Meister aller Meister: Arcangelo Corelli |
der Lullist
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| Meister aller Meister: Arcangelo Corelli |
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Arcangelo Corelli geb. am 17.Februar 1653 in Fusignano, Ravenna, gestorben am 08. Januar 1713 in Rom.

Schon zu Lebzeiten verlieh man Corelli den Titel "Maestro dei Mastri" oder "Virtuosissimo di Violino e vero Orfeo di nostri Tempi"
Bei seinem Tode hinterließ der als liebenswürdig, anspruchslos und kunstsinnig geschilderte Meister neben einem beachtlichen Vermögen, viele wertvolle Instrumente, über 136 Gemälde und Zeichnungen sogar Meister wie Breugel, Poussin und Raffael waren darunter.
Sein Leichnahm ruht ebenfalls neben dem Raffaels.
Auf der Gedenkplatte steht geschrieben:
"eius nomen immortalitati commendaturus" (dessen Name der Unsterblichkeit empfohlen wird).
Corelli stammte aus der Provinz Ravenna und erhielt als vaterloser Halbwaiser seine erste Ausbildung bei einem Dorfgeistlichen.
Mit 13 wurde nach Bologna geschickt um dort bei Benvenuti und Brugnoli Geige zu studieren.
Mit 17 wurde er schon Mitglied der "Accademia Filarmonica", Sammelpunkt der berühmtesten Musiker der Zeit - nur Mozart wurde noch jünger aufgenommen (1770 mit 14 Jahren).
Nach Abschluß seiner Lehrjahre wandte er sich nach Rom und wurde von Matteo Simonelli, den man den "Palestrina des 17. Jahrhunderts" nannte in die Traditionen des römischen Stils eingewiesen.
Hier gelang es ihm auch zu seinen zukünftigen Gönnern und Mäzene Kontakte zu knüpfen.
Allen voran die zum Katholizismus konvertierte Christina von Schweden und der Kardinal Ottoboni.
Seit 1670 dürfte er dann dem Hofstaat der Königin Christina angehört haben.
Ihr widmete er seine ersten 12 Kirchensonaten Op.1 (1681)
Corelli hat in diesen Jahren mit einem ungewöhnlich starken Orchester experimentiert, ein Konzert mit 150 Musikern vor der Königin ist dokumentiert. Seit 1684 diente er dann auch dem Kardinal Pampili als Geiger und Konzertorganist - ab 1690 dann bis zu seinem Tode leitete er die musikalischen Aufführungen bei Kardinal Ottoboni.
Sein Onkel Papst Alexander VIII ernannte Ottoboni sogar zum Vizekanzler der römischen Kirche.
Seine Residenz war der Palazzo della Cancellari, hier schwang er sich zum wohl größten Schirmherren der Künste in Rom auf.
Das berühmte Weihnachtskonzert (Op.6 No.8 ) dürfte sogar bei der Weihnachtsfeier im Vatikan erklungen sein.
Insgesammt gab Corelli 5 Bände mit Kompositionen heraus, der 6. Band erschien erst nach seinem Tod, doch sollten seine Kompositionen die musikalische Welt des Barock revolutionieren. Die Sonaten wurden zu einem Verkaufsschlager - womit sich der Reichtum des Meisters begründet. Die Concerti Grossi, als deren Erfinder er gilt, sollten eine der wichtigsten musikalischen Gattungen des Hoch und Spätbarock werden.
Corelli hatte natürlich Kontakt zu beiden Scarlattis, zu Antonio Caldara, Francesco Gasparini und machte auch die Bekanntschaft mit dem jungen Georg Friedrich Händel, der auf seiner Italienreise in Rom halt machte um dort einige seiner Werke aufzuführen
"Il Trionfo del Tempo e del Disinganno" (1707) und "La Resurrezione" (1708 ). Corelli leitete die Aufführungen mit einem äußerst erlesenen Ensemble. Dies dürfte für die spätere berühmtheit des Sachsen nicht unerheblich gewesen sein.
Corelli zog sich ab 1710 aus dem Musikleben zurück.
Seine revolutionären Kompositionen machen nicht allein seinen Ruhm und seine Bedeutung aus, er revolutionierte im gleichen Maße auch die Spieltechnik der Violine und galt zu Lebzeiten als der größte Violinvirtuose Europas.
Die Bewunderung der europäischen Musiker findet nicht nur in der Nachahmung seiner Kompositionen ihren Niederschlag sondern es finden sich auch direkte musikalsiche Huldigungen an den römischen Meister, wie z.B. Couperins Aphoteosen die er sowohl Corelli als auch Lully widmete um den größten Musikern der Epoche seinen Respekt zu zollen.
Aufnahmen gibt es viele, besonders von den Concerti Grossi.
Viele sind der historischen Aufführungspraxis entsprechend interpretiert, man denke nur an die wunderbaren Aufnahmen von Banchini mit dem Ensemble 415, LÈurope Galante unter Fabio Biondi oder Les Arts Florissants unter Christie.
Ich habe mich hier mal für eine solide Aufnahme entschieden, die vielleicht dem was Corelli in Rom praktizierte am nächsten kommt:

Concert Grossi Op.6
I Musici
Zwar nicht unbedingt eine meisterhafte Einspielung, aber leider sind die Originalklangensembles hier etwas zu klein besetzt - Es gibt ettliche Berichte von Konzerten mit wahren Streicherheeren. I Musici sind wesentlich stärker besetzt, als z.B. die etwas sehr magere Einspielung unter Biondi.
Die Sonaten hingegen sind in diesen Interpretationen alle hervorragend, hier zwei Aufnahmen zur Auswahl, es gibt derer noch weiter.

Sonate da Chiesa Op.1 & 3

Sonata da Camera Op. 5
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08.05.2005 20:43 |
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BigBerlinBear
Stammgast
 

Dabei seit: 11.08.2004
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Herkunft: Berlin
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Von allen Aufnahmen auf historischen Instrumenten beeindruckt jene Trevor Pinnocks mit "The English Concert" aus dem Jahr 1987 immer noch am meisten. Klangfülle paart sich mit Transparenz und schöner Durchhörbarkeit der streng gearbeiteten polyphonen Satz-Strukturen. Wahre "Heerscharen" an Streichern dürften diesen Eindruck kaum vermittelt haben.
Alle mir bislang bekannten Einspielungen auf "modernen" Streichern erinnern mich eher an ein zu schweres Essen
und die Folgeerscheinungen desselben: Sodbrennen und Blähungen
__________________ Das geht über das Sagbare hinaus. Das läßt sich nicht deuten und bedarf keiner Deutung. Es kann nur gehört werden. Es ist Musik. (H.H.Jahnn)
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10.05.2005 09:27 |
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Walter.T
kennt den Hausbrauch..
 
Dabei seit: 09.04.2005
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Herkunft: Bensheim
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Die Aufnahme mit Trevor Pinnock hat mir auch sehr gut gefallen, aber noch ein Wort zu I Musici: Ich habe sie vor wenigen Monaten in einem Konzert erlebt, bei dem auch ein Stück von Corelli auf dem Programm stand, und da haben sie wirklich meisterhaft gespielt. Ich hatte befürchtet, dass sie möglicherweise nach so vielen Jahrzehnten aktiver Praxis etwas müde geworden sein könnten, aber das war ein spannender Abend, wo der Bogen geschlagen wurde von Corelli über Bach, Vivaldi, Rossini, Paganini bis zu Castelnuovo-Tedesco.
Viele Grüße,
Walter
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10.05.2005 18:00 |
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Karsten
kennt den Hausbrauch..
 
Dabei seit: 16.01.2005
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| RE: Meister aller Meister: Arcangelo Corelli |
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Hallo!
Da passt es, auf diese aktuelle Neuaufnahme hinzuweisen:

Arcangelo Corelli (1653 - 1713):
Concerti grossi op.6, version for two recorders, violoncello obligato and basso continuo, published in 1725 by Walsh & Hare, London
Il Dolcimelo: Katja Beisch und Han Tol, Blockflöten; Doris Runge, Barockcello; Thomas Boysen, Laute;Robert Sagasser, Violone; Christoph Lehmann / Cembalo, Orgel
DDD/DSD; Booklet: 32 Seiten (deutsch, english, français), 11 Abbildungen; Gesamtspieldauer: 65 min 58 s
AEOLUS-Super Audio CD Hybrid mit der Best.-Nr. AE-10116
EAN: 4026798101169
Siehe auch:
http://www.aeolus-music.com/deutsch.htm
Hat da schon jemand reingehört?
Gruss
Karsten
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10.05.2005 23:06 |
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der Lullist
Dabei seit: 13.01.2005
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Themenstarter
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Asche auf mein Haupt,
ich revidiere mein Urteil.
Heute habe ich mir die komplette Einspielung der Concerti Grossi mit dem Ensemble 415 unter Chiara Banchini zugelegt:

Die Interpretation ist fanstastisch!
Es wird ein gesunder Mittelweg gesucht, Orchesterpracht und kammermusikalische Rafinesse.
Allein die Orchesterbesetzung machte mich schon neugierig und ich konnte es kaum erwarten sie zu besitzen.
Für die Concerti da Chiesa werden 16 Violinen, 5 Bratschen, 6 Violoncelli, 5 Kontrabässe bis zu 5(!) Erzlauten mit Chitaronne und 2 Cembali bzw. Cembali und Orgel verwendet.
Für die Concerti da Camera, 8 Violinen, 3 Bratschen, 3 Violoncelli, 2 Kontrabässe, 2 Erzlauten und 2 Cembali.
So ein reich besetztes Continuo habe ich selten erlebt
Ich krieg mich gar nicht mehr ein
- einfach nur himmlisch!
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13.05.2005 20:11 |
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MStauch
Stammgast
 

Dabei seit: 06.11.2004
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Die Aufnahme mit Trevor Pinnock habe ich auch bereits seit sehr langer Zeit, sie war damals noch richtig teuer - aber dafür ist sie im Cover auch wunderschön gestaltet. Ein Bedürfnis nach einer Alternative war bei mir bis heute noch nicht entstanden. Also Pinnock kann ich ebenfalls ohne jeden Vorbehalt empfehlen.
Aber da ich die Concerti wirklich gern mag und auch nicht selten höre, ist eine Ergänzung vielleicht noch sinnvoll. Bei der Beschreibung hier!
Mit besten Grüßen
Matthias
__________________ Tobe Welt, und springe,
Ich steh hier und singe.
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13.05.2005 20:56 |
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der Lullist
Dabei seit: 13.01.2005
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Themenstarter
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Diese Aufnahme ist auch recht günstig, nur 9,99 Euro im Normalfall, bei mir im Laden um die Ecke habe ich aber 14,99 gezahlt
- aber ich wollte sie unbeding!
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13.05.2005 21:59 |
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der Lullist
Dabei seit: 13.01.2005
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Herkunft: Cassel
Themenstarter
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Da fällt mir ein, mich würde auch mal - falls feststellbar - die Besetzung anderer Aufnahmen, wie z.B. die von Pinnock interessieren.
I Musici haben "ausgespielt"
, die komplette Besetzung ist leider nicht fesstellbar, aber im Continuo haben sie nur ein Cembalo bzw. eine Orgel.
Aber gegen Banchinis Ensemble haben sie keine Chance.
Noch ein Wort zu Chiara Banchini, sie ist ja eine der wenigen Frauen am Dirigentenpult, sie ist spezialisiert auf italienische Barockmusik, sei es Vivaldi, Boccherini, Albicastro, Sammartini etc. die Aufnahmen sind immer atemberaubend.
Dennoch finde ich I Musici weitaus angenehmer als z.B. solche Kammerorchester wie die "Capella Istropolitana" um mal ein besonders schlimmes Beispiel zu nennen.
Für Barockmusik sind sie nicht wirklich geeignet, da trieft es nur so und jede Note wird mit breitem Vibrato zugekleistert *schüttel*
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14.05.2005 08:02 |
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Karsten
kennt den Hausbrauch..
 
Dabei seit: 16.01.2005
Beiträge: 397
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| RE: Meister aller Meister: Arcangelo Corelli |
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Hatte denn schon jemand Gelegenheit, in diese neue (einzige?) Corelli-Gesamtaufnahme herienzuhören:

Corelli - Complete Works
Concerti grossi op. 6 Nr. 1-12
Sonata a Quattro WoO 2 & WoO 4
Sinfonia WoO 1
Sonaten für Violine & Bc op. 5 Nr. 1-11
Follia
Triosonaten op. 2 Nr. 1-12
Triosonaten WoO 5-10
Triosonaten Op. 1 Nr. 1-12
Triosonaten op. 4 Nr. 1-12
Triosonaten op. 3 Nr. 1-12
Ensemble Musica Amphion, Belder
Brilliant Classics
10 CDs. DDD
Die Aufnahme hat in eine hervorragende Kritik im Rondo-Magazin bekommen...
Gruß
Karsten
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28.05.2005 12:59 |
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Pius
Dabei seit: 11.05.2005
Beiträge: 3.491
Herkunft: Frankfurt am Main
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Hallo!
Meine erste Berührung mit Corelli war eine Aufnahme des Concerto grosso g-moll op.6 Nr.8 "Weihnachtskonzert" mit Karajan und den Berliner Philharmonikern, aus der Bücherei ausgeliehen.
Derzeit habe ich diese CD wieder aus der Bücherei ausgeliehen. Die Interpretation ist dermaßen "unbarock"! Inzwischen kann ich ja mit einer eigenen Aufnahme vergleichen, nämlich dieser hier:

(Philharmonia Baroque Orchestra; Nicholas McGegan)
Mit dieser Aufnahme bin ich zufrieden - mit einer Ausnahme: Den letzten Satz, die Pastorale, finde ich viel zu schnell und zäsurenhaft gespielt! Ein Nachlesen ergab: Die Tempoangabe des Satzes ist: "Pastorale ad libitum: Largo".
"Ad libitum" heißt wohl so viel wie: "beliebiges Tempo", insofern ist McGegan kein Vorwurf zu machen. Aber diese Vorgabe "beißt" sich doch mit der Angabe "Largo" direkt danach, oder?
Karajan kostet das Largo natürlich genüßlich mit dem gleichen romantisierenden Stil aus, der in den anderen Sätzen recht anachronistisch klingt. Zumindest der letzte Satz ist bei Karajan IMO besser getroffen, wenn auch nicht optimal.
Mir fiel auf, daß die Concerti grossi von Corelli eigentlich halbe Orchestersuiten sind (etliche Tänze darin). Das schnell-langsam-schnell-Modell gabs wohl erst ab Vivaldi und Albinoni, oder?
Viele Grüße,
Pius.
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26.09.2005 23:48 |
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Caesar73

Dabei seit: 22.03.2005
Beiträge: 4.263
Herkunft: Landau
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| RE: Meister aller Meister: Arcangelo Corelli |
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| Zitat: |
Original von Karsten
Die Aufnahme hat in eine hervorragende Kritik im Rondo-Magazin bekommen...
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Ebenso in einer der letzten Ausgaben von FonoForum. Habe die Box danach auf meine imaginäre Wunschkiste gesetzt.
Herzliche Grüße,
Christian
__________________ Beherrsche die Sache, die Worte werden folgen! (Cato der Ältere)
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27.09.2005 19:41 |
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petemonova

Dabei seit: 06.12.2004
Beiträge: 4.038
Herkunft: Capella
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Hallo Pius,
müsste es dann bei
| Zitat: |
| Pastorale ad libitum: Largo |
nicht heißen, dass es eine Pastorale nach Belieben ist. Also wie eine Pastorale gespielt werden kann oder nicht und das Tempo dann Largo wäre?
Gruß, Peter.
__________________ Musik zu hören ist zweifellos eine der extravagantesten Arten, sein Geld auszugeben.
- Mauricio Kagel
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27.09.2005 22:58 |
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der Lullist
Dabei seit: 13.01.2005
Beiträge: 3.824
Herkunft: Cassel
Themenstarter
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Über die genaue entwicklung des Concerto Grossi bin ich auch nicht ganz im Bilde.
Jedenfalls entwickelten sich die Concerti aus den Sonaten.
Italienische Sonaten des 17. Jahrhunderts waren allerdings meist einsätzig, bzw. die diversen Teile der Sonate gingen ineinander über.
Beispielsweise bei Biber sind die Sonaten zwar auch nicht direkt unterteilt, aber haben durchaus mehrere Sätze.
Dann kommt noch die Unterteilung, der Sonata da chiesa "Kirchensoate" und Sonata da Camera "Kammersonate" dazu. In der Chiesa sind Tanzsätze eher unüblich.
Die Concerti Grossi op.6 sind ja ebenfalls so eingerichtet, dass ein Teil für die Kirche, der andere für die Kammer bestimmt ist.
Auch bei Rosenmüllers Sonaten ist das schon zu beobachten.
Was leider nicht of berücksichtigt wird, die Concerti Grossi wurden schon für eine größere Besetzung geschrieben, Augenzeugenberichte zufolge sollen es ware Streicherheere gewesen sein die solche Concerti in Rom aufführten.
Viele Ensembles neigen dazu Corelli viel zu schnell zu spielen, ich denke da besonders an "L'Europe Galante" unter Biondi, (er spielt zwar die Pastorale sehr genüßlich) seine Spielweise ist ziemlich ruppig und nimmt der Sinnlichkeit der Musik einen beträchtlichen Teil.
Bei Vivaldi funktioniert das allerdings ganz gut...
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28.09.2005 08:18 |
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Andrew
Stammgast
 

Dabei seit: 04.03.2006
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Herkunft: Fürstentum Ostfriesland
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Hallo Karsten,
Du fragst wegen der Corelli-Box von Brilliant-Classics an.

Ich habe die Box mit 10 CDs (Textheft vergleichsweise dünn, aber mit Grundinfo über Corellis Werke und die Interpreten in englischer Sprache) vor ein paar Tagen von einem Versandhaus, dessen Name die vor fünf Jahren gültige Jahreszahl bedeutet, für 17,99 Euro (also wesentlich billiger als bei Amazon) bekommen. Wunderbare Aufnahmen! Die Musiker/innen spielen in bedeutenden Ensembles und Orchestern wie z.B. Amsterdamer Barockorchester, Academy of Ancient Music usw.
In den Kritiken wird diese Aufnahme gelobt. Hier ist ein Auszug aus der Kritik von Guido Fischer bei Rondo:
"Vielleicht müssen es solche Mammut-Projekte sein, um Komponisten wie eben Arcangelo Corelli endgültig aus der musikhistorischen Ecke herauszuholen. (...) Das Ensemble Musica Amphion, das sich aus lauter Alte-Musik-Spezialisten aus Ensembles wie Les Musiciens du Louvre und der Academy of Ancient Music zusammensetzt, rückt in der Gesamteinspielung der Werke Corellis nicht nur vieles wieder gerade. Mit der maßvoll eingesetzten, aber nie ins Konfektionierte umschlagenden Originalklang-Rhetorik entpuppt sich Corellis schmales Œuvre mit seiner improvisatorischen Leichtigkeit und durchdachten Form-Veredelung als erstaunlich facettenreich..."
Mir gefallen diese Einspielungen sehr gut, und ich kann sie nur wärmstens weiterempfehlen!
Mit freundlichen Grüßen von der Nordseeküste, Andrew
__________________ „Nichts auf Erden ist kräftiger, die Traurigen fröhlich, die Ausgelassenen nachdenklich, die Verzagten herzhaft, die Verwegenen bedachtsam zu machen, die Hochmütigen zur Demut zu reizen, und Neid und Hass zu mindern, als die Musik.“
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10.03.2006 13:06 |
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Ich habe vor ein paar Monaten beschlossen, alle opp. (also 1 - 6) von Corelli sorgfältig durchzuhören, muss mich aber insofern noch (hörend) einarbeiten, als es mir noch nicht gelingt, die Änderungen des Stils von op. 1 zu op. 3 (also innerhalb der Kirchensonaten) und von op. 2 zu op. 4 (also den Kammersonaten) mitzukriegen. Das heißt, dass es wohl noch eine Weile dauert, bis ich endlich op. 5 (die Violinsonaten) hören werde. (Ganz zu schweigen von op. 6 den Concerti).
Jedenfalls gefällt mir die Aufnahme mit London Baroque erwarteterweise sehr gut, weshalb ich wohl auch nie eine andere kennenlernen werde ...
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10.03.2006 14:42 |
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| Zitat: |
Original von der Lullist
Die Concerti Grossi, als deren Erfinder er gilt, sollten eine der wichtigsten musikalischen Gattungen des Hoch und Spätbarock werden.
[...]
Seine revolutionären Kompositionen machen nicht allein seinen Ruhm und seine Bedeutung aus, er revolutionierte im gleichen Maße auch die Spieltechnik der Violine und galt zu Lebzeiten als der größte Violinvirtuose Europas. |
Ich habe schon bezüglich frühe Concerti grossi PNs mit dem Lullisten gewechselt. Dennoch möchte ich auch hier etwas richtigstellen:
1) Corelli gilt nicht als Erfinder sondern als Vollender des Concerto grosso.
2) Seine Werke gelten nicht als revolutionär sondern als mustergültige Zusammenfassung der Errungenschaften der Violinmusik (in verschiedenen Besetzungen) des 17. Jahrhunderts.
Die revolutionären Neuerer der Violinmusik waren zu Beginn des 17. Jh. Salomone Rossi und Dario Castello, etwas später wurde die Violintechnik von Marco Uccellini auf einen Gipfelpunkt geführt.
Im Allgemeinen kann man nach der anfänglichen Emanzipation von der Vokalmusik, die dahingehend stattgefunden hat, als die Stücke nicht mehr wie bei Gian Paolo Cima (dem Schöpfer der ersten Triosonaten, glaube ich) genausogut für andere Ausführende sein könnten, nun spezifisch geigerisch sind. Bei Uccellini habe ich das Gefühl einer manieristischen Übersteigerung, nachdem Rossi die "klassischen" Werke vorgelegt hatte.
Corelli synthetisiert nun die alten Violinmeister mit französischen Einflüssen und etabliert einen quasi allgemeingültigen Stil, der dennoch für die Folgegenerationen der typisch italienische sein wird, der abermals mit dem französischem Stil (vor allem in Nachfolge Lullys, der ja seinerseits nicht frei von italienischen Einflüssen ist) synthetisiert werden soll, wie es beispielhaft bei Telemann zu hören ist.
Worin Corellis besondere Leistung liegt, scheint mir besonders schwer festzumachen. Ich würde ja gern sagen, dass seine Instrumentalwerke mehr Zusammenhang erreichen, als die Violinmusik vorher hatte, das ist aber sehr ungefähr formuliert ...
Bleibt noch die Frage offen, woher denn das Concerto grosso kommt. Stradella verarbeitet bereits Concerto grosso-Elemente in den 1670er Jahren in den Arien seines "San Giovanni Battista", zu einer Zeit, als von Corelli noch keine Rede war. Woher Stradella diese Schreibart nimmt, die laut Booklet damals gerade sehr in Mode war, ist mir (und dem Lullisten) unbekannt.
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23.08.2006 13:50 |
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a.b.
Stammgast
 

Dabei seit: 19.08.2006
Beiträge: 772
Herkunft: Österreich
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| Corelli - das Weihnachtskonzert |
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Es mag ja nicht die richtige Jahreszeit dafür sein aber trotzdem: Was haltet ihr für die derzeit beste erhältliche Aufnhamen des Weihnachtskonzerts von Corelli. Und warum gerade diese?
Danke!
__________________ Gruß ab
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Und ich meine, man kann häufig mehr aus den unerwarteten Fragen eines Kindes lernen als aus Gesprächen mit Männern, die drauflosreden nach Begriffen, die sie geborgt haben, und nach den Vorurteilen ihrer Erziehung.
J. Locke
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23.08.2006 14:19 |
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| RE: Corelli - das Weihnachtskonzert |
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Ich kann nur zu einer Aufnahme etwas sagen, dafür aber begründen, warum ich sie empfehle:
Die vom Lullysten empfohlene mit Banchini und Ensemble 415
weil
1) die Besetzungsgröße den Konzerten unter der Leitung Corellis entspricht
2) die Tempi anhand Muffats Beobachtungen bei seinen Besuchen der Corelli-Konzerte und von sich damit in Einklang bringen lassenden Metronomangaben aus dem späten 18. Jh. gewählt sind
3) die Verziehrungen, deren Notwendigkeit sich aus den Tempi ergibt, anhand der Beispiele aus op. 5, die wahrscheinlich von Corelli selbst stammen, gewählt wurden
4) es wunderbar klingt und
5) es wunderbar musiziert ist
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23.08.2006 14:27 |
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katlow
hat sich schon eingelebt..


Dabei seit: 11.08.2004
Beiträge: 243
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Ich höre mir gerade zum ersten Mal die in der Tat großartige Aufnahme der Concerti Grossi, op. 6, des English Concert mit Trevor Pinnock an - für mich ist dies das erste "bewusste" Kennenlernen dieser Werke. Nach dem Durchlese des beigefügten Booklets (das in meinem Falle exklusiv auf Englisch verfasst ist, da es sich um eine Sonderausgabe in der Reihe "Gramophone Awards Collection handelt) ist in der Liste der Instrumentalisten als letzte die Kathegorie "organ", also auf Deutsch doch wohl "Orgel", genannt.
Aber auch bei genauestem Hinhören kann ich nun wirklich nichts entdecken, was sich für mich auch nur entfernt wie eine Orgel anhört. Nicht einmal wie eine kleinere transportable Orgel (wie auch immer man die nennt - falls es die überhaupt im Barock schon gab), geschweige denn wie eine ausgewachsene Kirchenorgel (eine in einem Concerto Grosso wohl auch recht absurde Vorstellung). Weiß also jemand, worum es sich bei dem hier verwendeten Instrument (in meiner Aufnahme gespielt alternativ von Ivor Bolton und John Toll, falls das weiterhilft) handelt?
Auf Eure (wie immer) unerschöpflichen Kenntnisse hoffend
Grüße
katlow
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21.04.2007 19:28 |
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BigBerlinBear
Stammgast
 

Dabei seit: 11.08.2004
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Hallo Katlow, hirbei handelt es sich um eine sogenannet Thruhenorgel, wie sie schon in bildlichen Darstellungen des 12./13. Jahrhunderts anzutreffen ist.

Im Fall der Pinnock-Einspielung der Corellischen Concerti dient sie der DEZENTEN Unterstützung des Streicherapparats und wenn sie für das Publikum dann (fast) nicht zu hören ist, ist dieses ganz im "Sinne des Erfinders" !
__________________ Das geht über das Sagbare hinaus. Das läßt sich nicht deuten und bedarf keiner Deutung. Es kann nur gehört werden. Es ist Musik. (H.H.Jahnn)
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21.04.2007 20:58 |
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musicophil

Dabei seit: 19.02.2006
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Herkunft: Dordrecht (Niederlande)
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Hallo BBB,
Wie verhält sich dieses Instrument zu einem Kabinetorgel?
LG, Paul
__________________ Wirklich schöne Musik rührt
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21.04.2007 21:32 |
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BigBerlinBear
Stammgast
 

Dabei seit: 11.08.2004
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Herkunft: Berlin
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Hallo Paul, eine Kabinett-,oder auch Hausorgel ist meistens doch schon ein etwas grösseres Instument.Besonders in Holland und in der Schweiz waren diese Instrumente verbreitet und wurden erst im 19. Jahrhundert durch Klaviere und das Harmonium abgelöst. Im Italien zur Zeit Corellis waren derartige Instrumente nicht gebräuchlich.
__________________ Das geht über das Sagbare hinaus. Das läßt sich nicht deuten und bedarf keiner Deutung. Es kann nur gehört werden. Es ist Musik. (H.H.Jahnn)
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21.04.2007 21:45 |
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katlow
hat sich schon eingelebt..


Dabei seit: 11.08.2004
Beiträge: 243
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Merci vielmals, BigBerlinBear!
Wirklich erstaunlich - das heißt dann also zur Klangerzeugung werden hier in der Tat, wenn auch kleinere, Orgelpfeifen verwendet! Ich hätte schwören können, dass ich auch bei genauestem Hinhören kein derartiges Instrument wahrnehmen könnte. Wobei ich, wenn überhaupt, dann das eine bemerkt hatte, dass der Klang der Streicher zum Teil "satter" war, als ich es bei dieser Besetzung erwartet hätte, was genau Deiner Beschreibung entspricht..
Vielen herzlichen Dank für die Aufklärung - und auch für die Nachfrage Pauls (samt Antwort), durch die ich noch ein wenig mehr erfahren habe.
Grüße
katlow
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21.04.2007 22:03 |
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Hildebrandt

Dabei seit: 10.07.2007
Beiträge: 2.126
Herkunft: Bonn
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Bei Corelli und seinen Zeitgenossen spielt der Basso continuo eine größere Rolle, als ihm in den meisten Aufnahmen bisher zugestanden wird. Die einzige Truppe, die sich da vorblidlich verhält, ist das Ensemble 415 unter Chiara Banchini. Allerdings haben sie mit Jesper Christensen den wohl kundigsten Generalbassspezialisten überhaupt.
In Italien war es üblich, den B. c. mit mehreren Cembali, Orgeln (organo di legno, also so etwas wie Positive oder Truhenorgeln, ausschließlich mit Holzpfeifen bestückt), Lauten, Erzlauten, Theorben u. Ä., Harfen, Violone, Celli und Fagott gleichzeitig zu besetzen.
Die Ausführung bestand ebenfalls aus ausgesprochen kunstvollen kontrapunktischen Zusätzen, rhtymischen Pointierungen sowie harmonischen Füllungen und Ergänzungen.
Das alles gibt es nur in der Banchini-Einspielung.
Bleibt folglich nur, der Liste von KSM hinzuzufügen:
6. Weil es die einzige Aufnahme mit vorbildlicher Continuo-Bestzung und -Ausführung weit und breit ist
und sich dem allgemeinen Lob anzuschließen.
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16.10.2007 10:40 |
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miguel54
Neuling

Dabei seit: 12.09.2007
Beiträge: 1.694
Herkunft: Wiesbaden
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Dem Lob für die Aufnahme mit Chiara Banchini und Jesper Christensen kann ich mich nur anschließen, stimme in allen Punkten zu. Gleich drei italienische HIP-Ensembles mussten sie für die Aufnahme zusammenholen:
Ensemble 415 - Chiara Banchini
Ensemble Aurora - Enrico Gatti
Ensemble Teatro Armonico - Alessandro de Marchi
Die anderen Aufnahmen dieser Ensembles sind ebenfalls empfehlenswert, sie arbeiten daran, dem Hörer ein repräsentatives Bild dieser Epoche des Musizierens in Rom zu vermitteln.
Natürlich kann man die Concerti Grossi auch in kleineren Besetzungen spielen, aber diese hingebungsvolle Pracht ..... das wird auch in Rom nich talltäglich gewesen sein.
Hinzu kommt, dass Corelli für seine Notendrucke wohl sozusagen das Beste aus all seinen Kompositionen in optimaler Form zusammengestellt hat - es dürfte wesentlichmehr gegeben haben, von dem aber nur selten ein Manuskript auftaucht. Michael Schneider hat mal eine solche Sonate der Weihnachtskantate von Alessandro Scarlatti vorangestellt.
Corelli ist sozusagen ein Klassizist im besten Sinne.
Die Werausgabe von Belder ist hervorragend, aber diverse Einzelaufnahmen würde ich dafür nicht hergeben: neben der o.a. der Concerti die der Sonaten op. 3 mit Enrico Gatti z.B.:
Das klingt hier doch wesentlich mehr nach religiöser Meditation als bei Herrn Belder - der, schätze ich, wird mal der oberste Mainstream-HIP-Musiker sein, wie früher Leonhardt, aber ohne dessen stilles Charisma.
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16.10.2007 12:34 |
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Bernhard
Stammgast
 
Dabei seit: 26.02.2007
Beiträge: 3.498
Herkunft: Schwetzingen
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Guten Abend
| Zitat: |
Original von Kurzstueckmeister
Ich habe vor ein paar Monaten beschlossen, alle opp. (also 1 - 6) von Corelli sorgfältig durchzuhören,
bis ich endlich op. 5 (die Violinsonaten) hören werde.
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Corellis (er wurde vom Kurfürsten Johann Wilhelm von der Pfalz zum Marchione de Ladenburg -einem kleinen reizvollen Städtchen am Neckar- geadelt)
Op. 5 liegt in einer güstigen und nicht schlechten Einspielung von Naxos vor:
(wobei mir die Aufnahme mit F. Fernandez u. Gl. Wilson mehr zusagt).
Gruß aus der Kurpfalz
Bernhard
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(Karl Valentin)
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16.10.2007 22:11 |
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Bernhard
Stammgast
 
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| RE: Meister aller Meister: Arcangelo Corelli |
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Guten Morgen
| Zitat: |
Original von Karsten
Hallo!
Da passt es, auf diese aktuelle Neuaufnahme hinzuweisen:
Arcangelo Corelli (1653 - 1713):
Concerti grossi op.6, version for two recorders, violoncello obligato and basso continuo, published in 1725 by Walsh & Hare, London
Il Dolcimelo: Katja Beisch und Han Tol, Blockflöten; Doris Runge, Barockcello; Thomas Boysen, Laute;Robert Sagasser, Violone; Christoph Lehmann / Cembalo, Orgel
Hat da schon jemand reingehört?
Gruss
Karsten |
Auch die "American Bach Solists" haben eine Einspielung einer Bearbeitung für Blockflöte von sechs Konzerten aus Op. 6 (Nr. 1, 3, 4, 7, 8 +12) kürzlich eingespielt.
Diese Einspielung basiert auf der o.g. Veröffentlichung bei J. Walsh 1725 in London als "the first of this Kind yet Publish´d", Walsh scheint das Plazet Corellis dafür gehabt zu haben, jedenfalls fand sich ein Brief Corellis, in dem gegen eine Veröffentlichung durch Walsh seinerseits keine Einwände erhoben wurde.
Kennt wer diese Einspielung ?
Erweitert sie Corellis Schaffen ?
Gruß aus der Kurpfalz
Bernhard
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17.10.2007 08:53 |
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Bernhard
Stammgast
 
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Guten Morgen,
zu Corellis Leben (er war Halbwaise und wurde zusammen mit vier Geschwistern von seiner alleinerziehenden Mutter großgezogen) ist noch anzumerken, dass er frei von den zeitüblichen Daseinsvorsorgen und Dienstverpflichtungen, ausgeglichen-souverän seiner Kunst nach leben konnte. Eine ihn schützende Aristogratie und Schülerschaft ermöglichte ihn ein geradewegs sorgenfreies Leben; für einen Musiker seiner Zeit eine nicht gerade übliche Vita.
Gruß aus der Kurpfalz
Bernhard
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17.10.2007 09:01 |
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Hildebrandt

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| Zitat: |
Original von Bernhard
Op. 5 liegt in einer güstigen und nicht schlechten Einspielung von Naxos vor:
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In einer womöglich besseren – die Naxos-Aufnahmen habe ich nicht gehört – und nur 1 Cent teureren Einspielung gibts das hier:
Über Monica Huggett muss man nichts sagen, die beiden anderen Damen sind ebenfalls wohlbekannt und Spitzenklasse.
Zum Continuo haben sie sich Nigel North – auch kein Kleinmeister auf seinen Instrumenten – hinzuengagiert, der abwechselnd Erzlaute, Theorbe und Barockgitarre zupft. Auch hier ist also der B. c. eine hübsch bunte, anhörenswerte Angelegenheit.
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17.10.2007 09:54 |
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miguel54
Neuling

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Den
von Hildebrandt über Sonneries Einspielung kann ich mich ebenfalls nur anschließen - hatte ganz vergessen, daß ich mir die extra via United Kingdom zugelegt hatte, weil sie in der BRD gerade nicht lieferbar war.
Huggett ist so konsistent wie kaum jemand in der HIP, dazu ohne Mätzchen etc. - ich schätze sie sehr.
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17.10.2007 11:37 |
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Bernhard
Stammgast
 
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Guten Tag
habe eine weitere, interessante Einspielung mit Werken des vom Kurfürsten Johann Wilhelm von der Pfalz zum "Marchione de Ladenburg" -Ladenburg ist ein reizvolles Städtchen, am Neckar zwischen Heidelberg und Mannheim gelegen- geadelten Corelli vorliegen:
Concerti grossi op. 6 No. 4, 8, 11, 12; Fuga a quattro voci; Sonate in g
Überzeugend vom Ensemble New Dutch Academy interpretiert, das Ensemble bietet u.a. 18 Violinen, 6 Bratschen, 4 Celli und diverses Zupfinstrumentarium auf.
Gruß
aus der Kurpfalz
Bernhard
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18.04.2008 10:11 |
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Pius
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Hallo!
Der Beitrag paßt hier auch rein:
Als Großmeister der Triosonate erscheint mir Arcangelo Corelli mit seinen vier Zwölferpacks, die mir allerdings durchaus unterschiedlich gut gefallen. Während ich op. 1 und op. 2 als interessante, aber nicht herausragende Werke empfinde, halte ich op. 3 und op. 4 für großartige Meisterwerke.
Alles sind durchweg sehr ausgereifte und ausgefeilte Kompositionen; Corelli schuf sie im Alter von 28 bis 41 Jahren (op. 1 ist von 1681, op. 2 von 1685, op. 3 von 1689, op. 4 von 1694).
Warum ich zwischen den ersten beiden und den folgenden beiden Opera qualitativ unterscheide, kann ich leider nicht richtig begründen. Jedenfalls scheint mit op. 4 das vielseitigste, vormfollendetste Werk zu sein. Opus 4 würde ich dann auch als meinen Favoriten bezeichnen, auch wenn als Einzelsonate die letzte aus op. 3 (Nr. 12 A-dur) am meisten Eindruck auf mich gemacht hat.
Laut Reclam Kammermusikführer sind die Triosonaten Corellis mit ihrer Vielfalt, Bedeutung und Detailreichtum allenfalls dem Haydnschen Streichquartettschaffen zu vergleichen. Das scheint mir etwas hochgegriffen (der zuständige Autor im Reclam-Führer ist ein Corelli-Fan, das merkt man), dennoch ist eine systematische Beschäftigung hier sicher sehr lohnenswert.
Schließlich gibt es ja auch eine kostengünstige Gesamtaufnahme:
Diese Aufnahmen von Musica Amphion gefallen mir sehr gut. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist wohl unschlagbar.
Den Vergleich mit einer anderen Aufnahme habe ich aber nur im Fall von op. 3, nämlich mit dieser mit dem Ensemble Aurora:
Die beiden Aufnahmen könnten unterschiedlicher kaum sein. Musica Amphion ist deutlich schneller unterwegs, interpretiert kontrastreicher und "extrovertiert". Das Ensemble Aurora verfolgt eher einen "introvertierten" Ansatz, es wird deutlich entspannter musiziert.
Was nun der überzeugendere Ansatz ist, hängt auch von den einzelnen Sonaten ab. So scheint mir die Kühnheit und Exzentrität der 12. Sonate A-dur in der Amphion-Aufnahme hervorragend getroffen, während sie bei den Auroras zu brav gespielt wird. Hingegen ist bei der 2. Sonate D-dur das Ensemble Aurora wunderbar einfühlsam für die subtile Klangwelt dieser Sonate, während sie bei den Amphions eher pauschal rüberkommt.
Viele Grüße,
Pius.
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01.11.2008 22:30 |
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Bernhard
Stammgast
 
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| RE: Meister aller Meister: Arcangelo Corelli |
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Guten Tag
| Zitat: |
Original von der Lullist
Corelli hat in diesen Jahren mit einem ungewöhnlich starken Orchester experimentiert, ein Konzert mit 150 Musikern vor der Königin ist dokumentiert. |
Corellis Orchester vefügte über eine hohe Disziplin, von Händel ist ein Bericht erhalten:
"Händel sagte, dass Corelli an der Spitze des Orchester in Rom stand,
als er zuerst dorthin ging, und dass es unter Corellis Musikern die Regel gab, dass,
wenn jemand eine Verzierung machte, er eine Krone zu zahlen hatte.
Ein armer Geiger verlor sein gesamtes Gehalt, bevor er vom Verzieren kuriert war."
Und sein Schüler Geminiani bberichtete:
"Corelli sah es als wesentlich für den übereinstimmenden Vortrag eines Ensemble an,
dass ihre Bögen sich alle exakt zusammen bewegten, alle auf oder ab -
so sehr,
dass er bei seinen Proben (die beständig jeder öffentlichen Aufführung seiner Konzerte voraus gingen)
sofort abbrach, wenn er einen regelwidrigen Bogen entdeckte"
Georg Muffat, der in Paris ausgebildet wurde und in Rom in Corellis Wohnung musizierte,
könnte Corelli über die französische Orchesterpraxis unterrichtet
und indirekt Einfluss auf Corellis Orchesterdisziplin genommen haben.
Gruß
aus der Kurpfalz
Bernhard
__________________ "Eigentlich ist alles schon gesagt - aber noch nicht von allen !"
(Karl Valentin)
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11.07.2009 10:00 |
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