"Familienkonzerte" oder: Wie bringe ich Kindern klassische Musik nahe?

  • Heute habe ich zum ersten Mal ein "Familienkonzert" besucht, gemeinsam mit meinem 10jährigen Patenkind, das ich eingeladen hatte. Im Theater der Stadt Heidelberg führten - unter dem Motto Hauen und Stechen - 5 Schauspieler/innen Spielszenen nach Motiven aus Märchen auf (Dornröschen, Das kleine Gespenst, Nußknacker und Mäusekönig und Das tapfere Schneiderlein). Dazu spielte das Philharmonische Orchester der Stadt Heidelberg in voller Besetzung:


    Maricio Kagel, Märsche Nr. 1, 4 & 10 aus Zehn Märsche, um den Sieg zu verfehlen
    Aaron Copland, "Gun Battle" aus Billy the Kid
    Georg Friedrich Händel, Trauermarsch aus Saul
    Ludwig van Beethoven, Yorkscher Marsch
    Gioachino Rossini, Ouvetüre zu Wilhelm Tell
    William Walton, "Tango - Paso Doble" aus Façade Suite Nr. 1
    Aram Chatschaturjan, "Säbeltanz" aus dem Ballett Gayaneh


    Musikalische Leitung: Joana Mallwitz. Buch und Regie: Annette Büschelberger.


    Das Konzert (gut besucht) dauerte eine knappe Stunde; mein Neffe und ich sowie das Publikum insgesamt waren zufrieden bis begeistert. Die vielen Kinder waren erstaunlich diszipliniert und, wie mir schien, aufmerksam und offen für das, was auf der Bühne geschah. Es war eine rundum gelungene Sache.


    Mit meinem Neffen sprach ich anschließend überr das Konzert. Es war nicht sein erstes Familienkonzert; er kennt Peter und der Wolf und den Karneval der Tiere, war auch schon in der Zauberflöte, mag die Oper nicht so sehr, weil ihn die Art, wie dort gesungen wird, nicht anspricht (könnte sich jetzt allerdings wohl vorstellen, den Wilhelm Tell mal im Ganzen zu erleben). Als nächstes wollen wir mal ein reguläres Symphoniekonzert besuchen.


    Ich weiß nicht, ob das Thema "Wie bringe ich Kindern die klassische Musik nahe?" hier schon eingehender diskutiert wurde, einen Thread habe ich dazu nicht gefunden.


    Mich interessiert z. B.:


    - Welche Erfahrungen habt Ihr damit, (Euren) Kindern klassische Musik nahezubringen, vor allem die Freude daran?


    - Welche Konzerte oder Opernaufführungen (auch, aber nicht nur als "Familienkonzert" o. ä.) habt Ihr mit Kindern erlebt und wie war das für die Kinder und für Euch?


    Vielleicht kennt Ihr Projekte wie dieses, von dem ich gehört habe, und habt Lust, hier darüber zu berichten: In Mannheim hat das Orchester des Nationaltheaters Schulklassen eingeladen; die Schüler durften auf der Bühne Platz nehmen, bei jedem Musiker saß genau ein Kind, während das Orchester ein Werk (sicher nichts zu Lautes) spielte. Die Kinder sollen hier besonders aufmerksam und interessiert gewesen sein.


    Es würde mich freuen, hier ein paar Anregungen zu bekommen, was ich mit meinem Neffen in Zukunft unternehmen könnte. a) könnte uns beiden das weiter viel Spaß machen, b) gehört er mit seinen 10 Jahren zum Publikum von morgen.


    Es handelt sich hier nicht zuletzt auch um eine pädagogische Fragestellung.

  • Lieber Ulli,


    danke für die Hinweise, da gibt es anscheinend doch viel mehr zum Thema, als ich angenommen hatte. Mein Versuch, über die Suche mit dem Stichwort "Famlienkonzert*" etwas zu finden, ging jedenfalls ins Leere.


    Jetzt überlasse ich gern der weisen Moderation die Entscheidung, ob mein Beitrag in einen vorhandenen Thread integriert werden soll oder ob es so bleibt wie es ist: Man könnte das Thema immerhin auf die konkrete Erörterung und Diskussion von Konzerten zuspitzen, die speziell für Kinder konzipiert sind ("Familienkonzerte"), und auf besondere musikpädagogische Projekte wie das von mir angeführte Beispiel aus Mannheim. Auch: Welche Konzertprogramme gibt es, wie bewertet Ihr sie und ihre Ausführung? Es ist naheliegend, daß mich solche Aktivitäten aus meiner Region (Rhein-Neckar) besonders interessieren (CD-Empfehlungen interessieren mich dagegen weniger).


    Vielleicht gibt es hierzu neue Erfahrungen.

  • Hallo Gurnemanz,


    bei uns hier in Krefeld gibt es eine Konzertreihe für Kinder, die ebenfalls eine Stunde dauert. Die sogenannten Kinderkonzerte werden von einer Figur, dem Kobold Kiko und einem jeweiligen Dirigenten moderiert. Die Vorstellungen sind immer ratzeputz ausverkauft und machen den beteiligten und den Kindern einen Riesenspaß. Das jeweilige Konzert steht unter einem bestimmten Motto.


    Liebe Grüße Uwe

  • Es gab einmal ein Konzert, welchem wir beiwohnten, wo "Unwetter in der Musik" beschrieben wurden. Da wurden die verschiedenen Instrumente und ihr Zusammenspiel erklärt und vorgeführt. z.B. Gewitter und Sturm, "Wilhelm Tell und Holländer".

  • Kinder- oder Familienkonzerte haben uns nie so besonders interessiert. Pronath jun. ist schon ziemlich früh (ab 5 Jahren) in "normale" Konzerte mitgekommen. Das hat erstaunlich gut funktioniert (er hat selbst den ganzen "Elias" mit Interesse verfolgt und durchgehalten). Bei der Auswahl der Konzerte haben wir allerdings immer darauf aufgepasst, dass das Programm nicht allzusehr die Aufmerksamkeit überbeansprucht. Eine Symphonie von Mahler oder Bruckner würde ich meinem Kind jedoch auch jetzt noch nicht zumuten.


    Viele Grüße
    Frank

  • In unserem Programm (Sinfonieorchester Münster) gibt es regelmäßig Kinderkonzerte.


    Meines Wissens war unser Orchester das erste, welches vor langer Zeit zusammen mit Prof.Hermann Große-Jäger die sog. Kinderkonzerte entwickelte.


    Mittlerweile haben sich sehr, sehr viele weitere Orchester ebenfalls für Kinderkonzerte begeistern können und bieten dementsprechende Konzertreihen an.


    Nachfolger von Große-Jäger bei uns als Moderator der Kinderkonzerte wurde der wunderbare Christian Schruff, vielen u.U. auch aus dem WDR-Hörfunk bekannt, der leider gesundheitsbedingt vor einiger Zeit von diesem Posten zurücktreten mußte.


    Seine Nachfolgerin ist nun die Musikjournalistin Barbara Overbeck.


    Bei Interesse findet man hier unser Kinderkonzertprogramm:


    http://www.sinfonieorchester-muenster.de/kinder.html



    Gruß,
    Michael

  • Hallo,


    auch meine Kinder waren so um die fünf, als ich sie in "normale" Konzerte mitgenommen habe (das erste Konzert meiner Tochter: Brahms erste Sinfonie; das interessanteste: Prokofjevs erstes Violinkonzert mit einem wild gestikulierenden Geiger). In Kinderkonzerten sind wir nie gewesen, bis auf "Hänsel und Gretel" zu Weihnachten, das ist fast Tradition.


    Ich glaube, dass meinen Kindern klassische Musik durch Nachahmung und Beobachtung nahegebracht wurde; in Konzerten haben sie beobachtet, dass ich konzentriert zugehört habe - und das haben sie so nachgemacht. Allerdings haben sie die Freiheit, auch Schmarrn hören zu dürfen - wovon sie Gebrauch machen.


    Den Konzertrahmen gestaltete ich immer locker; in der Pause gab es eine Fanta, und nach dem Konzert ging es zu Mc Donalds; so machen wir es immer noch.


    Heute spielen sie selbst und lernen gerne klassische bzw. jazzige Musik und singen im Opernchor - und lesen die "Bravo".


    Gruß,


    Uwe

  • Das ein oder andere der Familienkonzerte von Prof. Große-Jäger in Münster, die Micha Schlechtriem erwähnte, habe ich noch selbst als Kind miterlebt. Ich erinnere mich, dass meine Eltern sehr froh waren, wenn sie überhaupt noch Karten dafür ergattern konnten. Die waren wohl immer ratzfatz ausverkauft. Prof. Große-Jäger war wirklich, zumindest in Deutschland, so eine Art Pionier auf dem Gebiet. So weit ich mich erinnere, wurden da keine großen Mätzchen mit Schauspielern und Märchen veranstaltet, sondern es wurden kompetent und freundlich Instrumente vorgestellt und Strukturen der Musik erläutert - so, dass sowohl Kinder als auch Erwachsene was davon hatten.


    Die Musikauswahl in dem Programm, das du, Gurnemanz, gesehen und gehört hat, finde ich hervorragend. Das ist eine Zusammenstellung, die wunderbar Vergleiche ermöglicht. Zu den Schauspielern und der "Inszenierung" erzählst du nichts - ich habe mit solchen Sachen schlechte Erfahrungen gemacht. Wenn Schauspieler ohne eine anständige Inszenierung auf einer Konzerthausbühne so ein bisschen so Sachen machen, ist das doch meist eine verflucht halbgare Sache. Theater ist Theater, Musik ist Musik, und dann gibt es noch Musiktheater, aber das ist eben gerade nicht sowas. Und Musik muss sowieso nicht immer in Geschichten überführt werden, um von Kindern goutiert werden zu können, finde ich.


    Im übrigen: sie selber Musik machen zu lassen ist das allerbeste, um Kindern Musik nahezubringen - eine gute Musikschule mit der Möglichkeit, schon als Anfänger in ein Orchester einzusteigen und die Wahl eines orchestertauglichen Instrumentes (also nicht gerade Klavier oder Gitarre)!


    Grüße,
    Micha

  • Zitat

    Prof. Große-Jäger war wirklich, zumindest in Deutschland, so eine Art Pionier auf dem Gebiet.


    Hallo Micha,
    er ist immer noch aktiv, z.B. mit dem Studentenorchester Münster http://www.studentenorchester.de/ und vielen anderen Orchestern.



    Christian Schruff,


    http://www.rundfunkwiki.de/Christian_Schruff



    dem ich auch persönlich freundschaftlich verbunden bin, hat auf sehr überzeugende Art und Weise diese Kinderkonzerte nach Große-Jäger weiterentwickelt.


    LG,
    Micha


    Zitat

    also nicht gerade Klavier oder Gitarre!


    Ach, ich weiß nicht........
    Mit Cello z.B. bist Du fast immer alleine, du brauchst ein Orchester oder ein Ensemble, um andere Töne neben Dir zu erfahren, das hast Du ja auch schon geschrieben.
    Aber sehr oft gibt es diese Möglichkeit leider nicht, bezw. nicht alle Musikschulen bieten so etwas an.


    Mit Klavier oder Gitarre bist Du erstmal Dein eigener Herr.



    Ich würde immer vorschlagen, erst einmal Klavierstunden zu nehmen und dann anschließend zusätzlich ein anderes Instrument dazuzunehmen.


    Klavierunterricht finde ich in jedem Falle unablässig für einen wirklich sinnvollen Musikunterrich!


    Es kann gerne noch Chorsingen, damit eingehend Stimmbildung, dazukommen.



    Dann wäre ein solides Fundament für eine Instrumentalausbildung im Sinne eines Streichinstrumentes z.B. für mich gegeben.


    Kurz gesagt:
    Klavierunterricht erscheint mir in jedem Falle als notwendig, es muß ja nicht bis zur Konzertreife gehen-wirklich nicht!


    Auch Singen erscheint mir in jedem Falle als notwendig, früher wurde selbstverständlich in den Schulen gesungen.
    Aber heute ist dies verschütt gegangen und damit eine sehr große Möglichkeit der musikalischen Grundausbildung.


    Beides,Singen und Klavierspielen ist m.M. nach unablässig für eine grundsolide Musikausbildung.


    :hello:


    Michael

  • Vielen Dank für Eure anregenden Informationen über Aktivitäten in Krefeld, Münster und anderswo! Für mich war es ja, wie beschrieben, gestern die erste eigene Erfahrung mit Familien- bzw. Kinderkonzerten.


    Zitat

    Original von Michael M.
    Die Musikauswahl in dem Programm, das du, Gurnemanz, gesehen und gehört hat, finde ich hervorragend. Das ist eine Zusammenstellung, die wunderbar Vergleiche ermöglicht. Zu den Schauspielern und der "Inszenierung" erzählst du nichts - ich habe mit solchen Sachen schlechte Erfahrungen gemacht. Wenn Schauspieler ohne eine anständige Inszenierung auf einer Konzerthausbühne so ein bisschen so Sachen machen, ist das doch meist eine verflucht halbgare Sache. Theater ist Theater, Musik ist Musik, und dann gibt es noch Musiktheater, aber das ist eben gerade nicht sowas. Und Musik muss sowieso nicht immer in Geschichten überführt werden, um von Kindern goutiert werden zu können, finde ich.


    Ja, das Programm in Heidelberg fand auch ich sehr ansprechend: Schon die Tatsache, daß Walton, Copland und Kagel nach solchen Erfahrungen positiv besetzt sind und einen Wiedererkennungswert bedeuten, finde ich (hier spricht der Lehrer) pädagogisch faszinierend.


    Was die szenische Realisierung anging, so könnte man bemängeln, daß es nicht so optimal war, Geschichten/Märchen nur mit verteilten Rollen vorzulesen (wie gestern teilweise erlebt), da würde ich Dir durchaus Recht geben, wenn Du auf "Theater ist Theater, Musik ist Musik" bestehst.


    Glücklich gelöst fand ich allerdings den Beginn (Dornröschen): König und Königin feierten die Geburt ihres Kindes, die 13. Fee erschien und fluchte, dann die 12., die den Fluch milderte. Während dann die vier Schauspieler pantomimisch die erfolglosen Versuche der (im Rücken der Zuschauer gedachten) Kandidaten, die Dornenmauer zu überwinden, kommentierten (witzig-tragikomisch war das, kam glänzend an!), spielte auf der Bühne dahinter ein Kammerensemble die schrillen Marschparodien Mauricio Kagels (aus "Zehn Märsche, um den Sieg zu verfehlen", kannte ich noch nicht). Das paßte wunderbar! Hier wurde das Märchen allerdings abgebrochen: Schließlich ging es - so wurde verkündet - nicht um "Trallala und Liebe", sondern um "Hauen und Stechen". Die Suche nach einem "Helden" wurde fortgesetzt...


    Daß beim Säbeltanz am Schluß tatsächlich vorm Orchester gefochten wurde, überraschte da weniger - doch auch das fand ein begeistertes Publikum.


    Gut gemacht, läßt sich Theater und Musik also auch hier schön verbinden.


    Übrigens: Als ich meinen Neffen (10) am Ende fragte, welcher Komponist ihm am meisten gefalle, antwortete er spontan: "Philip Glass"!

  • Zitat

    Original von Frank Pronath
    Unterschätzt mir die Kinder nicht!


    Das sollte man in der Tat nie tun!


    Gestern hatte mein Elfjähriger einen gleichaltrigen Freund zu Besuch, einen netten kleinen Türkenjungen, Mutter Krankenpflegerin, Vater Busfahrer - das erwähne ich, um das nicht gerade bürgerlich-klassikaffine Milieu zu beschreiben. Bei mir liefen gerade Schubertsonaten, und er steckte den Kopf zur Tür rein, spitzte die Ohren, nickte beeindruckt und sagte:


    "Geile Mucke!"


    Recht hat er.


    Was ich noch über seine Eltern berichten kann, ist, das sie ungemein offene und warmherzige Personen sind. Ich glaube, dass jede kindliche Begabung für das Entdecken von Qualität genau damit, nämlich mit dem elterlichen Vorbild von Offenheit und Warmherzigkeit, zu tun hat.


    Grüße,
    Micha

  • Vor einigen Tagen habe ich ein Familienkonzert des NDR-Sinfonieorchesters besucht, das auch regelmäßig hervorragende Familienkonzerte gibt:


    "http://www4.ndr.de/sinfonieorchester/education/ndr_familienkonzerte/index.html"


    Absolut begeister hat mich, meine Frau und meine Kinder das Werk von Nathaniel Stookey: "The composer is dead" oder auf gut deutsch: "Der Komponist ist tot".


    Fragt man sich nach Orchesterwerken, in denen einem das Orchester vorgestellt wird, denkt man typischerweise an Britten. Stookey hat nun ein Werk geschaffen, das sich ohne Zweifel zu einem Klassiker im Bereich der Familienkonzerte entwickeln wird.


    Das Orchester will beginnen, da unterbricht ein Detektiv: "Halt! Hier ist ein Mord geschehen. Ich muss ermitteln." Nur ein Aufhänger natürlich, um durch die Orchesterreihen schlendern und nacheinander die jeweiligen Orchestergruppen vorstellen zu können, die jeweils in für sie typischer Weise antworten und pointiert, musikerwitzartig charakterisiert werden. Meine Jungs fanden das Ganze hochgradig unterhaltsam - das war es auch für uns Erwachsene - und spannend. Dafür, dass am Ende alles gut ausgeht, ist ebenfalls gesorgt.


    Von mir also eine ganz dicke Empfehlung. Wenn das Stück irgendwo bei euch läuft, dann schnappt euch irgendein Kind aus eurer Umgebung und hin da!


    Beim googlen findet man schnell weitere Informationen. Hier nur noch ein kurzer Hinweis auf den Abendblatt-Artikel: "http://www.abendblatt.de/daten/2008/11/12/970440.html"


    Viele Grüße
    Thomas

  • Interessant, über welche Threads man da so drüberstolpert... :D


    Ich habe klassische Musik eher aus anderen Gründen als wegen der Musik Willen kennengelernt. Meine Eltern (beides keine Klassikhörer, eher 60er, 70er Hitparade, da vor allem Beatles) hatten mir im Alter von 6 Jahren (huch, auch schon 15 Jahre her :wacky: ), als ich gerade lesen gelernt hatte das Buch "Nichts als Musik im Kopf" von Brigitte Hamann geschenkt, damit ich irgendwas lesen konnte, das mich nicht unterforderte (die ewigen dummen Kindergeschichten langweilten mich). Nun gut, ich stürzte mich auf das Mozartbuch und war von der Persönlichkeit Mozart fasziniert, weil ich mich mit ihm identifizieren konnte.
    Nach Abschluss der Lektüre dachte ich mir: Ok, ich weiß, was er erlebt hat, aber ich weiß nicht, wie sich die Musik von ihm anhört.
    ALSO: Heimlich an die CD Sammlung meiner Eltern geschlichen und ein paar Klassiksampler gfladert. Anschließend auch noch eine kleine Überblicksedition mit Werken von den "Klassikern untern den Klassikern" eingesackelt und ins Zimmer marschiert und aufgelegt. Von da an wars um mich geschehen.


    Ich hab mir den Zugang zur Musik selbst verschafft, das Interesse wurde von außen (meinen Eltern) geweckt. Und dafür bin ich ihnen sehr dankbar, auch wenn sie an anderen Enden meiner Erziehung weniger so gute Ideen hatten. :stumm: :untertauch:



    Aus aktuellem Anlass beschäftige ich mich natürlich auch mit diesem Thema: Wie bringe ich meinem Sohn (wenn es denn wirklich einer wird, es schaut ganz danach aus... :D :D :D ) klassische Musik nahe?
    Ich muss ehrlicherweise zugeben, dass ich noch keine Lösung gefunden habe, aber ich hab ja noch ein wenig Zeit, allerdings möchte ich ihn schon früh mit klassischer Musik vertraut machen.


    Auf alle Fälle wird ihm aus dem "Nichts als Musik im Kopf"-Buch vorgelesen werden. Zauberflöte für Kinder und etliches andere wird auch sicher folgen.


    LG Joschi

  • Zitat

    Original von ThomasNorderstedt
    Wenn das Stück irgendwo bei euch läuft, dann schnappt euch irgendein Kind aus eurer Umgebung und hin da!


    Danke für die Empfehlung und den anschaulichen Bericht! Vielleicht verirrt sich Stookeys Detektiv auch mal in den Südwesten der Republik...?!"


    Zitat

    Original von Joschi Krakhofer
    [...] das Buch "Nichts als Musik im Kopf" von Brigitte Hamann [...]


    Auch hier: Vielen Dank für den Tip - mal sehn, ob das ein Geschenk für meinen Neffen sein könnte...

  • Lieber Gurnemanz, gerade habe ich den neuen Spielplan für Krefeld-Mönchengladbach bekommen. Das ist mit Sicherheit ein sehr guter Einstieg in das Reich der Oper.



    Aschenputtel


    La Cenerentola


    Oper für Kinder ab 5 Jahren


    Musik von Gioacchino Rossini (1792-1868)


    Libretto von Jacopo Ferretti


    Texte von Marion Kaeseler


    Musikalische Leitung: Carsten Seefing


    Inszenierung: Christian Tombeil


    Bühne und Kostüme: Gabriele Wasmuth


    Dramaturgie und Theaterpädagogik: Marion Kaeseler



    Aschenputtel hat es zu Hause nicht leicht. Tagtäglich wird sie von ihrer Stiefmutter und den
    zickigen Stiefschwestern Clorinda und Tisbe herum kommandiert. Einsam und traurig erträgt sie
    die Sticheleien ihrer „Familie“ und wünscht sich nichts sehnlicher, als endlich diesem Elend zu
    entkommen. Ein Zufall will es, dass sie einen jungen Mann kennen lernt, von dem sie glaubt, dass
    es sich um Dandini, den Diener des Prinzen handelt. In Wirklichkeit steckt hinter der Verkleidung
    jedoch Prinz Ramiro selbst, der auf der Suche nach seiner künftigen Königin auch an
    Aschenputtels Tür klopft. Mit Dandini hatte er nur die Kleidung getauscht, um so herauszufinden,
    ob die Mädchen des Landes an seinen Reichtümern oder tatsächlich an ihm interessiert sind.
    Sofort verliebt er sich unsterblich in Aschenputtel, die seine Gefühle auch erwidert. Doch kann sie
    sich gegen die zwei zickigen Stiefschwestern und die gemeine Stiefmutter Donna Magnifica
    durchsetzen und auf dem Ball den Prinzen wieder sehen?



    Christian Tombeil hat in seiner Inszenierung der eigens für das Theater Krefeld Mönchengladbach
    konzipierten Kinderoper großen Wert aufs Mitmachen der Kinder gelegt. In zahlreichen Aktionen
    werden die jungen Zuschauer mit einbezogen, indem sie zum Beispiel beim Erbsen- und
    Linsensortieren helfen oder den feierlichen Hoftanz erlernen. Auch die fantasievollen Kostüme von
    Gabriele Wasmuth lassen jedes Kinderherz höher schlagen, und die Musik, live gespielt von den
    Niederrheinischen Sinfonikern, be- und verzaubert durch eingängige und schwungvolle Melodien.
    Eine ideale Möglichkeit, Kindern das Genre Oper näher zu bringen und sie so für klassische Musik
    zu begeistern.
    Premiere


  • Danke für den interessanten Hinweis! Da bedaure ich nur, daß Krefeld bzw. Mönchengladbach für einen kleinen Familienausflug etwas zu weit entfernt liegen.