitat

    Original von m-muellerIch empfehle einen schwedischen Chor: Svanholm Singers, Männerchor mit Dirigentin, die auf ihrer CD "Romance" ein weites Spektrum von Mittelalter bis Sibelius und Vaughn-Williams bedienen. Klanglich einwandfrei gibt es mit u.a. Eklöfs "Morgon", Gades "Morgensang" und Stenhammers "Sverige" etliche starke Hits, die hierzulande fast unbekannt sind.


    Guten Morgen :)


    Hast Du ein CD-Cover zur Hand?


    Liebe Grüße, der Thomas. :hello:

  • Fürwahr ein "stiller" Thread...


    vor 3.5 Jahren von @Alfred lobend erwähnt:
    Chormusik von Orlando di Lasso...
    Ich lege nach u. empfehle dessen 1. 3 Busspsalmen, gesungen vom Tölzer Knabenchor
    :jubel:
    (vor Jahren gab`s mal - SPIEGEL u. dergl. - eine Werbekampagne "Ein starkes Stück Ruhrgebiet"...
    An "ein starkes Stück Bayern" scheinen meine neue alten Landsleute kein Interesse zu haben :wacky:
    Die "Tölzer" gehörten jedenfalls IMO da zu den 1. Kandidaten :yes::yes::yes:)



    vor knapp 3 Jahren von MStauch empfohlen:
    Frank Martin (u.a. Messe f. Doppel-Chor)/ Olivier Messiaen mit dem RIAS-Kammerchor...
    G R O S S E Zustimmung :yes::yes::yes:


    :hello:
    Micha

  • Servus,


    sehr lobend möchte ich folgende, noch recht neue CD jedem Freund von Chormusik (und allen anderen auch... :D ) ans Herz legen:



    Edvard Grieg: Chorwerke


    Det Norske Solistkor
    Grete Pedersen



    Das ist nicht nur Chormusik vom Allerfeinsten, sondern auch noch das Ganze auch noch hervorragendst dargeboten. Die Chormusik Skandinaviens und Englands hat ja generell - ähnlich wie die des Baltikums - eine ganze Menge zu bieten. Vor allem die romantische Literatur aus dem hohen Norden gehört meines Erachtens zum Schönsten, was die Chormusik zu bieten hat.



    herzliche Grüße,
    Thomas

    Da freute sich der Hase:
    "Wie schön ist meine Nase
    und auch mein blaues Ohr!
    Das kommt so selten vor."
    - H. Heine -

  • Zitat

    Original von salisburgensissehr lobend möchte ich folgende, noch recht neue CD jedem Freund von Chormusik (und allen anderen auch... :D ) ans Herz legen:


    Ich habe ebenfalls die CD-Vorstellung auf einer Konkurenz-Website (zum Glück kein Forum, sonst würde ich wohl von Alfred virtuell öffentlich geteert und gefedert werden.. :untertauch: :baeh01:) gelesen und bin ebenfalls sehr neugierig auf diese CD.


    Bislang kenne ich nur das Ave maris stella von Grieg, und das gefällt mir ausgesprochen gut.


    Wenn Du schreibst, dass der Chor "..hervorragend.." aggiert, kann man sich die CD wohl getrost kaufen.. :D



    Liebe Grüße, der Thomas. :hello: