Carl Maria von Weber: Der Freischütz

  • Liebe Opernfreunde


    Webers Oper "der Freischütz", eigentlich ein Singspiel, aber so genau wollen wir es in diesem Zusammenhang nicht nehmen, feierte schon bei der Uraufführung am 18. Juni 1821 in Berlin, wahre Triumphe.
    Das Libretto stammt von Friedrich Kind, der seinerseits auf ein "Gespensterbuch" aus dem Jahre 1810 zurückgriff. Wahrscheinlich traf das bühnenwirksame Werk genau den Geschmack der Zeit, denn es erlebte im 19. Jahrhundert unzählige Aufführungen. Auch die Musik entsprach dem romantischen ideal und war, wie viele Werke der Zeit, teilweise sehr "volkstümlich". Das mag sicher ein Grund für die Popularität des Werkes gewesen sein, aber auch vom Inhalt war die Oper interessant,
    sie gehört zum Genre der "Gruselopern", die aber im Gegensatz zu Wagners "Hölländer" und Offenbachs "Hoffmanns Erzählungen" einen positiven Ausgang hat.


    Die Oper wurde mehrfach für die Schallplatte eingespielt. Man sagt ihr nach, daß sie eines jener Werke wäre, das nie ganz ideal realisiert werden könne, immer blieben Wünsche offen......
    Ein idealer Max ist schwer zu finden, und überhaupt wirken Opern mit gesprochenen Dialogen auf Tonträger zumeist hölzern und kitschig, was bei realen Aufführungen kaum der Fall sein dürfte, wenn man sie glaubwürdig inszeniert.


    Begnügen wir uns mit dem Möglichen.
    Und nun stellen sich die Fragen:


    Welche Aufnahmen des Werkes kennt/liebt Ihr ??
    Eigenartigerweise kenne ich nicht allzu viele, zwei davon besitze ich, mit einer dritten liebäugle ich..


    Gruß aus Wien
    Alfred

  • Kennen kenne ich einige Aufnahmen ;) , Kleiber wird wohl jemand anderes empfehlen, deswegen wähle ich einmal die "romantischste" der mir bekannten Aufnahmen:



    Rudolf Schock als Max, Elisabeth Grümmer als Agathe, Lisa Otto als Ännchen, Gottlob Frick als Eremit, dazu noch der sehr junge Hermann Prey als Ottokar, was will man mehr?


    Dazu Joseph Keilberth, der die Berliner Philharmoniker zu Höchstleistungen anspornte, sofern das durch den sehr dünnen Klang von 1958 hörbar ist... ;)

    Grüße aus der Nähe von Hamburg


    Norbert


    Tradition ist die Weitergabe des Feuers und nicht die Anbetung der Asche.
    Gustav Mahler

  • Hallo


    der Kleiber Freischütz dürfte wohl die unbestrittene Referenz sein.


    Hatte mir auch noch die Harnoncourt Aufnahme besorgt, war aber in allen Bereichen absolut enttäuscht.


    (Zum Glück gibt es ebay, gegen meine Gewohnheit)


    Grüße TW

  • Tobey Wilson schrieb:


    [Zitat]Hatte mir auch noch die Harnoncourt Aufnahme besorgt, war aber in allen Bereichen absolut enttäuscht.[/Zitat]


    Sofern es sich um diese Aufnahme handelt:



    besitze ich sie zwar nicht, war aber bei Ihrem Zustandekommen (Livemitschnitt) anwesend und habe das Konzert in bester Erinnerung. Musikalisch angenehm "aufgeraut", und mit Salminen und Moll im Bassbereich hervorragend besetzt. Die damals noch relativ unbekannte Christine Schäfer glänzte ebenfalls. Gekauft habe ich sie letztendlich nicht, weil ich Wottrich absolut enttäuschend fand - insofern ist mir die Besetzung als Parsifal in Bayreuth auch vollkommen suspekt.
    Mittlerweile habe ich aber ebenfalls die Kleiber-Aufnahme ins Auge gefasst.


    Gruß
    Anti

  • Meine Freischütz-Vorlieben 1 und 2 finden sich in den Postings wieder.


    1. Die Aufnahme mit Carlos Kleiber, bei der ich einige Zeit brauchte, sie zu verstehen, da
    2. die Aufnahme mit Keilberth so schön romantisch ist, (liebe sie ebenfalls)
    3. Der Live-Mitschnitt unter Karl Böhm von der Wiener Staatsoper (semi-legal) mit Janowitz und King
    4. Die Aufnahme mit Kubelik, Behrens, Kollo


    Kennt einer von Euch die Aufnahmen mit Furtwängler und Erich Kleiber??
    Bitte um zweckdienliche Hinweise!!!!

    Otto Rehhagel: "Mal verliert man und mal gewinnen die anderen".
    (aus "Sprechen Sie Fußball?")

  • Hallo,


    Keilberths "Freischütz" wäre sicher interessant für mich.


    Manchje sagen der Klang wäre Ok, andere meinen er wäre etwas dumpf, nun muss ich lesen, er sei "dünn".


    Wie klingt er denn nun WIRKLICH ?


    Gruß
    aus Wien
    Alfred

  • O mio caro Alfredo,


    Da gibt es zwei Lösungsansätze:
    a) Du kaufst bzw. fladerst die CD mit Keilberth
    b) Wir zwei Wiener machen uns bei mir daheim einen Termin aus. Du sagst, was Du gerne ißt (das liebt meine Frau) und was Du gerne trinkst (da hast Du bei mir volles Verständnis, wenn es nicht alkoholfrei ist) und wir hören uns durch die diversen Freischütze.

    Otto Rehhagel: "Mal verliert man und mal gewinnen die anderen".
    (aus "Sprechen Sie Fußball?")

  • Alfred fragte:


    [Zitat]Manchje sagen der Klang wäre Ok, andere meinen er wäre etwas dumpf, nun muss ich lesen, er sei "dünn".


    Wie klingt er denn nun WIRKLICH ?[/Zitat]


    Sofern Du Rienzis Angebot nicht annehmen willst ;) , mußt Du selbst den Mut aufbringen und Dir die Aufnahme zulegen.


    Mit "dünn" meinte ich, daß die Aufnahme natürlich ihr Alter nicht verleugnen kann. 1958 war eben sehr frühe Stereo-Zeit.


    Trotzdem lohnt sich unbedingt der Kauf der Aufnahme, weil die künstlerische Qualität imo überragend ist.


    Sehr schön ist übrigens auch eine andere EMI-Aufnahme aus 1969:



    Die beiden "Hauptpartien" sind mit Birgit Nilsson und Nicolai Gedda sehr gut besetzt, sängerisch sowieso, aber auch die Sprechpartien geraten nicht zum "Graus" ;) .


    Weiterhin sorgen Franz Crass als Eremit, Walter Berry als Kapar und die nicht immer ganz höhensichere Erika Köth für ein gelungenes Hörvergnügen. Robert Heger dirigiert das Orchester der Bayer. Staatsoper zwar etwas "hemdsärmelig", aber sorgt trotzdem für eine "romantische Stimmung".

    Grüße aus der Nähe von Hamburg


    Norbert


    Tradition ist die Weitergabe des Feuers und nicht die Anbetung der Asche.
    Gustav Mahler

  • ich habe eine aufnahme mal in der schule gehört (in der schule...mit partiturlesen und analysieren).


    Es war die Aufnahme von Kleiber (wusste es damals aber noch nicht;wusste nur dass sie von DG war).
    Jahre später hatte ich wieder interesse an DER FREISCHÜTZ und wollte genau die Aufnahme,die wir in der schule hatten.
    ich lieh mir die Einspielung von Kleiber in der Bücherei aus.
    Und siehe da....es war die,die ich gesucht habe.


    Kleiber´s aufnahme ist von DG seiten aus Referenz aber für mich ist diese aufnahme auch referenz.
    Seitdem habe ich verdammt viele verschiedene Aufnahmen gehört und war von vielen vielen enttäuscht.
    Rein interpretatorisch gab es viele auf und ab´s. das trinklied war bei ALLEN aufnahmen verschieden, wobei eben die von kleiber´s aufnahme aber imo am besten klang,

  • Sagitt meint:


    So unterschiedlich sind die Wahrnehmungen. Harnoncourts Aufnahme habe ich jetzt nochmals genauer studiert. Unglaublich, wie sehr Harnoncourt auf billiige Effekte verzichtet, das Werk weit wegrückt von deutscher Gemütlichkeit, fascinierend viele Teile aus einem Piano entwickelt,.... wie nahte mir der Schlummer...sehr gut von der Organasova gesungen. Die Wolfsschlucht lässt er nicht in furiosem Krach untergehen.


    Man muss diesen Ansatz ja nicht teilen, aber er ist eine echte Alternative zu den harmlosen Drauflos-Interpretationen.


    Wie immer hat sich Hanoncourt viele Gedanken gemacht, eine auf seine Weise romatisch-deutsche Version entwickelt, die nicht von schunkelnden Jägerchormännervereinen besetzt wird.


    Wer einmal hören will, wie sich Pianissimo mit deutsch-dunkler Romantik paart, der muss zu Harncourt greifen-

  • Hallo,


    in meiner Sammlung befinden sich fünf "Freischütz"-Aufnahmen, die ich nicht missen möchte. Wirklich vollkommen zufrieden bin ich allerdings mit keiner Einspielung.


    - Furtwängler 1954: Wie zu erwarten, ein Dirigat in extremis. Mal die Dramatik in voller Wucht herausfahren lassend, dann wieder im Stillstand innigen Verweilens den Moment auskostend. Wenn man es pathetisch formulieren wollte: Ein Hochamt des "Deutschen", der Innigkeit, der Naturliebe, aber auch der nachtschwarzen Abgründe der Seele. Großartige Besetzung, auch wenn Hopf ein wenig zu alt und zu sehr nach Heldentenor klingt, dafür aber mit dem m.E. idealen Paar Grümmer/Streich und dem guten, wenn auch manchmal etwas über den Daumen singenden Kurt Böhme besetzt. Mono-Livemitschnitt von den Salzburger Festspielen.


    - Kleiber 1955: die mir insgesamt liebste Aufnahme, auch wenn das Kölner RSO kein wirklich erstklassiges Ensemble ist, die Ännchen-Erzählung "Einst träume meiner sel´gen Base" fehlt und der Ton mono ist. Kleiber père gelingt es, einerseits den zu betulich-biedermeierlichen Ton, der vielen das Stück verleidet hat, zu meiden, ohne aber in das andere Extrem überhetzter Tempi zu verfallen. Die Tempi scheinen von Kleiber ganz natürlich und richtig gewählt zu werden, als Beispiel sei nur der "Bauernwalzer" im 1. Aufzug erwähnt, wo man eine angemessene Erdenschwere wahrnimmt, die aber nicht ins Plumpe abgleitet. 3 Sänger der Furtwängler-Aufführung (Hopf, Grümmer, Streich) hat Kleiber übernommen, dazu kommt der m.E. hervorragend dämonische Max Proebstl und andere, ebenfalls sehr gute Sänger.


    -Keilberth 1958: gegenüber Kleiber und Furtwängler wirkt Keilberth ein wenig sehr brav und betulich, eine solide, kapellmeisterliche Auführung. Nicht weniger - aber auch nicht mehr. Die vokale Seite überzeugt mehr. Die Besetzung des Max mit Rudolf Schock als jugendlich-dramatischem Tenor ist im Prinzip richtig, auch wenn er ein wenig eng in der Höhe klingt. Wieder die (fast unersetzlich scheinende) Elisabeth Grümmer, dazu die hervorragende Lisa Otto als Ännchen und Karl Christian Kohn als solider Kaspar. Luxusbesetzungen in den Nebenrollen: Prey als Ottokar und Frick als leicht schwäbelnder Eremit.


    - Kleiber 1973: die vielgerühmte Aufnahme von Kleiber fils verschärft den Ansatz des Vaters zugunster zugespitzter Tempi bei gleichzeitiger Entdeckung vieler neuer Details in der Partitur. Bei den Stimmen dominieren die Damen. Janowitz stimmschön wie immer (bei kleiner Verhärtung in der Höhe) und Edith Mathis als das vorwitzige Ännchen. Bei den Männern sieht es weniger gut aus: die Besetzung des Max mit der weißlichen und unsinnlichen Stimme Peter Schreiers ist grenzwertig, diese Grenze unterschreitet allerdings Theo Adam, der mit seinem ausgedörrten, körnig-raspligen Organ nur überfordert klingt.


    - Harnoncourt 1995: eine sehr interessante Alternative. Auch wenn man den Tempoentscheidungen Harnoncourts (und seiner Auffassung über Max) nicht immer folgen mag, leuchten immer wieder insbesondere in den Klangfarben neue, ungehörte Details auf (man höre nur die "Dorfmusik" im 1. Aufzug, insbesondere die Bläser!). Stimmlich mit Orgonosava, Schäfer, Wottrich und Salminen hervorragend bis angemessen besetzt. Eine sehr gute Zweit- oder Drittaufnahme, die zum Nachdenken anregt.


    Grüße


    GiselherHH

    "Mache es besser! (...) soll ein bloßes Stichblatt sein, die Stöße des Kunstrichters abglitschen zu lassen."


    (Gotthold Ephraim Lessing: Der Rezensent braucht nicht besser machen zu können, was er tadelt)

  • Hallo,


    eine meiner ersten Opernaufführungen, die ich in meiner Jugendzeit besucht habe.....
    zu empfehlen für Neueinsteiger, die sich für einen Opernbesuch entschliessen wollen...
    leicht verdaulich... schöne Musik deutscher Romantik......
    Mein Favorit:




    Qualitativ gelungene Einspielung........
    Empfehlenswerte CD....


    Grüße
    reklov29

    Bach ist so vielfältig, sein Schatten ist ziemlich lang. Er inspirierte Musiker von Mozart bis Strawinsky. Er ist universal ,ich glaube Bach ist der Komponist der Zukunft.
    Zitat: J.E.G.



  • Hallo,


    trotz des Umstandes, daß die Aufnahme aus der stereophonen Frühzeit stammt, klingt sie für meinen Geschmack erstaunlicherweise sehr gut. Ich kann mich noch gut erinnern, wie ich die CD's mit einer bangen Vorahnung in den Player gelegt habe. Aber was für eine Überraschung - klanglich supererbe. Hier im Forum und auch in der Kritikergilde wird Keilberths Freischütz gern als die romantischste Version bezeichnet. Dies ist zutreffend. Nahes Liebesglück, Versagensangst, grüner Wald und schwarze Messen - uhhhhaaa - werden hier aufs schönste zelebriert.


    Beste Grüße

  • Habe es glaube ich schonmal im Thread zu Jochum erwähnt:
    Jochums DG-Aufnahme, die preiswert wiederveröffentlicht worden ist, steht m.E. zu Unrecht im Schatten, z.B C. Kleibers. Kaspar und Max sind klarerweise besser als bei C.Kleiber; Seefried hat leider m.E. ihren Zenith überschritten, ist aber immer noch gut, Streich natürlich erstklassig. Jochums Dirigat ist nicht so extrem wie Kleibers, gefällt mir aber sehr gut. Und der Klang ist sogar besser als bei der etwas überproduzierten Dresdner Aufnahme (jedenfalls bei mir; ich habe von beiden ältere Ausgaben). Insgesamt ein höchst empfehlenswerte Produktion!


    viele Grüße


    JR

    Struck by the sounds before the sun,
    I knew the night had gone.
    The morning breeze like a bugle blew
    Against the drums of dawn.
    (Bob Dylan)

  • Mir gefällt die als DVD-Mitschnitt von Zürich erhältliche Aufnahme mit Peter Seiffert als Max,Inga Nielsen als Agathe und Matti Salminen als Kaspar unter dem Dirigat von Nikolaus Harnoncourt.
    Diese Aufnahme ist musikalisch auf sehr hohem Niveau,die Inszenierung weist lediglich in den Frauenszenen gewisse Längen auf.Doch der Gesamteindruck bleibt überaus positiv.

  • Hallo Forianer,


    eine musikalisch sehr gelungene Alternative kann ich hier noch empfehlen: gespielt auf historischen Instrumenten!


    Allerdings wurden die Dialoge ersetzt durch einen Erzähler, was nicht jedermans Geschmack sein wird. :rolleyes:


    Musikalisch gesehen und von den Gesangssolisten her eine wirklich gelungene Aufnahme! :yes:






    Herzliche Grüße
    von LT :hello:

  • Hallo,


    ich bin auch ein überzeugter Anhänger der Keilberth-Aufnahme. Ich denke, Rudolf Schock hat hier eine erstklassige Leistung gezeigt, an der Seite von Elisabeth Grümmer und dem Stimmpotential von Karl-Christian Kohn, Lisa Otto und Hermann Prey.


    Bei den älteren Aufnahmen würde ich unbedingt noch die von Otto Ackermann erwähnen - mit Hans Hopf, Maud Cunitz, Emmy Loose und Marjan Rus. Ackermann verdient, das man ihn als Dirigenten kennenlernt, der nicht nur Operette für die Platte gemacht hat.


    C. Kleiber finde ich vom Dirigat her absolut toll - aber mit der Besetzung des Max tue ich mich schon schwer.


    Bei Harnoncourt dauert es, bis man sich da reingehört hat - das geht mir aber bsplsw. mit seinem Mozart genauso - da würde ich anderen Aufnahmen der Vorzug geben.


    Klar - für den, der in Sachen "Freischütz" schon alles hat - unverzichtbar: Buno Weil mit einem "Freischütz", der mal ganz anders klingt und das Ohr auf gänzlich andere Details lenkt.


    Gruss

  • Wie sieht's denn bei den Inszenierungen aus? Welche Aufführungen haben Euch beeindruckt, verzaubert, sind Euch im positiven Sinn unvergesslich?


    Ich liebe die Schenk-Inszenierung in Düsseldorf in den Bühnenbildern von Schneider-Siemssen. Raunende Wälder. Wunderbar heimelig beleuchtete Schlossräume mit einem Hang zum morbiden. Und eine Wolfsschlucht mit allen Finessen.


    LG,


    Knuspi

  • witzige geschichte zum harnoncourt-freischütz:


    immer im jägerchor im dritten akt singt mein hund mit. kein scherz! kaum läuft die harnoncourt-aufnahme, setzt er beim jägerchor jaulend mit ein. bei jochums freischütz komischerweise nicht. muss wohl mit den frequenzen zu tun haben. jedenfalls ist das immer wieder ein brüller.


    greetings, uhlmann

  • Zitat

    Original von Alviano
    Hallo,
    ich bin auch ein überzeugter Anhänger der Keilberth-Aufnahme. Ich denke, Rudolf Schock hat hier eine erstklassige Leistung gezeigt, an der Seite von Elisabeth Grümmer und dem Stimmpotential von Karl-Christian Kohn, Lisa Otto und Hermann Prey.
    Gruss


    Inzwischen besitze ich diese Aufnahme auch und bin begeistert. :jubel:

  • Die Keilberth-Aufnahme ist meiner Meinung nach, die absolute
    Reverenz-Aufnahme.Wo gibt es sonst eine Agathe wie die
    Grümmer ?Wo gibt es einen Max wie Schock? Auch Kohn
    ist hervorragend, im Gesang, wie auch im Dialog.
    Ich glaube nicht, daß diese Einspielung jemals übertroffen wird.


    :hello:Herbert.

  • Hallo,


    Habe wie reklov29 dieses Exemplar:



    Bin damit vollauf zufrieden, wenn auch die Klangqualität manchmal etwas diffus ist. Meine erste aufnhame des Freischützes ist jedoch folgende Furtwängler aufnahme:



    Da ich die Klangqualität aber nicht allzulang ertrug, habe ich dann doch eine andere gekauft - Harnoncourt!


    Viele Grüße,


    Raphael

  • Als großer Freund der Originals-Reihe wollte ich mir eigentlich folgende Aufnahme zulegen:



    Janowitz, Mathis, Schreier
    Staatskapelle Dresden
    Carlos Kleiber


    Habe ich in diesem Thread irgendwas überlesen? Oder taugt die Aufnahme nicht viel?


    :hello:Jürgen


    EDIT: Okay, vielleicht hätte ich ein drittes Mal lesen sollen, bevor ich schreibe... Schließen sich noch Andere GiselherHH an?

  • Mir gefällt die Kleiber-Aufnahme auch sehr gut, allerdings stört mich Schreier als Max. Und natürlich finde ich es etwas befremdlich, daß nicht die Sänger selbst die Dialoge sprechen - das hört man nämlich leider sehr deutlich heraus. Ansonsten gefällt mir die DVD, in der Ernst Kozub als Max zu sehen und zu hören ist (unter Ludwig, mit Frick, Sotin, Mathis). Ich kann mir keinen besseren Max als Kozub vorstellen.

  • Liebe Freischütz-Freunde und -Freundinnen,


    Weniger bekannt als ich dachte ist offenbar die RCA-Aufnahme, die Lovro von Matacic 1967 gemacht hat. Sehr ausgewogen und trotzdem sehr romantisch, herrlich die Bögen entwickelnd, vor allem auch in den Ensembles, und eine großartige Besetzung: Rudolf Schock als Max ist - angeblich - ein kleines bißchen weniger gut als unter Keilberth (diese Einspielung habe ich nicht im Ohr), aber auf alle Fälle eine Spitzenleistung (schon im Hinblick darauf, daß er 1967 nicht mehr ganz taufrisch war, erstaunlich), mit Gefühl und Intelligenz gesungen. Gottlob Frick als idealer Kaspar und Klaus Lang als ebensolcher Kilian sind reine Freude, der Eremit ist bei Kurt Böhme in besten Händen, Claudio Nicolai ein ausgesprochen nobler Fürst, Fritz Ollendorff ein guter Kuno und der Samiel von Kurt Meisel perfekt passend. Den absoluten Genuß bedeuten die Interpretationen von Claire Watson als Agathe, die ohne sentimental zu werden, die ganze Inbrunst dieser Rolle mit einer wunderschönen, fast akzentfreien Gesangsleistung verbindet; ihr Timbre paßt hier ideal (besser als die von mir auch sehr bewunderte Janowitz, die als Agathe eine Nuance zu fraulich wirkt - trotzdem schätze ich auch diese Interpretation sehr hoch ein); und zweitens das Ännchen von Lotte Schädle, die für mich immer eine Art weibliches Gegenstück zu Gerhard Unger war und im Genre der deutschen Spieloper ihre schönsten Leistungen erbrachte.


    Ich besitze sowohldie LP wie die CD, konnte aber aus Zeitmangel nicht vergleichen. Rein aus der - möglicherweise trügerischen - Erinnerung scheint mir die LP minimal voller klingend, aber die Umsetzung auf CD scheint ausgezeichnet gelungen.


    LG


    Waldi

  • Sechse treffen, sieben äffen !


    Wenn jemand als Max fehlbesetzt war, dann Peter Schreier. Die Rolle war wirklich nichts für ihn. :no:
    Schock hervorragend :jubel:
    Kozub muss ich noch anhören, um mitreden zu können.

  • Zitat

    Original von uhlmann



    immer im jägerchor im dritten akt singt mein hund mit.
    greetings, uhlmann


    :hahahaha: lieber uhlmann , dass musst du mal filmen und auf youtube einstellen !!!

    "Der moderne Komponist darf seine Werke einzig und allein auf der Grundlage der Wahrheit schreiben."
    Claudio Monteverdi


    "Der Komponist komponiert erstens für sich selbst und zweitens für das Publikum; aber für ein ideales Publikum und nicht für das...welches real existiert"
    Nikolai Rimski-Korsakow


    "Tradition ist die Weitergabe des Feuers und nicht die Anbetung der Asche."
    Gustav Mahler

  • Ich besitze sowohl die Kleiber-, als auch die Keilberth-Aufnahme (und jene unter Jochum, sowie jene aus der Dresdner Semper-Oper unter Hauschild.


    Die Kleiber-Aufnahme löste bei ihrem Erscheine ungeheuren Jubel bei der Kritik aus, wobei schon zu Anfang Peter Schreier als der Schwachpunkt der Einspielung gesehen wurde.....


    Sie wurde gelegentlich als "entstaubt" bezeichnet. Heute jedoch wird offensichtlich mehr und mehr auf die Keilberth Aufnahme zurückgegriffen (ich habe sie seit meinem ersten Beitrag in diesem Thread dazugekauft.
    Sie betont das "Romantische" an diesem Werk, was ja in diesem speziellen Fall sicher kein Manko ist....


    mfg aus Wien
    Alfred

  • Zitat

    Original von Alfred_Schmidt
    Ich besitze sowohl die Kleiber-, als auch die Keilberth-Aufnahme (und jene unter Jochum, sowie jene aus der Dresdner Semper-Oper unter Hauschild.


    Lieber Alfred,
    gegen die Auswahl ist wenig einzuwenden - bis auf die von Hauschild. Ich besitze sie auch (ich habe auch damals die Übertragung aus der Semper-Oper gesehen) - aber sie scheint mir doch im Vergleich zu den anderen genannten deutlich die schwächste.


    Mir würde die (von GiselherHH durchaus richtig charakterisierte) Einspielung unter Furtwängler finden. Wie sehr man über Einzelnes diskutieren kann, so gibt es doch viele Momente absoluter Magie, die ich von keiner anderen Aufnahme kenne.


    Zitat

    Die Kleiber-Aufnahme löste bei ihrem Erscheine ungeheuren Jubel bei der Kritik aus, wobei schon zu Anfang Peter Schreier als der Schwachpunkt der Einspielung gesehen wurde.....


    Ich bewundere die Aufnahme, aber ich liebe sie nicht. Bei der Einspielung von Vater Kleiber (sehr empfehlenswert) stören mich die nach damaliger Mode von Schauspielern gesprochenen Dialoge.


    Zitat

    Sie wurde gelegentlich als "entstaubt" bezeichnet. Heute jedoch wird offensichtlich mehr und mehr auf die Keilberth Aufnahme zurückgegriffen (ich habe sie seit meinem ersten Beitrag in diesem Thread dazugekauft.
    Sie betont das "Romantische" an diesem Werk, was ja in diesem speziellen Fall sicher kein Manko ist....


    Zu der Keilberth-Aufnahme habe ich ein persönliches Verhältnis, von dem ich schlecht abstrahieren kann. Es war meine erste Einspielung des Freischütz, damals noch von meinem schmalen Taschengeld und Zuverdientem als Schüler gekauft, tausendmal gespielt und für mich so auf eigentümliche Art mit dem Freischütz verwachsen, so dass es mir schwer fällt, da zu objektivieren.


    Einen schönen Sonntag wünscht


    Peter