Hoffmanns Erzählungen - Ein Unglücksstück?

  • liebe Forianer/innen,
    obwohl ich mittlerweile französische Opern kaum noch höre, ist mein Interesse an Hoffmanns Erzählungen geblieben, weil ich einfach unheimliche oder geheimnisvolle Geschichten mag.
    Vor einem Jahr oder etwas länger las ich bei klassik.com, dass man möglicherweise die verloren gegangene Originalpartitur (Autograph!) in der Pariser Oper wiedergefunden hat.
    Ob oder mit welchem Befund der Fund schon ausgewertet wurde, kann ich leider nicht sagen.


    Liebe Grüße
    hemmi (Bernd Hemmersbach)

  • Hallo Bernd,


    jau, das ist schon ein wenig länger her, aber ich habe auch gelesen, dass kurz nach der Aufnahme mit Neil Shicoff als Hoffmann, die als die vollständigste Aufnahme galt, neues Material aufgetaucht ist. Inwieweit das schon für eine Neueinspielung verwendet wurde, weiß ich leider nicht. Gibt es seit der Shicoff-Aufnahme eigentlich wieder eine oder mehrere neue? Ich blick's langsam auch nicht mehr mit den Unmengen von Fassungen und Einspielungen ?( Im Internet kusierte mal eine Liste, bzw. ein Hoffmann-Begeisterter hatte eine eigene Page zu dieser Oper erstellt und dort alle Aufnahmen verglichen. Muss ich noch mal suchen, denn:


    HAHA und Freu! - Gestern fand ich bei Saturn die Neu- bzw. Erstauflage einer Münchner Einspielung auf deutsch, die heute Nacht zu meiner liebsten deutschen Aufnahme geworden ist. Ich mag zwar auch sehr den Bunker-Hoffmann mit Peter Anders, aber da fehlt doch wirklich arg viel. An den anderen deutschen Aufnahmen stört mich immer irgendetwas, sei es die Aussprache einer Pilar Lorengar, die Besetzung von Niklaus mit einem Tenor, unsensible Schnitte o.ä.


    Diese Aufnahme ist mit Waldemar Kmentt als Hoffmann und den drei Damen Streich, Schlemm und Stich-Randall sowie einem bestens aufgelegten Ensemble sehr hörenswert und vor allen Dingen sehr umfassend. Das Dirigat ist gelegnetlich etwas zu langsam, findet aber in den entscheidenenden Momenten sein Tempo.


    Nee, also echt, das ist mal 'ne richtig gute Alternative.


    LG,


    Knuspi

  • Der englische Ballettfilm wurde 1951 hergestellt und vereinigt ein außergewöhnliches Starangebot dieser Zeit: Moira Shearer, Frederick Ashton, Léonide Massine, Ludmilla Tcherina und viele andere. Den Hoffmann gibt Robert Rounseville, ein sonst hierzulande völlig unbekannt gebliebener amerikanischer Sänger. Man kann den Film natürlich nicht so beurteilen wie eine normale Aufnahme, aber als visuelle Umsetzung dieser betörenden Musik ist er für mich die beste Realisierung der Oper, die ich kenne - und man denkt dabei überhaupt nicht an die Problematik der Fassung, einfach weil alles wie aus einem Guß wirkt. :jubel: :jubel: :jubel:


    Als LP sagt mir die schon erwähnte Cluytens-Aufnahme mit Schwarzkopf und Gedda zu, interessant - weil ziemlich französisch-unromantisch - ist die Naxos-CD auch mit Cluytens (mit eher flotten Tempi), aber 1948, und R.Jobin als Hoffmann.


    LG


    Waldi

  • Liebe Hoffmanisten,


    Derzeit gibt es die Covent-Garden-Aufführung von 1981 auf DVD in Wien ziemlich preiswert, vermutlich, weil die Farben schon ein bißchen blaß sind - allerdings nicht so, daß es wirklich stört (für solche, die jetzt neugierig sind: Man gehe in die Operngasse und zahle nicht ganz 15 Euro).
    Die Inszenierung John Schlesingers ist konventionell im besten Sinn, plagt sich nicht mit hintergründigen Deutungsversuchen, sondern wendet sich primär an die Sinne. Der Giulietta-Akt ist pompös in makartartigem Geschmack inszeniert (wenn man will, spürt man auch Delacroix-Inspiration heraus), Details sind liebevoll und gekonnt gestaltet. Das Schaffen eines als "werkgerecht" illusionierten Milieus war und ist nach wie vor eine Stärke der Engländer. Und zu dieser Oper paßt es (in der durch Theaterpraxis herausgebildeten Version) durchaus, wenn man sie nicht gedanklich überfrachtet. Für Freunde intellektuellen Tiefsinns also nicht das Wahre, aber es gab ja auch im 19.Jahrhundert schon Trends in die eine und in die andere Richtung, je nach Stilmode. Die hier gewählte Art entspricht der Entstehungszeit stimmungsmäßig sehr gut. Der Londoner Inszenierung ist nicht nur handwerkliches Können, sondern auch hohes gestalterisches Niveau zuzuerkennen. Sie ist ein Genuß für vermeintliche Staubis!
    Bisher war in diesem Thread nur von Domingo die Rede, der den Hoffmann tatsächlich großartig singt. Doch die übrige Besetzung ist nicht minder anspruchsvoll und spielt fast durchwegs ausgezeichnet. Luciana Serra gibt eine sehr überzeugende Olympia, Agnes Baltsa - in tollem Kostüm - singt die Giulietta, wie man es von der Baltsa erwartet (dabei ist es an sich gar nicht eine ihrer Paraderollen), Ileana Cotrubas ist eine außerordentlich berührende, intensive Antonia. Das war eine der Rollen, die ihr besonders lagen. Auch die kleineren Partien sind fast alle luxuriös besetzt. Besonders gefällt mir Robert Lloyd als Lindorf. Nur bei Sigmund Nimsgern macht sich ein wenig Hilflosigkeit im Spiel bemerkbar, diesem Dapertutto fehlt es an teuflischer Dämonie (da hätte er einmal bei Robert Helpmann in die Lehre gehen sollen), Evans (Coppelius) und Ghiuselev (Dr.Mirakel) machen ihre Sache viel überzeugender. Georges Pretre bietet ein schwelgerisches, üppiges Klangbild, das vorzüglich zum Gesamteindruck paßt. Claire Powell als Niklausse/Muse fügt sich gut ein.
    So wie es gute Konvention gibt, gibt es auch sauschlechte (einiges davon ist leider auf dem DVD-Markt), diese Hoffmannsche Konvention ist aber vom feinsten!


    LG


    Waldi

  • Lieber Waldi,


    was DVDs betrifft, kann ich Dir uneingeschränkt zustimmen. Sowohl die sängerischen Leistungen als auch die Inszenierung John Schlesingers, der später am ROH ja noch einen wunderbaren ROSENKAVALIER eingerichtet hat, sind absolut empfehlenswert. Nachdem ich allerdings die Oeser- bzw. Kaye-Fassungen kennen gelernt habe, fehlt mir in der traditionellen Fassung immer etwas. Die Kaye- Fassung liegt der Lyoner Aufnahme unter Kent Nagano zugrunde und wäre musikalisch durchaus gleichrangig. Leider ist das, was ein gewisser Louis Erlo hier als Regisseur auf die Bühne gestellt hat, die reinste Zumutung, dass man die Aufnahme nur ohne Bild genießen kann, und da greift man doch lieber gleich zu der Tonaufzeichnung des gleichen Dirigenten.


    Im übrigen habe ich mich, wie Du weißt, gerade in diesem Rätselthread Ein Olympisches Rätsel - Der Lösungsthread zu meinen Favoriten bei diesem wunderbaren Werk (Cambreling und Nagano) geäußert, so dass ich mich hier nicht wiederholen möchte. Dort hatte ich die von Dir genannte DVD leider übersehen.


    :hello: Rideamus


    PS: der relativ niedrige Preis erklärt sich womöglich dadurch, dass die Aufnahme schon seit Video-Zeiten auf mehreren Labels zu finden war und vielleicht die Lizenz des Labels ausläuft, so dass die Restbestände jetzt abverkauft werden. Wer die DVD günstig findet, sollte also zugreifen, bevor sie vom Markt verschwindet.

  • Der englische Spielfilm ist zur Zeit preiswert als DVD zu bekommen.
    Man kann zwischen dem Original-Soundtrack und der deutschen Synchronfassung (mit Streich, Schock und Metternich) wählen:



    Die Fassung schein renoviert und farblich aufgefrischt zu sein, verglichen mit meiner alten VHS-Kassette!


    LG

  • Als ich heute zum erstenmal diesen Thread gelesen habe, ist mir aufgefallen, dass von den über 60 Aufnahmen, die es gibt, nur recht wenige genannt wurden.


    Eine Aufnahme, die ich schon zu Vinyl-Zeiten sehr geschätzt habe, ist die Einspielung von Julius Rudel, in der die von mir hochgeschätzte Beverly Sills alle Frauenrollen singt. Der Hoffmann wird von Stuart Burrows gesungen, die Bösewichter von Norman Treigle:



    Dirigent: Julius Rudel
    London Symphony Orchestra
    John Alldis Choir
    Chorleitung: John Alldis
    Kommentar: Choudens-Fassung


    Rollen und Sänger
    Andrès: John Lankston
    Antonia: Beverly Sills
    Cochenille: John Lankston
    Coppélius: Norman Treigle
    Crespel: Raquel Pierotti
    Dapertutto: Norman Treigle
    Frantz: John Lankston
    Giulietta: Beverly Sills
    Hermann: Thomas Jamerson
    Hoffmann: Stuart Burrows
    La Mere: Joyce Gerber
    La Muse: Kay Creed
    Lindorf: Norman Treigle
    Luther: Irwin Densen
    Miracle: Norman Treigle
    Nathanaël: Bernard Fitch
    Nicklausse: Kay Creed
    Olympia: Beverly Sills
    Pitichinaccio: John Lankston
    Schlemihl: William Ledbetter
    Spalanzani: James Billings
    Stella: Beverly Sills


    Im übrigen ist die Aufnahme - die früher zu Höchstpreisen gehandelt wurde - zum erstaunlich niedrigen Preis zu bekommen!

  • Lieber Harald,


    wer ist denn Michele Molese ?


    Ich kenne die Aufnahme und finde B.Sills und N.Treigle sehr gut.


    S.Burrows wäre auch gut, wenn er das Solo im Duett mit Giulietta


    "O Dieu ! De quelle ivresse" nicht so scheußlich singen würde.


    J.Rudel ist ein hervorragender Dirigent dieser Aufnahme.


    :hello:Herbert.

  • Lieber Harald, lieber Herbert,


    ich wollte eigentlich Harald gerade fragen, wie er Stuart Burrows als Hoffmann beurteilt, weil ich diese Aufnahme noch nicht kenne. aber schon gehört habe, dass Burrows dort "nicht seinen besten Tag gehabt habe". Herbert hat es noch deutlicher ausgedrückt und ich kann sein Urteil oft nachvollziehen.


    Schade, denn ich mag Burrows als Mozart-Sänger sehr gern; er ist mein Favorit als Tamino und Titus. Aber in der "Sonnambula", aus der ich Ausschnitte gehört habe, hat er mir als Elvino nicht sonderlich gefallen. Wahrscheinlich war er doch eher in Mozarts Opern zu Hause.


    :hello: Petra

  • Hallo alle zusammen,


    kann mir jemand von Euch bitte einmal den Unterschied zwischen der Oeser- und der Kaye-Fassung erklären. Ich selbst kenne nur die Oeser-Fassung aus der Salzburger Inszenierung von McVicar 2003. Bei der Robert Carsen Inszenierung in Paris handelt es sich vermutlich auch um die Oeser-Fassung. Worin unterscheiden sich die beiden Fassungen?


    Die ROH-Inszenierung habe ich mir vor kurzem gekauft. Da muss ich Waldi zustimmen. Ein Augen- und Ohrenschmaus. Nur - wie Rideamus schon bemerkte - fehlt auch mir da jetzt etwas. Besonders stört mich der Tausch der Antonia und Giulietta Akte. Obwohl ich dies von früheren Zeiten ja so gewohnt war.


    LG :hello:


    Emotione

  • Liebe Emotione,


    nur kurz, da ich leider derzeit nicht in der Lage bin, die Aufnahmen von Cambreling und Nagano im Detail zu vergleichen und auch keine Noten der beiden Fassungen besitze:


    Oeser nimmt sich erheblich mehr Freiheiten heraus, vor allem im Giulietta-Akt und am Schluss, denn da bedient er sich sehr großzügig bei den RHEINNIXEN und anderen Offenbach-Nummern. Das klingt zwar wunderschön, wie es Jessye Norman singt, ist aber ebensowenig authentisch wie wohl das "Scintille diamant" der Choudens-Fassung. Ich kann es derzeit nicht genau sagen, aber ich glaube, Oeser lässt auch das als unauthentisch geltende Septett aus, was eminent schade ist, während Kaye bzw. Nagano es mit aufgenommen haben. Kaye ist insgesamt weitaus zurückhaltender mit Ergänzungen und Änderungen und hatte wohl auch einige neueste Funde zur Verfügung, die Oeser noch nicht kennen konnte. Beide aber geben der Muse (Niklaus) erheblich mehr Raum als die alte Choudens-Fassung, wo sie ja zu einer ziemlich kleinen und zudem überwiegend Sprech- bzw. Rezitativrolle degradiert wurde, wenn nicht gerade, wie in der Barcarole, ein Mezzo gebraucht wurde.


    Aus der Erinnerung (es ist eine Weile her, seit ich beide Teile komplett gehört und noch viel länger, dass ich die Felsenstein-Fassung im Fernsehen gesehen habe) ist die Kaye - Fassung ein ziemlich guter "Kompromiss" aus der traditionellen Fassung und der Oesers, nicht zu vergessen Felsenstein, der zwar die Musik der Choudens-Fassung im Wesentlichen beibehielt, die Rolle der Muse aber durch Rückgriffe auf das Dialogbuch des geplanten Originals wesentlich ausbaute.


    Hoffentlich kann hier jemand noch mehr Details liefern um das zu untermauern bzw. mich zu widerlegen.


    :hello: Rideamus

  • Nach der gestrigen Volksopern-Hoffmann-Vorstellung, die mich nicht gerade mitgerissen hat, habe ich Lust auf eine wirklich gute Aufnahme bekommen. Da ich Shikoffs und Alagnas Stimmen nicht mag (bei beiden bekomme ich beim Zuhören Halsweh), schwanke ich zwischen den Aufnahmen von Tate (ich bin ein Fan von Araizas Stimme) und Ozawa (Domingo, Gruberova). Ich habe bisher nur die Aufnahme mit dem wunderbaren Nikolai Gedda, den ich ca. 1990 in der Volksoper als Hoffmann hörte, aber ich bin mit der Tonqualität der Aufnahme nicht zufrieden.

    Bitte bedenken Sie, dass lautes Husten - auch zwischen den Stücken - die Konzentration der Künstler wie auch den Genuss der Zuhörer beeinträchtigt und sich durch den Filter eines Taschentuchs o. ä. erheblich dämpfen lässt.

  • Ich kenne die Aufnahme mit Araiza nur von den Schnipseln im Net, aber bei Tate bekommst Du wenigstens eine vollständige Fassung, und nicht die verstümmelnde Choudens-Edition, auf die sich Ozawa noch weitgehend verlässt, wenn ich richtig erinnere (ich habe die Aufnahme nicht). Außerdem hat Araiza die besseren Partnerinnen, denn bei allem Respekt vor Edita Gruberova, ich finde es grundfalsch, die Frauenrollen mit einer einzigen Stimme zu besetzen, wie es bei Hoffmanns Antagonisten durchaus Sinn macht.


    Meine Empfehlung wäre daher unter Deinen Kriterien eindeutig die Tate-Aufnahme - wobei ich allerdings nicht weiß, ob Araiza mit dieser Rolle nicht schon über seine Grenzen hinaus ging. Über seinen Zenith war er damals wohl schon hinaus.


    :hello: Rideamus


  • Ich finde von den neueren Aufnahmen, diese sehr beachtlich,
    wenngleich es nicht meine Lieblingsaufahme der Oper ist.
    Meine liebsten Aufnahmen vom"Hoffmann"entstanden vor
    der "Stereo-Zeit", aber die obige Einspielung hat eine Sopranistin,
    die alle vier Frauenrollen beherscht und einen Bariton, der die vier
    "Bösewichter" singt. Ich glaube, dies waren die Intentionen des
    Komponisten.


    :hello:Herbert.

  • Ich weiß nicht (mehr), ob Offenbach tatsächlich für eine einzige Sängerin schrieb oder sich dahingehend noch äußern konnte, würde eine solche Äußerung aber schon dehalb nicht als sakrosankt betrachten, weil er seine Oper ja nie in der Fassung hören konnte, die ihm vorschwebte.


    Mein Ansatz der Bevorzugung von vier Fraenrollen kommt vom Buch und der Praxis her.


    Während die Schurkenrollen eindeutig die Verköprerung des Widersachers unter verschiedenen Namen bzw. Verkleidungen sind, verkörpern die Frauenrollen denkbar verschiedene Charaktere, wie auch der für sie geschriebenen Musik klar zu entnehmen ist. Gerade wenn man die Oper noch nie gehört hätte und ihren Inhalt nicht kennte, käme man nicht auf den Gedanken, dass die Frauenrollen im Wesentlichen ein und dieselbe "Weiblichkeit" sein sollen. Allein der Kontrast zwischen Olympia und Antonia könnte innerhalb ein und desseben Werkes größer nicht sein, aber aucxh Giulietta ist ein ganz anderer Charakter (von Stella hört man zu wenig).


    Natürlich liegen alle Rollen in etwa in einer Stimmlage, aber um so wichtiger erscheint es mir, die unterschiedlichen Charaktere hörbar zu machen. Das schaffen nur ganz wenige darstellerisch begnadete Sängerinnen, und die notorische Schönsängerin Joan Sutherland gehört sicher nicht dazu. Sie verlässt sich vielmehr ganz auf die Musik, und zum Glück kann sie das im Falle von HOFFMANS ERZÄHLUNGEN ja auch.


    Nicht von ungefähr haben gerade die Schallplattenkonzerne fast immer Wert darauf gelegt, drei herausragende und vom Typus her möglichst verschiedene Sopranistinnen ihrer Zeit für diese Rollen zu gewinnen, obwohl es sicher viel ökonomischer gewesen wäre, nur einen weiblichen Star zu bezahlen. Das heißt nicht, dass z. B. eine Cotrubas nicht eine vorzügliche Antonia UND eine Giulietta singen konnte (als Olympia habe ich sie nie gehört), aber eben nicht in ein und derselben Aufführung.


    Allein deshalb würde ich einer Aufnahme mit mehreren Sopranistinnen IMMER den Vorzug geben.


    :hello: Rideamus

  • Lieber Rideamus,
    wenn Dir vier Frauen mehr zusagen als eine, habe ich da natürlich Verständnis für. Das Konzept der Autoren ist aber, wie man aus Briefen erfahren kann und wie es auch im Text heißt: "Drei Frauen in ein und derselben Frau! Drei Seelen in einer einzigen Seele! Künstlerin, junges Mädchen und Kurtisane"! Bei der Uraufführung waren es drei Frauen. Olympia, Antonia und Stella, die von einer Interpretin gesungen wurden. ( Das Giuliettabild fehlte noch) Die "Dämonen"wurden, genauso wie die Dienerrollen auch von je einem Darsteller gesungen.
    Es gibt auch aus jüngerer Zeit noch Beispiele für die "Vierfrauenrolle" in einer Person,z.B. M- Muszely, E. Moser, B.Sills oder, eben J.Sutherland.


    :hello:Herbert.

  • @ rideamus
    Ich habe die Oper mehrmals auf der Bühne gesehen und tendiere auch für 4 verschiedene
    Sopranistinnen. Die Charaktere kommen einfach besser zur Geltung.Nur kann sich das leider
    heute fast kein Opernhaus mehr leisten.
    Die Dämone wurden bei mir immer von einem Sänger gesungen,und das geht gut


    Rita

  • Zitat


    Original von Rita
    Ich habe die Oper mehrmals auf der Bühne gesehen und tendiere auch für 4 verschiedene Sopranistinnen. Die Charaktere kommen einfach besser zur Geltung. Nur kann sich das leider heute fast kein Opernhaus mehr leisten.


    Dann müsste Hoffmanns Erzählungen ja von den Bühnen verschwinden. Ich selbst habe jedenfalls in den letzten 20 Jahren noch keine Aufführung gesehen oder auf Konserve mit nur einer Sängerin für alle Partien. Vier verschiedenene Sopranistinnen sind in letzter Zeit Standard, zumal Giuiletta zumeist von einer Mezzo gesungen wird.


    :hello:


    Emotione

  • Zitat

    Original von Herbert Henn


    Die französische von der Met ist unübertrefflich.


    Meine Lieben,


    Dem Lob über die Monteux-Aufnahme von 1955 schließe ich mich aus voller Überzeugung an. Selbst Marcus Ebeling (jaques-offenbach.de) hebt sie in den Himmel. Nirgendwo ein Durchhänger oder eine schwache Leistung, eine absolute Opernsternstunde! Sie wirkt auch sehr französisch-authentisch, weil das Sentimentale nicht auf rührselige Weise vermittelt wird. Diesbezüglich möchte ich besonders Richard Tucker meine Reverenz erweisen, der als Hoffmann unglaublich präsent ist und keine von seinen sonstigen "Unarten" hören läßt. Aber auch Martial Singher verkörpert die Bösewichte in einer so beklemmenden Eindringlichkeit, daß es besser kaum denkbar ist. Und Monteux loben, heißt Eulen nach Athen tragen. Roberta Peters ist in brillanter Weise automatenhaft-kühl (wiewohl ich sinnlich-verführerische Olympia-Stimmen auch sehr schätze).
    Neben dem englischen Film von 1951 ist das eindeutig mein Lieblings-"Hoffmann" (was andere Versionen nicht abwertet).


    LG


    Waldi

  • Zitat

    Original von Walter Krause
    ...
    Neben dem englischen Film von 1851 ist das eindeutig mein Lieblings-"Hoffmann" (was andere Versionen nicht abwertet).
    ...


    Den muss ich haben! Wo gibt es ihn?

    :hahahaha: