Daniel Francois Esprit Auber - Fra Diavolo - Das Gasthaus zu Terracina

  • Hallo!


    Möchte hier einem meiner Lieblingskomponisten und seinem Meisterwerk huldigen :jubel: :jubel:
    Daniel Francois Esprit Auber
    Er wurde 1782 in Caen geboren.Öffentliche Anerkennung erzielte er mit seiner Oper La bergère châtelaine (1820).
    1829 wurde Auber Mitglied der Akademie, 1842 Direktor des Pariser Conservatoire.


    Unvergänglichen Ruhm erwarb er sich mit Opern wie La Muette de Portici (Die Stumme von Portici; 1828 ), Fra Diavolo (1830), Lestocq (1834) Les Diamants de la couronne von 1841.
    Seine Stumme von Portici wird als Beginn der „Großen Oper" angesehen.
    Richard Wagner rühmte dieses Werk und nannte es „heiß bis zum Brennen und unterhaltend bis zum Hinreißen".
    Als das Werk 1830 in Brüssel aufgeführt wurde, soll es mit seinen zündenden Melodien den Abfall Belgiens von den Niederlanden eingeleitet haben.


    Nun aber zurück zu meinem Favoriten: FRA DIAVOLO oder Das Hotel von Terracina


    Geweckt hatmeine Liebe zu Auber die Aufnahme aus dem Jahre 1944 unter der Leitung von Karl Elmendorff. Es singen:
    Hans Hopf (Fra Diavolo)
    Arno Schellenberg (Lord Cookburn)
    Marie-Luise Schilp (Pamela)
    Lorenz Fehenberger(Lorenzo)
    Gottlob Frick (Matteo)
    Irma Beilke (Zerline)
    Karl Wessely (Beppo)
    Kurt Böhme (Giacomo)
    Die Aufnahme ist auf deutsch.


    Das Stück spielt im Süden Italiens, um 1830.
    Zerline liebt Lorenzo. Da der arm ist, wurde sie einem reichen Bauern versprochen. Lorenzo, der Geld braucht, will daher den Banditen Fra Diavolo fangen und das Kopfgeld für ihn kassieren. Da sucht das Ehepaar Cookburn im Gasthaus Schutz. Sie wurden gerade eben von Fra Diavolo ausgeraubt. Da erscheint auch ein Marquis, der Gräfin Pamela den Hof macht. Lorenzo kann den erraubten Schmuck dem Ehepaar zurückgeben und wird belohnt.
    Am Abend geht Zerline schlafen. Sie soll Lorenzos Geld verwahren. Sie wird abe von Fra Diavolo und seinen Räuberfreunden Giacomo und Beppo beobachtet. Sie wollen sie ausrauben und töten. Lorenzo stört die drei, die daraufhin entkommen können.
    Am nächsten Tag will Fra Diavolo erneut den Schmuck rauben. Er vereinbart mit seinen (leicht trotteligen) Gaunerfreunden ein Rauchzeichen, dass sie setzen sollen, wenn alle in der Kirche sind. Die beiden sind aber unvorsichtig und werden von Lorenzo und Zerline erwischt und gezwungen das Rauchzeichen zu setzen. Fra Diavolo wird gefangen und Lorenzo kann nun seine Zerline heiraten.
    In einer anderen Version wird Diavolo erschossen. (ein nicht unbedingt befriedigendes Ende einer komischen Oper)
    Fra Diavolo gab es wirklich. er hieß Michele Pezza und wurde 1807 (glaub ich) erschossen.


    Was haltet ihr von Auber im allgemeinen und Fra Diavolo im Speziellen???


    Mfg Joschi


    PS: Sorry Alfred, ich war schneller :P :D

  • Hallo Joschi,


    also wenn ich vor die Wahl gestellt würde, in die Haut eines Komponisten schlüpfen zu müssen, würde ich das Leben von Auber wählen.


    Er war zwar kein Musikgenie, dafür aber ein handwerklich perfekter Melodienschmied, der den größten Teil seines Lebens von Erfolg zu Erfolg eilte, dabei reich wurde und in einem hohen Alter (89 Jahre) starb. Die erste Begegnung mit der wunderbaren Musik von Auber hatte ich mit dieser sehr empfehlenswerten CD:



    "Fra Diavolo" habe ich als Kind aber nicht als vollständige Oper kennengelernt, sondern in der Gestalt des gleichnamigen Spielfilms mit Oliver Hardy und Stan Laurel von 1933 (worin die beiden als "Stanlio" und "Ollio" das seitdem berühmte "Kniechen-Näschen-Öhrchen"-Spiel spielen). In arrangierter Form kamen dort auch einige Arien aus der Oper von Auber vor. Vor ein paar Jahren habe ich mir dann den "Fra Diavolo" und "La Mouette de Portici" gekauft, die beiden wohl bekanntesten Opern Aubers:






    Dramaturgisch gesehen fällt "Fra Diavolo" nicht weiter ins Gewicht. Eine typische "Pièce bien faite" aus der Librettofabrik des Eugène Scribe. Die romantische Räuberhandlung ist bloß Staffage, damit zwei Liebende unterhaltsame Hindernisse bis zur Eheschließung überwinden müssen. Charaktere werden nicht ausdifferenziert, sondern auf eine ornamentale Funktion beschränkt. Was soll´s! Die Musik entschädigt dafür mehr als genug: köstlich, ironisch, doppeldeutig und anspielungsreich. Musik wie ein leichtes Soufflé hat eben auch ihre Existenzberechtigung!


    Grüße


    GiselherHH


    P.S.: Es gibt auch eine Einspielung auf CD mit Rudolf Schock, natürlich auf deutsch:


    1954 Wilhelm Schüchter; Chor und Orchester des NDR Hamburg
    Rudolf Schock - Fra Diavolo
    Wilma Lipp - Zerline
    Ernst-August Steinhoff - Lorenzo
    Sigmund Roth - Mathéo
    Karl Otto - Giacomo
    James Pease - Lord Kokbourg
    Ursula Zollenkopf - Lady Paméla

    "Mache es besser! (...) soll ein bloßes Stichblatt sein, die Stöße des Kunstrichters abglitschen zu lassen."


    (Gotthold Ephraim Lessing: Der Rezensent braucht nicht besser machen zu können, was er tadelt)

  • Hallo GiselherHH!!


    Diese Aufnahme (Schock) kenne ich nicht, kommt aber jetzt auf die Wunschliste, wenn ich sie habe lass ich es dich wissen(wenns dich interessiert).


    Vielen Dank Joschi


    PS: Fra Diavolo ist für mich leichte Unterhaltung auf musikalische hohen Niveau. Man hält eine Oper mit Todesfall einfach nicht immer aus. Es muss auch leichte Kost geben, oder??

  • Zitat

    Man hält eine Oper mit Todesfall einfach nicht immer aus.


    Stimmt! Das war wohl auch der Hauptgrund, warum die Oper bei mir lange Zeit unter "ferner liefen" rangierte. Ich konnte mich lange nicht an die traurigen Sujets gewöhnen und hörte anfangs auch lieber Barbier und Freischütz.

  • Hallo Joschi,


    Fra Diavolo ist eines meiner Lieblingswerke.
    Auch ich lernte die Oper durch den Stan Lauriel /Oliver Hardy Film (Auf Deutsch lief er unter "Hände Hoch- oder nicht" ) als Knabe kennen. Der Film war schon uralt als ich ihn sah, aber der elegante "Marquis di San Marco", wurde sofort eines meiner Idole, wie übrigens auch der "rote Freibeuter" (Milchgesichter mit hoher Intelligenz und schwarzer Seele übten immer schon eine Faszination auf mich aus :P )
    Wer an dieser Stelle laut lacht setzt sich der Gefahr meines Admin-Bannstrahles aus :P:P


    Der Film war ja aus heutige Sicht eine Zumutung, schon damals empfand ich Stan und Ollie als Störenfriede, die eine potentielle Gefar für mein Idol darstellten, und die er besser aufgeknüpft hätte. Was für ein armer Wurm war doch Lorenzo, welch weltgewandte Person doch der Räuber. Irgend jemand hatte die Idee gehabt (historisch völlig falsch) die Handlung etwa nach 1770 zu verlegen, (Der echte Fra Diavolo agierte etwa um 1800/1810) so erschien der "Marquis" in eleganter Aufmachung mit weiß gepuderter Perücke, Dreispitz etc...




    Jahrelang jagte ich der Musik zu dieser Oper nach, natürlich erst als ich mit 15 einen Plattenspieler besaß (Ich war 10 oder elf als ich den Film sah)


    Ich war jedenfalls schon etwa 18 als die erste Aufnahme verfügbar war.


    Später besserte sich die Situation: Für die CD wurde das Werk öfter eingespielt. Da gab es die schon erwähnte Aufnahme unter Soustrot mit Gedda und Mesple in der französischen Originalfassung.


    Zudem habe ich eine Aufnahme in italienischer Sprache auf Fonit Cetra.
    Die Mitwirkenden sind Luciana Serra Martine Dupuy Dano Raffanti. Es dirigiert Alberto Zedda. Diese italienische Version ist etwas länger als die französische, da einige Teile der französichen Version verschollen sind.
    Das hat teilweise auch damit zu tun, daß die Oper zudem noch in verschiedenen Versionen existiert, das Publikum wollte sich mit der Erschießung Fra Diavolos angeblich nicht abfinden, also wurde das Werk umgeschrieben.. :P



    Die Oper strotzt von wirkungsvollen Ensembleszenen, Märschen und Chören. Jede Nummer ist ein Ohrwurm, man hat immer das Gefühl: Das kenn ich doch.
    Schon zu Lebzeiten Aubers wurde er von Kritikern darob angegriffen.
    Er äusserte sich in etwa so: "Es hat Jahre gedauert, bis ich einsah, daß meine Musik wirklich zu volkstümlich und minderwertig ist, aber als als ich das erkannte, war es schon zu spät: Ich war bereits berühmt"


    Ironie und Geist waren überhaupt ein Markenzeichen Aubers. Den Beinahmen Esprit bekam er übrigens, weil er Fra Diavolo komponiert hatte.




    In deutscher Sprache, bei Eterna erschienen ist der oben abgebildete Querschnitt in deutscher Sprache, eine Gesamtaufnahme ist mir nicht bekannt.


    Einzelne Arien ("Ewig will ich Dir gehören" oder "Erblickt auf Felsenhöhn") waren bis in die 40er Jahre des 20 Jahrhunderts
    sehr beliebte Stücke, wir finden sie immer wieder auf "Sängerportraits" der Vergangenheit.


    Die Oper ist für das Moderne Regietheater völlig ungeeignet, so ist sie aus den Spielplänen verschwunden....



    Beste Grüße aus Wien


    Alfred

  • Zitat

    Zudem habe ich eine Aufnahme in italienischer Sprache auf Fonit Cetra. Die Mitwirkenden sind Luciana Serra Martine Dupuy Dano Raffanti. Es dirigiert Alberto Zedda. Diese italienische Version ist etwas länger als die französische, da einige Teile der französichen Version verschollen sind.


    Die Aufnahme hab ich auch! Zuerst noch auf LP (irgendwann in den späten 80ern geschenkt bekommen) und mich anhand dieser in den "Fra Diavolo" verliebt, dann vor ca. 2 oder 3 Jahren auf CD wiederentdeckt und sofort "zugeschlagen" :]
    Diese Wiederveröffentlichung hing wohl mit dem Aufgehen der Fonit Cetra in die "Warner"-Gruppe zusammen - die haben dann mehrere alte und ältere Fonit Cetra-Opern-Aufnahmen auf CD neu rausgebracht.


    Da ich die erwähnte Aufnahme erst viel später auf CD erstehen konnte, den "Fra Diavolo" aber auch nach meiner CD-Player-Erstanschaffung im Jahr 1991 schon recht bald auch auf CD haben wollte, habe ich mich für die französische Originalversion in der EMI-Einspielung mit Nicolai Gedda, Mady Mesplé & Co. entschieden (wurde oben ja schon von GiselherHH vorgestellt).


    Und damit begann für mich ein jahrelanges Rätselraten, weil die französische Version doch erheblich von der mir zuerst bekannt gewordenen italienischen Version abwich - ich konnte nirgendwo einen Grund/ eine Erklärung dafür erkennen, warum z. B. einige Musiknummern der italienischen Einspielung in der frz. überhaupt nicht vorkamen (da hierunter auch einige meiner besonderen Lieblingsnummern fielen, war ich natürlich besonders enttäuscht!). In Opernführern gab es keinerlei hilfreiche Hinweise, da wurde die ital. Version vollkommen ignoriert, das Textbuch von Reclam gab die kürzere, originale frz. Version wieder- ebenfalls ohne Erklärungen zur weiteren Rezeptionsgeschichte der Oper im Vorwort (sollte eigentlich ein MUSS sein an so einer Stelle)... :(


    Die erwähnte italienische Version ist eben nicht nur eine bloße Übersetzung des französischen Originaltextes ins Italienische (was dem typisch "schlank-flotten" französischen Idiom naturgemäß nicht unbedingt gut tut), sondern der (meiner Meinung nach immerhin halbwegs geglückte) Versuch, aus dieser typischen "Opéra comique" eine echte italienische "Opera buffa" mit allem Drum und Dran zu zimmern...
    Mit den Konsequenzen, dass sämtliche Dialoge des Originals in orchesterbegleitete Rezitative umgestaltet wurden -und zwar in äußerst knapper Form, im Vergleich zur Länge der ursprünglichen Dialoge.
    Anscheinend war die musikalische Substanz des Originals in der neuen Fassung als zu gering angesehen worden (rein von der zeitlichen Länge her gesehen), da ja durch die wesentlich knapperen Rezitative noch zusätzliche Spiel-Zeit verloren ging - denn es wurden mehrere Ensembles und Arien neu hinzugefügt und zwar in nicht zu vernachlässigender Menge!
    So kann man durchaus von einer fast schon eigenständigen 2. Oper "Fra Diavolo" sprechen.
    In dem Booklet der alten LP-Aufnahme der italienischen Version war für mich leider auch kein Hinweis auf das Zustandekommen dieser ominösen 2. Fassung zu entnehmen (zumal dieses nur auf Italienisch verfasst war), ABER in der Neuauflage der Aufnahme auf CD ist nun (Warner sei Dank!) ein einführender Text auch in Englisch enthalten - und da steht denn nun auch zur Abwechslung mal eine Erklärung für diese "Neu-Version":
    Man folgt in dieser Einspielung einer Ricordi-Ausgabe aus dem 19. Jahrhundert (noch zu Lebzeiten des Komponisten veröffentlicht), die sämtliches Material enthält, das Auber während der schon zu seinen Lebzeiten langen Rezeptionsgeschichte des "Fra Diavolo" jemals komponiert hat. Italienische Übersetzungen existierten übrigens -neben deutschen, englischen, russischen und dänischen- schon seit 1848. Sie sollen wohl die Verbreitung des Werkes besonders gefördert haben, weil wahrscheinlich die meisten (reisenden wie residierenden) Opernensembles hauptsächlich auf italienische Sprache ausgerichtet waren, vermute ich mal. Dies führte dazu, dass europaweit die italienische Sprachfassung erfolgreicher war, als die französische.
    Dem (italienisch dominierten) Zeitgeschmack folgend, hat Auber dann orchesterbegleitete Rezitative "in italiano" komponiert und sowohl für die französische, wie auch die italienische Fassung im Lauf der Zeit immer wieder mal "ergänzende" Stücke hinzukomponiert.

    Hauptgrund für die "definitive" italienische Fassung von Auber selber ist wohl die Aufführung des Werkes in Covent Garden, London im Jahre 1858 mit berühmten (italienischen) Solisten in den Hauptrollen, die sensationell erfolgreich gewesen sein soll und in dieser Version weite Verbreitung erfuhr, während man in Frankreich nach wie vor das "Original" des Uraufführungsjahres (mit einigen "Zusatzstücken") spielte.


    Eine interessante Entstehungs- und Rezeptionsgeschichte, wie ich finde! Dieses Hin und Her zwischen italienischer und französischer Version mit all ihren typischen "Begleiterscheinungen" wie Dialoge oder Rezitative ist typisch für die damals nach wie vor existierenden Eigenheiten der französischen und der italienischen Oper. Mich erinnert es ein bißchen auch an Verdis "Ringen" um eine Übertragung der französichen Grand Opéra "Don Carlos" in den italienischen "Don Carlo" (was ja nie zu einer wirklich befriedigenden Lösung geführt hat).


    Zitat

    Die Oper ist für das Moderne Regietheater völlig ungeeignet, so ist sie aus den Spielplänen verschwunden....


    Exakt das ist das Problem Alfred!
    Das Schicksal teilen leider einige ehemalige "Repertoire-Dauerbrenner" - um nur mal beim französischen Genre dieser Epoche zu bleiben, wären da z. B. noch Adolphe Adams (1803-56) "Postillon von Lonjumeau" von 1836 oder Francois-Adrien Boieldieus (1775-1834) "Dame blanche" von 1825 - beides ebenfalls wundervolle Werke mit einfallsreicher und amüsanter Handlung und absolut hinreißender Musik!
    Da solche "Spielopern" eher handlungsorientiert sind und die gezeigten Akteure nicht unbedingt tiefschürfende Charakterstudien à la "Violetta" oder "Gräfin Almaviva" zulassen, sind sie für die heute tätigen Regisseure wirklich uninteressant geworden! Auch ein Grund dürfte sein, dass gerade diese Opern mit ihren aus heutiger Sicht manchmal etwas "naiv" wirkenden Handlungen noch in den 50er und 60er Jahren äußerst beliebt waren bei vielen Theatern (und natürlich auch beim Publikum!) und die heute tonangebende Generation der Regisseure sich daher offenbar bemüßigt fühlt, hier "verstaubte" Traditionen und alte Zöpfe kappen zu müssen! Der typische "Eltern-Kind-Generationen-Koflikt" halt :]
    Deswegen ist mit auch nicht bange, dass eine allmählich "flügge" werdende neue Generation von Regisseuren sich mit großem Interesse gerade auf diese Werke stürzen könnte, die von den jetzt "Alten" der Zunft in den letzten 25 Jahren so schmählich links liegen gelassen wurden.
    Man wird hinterfragen, warum das so war und die musikalischen Qualitäten der Werke entdecken und diesen wieder die ihnen gebührende Beachtung schenken - eben auch wieder aus "Protest" gegen die Vorgänger (und auch auf der stetigen Suche nach "Neuem" und "Vernachlässigtem") - mal wieder ein frommer Wunschtraum meinerseits ?(:angel:?( warten wir's ab.... das Publikum würde es bestimmt mögen :hello:

    "Es ist mit dem Witz wie mit der Musick, je mehr man hört, desto feinere Verhältnisse verlangt man."
    (Georg Christoph Lichtenberg, 1773)

  • Hallo Don Basilio,


    danke für den Hinweis auf diesen Thread. Ich habe Jahrzehnte nicht mehr an diese Oper gedacht, auch nicht an Auber. Jetzt werde ich mich aber umgehend nach Einspielungen umsehen.


    Grüße :hello:
    Emotione

  • Liebe Diavolisten,


    So wie Alfred habe ich diese Oper auch durch den Film kennengelernt, der übrigens keineswegs vergessen ist, sondern soeben - leider unter dem blöden Titel "Die Sittenstrolche" - als DVD wieder publiziert wurde. Das falsche Spätbarock stört mich eigentlich nicht sehr, weil alles wunderbar ineinandergreift. Dennis King in der Titelrolle ist eine Augen- und Ohrenweide, Thelma Todd (die bald danach unter nicht völlig geklärten Umständen ums Leben kam) eine ebenbürtige Gegenspielerin (leider singt sie nicht). Wie populär die Oper in Deutschland einmal war, erkennt man daraus, daß auch Marika Rökk einmal im Film eine Szene daraus sang.


    Die Aufnahme mit Gedda liegtseit kurzem bei mir daheim und wartet auf mich (und ich auf sie).


    Michele Pezza, der historische Diavolo, wurde übrigens nicht erschossen, sondern gehängt.


    LG


    Waldi

  • Liebe Fra-Diavolo-Freunde,
    eigentlich beteilige ich mich selten an solchen Diskussionen, aber nun ist diese Oper schon lange meine liebste. Dazu hat es aber nicht Dick und Doof gebraucht, sondern 2 andere Herren, nämlich Günther Schneider-Siemssen (Bühne und Kostüme) und Otto Schenk (Regie und Textbearbeitung) – die „Fra Diavolo“ in der Rheinoper Düsseldorf/Duisburg Anfang der achtziger Jahre herausbrachten – mit riesigem Erfolg! Mit Sängern wie Ion Buzea, Emily Rawlins, Peter van der Bilt und Jeanne Piland wurde die Oper vor stets ausverkauftem Haus gegeben und auch von Fernsehen (ZDF) aufgezeichnet und mit großem Erfolg ausgestrahlt Dirigent: Jiri Kout). Die DVD könnte ich mir täglich ansehen, ohne der köstlichen Musik und der Komik überdrüssig zu werden. Der berühmte erste „Striptease“ der Operngeschichte mit Emily Rawlins ist einfach nicht zu toppen! Es gab ein paar Jahre vorher (1973) schon eine Fernseh-Ausstrahlung von Gärtnerplatztheater in München (mit Janet Perry, Frederic Mayer, Anton de Ridder), aber die ist leider mehr klamottenhaft. Von der Bregenzer Aufführung 1961 (Cox, Duske, Rössl-Majdan) kenne ich nur den Soundtrack. Vom WDR gibt es noch eine schöne deutschsprachige Radioproduktion (mit Sandor Konya, Werner Krenn, Lotte Schädle aus den 70ern?), aber an die Produktion aus Dresden von 1944, die Sie in Ihrem ersten Beitrag nennen, kommt keine spätere Plattenaufnahme heran!
    Viele Grüße aus dem Rheinland
    Harald Kral

  • Zitat

    Original von Harald Kral
    ...Die DVD könnte ich mir täglich ansehen, ohne der köstlichen Musik und der Komik überdrüssig zu werden. ...


    Ist das eine kommerziell erhältliche DVD?

  • Hallo,
    ich glaube nicht, meine DVD ist eine Kopie (vermutlich von der damaligen Fernsehübertragung). Das ZDF-Archiv fertigt aber meines Wissens auf Anfrage Kopien gegen entsprechende Bezahlung.
    Viele Grüße
    Harald Kral

  • Für Liebhaber dieser Oper in deutscher Sprache bietet der Westdeutsche Rundfunk am nächsten Freitag ein ganz besonderes Schmankerl:


    Freitag, 3. August 2007, 20:05 - 22:00


    WDR 4 für Liebhaber
    Operette nach Wunsch


    Fra Diavolo
    Komische Oper in 3 Akten von Daniel-François-Esprit Auber
    Marquis San Marco: Sándor Kónya
    Lord Kooburn, ein reisender Engländer: Lothar Ostenburg
    Pamela, seine Gattin: Dagmar Naaf
    Lorenzo, Offizier bei den römischen Dragonern: Werner Krenn
    Matteo, Gastwirt: Hans Franzen
    Zerline, seine Tochter: Lotte Schädle
    Giacomo, Bandit: Arwed Sander
    Beppo, Bandit: Ferry Gruber
    Ein Sergant: Toni Maxen
    Regie: Karl O. Koch
    WDR Rundfunkchor Köln, Einstudierung: Herbert Schernus; WDR Sinfonieorchester Köln, Leitung: Leopold Hager



    Diese Aufnahme ist seit mindestens 30 Jahren wieder erstmals im Radio zu hören! Die (Bootleg-) CD ist unter Sammlern seit vielen Jahren ein wertvolles Kleinod gewesen.
    Freuen wir uns, dass diese Einspielung jetzt endlich offiziell zu hören ist!

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

    Einmal editiert, zuletzt von Harald Kral ()

  • Hallo Don Basilio und alle anderen


    vielen Dank für die spannenden Hinweise! Fra Diavolo ist auch ganz klar eine meiner Favoritopern, wobei ich glaube, dass Scribe auch einen nicht so kleinen Anteil am Gelingen gehabt hat, denn das Leichte ist ja Bekanntlich oft das Schwierigste!


    Wo hier gerade so viele "Teufelsanbeter" versammelt sind, hätte ich gleich noch eine Frage: weiß jemand, ob sich in einer der deutschen Gesamtaufnahmen der Eingangschor in der Fassung "Tapfere Soldaten / auf auf zu neuen Heldentaten / Sind wir richtig voll / haun wir drauf wie toll" bzw. "Volle Becher hebet /.... / sind wir richtig voll / haun wir drauf wie toll" findet? Ich habe die Oper irgendwann mal in dieser Fassung gehört (vielleicht waren es auch nur die Ausschnitte der Eterna-Aufnahme) und finde die Übersetzung viel schöner und frecher als die der (musikalisch tatasächlich starken) Elmendorff-Einspielung von 1944.


    Viele Grüße
    :hello:


    Amateur

  • Amateur


    Hallo,
    die von Dir zitierten Zeilen stammen tatsächlich aus der DDR-Aufnahme von 1972/75/Eterna unter Wolf-Dieter Hauschild.
    In allen anderen deutschen Fassungen kommt dieser Text nicht vor.


    Leider ist nirgendwo angegeben, von wem der deutsche Text dieser Einspielung stammt (muß aber aus dem Felsenstein-Umfeld stammen!)


    Grüße
    Harald


  • Vielen Dank - auch wenn es leider so aussieht, dass ich mich dann tatsächlich nach einer Alternative umsehen muss. Vielleicht werde ich ja auch bim ZDF und der Schneider-Siemssen/ Schenk-Fassung fündig. Auf die Radioübertragung am 3. freue ich mich in jedem Fall - egal in welcher Fassung.


    Herzlich


    Amateur

  • Amateur


    Ich habe die folgenden Aufnahmen von "Fra Diavolo" in meinem Archiv:


    Dresden 1944 Hopf, Beilke, Fehenberger, Frick, Böhme – Elmendorff (dt)
    Hamburg 1954 Schock, Pease, Lipp, Roth, Marschner – Schüchter (dt)
    Bregenz 1961 Cox, Duske, Vroomann, Gutstein, Rössl-Majdan – Amaducci
    Trieste 1966 Campora, Stecci, Grigolo, Fusco, Somoncini – Basile (abridged)
    Köln 1970? Konya, Krenn, Schädle, Ostenburg, Gruber, Franzen – Hager
    (+ Ausschnitte aus „Die Stumme von Portici“ dt. mit Friederike Sailer, Christo Bajew, Horst Günter u. a.)
    München 1973 Mayer, Friedrich, deRidder, Perry, Kraemmer – Falk (DVD)
    Berlin 1975 Neumann, Süß, Katterfeld, Termer – Hauschild (Qu.dt.)
    Monte Carlo 1978 Gedda, Mesple, Berbie, Bastin – Soustrot (franz.)
    Martina Franca 1981 Serra, Dupuy, Raffanti, Portella – Zedda (ital.)
    Düsseldorf 1984 Buzea, Bilt, Piland, Rawlins, Kuhn, Ahlstedt – Kout (DVD+DAT)


    Die ZDF-Verfilmung verwendet einen eigens für diese DOR-Inszenierung verfaßten Text von Marcel Prawy/Otto Schenk, der nach meinem Gefühl eher auf der italienischen denn auf der französischen Fassung aufgebaut ist.


    Ausser den genannten Aufnahmen gibt es noch eine französische aus Strasbourg aus dem Jahre 1979, mit Christine Barbeaux als Zerline, die aber z.Zt. leider nicht im Handel ist, sowie eine russische Studioaufnahme von 1955 unter Boris Khaikin.

  • Ich habe Fra Diavolo in der vergangenen Saison in Compiegne gesehen, es handelte sich hierbei um eine Wiederaufnahme.


    Ob es eine Einspielung gibt, konnte ich nicht überprüfen. Seit der Ankündigung der gekürzten Subventionen ist die Website sehr reduziert, die diversen Cd- und DVD-Mitschnitte werden nicht mehr angeboten. Schade!


    Es grüsst LaCastafiore


  • Die populäre Aufnahme aus Monte Carlo mit Gedda und Mesplé stammt vom Juni 1983. Ich kann mir keine bessere vorstellen, auch wenn mir Gedda - den ich sehr mag - an manchen Stellen zu übertrieben manieriert singt. Sehr schön Thierry Dran als Lorenzo. Er erinnert mich etwas an Juan Diego Flórez.
    Schade, dass es keine Aufnahme mit Araiza gibt!

    Bitte bedenken Sie, dass lautes Husten - auch zwischen den Stücken - die Konzentration der Künstler wie auch den Genuss der Zuhörer beeinträchtigt und sich durch den Filter eines Taschentuchs o. ä. erheblich dämpfen lässt.

  • Da die Oper so selten gespielt wird, ist es erfreulich, dass der belgische Rundfunk die Aufführung fürs Radio mitgeschnitten hat. Die Aufzeichnung wird am kommenden Samstag im Deutschlandradio gesendet. Allein Sumi Jo als Zerline ist die Sendung schon wert:


    Samstag, 29. August 2009 - 19.05 Uhr DLR Kultur, Berlin:


    Euroradio Opernsaison 2008/09
    Opéra Royal de Wallonie Liège
    Aufzeichnung vom 30.4.2009


    Daniel François Esprit Auber
    "Fra Diavolo",

    Opéra comique in drei Akten
    Libretto: Eugène Scribe


    Kenneth Tarver, Tenor - Fra Diavolo
    Marc Molomo, Tenor - Lord Cockburn
    Doris Lamprecht, Mezzosopran - Lady Pamela
    Antonio Figueroa, Tenor - Lorenzo
    Vincent Pavesi, Bass - Matteo
    Sumi Jo, Sopran - Zerlina
    Thomas Dolié, Bass - Giacomo
    Thomas Morris, Tenor - Beppo
    Chor und Orchester der
    Opéra Royal de Wallonie
    Leitung: Jean-Claude Malgoire




    LG


    :hello: :hello:

  • Ich hätte gerne mal die DVD mit der Schenk-Produktion unter Kout gesehen oder die Radio-Ausstrahlung mit Konya gehört. Habe ich eine Chance?


    Fra Diavolo ist eine der Opern, die für heutige Regisseure nicht interessant zu sein scheint. Die Inszenierung der Wiener Volksoper vor wenigen Jahren war entzückend, leider waren die Sänger nur mittelmäßig. So eine Oper auf Spitzen-Niveau in großen Häusern (repertoiretauglich) herauszubringen, wäre doch eine besondere Herausforderung - und ein Kassenmagnet.

    Bitte bedenken Sie, dass lautes Husten - auch zwischen den Stücken - die Konzentration der Künstler wie auch den Genuss der Zuhörer beeinträchtigt und sich durch den Filter eines Taschentuchs o. ä. erheblich dämpfen lässt.

  • Zitat

    Fra Diavolo ist eine der Opern, die für heutige Regisseure nicht interessant zu sein scheint. Die Inszenierung der Wiener Volksoper vor wenigen Jahren war entzückend, leider waren die Sänger nur mittelmäßig. So eine Oper auf Spitzen-Niveau in großen Häusern (repertoiretauglich) herauszubringen, wäre doch eine besondere Herausforderung - und ein Kassenmagnet


    Ersteres war "immer" schon so - Ich lernte das Werk als Kind lediglich durch die verbalhornte Fassung mit Stan Laurie und Oliver Hardy kennen, welches auf mich tiefen Eindruck machte. Der schöne Marquis de San Marco mit elegant, stets lächelnd und anmutig - mit rbenschwartzer Seele.Dazu die betörenden Melodien.Und ich ar auf der Seite des eleganten Räubers - nicht des faden Lorenzo, der nur seine Wirtstochter im Kopf hatte - und sonst gar nichts.


    Ein Schulfreund, der Klavier spielen konnte hatte Noten einer Arie und musste sie mir immer wieder vorspielen "Erblickt auf Felsenhöhn"


    Sobald ich einen Plattenspiele hatte, versuchte ich eine Aufnahme zu bekommen - aber es hat gut 2 Jahre gedauet, bis ich eine finden konnte. ES muß zwar historische Mono Aufnahmen gegeben haben - aber niemand führte sie...


    Es gibt übrigens verschieden Fassungen der Oper. Da Fra Diavollo beim Publikum soo beliebt war - wurde eine Alternativfassung angefertigt, wo der Räuber nicht erschossen wird, sonder er in letzter Sekunde flüchten kann und (je nach Inszenierung) am Schluß noch einmal das Räuberlied hoch vom Felsen herunter - singt.
    Es sollen übrigens Arien verloren gegagen sein - in der italienischen Fassung sind sie noch existent - im französichen Original fehlen sie...


    mfg aus Wien


    Alfred

  • Mein lieber Harald!
    Die Aufnahme mit Sandor Konya, Lotte Schädle, Ferry Gruber und Lothar Ostenburg aus Köln habe ich als schlechte Tonband-Aufnahme. Sie ist mit ihren lustigen Dialogen einfach köstlich! Gibt es die vielleicht auf DVD? Das wäre Super!
    Alternativ sehe ich mir diese wunderschöne Oper auf VHS mit Janett Perry und Anton de Ridder an. Da kann man sich wirklich dran ergötzen.
    (Nicht nur an Janett Perry)!


    Gruß Wolfgang

  • Lieber Wolfgang,


    Deine schlechte Tonband-Kopie hättest Du ja schon vor 3 Jahren durch eine gute, restaurierte WDR-Original-Aufnahme ersetzen können.
    Ich schrieb damals wie folgt:





    Es handelt sich hier um eine reine WDR-Radio-Oper, eine Bühnenaufführung liegt der Produktion nicht zugrunde, wurde also nie so aufgeführt.


    Deshalb gibt es davon auch keine DVD!


    Als DVD kann ich nur die ZDF-Produktion aus Duisburg/Düsseldorf empfehlen - die könnte ich jeden Tag wieder anschauen und hätte immer wieder viel Spaß daran - für mich die beste Inszenierung dieser Oper überhaupt (kein Vergleich mit der albernen Gärtnerplatz-Aufnahme)!


    Viele Grüße


    Harald

  • Lieber Harald!


    Als Erstes möchte ich hier erwähnen daß es mich freut, Dich (hoffentlich) wieder bei bester Gesundheit zu erleben.


    Leider habe ich es viele Jahre versäumt, meine und meines Vaters Tonbandaufnahmen zu konservieren. Dazu gehört auch diese "Fra Diavolo", die ich sehr schätze. Da ich erst seit Kurzem in diesem Forum bin, war es mir nicht möglich, diese schöne Aufnahme aus dem Radio zu überspielen. Sehr schade! Ich habe sie mal auf CD überspielt, mit all den Störungen! Ich müßte diese Tonbandaufnahmen mal durchforsten. Es gibt da auch eine wunderbare Aufnahme der "Macht des Schicksals" aus Wien. Mit Gerda Scheyrer, Jess Thomas, Marcel Cordes und Josef Greindl. Auch erinnere ich mich an eine "Hoffmanns Erzählungen" mit Tycho Parly als Hoffmann und Carl Darrow in den drei Gestalten als Bösewicht. Leider habe ich auch einige Bänder schon verschenkt. So blöde war ich mal! Nichts desto Trotz! Ich werde versuchen, an diese Aufnahmen wieder zu gelangen, zumal sie auch in deutsch gesungen wurden.


    Schöne Grüße und eine weitere Stabilität Deiner Gesundheit wünscht


    Wolfgang

  • Liebe Fans der Oper "Fra Diavolo"!
    Ich habe in diesem Forum schon mehrfach geschwärmt von der tollen Düsseldorfer Inszenierung der Oper aus den 80er Jahren, die seinerzeit vom ZDF aufgezeichnet wurde.
    Endlich ist das ZDF den tausendfachen Bitten nachgekommen und sendet im November in seinem Theaterkanal die Aufzeichnung dieser Inszenierung unter der Regie von Otto Schenk und den Bildern von Schneider-Siemssen. Ich erinnere mich noch genau an die Fernseh-Aufzeichnung. Erst wurde in Düsseldorf im Studio die Musik eingespielt. Die Filmaufnahmen wurden im Duisburger Haus durchgeführt. Da in Düsseldorf damals als Repertoirehaus täglich eine andere Vorstellung gegeben wurde, stand die Bühne für Filmaufnahmen nicht zur Vefügung. Also wurde das Duisburger Opernhaus für die Zeit der Fernsehaufnahmen einfach geschlossen.


    Fra Diavolo
    Komische Oper von Daniel François Esprit Auber
    (in deutscher Sprache in Neuübersetzung von Otto Schenk)


    Darsteller:


    * Fra Diavolo - Jon Buzea
    * Lord Kookburn - Peter van der Bilt
    * Pamela, seine Gemahlin - Jeanne Pilant
    * Lorenzo - Douglas F. Ahlstedt
    * Matteo - Arwed Sandner
    * Zerline, seine Tochter - Emily Rawlins
    * Giacomo - Alfred Kuhn
    * Beppo - Udo Holdorf


    Chor der Deutschen Oper am Rhein
    Düsseldorfer Sinfoniker
    Dirigent: Jiri Kout


    Zitat

    Mittelpunkt des turbulenten Geschehens ist der Räuberhauptmann Fra Diavolo, der es auf den Schmuck und das Geld der reisenden Lord und Lady Kookburn abgesehen hat. Auf die Ergreifung Fra Diavolos, der sich den beiden Engländern als angeblicher Marquis nähert und so nebenher auch der Gastwirtstochter Zerlina den Hof macht, ist genau jene Summe Geldes ausgesetzt, die dem jungen Offizier Lorenzo fehlt, damit er Zerlina heiraten kann. Nach etlichen Verwicklungen, an denen die beiden Frau Diavolo-Helfer, die Strolche Beppo und Giacomo, nicht unbeteiligt sind, und der Klärung von Missverständnissen ist es endlich soweit, dass der gefürchtete Fra Diavolo sich in seiner eigenen Falle fängt.


    Im Jahre 1808, zwei Jahre nach dem Tode des historischen Frau Diavolo, wurde in Paris das Schauspiel "Fra Diavolo - Chef des brigands dans les Alpes" von Eugène Scribe aufgeführt. Der Komponist des "Fra Diavolo", Daniel François Esprit Auber, war bereits über 30 Jahre alt, als er sein erstes Bühnenwerk aufführte. 1828 gelang ihm mit der "Stummen von Portici" der erste große Wurf. 1830 bereitete ihm "Fra Diavolo" einen weiteren Welterfolg. Die Uraufführung fand mit großem Erfolg am 28. Januar 1830 im Theatre Feydeau in Paris statt. Aubers Gesamtwerk umfasst 47 Opern. Nach dem Tode seines Lehrers Luigi Cherubini im Jahre 1842 wurde er Direktor des Pariser Konservatoriums. Die Oper wird in dieser Kurzfassung einer Inszenierung der Deutschen Oper am Rhein in deutscher Sprache aufgeführt.


    Sendetermine:
    03., 08., 20., 25. und 30.11.2010 jeweils um 10:45 Uhr
    07., 12., 17. und 22.11.2010 jeweils um 15:45 Uhr


    Endlich kann ich meine abgenudelte Aufnahme durch eine neue ersetzen!


    LG


    :jubel:

  • Mein lieber Bernward!


    Du hast nicht zufällig zwei Aufnahme-Geräte? Ich habe leider keine Aufnahmemöglichkeit mehr. Ich bin sehr an der "Fra Diavolo" interessiert. Vielleicht kann ich mich mal revanchieren, da ich z.Zt. meine überspielten Videobänder am aussortieren bin. Da stelle ich fest, daß ich noch einige Rudolf-Schock-Aufnahmen dort aufgenommen habe. Das wußte ich nicht mehr. Z.Bsp. "Ich erinnere mich gerne", "Giuditta" und "Die Zirkusprinzessin". Auch von Fritz Wunderlich müßte noch was da sein. Leider hat meine kleine Tochter mit 2 Jahren einige Zettel aus den Kassetten herausgeholt, sodaß es sehr mühselig ist die Aufnahmen zu finden.


    Gruß Wolfgang