Smetanas Ma Vlast

  • Hallo Smetana-Freunde,


    eigendlich hätte ich nach den favorisierten Aufnahmen von Mein Vaterland mit
    Ancerl / Tschechische Philharmonie (Supraphon, 1964, ADD), die leider auf CD so fürchtbar remastert wurde (da hört man besser die alte Supraphon-Doppel-LP - ich berichtete =2/2007 bereits)
    und in anständiger Klangqualität die nicht minder spannende Aufnahme auf CD mit
    Levine / Wiener PH (DG, DDD)
    keine weitere benötigt.


    Um alle Smetana-Orchesterwerke zu haben, sollte man für 6,99Euro (bei 2001) aber unbedingt die 3CD-BRILLANT-Box besitzen.
    Diese gehört zu den ersten CD-Käufen 2009 und ist eine voll positive Überraschnung.



    Mein Vaterland; Wallensteins Lager op. 14; Hakon Jarl op. 16;
    Richard III op. 11; Ouvertüre & 3 Tänze aus "Die verkaufte
    Braut"; Doktor Faust-Ouvertüre; Venkovanka; Nasim Devam;
    Festsymphonie op. 6; Festouverüre C-Dur; Festouvertüre op. 4;
    Prager Karneval; March of the National Guard;
    Shakespeare Festival March op. 20; Wallenstein's Camp op. 14

    Janacek PO, Theodore Kuchar
    Brillant, 2007, DDD


    Nur Gregorius berichtete vor kurzem ganz nebenbei von dieser Aufnahme und hob die gute Klangqualität hervor.


    **** Man merkt bei hören von Mein Vaterland gleich, das das Janacek PO kein Spitzenensenble, wie die bekannten großen ist und auch wie verwöhnt man in dieser Beziegung geworden ist.
    Aber das tut der Qualität keinen Abbruch, denn die tschechischen Musiker sind mit großer Spielfreude und Feuer dabei und geben alles.
    :yes: Auch Kuchar, den ich auf NAXOS und BRILLANT in den letzten Jahren mehrfach positiv erlebt habe (besanders bei der 3CD-Box mit Schostakowitsch-Suiten und Kurzwerken) ist hier mit Elan und fern jeder Langweile dabei. Die Sinfonischen Dichtungen (neben den Mein Vaterland) kannte ich schon durch die TOP - Kubelik-CD (DG). Diese werden hier mit Kuchar aber ebenfalls eindrucksvoll dargeboten.
    :] Smetana Orchestral jetzt komplett - da entsteht durch diese 3CD-Box ein ganz neues Smetana - Bild: Welch feurige hochmusikalische Musik war da noch unbekannt. Da geht es "richtig rund" und das wird durch Kuchar und die Janaceker toll umgesetzt.
    Wer kennt die Doktor Faust-Ouvertüre oder die gute Laune - Sinfonie namens Festive Symponie op.6, in der auch die Deutschlandhymne anklingt ?
    Auch die bekannte Ouvertüre zur Verkauften Braut mit den zugehörigen Sätzen - hier wirklich Klasse.
    Kurz: Die Brillant-Box macht einfach Spaß und Laune.
    :D Wenn einer mal schlecht drauf ist - dann dieses !



    Nun zu Mein Vaterland mit Kuchar:
    Schon die Spielzeiten auf dem Cover versprachen anständiges -
    :yes:Kuchar benötigt 73:15, ähnlich wie Ancerl 75:15 und Levine mit 76:10.
    :no: Aber nicht den Reinfall, den ich 02/2007 erlebte, mit Harnoncourt (RCA) der mit über 84 Minuten langatmig dahinplätscherte (lange verkauft).


    Die Janacek PO scheint nicht ganz die Präzision zu haben und bei wuchtigen Einsätzen fehlt etwas die Schlagkraft, so wie bei der Tschechischen PH und den WPO in Mein Vaterland gewohnt. Da man den Musikern aber ihre Spielfreude anmerkt ist dies zu verschmerzen und es entstand eine emotionsgeladene und an keiner Stelle langweilige Interpretation, die voll zufriedenstellt.


    :hello: Diese Brillant-Box zeigt Musiker, die den unbekannten Smetana unbedingt in positivsten Bildern zeigen wollen - TOP gelungen - fabelhafte CD´s - tolle Ergänzung zum vorhandenen.
    Und dann für diesen Geschenktpreis.

    Gruß aus Bonn, Wolfgang

  • Der Auflistung von Norbert vom Mai 2005 …

    Gut, dann habe ich -quasi als Einstieg- auch einmal eine Frage bzw. ein Anliegen:
    Rafael Kubelik hat "Mein Vaterland" mindestens viermal für die Schallplatte bzw. CD eingespielt: Zu Anfang der Stereoära mit den Wiener Philharmonikern (Decca), 1971 mit dem Boston Symphony Prchestra (Deutsche Grammophon), 1984 mit dem Symphonieorchester des Bayer. Rdfs. (Orfeo) und 1990 mit der Tschechischen Philharmonie Prag (Supraphon).


    … möchte ich gern noch eine dazugeben, die ich kürzlich aus den USA (für 10 $) erhalten hab:

    Raphael Kubelik und das Chicago Symphony Orchestra.
    Monoaufnahme von 1952. Mercury Living Presence.


    Ein zwar recht gut zu durchhörendes, aber dennoch der Technik der Zeit geschuldetes Klangbild (nicht sehr verfärbungsarm). Ansonsten typischer CSO-Sound. Kubelik als 36jähriger in seiner Sturm-und-Drang-Zeit. Kein must-have, aber eine feine Zugabe zu meinem vorhandenen Portfolio.

  • Hallo Thomas,


    na, da lag ich ja mit "mindestens vier" richtig... ;)

    Grüße aus der Nähe von Hamburg


    Norbert


    Das Beste in der Musik steht nicht in den Noten.

    Gustav Mahler



  • Ich möchte mit nebenstehender CD noch auf eine weitere außergewöhnliche Einspielung. nämlich die Vaclav Neumanns mit dem Gewandhausorchester Leipzig (AD 10/1967) aufmerksam machen, die ich neben Kubeliks 1959er Aufnahme und der Aufnahme von Levine in meiner Sammlung habe, außerdem die legendäre "Moldau" Fricsays, kombiniert mit Dvorak 9. Während ich dies schreibe, habe ich aus Neumanns Aufnahme die Nr. 1 "Vysehrad" auf dem Ohr, die mir durch und durch geht, so dass ich mit dem Schreiben innehalten muss. Auch klanglich ist diese Aufnahme "top".




    Liebe Grüße


    Willi :rolleyes:

    1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
    2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).


  • Um diesen Ort ranken sich die Sagen der Gründung der Stadt Prag (literarisch u.a. von Grillparzer in "Libussa" verarbeitet). In diese Sagenzeit gehört auch der Barde Lumir, dessen Harfenklänge das Werk eröffnen. Historisch verbürgt ist, daß im 11. Jahrhundert dort ein König auf der Festung residierte. Heute ist von der Festung nichts mehr zu sehen; dort befindet sich nun u.a. eine Kirche mit Friedhof, auf dem berühmte tschechische Persönlichkeiten ihre letzte Ruhestätte gefunden haben. Bei meinem Prag-Besuch habe ich auch diesen Friedhof besucht und nach einiger Suche die Gräber von Smetana und Dvorak gefunden.


    Viele Grüße,
    Pius.


    Just for information: Neben den bereits genannte Großen Antonin Dvorak und Bedrich Smetana liegen unter (vielen) anderen auch


    der Komponist Zdenek Fibich, die Dirigenten Karel Ancerl, Vaclav Smetacek, Raphael Kubelik, Zdenek Chalabala, Franticek Stupka sowie der Konzertmeister Bruno Belcic.


    Ein wahrlich magischer Ort, wie ich erst kürzlich während meines Prag-Besuches feststellen konnte. Ein Besuch ist absolut empfehlenswert.

  • oder die gute Laune - Sinfonie namens Festive Symponie op.6, in der auch die Deutschlandhymne anklingt ? ZITAT von TELETON


    In seiner "Festive Symphnony" op. 6 bezieht Smetana sich natürlich nicht auf das Deutschlandlied. Wie ja bekannt ist, war die Melodie des Deutschlandliedes mit anderem Text (Gott erhalte...) österreichische Kaiserhymne bis zur Zerschlagung der Habsburgermonarchie im Herbst 1918. Smetanas Heimat - das Königreich Böhmen - war Bestandteil des habsburgischen Kaiserstaates. Im Jahr der Komposition dieser Symphonie (1854) hoffte Smetana wohl - wie viele andere Böhmen auch - , dass der junge Kaiser Franz Joseph, der seit 5 Jahren Kaiser des Habsburgerreiches war, sich nun auch offiziell zum König von Böhmen krönen lassen würde. Die Herrschaft in Böhmen übte er eh' aus, doch die offizielle Krönung im Prager Veitsdom hätte den seit der harten Niederschlagung ihrer Revolution 1848 schwer gekränkten Tschechen etwas Würde zukommen lassen. Er tat's dann nicht, aber als Smetana das Werk komponierte, war das noch nicht klar und so ist das Zitat der Kaiserhymne als Hoffnungszeichen des komponisten gedacht gewesen.


    Grüße,
    Garaguly


  • Hallo Josef,


    diese Eloquence - CD hatte ich gestern in Bonn in einem CD-Laden in der Hand. ? Ist das die gleiche GA vom Vaterland, wie die auf NEWTON ? Kann doch fast nicht sein, dass zwei Label die gleiche Aufnahme herausbringen !?!
    Bei Decca komme ich überschlägig gerechnet auf rund 78 Minuten.


    *** Dorati scheint mir ein nicht zu unterschätzender Dirigent auch für Smetana zu sein - ich glaube da muss ich käuflich tätig werden ! Schon weil meine Favoriten-Aufnahme mit Karel Ancerl (Supraphon) als CD-Übernahme so blechern klingt. (Die Supraphon-Doppel-LP war hier tatsächlich mal besser ! Nämlich so gut, dass diese zu meinen bestklingenden LP´s gehörte ! Und das will was heissen.).



    Decca, ADD
    Das Aufnahmedatum lässt sich hier nicht feststellen. Es gibt ja noch von Dorati eine Decca-Doppel-CD mit den Dvorak-Ouv (diese mit anderen Dirigenten). Nach dem Datum ist es tatsächlich auch bei Decca die 1986er-Aufnahme !

    Gruß aus Bonn, Wolfgang

  • Hallo Wolfgang,


    m. W. gibt es von Doráti insgesamt nur zwei Aufnahmen von "Má vlast": Eine in Mono von 1956 sowie die genannte in Stereo von 1986. Es ist daher mit fast an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die Eloquence-Ausgabe diesselbe Aufnahme enthält wie die Newton-Veröffentlichung. Diese kommt zwar auf zwei CDs daher, würde aber (wie Kubelíks Münchner Aufnahme) auch auf eine passen, wobei dies im Falle von Doráti wohl daran liegt, dass man die Konzertouvertüre "In der Natur" von Dvořák nicht allein auf die zweite CD pressen wollte.


    Wie dem auch sei: Die Doráti-Aufnahme ist absolut TOP. Das Concertgebouworkest als weltbestes Orchester (laut dem damaligen Ranking) macht seinem Namen alle Ehre. Besser kann das im Grunde nicht klingen. Die Streicher klingen himmlisch, die Blechbläser prägnant, die Pauken werden nicht (wie in vielen Aufnahmen) verdeckt. Die Aufnahmequalität ist Decca würdig. Dagegen klingen selbst einige neuere Aufnahmen nicht so adäquat.


    Ich zitiere mal unser Mitglied Sonnensucher aus einem anderen Thread:


    Hier sollte meines Erachtens keinesfalls Smatanas Vaterland-Zyklus unter Dorati vergessen werden:



    Eine der besten Einspielungen dieser Werke auf dem Markt. Sowohl klanglich als auch interpretatorisch allererste Sahne! :angel:


    Bzgl. der Aufnahme von Ančerl, die ich in diesem neuen "verschlimmbesserten" Remastering kenne, kann ich nur beipflichten. Die wurde wirklich zu Tode bearbeitet, ihr fehlt jede Seele. Ein gravierendes Beispiel dafür, wo man das Rauschen besser drinnen belassen hätte sollen. Soweit ich weiß, soll noch eine ältere CD-Ausgabe ohne dieses Remastering kursieren; für Tipps wäre ich dankbar.


    Beste Grüße
    Joseph

    »Und besser ist's: verdienen und nicht haben,

    Als zu besitzen unverdiente Gaben.«

    – Luís de Camões

    Einmal editiert, zuletzt von Joseph II. ()

  • Ich besitze noch eine Supraphon-Aufnahme mit der Tschechischen Philharmonie Prag unter der Leitung von Karel Ancerls Nachfolger Vaclav Neumann aus dem Jahr 1975.
    Da spürt man die Beseeltheit, mit der jeder Musiker an dieses Werk herangeht. Leider ist die Aufnahme derzeit vergriffen.
    Ich hüte sie wie meinen Augapfel.


    :angel:

    Freundliche Grüße Siegfried

  • Hallo Josef
    danke für den Dorati Tipp. Das Teil habe ich auf dem Heimweg gerade noch erstanden. Die Aufnahme ist übrigens DDD. Liegt schon im Player. Bin zwar erst am Anfang, aber wenn es so weitergeht..


    Also Wolfgang, die kannste getrost kaufen.


    lutgra

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  • Hallo Lutgra und Josef,
    klar, die Decca-Eloquence - CD habe ich bereits heute Mittag bestellt. :jubel: Ich freue mich drauf !


    Mit Dorati habe ich noch nie im geringsten schlechte Erfahrungen gemacht.
    Den herausragendsten Eindruck habe ich mit seinen Aufnahmen mit dem Detroit SO - natürlich auf Decca.


    Wie mir sein Smetana hier mit dem CGBO zusagt, werde ich zu gegebener Zeit mitteilen. ;) MEDIMOPS ist schnell in Deutschland ! Heute geklickt - übermorgen im Kasten.

    Gruß aus Bonn, Wolfgang

  • Ich besitze noch eine Supraphon-Aufnahme mit der Tschechischen Philharmonie Prag unter der Leitung von Karel Ancerls Nachfolger Vaclav Neumann aus dem Jahr 1975.
    Da spürt man die Beseeltheit, mit der jeder Musiker an dieses Werk herangeht. Leider ist die Aufnahme derzeit vergriffen.
    Ich hüte sie wie meinen Augapfel.


    :angel:


    Lieber Siegfried,


    bei Amazon ist sie ohne weiteres erhältlich:



    Von Vaclav Neumann kenne ich nur die Aufnahme mit dem Gewandhausorchester, die ich, wie fast alle Aufnahmen Neumanns, sehr schätze. Ich gedenke aber, mir demnächst eine der beiden Einspielungen mit der Tschechischen Philharmonie zuzulegen...

    Grüße aus der Nähe von Hamburg


    Norbert


    Das Beste in der Musik steht nicht in den Noten.

    Gustav Mahler


  • Hallo Wolfgang,


    m. W. gibt es von Doráti insgesamt nur zwei Aufnahmen von "Má vlast": Eine in Mono von 1956 sowie die genannte in Stereo von 1986. Es ist daher mit fast an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die Eloquence-Ausgabe diesselbe Aufnahme enthält wie die Newton-Veröffentlichung. Diese kommt zwar auf zwei CDs daher, würde aber (wie Kubelíks Münchner Aufnahme) auch auf eine passen, wobei dies im Falle von Doráti wohl daran liegt, dass man die Konzertouvertüre "In der Natur" von Dvořák nicht allein auf die zweite CD pressen wollte.


    Hallo Joseph,


    Kubeliks Aufnahme mit dem SO des Bayer Rdfs. ist anfänglich (bei einer Spielzeit von ca. 76 Minuten) auf zwei CDs ausgeliefert worden, inzwischen gibt es sie auf einer.



    Der Grund dafür ist relativ simpel: Zu frühen CD Zeiten waren nicht alle Presswerke in der Lage, Spielzeiten von wesentlich mehr als 70 Minuten auf eine CD zu pressen. Bei ca. 75 Minuten war meist die Grenze, bei der die entsprechenden Werke auf zwei CDs verteilt werden musste.


    Bei Eliahu Inbals Aufnahme von Bruckners 8. Sinfonie in der Erstfassung war z.B. es genau so. Sie entstand 1983, hat ebenfalls eine Spielzeit von ungefähr 75 Minuten und wurde von der damaligen Teldec auf zwei CDs verkauft.


    Inzwischen ist es ohne Weiteres möglich, auf einer CD Spielzeiten von mehr als 80 Minuten zu verpacken.


    PS.: Zu Dorati: Philips ist identisch mit Decca ist identisch mit Newton Classics.

    Grüße aus der Nähe von Hamburg


    Norbert


    Das Beste in der Musik steht nicht in den Noten.

    Gustav Mahler



  • Lieber Norbert,


    ich habe noch ein Vinyl-Doppel-LP-Album, welches meines Wissens nicht mehr erhältlich ist. Ist die von dir erwähnte CD remastered? Es gibt hier gravierende Klangunterschiede (siehe oben).

    Freundliche Grüße Siegfried

  • Entwarnung: Die 1975er Aufnahme von Neumann (offenbar seine zweite von dreien) ist in der gezeigten CD-Ausgabe hervorragend remastered worden. Anders als bei Ančerl klingt es nicht künstlich und zu Tode digitalisiert. Insofern Kaufempfehlung.


    Liebe Grüße
    Joseph

    »Und besser ist's: verdienen und nicht haben,

    Als zu besitzen unverdiente Gaben.«

    – Luís de Camões

  • Höchste Zeit, mal aufzuräumen!


    Habe soeben bei mir entdeckt:



    Die NAXOS-Aufnahme stammt von 1994, das Polnische Nationale Radio-Symphonieorchester von Kattowitz spielt sehr inspiriert unter ihrem damals 50-jährigen Dirgenten Antoni Wit.


    Ich muß mir das Schnäppchen wohl bei einem meiner Lustkäufe zugelegt und dann vergessen haben. Dank dieses Threads habe ich mich wieder an den Silberling erinnert.


    :hello:

    Freundliche Grüße Siegfried

  • Die Decca-Eloquence-CD mit Dorati / Royal Concertgebow Orchestra Amsterdam (DEcca, 1986, DDD) ist gestern bei mir angekommen und gleich mit Erwartung gehört worden:


    Die Klangqualität ist erwartungsgemäss wirklich sehr gut - vorbildlich.
    Aber was nützt das alles: :( So richtig wollte sich gleich von Anfang an bei Vysehrad keine Spannung einstellen.
    Auch bei der Moldau kam eher Verwunderung bei mir auf - wie die Moldau um die Felsklippen fegt, habe ich mit Fricsay (DG), Karajan (DG) und in meine GA mit Ancerl (Supraphon), Levoine (DG) und Kuchar (Brillant) wirklich anders gehört.
    Sarka kam dann wirklich angemessen.
    Kein Witz - aber bei Aus Böhmens Hain und Flur war ich kurzzeitig eingepennt.
    Tabor sprüht doch nur so vor berstender Spannung - der lento-Anfang lässt aufhorchen; aber ab dem Grandioso Molto vivace elininuert Dorati das alles und liefert hie ein seichtes Softpiece. Die saftigen Paukenstellen werden einfach mit breiten Akzenten (auch in den Streichern) ausgedünnt und spannungslos dargestellt. So harmlos habe ich das noch nie gehört. Bei Tabor sehe ich das als "Chance verpasst".
    Blanik muss so packend anfangen, wie Tabor aufgehört hat - bei Dorati als langezogenes Hauptthema teee teee teee tääää (statt te te tää tä); danach einen schön ausgehörten Mittelteil, die auch durch den TOP-Sound verwöhnen. Aber insgesamt: Ne, hat mir nicht gefallen.
    :!: Ansonsten - und bitte nicht falsch verstehen - bietet Dorati schönen Stellen in allen 6 Dichtungen ; aber da wo es packen sollte kommt einfach wenig !!!


    :thumbdown: Insgesamt war ich am Ende mehr entsetzt als erfreut, wie man das Werk besonders bei Tabor und Blanik so belanglos herunterbuchstabieren kann. Auch die lange Spielzeit, bei der jede der 6 Dichtungen je 1 -2 Minuten länger dauern ist nicht gerade förderlich für eine straffe Sichtweise.
    ---> Die Antwort finde ich eventuell in Doratis Alter - er war zum Zeitpunkt der Aufnahme bereits 80 !



    :!: Mit Sicherheit liegt mein Eindruck auch an meiner Prägung. Meine erste Aufnahmen, die immer noch mein Favorit bleibt ist
    :thumbsup: Karel Ancerl / Tschechische Philharmonie (Supraphon).
    Spielzeiten: 14:16 - 12:29 - 9:49 -12:14 - 13:45 :thumbup:
    Leider ist das 24BIT-Remastering bei Supraphon auf CD gehörig in die Hose gegangen, denn von dem sagenhaft guten Klang der Aufnahmen (auf der Supraphon-Doppel-LP), ist auf CD durch totale Rauschunterdrückung ein seltsam technisch-blechern klingendes Ergebnis zurück geblieben. ;) Dem Paukenklang hat es zum Glück nicht geschadet.
    Man höre aber den Int-Vergleich, wie unsagbar fetzig die Streicher akzentuieren und die Pauken mit Gänsehautfeeling agieren --- wo ist das bei Dorati ?
    * Josef meinte, dass es von der Ancerl-Aufnahme eine ältere CD-Ausgabe gibt .... das wäre interessant ! Ich habe gerade nachgesehen: Ist vorhanden aber zum Megapreis !
    Ab Beitrag 32 ist hierzu bereits einiges an INFO geschrieben worden.



    Auch meine weiteren GA mit Levine / Wiener PH (DG) sind aus ganz anderem Holz geschnitzt - packende Spannung von Anfang bis Ende, herausragende Paukenstellen mit den glänzenden Wiener PH. Norbert meinte dazu in Beitrag 34 "vordergründig knallig". Kann ich nicht teilen ! Es ist richtig, das Levine hier eine recht eigenwillige Sicht vorlegt, die auch nicht gerade böhmisch klingt; aber die Wiener PH klingen fabelhaft in jeder Beziehung. :thumbup: Jedenfalls produziert er keine Langeweile und liefert einen ganz excellenten Tabor mit Saft und Kraft.



    Selbst die ebenfalls empfehlenswerte Smetana: Complete Orchesterworks auf 3 CD mit der Janacek Philharmonie / Kuchar (Brillant) = siehe Beitrag 91; ist hier vorzugsweise zu nennen, obwohl das Orchester nicht so perfekt und mit etwas zuviel Hall klingt, wie die o.g.TOP-Aufnahmen, aber mit Hingabe gespielt.

    Gruß aus Bonn, Wolfgang

  • Könnte mir mal jemand bitte den „Bestellung abschicken“-Knopf rausprogrammieren … hab mir jetzt doch auch noch den Mackerras zugelegt. Meine vaterländische Sammlung umfasst mittlerweile – zeitlich sortiert:


    Raphael Kubelik – CSO – 1952 - *
    Vaclav Talich – Tschechische Philharmoniker – 1954 - ***
    Raphael Kubelik – WPhil – 1959 - *
    Karel Ancerl – Tschechische Philharmoniker – 1963 - ***
    Vaclav Neumann – Gewandhaus-Orchester Leipzig – 1968 - **
    Raphael Kubelik – Boston SO – 1971 - **
    Stanislav Gorkovenko – St Petersburg Radio- und TV-Orchester – 1981 - *
    Vaclav Smetacek – Tschechische Philharmoniker – 1981 - ****
    Vaclav Neumann – Tschechische Philharmoniker – 1982 (Tokyo!) - ****
    Antal Dorati – Royal Concertgebow-Orchester – 1986 - *
    James Levine – Wiener Philharmoniker – 1987 -**
    Jiri Belohlavek – Tschechische Philharmoniker – 1990 - **
    Raphael Kubelik – Tschechische Philharmoniker – 1990 - *
    Vladimir Valek - Sinfonieorchester Prag – 1990 -*
    Antoni Wit - Polnisches Radiosinfonieorchester Kattowitz – 1994 -****
    Libor Pesek – Tschechische Philharmoniker – 1995 -*
    Roger Norrington – London Classical Players – 1996 -**
    Charles Mackerras – Tschechische Philharmoniker – 1999 –noch ohne Wertung
    Nikolaus Harnoncourt – Wiener Philharmoniker – 2002 -**
    Theodore Kuchar - Janacek Philharmonic Orchestra - 2007 -*


    Die * bezeichnen meine Vorlieben; Smetacek, Neumann (Tokyo) und Wit machen hier momentan klar das Rennen. Lieben tu ich sie (fast) alle :-)

  • Hallo,


    Smetanas "Moldau" lernte ich in der Grundschule kennen und ich kann mich erinnern, daß ich das Stück ungewöhnlich und nicht nur angenehm fand. Das lag an der Harmonik.
    Auch wenn ich mit 14 Jahren Bruckners 8. ganz und gar geschätzt habe, kamen mir die "Bilder einer Ausstellung" von Mussorgski im Musikunterricht am Gymnasium beim ersten Hören fremdartig vor - das lag an der Harmonik.
    Beides ist für mich heutzutage ganz normale Musik, ich mag die Harmonik sehr. Offenbar ist der menschliche Musikgeschmack anpassungsfähig.
    Heute höre ich gerne Jean Langlais: Jean Langlais (1907 -1991) - ein großer Komponist des 20. Jahrhunderts
    Ich bin in meinem Leben also Alterations-Harmonik-gewöhnter geworden und habe mich an starke Dissonanzen gewöhnt - ich mag sie. In der Grundschule hätte ich Jean Langlais wohl nicht gemocht.


    Man muß hier aufpassen: Mein erstes Bier war widerlich bitter und ich bin nie ein Bietrinker geworden. Ich esse auch keine vor mir widerlich bittere Bitterschokolade oder trinke widerlich bitteren Kaffee. Bei meinem Essens-Geschmack bin ich ganz ich selbst geblieben. Bei meinem Musikgeschmack nicht.


    Von der "Moldau" hatte ich eine Aufnahme mit James Levine und den Wiener Philharmonikern (DGG). Das Klangbild hatte fast keine Tiefenstaffelung und war daher unangenehm. Angeblich war es eine live-Aufnahme, aber man hört nicht den kräftigen Hall des großen Musikvereinssaals. Ich habe diese Aufnahme selten gehört.


    Schon zwei excellente Aufnahmen mit dem NHK Sinfonieorchester habe ich gefunden und nun fand ich noch eine dritte: Ma Vlast mit Vaclav Neumann. Das Orchester phrasiert sehr ausgeprägt. Es gibt große Spannungsbögen. Es artikuliert sehr stark, dabei singt das Orchester und spricht auch. Die Rhythmik ist äußerst flexibel, das Metrum nie starr. Auch die Gruppen spielen rhythmisch oft nicht simultan, was die Musik sehr auflockert. Neumann forciert nie. Eine wundervolle Aufnahme von "ma Vlast" mit der ich vollkommen zufrieden bin, hier kann man bei jpc hineinhören, um sich ein eigenes Urteil zu erlauben:



    Ich schätze Neumann als Dirigenten sehr. Leider sind seine Tondokumente bei Supraphon schlecht aufgenommen. Ich habe von Suk "Asrael, Ripening und Epilogue" und das Klangbild ist unerträglich verfärbt. Schon auf meinem Laptop höre ich, daß die Supraphon-Aufnahmen vom Klangbild her für mich nicht akzeptabel sind. Daher bin ich um so froher, daß es gut klingende Dokumente mit Neumann vom NHK gibt.


    Dies gilt in ähnlicher Weise auch für die Slavischen Tänze von Dvorak, die Neumann mit dem NHK Sinfonieorchester sehr schön spielen läßt. Die rhythmische Flexibilität ist vielleicht ungewohnt im Vergleich zu Neumanns Aufnahme mit dem Tschechischen Philharmonischen Orchester. Die haben ein starreres Metrum und phrasieren und artikulieren schwächer. Es ist etwas anderes. Mehr Rhythmusbetont, mehr tänzerisch vielleicht, aber auch etwas banal im Vergleich zum NHK-Sinfonieorchester. Glücklicherweise gibt es von diesem Werk eine Tonaufnahme, die bei Apex und nicht bei Supraphon erschienen ist, mit einem akzeptablen Klangbild. Hier kann man hineinhören um den Unterschied zwischen der Tschechischen Philharmanie und dem NHK-Sinfonieorchester zu erkennen. Ich finde es schön, beide Aufnahme zu besitzen:



    Meine "Musik-Ansprache"


    Ästhetik ist relativ - oder: Über Geschmack kann man nicht streiten


    Zum Umgang mit der Musik-Kritik


    Der subjektive Hörtest- nur wie?



    Liebe Grüße


    Andreas

    De gustibus non est disputandum (über Geschmäcker kann man nicht streiten)

  • Hallo,


    habe nach der Lektüre hier festgestellt, dass ich nur die Moldau besitze - jetzt habe ich diese Aufnahme bestellt, gebraucht für einen Cent (!!!) - da bin ich ja mal gespannt . Bild geht leider nicht, deshalb der link :



    Gruss


    Kalli

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  • Danke für das Bild !


    Wenn sie da ist werde ich mich zur Audio Qualität äußern - interpretatorisch ist ja alles gesagt ( und es muss ja nicht der Satz von Karl Valentin gelten " es ist zwar schon alles gesagt - aber nicht von Allen " )


    Kalli

  • Hallo Kali,


    Danke für den Hinweis auf diese SACD (!!!) mit Vaclav Neumann. Für 1Cent lasse ich mir die SACD auch nicht entgehen, zumal Thomas und einige weitere sich sehr positiv zu den V.Neumann-Aufnahmen geäussert haben.
    Wenn so eine Aufnahme auf SACD übernommen wir, dann wird da klanglich kaum ein grosser Mangel festzustellen sein.
    Ich bin gespannt und werde, genau wie Du berichten.


    ;) Insbesondere wie packend Neumann TABOR gelingt wird mich interessieren.
    Bisher kenne ich nur eine Aufnahme - nämlich Karel Ancerl/TschechischePH (Supraphon) - die in dieser Hinsicht voll zufriedenstellt. Levine/Wiener Ph (DG) geht so einigermassen, hat aber auch nicht die unglaublich fesselnde Durchschlagskraft. Wie ich berichtete hat Dorati (Decca,Philips,Newton) das bei seiner ansonsten schönen Aufnahme der Vaterland-Dichtungen total verpasst.


    Und interpretatorisch ist damit noch nicht alles gesagt und bekannt.

    Gruß aus Bonn, Wolfgang

  • Smetanas "Mein Vaterland" mit Neumann und dem Gewandhausorchester Leipzig gibt es mit vielen unterschiedlichen Covern, aber es ist immer die selbe Aufnahme.
    Bei der im vorigen Beitrag erwähnten SACD aus der "Edition 100" handelt es sich um eine Clubedition Bertelsmann.
    Bei dem Remaster für diese Edition wurde DSD eingesetzt, vermutlich macht sich das beim Klang der SACD-Spur bemerkbar.
    Ein Vorteil der SACD-Multikanalspur gegenüber der SACD-Stereospur dürfte jedoch kaum zu erwarten sein, da vorhandenes Stereomaterial elektronisch zu Multikanal aufgepeppt, also ein wenig Hall auf die hinteren Lautsprecher gelegt wurde.
    Die SACDs aus dieser Clubedition kosteten bei Erscheinen 9,99 Euro.

    mfG
    Michael



  • Leider ist bei meiner Bestellung zum zweiten Mal die gleiche falsche CD angekommen.....da muss beim Versender etwas total falsch gelagert sein - beim ersten Mal wurde problemlos erstattet . Mal sehen was er diesesmal antwortet - noch einmal versuche ich das nicht - so etwas ist mir noch nie passiert.....
    Werde dann halt die normale CD bestellen.


    Sonnige Grüsse


    Kalli

  • Hallo Kali,


    :D da geht es Dir genau wie mir. Ich habe auch statt dieser 1Cent-SACD zwei mal eine TV-Ami-Serien-CD erhalten. Nach der 2.Anmahnung beim amazon-Anbieter Zoverstocks die Mitteilung, das ich meine Unkosten erstattet bekomme.
    Hat sich erledigt. Selbst, wenn Du noch mal bestellst, bekommst Du immer die TV-Serien-CD.


    Warum ?


    Zitat

    Die SACD von Smetanas Mein Vaterland hat keine EAN, da sie aus einer Veröffentlichung vom Bertelsmann Club Center stammt - die haben nur fünf Ziffern als Katalognummer und keinen Strichcode. Und die EAN gilt in Deutschland nicht.
    Aber sie ist in Großbritannien verteilt - und zwar für diese TV-CD!


    Irgend jemand hat das Bild der SACD unter diese ASIN eingelesen, und das wird immer angezeigt. Aber die EAN läßt Zoverstocks (die sind ja in GB ansässig) immer zu der TV-Serien-CD greifen.


    Für mich ist der Fall abgehakt !
    Dann werde ich Mein Vaterland eben mit meinem Favoriten Ancerl (Supraphon) weiterhin geniessen.


    Allerdings habe ich bei Spotify mal in diese Neumann-Aufnahme reingehört:
    Trotz AD1968 sehr gute Klangqualität, warme detailreiche Int ... da kann ich verstehen, dass man so etwas auf SACD herausbringt.
    Bei allem wohlwollen für diese wirklich schöne Neumann-Aufnahme mit dem Leipziger Gewandhausorchester - aber es sind mir einige Sätze zu breit ausgewalzt: Bei Vysehrad und besonders bei Tabor und Blanik fehlt mir das Vorwärsschreitende, das die Ancerl-Aufnahme (Supraphon) so umwerfend macht. Ich werde doch auch auf eine der beiden verfügbaren CD-Ausgaben verzichten ...

    Gruß aus Bonn, Wolfgang


  • Eine der interessantesten Lesarten legte Wladimir Fedossejew mit dem Rundfunk-Symphonieorchester der UdSSR (RSO Moskau) in den 80er Jahren vor. Nach meinen Recherchen dürfte es sich um eine der wenigen, wenn nicht gar die einzige Aufnahme dieses Werkes aus der Sowjetunion handeln — vielleicht war es nach dem "Prager Frühling" in der UdSSR nicht mehr besonders en vogue.


    Da ist er wieder, der typische sowjetische Orchesterklang: spröder und rauer als im Westen. Grandios die Blechbläser. Es passt ausgezeichnet zu diesem slawischen Werk und bereichert die Palette der großartigen Interpretationen um eine weitere Facette.


    Tempomäßig ist Fedossejew eher auf der flotten Seite, wenn auch nicht ganz so schnell wie Karel Ancerl:


    12:58 - 13:34 - 10:48 - 13:59 - 12:12 - 13:16 = 76:51


    Ein wenig aus der Reihe tanzt "Die Moldau", die er schön auskostet. "Tábor" hingegen sehr fetzig. Ganz groß und tiefgründig "Aus Böhmens Hain und Flur", das ja ein wenig im Schatten der beiden genannten steht.


    Fazit: Eine echte Bereicherung der Diskographie! Derzeit für EUR 4,99 beim Werbepartner jpc.

    »Und besser ist's: verdienen und nicht haben,

    Als zu besitzen unverdiente Gaben.«

    – Luís de Camões

  • Eine der interessantesten Lesarten legte Wladimir Fedossejew mit dem Rundfunk-Symphonieorchester der UdSSR (RSO Moskau) ......
    ..... typische sowjetische Orchesterklang: spröder und rauer als im Westen. Grandios die Blechbläser. Es passt ausgezeichnet zu diesem slawischen Werk und bereichert die Palette der großartigen Interpretationen um eine weitere Facette.


    Tut mir leid, lieber Joseph!!, aber das passt nun wirklich nicht!
    Das böhmische Musizierideal ist ein ganz anderes: da ist ein warmer, voller und strömender Klang nötig, seidige Streicher, wirklich 'singende' Holzbläser, sonores Blech - und das alles harmonisch aufeinander abgestimmt. Natürlich darf es auch auch Schroffheiten und Derbheiten geben aber der Grundklang muß 'böhmisch' sein.
    Wenn man wissen will, was ich meine, kann man das bei Talich uns Sejna hören - oder bei Kubelik (Aber nicht in der Bostoner Aufnahme).


    Eine famose Eispielung ist inzwischen Jakub Jakub Hrůša gelungen: entspannt und ganz wunderbar im Klang, dabei aber auch mit prächtigen Steigerungen und dramatische Akzentuierungen. Das alles klingt wirklich völlig unaufgeregt und gewollt, einfach natürlich erzählt!



    Beste Grüße


    Caruso41

    ;) - ;) - ;)


    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!

  • Eine famose Eispielung ist inzwischen Jakub Jakub Hrůša gelungen


    Er dirigiert ja auch die "Bamberger" (Du weißt, warum ich die "..." verwende!) Das ist ja schon lange her, aber die "Alten" werden/haben die Tradition weitergegeben/vererbt.


    Viele Grüße
    zweiterbass

    Wer die Musik sich erkiest, hat ein himmlisch Gut bekommen (gewonnen)... Eduard Mörike/Hugo Distler

  • Tut mir leid, lieber Joseph!!, aber das passt nun wirklich nicht!
    Das böhmische Musizierideal ist ein ganz anderes: da ist ein warmer, voller und strömender Klang nötig, seidige Streicher, wirklich 'singende' Holzbläser, sonores Blech - und das alles harmonisch aufeinander abgestimmt. Natürlich darf es auch auch Schroffheiten und Derbheiten geben aber der Grundklang muß 'böhmisch' sein.
    Wenn man wissen will, was ich meine, kann man das bei Talich uns Sejna hören - oder bei Kubelik (Aber nicht in der Bostoner Aufnahme).


    Lieber Caruso,


    mag ja sein, dass die Fedossejew-Aufnahme nicht besonders idiomatisch ist. Ich habe aber gern auch mal ab und zu Abwechslung, betrachte sie also als eine schöne Ergänzung. Als einzige Aufnahme würde ich sie auch nicht unbedingt wem empfehlen.



    Ich kenne natürlich auch etliche "böhmische" Aufnahmen, von denen meine liebsten folgende sind: Karel Ancerl (1968 live) und Václav Neumann (1975), beide mit der Tschechischen Philharmonie. Wenn's Kubelík sein soll, wäre das für mich der späte Mitschnitt von 1990 (z. Zt. schwer erhältlich). Seitdem ich allerdings die beiden erstgenannten genauer kenne, sind mir die lieber. Ancerls bekanntere Studioaufnahme von 1963 klingt im neuen "Gold"-Remastering übrigens katastrophal (teleton sprach es ja auch bereits an). Und Neumann finde ich mit den Tschechen auch noch besser als mit den Leipzigern. Es soll noch eine weitere Aufnahme der Tschechischen Philharmonie unter Lovro von Matacic von 1984 geben, aber die konnte ich bislang nirgendwo auftreiben.

    »Und besser ist's: verdienen und nicht haben,

    Als zu besitzen unverdiente Gaben.«

    – Luís de Camões

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