Salut,
ZitatVielleicht kannst Du ja auch Deine Schüler in die Nachforschungen einbeziehen. Die fänden das bestimmt spannend.
das ist eine absolut hervorragende Idee.
Cordialement,
Ulli
Salut,
ZitatVielleicht kannst Du ja auch Deine Schüler in die Nachforschungen einbeziehen. Die fänden das bestimmt spannend.
das ist eine absolut hervorragende Idee.
Cordialement,
Ulli
ZitatOriginal von Alfred_Schmidt
Würdet Ihr Operette und Musical noch zur "Klassischen Musik" zählen ?
Da ist bereits öfters darauf hingewiesen: "wo liegt die Grenze?".
Jede Grenze ist arbiträr.
Können wir es vielleicht zeitlich trennen? So ab 1965 ist Musical? Oder wer weiß welches Jahr.
Unter diese Bedingung würde ich die Frage hinsichtlich Operette ohne Bedenken bejahen.
Vielleicht kann man als Parameter noch das Benützen von Verstärker mitnehmen.
Operette - würde ich sagen: ja.
Musical - würde ich sagen: nein.
für mich ganz einfach:
operette: ja, zwar grenzig, aber dennoch : ja
musical: nein - sollte sowieso verboten werden . wer sagte es mal so schön : oper für hirnarme ![]()
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Lieber Klingsor,
Wenn ich mich nicht irre, wurden auch die viele Werke von dem Duo Gilbert und Sullivan als Musicals betrachtet.
Ich habe um 10 "Musicalls" von ihnen und würde nicht gerne darauf verzichten.
LG, Paul
hallo, paul, die beiden briten haben für mich operetten geschrieben ... ![]()
unter musical verstehe ich was anderes ...aber das will ich gar nicht definieren :kotz: ![]()
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Hallo Jörg,
wo würdest du Bernsteins West Side Story einordnen?
hallo, peter,
ich wußte, daß es so kommen würde ... ![]()
ja, der bernstein ist in diesem genre grandios, ich wollte auch dauernd schrieben ...musicals außer bernstein und ein paar anderen sind :kotz:...
nun muß ich also doch erläutern ![]()
und diese erklärung ist natürlich vollkommen dämlich, das weiß ich .. aber ein paar blöde vorurteile sollte jeder haben ![]()
alles was mir an musicals relativ gefällt (bernstein, porter etc.) gehört evtl. zur gattung 'musical', ist für mich aber kein 'richtiges' ... :beatnik:
musicals sind für mich sowas wie phantom of the opera, sunset boulevard, abba, les miserables und ähnlicher schund ...
dennoch würde ich auch bernstein etc. in diesem falle nicht als klassische musik bezeichnen ..
lg ![]()
Lieber Jörg,
Kennst Du "TREEMONISHA" von Scott Joplin?? Es ist bei Deutsche Grammophon in toto erschienen. Es wird bei den Opern eingeteilt.
Von hier bis "PORGY AND BESS" (auch ein Oper?!) ist nicht weit, usw.
LG, Paul
Hallo Paul,
Treemonisha würde ich gerne einmal kennenlernen. Wie ist diese Musik einzuordnen? Besteht die ganze Oper nur aus Ragtimes oder konnte Scott Joplin auch andere Sachen schreiben?
Gruß, Peter.
Hallo Peter,
Es geht morgen oder übermorgen wieder im CD-Spieler.
Dann kann ich die Frage genauer beantworten.
LG, Paul
Hallo Peter,
Ich hörte gerade die Ouvertüre von Treemonisha an. Das ist wirklich klassische Musik. Da waren mehrere Momenten von Verdi-Ähnlichkeit. Um ungefähr 6'20 begannen einige Takten die Offenbach hätte komponieren können. Als dann die erste Sangtakten anfingen, war es alsob ich Sullivan hörte. Da ich von das Duo Gilbert/Sullivan rund 10 CDs habe, ist ihren Stil mir ganz vertraut.
Meine Erinnerung sagt mir, daß es aber auch Rag gibt.
Damit ist also Deine Frage m.E. beantwortet.
LG, Paul
PS Gerade beginnt die Rag-Musik (Track 4).
... um diese interessante Diskussion (hoffentlich) mal wieder ein bissel in Schwung bringen:
Meine These ist eigentlich ganz einfach:
Musical ist nichts weiter als Operette oder Oper in heutiger Gestalt
Grund für die heute verwendete Bezeichnung "Musical":
Um nicht zahlendes Publikum "abzuschrecken", das
Opern für zu intellektuell überfrachtet, zu anstrengend oder (sofern sie aus dem 20. Jahrhundert stammen sollten) für misstönend und komplett unzugänglich hält
und
Operetten für kitschüberladene Endloswalzer für ein Senioren-Publikum
Wären die beiden Gattungsbegriffe für ein heutiges, sich modern und trendy gebendes (zahlungskräftiges und -williges) Publikum nicht so negativ belegt, würden Musicals auch heute noch die Gattungsbezeichnung Oper/ Operette tragen.
Da bin ich fest von überzeugt.
Warum?
Nun, wie die Diskussion hier im Thread (und anderswo) immer wieder zeigt, ist es müßig, irgendwo eine Grenze zwischen den 3 Gattungen Oper - Operette - Musical ziehen zu wollen, da muss jeder Versuch scheitern, weil es sofort wieder Gegenbeispiele gibt.
Es ist halt der menschlich allzumenschliche Versuch, alles in bequem zuzuordnende Schubladen stecken zu wollen - das macht das Leben schließlich einfacher ![]()
Hier im Thread wurden ja schon Beispiele genannt, wie z. B. Treemonisha, Porgy and Bess, My fair lady, West Side Story - wo will man da Grenzen ziehen wollen? Vor allem schon deshalb nicht, weil -warum auch immer- die "Umwidmung" einer Oper wie "Porgy and Bess" zum Musical immer als eine Art "Degradierung" angesehen wird - als ob sich das Stück dadurch verändern oder irgendwie an Wert verlieren würde :wacky:
Sicher - es gibt charakteristische Merkmale, die für die eine oder andere Gattung typischer sind (aber das trifft ja z. B. auch auf Opere serie und Opere buffe zu - trotzdem bleiben beide Gattungen anerkanntermaßen Opern), aber trotz allem sind alle drei Genres Musiktheater - diese Gemeinsamkeit wird weder der Wagnerianer, noch der Lloyd Webber-Fan leugnen können.
In Amerika (oder auch in London), wo mit jahrzehntelanger Broadway-Tradition (seit mittlerweile nun auch schon mehr als 100 Jahren) "Musical"-Unterhaltung auf höchstem Niveau gepflegt wird, sähe man eine Diskussion, wie wir sie hier führen, mit Sicherheit viel entspannter und weitaus weniger dogmatisch an.
George Gershwin, Jerome Kern, Kurt Weill, Cole Porter, Irving Berlin, Richard Rodgers, Leonard Bernstein, Frederick Loewe - was haben nicht allein diese Komponisten zusammen mit ihren Librettisten für herrliche Bühnenwerke (in diesem Fall halt "klassische Musicals") geschaffen?
"There's no business like showbusiness!" - gilt diese Aussage nicht auch für den Betrieb in einem Opernhaus?
Wenn ich mir klassische Satiren über das Haifischbecken Opernbetrieb in Erinnerung rufe, wie z. B. Donizetiis "Le convenienze ed inconvenienze teatrali", Mozarts "Schauspieldirektor" oder Salieris "Prima la musica" - wo ist da der Unterschied? "Showbiz" allenthalben - und das ist doch gerade das Wunderbare an diesem ganzen Genre! ![]()
Und ein Operngänger des 18. Jahrhunderts würde die von uns Heutigen geführte Diskussion auch nicht verstehen: Wenn man sich anschaut, wie es in Opernhäusern dieser Zeit zuging - all die Vergnügungen und Events, die neben der eigentlichen Opernaufführung dort vonstatten gingen und für das Publikum mindestens genauso wichtig waren, wie die Auftritte ihrer Gesangsstars - wo ist da der Unterschied zum heutigen "Musical-Event-Theater"?
Auch damals galt: Das Publikum zahlt - das Publikum will unterhalten werden!
Und auch damals wurden stets neue musikalische und bühnentechnische Trends erwartet und natürlich auch geboten (die Konkurrenz schlief schließlich nicht!) - warum sollte das Musical von heute sich daher modernen (elektronischen) Musikelementen und -stilen verschließen?
Was wir hierzulande mitbekommen, ist ja nur ein müder Abklatsch der ganzen Bandbreite klassischer wie moderner Musicals (heute kommen die Trends aus USA oder England - im 18. Jahrhundert war es halt Ialien) - die thematische Bandbreite ertstreckt sich über alle möglichen Themen - keineswegs nur immer heitere Themen:
Da ist sozialkritisches und tragisches genauso mit dabei, wie Adaptionen von Werken der Weltliteratur und vieles mehr....
Wie gesagt - das, was bei uns als "Musical" durchgeht - ist allenfalls ein Ausschnitt dessen, was diese Musiktheater-Gattung schon alles an Vielfalt hervorgebracht hat, da entsteht dann ein etwas verzerrtes Bild, das gerade bei klassischen Opernfreunden leider schnell etwas negativ ausfällt (aber auch "klassische" Oper hat ja eine Bandbreite von Lortzing bis Henze [um einfach mal zwei "von" "bis"-Namen zu nennen] - das wird dabei gerne vergessen
)...
Und das Schöne ist ja - die Stücke kommen an! Es besteht nach wie vor Interesse an intelligenten neuen Produktionen, sowohl am Broadway, wie auch an den zahlreichen Off-Broadway-Theatern.
Das Publikum geht genauso gerne ins Musiktheater wie eh und je - die Oper ist nicht tot, wie oft beklagt, sie ist halt nur stilistisch wesentlich vielfältiger als noch vor 150 Jahren
--- und heißt halt nicht immer "nur" Oper, sondern trägt heutzutage viele Gattungsnamen ![]()
Zitat
Musical ist nichts weiter als Operette oder Oper in heutiger Gestalt
...
Nun, wie die Diskussion hier im Thread (und anderswo) immer wieder zeigt, ist es müßig, irgendwo eine Grenze zwischen den 3 Gattungen Oper - Operette - Musical ziehen zu wollen, da muss jeder Versuch scheitern, weil es sofort wieder Gegenbeispiele gibt.
Nö..
Nö...
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Man könnte sagen, dass das Musical eine amerikanische Weiterentwicklung der Operette ist. Es ist aber eine eigenständige Gattung.
Mir hat es sich auch nicht gezeigt, dass jeder Versuch scheiterte, eine Grenze zu ziehen. Im Gegenteil, es ist eher recht einfach.
Oper ist Oper, Musical ist Musical. Das ist relativ eindeutig. Etwas schwieriger wird es bei der Operette, aber nur etwas. Denn gemessen an der Gesamtanzahl der komponierten Werke sind die Streitfälle in verschwindender Minderzahl. Dass sich Operette mit dem Musical vermischt, kommt kaum vor. Auf der anderen Seite aber erheben sich die Spitzenwerke der Operette in die Sphären der komischen Oper. Aber bei allem Wohlwollen wird man kaum mehr als ein Dutzend Verdächtiger anführen können, während die Gesamtzahl der Operetten wohl im vierstelligen Bereich liegt. Eine zusätzliche Schwierigkeit liegt darin, dass Operette keine ganz klar definierte Spezies ist, sondern eher ein Sammelbegriff. Wie haben die Wiener Operette, die Französische, in England gab es Gilbert & Sullivan, in Spanien die Zarzuela, dann die Italienische Operette und die Berliner Operette (ich hoffe, nichts wichtiges ausgelassen zu haben
). Das waren regional ausgeprägte und durchaus individuelle Formen, die aber im Prinzip das gleiche Publikum ansprachen.
Summa summarum ist die Einteilung durchaus sinnvoll und sogar relativ eindeutig.
PS: Treemonisha und Porgy and Bess sind Opern. West Side Story ist ein Musical.
PPS: Rätselfrage - Welche war die letzte wirklich erfolgreiche Operette?
PPPS: Wenn Alfred noch niemand erklären konnte, wo der Unterschied zwischen Zar und Zimmermann und Bocaccio liegt, dann hat er zum Einen die falschen gefragt und zum Anderen auch die falsche Frage gestellt. Denn der Bocaccio gehört eben zu den wenigen Grenzfällen. Aber die Operette kommt von der Schauspielkomödie her, die immer stärker mit Musik unterlegt wurde. Aber sie war nie durchkomponiert und hatte immer umfangreiche Textteile. Nur vergisst man das leicht, da heute bei Aufführungen munter alles nicht unbedingt Notwendige an Text weggestrichen wird, so dass mehr Singspiele übrigbleiben. Wir haben also eine etwas verzerrte Sicht auf die Operette. "Operette" war früher ein wichtiges Fach in der Schauspielausbildung, viele Schauspiellegenden von Alexander Girardi bis Josef Meinrad waren auch berühmte Operettenstars (letzterer schaffte es auch zum Musicalstar). Heute wird Operettenausbildung eher als Anhängsel bei der Gesangsausbildung von Opernsängern betrieben.
Es gibt aber in den letzten beiden Jahren zwei sehr schöne Beipiele in Österreich, wo Operetten in einer vergleichsweise integralen Form inszeniert wurden, was den Werken ein ganz anderes Gewicht gab, als wir es von den Rumpfversionen schon gewohnt waren. Wäre fast einen Bericht wert...
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ZitatEs gibt aber in den letzten beiden Jahren zwei sehr schöne Beipiele in Österreich, wo Operetten in einer vergleichsweise integralen Form inszeniert wurden, was den Werken ein ganz anderes Gewicht gab, als wir es von den Rumpfversionen schon gewohnt waren. Wäre fast einen Bericht wert...
Hallo Theophilus,
jetzt machst Du mich aber wirklich neugerig ![]()
Das sollte Dir in jedem Fall einen Bericht wert sein!
Verrat zumindest, um welche 2 Operetten es sich gehandelt hat?
Mit "integraler Form" meinst Du wahrscheinlich die tatsächlich selten gewordene Tatsache, dass die Dialoge ungekürzt dargeboten wurden???
Hallo Marc
1. Mörbisch 2005 - Die lustige Witwe
Eine Modellinszenierung, wo das ganze Stück Sinn macht und keine Handlungsstränge nahezu bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt sind, oder gar in der Luft hängen. Damit hat sich Mörbisch nach zehnjährigem Aufschwung unter Intendant Harald Serafin endgültig als das derzeitige Mekka der Operette etabliert.
2. Graz 2005/2006 - Die Czardasfürstin
Mit zweidreiviertel Stunden Aufführungsdauer bei wirklich gelungener optischer Aufmachung und sorgfältiger Inszenierung eine Offenbarung (vor allem gegenüber der letzten Inszenierung vor ca. 10 Jahren, die im Vergleich grausam zusammengestutzt war). Das Werk hat jetzt Fledermaus-Dimensionen, zwei Akte lang Musikkomödie und der dritte nicht einfach heruntergehudelt sondern mit viel Sprechhandlung zwischen den Nummern ein echter und würdiger Abschluss des Werks, wo alle Handlungsstränge sauber aufgelöst wurden. Die Operette gewann durch die wirklich gelungene Dramaturgie deutlich an Tiefe und blieb dennoch das schwungvolle Meisterwerk von Emmerich Kalman.
ZitatMit "integraler Form" meinst Du wahrscheinlich die tatsächlich selten gewordene Tatsache, dass die Dialoge ungekürzt dargeboten wurden???
Ja, soweit sinnvoll natürlich. Aber nicht nur die Dialoge, es wird oft auch handlungsmäßig viel gestrichen. So war die Witwe von Mörbisch wahrscheinlich meine erste Inszenierung, wo die Fächer-Story für einen Erstseher in allen Aspekten vollkommen klar verständlich war und nicht wie sonst kryptisch verstümmelt daherkam und mündliche Zusatzerklärung oder Studium des Programmhefts erforderte.
Bei "Treemonisha" bin ich mir vor allem nicht ganz sicher, wie viel von Joplin ist. Das Werk existiert nur in einer "Fassung von Gunther Schuller", der seinerseits ein deutscher Komponist ist, der in die USA auswanderte und dort eine Musik komponierte, die eine Fusion von komplexen zwölftönigen Techniken mit dem Jazz anstrebte.
Wenn ich davon ausgehe, dass "Treemonisha" tatsächlich "von" Joplin ist: Die großen Nummern sind Ragtimes oder erinnern an Songs, das meiste was nicht aus dieser Gegend kommt, gemahnt an europäische Operette.
Was insgesamt ein mehr ambitioniertes al gutes Werk ergibt - und sich, pardon, zu "Porgy and Bess" etwa so verhält wie der "Waffenschmied" zur "Götterdämmerung".
Das amerikanische Musical leitet sich nicht von der Operette an, sondern von der Ballad Opera, als dessen Frühform die "Beggars Opera" gilt.
Abgesehen davon ist es relativ ungenau, von "der" Operette zu sprechen - es gibt zwei grundverschiedene Formen, nämlich die französische mit Offenbach (und ihren Ableger mit Gilbert & Sullivan) und die österreichische. Die französische hat mit der Oper insoferne zu tun, als sie vielfach dern Parodie ist, wobei sich die Ebene des satirischen Inhalts verselbstständigt und zu einer Operette führt, die auf das Tagesgeschehen Bezug nimmt.
Die österreichische Operette hingegen zielt, weitgehend ohne satirische Absichten, auf unterhaltsame bis ernste amouröse Verwicklungen, die sie mitunter absichtlich an den Rand der Oper führen, etwa bei Lehar.
Das Musical hingegen beabsichtigt kaum je die Berührung mit der Oper, wenn man einmal von Webber absieht, der eindeutige Musicals als Oper ausgibt. Aber selbst die beiden in ihrer Struktur (Musik mit nur unbedeutenden und wenn dramaturgisch begründeten gesprochenen Unterbrechungen, thematisch durchgearbeitete Partitur) opernhaftesten Musicals, nämlich Bernsteins "West Side Story" und Sondheims "Sweeney Todd", wurden von ihren Komponisten immer als Musicals bezeichnet.
Dazu kommt auch die Produktionssituation des Musicals: In der Regel schreibt der Komponist einen "short score", in dem alle wichtigen Noten drinstehen, die Ausarbeitung und Instrumentierung übernehmen professionelle Arrangeure (auch bei Bernstein). Die Oper wird auch in den USA so produziert wie in Europa. In den USA kommt diese Produktionssituation bei der Gattungsbezeichnung prägend hinzu.
ZitatOriginal von Edwin Baumgartner
Bei "Treemonisha" bin ich mir vor allem nicht ganz sicher, wie viel von Joplin ist. Das Werk existiert nur in einer "Fassung von Gunther Schuller", der seinerseits ein deutscher Komponist ist, der in die USA auswanderte und dort eine Musik komponierte, die eine Fusion von komplexen zwölftönigen Techniken mit dem Jazz anstrebte.
Hallo Edwin,
eine kleine Verbesserung hätte ich anzubringen. Gunther Schuller ist geborener US-Amerikaner (1925 in New York). Die Eltern wanderten aus Deutschland aus. Kennst Du übrigens sein Buch "The Compleat Conductor", für das er hunderte von Aufnahmen bekannter Orchesterwerke abhörte und mit den jeweiligen Partituren verglich? Sehr interessant, auch wenn man seiner Linie strikter Notentreue nicht unbedingt folgen mag.
Grüße
GiselherHH
In diesem Zusammenhang sei auf das spezielle Genre der Rockoper hingewiesen. Man tut Lloyd Webber keinen Gefallen, sein gesamtes, stilistisch überaus vielfaltiges Opus unter dem Begriff "Musical" zu subsumieren. Werke a la "Phantom der Oper" oder "Sunset Boulevard" sind verkappt-klassische Opern während seine frühreren Stücke "Evita" und "Jesus Christ Superstar" das Startsignal für die Rockoper waren. Bei diesen Werken kommt dem Libretto auch eine höhrere Bedeutung zu - die Texte von Tim Rice sind so geistreich wie zynisch. Spätere Rockopern sind das oratorienähnliche "Tommy" von The Who oder das moderene "Rent" von Jonathan Larson. Im Gegensatz zum Musical handelt es sich also um kein ausschließlich eskapistisches Musiktheater, sondern das Bemühen um Verbindung zwischen Anspruch und Unterhaltung, U- und E-Kultur - wenn man dieses Schubladendenken denn überhaupt für sinnvoll erachtet.
Genrell finde ich, dass das Musical etwas weiterführt, wenn auch auf vergleichsweise niedrigem, schematisierten Niveau, was bei der aktuellen Oper oft verloren gegegangen ist: Das Bekenntnis zur Melodie. Das trifft auf Sondheim - einen genialen amerikanischen Musicalkomponist und -texter - zwar weniger zu, aber Sondheim ist auch eher ein Vertreter des "sophisticated" Musicals. Es ist bezeichnend, dass seine Stücke relativ selten kommerziell erfolgreich waren. Schade eigentlich, ich liebe "Assassins" ein Werk über Attentäter auf amerikanische Präsidenten, "Into the Woods" (eine geistreiche Märchenparodie) sowie das bereits angesprochene "Sweeney Todd".
Per Definition kann ein Musical nie in die Klassik fallen, auch wenn man auf klassische Elemente zurückgreift (mitunter).
Ich stehe Musicals kritisch gegenüber, weil sie einfach nicht genug musikalische Tiefe besitzen. Alles ist glattgebügelt und läuft mitunter auf Pop-Musik mit Orchester hinaus.
Aber sicher kann man sich auch von einem guten Musical einlullen lassen. Ich glaube der König der Löwen ist nicht schlecht.
Zum Thema Rockopern. Herausragend sind natürlich Tommy (The Who) und das wesentlich tiefgründigere und musikalisch reifere Werk von Genesis - The lamb lies down the broadway. Diese Musik ist mitunter purer Avantgarde-Rock. Peter Gabriels letzte Zusammenarbeit mit der Band. Ich hatte unlängst die Möglichkeit, die Bühnenshow von The Lamb in der Leipziger Oper zu sehen (Es war schön, Lederjackenträgern mit Bierflasche in der Hand in der Oper zu begegnen ![]()
Es gibt Rockopern, die mehr musikalische Substanz haben als alle Musicals ![]()
ZitatAber sicher kann man sich auch von einem guten Musical einlullen lassen.
Möglich, muss man aber nicht. Kiss Me, Kate oder My Fair Lady sind derart brilliant, dass eine einigermaßen gelungene Aufführung höchstes Vergnügen garantiert.
ZitatOriginal von Theophilus
Möglich, muss man aber nicht. Kiss Me, Kate oder My Fair Lady sind derart brilliant, dass eine einigermaßen gelungene Aufführung höchstes Vergnügen garantiert.
Meiner begrenzten Erfahrung nach, fährt das musical am besten, solange es seiner Herkunft gemäß musical comedy bleibt, und gar nicht versuicht, große Oper zu sein. Die Pop-Musicals der letzten 20 Jahre sind oft eher mit Popmusik unterlegte Revue-Shows oder Möchtegern-Opern (Phantom derselben) als Musicals im Sinne der von Dir angeführten Beispiele.
Aus gewissen soziologischen Gemeinsamkeiten, die in der Geschichte den verschiedenn Genres des Msuiktheaters wichtig sind, sollte man nicht schließen, dass die Opern um 1800 eigentlich auch nichts anderes als ein heutiges Musical gewesen wären. Ein Singspiel wäre vielleicht eine At Vorform der Operette gewesen. Aber das erste Singspiel, was wirklich noch jemanden interessiert, ist Mozarts Entführung, das eigentlich schon keines mehr ist (singende Schauspieler wären offensichtlich ausgeschlossen, nicht nur für die Rolle Konstanzes), sondern auf dem Weg zur deutschen Oper wie dann Zauberflöte, Fidelio, Freischütz. Die eigentliche Ausdifferenzierung geschieht (wie überhaupt die zwischen "ernster" und unterhaltender Musik in ungefähr dem heutigen Sinne viel später im 19. Jhd.)
Mit Marcs Ansatz ebnet man daher unnötig Unterschiede ein, die in der Regel ganz gut zu erkennen sind (einige Kriterien hast Du, Theophilus, ja schon genannt).
Was war denn die letzte populäre Operette? Im Weißen Rössl?
viele Grüße
JR
Hallo Herbert!
Danke für die Korrektur.
Das Buch steht jetzt ganz oben auf meiner Liste der zu besorgenden Bücher. Ich kenne Schuller bisher nur von ein paar Werken, die ziemlich interessant sind.
LG
ZitatDie Pop-Musicals der letzten 20 Jahre sind oft eher mit Popmusik unterlegte Revue-Shows oder Möchtegern-Opern (Phantom derselben) als Musicals im Sinne der von Dir angeführten Beispiele.
![]()
ZitatWas war denn die letzte populäre Operette? Im Weißen Rössl?
Nein, Das Weiße Rössl wurde im November 1930 uraufgeführt. Da sind z.B. Schön ist die Welt und Giuditta jünger. Das von mir gemeinte Werk wurde 1950 uraufgeführt und war in meiner Jugend noch sehr populär, während man es heute kaum noch aufführt (ich selbst habe es vor ca. 25 Jahren zuletzt gesehen). Es besitzt aber den letzten großen Operettenschlager, der auch heute noch allgemein bekannt sein dürfte.
Hallo Theophilus
Nach dem Kriege gab es etwas mit weißen Flieder. Kanns das sein?
LG, Paul
Hallo Paul,
wenn du Wenn der weiße Flieder wieder blüht meinst, das war ein bekannter Musikfilm von 1953 (erste Filmrolle von Romy Schneider!), aber keine Operette.
ZitatOriginal von Felipe II.
Operette - würde ich sagen: ja.
Musical - würde ich sagen: nein.
Würden Sie bitte Stellung nehmen, Majestät, zu der Frage, wie und wo Sie Sullivan einteilen?
Euer ex-Untertan, ![]()
Paul
Jetzt sehe ich gerade, dass mein kleines Rätsel noch immer ungelöst ist. Da werde ich wohl oder übel mit der Auflösung herausrücken müssen (Oh mein Papageno, hätte nicht gedacht, dass das so schwierig ist...
)
Na, und?
ZitatOriginal von Theophilus
Jetzt sehe ich gerade, dass mein kleines Rätsel noch immer ungelöst ist. Da werde ich wohl oder übel mit der Auflösung herausrücken müssen (Oh mein Papageno, hätte nicht gedacht, dass das so schwierig ist...)
Hallo Theophilus,
Die Antwort, bitte.
LG, Paul
