Not Jazz or Classic, aber trotzdem gerne gerade gehört

  • Endlich mal wieder eine schöne Weihnachtsplatte auf dem Markt. Das kleine Orchester um Sängerin China Forbes mit 14 Lieder, teilweise angenehm ruhig swingend arrangiert. Ein Touch Weltmusik und eine klasse Stimme. Und -gar nicht so übel- eine Weihnachtsmusikangebot für all diejenigen, die mit Religion nichts am Hut haben. Definitiv ein Kauftipp von mir.



    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

    Früher ist gottseidank lange vorbei. (TP)
    Wenn ihr werden wollt wie eure Väter waren werdet ihr so wie eure Väter niemals waren.


  • weitaus besser, als befürchtet ....


    Nun schlachtet ihn nicht aus, sondern veröffentlicht sensibel, was die Welt noch von ihm hören muss. Ist das nicht möglich, lasst es sein!

    29.08.1958 - 25.06.2009
    gone too soon

  • @ Masetto
    Ach, jetzt verstehe ich, was Deine Signatur zu bedeuten hat. Das sind die Lebensdaten von Michael Jackson. Ich gebe allerdings zu, dass seine Musik nicht so mein Fall ist.


    Meine Frage an die Forenbetreiber: möchte man Popthemen bei Tamino behandeln? Dann sollte man einen Popkeller gründen. Oder möchte man Popthemen hier nicht behandeln? Dann sollte man konsequent sein und den Jazzkeller davon freihalten. Jazz ist Jazz und Michael Jackson ist definitiv nicht Jazz. Der Jazzkeller sollte Jazzthemen behandeln. Hier sollte Pat Metheny im Vordergrund stehen. Oder John Coltrane. Oder Miles Davis. Oder Roland Kirk.

    Einmal editiert, zuletzt von Swjatoslaw ()

  • Jazz ist Jazz und Michael Jackson ist definitiv nicht Jazz. Der Jazzkeller sollte Jazzthemen behandeln, nicht aber den Kachelmann-Prozess oder das Wetter. Und genausowenig die neueste Britney Spears-CD oder die neueste Schönheitsoperation von Madonna. Hier sollte Pat Metheny im Vordergrund stehen. Oder John Coltrane. Oder Miles Davis. Oder Roland Kirk.

    Hierzu fallen mir nur die Worte es ehemaligen Bundesministers für Finanzen Hans Apel ein: "Ich glaube, mich tritt ein Pferd". M. J. im Tamino Klassikforum. Das ist ja kaum zu überbieten. Ich verstehe nichts vom Jazz und kenne auch Coltrane und Kirk nicht, aber, obwohl Klassikfan, habe ich Scheiben vom Miles Davis.


    LG, Bernward


    "Nicht weinen, dass es vorüber ist
    sondern lächeln, dass es gewesen ist"

    Waldemar Kmentt (1929-2015)


  • Daß dieser Thread im Jazzforum subobtimal aufgehoben ist, kann man kaum bestreiten. Aber bevor man ihn komplett rausnimmt, lieber diese Notlösung.
    Klingt ja fast so, als wäre es ein Sakrileg, mal etwas neben Klassik (und Jazz) zu hören.
    Ich höre gewiß zu 80–90 % Klassik, mit Jazz wurde ich dagegen nie warm.
    Aber was spricht gegen gute Oldies aus den 60er Jahren? Heute auch schon "Klassiker".
    Wenn ich mal nicht Klassik höre, dann fast nur eben solche.
    Ich nenne nur stellvertretend für viele die Beatles, die Troggs, Tommy James & The Shondelles, Simon & Garfunkel, Sonny & Cher, z. T. auch die Rolling Stones etc.
    Mit Musik ab den 70ern, besonders ab ca. 1980, kann ich dagegen fast nie etwas anfangen.
    Aber: Hier muß ein jeder nach seiner Façon selig werden (sagte ein mir ansonsten eher verhaßter König, Friedrich d. Gr., treffend).


    :hello:

    »Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

  • Klingt ja fast so, als wäre es ein Sakrileg, mal etwas neben Klassik (und Jazz) zu hören.


    Nein, das ist keineswegs ein Sakrileg. Ich höre neben meinen beiden Hauptmusikrichtungen Klassik und Jazz durchaus auch mal was anderes, und zwar von A (wie AC/DC) bis Z (wie Frank Zappa). Meine Frage ging nach der Logik, dass diese dem Pop, dem Rock, den Liedermachern, den Schlagern etc. gewidmeten Postings im Jazzkeller und dort unter "Jazzforum - Allgemeine Themen" auftauchen. Wenn die Definition, die der Threadtitel vorgibt, gerade "Not Jazz" lautet.

  • Lieber Joseph II.


    Auch auf die Gefahr, mich jetzt bei einigen unbeliebt zu machen, danke ich Dir von Herzen für Deinen Beitrag. Er könnte wörtlich von mir sein und deckt sich mit meiner Auffassung. Ich hätte lediglich " z. T. auch " weggelassen. Ansonsten perfekt. Natürlich hat auch Swjatoslaw recht mit seiner Ansicht und ich kann ihn da voll verstehen. Aber wir sprechen doch nicht, wenn überhaupt, von irgendwelchen banalen Schlagern, die heute erschienen, nächste Woche wieder verschwunden und vergessen sind. Einige dieser Interpreten, die Du angeführt hast, haben tatsächlich Musikgeschichte geschrieben. Auch manche Texte haben einen Sinn, der zum Nachdenken anregen kann und auch sollte. Es gäbe da viele Beispiele. Um nur eins herauszugreifen: E`ve of Destruction, 1965 von Barry Mc Guire. Ein aufrüttelnder Song gegen Krieg, Hass und die drohende Vernichtung der Menschheit. Der Hit der Rolling Stones " Satisfaction " ist zu einer Hymne geworden. Da tut sich die Frage auf, wer kennt den nicht? Man sollte auch bei aller Betrachtungsweise nicht außer acht lassen, daß nichts stehenbleibt, sondern sich weiterentwickelt. So auch die Musik. Vor zweihundert Jahren sind die Menschen für 300 Km eine Woche mit der Postkutsche unterwegs gewesen, und heute? Ich finde es auch gut, wenn man nicht einseitig orientiert ist, sondern auch bei dem Thema Musik ein bischen allgemein gebildet und orientiert ist. Was mir auch sehr gut gefällt, Harald Kral erwähnt in seinen täglichen Erinnerungen auch mal Musiker, die nicht zu den Klassischen gehören, aber in ihrem Genre Musikgeschichte geschrieben haben. ( Tip an Harald: am 18. wird Keith Richards von den Stones 67 ). Mein Fazit nochmal: Es ist richtig wie Swjatoslaw es ausdrückt, wir sind ein Forum, bei dem der Schwerpunkt bei der Klassik liegt. Trotzdem sollte es möglich sein auch mal abzuschweifen, solange es sich nicht um Banalitäten handelt. Wer damit überhaupt nichts zu tun haben will, muß ja nicht antworten oder gar nicht erst lesen.


    Dir nochmal danke für Deinen Beitrag, ein schönes WE und liebe Grüße


    CHRISSY


    PS.: Ich habe u.a. zweimal Pavarotti und dreimal die Stones live erlebt. Beides war für mich ein absoluter kultureller Höhepunkt. Jegliches hat seine Zeit............

    Jegliches hat seine Zeit...

  • Liebe Forianerinnen und Forianer,


    was soll denn jetzt diese Diskussion. Jeder kann hören und sehen was er will und solange und so laut er will. Auch ich höre gerne Volkslieder zB. mit Gottlob Frick ua., Jagdlieder mit Heinz Hoppe, Kinderlieder mit Lucia Popp. Darum geht es doch gar nicht. M.J. gehörte nicht in das Jazz-Forum! Habe heute mehrfach gehört: Ich wollt' ich wär' ein Hund mit Reinhard Mey. Passt auch zu Advent. Die Überschrift "Not Jazz or Classic, aber trotzdem gerne gerade gehört" ist doch o.k.


    LG, Bernward


    "Nicht weinen, dass es vorüber ist
    sondern lächeln, dass es gewesen ist"

    Waldemar Kmentt (1929-2015)


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  • Swjatoslaw, jetzt übertreibst du und polemisierst ...


    nur weil hier plötzlich etwas über Michael Jackson zu lesen ist, tillst du?
    Bleibe mal geschmeidig. Bist doch sonst ein angenehmer und umsichtiger Gesell, den ich immer wieder gerne lese.


    Das Problem für mich ist hier eher der Titel "Jazzforum - Allgemeine Themen" für diesen Bereich im Forum.
    Damals gnädig von Alfred eingerichtet.


    Meine Meinung: entweder man lässt ihn ganz weg, oder benennt ihn um. Ich meine jetzt nicht den Alfred. 8o


    Warum man den Jazz bei Klassik-Liebhabern eher toleriert, als alles andere, wollte mir noch nie in den Kopf.
    Deshalb wäre ich dafür, diesen Bereich entweder ganz fallen zu lassen, in den Nonsens-Bereich ala Tritsch-Tratsch-hasste-nicht gesehen zu verschieben oder ihn in eine Ecke zu schieben, die alles außer klassischer Musik zulässt.
    Kann doch nicht so schwer sein. Man man man ... oh manoman. Immer diese Schubladen-Denke.

    Liebe Grüße
    der Manfred

  • nur weil hier plötzlich etwas über Michael Jackson zu lesen ist, tillst du?


    Damit hast Du gar nicht mal so Unrecht, lieber Manfred. Präziser gesagt: die Thematik kam erst dadurch bei mir auf, dass ein Tamino in dem Thread "Was hört Ihr gerade jetzt (Klassik 2010)?" ein Michael Jackson-Album verlinkte und kommentierte, woraufhin ein Moderator dies - völlig zu Recht - monierte. Die Ansage des Moderators war dann allerdings: "Für so etwas gibt es den Jazzkeller und da wirst Du dann auch gelesen". Da fragte ich mich, ob der Jazzkeller ein Jazzkeller ist oder aber ein Sammelsuriumkeller.


    Einverstanden: Deine Aufforderung, geschmeidig zu bleiben (zumal wenn sie mit einem solch netten Satz über mich verbunden ist), nehme ich an. Dann soll von mir aus alles so bleiben, wie's ist. Mir soll's Recht sein. Und jetzt lege ich mir eine schöne Scheibe von Roland Kirk auf. Lieber Bernward, Kirk war ein blinder Saxofonist und Multi-Instrumentalist, der dafür bekannt war, oftmals mehrere Blasinstrumente gleichzeitig zu spielen, also z.B. zwei oder gar drei (!) Saxofone gleichzeitig im Mund zu haben. Selbst wenn er aber nur ein Saxofon spielte, hatte er eigentlich immer zwei, drei weitere Instrumente um den Hals hängen, wodurch er inmitten eines Solos blitzschnell vom Tenorsaxofon zum Sopransaxofon, von dort zum Altsaxofon und wieder zurück zum Tenorsaxofon wechseln konnte.

    In Booklets zu seinen CDs liest man manchmal, dass es unmöglich sei zu rekonstruieren, welche Instrumente Kirk alle während der Aufnahmen verwendet habe. Zumal er Instrumente spielte, die außer ihm niemand sonst verwendete, wie z.B. Nasenflöte, Manzello, Stritch, Kazoo, Englischhorn (im Jazz damals ein völlig unübliches Instrument!). Des weiteren spielte er "normale" Instrumente wie Querflöte, Mundharmonika, Klarinette. Bei näherem Interesse:
    http://en.wikipedia.org/wiki/Roland_Kirk

  • Die Ansage des Moderators war dann allerdings: "Für so etwas gibt es den Jazzkeller und da wirst Du dann auch gelesen". Da fragte ich mich, ob der Jazzkeller ein Jazzkeller ist oder aber ein Sammelsuriumkeller.


    LIeber Swjatoslaw,
    eigentlich wollte ich mich zu dem Thema ja nicht äußern, aber da ich nun mal angesprochen werde...
    Nein, der Jazzkeller soll natürlich kein Sammelsurium sein, da wäre ich der letzte, der das wollte. Aber es gibt nun mal schon lange den einen Thread, der (aussagenlogisch betrachtet) eben Platz bietet für Musik, die weder Jazz noch Klassik ist. Da ist solche Musik an einem vergleichsweise winzigen Punkt des Forums kanalisiert und kann leicht bei Bedarf ignoriert werden. Schau mal weiter oben in diesem Thread, da findest Du Scheiben, die eigentlich genau so wenig wie MJ in den Jazzkeller passen.
    Wie machen wir's nun, lieber Swjatoslaw? Kannst Du Dich mit dem gegenwärtigen Zustand arrangieren? Oder wollen wir den Thread zu Tritsch-Tratsch verlegen? Ich würde - ehrlich gesagt - ersteres besser finden.


    :hello:
    Reinhard

    Einer acht´s - der andere betracht´s - der dritte verlacht´s - was macht´s ?
    (Spruch über der Eingangstür des Rathauses zu Wernigerode)

  • Wie machen wir's nun, lieber Swjatoslaw? Kannst Du Dich mit dem gegenwärtigen Zustand arrangieren? Oder wollen wir den Thread zu Tritsch-Tratsch verlegen? Ich würde - ehrlich gesagt - ersteres besser finden.


    Klar, lieber Reinhard, wir lassen alles so, wie es ist. Man kann ja auch durchaus einen weiten Jazz-Begriff zugrundelegen, bei welchem James Last völlig zu Recht hier abzuhandeln wäre: hatte er doch, bevor der "Happy Sound" aufkam und die Fahrstuhlmusik, seine Wurzeln im Jazz. Und zwar als der Bassist Hans Last, der gar nicht einmal schlecht war (wie auch Paul Kuhn und Max Greger und Quincy Jones vom Jazz herkamen). Michael Jackson wiederum wurde von Miles Davis gecovert, der den MJ-Song "Human nature" in seinen letzten Lebensjahren, arrangiert von Marcus Miller, in seinem Repertoire hatte. Ich springe gern über meinen eher puristischen Schatten und will, zumal ich selbst gern mal über Bands wie Steely Dan, Crosby, Stills, Nash & Young oder R.E.M. bei Tamino schreiben würde, nichts mehr gegen die Verortung des Ganzen im Jazzkeller sagen. Sollte sich hier im Jazzkeller demnächst jemand als Dieter Bohlen- bzw. Modern Talking-Fan outen, werde ich zwar wieder für eine logische Sekunde "Hallo?" denken :no: Aber dieses Mal still und für mich. Versprochen.


    Eins noch, lieber Reinhard: nichts, was ich geschrieben habe, war in irgendeiner Weise gegen Dich gerichtet. Ich hatte sogar längst vergessen, welcher Moderator es war, der beim Thema MJ den Jazzkeller anempfohlen hatte. Und die von Dir geäußerte Kritik an der Verortung eines MJ-Posting im Klassik-Forum unterschreibe ich ja ohnehin voll und ganz.


    Liebe Grüße an Dich
    Swjatoslaw

  • Eins noch, lieber Reinhard: nichts, was ich geschrieben habe, war in irgendeiner Weise gegen Dich gerichtet.


    Habe ich auch keine Sekunde so empfunden.

    Einer acht´s - der andere betracht´s - der dritte verlacht´s - was macht´s ?
    (Spruch über der Eingangstür des Rathauses zu Wernigerode)

  • Ich hatte mich auch schlicht und ergreifend vertan und die Scheibe in den falschen Thread hineingestellt. :whistling: Ich bitte, jegliche Verwirrung, die aufgekommen sein mag, zu entschuldigen. Habe Mr. Jackson auch heute wieder gehört und bin sehr angetan :D

    29.08.1958 - 25.06.2009
    gone too soon

  • Zu M. Jackson kann ich eigentlich nicht viel sagen - ich bin mit ihm aufgewachsen, und er gehörte nie zu denen, die ich wirklich toll fand. Heute freue ich mich allerdings, wenn ich "Bad" oder "Beat it" höre oder auch als Video mit tollen Tanzszenen sehe - hat einfach mit Jugend-Erinnerungen zu tun.


    Ich möchte hier David Bowie mit "Ziggy Stardust and the Spiders from Mars" erwähnen. Wie gerne hätte ich Bowie einmal live mit dieser Performance erlebt! War mir aber nicht vergönnt, weil vor meiner Zeit.

  • Heute mal etwas anderes, aber auch ein Klassiker:



    Tommy James & The Shondells: Crimson and Clover, 1969


    Das vielleicht beste Lied der 60er. :thumbsup:

    »Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

  • Das vielleicht beste Lied der 60er


    Das würde ich vielleicht nicht unbedingt sagen, aber auf jeden Fall ein ganz toller und großer Hit damals und heute immer noch mit Freude und Begeisterung zu hören. Schön, daß auch so etwas hier mal kurz erwähnt wird.


    Danke und liebe Grüße


    CHRISSY :jubel: :yes: :jubel:

    Jegliches hat seine Zeit...

  • Zu M. Jackson kann ich eigentlich nicht viel sagen - ich bin mit ihm aufgewachsen, und er gehörte nie zu denen, die ich wirklich toll fand. Heute freue ich mich allerdings, wenn ich "Bad" oder "Beat it" höre oder auch als Video mit tollen Tanzszenen sehe - hat einfach mit Jugend-Erinnerungen zu tun.


    Ich möchte hier David Bowie mit "Ziggy Stardust and the Spiders from Mars" erwähnen. Wie gerne hätte ich Bowie einmal live mit dieser Performance erlebt! War mir aber nicht vergönnt, weil vor meiner Zeit.



    Ich weiß, kein Ersatz dafür, live dabei gewesen zu sein ... aber immerhin! Geht mir genau so :S

    29.08.1958 - 25.06.2009
    gone too soon

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  • Dass ich im außerklassischen Bereich nicht nur Jazzpurist bin, sondern vor allem auch gern Metal höre, habe ich in diesem Thread ja schon mal hier
    Not Jazz or Classic, aber trotzdem gerne gerade gehört
    geäußert - wobei ich dazu dazu sagen muss, dass ich im Metal-Sektor ähnlich puristisch bin. Es zählt auch hier für mich nur das Wahre, das Echte, das Unverfälschte - kein Mischmasch, kein Crossover-Krams und kein Kompromiss. In diesem Sinne höre ich gerade die beiden Metallica-Scheiben, die ich aus ihrem Werk der letzten 20 Jahre als einzige mag: und das sind bezeichnenderweise die beiden letzten CDs. Endlich wieder Alben, in denen sie nicht mit Sinfonieorchester aufgetreten sind oder ähnlichen charttauglichen Mist gemacht haben. Sondern puren, dreckigen Garagenrock wie auf dem genialen "St. Anger"-Album

    und lupenreinen Metal wie auf dem bemerkenswert guten Album "Death Magnetic"

    Auf der "Death Magnetic"-Tour 2009 habe ich Metallica zum zweiten live gesehen (das erste Mal war vor einigen Jahren im Bremer Weserstadion - mit Slipknot und In Flames als Vorgruppen) und seit diesem Konzert in Hamburg (mit Machine Head als Vorgruppe) bin ich wieder voll mit dieser Band versöhnt, die zu ihren Wurzeln zurückgefunden hat.

  • Man, man, man.......... Mein lieber Swjatoslaw
    Gestern hast Du mich mit Deinem Beitrag zum Lachen gebracht, heute hast Du mich mit Deinem musikalischen Outing gewaltig erstaunt. Da dachte ich schon, daß ich, mit meiner Leidenschaft für die Stones, die ich ebenso wie die Klassik ganz sehr mag, ein krasser Außenseiter bin und dann das...... Ich sehe Dich förmlich vor mir, statt schwarzem Anzug mit Weste, Fliege oder Krawatte in der Oper oder im Klavierkonzert, dafür in schwarzem Leder bei einem Metallica- Konzert.
    Finde ich wirklich ganz toll, Respekt, Respekt und große Achtung...... Ja, wie ich immer sage, es ist gut wenn man auch in der Musik nicht nur einseitig ist ( s. Joseph II ) und jegliches hat seine Zeit!
    Herzliche Grüße und einen schönen Abend
    CHRISSY :yes: :jubel: :hello:

    Jegliches hat seine Zeit...

  • Ich sehe Dich förmlich vor mir, statt schwarzem Anzug mit Weste, Fliege oder Krawatte in der Oper oder im Klavierkonzert, dafür in schwarzem Leder bei einem Metallica- Konzert.
    Finde ich wirklich ganz toll, Respekt, Respekt und große Achtung......


    Hallo chrissy,
    aus schwarzem Leder besteht in meiner Garderobe nur ein Paar Halbschuhe sowie eine Sommerjacke :D Wenn ich in ein Konzert der härteren Gangart gehe (mein letztes Metalkonzert war jetzt im November das Doppelkonzert der Metalcore-Band As I lay dying aus den USA und der wirklich ganz ausgezeichneten Metalcore-Band Heaven Shall Burn aus Saalfeld in Thüringen), dann ist ein schwarzes Metalshirt und eine schwarze Jeans meine bevorzugte Kleidung. Wobei ich einen kleinen spleen habe: ich trage nie ein Metalshirt der Band, deren Konzert ich gerade höre (das machen schließlich schon fast alle anderen Konzertbesucher), sondern trage stets ein Shirt einer anderen Band. Zum Beispiel ein Ill Niño-Shirt in einem Iron Maiden-Konzert oder - wie letzten Monat - bei Heaven Shall Burn ein Shirt der schwedischen Ausnahme-Musiker Arch Enemy.


    Deine Meinung, dass Einseitigkeit in der Musik schlecht und Vielseitigkeit gut ist, teile ich voll und ganz. Ich mag mehrere Musikrichtungen (wenn auch nicht alle Musikrichtungen gleich gern) und ich mag Menschen, die sich in mehreren Musikrichtungen auskennen. Deine Leidenschaft für die Stones teile ich zwar nicht (ganz im Gegensatz zu meinem Bruder übrigens), aber ich finde es super, dass Du hier in einem Klassik-Forum einen Stones-Avatar gewählt hast und dass Du neben Klassik auch Rock hörst.


    So, und nun mein Beitrag zum Thema dieses Threads (Was hörst Du gerade?):

    Phil Collins live als Schlagzeuger einer Big Band, die im Stile der Buddy Rich Big Band spielt. Im selben Jahr, in welchem diese CD in Paris live mitgeschnitten wurde (1998 ), habe ich Phil Collins in New York City in einem ähnlichen Zusammenhang live erlebt: er spielte in einem Gedenkkonzert für den 1987 verstorbenen Drummer Buddy Rich Schlagzeug mit den Musikern der ehemaligen Buddy Rich Big Band. In diesem Konzert traten vor der Pause die Drummer Steve Smith und Dennis Chambers auf (Smith mit einer kleineren Formation, Chambers mit der Big Band), dann folgte ein Einspielfilm und eine Ansprache zum Thema Buddy Rich und nach der Pause betrat schließlich die Big Band mit Phil Collins die Bühne. Ich staunte nicht schlecht, als der Ansager ankündigte: "Phil Collins wird etwa zwei Stunden spielen" :jubel: Ohne Worte, wie gut dieser Mann ist. Es wurden übrigens inklusive Zugaben 2 1/2, nicht 2 Stunden Phil Collins. Und das Ganze hat mich nach meiner Erinnerung gerade mal 30 Dollar (umgerechnet so um die 22 Euro) gekostet. Tja, das waren noch Zeiten. Davon kann man heute nur noch träumen.

  • Und das Ganze hat mich nach meiner Erinnerung gerade mal 30 Dollar (umgerechnet so um die 22 Euro) gekostet. Tja, das waren noch Zeiten. Davon kann man heute nur noch träumen.


    Hallo, Swjatoslaw
    danke für Deine Antwort und den sehr interessanten Beitrag. Ich möchte kurz auf den Schluß eingehen. Tja, das waren noch Zeiten, da hast Du recht. Ich kann das aber noch unglaublich über- bzw. unterbieten. Ich weiß nicht, ob Du meinen Beitag " Persönliche kulturelle Höhepunkte " gelesen hast. Ich berichtete darin, daß ich 1994 mit viel Gück eine Stehplatzkarte für die Tosca in der Wiener ST. O.
    bekommen hatte. Der Preis ( damalige Währungen ) 15 Schillinge. Das waren nach DM = 2,15 !!! Wenn ich das nicht selbst erlebt hätte, kaum zu glauben. Für 2,15 DM Pavarotti live oder heute 1,20 € !
    Nochmal Gruß und schönen Abend
    CHRISSY :yes: :hello:

    Jegliches hat seine Zeit...

  • Ich berichtete darin, daß ich 1994 mit viel Gück eine Stehplatzkarte für die Tosca in der Wiener ST. O. bekommen hatte. Der Preis ( damalige Währungen ) 15 Schillinge. Das waren nach DM = 2,15 !!! Wenn ich das nicht selbst erlebt hätte, kaum zu glauben. Für 2,15 DM Pavarotti live oder heute 1,20 € !


    Hammer! Ich war zwar schon mehrmals in Wien, aber von der Staatsoper kenne ich leider nur das Foyer und das Treppenhaus - darum beneide ich Dich wirklich!


    Wenn Du (oder auch andere Leser dieses Threads) Interesse an dem Big Band-Konzert vom 3. Oktober 1998 im Manhattan Center in N.Y.C. haben solltest, über welches ich vorhin berichtet habe: es gibt einen Videomitschnitt (leider nur jeweils mit Ausschnitten aus den drei Programmteilen Steve Smith - Dennis Chambers - Phil Collins) auf VHS-Kassette (das ist die Version, die ich besitze) und neuerdings auch auf DVD. An die Intensität des Live-Erlebnisses kommt dieses Video, auf welchem sich auch Interviews und sonstiges Gesabbel befinden, natürlich nicht heran.


    Und noch ein paar Worte zur Phil Collins-CD "A Hot Night in Paris", die ich heute den gesamten Abend höre: beim Titel "Pick up the pieces", dirigiert von keinem geringeren als Arif Mardin (!), legt kein geringerer als James Carter (!) ein so dermaßen geniales Solo auf dem Baritonsaxofon hin, dass allein dieses Solo den Kauf der CD rechtfertigt. Zumal mit "Milestones" (von Miles Davis) ein lupenreiner Jazz-Titel auf der CD eingespielt ist, welcher selbst puristischste Jazz-Freunde überzeugen dürfte. Wer mehr an Pop und Rock interessiert ist, dürfte sich in den ganzen von Phil Collins komponierten Werken wiederfinden, von welchen mich "Against all odds" am meisten überzeugt. Zappa-Fans dürften sich über die Mitwirkung von George Duke freuen (mit einem Klaviersolo auf "Pick up the pieces"). Und das abschließende Werk "The Los Endos Suite" hat mehr als nur Latin-Touch: das ist südamerikanische Lebensfreude pur (mit einem tollen Trompetensolo von Harry Kim und einem feinen Gitarrensolo von Genesis-Mitstreiter Daryl Stuermer).


    Über allem thront Phil Collins, der so dermaßen souverän Schlagzeug spielt, wirklich so dermaßen unglaublich gut Schlagzeug spielt, dass man einfach anerkennen muss: Leute wie er haben nun mal viel, viel lauter "Hier!!!" gebrüllt als alle anderen, als der liebe Gott das Talent verteilt hat. Man muss sich das mal vorstellen: dieser Mann singt begnadet gut, spielt Schlagzeug wie auch Keyboards, komponiert, textet, schreibt Musicals, produziert, tritt in mehreren Musik-Genres höchst erfolgreich auf - und macht dann auch mal noch so ganz nebenbei einen Kinofilm als Schauspieler. In dieses Bild passt es, dass er die Ansagen im Pariser Konzert von 1998 auf Französisch macht. Wie er auch, als ich ihn mit seiner eigenen Band Anfang der 90er Jahre in Hannover und mit Genesis (ebenfalls Anfang der 90er Jahre) in Hamburg gesehen habe, die Ansagen auf Deutsch gemacht hat. Gebrochen Deutsch zwar, aber er versuchte es jedenfalls. Im Gegensatz zu den meisten anderen durchreisenden Stars.


    Am meisten schätze ich Phil Collins aber wirklich als unvorstellbar talentierten Schlagzeuger. Diese Rhythmuswechsel in "The Los Endos Suite", dieses Wechseln von Rock zu Jazz zu Latin - das ist grenzenlose Beherrschung des Instruments.

    2 Mal editiert, zuletzt von Swjatoslaw ()

  • Lieber Swjatoslaw,


    Du magst Zappa und Du magst Mettal. Vielleicht probierst Du es mal mit Tool:



    Die machen sehr sehr intelligenten Metal, möchten aber selbst nicht wirklich von Prog-Metal sprechen. Bei dieser Band muss man sich wirklich erst reinhören. Bei mir hat es mehr als ein Jahr gebraucht ...

    29.08.1958 - 25.06.2009
    gone too soon

  • Du magst Zappa und Du magst Mettal. Vielleicht probierst Du es mal mit Tool:

    Die machen sehr sehr intelligenten Metal, möchten aber selbst nicht wirklich von Prog-Metal sprachen. Bei dieser Band muss man sich wirklich erst reinhören. Bei mir hat es mehr als ein Jahr gebraucht ...


    Lieber Masetto,
    ein Freund schwärmt mir seit Jahren von Tool vor, was vor einigen Monaten in folgendes Geburtstagsgeschenk mündete:

    Bei Tool handelt es sich zweifelsohne um hochintelligent gemachte Musik, deren stilistische Einordnung mir gewisse Schwierigkeiten bereitet. Ich höre starke Einflüsse aus dem Grunge-Bereich, auch aus dem Prog-Rock, hingegen möchte ich persönlich die Metal-Schublade nicht aufziehen: dafür ist Tool einfach nicht hart genug (ich kenne allerdings auch nur das Album "Lateralus", vielleicht ändert sich das Bild auf den anderen Alben).


    Was habe ich meinem Freund gesagt, als er logischerweise einige Zeit nach meiner Geburtstagsparty fragte, wie mir Tool gefiele? Ich antwortete: hochinteressant, im Moment fügt sich das aber nicht so in das ein, was ich in meiner jetzigen musikalischen Phase hören möchte. Meine Radiohead-, Nirvana- oder Pearl Jam-Alben stehen derzeit ungehört im Regal - um bestimmt irgendwann wieder hervorgeholt zu werden. Tool geht für mich so ein bisschen in diese Richtung. Und wenn es soweit ist, werde ich mir diese Tool-CD sicher öfter anhören und auch möglicherweise noch mehr Tool-Material anschaffen.


    Vielen Dank für den Tipp, Masetto!
    Herzliche Grüße
    Swjatoslaw

  • Tool sind stellenweise Härter als jeder Metal, allerdings merkt man das nur beim richtig genauen Hören. Über der Musik schwebt oftmals permanent eine gewisse Bedrohlichkeit. Eine solche Spannung, dass man meint, jetzt müsse es platzen, dann musizieren sie aber mantrahaft weiter und steigern das noch mehr und dann kommt ein plötzlicher abgrundtiefer Ausbruch. Lateralus ist auch eine Überscheibe von Tool. Genau wie Aenima und 10.000 Days. Letztere gefällt mir am besten, da sie mehr am ProgRock dran ist, als alle anderen Alben. Den Grunge haben sie eigentlich nie wirklich verfolgt, auch wenn ab und zu Anleihen zu verzeichnen sind. Mit Radiohead würde ich sie nicht vergleichen.


    Auf jeden Fall hast Du da eine CD geschenkt bekommen, mit der Du sicherlich viel Freude haben wirst, wenn Du Dich irgendwann mal drauf einlässt :thumbsup:

    29.08.1958 - 25.06.2009
    gone too soon

  • Mit Radiohead würde ich sie nicht vergleichen.


    Nein, mit der Gitarrenpop-Phase der Band, also mit Alben wie "Pablo Honey" oder "The Bends" sicherlich nicht. Mich erinnert bei Tool aber einiges an die experimentelle, bisweilen geradezu atonale Radiohead-Phase des Albums "Kid A" (in dieser Phase habe ich Radiohead auch zweimal live gesehen, u.a. - ja, tatsächlich - am 11. September 2001 in Berlin). Wenn ich dort, also bei "Kid A", mal wieder angelangt bin, werde ich sicherlich auch zu Tool finden.
    Herzliche Grüße
    Swjatoslaw

  • Ich hab den Bach mal ausgemacht und die hier eingeworfen




    Ich hätte sie genau so gut im Jazzthread posten können, aber diese New Yorker Jungs sind die einzigen von denen man ohne Gewissensbisse behaupten kann, eine gewisse zappahafte Art WEITERentwickelt zu haben. Das ganze ist sehr zappaesk, vor allen Dingen, wenn man die Bläser betrachtet, aber hat selbst das ist überwunden und daraus ist ein sehr eigenständiger Sound entwickelt worden. Das ist dermaßen komplex, verproggt und verjazzt (ohne jazzrock zu sein), dass es einem nach Atem stockt. King Crimson sind langweilig dagegen (bis auf Lizard)! Beginnt in 9/8, ganz harmlos, da wo Genesis Suppers Ready aufhört, wird aber richtig wild ;)


    Ein Jeder, der Zappa mag, dürfte von dieser Platte hin und weg und reichlich begeistert sein!!! Versprochen!


    http://babyblaue-seiten.de/ind…alpha&top=reviews&alpha=f



    Tip des Monats 8/10 mit 12,8 auf den babyblauen. Das spricht für sich!

    29.08.1958 - 25.06.2009
    gone too soon

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