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El Barroco Espanol |
der Lullist
Dabei seit: 13.01.2005
Beiträge: 3.824
Herkunft: Cassel
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Die spanische Barockmusik dürfte noch unbekannter hierzulande sein als die Französische. Deshalb mal ein Beitrag zu dieser kaum beachteten Musik.
Nachdem die spanische Armada vernichtet wurde hat sich das Land nie wieder finanziell erholt, dann die politische Isolierung, der strenge Katholizismus das alles ließ Spanien von seiner Blütezeit im 16. Jahrhundert langsam aber sicher in die Bedeutungslosigkeit fallen.
Zwar kontrollierte Spanien erhebliche Teile Amerikas, aber in den europäischen Machtkämpfen wurde es kaum beachtet bzw. gefürchtet. Philipp IV , eine lebende Statue, förderte die Künste wie jeder gute Fürst, sein Sohn Karl II. war nicht wirklich regierungsfähig und starb jung und Kinderlos. Louis XIV machte mit der Zustimmen des spanischen Kronrates seinen Enkel Phillipp von Anjou zum neuen sppanischen König, Philipp V. Resultat : der spanische Erbfolgekrieg der für Frankreich fast Böse geendet hätte.
Ab jetzt regierten die Bourbonen in Spanien und das bis Heute.
Zur Musik:
Vieles erinnert noch an die großartigen Werke Victorias und de Morales. Die Musik eines Cercerols steht ganz in dieser Tradition. Doch durch die Nähe zu Afrika und dem Islam, dann durch die Kolonien in Amerika kamen natürlich auch kulturelle Einflüsse ganz anderer Art nach Spanien.
Die Laute, dann die Gitarre wurde zum bestimmenden Instrument der spanischen Aristokratie. Gaspar Sanz, Francisco Guerav sind wohl die unbestritten Meister dieses Instruments gewesen.
Juan de Hidalgo wurde zum ersten Opernkomponisten Spaniens.
Und natürlich blieb auch Spanien nicht von Lully "verschohnt". Ettliche seiner Werke befinden sich in Bearbeitungen für die spanischen Ensembles in den Bibliotheken.
Dann mit dem Regierungsantritt Philipp V. kommt auch gleichzeitig die italienische Musik mit nach Spanien. Die "Zarzuelas" entstehen. Die Theatremusik hat nun deutliche Ankläne an den italienischen Musikstil eines Corelli oder Scarlatti. Domenico Scarlatti wird ja auch eines Tages nach Spanien gehen um dort seine adlige Schülerin zu unterrichten.
Natürlich ist Padre Antonio Soler der bekannteste Cembalomeister Spaniens. einige der berühmtesten Kastraten gehen nach Spanien. Farinelli soll den depressiven König mit seiner Stimme Linderung verschafft haben.
Später berreist Luigi Boccherini Spanien und erliegt den spanischen Klängen.
Die Literatur ist ebenso aufregend wie umfangreich, und es lohnt sich in jedem Fall diese Musik kennenzulernen.
Bei der deutschen Harmonia Mundi erscheinen unter dem Titel "El Barroco Espanol" hervorragende Einspielungen, zwei davon empfehle ich mal zum Einstieg:
Barroco Espanol Vol.1 "Mas no puede ser" (Weihnachtskantaten)
Al Ayre Espanol / Lopez Banzo
DHM
Barroco Espanol Vol.2 "Ay Amor" (Zarzuelas)
Al Ayre Espanol / Lopez Banzo
DHM
Dann einige weitere sehr schöne Aufnahmen:
Lope de Vega - Intermedios del barroco Hispanico
Hesperion XX / Savall
Astrée
Luz y Norte (Tanzsammlung des Lucas Ruiz de Ribayaz) spanische Gitarrenensemblemusik 1677
Harp Consort / King
DHM
El Barroco Espanol
Hesperion XX / Savall
Emi - Reflexe
Musica en Tiempo de Velázquez
Ensemble Romanesca / Moreno
Glossa
und eine italienische "Zerstreuung" für den neuen König Philipp V.
Facco: Festejo Harmoico - Serenata a seis Vozes
Albalonga / Cetrangolo
erschienen bei Symphoni
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16.02.2005 19:44 |
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ThomasBernhard

Dabei seit: 21.01.2005
Beiträge: 4.052
Herkunft: Deneb Kaitos
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Servus Sonnenkönig,
da hast Du mich glatt auf dei Idee gebracht in meine CD mit dem Weihnachtsprogramm mal wieder reinzuhören.
Ich bekam diese CD vor drei oder vier Jahren zum Geburtstag geschenkt. Ein Repertoire - spanische Braockmusik - dem ich mich aus eigenem Antrieb wohl eher nicht angenähert hätte.
(Ausnahme: Paul McCreeshs CDs bei DG-Archiv, z.B. Morales´Requiem)
Auch wenn mich die Kompositionen dieser Barroco Espanol CDs nicht wirklich hundertprozentig interessieren, so kann ich eine Kostprobe dieses Ensembles nur jedem empfehlen, der Gefallen an einem jungen, sinnlichen Vokalensemble findet. Das kleine Orchester spielt auf historischen Instrumenten: spielerisch perfekt und ggf. durchaus mit Leichtigkeit und Spontanität.
__________________ Frauen und Kinder zuerst
good night and good luck
thomasbernhards-1[ätttttt]yahoo[punkt]de
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16.02.2005 20:34 |
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salisburgensis

Dabei seit: 16.02.2005
Beiträge: 2.228
Herkunft: Villach
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Auch hier möchte ich ein Empfehlung noch hinzufügen: Tomas de Torrejon y Velasco (1644-1728 ): La Purpura de la Rosa. Eine der frühen Opern, die in der Neuen Welt enstanden sind, inklusive Enschlägen der Musik der Indios. Ein sehr beschwingte bunte Musik, bei der oftmals die Beine nicht stillhalten wollen.
Hervorragend musiziert vom Harp Consort unter Andrew Lawrence-King.
Thomas
__________________ Da freute sich der Hase:
"Wie schön ist meine Nase
und auch mein blaues Ohr!
Das kommt so selten vor."
- H. Heine -
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17.02.2005 09:25 |
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der Lullist
Dabei seit: 13.01.2005
Beiträge: 3.824
Herkunft: Cassel
Themenstarter
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Hier noch weiter Aufnahme aus der Habsburger Ära (wegen Akuter Nachfrage
)
José Marín - Tonos Humanos
spanische Lieder des 17. Jahrhunderts, interpretiert von der göttlichen Montserrat Figueras.
Joan Cabanilles - Instrumentalmusik am Hofe Felipes IV.
Hesperion XX unter Savall, was soll man noch sagen...
El Barroco Espanol
Montserrat Figuerras / Hesperion XX / Savall
jetzt bei Virgin - Veritas.
Lieder, Arien und Instrumentalmusik aus der Zeit Felipes IV. und Carlos II.
Hier noch einmal die CD mit Cover die Dich wohl am meisten interessieren dürfte:
Musik aus der Zeit von Velázquez
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18.04.2005 07:19 |
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Cosima

Dabei seit: 11.03.2005
Beiträge: 1.101
Herkunft: Göttingen
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| Zitat: |
Original von der Lullist
Später berreist Luigi Boccherini Spanien und erliegt den spanischen Klängen.
Die Literatur ist ebenso aufregend wie umfangreich, und es lohnt sich in jedem Fall diese Musik kennenzulernen.
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Hallo Lullist, hallo Musikfreunde,
(nicht ganz passend, da keine Vokalmusik – aber ich hänge mich einfach einmal an diesen Thread dran…
)
Heute stieß ich auf einer CD von Andreas Staier (ein „Artist Portrait“) auf eine Komposition von Boccherini („Fandango“), die mich sogleich sehr mitriss.
Eigentlich als Gitarrenquintett (Nr. 4, G 448 ) komponiert, arrangierte Staier es für zwei Cembali und Kastagnetten. In dieser Konstellation ist der Hörgenuss sehr ungewöhnlich, aber auch so spannend, dass er mir große Lust auf die Gitarrenquintette, speziell den „Fandango“ machte.
Kennt jemand eine dieser beiden Einspielungen? Oder kennt jemand noch eine andere Aufnahme, die noch empfehlenswerter ist?
Boccherini: Gitarrenquintette Nr. 4 & 9
(Nr. 4 "Fandagno";Nr. 9 "La ritirata di Madrid")
+Streichquartett Nr. 6
Fabio Biondi, Europa Galante
Boccherini: Gitarrenquintette Nr. 1-7, 9 (G. 445-451, 453)
P. Romero, Academy St. Martin Chamber Ensemble
Viele Grüße
sendet Cosima
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27.04.2005 19:49 |
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der Lullist
Dabei seit: 13.01.2005
Beiträge: 3.824
Herkunft: Cassel
Themenstarter
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Hopkinson Smith, der jahrelang mit Hesperion XX und Jordi Savall zusammen gearbeitet hat, gilt als einer der größten Lauten und Gitarrenspieler.
Er spielte einige sehr gute CD's mit spanischer Musik ein:
Gaspar Sanz - Werke für Barockgitarre
Hopkinson Smith
Francisco Gureav Werke für Barockgitarre
Hopkinson Smith
(Guerav bzw. Gureau zeigt eine deutliche Beeinflussung von Louis Couperin, besonders das Stück "Marionas" erinnert an eine typisch frz. Cembalo-Chaconne)
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21.08.2005 10:50 |
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Bernhard
Stammgast
 
Dabei seit: 26.02.2007
Beiträge: 3.498
Herkunft: Schwetzingen
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Guten Tag
hab in meinem Plattenschrank noch was zur Thematik gefunden:
mit Musik u.a. von A. Cabezon, T.L. de Victoria, A. Lobo, M. Romero, F. Guerrero,...
und
Gruß aus der Kurpfalz
Bernhard
__________________ "Eigentlich ist alles schon gesagt - aber noch nicht von allen !"
(Karl Valentin)
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12.06.2007 11:51 |
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