Hertha Töpper (1924-2020)

  • Abschließend habe ich nun eine Frage an den Experten: weißt Du die Besetzung der „Hänsel und Gretel“-Aufnahme des Bayerischen Rundfunks von Weihnachten 1953 mit Hertha Töpper und Rosl Schwaiger? Den Hänsel hat Frau Töpper in dieser Zeit auch an der Bayerischen Staatsoper gesungen. Ich erinnere mich an ein Interview mit Leonie Rysanek, wo sie belustigt erzählte, dass in ihren Aufführungen als 'Mutter' Gertrud ihre 'Kinder' (Erika Köth und Hertha Töpper) älter als sie selbst waren. (Natürlich könnte ich auch beim BR nachfragen, aber vermutlich ist auch dort zur Zeit alles etwas anders als normal.)

    Lieber Carlo,


    hier ist - wenn auch verspätet - die Besetzung der gesuchten Rundfunkaufnahme, die offenbar im Archiv des BR noch vorhanden ist:


    Gretel: Elisabeth Lindermeier

    Hänsel: Hertha Töpper

    Mutter: Marianne Schech
    Vater: Karl Hoppe

    Knusperhexe: Ina Gerhein

    Sandmann: Rosl Schwaiger

    Taumann: Hildegard Limmer

    Chor der Bayerischen Staatsoper

    Orchester der Bayerischen Staatsoper

    Musikalische Leitung: Kurt Bohner

    Aufnahmedatum: 14. Dezember 1952, Kongresssaal des Deutschen Museums München

  • Lieber Carlo,


    es ist wirklich schade, dass solche Trouvaillen auf ewig in den Archiven lagern und nicht mehr gesendet werden.


    Herzliche Grüße


    Calatrava

  • [...] es ist wirklich schade, dass solche Trouvaillen auf ewig in den Archiven lagern und nicht mehr gesendet werden.

    Dem pflichte ich absolut bei. Gerade jetzt in der "Corona-Zeit" könnten die Rundfunkanstalten verstärkt auf ihr Archivmaterial setzen und es senden. Teilweise ist das ja auch geschehen (so neulich ein Konzert mit Carlos Kleiber von 1972 beim WDR), nur in bisher viel zu geringem Umfang.

    »Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

  • Ich lese gerade, dass das „Hamburger Archiv für Gesangskunst“ drei Boxen mit Aufnahmen von Hertha Töpper für 24,00 € bzw. 28,00 € anbietet:


    Vol. 1

    Aufnahmen 1954-1968

    HÄNDEL Agrippina – Xerxes

    GLUCK Paris und Helena – Orpheus und Eurydice

    MOZART La Clemenza di Tito – Le Nozze di Figaro – Così fan tutte

    NICOLAI Die lustigen Weiber von Windsor

    WAGNER Rienzi - Tristan und Isolde – Meistersinger

    WAGNER Rheingold – Walküre – Götterdämmerung

    WOLF Der Corregidor


    Vol. 2

    Aufnahmen 1953-1971

    R. STRAUSS Der Rosenkavalier – Daphne

    HINDEMITH Die Harmonie der Welt

    KIENZL Der Evangelimann

    BELLINI Norma

    PUCCINI Tosca – Madame Butterfly

    THOMAS Mignon

    BIZET Carmen

    SAINT-SAENS Samson und Dalilah

    TSCHAIKOVSKY Eugen Onegin

    BARTÓK Herzog Blaubarts Burg

    SUPPÉ Banditenstreiche

    MILLÖCKER Der Bettelstudent


    Vol. 3

    Aufnahmen 1957-1970

    MONTEVERDI Lamento d’Arianna

    A. SCARLATTI Davids Kampf und Sieg

    BACH Messa h-Moll – Mafnificat

    BACH Johannes-Passion – Matthäus-Passion – Weihnachtsoratorium

    BACH Kantaten BWV 45, 70, 78, 147

    HÄNDEL Der Messias – Israel in Ägypten – Judas Maccabäus

    MOZART Grosse Messe in c-Moll

    PFITZNER Von Deutscher Seele

    SCHOENBERG Gurrelieder

    MAHLER Das Lied von der Erde

    RESPIGHI Aretusa

    Lieder: Brahms – R. Strauss – Reger

  • Lieber 'Calatrava',


    vielen Dank für diesen Hinweis! Das klingt alles sehr interessant.


    Im Thread „Der Musiker Gräber“ hat unser Kollege 'hart' am 28. 3. (Beitrag Nr. 754) zum 1. Todestag der Sängerin einen - wie alle seine 'Nachrufe' - hervorragend recherchierten Bericht über Hertha Töpper verfasst und zeigt Fotos von ihrer Grabstelle auf dem Friedhof in München-Solln.


    Carlo

  • Lieber Carlo,


    ich überlege noch, ob ich die drei Boxen kaufe - ganz billig finde ich sie nicht gerade.


    Schade, dass sie nicht vor ein paar Jahren erschienen sind, dann hätte Frau Töpper auch noch etwas davon gehabt...

  • Gerade in der ARD Mediathek gefunden: "Die Mezzosopranistin Hertha Töpper singt Lacrimosa und Pie Jesu aus dem Requiem von Giuseppe Verdi in einer Aufnahme aus dem Jahr 1962 mit Dirigent Paul Kemper"


    https://www.ardmediathek.de/vi…3ci5kZS9hZXgvbzE0MzM2ODA/


    Gibt es wirklich einen Dirigenten Paul Kemper? Für mich schaut der Herr am Pult eher wie Rudolf Kempe aus.


    Und der Kleidung nach scheint der Ausschnitt aus eine Probe zu stammen.

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  • Keine Frage! Aber bei den beiden Herren traue ich mich keine Tipps abzugeben, will mich nicht blamieren. Der große Bass mit Brille könnte womöglich einen adligen Namen tragen, aber ich bin mir unsicher, noch unsicherer beim kleinen Tenor - wäre ich kühn, würde ich behaupten, dass das eventuell einer sein könnte, den man eigentlich aus einem ganz anderen Fach und eher vom deutschen Antipoden her kennt... (Bin mir da aber wie gesagt sehr unsicher.)

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • da warte ich auch lieber auf die Identifizierung durch Spezialisten hier im Forum - zumal ich die Herrschaften vom Alter her alle nur aus der Konserve und nicht vom Angesicht her kenne

  • Ich habe ja trotz aller Verschlüsselungen doch erkennbar kühn und volles Rohr meine Vermutungen für die Besetzung der beiden Solo-Herren genannt.


    Beim Tenor tippe ich auf Paul Kuen und gehe von einer 60-prozentigen Wahrscheinlichkeit für die Richtigkeit meiner Vermutung aus.


    A-865050-1271678364.jpeg.jpg


    Beim Bassisten kann ich viele ausschließen und halte von den mir bekannten damaligen Rollenvertretern Otto von Rohr für am wahrscheinlichsten, hier gehe ich aber nur vn einer 30-prozentigen Wahrscheinlichkeit der Richtigkeit meiner Vermutung aus, gerade, weil der ja eher in Stuttgart als in München war.


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    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • Hallo,


    der Tenor ist eindeutig Lorenz Fehenberger - bei dem Bassisten tippe ich auch auf Otto von Rohr.


    Carlo

  • Hallo,


    der Tenor ist eindeutig Lorenz Fehenberger - bei dem Bassisten tippe ich auch auf Otto von Rohr.


    Carlo

    Bezüglich Fehenberger hast du wohl Recht!


    lorenz-fehenberger-1912.jpg


    Von dem hatte ich gar keine Vorstellung, wie der aussieht. Hätte ihn für größer gehalten.

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • In dem 2002 erschienenen Buch über Franz Mixa und Hertha Töpper ist 1962 ein Verdi-Requiem unter Kempe aufgeführt - leider ohne Angabe der Solisten.

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  • Die ARD hat offenbar meine freundliche Leserzuschrift erhalten und aus Paul Kemper Rudolf Kempe gemacht. Und auch Verdi heißt jetzt nicht mehr Guiseppe...