Adolf Dallapozza - Wiener Publikumsliebling aus Südtirol

  • Adolf Dallapozza wurde am 1.3.1940 in Bozen / Südtirol / Italien geboren und ich lernte ihn kennen als er noch Chor - Mitglied an der Volksoper war.


    Seine Solo - Karriere begann, etwa zur gleichen Zeit, als Erika Mechera als Königin der Nacht, quasi, entdeckt wurde.


    Er ging in den Sommerferien, mit Erika Mechera, in das Stadttheater von Braunau und gab dort den Alfredo in "La Traviata" und den Rudolfo in der "Bohéme".


    Im Volksopern-Cafe saß ich mit Erika Mechera, die zur Freundin meiner Mutter, und meinem Bruder und mir, wurde, und Adolf Dallapozza zusammen, im Gespräch, über die o.g. Partien.


    Seine erste Solo Partie, an der Volksoper,war der Tony in "West Side Story" mit Julia Migenes und es folgte ein fulminanter "Postillon von Lonjumeau".


    Es folgte eine Karriere, die Adolf Dallapozza nicht nur an die Wiener Staatsoper brachte, wo er unter Leonard Bernstein, im "Fidelio" den Jaquino gab und den Ferrando in "Cosi fan tutte" gab,



    sondern auch nach München wo er in der "Arabella" den Matteo auch auf LP / CD aber auch Sutermeisters "Romeo und Julia" einsang.



    Jedoch blieb Adolf Dallapozza seinem Stammhaus, der Wien Volksoper, auch nach der Pensionierung, immer treu.


    Sein Operetten - Repertoire reichte in der "Fledermaus", zuerst zum Alfred, später dann war er der Eisenstein. Im "Wiener Blut" ein charmanter Graf Zedlau, und in "Pariser Leben" ein draufgängerischer Raoul de Gardefeu, in einer besonders guten Inszenierung.



    Auch sein Adam im "Vogelhändler" mit der so früh verstorbenen Elisabeth Kales, sowie sein Benozzo in "Gasparone" waren glänzend gebrachte Partien. Dass ihm der Adam besonders lag, ist bei ihm als Südtiroler kein Wunder.


    Seine Operetten-Aufnahmen reichen von Offenbach über Johann Strauss bis Lehár.


    Aber auch als an der Volksoper die Oper wieder zurückkehrte, war er ein, trotz Armut, herrlicher, glaubhafter Rudolf in der "Bohème".


    Einen besonders schweren persönlichen, familiären Verlust musste der inzwischen schon zum Kammersänger avancierte Adolf Dallapozza, hinnehmen, als nämlich sein Sohn, vor seinem Wohnhaus im 8. Bezirk, in der Josefstädterstrasse, Heraustretende, von einem Taxi so unglücklich niedergestossen wurde, das er an der Stelle verstarb.


    Sein Sohn hat in der, zumindest in Österreich, bekannten Serie "Kottan ermittelt" den Sohn gespielt, und er war auf dem besten Wege ein guter Schauspieler zu werden.


    Seit diesem Zeitpunkt wurde, der schon immer religiöse Kammersänger, in seiner Gemeinde, im 9. Bezirk, ein besonders treuer und gläubiger Mensch.


    Nur wurde er, als Mensch, verschlossener, was ich völlig verstanden habe.


    Bis zu seiner, und auch nach seiner Pensionierung vom Haus am Währinger Gürtel, war er, alternierend mit Kammersänger Heinz Zednik, eine herrliche Hexe in Humperdincks "Hänsel und Gretel", eine Partie, die er noch vom ehemaligen Direktor der Volksoper, Hofrat Kammersänger Karl Dönch angeboten bekam.


    Aber lernen, hier meine ich gestalterisch, brauchte Adolf Dallapozza keine Partie, er ist, und war, ein Vollblut Sing-Schauspieler.

  • Lieber Peter,


    ich habe Adolf Dallapozza in wundervollster Erinnerung mit dem Rondo aus "Der Postillon von Lonjumeau", weiß allerdings nicht, ob er je die ganze Oper auf der Bühne gesungen hat, aber seinen strahlenden Tenor habe ich nicht vergessen.


    Sonst fallen mir auf Anhieb nur Auftritte in Operetten im Fernsehen ein.


    Aber oft ist es so, daß man sich aufgrund eines einzigen Liedes immer an einen Sänger erinnert und das ist schon eine Menge, finde ich.


    Halt, daß ich es nicht vergesse, er war auch ein großartiger "Vogelhändler".


    Liebe Grüße aus München


    Kristin - alter Dallapozza-Fan

  • LIebe Kristin!


    Adolf Dallapozza hat den "Postillonvon Lonjumeau" an der Wiener Volksoper, etwa 1967/68, gesungen,


    war eine ganz reizende Inszenierung, ich habe es mit, der heute auch schon vergessenen Eva Maria Rogner, als Partnerin, gesehen und gehört,


    und wie mühelos er das Rondo sang. :jubel: :jubel:


    Liebe Grüße nach München, Handküsse gibt es diesmal auch, Dein Peter aus Wien. :hello: :hello:

  • Zitat

    Original von oper337
    Adolf Dallapozza hat den "Postillonvon Lonjumeau" an der Wiener Volksoper, etwa 1967/68, gesungen,


    war eine ganz reizende Inszenierung, ich habe es mit, der heute auch schon vergessenen Eva Maria Rogner, als Partnerin, gesehen und gehört,


    und wie mühelos er das Rondo sang. :jubel: :jubel:


    Lieber Peter,


    es gibt da wohl keine Gesamtaufnahme, oder? Das Rondo habe ich von einem netten Menschen mal bekommen.


    Schöne Grüße aus München


    Kristin


  • LiebeKristin!


    Werde mich an der Volksoper schlau machen, vielleicht haben die einen Mitschnitt einer Aufführung,


    oder ich werde ihn selbst fragen, wenn er wieder in Wien ist, da er in seiner Pension, in Niederösterreich wohnt, da er ja einige Male, im Jahr 2009, an der Volksoper, die Hexe spielt und singt.


    Liebe Grüße sendet Dir Peter, aus dem verschneiten Wien. :hello: :hello:

  • Hier ist die Besetzung der Gesamtaufnahme:


    Adolph Adam
    Der Postillon von Lonjumeau


    Madeleine - Colette Boky
    Chapelou - Adolf Dallapozza
    Marquis de Corcy - Peter Drahosch
    Biju - Kurt Ruzicka
    Rose - Helga Papouschek
    Bourdon - Hans Strohbauer


    Dirigent: Franz Bauer-Theussl


    Wien (Volksoper) April 1968 (in deutscher Sprache)


    Dallapozza in Hochform - mit da capo!!


    LG


    Harald :hello:

  • Lieber Harald!


    Danke für die Besetzungsliste,


    ich werde mich morgen, bei den Östzerrreichischen Bundestheatern / Volksoper, erkundigen, oder im Mozarteum in Salzburg,


    die haben auch Mitschnitte, zeitweise.


    Ich kopiere mir deine Besetzung heraus, kann aber nicht garantieren, ob es die ist, denn es gab ja bei der Madeleine,


    manchmal andere Besetzungen, da wollen wir ja nicht heikel sein, bei mir war es Eva Maria Rogner.


    Liebe Grüße sendet Dir mit bestem Dank, Peter aus dem verschneiten Wien (hat schon aufgehört). :hello: :hello: :hello:

  • Im Mendelssohn-Jahr 2009 möchte ich nicht versäumen, auf eine gelungene Opernaufnahme mit Adolf Dallapozza hinzuweisen:



    Felix Mendelssohn Bartholdy
    * 3.2.1809 Hamburg, gest. 4.11.1847 Leipzig


    Die beiden Pädagogen
    Uraufführung: 1821 in Berlin (privat); 27.5.1962 in Berlin (öffentlich)
    Libretto: D. Caspar nach Eugène Scribe
    Aufnahme: ca 1980
    Dirigent: Heinz Wallberg
    Münchener Rundfunkorchester
    Chor des Bayerischen Rundfunks
    Chorleitung: Josef Schmidhuber


    Carl: Adolf Dallapozza
    Elise: Krisztina Laki
    Gutsherr Robert: Günter Wewel
    Hannchen: Gabriele Fuchs
    Kinderschreck: Dietrich Fischer-Dieskau
    Luftig: Klaus Hirte


    LG


    :hello:

  • Wunderbar dass es hier Insider gibt von denen man Dinge erfährt die sonst nicht an die Öffentlichkeit geraten. Auch ich gehöre zu denen die Adolf Dallapozza sehr schätzen, schon seit ich ihn 1964 in der Hofburg in einem Operettenkonzert erlebt habe. Es ist jedesmal eine Kostbarkeit wenn er nach all diesen Jahrzehnten der Karriere hin und wieder Partien wie die Hexe oder den Eisenstein an der Volksoper singt. Beides im vergangenen Dezember erlebt und sehr genossen!

  • Wenn man die Plattenkataloge nach Aufnahmen mit Adolf Dallapozza durchforstet, findet man fast nur Operetten wie den oben gezeigten "Vogelhändler". Der Opernsänger ist nur schwer zu finden - obwohl er da auch ein beachtliches Repertoire gesungen hat (Beispiel: Lucia di Lammermoor mit Beverly Sills, wenn auch nur die kleinere Rolle des Arturo).



    Aufnahme: Aug. 1970, Studio, London
    Dirigent: Thomas Schippers
    London Symphony Orchestra
    Ambrosian Opera Chorus
    Chorleitung: John McCarthy


    Alisa: Patricia Kern
    Arturo Buklaw: Adolf Dallapozza
    Edgardo di Ravenswood: Carlo Bergonzi
    Enrico Ashton: Piero Cappuccilli
    Lucia: Beverly Sills
    Normanno: Keith Erwen
    Raimondo Bidebent: Justino Diaz


    Von einem befreundeten (inzwischen leider verstorbenen) Sammler, der echter Dallapozza-Fan war, habe ich einige interessante Mitschntte bekommen, die allerdings nie offiziell erschienen sind (wie die weiter oben schon genannte Gesamtaufnahme des "Postillon" - wo er das berühmte Rondo auf Wunsch des begeisterten Publikums zweimal singen mußte).


    Zu seinem 60. Geburtstag gab es in Ö1 eine Jubiläums-Sendung mit Prof. Gottfried Cerwenka, in der Ausschnitte seiner größten Erfolge an der Volksoper zu hören waren, die aus den Archiven stammen und bisher unveröffentlicht sind.


    LG


    :hello:

  • Zitat

    Original von fortunata
    Wunderbar dass es hier Insider gibt von denen man Dinge erfährt die sonst nicht an die Öffentlichkeit geraten. Auch ich gehöre zu denen die Adolf Dallapozza sehr schätzen, schon seit ich ihn 1964 in der Hofburg in einem Operettenkonzert erlebt habe. Es ist jedesmal eine Kostbarkeit wenn er nach all diesen Jahrzehnten der Karriere hin und wieder Partien wie die Hexe oder den Eisenstein an der Volksoper singt. Beides im vergangenen Dezember erlebt und sehr genossen!


    Liebe Fortunata!


    Ich weiß, dass Adolf Dallapozza im Jahr 2009, die Hexe singt und spielt und auch den Eisenstein, alternierend mit Heinz Zednik, gibt.


    Liebe Grüße sendet Dir, mit den liebsten Wünschen alsNeumitglie, hier, Dein Peter aus Wien. :hello: :hello: :hello:

  • Lieber Peter,


    vielen Dank für den lieben Willkommensgruß!
    Als ich mich hierher gegoogelt habe war das erste einer Deiner Beiträge, und dieser hat mich derart fasziniert dass ich mich sofort um Aufnahme bemüht habe. Und ich fühle mich sehr wohl hier unter so vielen Gleichgesinnten!


    Liebe Grüße -
    Margit

  • Aus aktuellem Zeitmangel ganz auf die Schnelle


    - ich habe Adolf Dallapozza zuletzt vor knapp zwei Wochen in der VOP als Eisenstein erlebt - und er singt (nicht zuletzt dank seiner ausgeprägten Technik, die ihm hilfte, sich über manche Probleme wegzuschwindeln) manch junge Kollegen (den Namen eines Tenors der Volksoper, der - für meine Ohren - jede Rolle durch auch an unpassenden Stellen eingelegte hohe Töne versaut, möchte ich nicht in den Mund/in die Tastatur nehmen; da sei der Hl. Sebastian davor) und spielt an die Wand.
    - wenn ich mich zurück erinnere, war er in Graz ganz hervorragend als Elvino in einer Produktion der "Sonnambula" (mit der damals jungen Zukunftshoffnung Sona Ghazarian in der Titelpartie - besitzt jemand den Mitschnitt der Rundfunkübertragung ?????)
    - an der Volksoper hat er in "Giustino" bewiesen, dass er auch in Barockopern stimmlich gute Figur macht (was an der Seite von Jochen Kowalski - der damals das Publikum zum Rasen brachte - nicht wirklich leicht war; auch hier die Frage, ob jemand einen Mitschnitt der Rundfunkübertragung hat)
    - ich muss in meinem Archiv fündig werden; aber wenn mich meine Erinnerung nicht täuscht, gab es mit ihm eine längst vergriffene Platteneinspielung des "Trovatore", in der er den Manrico singt


    viele Grüße
    Michael 2

  • Hallo Michael,


    bei der "Sonnambula" in Graz war ich auch - zu dieser Zeit konnte man dort noch hervorragende Aufführungen erleben, wie z.B. auch die "Perlenfischer" mit Terranova.
    Über den "Hl. Sebastian" musste ich sehr lachen - der kann sich tatsächlich bei Dallapozza noch was abschauen!


    Liebe Grüße -
    Margit

  • brunello


    Lieber Michael,


    es gibt eine Schallplattenaufnahme - so ca. aus dem Jahr 1961 - aus Wien, der von der Fa. Concert Hall (MMS) gemacht wurde, bei der Dallapozza beteiligt war. H. Ommer hat dafür folgende Besetzungsliste:


    Il Trovatore


    Aufnahme: 1961, Studio
    Dirigent: Nello Santi
    Orchester der Wiener Staatsoper
    Chor der Wiener Staatsoper


    Azucena: Nedda Casei
    Ferrando: Tugomir Franc
    Il Conte di Luna: Lino Puglisi
    Ines: Lyda Maria
    Leonora: Virginia Gordoni
    Manrico: Michele Molese
    Ruiz: Adolf Dallapozza
    Un vecchio zingaro: Rudolf Zimmer


    Vermutlich seine älteste Aufnahme?


    LG


    :hello:

  • Danke, Peter, daß du diesem Sänger einen thread widmest.
    Dallapozza war wohl der Tenorstar der Volksoper in den 70 und 80er Jahren. Ich erinnere mich an seinen Boheme-Rodolfo.
    Mir war gar nicht klar, wie groß sein Opernrepertoire gewesen ist, verbinde ich ihn doch hauptsächlich mit der Operette.


    Den von dir erwähnten Fidelio gibt es ja nicht nur auf DVD, es entstand auch eine Studioaufnahme dieser Oper.


    Er hätte sicher auch eine internationale Karriere haben können. Schon alleine sein Nachname machte einem Operntenor wohl alle Ehre. ;) Er schien es aber vorzuziehen, hauptsächlich in Österreich zu bleiben.
    In seiner Geburtsurkunde steht angeblich die italienische Version seines Vornamens, Adolfo. Doch nach seinen ersten Auftritten wurde er für das Publikum zum Adolf. Angeblich wollte ihm ein Manager einen Auftritt in Amerika ausreden, weil man mit diesem Vornamen dort nicht auftreten kann. Ich glaube, er tat’s dann trotzdem und es war kein Problem.
    Vielleicht weiß Peter ja mehr davon.
    Es heißt, er hätte eigentlich Ettore heißen sollen. Ettore Dallapozza wär ja auch ein toller Name für einen Operntenor gewesen.


    Seine Diskographie weist laut der operaclass website auch eine sehr gut besetzte Gesamtaufnahme von Idomeneo auf, mit Dallapozza als Idamante.
    Interessant, dass es auch eine DVD aus dem Jahr 1965 zu geben scheint, in der Dallapozza als Rodrigo in Verdi’s Otello neben Windgassen und Jurinac zu sehen ist.


    Gregor

  • Liebert Gregor!


    Natürlich ist Adolf Dallapozza in den Gastspielreisen der Volksoper, unter der Direktion Karl Dönch, mehrmals in den USA und in Japan aufgetreten,


    zumeist als Alfred in der "Fledermaus" und als Graf Zedlau im "Wiener Blut", und der Name Adolf hat hier gar nicht gestört.


    Warum auch?


    Aber ich kann eine Aufnahme, einer etwas seltenen, zwar am Anfang schon gezeigten, Operette empfehlen,


    wo er mit seinem Tenor - Freund Heinz Zednik singt, ja auch das gibt es, dass zwei Tenöre Freunde sind! Hier bitte, leider etwas teuer, aber dafür auch sehr gut, ich habe diese Aufnahme,


    :jubel: :jubel:


    und kann sie nur empfehlen.


    Liebe Grüße Peter as dem kalten Wien. :hello: :hello: :hello:

  • Hier ist die Aufnahme:



    IDOMENEO
    Aufnahme: 22.–29.5.1971, Leipzig
    Dirigent: Hans Schmidt-Isserstedt
    Staatskapelle Dresden
    Rundfunkchor Leipzig
    Chorleitung: Horst Neumann
    Cembalo: Walter Olbertz, Vc.: Joachim Bischof


    Arbace: Peter Schreier
    Elettra: Edda Moser
    Gran Sacerdote: Günter Leib
    Idamante: Adolf Dallapozza
    Idomeneo: Nicolai Gedda
    Ilia: Anneliese Rothenberger
    Oracolo (Voce di Nettuno): Theo Adam
    Un troyano: Eberhard Büchner
    Un troyano: Günter Leib
    Una cretesa: Ingeborg Springer
    Una cretesa: Adele Stolte


    +++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++


    Und hier ist der Othello:



    Giuseppe Verdi: OTHELLO (dt.)
    Aufnahme: 1966, live, Video, Stuttgart
    Dirigent: Argeo Quadri
    Württembergisches Staatsorchester Stuttgart
    Chor der Württembergischen Staatsoper Stuttgart
    ( deutsche Fassung)


    Cassio: William Blankenship
    Desdemona: Sena Jurinac
    Emilia: Margarita Lilowa
    Iago: Norman Mittelmann
    Lodovico: Walter Kreppel
    Montano: Willy Ferenz
    Otello: Wolfgang Windgassen
    Roderigo: Adolf Dallapozza


    (nähere Einzelheiten dazu stehen im Windgassen-Thread)


    LG


    :hello:

  • Die oben gezeigte Idomeneo-Aufnahme ist übrigens auch in der Mozart-Gesamtausgabe von Brillant-Classic enthalten.
    Bei 2**1 habe ich neulich - zur Feier des 40jährigen Firmenjubiläums - diverse CD-Boxen aus der Edition zum Spottpreis gesehen, die Idomeneo ist Vol.26 - 5 CDs/gekoppelt u.a. mit "Thamos" für ganze 1,99 Euro.



    LG


    :hello: :hello:

  • Wenn man das Gewese um die "Regimentstochter" an der STOP vor ein paar Jahren in Erinnerung ruft, muß man fast glauben, die Oper sei vorher in Wien völlig unbekannt gewesen. Dabei erinnere ich mich an eine Inszenierung an der Volksoper, die nicht nur, was die Sänger anbelangte, Spitze war, sondern auch sonst eine wahre Freude für das Publikum. Dallapozza liefert perfekt seine hohen "C" ab. Ich bin stolz darauf, von einer der Aufführungen einen Mitschnitt zu besitzen, den ich immer wieder gern höre:


    Gaetano Donizetti
    Die Regimentstochter
    komische Oper in 2 Akten
    (in deutscher Sprache)


    Marie: - Reri Grist
    Marchesa: - Irmgard Seefried
    Sergant Sulpice: - Oskar Czerwenka
    Tonio: - Adolf Dallapozza
    Herzogin: - Ljuba Welitsch
    Hortensio: - Kurt Ruzicka
    u.v.a.
    Chor und Orchester der Wiener Volksoper
    Dirigent: Argeo Quadri


    Wien, 7. Mai 1972



    LG


    :hello:

  • Zitat

    Original von Harald Kral
    Wenn man das Gewese um die "Regimentstochter" an der STOP vor ein paar Jahren in Erinnerung ruft, muß man fast glauben, die Oper sei vorher in Wien völlig unbekannt gewesen.


    ...


    Wien, 7. Mai 1972


    Das sind immerhin 35 Jahre Differenz! Das sind zwei oder drei Generationen Operngeher. Ich kann mich kaum an Details von Vorstellungen Mitte der 70er Jahre erinnern...


    :hello:

  • Lieber Harald!


    In dieser "Regimentstochter" war ich, diese war einfach wunderbar und Adolf Dallapozza zählte zur Weltspitze, :jubel: :jubel:


    Reri Grist war bezaubernd und Ljuba Welitsch in ihrem Fach, die Komödiantin mit dem großem Herzen. :jubel: :jubel:


    Liebe Grüße Peter aus dem tief verschneiten Wien. :hello: :hello: :hello:

  • Zitat

    Original von oper337
    In dieser "Regimentstochter" war ich, diese war einfach wunderbar und Adolf Dallapozza zählte zur Weltspitze, :jubel::jubel:


    Reri Grist war bezaubernd und Ljuba Welitsch in ihrem Fach, die Komödiantin mit dem großem Herzen. :jubel::jubel:


    Ich wußte gar nicht, daß Dallapozza auch Belcanto gesungen hat. Da hat er aber eine tolle Entwicklung durchgemacht. Vom Tonio zum Puccini-Rodolfo. Das muß ein Herr Florez wohl erst mal nachmachen.


    Die Welitsch muß ja auch ein Hammer gewesen sein, wenn man bedenkt, was man über diese Frau so alles hört und liest.


    Gregor

  • Lieber Gregor!


    Da gibt es eine - wahre - Geschichte, nach der Adolf Dallapozza im "Zigeunerbaron" den Barinkay gesungen hat, mit welcher Saffi, weiß ich nicht mehr.


    Aber Erich Kunz und Ljuba Welitsch waren Zsupan und Mirabella, und was die Beiden im "Dompfaff-Duett" aufführten, das war so grandios, dass man das Duett "Wer uns getraut" ganz vergaß, und den Beiden nur zusah.


    Liebe Grüße sendet Dir Peter. :hello: :hello: :hello:

  • Lieber Gregor,


    Zitat

    Ich wußte gar nicht, daß Dallapozza auch Belcanto gesungen hat.


    Da gibt es in der Archiven des ZDF noch eine Fernseh-Oper mit Dallapozza als Rossini-Tenor (vielleicht bringt der ZDF-Theaterkanal mal eine Wiederholung):


    Rossini:
    DER TÜRKE IN ITALIEN
    (Aufnahme ca. 1971)
    Inszenierung: Franco Enriquez
    deutsche Fassung: Günther Rennert/ Carl Steuber,
    Fernsehfassung: Gerhard Reutter


    Albazar: Michel de Lufry
    Don Geronimo: Oskar Czerwenka
    Don Narciso: Adolf Dallapozza
    Donna Fiorilla: Ingeborg Hallstein
    Prosdocimo: Hermann Prey
    Selim: Barry MacDaniel
    Zaida: Rohangiz Yachmi


    Dirigent: Giuseppe Patané


    Da macht Oper wirklich Spaß (man kann davon in USA eine DVD bestellen, allerdings in schlechter Bild- und Tonqualität).


    LG


    :hello:

  • Danke für den Hinweis. Was der Mann so alles gemacht hat. Ich habe gelesen, daß er auch den Werther gesungen hat. War das vielleicht an der Volksoper auf Deutsch? Er muß ein Bilderbuch-Werther gewesen sein, abgesehen davon, daß er auf Weltklasse-Niveau gesungen hat.


    Bei youtube gibt es ein paar videos mit ihm, vorwiegend aus dem Bereich der Operette. Diese zwei Ausschnitte aus Friederike und Das Land des Lächelns sind wunderbare Beispiele, die zeigen wie großartig dieser Sänger war. :jubel:



    Dallapozza in Friederike


    Dallapozza in Das Land des Lächelns



    Gregor

  • Lieber Gregor,


    der Werther war wirklich ein Höhepunkt der Wiener Volksoper. Natürlich ebenfalls auf deutsch! Wobei der Text von einem absolutem Dilletanten namens Johann Wolfgang von Goethe stammt, was die ganze Oper natürlich schon ziemlich suspekt macht!


    Hier die Besetrzung meines Mitschnitts:


    Jules Massenet
    W E R T H E R
    Lyrisches Drama in 3 Akten nach Goethe
    Werther - Adolf Dallapozza
    Albert - Erland Hagegaard
    Charlotte - Gerlinde Lorenz
    Sophie - Monique Labosa
    Amtmann - Artur Korn
    u.v.a.
    Chor und Orchester der Wiener Volksoper
    Mozart-Sängerknaben
    Dirigent: Dietfried Bernet


    Wien, 21. Januar 1970


    Viele Grüße
    Harald
    :hello: