Rudolf Christ - ein Vergessener ?

  • Rudolf Christ wurde am 16.3.1916 in Wien geboren.


    Er begann seine Karriere als Chorist an der Wiener Volksoper, studierte drei Jahre bei Adolf Vogel in Wien.


    1941 debütierte er als Solist am Landestheater Innsbruck und wirkte 1946 bis 1949 am Stadttheater Zürich als lyrischer Tenor und Operettensänger.


    1949 kehrte er an die Wiener Volksoper zurück, wo er bis zu seiner Pensionierung 1976 Ensemblemitglied blieb.


    Daneben war Rudolf Christ seit 1956 an der Deuitschen Oper am Rhein, Düsseldorf-Duisburg engagiert, gab zahlreiche Gastspiele an der Wiener Staatsoper, sowie an den großen Bühnen in Deutschland, Österreich, Belgien, Italien und der Schweiz.


    Seit 1955 trat er 1958 auch als Jaquino im "Fidelio" auf.


    Ich selbst habe in besonders in der Operette Tassilo in "Gräfin Mariza" mit Ester Réthy, Orlofsky in der "Fledermaus", den er auch mit Elisabeth Schwarzkopf und Nicolai Gedda unter Herbert von Karajan, in London, aufnahm, in Erinnerung.



    Aber er sang auch an der Volksoper in Carl Orffs "Der Mond" und dann ab 1960 in der "Zauberflöte" den Tamino, mit Christiane Sorell, einer blendenden Neuinszenierung, mit Erika Mechera als Königin der Nacht.



    Auch sang er den Hoffmann in "Hoffmanns Erzählungen" in einer Produktion der Wiener Volksoper, doch blieb er der Operette auch weiter treu.


    Im Theater an der Wien war im Sommer 1966 ein Produktion der Volksoper, der "Fledermaus", wo er das erste Mal den Eisenstein sang, mit Dorothea Siebert als schwacher Rosalinde.


    Doch hatten dann schon Peter Minich und Harald Serafin den Eisenstein schon "gepachtet" und so sang er die oben genannten Opernrollen.


    Rudolf Christ wurde zum österreichischen Kammersänger ernannt.


    Der "Volksopern-Tamino" war Rudolf Christ, wo seine Pamina nicht nur Christiane Sorell sondern auch Gundula Janowitz und Else Liebesberg waren.


    Kammersänger Rudolf Christ starb am 20.4.1982 in Wien, seine Grabstelle befindet sich am Grinzinger Friedhof in Wien (Gruppe 1A, Reihe 1, Nummer 2).

  • Rudolf Christ dürfte doch zu den Tenören gehören die, weil sie fast immer nur in Wien sangen,


    selbst hier, in Wien, vergessen worden sind.


    Schade drum, ich kenne auch nur noch Operettenquerschnitte mit ihm speziell mit Erika Mechera und Lotte Rysanek.



    Liebe Grüße sendet Euch Peter aus Wien. :hello: :hello:

  • Lieber Peter,


    Rudolf Christ hat viele Jahre hier in Düsseldorf gesungen und hat hier noch viele Freunde.


    Ich habe das alles aber schon in einem anderen Thread hier im Forum geschrieben und wiederhole es nur ungern.


    LG

  • Meine Lieben,


    Rudolf Christ gehörte zu meinen allerfrühesten Operneindrücken. In der Volksoper sah ich in als Graf Liebenau und im "Barbier von Sevilla"; daran kann ich mich noch erinnern. Weiteres ist mir nicht mehr präsent. Eine durchaus noble Bühnenerscheinung, aber nie besonders auffallend, aufdringlich oder allürenhaft. Ich weiß auch noch, daß mir seine Stimme damals gefiel. Wenn ich jetzt Aufnahmen von ihm höre, bestätigt sich dieser Eindruck. Er war nicht gerade ein tiefschürfender Gestalter, aber hatte ein angenehmes, weiches, manchmal fast "slawisch" anmutendes Timbre und viel Musikalität.


    LG


    Waldi

  • Danke lieber Harald und Waldi!


    Freut mich, das Ihr so nett über Rudolf Christ schreibt.


    Mir ist er halt in der Volkspern "Zauberflöte" damals in einer angenehmen "Staubi" Inszenierung, in Erinnerung.


    Aufdringlich war seine Stimme nie.


    Liebe Grüße sendet Euch Peter. :hello: :hello:

  • Liebe Taminos !


    Rudolf Christ ist mit Sicherheit einer der vielen zu Unrecht Vergessenen !


    Er war mein erster Hoffmann, wer kann sich noch an seinen Lyonel, Edgardo, Matthias Freudhofer erinnern ? Er hat aber sicher noch mehrere Opern im Haus am Währinger Gürtel gesungen.


    Bei seinen großen Operettenerfolgen als Sou Chong, Herzog von Urbino (Nacht in Venedig) und in der Rose von Stambul erinnere ich mich gerne an seine dacapi ! Beim 3. Mal sang er das ganze Lied in einem Pianissimo, wie ich es nacher nie mehr gehört habe. :angel:


    Leider gibt es w.W. nach keine Aufnahmen davon. Er war auch immer wiederbei den Heinz Conrads Sonntagmorgensendungen vertreten.


    Nach seinem Herzinfarkt konnte er nur noch kurze Zeit an seine großen Erfolge anschließen. Wer ihn damals erlebt hat, wird ihn immer im Gedächtnis behalten !


    Liebe Grüße -


    vom Operngernhörer :hello:

  • Gibt es weitere Informationen über Rudolf Christ?


    Ich habe verschiedene Operettenaufnahmen von ihm gehört, aber auch außergewöhnliche Opernszenen (Die tote Stadt).
    Er konnte stets überzeugen, sein Timbre finde ich ausgesprochen schön.


    Der leider verstorbene User Harald Kral schreibt, er habe einiges über Christ in einem anderen Thread geschrieben. Ich habe da aber nichts gefunden.
    Das Heft über Christ "Stimmen, die die Welt bewegten" scheint ja vergriffen zu sein. Oder hat da jemand Quellen?


    Würde mich über interessante Informationen freuen, sowohl aus seiner Biographie, seiner Karriere oder seiner Diskographie.

  • Hallo greghauser2002,


    vermutlich meinte Harald Kral diesen Thread "GRÄFIN MARIZA" - Was wäre Operette ohne ungarischen Paprika?
    Außerdem glaube ich irgendwo gelesen zu haben, dass bei einer früheren Neuaufsetzung des TAMINO-Forums auch Beiträge verloren gingen, vielleicht war ausgerechnet dort etwas über Rudolf Christ zu lesen. :rolleyes:


    Gruss...MDM

  • Auch ich besitze verschiedene Operettenaufnahmen mit Rudolf Christ. In der Oper SALOME unter Clemens Krauss singt er den 1. Juden. In CAPRICCIO unter Sawallisch singt er den Monsigneur Taupe. Hier hört man ihn in einem Operetten-Duett:
    /ahcVKHZ8TZo

  • Vergessen hin - vergessen her. Ich denke eigentlich nicht in diesen Kategorien. Es gibt eine ganze Menge von Plattenproduktionen, in trotz ihres Alters Bedeutgung und Rang nicht eingebüßt haben. Drei Beispiele füge ich zu den schon genannten Aufnahmen hinzu:


    Christ singt darin vergleichsweise kleine Rollen - im "Capriccio" den Monsieur Taupe, im "Babier von Bagdad" den Dritten Muezzin und in der "Salome" den Ersten Juden. Damit dürfte er - wenn sich schon um seinen Nachruhm gesorgt wird - faktisch unvergessen bleiben. Ob allerdings heute Dreißigjährige etwas mit dem Namen verbinden, ist anzuzweifeln. Es ist aber auch nicht schlimm. Christ ist länger tot als sie auf der Welt. In den Köpfen und in den Herzen muss auch Platz für neues sein. Selbst weiß ich auch wenig über den Sänger.


    Auf Wikipedia ist sein Grabstein aus dem Grinzinger Friedhof in Wien zu sehen:


    Das Heft aus der Reihe "Stimmen die um die Welt gingen" ist mir auch noch nicht untergekommen. Es scheint sehr schwierig geworden zu sein, an Titel dieser Publikation zu gelangen. Ich schätze den Enthusiasmus, mit dem sie zustande kamen. Zuletzt konnte ich das Heft über Hans Reinmar ergattern.


    P.S. Die Beiträge von Wofgang und mir haben sich überschnitten. Ich hätte sonst nicht die Aufnahmen genannt, die er bereits aufgelistet.

  • Zitat

    Außerdem glaube ich irgendwo gelesen zu haben, dass bei einer früheren Neuaufsetzung des TAMINO-Forums auch Beiträge verloren gingen, vielleicht war ausgerechnet dort etwas über Rudolf Christ zu lesen


    Das kann ich dezidiert ausschliessen. Harald Krals diesbezügliche Bemerkung stammt aus dem Jahre 2008. Der "Crash war aber 2010" lediglich aus diesem Zeitraum Spätsommer/Herbst gingen Beiträge verloren. Sehr viel konnte in den Internet-Archiven gefunden und wieder restauriert werden.


    mfg aus Wien
    Alfred

  • Ob allerdings heute Dreißigjährige etwas mit dem Namen verbinden, ist anzuzweifeln. Es ist aber auch nicht schlimm. Christ ist länger tot als sie auf der Welt. In den Köpfen und in den Herzen muss auch Platz für neues sein. Selbst weiß ich auch wenig über den Sänger.


    Lieber Rheingold!


    Du hast ja so Recht! Aber Dreißigjährige sind halt hier nicht in unserem Forum. Vielleicht nicht mal Vierzigjährige? Deshalb wird retrophile Nostalgie gepflegt. Die Erinnerung an die großen Sänger und Dirigenten zu pflegen, ist ja auch wahrlich wünschenswert. Durch sie sind häufig Maßstäbe gesetzt worden, an denen sich die "Neuen" messen lassen müssen. Manchmal auch von Sängern und Dirigenten, die gemeinhin nicht zu den "Großen" gerechnet werden. Ob Rudolf Christ so einer war, kann ich nicht beurteilen. Ich habe ihn live nie gehört, kenne nur durch die von Dir genannten Aufnahmen.


    Liebe Grüße


    Caruso41

  • Danke für die Meldungen. Der YouTube-Clip von der "Ungarischen Hochzeit" zeigt gut, was ich meine. Von der ersten Sekunde an ist man vom einschmeichelnden Timbre und der Reinheit der Stimme gefangen. So geht es zumindest mir.
    Womöglich fehlte es ihr etwas an Durchschlagskraft. Sie hört sich doch immer etwas leise an - gut für Schallplatten, nicht so gut für die wichtigsten Opernhäuser. Bestätigt würde das durch seine Auftritte an der Wiener Staatsoper. Von 1949-1955 gab es da eine stattliche Anzahl von guten Rollen (meist Operette) für ihn. Als dann das Große Haus im Herbst 1955 wiedereröffnet wurde, war es mit seiner Tätigkeit an der Staatsoper aber praktisch vorbei.


    Mich wundert, dass ich nie eine Sendung von Gottfried Cervenka über ihn gehört habe. Der hat im Normalfall doch ältere, österreichische Sänger in seinen Beiträgen sehr gefördert.


    @Caruso: Hier schreibt übrigens ein 40-er (*1977) ;)

  • Lieber 'greghauser2002',


    zu Rudolf Christ hatte ich im September 2018 schon etwas in den Threads über Waldemar Kmentt und Karl Terkal geschrieben.


    2006 erschien in der Serie "Stimmen, die um die Welt gingen..." von Günter Walter ein Band (Nr. 78), der den Sängern Costa Milona, Marko Rothmüller und Rudolf Christ gewidmet ist. Ich hätte es besser gefunden, wenn über Rudolf Christ ein separater Band zusammen mit Karl Terkal erschienen wäre (für mich die Wiener Operetten-Tenöre par excellence: ersterer mit einem dunkleren, einschmeichelnden und weichen Timbre, der andere mit einer hellen, trompetenhaften Stimme mit 'Peng'), aber daraus wurde nichts. Dass Christ überhaupt gewürdigt wurde, ist der Initiative von Frau Beate Icker aus Bayern zu verdanken, die den redaktionellen Teil und die umfangreiche Diskographie verantwortete. Ich habe dann einiges an Material zu Rudolf Christs Engagement an der Deutschen Oper am Rhein beigesteuert und an der Erstellung der Diskographie (auch von Marko Rothmüller) mitgearbeitet.


    Diese Diskographie enthält u. a. folgende Rundfunk-Gesamtaufnahmen (in alphabetischer Reihenfolge der Komponisten): "Fra Diavolo" (Auber), "Candide" (Bernstein), "Der Tänzer von Bali" (Clement), "Künstlerblut" (Eysler), "Die schöne Risette" (Fall), "Der liebe Augustin" (Fall), "Die Rose von Stambul" (Fall), "Das Rendezvous" (Jascha), "Die Vogelscheuche" (Jascha), "Der Zigeunerprimas" (Kálmán), "Das hölzerne Herz" (Kattnigg), "Kaiserin Katharina" (Kattnigg), "Die Stunde" (Lafite), "Der Mann mit den drei Frauen" (Lehár), "Zigeunerliebe" (Lehár), "Das Fürstenkind" (Lehár), "Der Rastelbinder" (Lehár), "Die Opernprobe" (Lortzing), "Das Dreimäderlhaus" (Schubert-Berté / 2 Produktionen), "Die Freunde von Salamanca" (Schubert), "Wenn die kleinen Veilchen blühen" (Stolz), "Wiener Café" (Stolz), "Prinz Methusalem" (Strauß), "Die Tänzerin Fanny Elssler" (Strauß-Stalla), "Christoph Columbus" (Zador) und "Der Vogelhändler" (Zeller).


    Dazu noch Mitschnitte - Rundfunk und Fernsehen - von: "Fidelio" (Beethoven), "Die ungarische Hochzeit" (Dostal), "Das Land des Lächelns" (Lehár / 2 Produktionen), "Palestrina" (Pfitzner), "Gianni Schicchi" (Puccini), "Die Fledermaus" (Strauß), "Eine Nacht in Venedig" (Strauß / 3 Produktionen) sowie eine große Anzahl an Rundfunk-Einzelaufnahmen und Schallplatten (überwiegend aus dem Operetten-Bereich). Außerdem sind noch Programmzettel und Fotos aus Wien und Düsseldorf abgebildet und es erschien dazu auch eine CD mit seltenen Aufnahmen Rudolf Christs. Akustisch ist der Tenor hauptsächlich in Operetten dokumentiert - er hat aber viele große Opernpartien seines Fachs gesungen, an der DOR z. B. den 'Don Ottavio' sogar unter Leitung des bekanntlich sehr wählerischen Karl Böhm!


    Ich bin gerne bereit, Fotokopien der Diskographie von Rudolf Christ zu versenden - aber wie finden wir zueinander?


    Gruß,



    Carlo

  • Schade, dass du hier im Forum in diesem Falle nicht ao ausführlich (Rollen, weitere Besetzung) bist wie sonst. Ans Verwöhntwerden kann man sich nämlich auch gewöhnen! :)

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"


    Inhalten aller Art in Beiträgen anderer in diesem Forum stimme ich hier ausdrücklich nur dann zu, wenn ich ihnen in Antwortbeiträgen ausdrücklich zustimme! ;)

  • Auf Wikipedia ist sein Grabstein aus dem Grinzinger Friedhof in Wien zu sehen:


    Der Grabstein ist auch hier im Forum zu sehen - Willst du immer weiter schweifen? Sieh, das Gute liegt so nah ...
    Siehe Beitrag Nr. 369 in »Der Musiker Gräber«, dort erfährt man auch wo der Sänger wirklich begraben ist ...

  • Lieber hart, hilf mir doch bitte auf die Sprünge: Beitrag 369 in "Der Musiker Gräber" ist Karl Terkal gewidmet. Hier geht es aber doch um die Frage, ob Rudolf Christ ein Vergessener ist. ?( Und seinen Grabstein hatte ich gezeigt.

  • hilf mir doch bitte auf die Sprünge:


    Lieber Rüdiger,
    Hilfe naht ... das war eine klassische Fehlleistung meinerseits, ich bitte um Vergebung. Man sollte eben nicht spätabends spontan was dahinschreiben. Da hatte ich einfach gedanklich diese beiden dunklen Grabsteine verwechselt. Ich war mir sicher, dass ich darüber schon was geschrieben habe; stellte nun aber erstaunt fest, dass ich das Grab von Rudolf Christ einfach vergessen hatte ...
    Also bewirkte diese Panne auch etwas Gutes, nun werde ich mir seinen Geburtstag am 20. März merken und hoffe, dass das dann auch klappt.
    Geburtstagsblumen sind bereits da - siehe Foto.


  • Ich habe den zweiten Name auf dem Grabstein nicht entziffern können, zumal er in einer anderen Schriftart angebracht ist. Und warum sollte Rudolf Christ eine Ehefrau gehabt haben?



    Warum sollte er keine gehabt haben, lieber Rheingold? Üblicherweise hatten Sänger dieser Generation eine Ehefrau.
    Wie gesagt: Biographische Details von Christ sind mir nicht bekannt. Ich wüsste gerne mehr.

  • Ich stoße gerade in meiner LP-Sammlung auf einen großen Querschnitt aus der Operette "Ein Walzertraum". Unter der Ltg. von Franz Bauer-Theussl singen Renate Holm, Else Liebesberg, Dagmar Hermann, Rudolf Christ und Herbert Prikopa. Folgende CD scheint identisch mit meiner Besetzung zu sein:

  • Hallo, Taminos!


    Im Nachgang zu meinem Beitrag Nr. 15 nenne ich vier Aufnahmen mit Rudolf Christ, die ich erst nach der Veröffentlichung des ihm gewidmeten Heftes von "Stimmen, die um die Welt gingen..." (2006) finden konnte:


    "Der Liebestrank" (Donizetti): (Nemorino) mit Lotte Rysanek (Adina), Maria Kowa (Giannetta), Theo Baylé (Belcore) und Friedrich Nidetzky (Dulcamara) / Der Chor und das Orchester der Wiener Volksoper / Chorltg.: Franz Holetschek / Dirigent: Argeo Quadri (Wien, Volksoper, 3. 5. 1962) 'Cantus Classics' und 'Hamburger Archiv' (CD).


    "Der Evangelimann" (Kienzl): (Mathias Freudhofer) mit Gerlinde Lorenz (Martha), Milka Nistor (Magdalena), Ernst Gutstein (Johannes Freudhofer), Friedrich Nidetzky (Friedrich Engel), Peter Drahosch (Xaver Zitterbart), Hans Strohbauer (Anton Schnappauf), Erwin Lehnert (Herr Aibler), Eleonore Wedekind (Frau Aibler), Hildegund Stieger (Frau Huber), Wolfgang Witte (Hans), Kurt Ruzicka (Nachtwächter), Elfriede Kroegler (Lumpensammlerin) / Die Mozart-Sängerknaben / Der Chor und das Orchester der Wiener Volksoper / Chorltg.: Franz Gerstacker / Dirigent: Dietfried Bernet (Wien, Volksoper, 2. 11. 1967) Bisher unveröffentlicht.


    "Die blaue Mazur" (Lehár): (Graf Julian Olinski) mit Heidemarie Ferch (Gräfin Blanka von Lossin, Julians Braut), Liselotte Schmidt (Gretl Aigner, Varietétänzerin), Peter Drahosch (Adolar von Sprintz , Julians Freund) / Harry Kupetz (Clemens, Freiherr von Reiger, Adolars Onkel*), Georg Matthes (Leopold Klammdatsch, Fabrikant*) / Peter Uray (Jan von Zastoja*), Rolf Döring (Stefan, Exzellenz von Uxa*) / Bertl Halowanic (Nandine,seine Gemahlin*) / Erika Guttenthaler (Frau von Hongardt*) / Alfred Schwetz (von Treskow, Polizeipräfekt*) / * = Sprechrolle / Der Chor und das Orchester des Landestheaters Linz / Chorltg.: Leopold Mayer / Dirigent: Fritz Zwerenz (Linz, Studio Oberösterreich des ORF, 1961) 'Cantus Classics' und 'Hamburger Archiv' - die Namen einiger Mitwirkenden werden falsch geschrieben. (CD) (Im Anhang der CD des 'Hamburger Archivs' findet sich ein Querschnitt aus "Der Graf von Luxemburg" / 'Decca' 1949 mit Rupert Glawitsch.) Es handelt sich hier nicht um einen Bühnen-Mitschnitt, sondern um eine Rundfunk-Produktion des ORF in einer eigenen Bearbeitung der Operette, z. T. mit veränderten Rollen gegenüber der Original-Version.


    "Dichter und Bauer" (von Suppé): (Leutnant Peter von Harbach) mit Antonia Fahberg (Verena von Bachler, Dichterin), Liselotte Schmidt (Putzi, Verlobte von Phöbius), Gertrud Burgsthaler (Maria Teresa, Haushälterin von Stanislaus), Kurt Huemer (Phöbius), Friedrich Nidetzky (Stanislaus von Bukovic, Gutsherr, Vater von Phöbius), Rudi Joksch (Xaver Krummnickel, Briefträger*), Hasso Degner (Oberst Niklas von Schöndorf*), Arnfried Hanke (Adjudant*) und Adolf Schmitt-Renner (Korporal*) / * = Sprechrolle / Der Linzer Rundfunkchor / Das Bruckner-Orchester Linz / Dirigent: Leopold Mayer (Linz, Brucknerhaus, 1969) 'Hamburger Archiv' - mit Druckfehlern bei den Sängernamen (CD - Anhang: Ausschnitte aus "Die schöne Galathée" unter Franz Marszalek)

    Franz von Suppé steuerte zu dem Vaudeville "Dichter und Bauer" von Carl Elmar (UA 24. 8. 1846, Theater an der Wien) die berühmte Ouvertüre - die er schon vorher in zwei anderen Bühnenwerken verwendet hatte - und einige Musiknummern bei. 1901 schrieb Georg Kruse (Pseudonym: F. Silesius) für Berlin ein neues Libretto mit zusätzlicher Verwendung von anderen Melodien Suppés. 1936 wurde in Bremen eine musikalische Neufassung von Franz Werther mit dem Libretto von Gustav Quedenfeldt und Eugen Rex aufgeführt. Für eine Produktion des Bayerischen Rundfunks - unter Werner Schmidt-Boelcke - haben Ludwig Bender (Text) und August Peter Waldenmeier (Musik) 1952 wieder eine neue Bearbeitung geschaffen. Und schließlich gab es 1986 in Nürnberg eine Inszenierung, für die der Tenor Kurt Huemer auch ein neues Libretto schrieb; die Musik bearbeitete Edgar Bredow. Da ich die Linzer Aufnahme nicht kenne, weiß ich auch nicht, welche der Fassungen (vor 1986) hier verwendet wurde; die Version der UA von 1846 oder die 'Bremer Fassung' von 1936 - wie vom 'Hamburger Archiv' angegeben - ist es jedenfalls nicht, da die Rollen nicht überein stimmen.


    Die obengenannten Angaben zu "Die blaue Mazur" und "Dichter und Bauer" werde ich auch in den Threads 'Die blaue Mazur von Franz Lehár' bzw. 'Suppés Operetten - mehr als nur Ouvertüren' posten. Überhaupt ist mir aufgefallen, dass man besonders bei den Operetten-bezogenen Threads selten die dafür spezialisierten Sänger (aktuell: Rudolf Christ) aus dem Thread 'Die berühmte Stimme' als Grundlage heranzieht. Denn auch dort sind viele Werke und Aufnahmen genannt, von denen man im Operetten-Portal nichts weiß!


    Viele Grüße!


    Carlo

  • Da bin ich wieder!


    Viele der in meinem Beitrag Nr. 15 genannten Gesamtaufnahmen sind inzwischen auf CDs der Firmen 'Cantus Classics' und 'Hamburger Archiv' erschienen - siehe die folgende Aufstellung; Einzelheiten der Besetzung sind in den Internet-Katalogen dieser Labels abrufbar. (1 = 'Cantus Classics' bzw. 'Line Music' / 2 = 'Vocal Classics' bzw. 'Hamburger Archiv für Gesangskunst')


    Edmund Eysler "Künstlerblut" = 1 und 2 / Leo Fall: "Die schöne Risette" = 2 / Leo Fall "Der liebe Augustin" = 2 / Leo Fall: "Die Rose von Stambul" = 1 und 2 / Oscar Jascha: "Das Rendez-vous" = 1 / Oscar Jascha: "Die Vogelscheuchen" = 1 / Imre Kálmán: "Der Zigeunerprimas" = 1 und 2 / Rudolf Kattnigg "Das hölzerne Herz" = 1 und 2 / Rudolf Kattnigg: "Kaiserin Katharina" = 2 / Franz Lehár: "Der Mann mit den drei Frauen" = 1 und 2 / Franz Lehár: "Das Fürstenkind" = 2 und 'Opera-Club.net' / Franz Lehár: "Der Rastelbinder" = 1 und 2 / Albert Lortzing: "Die Opernprobe" = 1 und 'Myto' / Johann Strauß: "Prinz Methusalem" = 2 und 'Opera-Club.net' / Johann Strauß: "Die Tänzerin Fanny Elssler" = 1 und 2 und 'Membran' / Karl Zeller: "Der Vogelhändler" = 2 / Die Aufnahme der Operette "Zigeunerliebe" (Lehár) wurde 2002 vom ORF in Eigenveröffentlichung zum 90. Geburtstag von Esther Réthy herausgegeben.


    Die anderen in dem Beitrag Nr. 15 genannten - bisher nicht veröffentlichten - Aufnahmen werde ich demnächst ausführlich nennen. Gemessen an der Anzahl dieser auf CD erhältlichen Rundfunk-Aufnahmen kann man Rudolf Christ wohl nicht als 'vergessen' bezeichnen!


    Carlo