Benutzt Ihr Nachschlagewerke im Klassikbereich?

  • Hallo,


    Was mich interessieren würde ist, ob Ihr Nachschlagewerke, klassische Musik betreffend habt, bzw wenn ja welche.
    Ich bin zwar einigermaßen versorgt, allerdings nicht in allen Belangen und schon gar nicht optimal.


    Mein Vorschlag wäre, beispielsweise einen Opernführer, ein Musiklexikon, einen CD-Führer, ein Buch über einen Komponisten etc. das man besitzt,oder sehr gut kennt, hier vorzustellen, und seine Vorzüge, aber auch seine Nachteile hier vorzustellen.


    Ebenso interessant wären aber auch Stimmen, die sagen: Ich brauch sowas gar nicht, weil ......



    Freundliche Grüße aus Wien
    Alfred

  • Oft greife ich zu folgendem Buch:



    Das Werk bietet vor allem Masse . Biographische Infos zu vielen Interpreten der klassischen Musik des letzten Jahrhunderts, mit Wertungen geht man zurückhaltend um. Eine Neuauflage wäre notwendig, allerdings überschaue ich den aktuellen Bereich einigermaßen. Schwierig für wird es dagegen in der Vergangenheit. Da sagen mir viele Namen rein gar nichts und so ist dieses Nachschlagewerk recht hilfreich.


    Gruß
    Anti

  • Hej,


    ich benutze unter anderem das dreibändige "Konzertbuch Orchestermusik" aus dem VEB Deutscher Verlag für Musik immer wieder mit Vergnügen. Mangels ausreichender Kenntnisse kann ich nicht sagen, ob es ein wirklich guter Konzertführer ist - für mich reichen die angebotenen Informationen aus, und die "sozialistische" Betrachtungsweise bereichert das Lesen ungemein :))!


    Reicht fast an die Vorworte meiner DDR-Klassikerausgaben heran. Ach ja, die schönen Zeiten des Zwangsumtauschs... (falls ehemalige DDR-Bürger das nicht so lustig finden sollten - bitte nicht übelnehmen :) !).


    Grüße,


    Astrid

  • Hi Astrid,


    warum sollte Dir das jemand übel nehmen? Höchstens daß da jemand für sein zwangsumgetauschten Geld Bücher mitgenommen hat, die kaum für uns reichten... ;)
    Ansonsten finde ich es schon erfreulich, daß diese Bücher eine solche Verbreitung gefunden haben.


    Ich habe diese Bände auch und benutze sie heute noch regelmäßig und gern, weil sie auch für einen musikalischen Laien wie mich relativ gut verständlich sind. Es gibt übrigens auch noch ein einbändiges Konzertbuch Klaviermusik aus der gleiche Reihe. Geplant waren "Vokalsinfonik", "Kammermusik" und "Klavierlied". Ich weiß nicht, ob die je erschienen sind. Ich war durch meinen Berufseinstieg lange Jahre etwas abgelenkt vom Thema Klassik.
    Wenn man in der DDR groß georden ist, weiß man die "sozialistische Betrachtungsweise" als das zu nehmen, was sie ist, eine notwendige Verzierung um das Werk so veröffentlichen zu können. Da mußte halt allen Komponisten wenigstens eine humanistische Grundhaltung bescheinigt werden, ein antikapitalistischer Ansatz war natürlich noch besser... Dafür finden sich dort aber auch Sachen, die in kaum einen anderem Konzertführer zu finden sind.
    Ansonsten habe ich noch einen Opernführer aus der gleiche Zeit. Der gleiche stand auch bei meinen
    Eltern im Regal und ich habe ihn als Junge gelesen wie einen Band Kurzgeschichten.


    In neuerer Zeit habe ich mir Reclams Konzertführer zugelegt. Auch nicht schlecht, aber schon anspruchsvoller. Ansonstern stöbere ich viel im Internet herum, wenn mich ein Komponist oder ein Werk interessiert.


    Viele Grüße
    Reinhard

    Einer acht´s - der andere betracht´s - der dritte verlacht´s - was macht´s ?
    (Spruch über der Eingangstür des Rathauses zu Wernigerode)

  • Hallo Reinhard,


    Zitat

    "Höchstens daß da jemand für sein zwangsumgetauschten Geld Bücher mitgenommen hat, die kaum für uns reichten..."


    Ja, zum Beispiel das. Oder, daß Ihr für das, was wir fast geschenkt bekamen, teuer bezahlen musstet. Ich habe das damals als sehr ungerecht empfunden. Es gab auch genug Leute aus der Bundesrepublik, die sich offen über das DDR-Geld lustig gemacht haben; das hat die Sache nicht besser gemacht.


    Andererseits bin ich auf diese Weise an so einige gute Bücher gekommen, die ich mir sonst nie hätte leisten können :).


    Herzliche Grüße,


    Astrid

  • Hallo ,


    die von Astrid und Reinhard erwähnten Bücher Orchestermusik schätze ich auch sehr. Ebenfalls konnte ich noch Klaviermusik aus dieser Reihe antiquarisch erwerben.
    Mit dem Knaurs Konzertführer war ich nicht so zufrieden, da dieser mir zu stark subjektiv gefärbt
    erschien. So werden Komponisten, die der Autor nicht
    so mag, viel zu kurz abgehandelt.


    Sonst verwende die Opernführer von Kurt Pahlen.
    Reihe "Opern der Welt" :
    z.B.


    Diese Reihe behandelt eine Oper so detailliert,
    daß man beim Hören das Libretto mitlesen und
    auch Kommentare zur Musik verfolgen kann. Diese Ausführlichkeit findet man sonst in keinem anderen Opernführer. Auch gelegentliche persönliche Bewertungen über die Musik finde ich spannend.
    Es gibt auch noch einen großen Opernführer von Pahlen, den ich ebenfalls besser als den Reclam Opernführer
    einschätze.


    Gruß
    Rüdiger

    Gruß
    Rüdiger


    ________________________
    Lärm ist ... nur eines der Übel unserer Zeit, wenn auch vielleicht das auffälligste. Die anderen sind Grammophon, Radio und neuerdings die verheerende Television.


    C.G. Jung

  • Oft und gern verwende ich den "Harenberg Kammermusikführer", mit 50 Euro recht teuer, aber eben auch ein echter Wälzer und aufwändig gestaltet mit unzähligen Fotos von Interpreten, Komponisten, Partituren... Kenntnisreich geschreiben, aber nicht akademisch oder gestelzt. Dieses Buch hat mich an viele Werke und auch an Kompponisten herangeführt, die ich zuvor nicht kannte, und oft ist meine so enstandene Neugier durch ein feines Hörerlebnis belohnt worden. Hilfreich sind dabei die angegebenen Referenzzaufnahmen.
    Die Musik des 20. Jh. ist meines Erachtens gut vertreten, im Bereich Alte Musik dagegen klafft so manche Lücke (Marin Marais! William Lawes!) Wird wohl Zeit für eine Neuauflage?
    Der Hardenberg Verlag bietet auch Führer zu Symphonik, Oper und Chormusik im gleichen Format, die ähnlich lobenswert scheinen, aber da hab ich jeweils nur durchgeblättert.

  • Hallo


    Auch ich verwende etliches von HARENBERG
    (der übrigens, wenn ich richtig informiert bin, seit kurzem zu BROCKHAUS gehört.


    Zum Harenbergs Konzertführer ist ähnliches zu sagen, wie zu seinem Bruder dem
    Kammermusikführer: Dick, reich bebildert, kompetent,informativ und eher ausführlich.
    Zu den Bildern ist zu sagen, daß etliche gebracht wurden, die man eher selten findet.


    Jedoch: Eine tendenzielle Lastigkeit zur Moderne ist bei einem Nachschlagewerk schon an sich unerfreulich, aber davon kann hier nicht die Rede sein: Ich habe den Eindruck , daß der Herausgeber am liebsten auch Mozart rausgenommen hätte.
    Da werden Komponisten aufgeführt, wo man sich die Frage stellt: Warum Eigentlich?, aber an sich ist dagegen wenig einzuwenden, Wenn aber beispielsweise PLEYEL, CANNABICH, EBERL, KOZELUCH, VRANICKI, F.X.MOZART und RUBINSTEIN fehlen,um nur einige wenige zu nennen, dann kann das nicht mehr kommentarlos hingenommen werden. Selbst mein alter Konzertführer, der wesentlich spartanischer anmutet und ca 30 Jahre alt ist, also zu einer Zeit erschien, wo es von den genannte Komponisten lediglich wenige Schallplatten, wenn überhaupt, gab, ist hier ausführlicher.
    Mein nächster Konzertführer wird aller voraussicht nicht von Harenberg sein.


    Aber ähnliche Mängel weist ja scheinbar auch der
    Reclam Konzerführer auf, wie Rüdiger schreibt.
    Allerdings ist der Harenberg erheblich teurer und da darf man schon strengere Maßstäbe ansetzen.



    Gruß
    Alfred

  • Musiklexika: Musikbrockhaus Riemann (eine Art kleine Ausgabe der MGG)
    Bibilothek der meisterwerke (3 dicke bände für 7 euro)


    Konzertführer Klassik: Wulf konold (Serie Musik Atlantis Schott), Orchestermusik von a-z. leider nur klassik. aber dennoch gut. mit vielen notenbeispielen und historischen erläuterungen und eckdaten.

  • Heute wollte ich Euch eigentlich ein Buch über Joseph Haydn vorstellen,
    mit Bild und alem was so dazugehört.
    Leider sehe ich, daß es nur mehr antiquarisch erhältlich ist (je nach Zustand 20-25 Euro)


    H.C. Robbins LANDON
    JOSEPH HAYDN
    Sein Leben in Bilder und Dokumenten
    Verlag Fritz Molden Wien



    Meine Auflage ist aus 1981, die Lletzte erschien allerdings 1990. Inwieweit sie sich unterscheiden weiß ich nicht.
    Das Besondere an diesem Buch ist die Vielfalt an Haydn Portraits und Abbildungen im Allgemeinen, 220 Abbildungen, davon sind 44 in Farbe.


    Schon allein das Vorwort ist lesenswert. Landon erklätz dort wie es zu diesem Buch kam, welches er ursprünglich mit O.E.Deutsch, dem Verfasser des Deutsch Verzeichnisses von Schubert, gemeinsam hrausbringen wollt, wieso es nicht dazu kam, uns warum er sich dann, nach dem Tode von Deutsch trotzdem entschloß diese Bildbiographie, eine solche ist es nämlich herauszubringen.



    Wer das Buch besitzt, sollte sich glücklich schätzen


    Gruß aus Wien


    Alfred

  • Hallo Alfred,
    ja, und warum stellst Du es uns dann nicht (ausführlich) vor?
    Heutzutage kann man ja relativ bequem im Antiquariat per Internet kaufen....
    Gruß Reinhard

    Einer acht´s - der andere betracht´s - der dritte verlacht´s - was macht´s ?
    (Spruch über der Eingangstür des Rathauses zu Wernigerode)

  • Hallo Reinhard und andere Interessenten,


    Gerne komme ich Deiner Aufforderung nach.
    Ich hab mir ein wenig Zeit gelassen, aus verschiedenen Gründen, erstens erschien mir das Thema ein wenig zu spezifisch, was aber viel wichtiger war: Wie bescheibt und beurteilt man en Fachbuch, wenn man selbst kein Musikwissenschafter ist ?


    Ich glaube ich habe eine praktikable Lösung gefunden:



    Zunächst, wenn man ein Fachbuch (auch , oder gerade ein "populärwissenschaftliches", dann sollte mandem Autor besonderes Augenmerk schenken.


    In diesem Fall handelt es sich um H.C. Robbins Landon, geboren 1926 in Boston, betrieb seit 1947 Haydn-Quellenstudien in Wien, war als Musikkritiker tätig,gründete 1949 die "Haydn Society" gab etliche Werke Haydns in Urausgeben heraus, sowie eine 5 bändige Haydn Biographie, er gilt nach Anthony van Hoboken, dessen Verzeichnis er ergänzte und korrigierte als d e r Haydn Forscher schlechthin.


    und gilt als anerkannter Haydn-Experte. Nebstbei verfasste er Werke über andere Komponisten aus dem Bereich der Wiener Klassik und den Text etlicher Booklets zu Haydn-Cds


    Das mir vorliegende Buch
    Joseph Haydn
    Sein Leben in Bildern und Dokumenten
    erschienen 1981 bei Verlag Fritz Molden Wien
    (1.-10 Tausend)


    ist eine Übersetzung der Originalausgabe


    HAYDN. A Documentary Study
    Thames and Hudson Ltd London


    Das Buch ist im Großformat, etwa 21 mal 31 cm
    in weinrotem Leinen gebunden
    Es hat 220 Seitn, 220 Abbildung, 44 davon in Farbe.


    Zum Inhalt und Aufbau:


    Nach einer umfassenden Einleitung folt Haydns Leben in 4 Etappen eingeteilt


    • Die frühen Jahre 1732-1765
    • Die Jahre in Esterháza 1766-1790
    • Besuche in England 1791-1795
    • Die späten Jahre in Wien 1796-1809


    Dieser Teil ist leicht fasslich geschrieben und überreich illustriert mit etlichen zeitgenössischen Portraits von Haydn, seiner Gönner, Förderer, Geschäftspartner und Kollegen, aber auch Stichen und Gemälden mit darstellungen des Umfelds in dem Haydn verkehrte.
    Dazu kommen notenbeispiele und Facsimile von Briefen.


    Der Text, selbst eigentlich eher kurz ist durchsetzt mit zahlreichen Originalzitaten (sie machen weit mehr Anteile aus als der eigentliche Text), vorwiegend Auszüge aus Briefen von Haydn und (vor allem) von Zeitgenossen aus seinem Umfeld.


    Nun folgen die Anhänge:


    Haydn Handschriften im BIld (Fotos von von Haydn Autographen, bzw Entwürfen)


    Chronologie


    Haydns Leben in Stchworten, daneben eine zweite Spalte die seine wichtigsten Komositionen aus dieser Zet auflistet.


    Ausgewählte Bibliographie


    Knappe übersicht über Biographien, Korrespondenz von Haydn, Haydn Ausgaben etc., eher knapp gehalten.


    Es folgen genealogesche Tafeln (2 Seiten) der Dynasty Esterhazy und Habsburg, ein Bildquellennachweis sowie ein Personen- und Sachregister



    Das Buch ist IMO eine Fundgrube für den abitionierten Laien und in keiner Weise langweilig


    Die Preise im Antiquariat (Auflage 1990) sind mit 20-25 Euro nicht gerade wohlfeil, was dem Buch ein hervorragendes Zeugnis ausstellt.



    Freundliche Grüße aus Wien


    Alfred

  • Hallo Alfred,


    ich habe meine beiden Standardwerke:




    Daneben benutze ich noch den ein oder anderen Opernführer, wie beispielsweise den:


    Beste Grüße aus Bonn
    Matthias


    Ich tu', was meine Pflicht gebeut, doch hass' ich alle Grausamkeit (ROCCO)

  • Hallo Taminoianer,


    Weihnachten steht ja nun wieder vor der Tür, und ich überlege gerade, ob das "Große Cambridge-Buch der Musik" auf den Wunschzettel sollte. Wer von Euch kennt es? Wie sind Eure Erfahrungen? Sollte man sich gegebenenfalls die zugehörigen CDs auch gönnen?
    Wäre nett, wenn Ihr mir Entscheidungshilfe geben könntet.


    Herzliche Grüße
    Reinhard

    Einer acht´s - der andere betracht´s - der dritte verlacht´s - was macht´s ?
    (Spruch über der Eingangstür des Rathauses zu Wernigerode)

  • Lieber Reinhard,


    ich habe schon seit einiger Zeit das Cambridge Buch der Musik. Es gibt einen weiten Überblick, die Beiträge zu den einzelnen Komponisten sind knapp, aber informativ. Ein Buch, das man mit Genuß lesen und in dem man auch immer wieder stöbern kann. Die CDs zum Buch habe ich nicht. ich kaufe lieber meine eigenen Aufnahmen.


    Zum allgemeinen:


    Ich benutze die Harenberg-Führer Kammermusik, Konzertmusik und Chormusik.


    Um einen Überblick über vorhandene Aufnahmen zu finden, benutze ich sehr häufig zwei englische Führer:


    Penguin Guide to Compact Discs and DVD und


    Gramophone Classical Good CD Guide.


    Eine Meinung muß man sich natürlich selbst bilden; aber es gibt doch etliche - auch ältere - Aufnahmen, auf die man ohne solche Hinweise nur schwer stößt. Also, ich wälze oft diese recht umfangreichen Schwarten und recherchiere dann weiter im Internet. Das MGG habe ich ebenfalls, in digitaler Form.


    Mit herzlichen Grüßen


    Matthias

  • Hallo,


    mir unentbehrliche Nachschlagewerke sind die Reclam-Führer zur Kammermusik, Klaviermusik und Konzert(-musik). Die bieten einen guten Überblick, haben Gehalt (soweit ich das beurteilen kann) und sind auch sprachlich sehr ansprechend.


    Allgemeine Fragen versuche ich mit dem DTV-Atlas zur Musik zu beantworten.


    Im Opernbereich sind Kestings 'Die grossen Sänger' und der Opernführer von Ulrich Schreiber meine wichtigsten Nachschlagewerke.


    Einen guten Orgel-Führer habe ich noch nicht gefunden. Tipps sind willkommen!


    Gruß,
    Oliver

  • Zitat

    Original von Oliver
    Einen guten Orgel-Führer habe ich noch nicht gefunden. Tipps sind willkommen!


    Sofern Du (etwas) französisch kannst: Der bei Fayard erschienene "Guide de la musique d'Orgue" ist sehr ausführlich (über 800 Dünndruckseiten) und bietet eine Fülle an analytischen Werkeinführungen. Kein mir bekannter deutscher oder englischsprachiger Orgelmusikführer reicht in dieser Preisklasse (€ 25) an dessen Informationsgehalt heran. Die übrigen gängigen deutschen Orgelmusik-Führer sind entweder zu oberflächlich, zu teuer oder bieten dem Konzerthörer nicht die Informationen, die er braucht, da sie eher für Praktiker gedacht sind.


    In gleicher Ausstattung ist ebenfalls erschienen:
    Guide de la musique
    - symphonique
    - de chambre
    - piano et clavecin
    - sacrée et choral profane (2 Bände)
    - mélodie et lied


    Zu Bezihgeen sind die Bände beispielsweise über amazon.fr.

  • Hallo


    oliver suchte einen Orgelführer.


    Da gibt es den Reclam Orgelmusikführervon Viktor Lukas - Naja, teueres kleines Büchlein, ob man das haben muß...?


    Es gibt bei Bärenreiter auch einen "Orgelführer Deutschland" von k.-h. Göttert und E. Isenberg. Darin werden diverse Orgeln in Deutschland kurzweilig bis witzig vorgestellt. (Eine vollständige Disposition der Orgeln ist selbstverständlich auch dabei). Ich glaube, es gibt jetzt auch einen "Orgelführer Europa" (oder Österreich?)


    Es gibt ja soooo viele Nachschlagewerke - am besten man geht in eine Musikbibliothek und konsultiert immer den MGG (Musik in Geschichte und Gegenwart, 2 editionen, unzählige Bände) oder den englischen "New Grove" oder die anderen.


    Für ein Opernachschlagewerk in einem Band ist dieses hier vorbildlich und erschöpfend (für einen band)


    Gruß aus Frankfurt, Markus

  • Allain Paris ist für mich auch unverzichtbar. Ich besitze auch die Reclam-Konzertführer (komplett inkl. Gesang, Oper, Orgel, Kammermusik, Klavierführer), die finde ich auch sehr hilfreich. Seit einiger Zeit habe ich die Harenberg-Reihe. Die finde ich etwas problematisch. Sehr informativ, aber etwas gefärbt, wegen der Referenzeinspielungs-Empfehlungen. Da vermisse ich manchmel herausragende Aufnahmen. D e r Opernführer schlechthin, neben 20 anderen, die ich auch besitze, ist von Ulrich Schreiber. Etwas für Kenner eben. Das MGG auf CD rom ist unverzichtbar, ich liebe außerdem mein zweibändiges DDR-Seeger-Musiklexikon von 1966. Sicher nicht mehr auf der Höhe der Zeit, doch schöne Beiträge und kunstvoll geschrieben, dazu kompakt! Natürlich habe ich auch Propyläen: Welt der Musik. Das Handbuch der Klaviermusik von Peter Hollfelder (zweitausendeins) ist super und führt (fast) alle Klavierkompositionen auf, die es gibt. Spezialliteratur zu Geigern, Pianisten (Kaiser, Schonberg) ist immer willkommen. Mehr und mehr nutze ich das Internet zur Recherche. Zu Mozart habe ich 3 lfd. Meter Nachschlagewerke. Der Musikallmanach von Bosse/Bärenreiter klärt über das Deutsch/Schweizer/Österreichische Musikleben auf. Attila Csampais Konzertführer ist auch gut. So, das ist mal was für's erste!

  • Zitat

    Original von ThomasBernhard
    Hallo


    oliver suchte einen Orgelführer.


    Da gibt es den Reclam Orgelmusikführervon Viktor Lukas - Naja, teueres kleines Büchlein, ob man das haben muß...?


    Markus und Oliver


    ich habe den Orgelführer seinerzeit im Antiquariat für ein paar EURO gekauft. Vielleicht kann oliver mal hier, hier oder hier schauen, ob er da zur Zeit angeboten wird.

    Beste Grüße aus Bonn
    Matthias


    Ich tu', was meine Pflicht gebeut, doch hass' ich alle Grausamkeit (ROCCO)

  • Tag,


    seit gestern spontan in Gebrauch, Bielefelder Katalog Klassik, 2005, 1968 Seiten, DIN A4-Format, Gewicht 3.825 Gramm, mehr als 45.000 Einträge, man benötigt eine Lupe um die Fülle der Informationen anstrengungslos lesen zu können, Preis 24,50 Euro mit einer CD-ROM. Nützlich? - Nun, sogleich auf eine 'verloren' vermeinte Aufnahme gestoßen. Also, nützlich.


    MfG
    Albus

  • Sagitt meint:


    Ich will auf die Werke des Konrad Beikircher aufmerksam machen. Natürlich ist das kein Musikwissenschaftler ,sondern ein Kabarettist, aber mit einer Leidenschaft für die klassische Musik. Palazzo Bajazzo oder Andante spumante ist nicht nur Witz, sondern intellegenter Umgang mit Werken klassischer Musik. Beikircher ist informiert und informiert uns, aber eben auf eine witzige Art und Weise und das Prätentiöse des Klassik-Fans wird wunderbar aufgespiesst. Hab ich auf CD besser...eine der Killersätze in Pausengesprächen.Wenn man das eigene Tun um Spiegel der Satire sehen kann, muss davon nicht Abstand nehmen, aber kann es vielleicht mit einem Schmunzeln ein wenig relativieren.

  • Hallo,


    Als ich im CD-Führer-Thread die Frage nach dem Harenberg Klaviermusikführer las war ich zunächst verwundert. Ich war felsenfest davon überzeugt, den hier bereits vorgestellt zu haben.


    Die Frage ob sich die Anschaffung lohnt würde ich mit ja beantworten, speziell für jene, die sich auf den Harenberg Konzertführer verlassen (müssen). In vielen Konzertführern anderer Verlage waren ja zumindest die wichtigsten Werke für Soloklavier aud angeführt, meinch auch besprochen, was bei Harenberg ja nicht der Fall ist.


    Natürlich ist die Trennung teurer, naturgemäß sind die Besprechungen auch ausführlicher. Auf 1008 Seiten lässt sich schon was unterbringen.
    Ca 600 Werke werden besprochen.


    Neben dem "allgemeinenTeil" der sinnvoll bebildert ist, wie schon sein Bruder der Konzertführer, bietet der Harenberg auch noch ein kleines Pianistenlexkon auf 48 Seiten, das etwa 250-300 Pianisten enthält, zwei drittel davon mit Bild.


    Dazu gibt es eine (sehr kurze) Geschichte des Klavierspiels und eine kurze Übersicht über die diversen Klavierarten (nennt sich Instrumentenlexikon, das ist aber weit übertrieben), sowie ein kleines Glossar.


    Die Empfehlungen stammen diesmal von Fono-Forum.


    Spezialisten werden sicher einiges vermissen, zudem ist die Auflage von 1998, was einige Namen an sich ausschließt.


    Wie schon bei Opern- und Konzertführer des geichen Verlagshauses bemäkelt, liegt der Schwerpunkt mehr auf Klassik- Romantik und Klassischer Moderne als im Barock.(ich zähle das Cembalo eindeutig als Klavier)


    Man ärgert sich bei jedem Nachschlagewerk, wenn irgend etwas, das man sucht nicht gebührend behandelt wurd, aber alles in allem möchte ich für meine Person auf dieses Nachschlagewerk nicht verzichten.



    Freundliche Grüße


    aus Wien



    Alfred

  • Alfred Dürrs 1040 Seiten-Wälzer ist unentbehrlich für jeden, der in das Universum Bach-Kantate einsteigen will.
    Alle "Libretti" sind abgedruckt, zu jeder Kantate eine ausreichend ausführliche Werkeinführung und zudem eine 100 Seiten lange Einführung in das Thema kantate allgemein. Toller Schmöker zum nachschlagen und blättern!


  • Hallo,
    was den Orgelführer betrifft: Danke für Eure Tips! Einige Eurer Tips kannte ich schon, anderen werde ich nachgehen. Allein, wo Ihr mich vielleicht falsch verstanden habt: Ich bin nicht auf einen 'billigen' Führer fixiert.
    Die mir bekannten Orgelführer sind mehr oder weniger seelenlose Kataloge. Zur Orgelmusik gehört aber unbedingt die Auseinandersetzung mit den Instrumenten. Meine Lieblings-Orgelmusik ist (auch) mit einem Instrument verbunden. Meine Lieblings-Sinfonie nicht!
    Deshalb werden (von mir) an einen Orgelführer andere Maßstäbe angesetzt als an einen (Instrumental-Musik)Konzertführer.


    So, genug der 'Führer' :)


    Danke fürs Lesen,
    Oliver

  • Moin,


    ich habe noch zwei Opernfüher, die ich uneingeschränkt empfehlen kann, und beide in meinem Regal stehen. Ist halt nicht so dröge wie mein uralter Pahlen.




    so sieht meiner aus. Die Neuausgabe mit Operette und Musical sieht so aus:



    :hello:

  • Hallo,


    Nachschlagewerke / Musiklexika nutze ich vor allem zur Erstellung von Komponisten-Werkverzeichnissen, allerdings nur in Bibliotheken. (Anschaffung zu teuer.)
    Die mir wichtigsten und ausführlichsten sind:


    Musik in Geschichte und Gegenwart - MGG
    The New Grove
    Pipers Enzyklopädie des Musiktheaters: Oper - Operette - Musical - Ballett
    Komponisten der Gegenwart (KdG); Text und Kritik


    Johannes

  • Zitat

    Original von Oliver
    was den Orgelführer betrifft: Danke für Eure Tips! Einige Eurer Tips kannte ich schon, anderen werde ich nachgehen. Allein, wo Ihr mich vielleicht falsch verstanden habt: Ich bin nicht auf einen 'billigen' Führer fixiert.
    Die mir bekannten Orgelführer sind mehr oder weniger seelenlose Kataloge. Zur Orgelmusik gehört aber unbedingt die Auseinandersetzung mit den Instrumenten. Meine Lieblings-Orgelmusik ist (auch) mit einem Instrument verbunden. Meine Lieblings-Sinfonie nicht!
    Deshalb werden (von mir) an einen Orgelführer andere Maßstäbe angesetzt als an einen (Instrumental-Musik)Konzertführer.


    ICh solltge vielleicht noch erwähnen, dass in dem französischem Orgelmusikführer von Fayard bei den "großen" Komponisten-Kapiteln zwischen Biografie und Werkbeschreibungen ein mehr oder weniger umfangreicher allgemeiner Abschnitt über Stil, Entwicklung und z.T. auch Instrumente (teilweise mit Dispositionen) abgedruckt ist. J.S.Bach sind beispielsweise knapp 100 Seiten gewidmet, davon 1 Seite Biografie, 8 Seiten allgemeine Einführung und der Rest Werkeinführungen.


    Noch ein Wort zu den übrigen mehr oder weniger verbreiteten Orgel-Nachschlagewerken:


    Beckmann: Repertorium Orgelmusik
    In erster Linie für MNusikwissenschaftler und Interpreten gedacht. Ein reines Biografie- und Werkverzeichnis. Für den Konzertbesucher sind höchstens die Biogarfien interessant, den Titel des Werkes findet er auch auf dem Programmzettel.


    Lukas: Orgelmusikführer
    Wurde ja schon genannt. Teuer und bietet relativ wenig Information. Weiterhin haben sich die Konzertliteratur-Schwerpunkte auf Romantik sehr ausgeweitet. Kurz: Kaum noch aktuell...


    Faber u.a.: Handbuch Orgelmusik
    Ein "Zwitterwesen", bei dem man von Abschnitt zu Abschnitt ins Grübeln kommt, für wen das Buch nun geschrieben ist. Bietet einerseits sehr gute Einführungen zu der Orgelmusik und Orgelbau der betreffenden Regionen und Epochen (auch für Laien interessant), dann wieder entweder Interpretationstipps/-hinweise, mit denen nur Organisten etwas anfangen können, dann wieder interessante Werkeinfürhungen und Hintergründe, die den Konzertbesucher interessieren könnten. Das Messiaen-Kapitel ist hervorragend. Auch werden manche "Standard"-Werke nur gestreift oder nicht nicht mal erwähnt, da der "Fachmann" sie ja sowieso schon kennt.


    Eventuell könnte Buschs "Lexikon von der Orgel" interessant werden, da es wohl in Sachen Orgelbau, Fachbegriffe und Komponisten ziemlich viel abdecken wird, allerdings wird es darin wohl keine typischen Werkeinführungen geben. Vom exorbitanten Preis schweigen wir einmal...


    Wie gesagt: aus "Konzertbesucher-Sicht" ist Fayard für mich immer noch die beste Wahl...


    Gruß
    Karsten