Tristan und Isolde - Gibt es eine Idealaufnahme ?

  • @Gino:


    Uninteressiert oder routiniert...bezüglich des Orchesters ist das unwichtig, da habe ich mich falsch ausgedrückt.


    Ich halte Pappano nicht für einen schlechten oder uninspirierten Dirigenten.


    Allein, beim Domingo-Tristan waren keine künstlerischen Triumphe gewollt; es anständig hinzukriegen hatte Priorität und das der Dirigent keine Alleingänge macht....Und das hört man...


    Zum Harnoncourt: Hör doch einfach keine Aufnahmen von dem mehr! Zwischen einem Serafin und nem Harnncourt gibt es bestimmt viele Dirigenten die Dir gefallen.


    Gruß,
    Oliver

  • Zitat

    Original von Oliver


    Zum Harnoncourt: Hör doch einfach keine Aufnahmen von dem mehr! Zwischen einem Serafin und nem Harnncourt gibt es bestimmt viele Dirigenten die Dir gefallen.


    Gruß,
    Oliver


    Nö, Oliver, imo keine gute Bemerkung, auch wenn ich nicht angesprochen bin ;) .


    Harnoncourt muß nicht jedem immer gefallen (ist bei mir auch nicht so), aber die Beschäftigung mit einer interessanten Dirigentenpersönlichkeit, die er zweifelsfrei darstellt, sei jedem unbenommen und sei es nur zur Horizonterweiterung.

    Grüße aus der Nähe von Hamburg


    Norbert


    Das Beste in der Musik steht nicht in den Noten.

    Gustav Mahler


  • Hallo zusammen,


    am Tristan scheiden sich oft die Geister,wie ich nach aufmerksamem Lesen der einzelnen Beiträge feststellen konnte.Zur Zeit fällt mir kein Tenor ein,der diese Rolle wirklich überzeugend darstellen kann.Entweder fehlt es an stimmlichem Wohlklang oder am Durchhaltevermögen oder an der Textverständlichkeit oder an der Bühnenpräsenz.Meist ist es ein Mix aus allem,was einen Tristan-Opernbesuch immer mehr zu einem Wagnis mit unbekanntem Ausgang werden läßt.
    So komme ich immer wieder zwangsläufig auf die mehrfach erwähnte,aber wie ein Fels in der Brandung sich behauptende Böhm-Aufführung aus Bayreuth 1966 zurück.
    Da singt ein intelligent die Kräfte dosierender Wolfgang Windgassen einen Tristan,der verständlich und daher glaubwürdig bis zum Schluß seine Rolle lebt.Und Birgit Nilssons Isolde ist ein Maßstab für alle nachfolgenden Isolden geblieben,einschließlich Waltraud Meier,die ich von den heutigen Isolden an die erste Stelle setze.
    Martti Talvela als König Marke, Eberhard Wächter als Kurvenal sowie Christa Ludwig als Brangäne waren außerdem die Garanten für dieses Festspielereignis der Sonderklasse,an welchem wir zum Glück via Tonträger bis heute teilhaben können.

    Freundliche Grüße Siegfried

  • Hallo!


    ich war gestern im Nationalteather Mannheim und habe mir den Tristan angesehen. Alles in allem war es eine sehr gelunge Inzenierung wie ich es erlebt habe. Lang war, ja, aber das wusste ich ja schon voher. ;-)


    Liebe Grüße


    Bastian

  • Hallo Bastian,
    ich denke doch,daß es bei einer Opernaufführung in erster Linie
    auf die Sänger ankommt und nicht auf die Inszenierung,oder
    die Länge.


    :hello:Herbert.

    Tutto nel mondo è burla.

  • Hallo!


    Stimmt schon, nur da ich noch nicht so viele Opern gesehen habe traue ich es mir noch nicht zu die Sänger zu beurteilen. :)

  • Hallo Bastian,


    lass dich nicht beirren. Wenn man in eine Opernaufführung geht, spielt die szenische Umsetzung eine ganz wichtige Rolle. Ansonsten kann man sich ja gleich eine CD einlegen, da sind (bei eiinigen Aufnahmen) die Stimmen auf jeden Fall besser.


    Mein Tipp: Schau dir viele Aufführungen live an, vergleiche mit anderen Aufführungen und dann natürlich auch die unterschiedlichen CD-Aufnahmen begutachten und vergleichen!


    Herzliche Grüße
    von LT :hello:

  • Hallo Bastian,
    es war nicht so ernst,oder gar böse gemeint.
    Der Liebestraum hat vollkommen recht.Wenn man die schweren
    Brocken,z.B.Tristan u.Isolde öfter hört,auch ausschnittsweise,
    kommt man ihnen schnell näher und erkennt ihre ganze Schönheit.


    :hello:Herbert.

    Tutto nel mondo è burla.

  • In nächster Zeit soll, leider habe ich das Label vergessen, eine "Tristan"-Einspielung mit J.Treleaven, C.Brewer veröffentlicht werden. Das BBC SO wird dabei von D.Runnicles dirigiert.

  • Vielen Dank, lieber Spielmann, für den Hinweis.
    Allerdings weiß ich nicht, ob der ganze Spaß 50 Euronen wert sein wird.
    Ach, und wie war das nochmal vor einem Jahr beim Domingo-"Tristan" ? Die letzte große Studioproduktion - so hiess es doch... ;)

  • Hallo,


    meine Wunschbesetzung unter den auf Gesamtaufnahmen verfügbaren:


    Tristan: Jon Vickers
    Isolde: Birgit Nilsson oder Catarina Ligendza
    Kurwenal: Paul Schöffler
    Brangäne: Christa Ludwig
    König Marke: Karl Ridderbusch oder Franz Crass (da ich keine GA mit Hans Hotter kenne)


    Dirigent: Carlos Kleiber


    Eine Idealaufahme gibt es kaum, eigentlich kenne ich nr von einer einzigen Oper eine Aufnahme, die jede weitere Aufnahme überflüssig gemacht hätte.


    Wie viele ich im Regal habe, weiß ich nicht, es dürften etwea 20 sein, dazu diverse als mp3 auf meiner Festplatte.


    Einige Favoriten:


    Böhm, Bayreuth 66 (DG): mein erster Tristan, immer noch der Maßstzab für mich. Was soll ich noch dazu schreiben? Es dürfte Windgassens schwächster Tristan sein, er kommt eigentlich erst im 3. Akt in Fahrt, wirkt im ersten doch ziemlich abgespannt. Nilsson ist ... :jubel: :jubel: :jubel: :jubel: .
    Mit Talvelas Marke kann ich mich nicht anfreunden, obwohl ich diesen Sänger sonst sehr schätze. Böhm ist sehr schnell, aber .... gigantisch! spannend! aufregend! er bringt ohne es vielleicht beabsichtigt zu haben als einziger die große Steigerung im 1. Voprspiel und die Knalle am Schluss des Liebesduetts und des Liebestodes "richtig" rüber:


    Furtwängler 52: DER Klassiker! Ich habe sie auf CD unhd seit kurzem auch auf LP (klingt präsenter als die erste EMI-Überspielung für CD). Suthaus hervorragend, aber kein Held zum verlieben, Flagstad eher geeignete Partnerin für König Marke, berührt mich als Isolde trotzdem mehr als die meisten anderen, sie WEISS, was sie singt. Ich mag Greindl und Dieskau sehr, Furtwängler hat viel Zeit und langen Atem, der ihm (und den Sängern) nie ausgeht.


    Knappertsbusch, München 50: Auch ein sehr langer Atem unjd viel Zeit, aber völlig anders: der erste Akt wird trotz breiter empi zum Krimi, was neben Kna v.a. an Helena Braun als Isolsde liegt: keine besondere Stimme, technisch alles andere als vollkommen, aber was für eine Interpretin! Treptow als Tristan vielleicht in seiner besten Aufnahme, eine kräftige, durchdringende Stimme, nicht wirklich schön, als Interpret mit Windgassen auf einer Augenhöhe, nur mit merhr Reserven. Schöffler als DER Kurwenal für mich.


    Karajan (Studio): Vickers, Vickers, Vickers und Ridderbusch!


    Karajan (Bayreuth 52): Wunderbar entspannt und spannend zugleich dirigiert, Vinay als glutvoller Latin-lover-Tristan, in den "bekannten" Stellen überwältigend, dazwischen singt er auch. Mödl gefällt mir persönlich nicht, Hotter finde ich immer toll (hätte ihn aber gern als König Marke, statt des rauhen Ludwig Weber).


    Carlos Kleiber (Bayreuth 75): Brilioth kämpft, aber verliert, Ligendza ist wundervoll :jubel: :jubel: :jubel: ,
    man darf nur nicht Nilsson erwarten. Klangqualität mau, Kleiber gefällt mir im Studio besser.


    Kleiber (Studio): missglückte Klangqualität und unausgewogene Besetzung verleiden mir diese vielleicht am besten dirigierte Tristan-Aufnahme.



    Ich ende erst mal, wenns jemanden interessiert, nehme ichauch gern zu weiteren Aufnahmen Stellung!


    Gruß, Dieter

  • Gut dirigiert, gute Isolde (ist bei Böhm besser), aber der Tristan scheint mir doch eine Verlegenheitslösung zu sein (obwohl er kein Ausfall ist!)


    Insgesamt finde ich, es ist keine schlechte Aufnahme, nur gibts bessere, zumindest welche, die mir persönlich besser gefallen.


    Gruß Dieter

  • Hallo,


    leider nicht viel. Fritz Uhl ist Frau Nilsson noch weniger gewachsen als Wolfgang Windgassen (na schön, er ist nicht schlechter als etwa René Kollo, aber was sagt das schon...), Regina Resnik klingt sehr unschön und "wobblig" und van Mill ist ein langweiliger Marke. Auf der positiven Seite: Nilsson noch am Anfang ihrer Hochdramatischen-Karriere, d.h. die Stimme hört sich etwas besser an als 1966 unter Böhm, dafür ist sie dort wesentlich mehr "in der Rolle" drin. Krause ist ein sehr guter und höhensicherer Kurwenal. Solti dirigiert im bekannten Hochdruck-Wagner-Modus, der vordergründig aufregend wirkt, mit der Zeit aber eher nervig ist. Ach ja, den Melot singt ein Sänger, der vielleicht mal ein hervorragender Tristan hätte werden können...


    Grüße


    GiselherHH

    "Mache es besser! (...) soll ein bloßes Stichblatt sein, die Stöße des Kunstrichters abglitschen zu lassen."


    (Gotthold Ephraim Lessing: Der Rezensent braucht nicht besser machen zu können, was er tadelt)

  • Hallo Oliver,


    Zitat

    Original von Oliver
    ... zum Domingo-Tristan: Ich finde, ein grosses Manko dieser Aufnahme ist, daß das Orchester zu sehr den Sängern folgt und deshalb uninteressiert wirkt, kein eigenes Leben hat. Es klingt so, als ob man um jeden Preis vermeiden wollte einen 'Fehler' zu machen.
    Wenn ich zum Vergleich den Tristan von 1966 höre: Das Böhmsche Orchester ist wie ein Feuer dessen Flammen an den Sängern lecken...


    ich habe den Domingo-Tristan (notabene: nicht Pappano-Tristan) gestern mehr zufällig gekauft. Er war bei Dussmann für 33,- statt 45,- zu haben. Nach der recht positiven Aufnahme in diesem Thread war ich gespannt. Und stimme Dir voll zu. Auch für mich ist das Orchester/Dirigat das Manko.


    Für die Sänger - genau genommen in diesem Fall wohl: für Domingo - da zu sein, ist mir bei Wagner zu wenig. Ich glaube Edwin hatte in einem andere Thread für mein Empfinden ganz richtig von Wagner'schen Musik-Dramen als von Symphonien mit obligatem Gesang (oder so ähnlich) gesprochen. Dementsprechend muss es auch für mein Empfinden mehr Eigenleben entwickeln.


    Insofern sind mir Kleiber (dort stören mich zunehmend Kollo, vor allem aber Fischer-Dieskau) und Thielemann (dort verwässert mir vor allem die Voigt den Wein) sehr viel lieber.


    Aber die Suche nach dem "perfekten" Tristan geht munter weiter.


    :hello:


    Gruß, l.

  • "Perfekter" "Tristan" vielleicht nicht, aber jetzt gibt es einen, der meinem Ideal sehr nahe kommt. Nämlich der eben von Warner Classics auf den Markt gebrachte.

    Zitat


    Christine Brewer ist als Isolde zum Niederknieen, John Treleaven als Tristan einfach fabelhaft und eine bessere Brangäne als Dagmar Pecková fällt mir im Augenblick nicht ein.
    Was so herrlich an diesen dreien ist: Es sind leuchtende Stimmen, die die gesamte Bandbreite von lyrischer Kantilene bis zu ekstatisch herausgeschleuderter Dramatik durchmessen.
    Datu kommen mit Peter Rose (Marke), Boaz Daniel (Kurwenal) und Jared Holt (Melot) Sänger, die nicht nur ideale Stimmen für diese Rollen haben, sondern auch Charaktere formen - besonders Rose, der ein erschütternder und dabei würdevoller Marke ist.
    Die Überraschung ist für mich aber Donald Runnicles als Dirigent: Er läßt sich Zeit, hat aber wirklich den großen Atem und steigert die Höhepunkte zu unglaublichen Eruptionen. Fabelhaft auch, wie er das glänzende BBC Symphony Orchestra mit kammermusikalischer Delikatesse spielen läßt. Und doch steht trotz dieser Feinzeichnung alles unter Hochspannung.
    Fazit: Für mich eine unverzichtbare Aufnahme - von allen "regulären" Einspielungen meiner Meinung nach die beste!

    ...

  • Hallo Edwin,


    ich habe am Freitag bei Dussmann in diese Aufnahme hineingehört. Auffallend war für mich gleich die wohltuende Wortverständlichkeit!


    Die Gesangssolisten beeindrucken durchweg alle! Sehr großes Lob für das BBC Symphony Orchestra unter Donald Runnicles!





    Herzliche Grüße
    von LT :hello:

  • Hallo Edwin,


    na, dann bin ich ja mal gespannt... Das Lob für Brewer kann ich gut verstehen, ich habe bisher viel Positives über sie gehört. Aber bei Treleaven kann ich mir Dein Lob nicht so richtig erklären, wenn ich meine Hörerfahrungen zugrunde lege. Ich habe ihn ein paar Mal hier in Hamburg gesehen, auch als Tristan, und er war immer recht zuverlässig, wenn auch recht grobschlächtig und eine besonders schöne Stimme hat er auch nicht gerade. Wie steht es denn mit der Aussprache, es ist ja schließlich kein Muttersprachler am Start?


    Grüße


    GiselherHH

    "Mache es besser! (...) soll ein bloßes Stichblatt sein, die Stöße des Kunstrichters abglitschen zu lassen."


    (Gotthold Ephraim Lessing: Der Rezensent braucht nicht besser machen zu können, was er tadelt)

  • Hallo Giselher,
    Treleaven singt meiner Meinung nach durchaus differenziert, die Stimme ist natürlich gewöhnungsbedürftig - keine unmittelbar schön zu nennende Stimme, aber gut eingesetzt und sehr sicher in der Intonation.
    Die Textdeutlichkeit leidet ein wenig darunter, daß Treleaven Anlaut-Konsonanten etwas sehr weich bis gar nicht ausspricht. Die Wortdeutlichkeit ist außerdem schwankend, phrasenweise zum Mitschreiben genau, nächste Phrase wieder etwas vernuschelt.
    Dennoch: Insgesamt mindestens so gut wie die meisten Tristane und besser als alle der Digital-Ära.
    :hello:

    ...

  • Habe mir nun folgende Einspielung geleistet und werde mir nun in den nächsten Tagen in Ruhe den Tristan zu Gemüte führen.


    Kann aber vorab schonmal jemand etwas sagen.Ich war verwundert nichts über diese Einspielung hier im Thread gelesen zu haben.



    Tristan und Isolde
    Studio recording in stereo
    October & November, 1994
    Conductor: Daniel Barenboim
    Tristan Siegfried Jerusalem
    Isolde Waltraud Meier
    Brangäne Marjana Lipovsek
    Kurwenal Falk Struckmann
    Marke Matti Salminen
    Melot Johan Botha
    Ein Hirt Peter Maus
    Ein Seemann Uwe Heilmann
    Ein Steuermann Roman Trekel
    Berliner Philharmoniker
    Chor der Berliner Staatsoper



    Mfg Richard

  • Der "Barenboim"-Tristan ist meiner Meinung nach gewöhnungsbedürftig. Das Dirigat selber ist tadellos, die Nebenrollen sind solide (Struckmann) bis ausgezeichnet (Salminen) besetzt. Das Problem besteht meiner Ansicht nach zum einen im Jerusalem'schen Tristan, dessen spröde Stimme noch weniger als zum Siegfried passt sowie andererseits die eigentlich fehlerfreie Isolde von Frau Meier. Aber sie ist und bleibt eben ein Mezzo und Isolde ist einfach eine Sopranpartie - insbesondere im ersten Akt sorgt das bei den Passagen Isolde-Brangäne für eine gewisse Monotonie bzw. Irritation.

  • Die Besetzung sieht ja ganz schön luxuriös aus.
    Und diesen Melot würde ich gerne mal hören!

    Bitte bedenken Sie, dass lautes Husten - auch zwischen den Stücken - die Konzentration der Künstler wie auch den Genuss der Zuhörer beeinträchtigt und sich durch den Filter eines Taschentuchs o. ä. erheblich dämpfen lässt.

  • Zitat

    Original von Edwin Baumgartner
    Hallo Giselher,
    Treleaven singt meiner Meinung nach durchaus differenziert, die Stimme ist natürlich gewöhnungsbedürftig - keine unmittelbar schön zu nennende Stimme, aber gut eingesetzt und sehr sicher in der Intonation.
    Die Textdeutlichkeit leidet ein wenig darunter, daß Treleaven Anlaut-Konsonanten etwas sehr weich bis gar nicht ausspricht. Die Wortdeutlichkeit ist außerdem schwankend, phrasenweise zum Mitschreiben genau, nächste Phrase wieder etwas vernuschelt.
    Dennoch: Insgesamt mindestens so gut wie die meisten Tristane und besser als alle der Digital-Ära.
    :hello:


    Wann ist dieser Tristan aufgenommen worden? Ich habe diese Besprechung von länger zurückliegenden Konzerten gefunden - kann es sein, dass die Aufnahme von daher stammt?
    "http://www.musicweb-international.com/SandH/2003/Feb03/tristan.htm"

    Bitte bedenken Sie, dass lautes Husten - auch zwischen den Stücken - die Konzentration der Künstler wie auch den Genuss der Zuhörer beeinträchtigt und sich durch den Filter eines Taschentuchs o. ä. erheblich dämpfen lässt.

  • Hallo Melot,


    bei dieser Runnicles-Aufnahme handelt es sich um einen Mitschnitt einer Live-Aufführung aus dem Jahr 2002/2003.



    Herzlichen Gruß
    LT :hello:

  • Hallo Richard,


    Zitat

    Original von richard logiewa
    Habe mir nun folgende Einspielung geleistet und werde mir nun in den nächsten Tagen in Ruhe den Tristan zu Gemüte führen.


    Kann aber vorab schonmal jemand etwas sagen.Ich war verwundert nichts über diese Einspielung hier im Thread gelesen zu haben.


    ich habe diese Aufnahme ehrlich gesagt nur quergehört, kann allerdings wenig Gutes dazu sagen. Und der einzige (und entscheidende) Grund dafür ist für mich Waltraud Meier, die bestimmt an sich großartig, aber für mich absolut keine Isolde ist - eher schon deren böse, alte Stiefschwester. Die Liste der übrigen Sänger liest sich toll, aber die Meier würde mir die gesamte Aufnahme vergällen.


    Insofern bin ich gespannt, wie Deine Eindrücke ausgefallen sind. Auch bezüglich Barenboim, der mich bislang auch nicht überzeugt hat.


    :hello:


    Gruß, l.

  • Zitat

    Original von lohengrins
    Hallo Richard,



    ich habe diese Aufnahme ehrlich gesagt nur quergehört, kann allerdings wenig Gutes dazu sagen. Und der einzige (und entscheidende) Grund dafür ist für mich Waltraud Meier, die bestimmt an sich großartig, aber für mich absolut keine Isolde ist - eher schon deren böse, alte Stiefschwester. Die Liste der übrigen Sänger liest sich toll, aber die Meier würde mir die gesamte Aufnahme vergällen.


    Dem kann ich nur zustimmen und Siegfried Jerusalem zur Liste derjenigen hinzufügen, die mir diese Aufnahme vergällt haben. Dieser Tristan war damals mein erster, und ich konnte mich nie recht damit anfreunden. Zum Glück ist mir dann der Vickers/Karajan-Tristan in die Hände gefallen (wobei auch hier leider keine wirkliche Isolde singt...)


    Gruß Beren

    Elen Rusco caluva tielyanna!

  • Zitat

    Original von Liebestraum
    bei dieser Runnicles-Aufnahme handelt es sich um einen Mitschnitt einer Live-Aufführung aus dem Jahr 2002/2003.


    Kann man daraus schießen, dass es sich um eine Aufnahmen mit den (leider) üblichen Strichen handelt? Wäre schade.


    Gruß
    Karsten

  • Der Barenboim-"Tristan" ist IMO eine akzeptable, aber keine gute Einspielung. Jerusalem ist über seine beste Zeit merklich hinaus und legt die Rolle ohne inneres Feuer an, wodurch er von Anfang an resigniert wirkt. Meier verwechselt die Isolde mit der Kundry (lohengrins "böse, alte Stiefschwester" - :jubel: ). Die Lipovsek als Brängäne kommt leider auch etwas zu spät. Die Begeisterung für Salminen als Marke kann ich nicht ganz teilen, für mich sind zu viele falsche Töne dabei, schade: Die Stimme ist fabelhaft, die Rollengestaltung auch.
    Barenboim ist einer jener Dirigenten, die Wagner "auf die alte Art" dirigieren, also mit Agogik und quasi-intuitiven Modifizierungen der Balance im Orchester. Natürlich hat das Knappertsbusch auch gemacht - aber er konnte die großen Bögen spannen, während bei Barenboim die Willkür die Bögen oft zerreißt. Stellenweise gibt's wunderschöne Detailarbeit.
    Insgesamt aber kein Vergleich zum Runnicles-"Tristan".

    ...

  • Durch diesen Thread angeregt, höre ich mich seit heute morgen queerbeet durch meine bisherigen "Tristan"-Einspielungen - momentan lausche ich dem ersten Akt der inoffiziellen Abbado-Aufnahme.
    Was mich irritiert ist die Leistung von Deborah Polaski: rein objektiv ist mir klar, warum sie stimmlich keine erstrangige Isolde ist. Dazu fehlt ihr schlicht und ergreifend die Höhe... Und dennoch, rein subjektiv betrachtet und an Ostern dieses Jahr in Wien zurückdenkend - Polaski sang an der Seite des anämischen Robert Dean Smiths - fasziniert mich ihre Darstellung auch auf CD immer wieder erneut...
    Geht das anderen Forumsteilnehmern vielleicht ähnlich ?