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Leopold Mozart - Versuch einer gründlichen Violinschule |
Violoncellchen

Stammgast
 

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| Leopold Mozart - Versuch einer gründlichen Violinschule |
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Heute morgen machte mich die folgende Nachrichtenmeldung darauf aufmerksam, dass es bislang keinen Thread über Leopold Mozarts wegweisende Violinschule gibt:
| Zitat: |
Salzburg (dpa)
Die legendäre Violinschule von Leopold Mozart (1719-1787) ist jetzt in einer Neubearbeitung des Salzburger Musikwissenschaftlers Gottfried Franz Kasparek erschienen. Der Salzburger Kulturverlag Polzer bringt das Lehrwerk, das im Geburtsjahr von Leopold Mozarts Sohn Wolfgang 1756 erstmals erschien, in einer Auflage von 3000 Exemplaren heraus, berichtet die Nachrichtenagentur APA.
Kasparek übertrug die Texte von Wolfgang Amadeus' Vater vorsichtig in heutige Sprache, ohne «den Duktus Leopolds allzu sehr zu verändern», wie er im Gespräch mit der APA sagte. In der modernen Praxis erwiesen sich alte Schrift sowie Sprache und Notenbild immer mehr als Lese-Hindernis. |

Drum sei er hiermit eröffnet!
__________________ What proves the hero truly great is never to despair.
(Thomas Arne -" The Masque of Alfred")
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02.02.2007 12:16 |
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Ich empfehle natürlich unbedingt die Faximileausgabe, gerade wegen der alten Schrift und Sprache!
Wer soll sich denn für historische Aufführungspraxis interessieren, wenn er alte Sprache verabscheut?
Außerdem wird wohl das aus heutiger Sicht sehr amüsante Einführungskapitel über Musikgeschichte von Adam und Eva über Apollo bis zur Gegenwart Mozarts in "modernisierter" Form etwas widersprüchlich sein - man müßte auch den Inhalt modernisieren ...
Also wirklich:
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02.02.2007 12:20 |
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Padre
Stammgast
 
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| RE: Leopold Mozart - Versuch einer gründlichen Violinschule |
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Kurzstückmeister ich gebe dir Recht. Warum muss immer alles modernesiert, alles in unsere Zeit gedrängt werden?
Padre
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02.02.2007 12:33 |
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Violoncellchen

Stammgast
 

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Leopolds Violinschule stellt das erst Unterrichtswerk für Streichinstrumente in deutscher Sprache dar. Zuvor war bereits Francesco Geminianis "The Art of Playing on the Violin" in London erschienen. Im deutschsprachigen Raum existierten Lehrwerke für Klavier (C. P. E. Bach: "Versuch über die wahre Art das Clavier zu spielen") und Flöte (J. J. Quantz: "Versuch einer Anweisung die Flöte traversière zu spielen").
| Zitat: |
Zitat aus einem Brief Carl Friedrich Zelters an Goethe (1829):
Der Vater [W. A. Mozarts] war ein tüchtiger Musikus; seine Violinschule ist ein Werk, das sich brauchen läßt, solange die Violine eine Violine bleibt; es ist sogar gut geschrieben. |
Die Violinschule gilt noch heute als pädagogisch relevant und dient als wichtige Quelle für die historischs Aufführungspraxis.
Hier kann man Auszüge aus der 3. Auflage nachlesen:
'http://www.koelnklavier.de/quellen/moz-le/_index.html'
Und noch einen Reprint der 1. Auflage:
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02.02.2007 12:36 |
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Violoncellchen

Stammgast
 

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einerseits stimme ich der Ablehnung gegen die Modernisierung zu. Andererseits gestehe ich ein, dass die alte Fassung nicht unbedingt geeignet ist, um sie einem jungen Geigenschüler vor die Nase zu setzen. Ich denke, dass die Violinschule bislange eher ein Dasein als Nachschlagewerk für Musikpädagogen und HIP-Forscher fristete und weniger als das, wofür sie ursprünglich gedacht war: nämlich ein Unterrichtswerk.
Wenn die Modernisierung dazu führt, dass die Violinschule wieder als Violinschule eingesetzt werden kann, dann finde ich das eine gute Sache.
Denjenigen, die mehr am historischen und weniger am pädagogischen Inhalt der Werkes interessiert sind, steht es ja frei, weiterhin das Faksimile der ersten Auflage zu benutzen
Gruß
Violonschülchen
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02.02.2007 12:43 |
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MarcCologne
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Hallo Violinschülchen,
hast Du denn den Reprint, bzw. wärest Du an einer Anschaffung der behutsam modernisierten Neuausgabe interessiert??
Wer wie Du Cello spielt, könnte ja an einem Werk über die kleine Schwester Violine durchaus interessiert sein, oder?
__________________ "Es ist mit dem Witz wie mit der Musick, je mehr man hört, desto feinere Verhältnisse verlangt man."
(Georg Christoph Lichtenberg, 1773)
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02.02.2007 13:11 |
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Violoncellchen

Stammgast
 

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Nein, bislang habe ich nur in der Stadtbücherei meines Vertrauens mal reingeschnuppert (Reprint)
Das Reprint würde ich eigentlich nicht kaufen wollen...wenn schon die "alte" Fassung, dann ein Faksimile, aber das ist ja leider unerschwinglich...
Ich werde auf jeden Fall erst mal in die neue Version reinschauen, dann in meinen Geldbeutel und dann eine Entscheidung treffen.
V.
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02.02.2007 13:18 |
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Ähm, vielleicht verwechsle ich jetzt "Reprint" und "Faksimile"?
Meine Ausgabe hat die alten Buchstaben mit all den Abbildungen etc. und den alten Seitenangaben - also quasi jede Seite von der alten Ausgabe kopiert und hat ca. 20 € gekostet. Das ist nicht unerschwinglich.
Wenn man bedenkt, dass heute sowohl die Haltung des Instruments als auch die verwendete Stimmung eine andere ist, so kann ich mir nicht vorstellen, dass diese Violinschule für junge Schüler Anwendung findet! Es sei denn, der junge Schüler möchte HIP sein - dann kann er freilich auch die alte Schrift lernen etc.
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02.02.2007 13:29 |
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Violoncellchen

Stammgast
 

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Ich meinte Faksimile in diesem Sinne.
Aber du hast recht...der Nachdruck für 20€ wird im Handel auch als "Faksimile" bezeichnet. Scheint wohl kein geschützter Begriff zu sein.
Für mich dürfte es nicht nur so aussehen wie das Original, sondern müsste sich auch so anfühlen (und so riechen!).
V.
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02.02.2007 13:45 |
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Padre
Stammgast
 
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| RE: Leopold Mozart - Versuch einer gründlichen Violinschule |
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Leopold Mozart hat es immer gewurmt, dass er nicht über die Stelle der zweiten Violisten und Vizekapellmeister hinauskam und sieben verschiedene Kapellmeister erlebte. Dabei hatte er sich in der Tat als Musikpädagoge einen Namen gemacht.Seine Violinschule wurde 1766 ins Holländische und 1770 ins Französische übersetzt und galt von daher als Standardwerk seinen Zeit.
Padre
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02.02.2007 14:19 |
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Padre
Stammgast
 
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| RE: Leopold Mozart - Versuch einer gründlichen Violinschule |
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Im Zusammenhang mit dem Versuch einer gründlichen Vilolinschule ist noch zu erwähnen, dass Leopolds Ansehen zunahm und
er von Lorenz Christoph Mizler ( Sozietät der musikalischen Wissenschaften")eingeladen wurde.Leopolds gesellschaftliche Bedeutung wuchs dadurch..
Padre
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03.02.2007 13:56 |
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Padre
Stammgast
 
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| RE: Leopold Mozart - Versuch einer gründlichen Violinschule |
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Da ich den Text der Violinschule noch nie in Händen hatte, möchte ich Violoncellchen fragen,ob Leopold Mozart wie ich mich erinnere, im Text auf den Lehrmeister der Deutschen Sprachkunst, Johann Christoph Gottsched verwiesen hat beziehungweise ob im Faksimile ein entsprechender Hinweis zu finden ist?
Padre
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08.02.2007 17:09 |
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Violoncellchen

Stammgast
 

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| RE: Leopold Mozart - Versuch einer gründlichen Violinschule |
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Hallo Padre!
Wie gesagt: Ich besitze die Violinschule nicht selbst. Ich konnte zwar vor drei Tagen einen Blick auf ein Exemplar der 2. Auflage werfen (Im Mozartwohnhaus, Salzburg), allerdings hinter Glas, da blättert es sich schlecht...
Mir ist bekannt, dass die Violinschule in Teilen auf der Arbeit Guiseppe Tartinis beruht, dessen Konzepte aber nur als vereinzele Aufzeichnungen seiner Schüler existieren. Ob Leopold Mozart ihn als Referenz angibt bzw auf andere Quellen verweist ist mir nicht bekannt.
Gruß
V.
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08.02.2007 18:00 |
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Padre
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| RE: Leopold Mozart - Versuch einer gründlichen Violinschule |
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Ob da ein entsprechender Hinweis angebracht ist oder nicht ist eigentlich nicht wichtig.
Danke.
Padre
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11.02.2007 15:25 |
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Violoncellchen

Stammgast
 

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| RE: Leopold Mozart - Versuch einer gründlichen Violinschule |
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Heute habe ich noch folgende Informationen zur Neuauflage der Violinschule gefunden:
| Zitat: |
Der Salzburger Geiger Benjamin Schmid nennt drei Gründe, warum diese "Violinschule" immer noch Gültigkeit hat: den fachlichen durch "Erklärungen, die sehr viel über die musikalische Vorstellung zu Mozarts Zeit aussagen" und über das "Notenlesen" zugleich einen "Schlüssel zur Interpretation" bereithalten; den historischen, der zeigt, in welches Bildungsniveau Wolfgang Amadeus Mozart "hineingeboren" wurde; und den atmosphärischen dank einer "erklärungsfreudigen Sprache", die die Mozart'sche Gedankenwelt anschaulich macht.
Ein fortwirkender pädagogischer "Nebeneffekt" für die Gegenwart wird durch den Mäzen Donald Kahn möglich gemacht, der das Buchprojekt unterstützte. Durch seine Gönnerschaft wird die "Violinschule" allen Musikschulen in deutschsprachigen Ländern - das sind rund 2000 - kostenlos zur Verfügung gestellt; eine englische Ausgabe soll noch dieses Jahr folgen. Die Neuausgabe von Leopold Mozarts "Violinschule" ist im Kulturverlag Polzer, Salzburg, erschienen.
Quelle: www.salzburg.com
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__________________ What proves the hero truly great is never to despair.
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07.03.2007 15:56 |
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Ulli

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| Zitat: |
Original von Violoncellchen
Andererseits gestehe ich ein, dass die alte Fassung nicht unbedingt geeignet ist, um sie einem jungen Geigenschüler vor die Nase zu setzen. |
Aber die Kompositionen aus der selben Zeit wohl schon, oder?
__________________ Die Oper muss Tränen entlocken, die Menschen schaudern machen und durch Gesang sterben lassen.
(Vincenzo Geilomato Hundini)
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10.06.2007 00:27 |
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