Dramma giocoso adé: Luigi Cherubini - MEDEA

  • Maria Luigi Carlo Zenobio Salvatore Cherubini wurde am 14. September 1760 als zehntes von zwölf Kindern in Florenz geboren. Er erhielt von seinem Vater, der selbst Cembalist war, ersten Musik- und Klavierunterricht. Bei Bartolomeo Felici und dessen Sohn Alessandro studierte Cherubini Kontrapunkt und ab 1778 Komposition bei Giuseppe Sarti in Venedig und Mailand. Schon bald durfte der äußerst Begabte kleinere Arien und Rezitative für Sartis Opern komponieren, schrieb aber auch eigene Messen und Oratorien. Während eines dreijährigen Aufenthaltes in London lernte er das Œuvre Georg Friedrich Händels kennen, übersiedelte dann aber 1787 auf Anregung des Geigers Viotti nach Paris und wurde Inspektor der Königlichen Musikschule. In Paris blieb Cherubini drei Jahre und komponierte dort für das Théâtre Feydeau französische Bühnenwerke wie Lodoïska, Elisa, Medea und Der Wasserträger.



    [Erstausgabe Luigi Cherubinis Medea]


    Durch Glucks Opern inspiriert, erlangte Cherubini einen neuen Kompositionsstil, der sich durch reiche Ausgestaltung des Orchesterapparats auszeichnet: farbige Instrumentationen und motivisch-inspirative Arbeit. Napoléons Affinität zur italienischen Musik verhinderte jedoch weitere Werke im dramatischen Stile Cherubinis, da kam 1805 ein Kompositionsauftrag aus Wien, wo er Gelegenheit zur Bekanntschaft mit Joseph Haydn und Ludwig van Beethoven hatte. Cherubini war von Beethoven sehr fasziniert und machte sich später für dessen Werk in Frankreich stark. Im gleichen Jahr [1805] belagerte Napoleon Wien und Cherubini wurde mit der Leitung der Hofkonzerte beauftragt. Es zog ihn aber wieder nach Paris, wo Cherubini in eine tiefe künstlerische Schaffenskrise geriet. Derweil beschäftigte er sich mit Botanik und Kartenzeichnen. Ganze zwei Jahre dauerte diese Krise an, bis er sich erneut der Komposition widmete: So entstand eine Messe in F-Dur, die mit großem Erfolg in Paris debutierte. Da ihm derzeit Opernkompositionen kein Glück bringen wollten, widmete er sich der Instrumentalmusik – so entstand nach einer Einladung der Philharmonischen Gesellschaft im Jahr 1815 in London seine Sinfonie in D-Dur, eine Ouvertüre und eine vierstimmige Hymne. 1816 wurde Cherubini eine Anstellung als Kompositionsprofessor zuteil und übernahm bis kurz vor seinem Tod die Leitung des Pariser Konservatoriums, wo er auch kurzzeitig Juan Crisóstomo de Arriaga unterrichtete.



    [Luigi Cherubini]


    Zu seinen weiteren Kompositionen gehören unter anderem zwei bemerkenswerte Requiem, ein achtstimmiges Credo und nicht zu vergessen seine Streichquartette. Im Jahre 1836 verfasste Cherubini den Cours de contrepoint [Theorie des Kontrapunkts und Fuge] und 1843 erschien sein eigenhändiger Titelkatalog, welcher Bottée de Toulmon in Paris herausgegeben wurde. Cherubini gilt schlechthin als Reformer der französischen Oper und Begründer eines neuen Stils, der die französische Oper in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts führend machte. Cherubini starb am 15. März 1842 in Paris.



    [Luigi Cherubinis Grabmahl in Paris]


    Nun, die wohl bekannteste Oper von Luigi Cherubini ist Medea, welche in der ersten – französischen – Fassung am 13. März.1797 in Paris uraufgeführt wurde. Eine 2. Fassung in italienischer Sprache [Tragedia in tre atti] fand am 6. November 1802 in Wien ihre Uraufführung. Kurz zur Handlung:
    Medea, eine der wohl bekanntesten Figuren der griechischen Mythologie ist als Priesterin im Tempel der Hekate tätig und des Zauberns kundig. Sie verliebt sich der Sage nach in den griechischen Helden und Anführer der Argonauten: Jason [Giasone]. Pelias, Jasons Onkel, machte ihm zur Auflage,das Goldene Vlies vom König Aietes zu erbitten. Danach sollte Jason die Herrschaft über die Stadt Iolkos erhalten. Unter Zuhilfenahme ihrer Zauberkräfte und mit Ratschlägen verhilft Medea gegen den Willen ihres Vaters Jason zum goldenen Vlies und anschließend zur Flucht. Als ihr Bruder auf Geheiß des Vaters die Verfolgung aufnimmt, lockt sie diesen in eine Falle, worauf Jason diesen tötet. Auf der weiteren Flucht heiraten Medea und Jason heimlich. In Iolkos angekommen, stellt Jason fest, dass sein Vater, seine Mutter und sein Bruder durch Verschulden seines Onkels zu Tode gekommen sind. Medea hilft Jason, sich zu rächen, indem sie die Töchter von Jasons Onkel anstiftet, ihren Vater zu töten. Nachdem Pelias Sohn [Cousin/Vetter von Jason] die Herrschaft über Iolkos im Wege der Erbfolge übernommen hat, flüchten Medea und Jason nach Corrinth. Dort gebiert sie drei Söhne namens Thessalos, Alkimenes und Tisander. Als Jason die jüngere Glauke [Glauce], Tochter des korinthischen Königs Kreon [Creonte] heiraten will, vergiftet Medea diese und deren Vater, erdolcht ihre eigenen drei Söhne und flüchtet auf einem Drachen zum König Aigeus nach Athen. Heimtückisch will sie den König Athens dazu bringen, seinen eigenen Sohn Theseus zu vergiften. Aigeus kann dies selbst noch rechtzeitig verhindern; Medea wird verstoßen und muss wiederum fliehen.
    Dieser für eine Oper recht umfangreiche – und für Nichtkenner nicht immer ganz einfach zu verfolgende – Stoff wurde bereits von Marc-Antoine Charpentier vertont. Während ich dies schrieb lief/läuft:



    Die Aufnahme ist kein Klangwunder, aber die Dramatik der Tragödie kommt durch die ADD-Verarbeitung recht gut rüber, klingt etwas "aus dem Untergrund". Es singen:


    Maria CallasMedea
    Jon VickersGiasone
    Fiorenza CossottoNeris
    Nicola ZaccariaCreonte
    Joan CarlylePrima ancella
    Elisabeth RustSeconda ancella
    David AllenCapitano delle guardie


    Direttore NICOLA RESCIGNO


    Orchestra and Chorus of the Royal Opera House Covent Garden
    Liveaufnahme vom 30. Juni 1959


    Interessant wäre natürlich, welche Einspielungen dieser Oper [und ggfs. warum] die Taminogemeinde bevorzugt und welche anderen Werke Cherubinis unbedingt aus staubigen Archiven herausgehievt werden müssen.


    Cordialement,
    Ulli

  • Hallo Ulli,


    durch Deinen dezenten Hinweis im "Was höre ich gerade jetzt (2006)"-Thread bin ich hierauf aufmerksam geworden.


    Leider kenne ich die Oper bis dato noch nicht, was sich aber bald ändern soll. Und wenn, dann natürlich mit der Callas.


    Deswegen meine Frage: Was verstehst Du unter "kein Klangwunder"?


    Vielleicht kommen ja noch ein paar Anregungen anderer Taminos/Paminas....



    Herzliche Grüße


    Stephan


    PS: Sollte dieser Thread nicht lieber ins Opernforum???

  • Salut,


    das:


    Zitat

    Original von thalion
    Leider kenne ich die Oper bis dato noch nicht, was sich aber bald ändern soll. Und wenn, dann natürlich mit der Callas.


    und das:


    Zitat


    Deswegen meine Frage: Was verstehst Du unter "kein Klangwunder"?


    gehört irgendwie zusammen: Die Aufnahme ist gewöhnungsbedürftig und erfordert m. E. höchste Aufmerksamkeit [Konzentration]. Ich habe die Medea sicher ohne Callas kennengelernt, ich weiß nur leider nicht mehr, welche Aufnahme es war [eine Bekannte hatte sie mir geliehen]. ICh war sehr fasziniert - daraufhin habe ich mir dann irgendwann einmal, als meine Frau eine Callas-CD haben wollte, die Medea geholt. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, ob ich diese Faszination entwickelt hätte, wenn ich diese Aufnahme als erstes gehört hätte... das betrifft aber lediglich die Klangqualität - die Aufnahme ist von 1959 mono.


    Zitat


    PS: Sollte dieser Thread nicht lieber ins Opernforum???


    Sicher. Nur gab's dieses spezielle Forum damals, als ich den Thread erstellte, noch nicht. Pierre ist gerade dabei, das zu ändern :P



    Grüßle
    Ulli




    Na, ob das mal keine faule Ausrede ist... ;)
    Jetzt ist's jedenfalls im richtigen Forum angekommen.
    MOD 006 Peter

  • Zitat

    Original von Ulli
    ...das betrifft aber lediglich die Klangqualität - die Aufnahme ist von 1959 mono.


    Also mit mono habe ich definitiv kein Problem. Mich würde es nur stören, wenn es Rauschen gibt, welches lauter als die Musik ist und/oder der Klang verzerrt oder sehr ungleichmäßig ist.


    Leider scheint es "Deine" Aufnahme - zumindest bei den üblichen Verdächtigen - nicht zu geben. Kennt denn jemand die EMI-Callas-Medea. (Live, 1953, La Scala, Bernstein)??



    Ach ja: Nicht-Callas-Medea-Empfehlungen werden natürlich auch gern angenommen. ;)


    Herzliche Grüße


    Stephan

  • Salut,


    ein Rauschen kann ich nicht empfinden, es ist eher dumpf [als hätte ich Watte in den Ohren]. Das mag aber möglicher Weise auch an meiner Ausgabe liegen - vielleicht gibt es bessere Remasterings?


    Meine gezeigte ist die gleiche, wie Theophilus sie gezeigt hat. Vielleicht gibt's die mit dem Nina-Hagen-Cover noch?


    :hello:


    Ulli

  • Mittlerweile habe ich auch die Oper Medea kennen und lieben gelernt.
    Ich würde mir da ja wirklich mal eine modernere Aufnahme wünschen, aber leider habe ich noch nichts entsprechendes gefunden.
    Ich wäre demjenigen sehr verbunden der da einen Rat wüßte.



    Dafür habe ich aber eventuell auch etwas sehr interessantes gefunden:



    Musik für die königlichen Zeremonien.
    Das berühmte Requiem für den hingerichteten Louis XVI sowie die Krönungsmusik für Louis XVIII (Graf von Provence, Bruder Louis XVI) und Charles X. (Graf von Artois, jüngster Bruder Louis XVI)


    Riccardo Muti / London Philharmonic Orchestra



    die Aufnahme (2 CD's) werde ich mir demnächst zulegen und hier näher beschreiben, ich bin jedenfalls sehr gespannt.


    auch weise ich hier nochmal auf den Thread mit den Streichquartetten hin, damit Cherubini etwas im Gespräch bleibt ;) :


    Cherubini - Streichquartette

  • Zitat

    Original von Ulli
    Ich habe die Medea sicher ohne Callas kennengelernt, ich weiß nur leider nicht mehr, welche Aufnahme es war [eine Bekannte hatte sie mir geliehen].


    Lieber Ulli,


    Hast Du die Aufnahme der Medea auf LPs gehört?
    Dann könnte es sich handeln um die Hungaroton-Stereoaufnahme mit Sylvia Sass. Eine Studioaufnahme. Ein etwas grau bedrücktes Karton. Im Mitten ein Bild von Sass.
    Ich werde doch mal wirklich diese Medea auf CD brennen müssen.


    LG, Paul

  • Es gibt - im französichen Original - eine Aufnamhe aus Amerika mit der Tochter von Norman Treigle als Médée. Zwar mit ungekürtem Dialog - den aber leider ziemlich gewöhnungsbedürftig gesprochen.


    Und als Querschnitt hat EMI vor einiger Zeit in einer 10-ner Box eine Aufnahme mit Rita Gorr veröffentlicht.


    Dies nur als Anregung, sich nicht nur Callas Interpretation in der italienischen Bastard-Fassung mit den Lachner-Rezitativen anzuhören, sondern mal die Originalkomposition Cherubinis kennenzulernen.

  • Lieber Ulli,


    Ich habe die Medea bei mir zu Hause geholt.
    Es ist eine drei LP-Box aus 1978.


      Kreon...................Kolos Kováts (Bass)
      Glauké..................Magda Kalmár (Sopran)
      Jason...................Veranio Luchetti (Tenor)
      Medea..................Sylvia Sass (Sopran)
      Neris....................Klára Takács (Mezzosopran)
      Ein Offizier............József Gregor (Bass)
      Erste Dienerin.......Veronika Kincses (Sopran)
      Zweite Dienerin....Katalin Szökefalvy-Nagy (Mezzosopran)


      Chor der Ungarischen Rundfunk und Fernsehen
      Budapester Sinfonieorchester
      Leitung: Lamberto Gardelli


    LG, Paul

  • Salut,


    Danke für die Infos. Ist das Cover relativ viel schwarz und hardcover war's glaube ich...? Ich weiß es nicht mehr so genau, aber von der Jahreszahl her könnte es passen. Es war in jedem Fall eine deutsche Übersetzung dabei, das ist sicher! Gesungen war auf Italienisch. Ich werde die Dame einmal anrufen... ist eh längst überfällig!


    Herzliche Grüße
    Ulli

  • Zitat

    Original von Ulli
    Ist das Cover relativ viel schwarz und hardcover


    Es war nicht grau, sondern wirklich grauschwarz (± 2/3) und tatsächlich Hardcover.
    Und mitten im Zentrum des grauschwarzen Covers ist ein Foto von Sass (± 1/3).


    Die Nummer ist außerdem: Hungaroton SLPX 11904-06.


    LG, Paul


    PS Das Librettobuch enthält ja auch eine deutsche Übersetzung. Da hast Du recht.

  • Zitat

    Original von amneris
    Es gibt - im französichen Original - eine Aufnamhe aus Amerika mit der Tochter von Norman Treigle als Médée. Zwar mit ungekürtem Dialog - den aber leider ziemlich gewöhnungsbedürftig gesprochen.


    Hallo Amneris,


    Ist das eine CD-Aufnahme oder sind es LPs?


    LG, Paul


    PS Und ist es eine Live- oder Studioaufnahme

  • Es ist eine Studioaufnahme, die im Anschluss an eine semi-konzertante Aufführung im Lincoln Center gemacht wurde. Die Aufnahme erschien bei Newport Classics (NPD 85622/2.).


    Dann gibt es noch - ebenfalls auf französisch mit Dialogen - eine Live-Aufnahme bei Nuovo Era (7253-4) mit Iano Tamar in der Titelrolle unter
    Patrick Fournillier.


    Der Querschnitt mit Rita Gorr erschien in der 10-CD-Box "10 opéras français des années Pathé" bei EMI.


    Gruß Amneris

  • Ich habe im Internet (auf einer Berlioz-Seite) von folgenden Aufnahmen von Cherubinis Medea gelesen:


    Medée
    (François Benoît Hoffmann, 1797).
    Maria Callas (Medea), Fedora Barbieri (Neris), Maria Luisa Nache (Glauce), Gino Penno (Giasone), Giuseppe Modesti (Creonte), Chœur et Orchestre du Théâtre de la Scala de Milan, dir. Leonard Bernstein.
    Enregistré en 1953.
    CD EMI 7243 5 67909 2 6

    Médée
    Leonie Rysanek (Médée), Lucia Popp (Glaucé), Margarita Lilowa (Néris), Bruno Prevedi (Jason), Nicolaï Ghiu selev (Créon). Orchestre philharmonique de Vienne, dir. Horst Stein.
    Enregistré en 1972.
    2 CD RCA 74321 79595 2, distr. BMG

    Médée (a)
    Avec : Strauss, Vier letzte Lieder (b).
    Inge Borkh (Médée), Rita Streich (Glaucé), Ludwig Suthaus (Jason), Sieglinde Wagner (Néris), Tomislav Neralic (Créon), orchestre, Vittorio Gui (a). Orchestre symphonique de Vichy, Ferdinand Leitner (b).
    Enregistré en 1958.
    CD Ponta PO1 01 0, distr. Dam


    Mit der Callas habe ich eine langweilige Studio-Aufnahme. Die Bernstein-Aufnahme hatte ich auch mal, aber am besten hat mir eine vom Maggio Musicale 1953 (Florenz) gefallen, mit Gui am Pult (bin nicht sicher), Tonqualität so schlecht wie eine Schellack-Platte, aber die mit Bernstein hatte auch keinen besseren Ton. Mich störte das damals nicht, da es sich um spannende Live-Dokumente handelt.
    Die Schallplatten mit der Sass habe ich auch mal gehört, weiß aber nur noch das Urteil des Besitzers, dass die Aufnahme toll sein soll - ich hörte sie zu einer Zeit, als mir Klassik noch neu war; ich habe keine Erinnerung mehr an diese Aufnahme.


    Die Produktion der Wiener Staatsoper mit Horst Stein am Pult würde mich interessieren. Ich hatte in Erinnerung, dass sie mit Gwyneth Jones wäre und bin ganz überrascht, den Namen Leonie Rysanek zu lesen. Wo sind diese Aufnahmen eigentlich, wenn sie nicht im Handel erhältlich sind? Für immer verloren? Oder schlummern sie in einem Safe?


    Ein einziges Mal habe ich eine Aufführung dieser Oper gesehen, und zwar vor ca. 15 Jahren im Jugendstiltheater am Steinhof (Psychiatrisches Krankenhaus auf der Baumgartner Höhe):


    Bitte bedenken Sie, dass lautes Husten - auch zwischen den Stücken - die Konzentration der Künstler wie auch den Genuss der Zuhörer beeinträchtigt und sich durch den Filter eines Taschentuchs o. ä. erheblich dämpfen lässt.

  • Zitat

    Original von Melot1967
    Mit der Callas habe ich eine langweilige Studio-Aufnahme.


    Das ist wahrscheinlich die Aufnahme, die ich habe:


    Medea
    (F. B. Hoffmann; ins italienische übertragen von Carlo Zangarini)
    Maria Callas (Medea), Renata Scotto (Glauce), Miriam Pirazzini (Neris), Mirto Picchi (Giasone), Giuseppe Modesti (Creonte), Chor und Orchester der Scala in Mailand, Tullio Serafin (1959)
    als "Zugabe": "Ah! perfido", op. 65 von L. v. Beethoven mit der Callas und dem Orchestre de la Société des Concerts du Conservatoire unter Nicola Rescigno (1963/64)
    2 CD EMI 7 63625 2


    Ich kenne noch keine andere Aufnahme dieser Oper, höre diese aber durchaus mit Vergnügen. Wie packend muss sie erst in einer anderen Aufnahme sein.


    Gruß aus Berlin von Kontrapunkt

  • Ich habe meine Medea mit Sass leider noch nicht gedreht, denn hier fehlen mir die Möglichkeiten um auf der Festplatte wegzuschreiben.
    Aber soweit ich mich erinnere, war es eine sehr schöne Aufnahme.



    Und ganz sicher schöner als diese französische Médée, die ich auch besitze.


    LG, Paul

  • So,


    endlich hat das Krokodil mir meine Medea geliefert:




    Luigi Cherubini [1760-1842]
    M E D E A


    Sylvia Sass, Medea
    Kolos Kováts, Creon
    Magda Kalmár, Glauce
    Veriano Luchetti, Jason
    Klára Takács, Neris
    József Gregor, Capitano delle guardie
    Veronika Kincses, Prima ancella
    Katalin Szökefalvi-Nagy, Seconda ancella


    Hungarian Radio and Television Chorus
    Budapst Symphony Orchestra
    Lamberto Gardelli


    allerdings mit diesem Cover, daß ich noch aus LP-Zeiten kenne:



    Aus dem Kurzüberflug des Booklets entnehme ich, daß dies Schuberts Lieblingsoper gewesen sein soll und daß diese Version nicht die original-cherubinische ist, denn Franz Lachner [1803-1890], zu dem es noch keinen Thread gibt [?], komponierte die hier hörbaren Rezitative rund 50 Jahre nach der Erstaufführung [UA: 13.03.1797] dem damaligen Zeitgeschmack entsprechend nach. In der ursprünglichen Version waren diese nicht vorhanden und das Werk entsprach eher den Opéra comiques z. B. von Méhul, in denen es gesprochene Texte gab. Da die Oper in Paris uraufgeführt wurde, gehe ich mal davon aus, daß sie in französischer Sprache gegeben wurde. Diese Version gefällt mir allerdings bei weitem nicht so gut, wie die ungarische Produktion mit italienischen Texten - ein Werk, das ich gleich neben Mozarts Idomeneo platziere.


    :jubel: :jubel: :jubel:


    Ulli



  • Die Aufnahme aus der Wiener Staatsoper ist tatsächlich mit Leonie Rysanek (Mitschnitt der Premiere) und auf italienisch (die Angabe dieser berlioz-Seite würde die französische Fassung nahe legen). Jones hat in meiner Erinnerung in Wien nie Medea gesungen, es gibt/gab aber eine Plattenaufnahme mit ihr (Jones, Cossotto, Lorengar, Prevedi, Diaz; Gardelli DECCA). Die Aufnahme mit Rysanek ist als CD erschienen und sollte erhältlich sein (wenn nicht, finde ich einen Weg, dass du zu dieser Aufnahme kommst).


    Im Theater an der Wien ist übrigens in dieser Saison eine französische Medea geplant (ab 6. März, mit Iano Tamar - Medea - und Olaf Bär - Creon - unter der Leitung von Fabio Luisi)


    viele Grüße
    Michael 2

  • Zitat

    Original von brunello


    Die Aufnahme aus der Wiener Staatsoper ist tatsächlich mit Leonie Rysanek (Mitschnitt der Premiere) und auf italienisch (die Angabe dieser berlioz-Seite würde die französische Fassung nahe legen).


    tatsächlich!



    allerdings bei a.. derzeit nicht verfügbar

    Bitte bedenken Sie, dass lautes Husten - auch zwischen den Stücken - die Konzentration der Künstler wie auch den Genuss der Zuhörer beeinträchtigt und sich durch den Filter eines Taschentuchs o. ä. erheblich dämpfen lässt.

  • Kann man sich auch aus uk, ca und fr beliefern lassen, wenn man sich dort bei a.. angemeldet hat? Danke jedenfalls für die Info. Ebensogut hätte ich auch mehrere Ausgaben auf der deutschen Homepage übersehen können, da ich nur ganz oberflächlich nach der Aufnahme gesehen habe.

    Bitte bedenken Sie, dass lautes Husten - auch zwischen den Stücken - die Konzentration der Künstler wie auch den Genuss der Zuhörer beeinträchtigt und sich durch den Filter eines Taschentuchs o. ä. erheblich dämpfen lässt.

  • Zitat

    Original von Melot1967
    Kann man sich auch aus uk, ca und fr beliefern lassen, wenn man sich dort bei a.. angemeldet hat?


    Verboten ist's jedenfalls nicht. Sonst wäre ich längst Straftäter. :D


    Ulli

  • Médée (Medea),
    Opéra in 3 Akten von Luigi Cherubini.
    Text von François-Benoît Hoffman.
    Mit Médée, die auf Corneilles Drama (1635) und Euripides zurückgeht, errang Hoffmann einen für den besten Operntext ausgesetzten Preis.
    Uraufführung: 13.3.1797 Paris. Théâtre Feydeau
    mit Julie-Angélique Scio • Pierre Gaveaux • Alexis Dessaules.



    LG


    :hello:

  • Für mich ist die großartige Sänger-Tragödin Inge Borkh als Medea immer noch das Maß aller Dinge. Bis heute hat sich die über 90jährige Grand Dame der Operndramatik das leuchtende Feuer in ihrer Persönlichkeit und die Glut der Ausstrahlung bewahrt. Ihre Künstlergespräche sind unvergessliche Erlebnisse.
    Ich hatte sogar das Glück,mehrere moderieren zu dürfen. Dabei konnte der Moderator nur dienend, huldigender "Statist" sein.
    Herzlichst
    Operus

    Umfassende Information - gebündelte Erfahrung - lebendige Diskussion- die ganze Welt der klassischen Musik - das ist Tamino!

  • Hier ist sie:



    Cherubini: Medea
    Aufnahme: 7.10.1958, live, Berlin, Titaniapalast
    Dirigent: Vittorio Gui
    Orchester der Städtischen Oper Berlin
    Chor der Städtischen Oper Berlin
    Kommentar: Rezitativfassung, stark gekürzt, italienisch


    Ancella I: Leonore Kirschstein
    Ancella II: Ursula Gust
    Capitano I: Roland Kunz
    Capitano II: Anton Metternich
    Créon (Creonte): Tomislav Neralic
    Dircé (Glauce): Stina-Britta Melander
    Jason (Giasone): Ludwig Suthaus
    Médée (Medea): Inge Borkh
    Néris: Sieglinde Wagner


    LG


    :hello:

  • Ich kenne bisher nur eine Aufnahme mit der Callas unter Bernstein, demnach in der italienischen Rezitativ-Fassung.
    Gibt es überhaupt eine Aufnahme mit der franzöischen Original-Fassung? Würde mich stark interessieren.
    Kennt jemand die (ebenfalls italiensiche Rezitativ-Fassung) mit der Rysanek und der Popp? Kann jemand sagen, ob die sich lohnt?