Wilhelm Furtwängler - Meine liebsten Aufnahmen

  • Ebenfalls eine heiße Empfehlung:



    Die Orchesterkonzerte bei den Salzburger Festspielen 1949-1954


    8 CDs zu einem durchaus moderatem Preis, wenngleich man für diese Interpretationen auch mehr zahlen könnte. :D


    :jubel: :jubel: :jubel: :jubel: :jubel:


    LG Joschi

  • Furtwängler zählt zu meinen beliebtesten Musikern, vielleicht der beliebteste.
    Ich denke mir manchmal, dass seine Zeitgenossen aus der ganzen Welt in den 30-40-en Jahren viel Unglück, Unruhe und Furcht ertragen mussten, hatten aber als "Belohnung" dafür ihn und anderen großen Künstlern. Und es scheint mir oft, es war nicht allzu wenig....


    Die Einspielungen mit Furtwängler am Pult, die ich besonders liebe und schätze, wurden fast alle schon erwähnt.
    Das sind:
    1) RAI-„Ring“ aus dem Jahr 1953 (insbesondere „Siegfried“ und „Götterdämmerung“).
    2) „Götterdämmerung“, 3. Aufzug, 1952.5.31 RAI im Konzert (mit Flagstad, Suthaus und anderen).
    3) "Tristan"-1952.
    4) "Don Giovanni" von 1954 (Video).


    „Er war ein Mentor, der bis in tiefste Herz ging.“ (Martha Mödl). Und das liefert, meiner Meinung nach, den Schlüssel zum Verständnis des Wunders „Furtwängler-Aufführungen des Rings“. Er verstand dieses Werk von Wagner, und er wusste es auch den anderen deutlich zu machen: den beteiligten Künstlern und, im Endeffekt, den Zuhörern.


    Wenn ein Orchester (egal welches) unter Furtwängler den „Ring“ musiziert, so hört man nicht eine Mischung aus schönen Leitmotiven, sondern wird man so mitgerissen, dass man alle Gefühle (groß- und kleinskaligen), die in der Musik drin sind, selbst erlebt, als ginge seine Seele auf die Reise. Man bekommt zu sehen, wie eine Zivilisation entsteht, wie sie blüht und gedeiht und wie sie am Ende untergeht.
    Denn: wenn man sich mühe gibt und sehr genau (eventuell mehrmals) sich die Aufnahmen anhört, dann versteht man den „Ring“, wie kompliziert diese Oper auch ist, als einheitliches Ganzes.


    Was die Sänger angeht:
    Die eindringlichsten Sänger sind diejenige, die von seiner Art zu dirigieren besonders profitieren: er unterstützt sie völlig mit dem Orchester, und er gibt immer Zeit, da er nie zur Eile drängt (Ich weiß, dass es manchen langweilt, dass er es sehr langsam macht. Ich bin aber der Meinung, man sollte sich daran gewöhnen.), so dass man ihre Probleme mit der Stimme (es sei denn, es gibt welche) bald „nicht mehr hört“.
    Als Beispiel dafür könnte man die oben erwähnte Mödl nehmen.
    Die Schwächen der schlechten (-ren) Interpreten treten dann umso deutlicher in Erscheinung, auch wenn sie schön singen.


  • Liebe Mitglieder des Klassik Forums!


    Ich bin auf der Suche nach Details zu einer Furtwängler Probe bzw. Aufnahme im Jahr 1954 im Musikverein mit den Wiener Philharmonikern. Ich recherchiere für eine Ausstellung und Alfred Schmidt hat mich dafür freundlicherweise für Ihr Forum freigeschaltet. Auf den Fotos sieht man Furtwängler, die Philharmoniker und Sänger Otto Edelmann; zumindest denke ich das.

    ÖNB Digital (onb.digital)

    ÖNB Digital (onb.digital)

    ÖNB Digital (onb.digital)

    ÖNB Digital (onb.digital)

    Die Fotos im Bildarchiv der ÖNB sind mit 1952 datiert, was aber nicht stimmen kann. Der Fotograf Yoichi Okamoto hat die Aufnahmen mit 1954 datiert.

    Leider kann ich (und auch niemand im Musikverein bzw. bei den Philharmonikern) sagen, um welche Probe/Aufnahme es sich hier handelt. Aufgrund der Vorhänge und abgehängten Stoffbahnen gehe ich mal von einer Aufnahme aus. Könnte es eventuell die Aufnahme der Matthäus Passion vom April 1954 sein? Edelmann war einer der Sänger.

    Ich wäre sehr dankbar, wenn es hier jemanden geben würde, der mir Informationen dazu geben kann.


    Vielen herzlichen Dank!

    Marlies

  • Es käme neben der Matthäus-Passion auch noch Fidelio in Frage, wo Edelmann den Don Pizarro singt. Dann wären die Photos vom Oktober 1953.

  • Das Foto von Furtwängler und der Partitur ist anfangs des Beitrages in einer weniger starken Überbelichtung verlinkt. Mit Mühe meine ich im Partikturkopf den Schriftzug Joh. Seb. Bach entziffern zu können.


    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

    Früher ist gottseidank lange vorbei. (TP)
    Wenn ihr werden wollt wie eure Väter waren werdet ihr so wie eure Väter niemals waren.

  • Man erkennt zumindest Mödl und Windgassen.


    Aber vielleicht wurden Photos aus verschiedenen Aufnahmesitzungen vermischt, da Thomas die Bach-Partitur identifiziert hat.


    Ich habe vor Jahren in der Bildsammlung der ÖNB nach Amalie Materna gesucht und alle Photos von ihr im Kostüm hießen einfach "Rollenphoto" - ohne Zuordnung zu einer bestimmten Oper.

  • da Thomas die Bach-Partitur identifiziert hat.

    Verbindlich ist das nicht, so scharf sind die Photos auch nicht. Johannes hat sicherlich besser vergrößern könen.


    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

    Früher ist gottseidank lange vorbei. (TP)
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  • Das Notenbild ist doch ganz eindeutig. Text kann man nicht entziffern.

    Wenn man Noten lesen kann (da sieht's bei mir düster aus). Danke für Deinen Hinweis.


    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

    Früher ist gottseidank lange vorbei. (TP)
    Wenn ihr werden wollt wie eure Väter waren werdet ihr so wie eure Väter niemals waren.

  • Hallo!


    Vielen Dank für die Hinweise. Die Bilder stammen alle aus einer Serie, gehören also definitiv zusammen.

    Lieber Johannes, vielen Dank für den Fidelio-Hinweis. Ich kenne mich mit Noten nicht aus, aber wenn man die hochaufgelöste Datei vergrößert, dann kann man N. 12 Melodram und Duett am Notenblatt lesen. Da hat der Fotograf wohl ein falsches Jahr angegeben. Den Link zum pdf kann ich leider nicht öffnen. Vielleicht könntest du mir die S. 183 schicken bzw. posten.


    Danke noch einmal und alles Liebe, Marlies

  • Das PDF sollte sich öffnen lassen, oben tickt die Kopfzeile 15 Sekunden lang runter und verwandelt sich dann in einen Downloadlink, ganz legal und ohne Viren etc.


    Die Partiturseite in diesem PDF entspricht notendrucksatztechnisch nicht exakt Furtwänglers Partitur, aber jeder notenunkundige Laie wird sehen können, dass es sich um die gleiche Musik handelt.


    Viele Grüße

    Er hat Jehova gesagt!