Die Opern des Herrn Vivaldi

  • Mein unbestrittener Vivaldi-Opernliebling ist L'Incoronazione di Dario - in der Aufnahme mit dem Ensemble Baroque de Nice, Ltg. Gilbert Bezzina (Harmonia Mundi France, 1986) singen gleich drei Altisten, die ich alle gerne höre und die alle etwas verschieden klingen: Gérard Lesne, Henri Ledroit und Dominique Visse, und mein Lieblingstenor, John Elwes - für mich ein Sängerfest.


    Wurde auch mal preiswert wiederveröffentlicht, scheint aber aktuell nicht lieferbar zu sein:


  • Don Baslilio hat zurecht auf das preisgekrönte Album von Cecitia Bartoli mit Vivaldi-Opernarien hingewiesen.
    Aber bereit rund zehn Jahre früher hat Emma Kirkby - Alte-Musik-Sängerin der ersten Stunde - ein Album mit Vivaldi-Arien vorgelegt, begleitet von Roy Goodman und The Brandenburg Consort - sozusagen aus der Frühzeit der historischen Aufführungspraxis:



    Opernarien & Sinfonias aus Griselda, Tito Manlio, Ottone in villa,
    L'Atenaide, Il Bajazet, L'incoronazione di Dario,
    Catone in Utica
    Emma Kirkby, Brandenburg Consort, Roy Goodman
    Label: Hyperion , DDD, 1994 (74 min.)

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)



  • Hat zwar nichts direkt mit dem Thema zu tun, aber dem muß ich widersprechen: im Jahre 1994 ist HIP schon lange erwachsen gewesen. Bereits zu Beginn des 20. Jh. gab es Bestrebungen in diese Richtung, beispielsweise Nadia Boulangers (die Schwester von Carolas Avatar) Bemühungen um Claudio Monteverdi oder Wanda Landowska, die Bach, Rameau und Consorten auf dem Cembalo spielte (auch wenn's grausam klingende Kisten waren). Damit ist der Grund bereitet worden. So richtig los ging es dann in der 60er Jahren, allen voran: Nikolaus Harnoncourt.



    :hello:
    Thomas

    Da freute sich der Hase:
    "Wie schön ist meine Nase
    und auch mein blaues Ohr!
    Das kommt so selten vor."
    - H. Heine -

  • Hallo!


    Noch als kleine Ergänzung:


    Und in den 50ern entstanden die ersten Opernaufnahmen, wo die Titelhelden mit Countertenören (Deller ua)[Sosarme 1954] besetzt wurden, um wenigstens ein wenig Kastraten-Feeling in die Oper zu bringen. Das Orchester klingt zwar noch immer nicht HIP, aber wenigstens von der Sängerseite tat sich ein bissl was.


    LG joschi

  • Servus,


    Naive schmeißt die oben schon gezeigten Vivaldiopern als Würfel auf den Markt. Nummer eins ist soeben erschienen, 27CDs@180€ bei jpc:



    Atenaide RV 702b (Federico M. Sardelli / 2007)
    Griselda RV 718 (Jean-Christophe Spinosi / 2005)
    Tito Manlio RV 738 (Ottavio Dantone / 2004)
    Orlando Furioso RV 728 (Jean-Christophe Spinosi / 2004)
    Il Farnace RV 711 (Jordi Savall / 2001)
    Orlando finto Pazzo RV 727 (Alessando de Marchi / 2004)
    Juditha Triumphans RV 644 (Alessandro de Marchi / 2000)
    La Verita in Cimento RV 739 (Jean-Christophe Spinosi / 2001)
    L'Olimpiade RV 725 (Rinaldo Alessandrini / 2001)



    Wer's braucht... :rolleyes:



    herzliche Grüße,
    Thomas

    Da freute sich der Hase:
    "Wie schön ist meine Nase
    und auch mein blaues Ohr!
    Das kommt so selten vor."
    - H. Heine -

  • Hallo,


    hat jemand mittlerweile diese preiswerte Aufnahme bzw. kann was dazu sagen?



    :hello:

    »Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid


  • Hallo!


    Die Arsida kenne ich nicht, die Tito Manlio Aufnahme mit dem selben Orchester und Dirigenten kenne ich und muss dir mitteilen, dass sie mir nicht so zusagt. Der Dirigent spielt den Tito sehr gefühllos und etwas gelangweilt herunter.
    Wie gesagt, das ist der Tito, ob er die Arsilda mit mehr Enthusiasmus dirigiert hat, weiß ich nicht.




    LG Joschi

  • Zitat

    Original von Joschi Krakhofer
    Hallo!


    Die Arsida kenne ich nicht, die Tito Manlio Aufnahme mit dem selben Orchester und Dirigenten kenne ich und muss dir mitteilen, dass sie mir nicht so zusagt. Der Dirigent spielt den Tito sehr gefühllos und etwas gelangweilt herunter.
    Wie gesagt, das ist der Tito, ob er die Arsilda mit mehr Enthusiasmus dirigiert hat, weiß ich nicht.




    Kann ich bestätigen. Einzelne Arien aus dem 'Tito' kann man durchaus genießen - aber den Klotz am Stück eher nicht. Von 'Arsida' habe ich daher Abstand genommen.


    :hello:


    Ulli

  • Hallo,


    ich fange gerade erst an mich mit Vivaldi-Opern zu beschäftigen.
    Eher zufällig sind mir Noten für "Sposa son disprezzata" aus der Oper Bajazet in die Hände gefallen....wunderschöne Musik.....


    Weiß jemand, wo die Arie im Werk steht und was sie bedeutet? Mein Italienisch ist nicht so gut und ich finde auch nichts dazu.


    Es ist eher schwierig etwas zu singen, dessen Bedeutung man nicht versteht.



    Vielen Dank und einen schönen sonnigen Sonntag noch!



    Anna

  • 2. Akt Nr 8


    Aria der Irene:


    In etwa übersetzt


    Die Braut ist verschmäht (verachtet ?)
    (wobei sie selbst diese Braut ist)


    Sie jammert, dsß sie Ihren Bräutigam (Liebhaber) für untreu hält.
    singt über ihre liebe, seine Untreue
    und fragt sich ob sie sich hinlegen und sterben soll
    Dann beklagt siem ihren Mangel an Tapferkeit und Stärke...


    (das Übliche halt...)


    ------------------------------------------


    nur als Anhaltspunkt...


    LG


    Alfred

    Interpreten SIND Sklaven !

  • Guten Tag


    einen wundervollen Klangteppisch mit Arien aus Opern des
    "Hernn Vivaldi " hat Magdalena Kozena mit dem
    Venice Baroque Orchestra auf dieser



    CD eingespielt.
    Perfekt singt die Kozena diese herrlichen Arien aus
    Tito Manlio, Juditha triumphans, La verita incimento, Farnace, Arsilda, Orlando furioso, Ottone in villa,
    Griselda, L'incoronazione di Dario, Orlando finto pazzo und L'Olimpiade.


    Gruß :hello:


    aus der Kurpfalz


    Bernhard

  • Dieser Thread hier ist, glaube ich, die passende Adresse zur Vorstellung und Empfehlung einer neuen CD mit Arien aus verschiedenen Opern Antonio Vivaldis. Nathalie Stutzmann singt mit schön dunkel timbriertem Alt und leitet gleichzeitig das von ihr 2009 gegründete und hier hervorragend klingende Barockensemble "Orfeo 55", das aus 27 Musikerinnen und Musikern besteht. Die Aufnahmen entstanden im September 2010 im Arsenal (einem zum Konzertsaal umgebauten ehemaligen Militärkomplex) im französischen Metz; es sind keine Live-Aufnahmen.


    Die Wucht schlechthin ist die Zusammenstellung der Arien. Ein faszinierendes Musikdrama en miniature folgt dem nächsten, mit teilweise exotischer Instrumentation, sodass auch auf dieser Ebene für große Abwechslung gesorgt ist. Die arien selbst sind mit Blick auf ihre Stimmung ebenfalls sehr gut ausgesucht; da wechselt Rasantes mit Sehnsuchtsvoll-Getragenem, Zorniges mit Sanftem - herrlich! Eine sehr zu empfehlende CD.



    Grüße,


    Garaguly



  • Eigentlich hat die Sängerin hier im Forum einen eigenen Thread, für den sich jedoch scheinbar niemand interessiert!


    Sängerin und Dirigentin: Nathalie Stutzmann, Alt


    LG


    ?(

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • Deutschlandradio Kultur, Samstag, 14. Januar 2012, 19.05 Uhr:


    Resonanzen
    Live aus dem Konzerthaus Wien, Großer Saal


    Antonio Vivaldi
    "L'oracolo in Messenia"

    Dramma per musica in drei Akten RV 726 (1738 )


    Polifonte - Magnus Staveland
    Merope - Ann Hallenberg
    Epitide - Vivica Genaux
    Emira - Romina Basso
    Trasimede - Julia Lezhneva
    Licisco - Franziska Gottwald
    Anassandro - Xavier Sabata
    Europa Galante
    Leitung/Violine - Fabio Biondi



    LG


    :hello:

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)