"WIENER BLUT" - Johann Strauß' posthumer Erfolg

  • In der Hitliste der Erfolgs-Operetten von Johnann Strauß jr. steht "Wiener Blut" nach der "Fledermaus" und dem "Zigeunerbaron" an dritter Stelle. Dabei hat er streng genommen nichts damit zu tun. Die Musik dieser Operette wurde von Adolf Müller jun. nach vorhandenen Kompositionenen von Johann Strauß in dessen letztem Lebensjahr zusammengestellt. Der Walzerkönig starb noch vor der Uraufführung, und so wurde diese dann einige Wochen später zu einer eigentümlichen Hommage an den toten Meister - und wurde am 26. Oktober 1899 im Carl-Theater in Wien ein großer Erfolg, der bis heute anhält!


    Im Wonnemonat Mai bringt der ZDF-Theaterkanal eine Fernseh-Inszenierung der Operette "Wiener Blut" aus dem Jahr 1972 als "Operette des Monats:


    Wiener Blut
    Operette von Johann Strauß


    Gräfin Zedlau - Ingeborg Hallstein
    Graf Zedlau - René Kollo
    Demoiselle Cagliari - Dagmar Koller
    Fürst Yspheim - Benno Kusche
    Pepi - Helga Papouschek
    Josef - Ferry Gruber
    Kagler - Fritz Muliar
    Lisi - Hilde Sochor


    Regie: Hermann Lanske
    Choreographie: Dia Luca
    Libretto: Victor Léon und Leo Stein
    Orchester: Symphonie-Orchester Graunke


    Fernsehinszenierung, Österreich / BR Deutschland 1972


    Zitat

    Der Provinz-Graf Zedlau hat sich in Wien zum Lebemann gemausert. Er hat eine Geliebte, die Tänzerin Cagliari, aber außerdem verliebt er sich in die Probiermamsell Pepi, ohne zu wissen, dass diese die Verlobte seines Kammerdieners ist. - Der Vorgesetzte des Grafen Zedlau, Fürst Ypsheim, bringt durch sein höchst undiplomatisches Verhalten die größte Verwirrung in diese Liebeshändel, bis im Kasinogarten in Hietzing schließlich die Paare wieder in trauter Einigkeit zueinander finden: Der Graf zu Gräfin, Kammerdiener Josef zu seiner Pepi, und die Tänzerin Cagliari kriegt sogar nach dem Abenteuer mit Zedlau jetzt einen richtigen Fürsten, nämlich den "Diplomaten" Ypsheim ab. Die flotten und wienerisch-walzerseligen Melodien von Johann Strauß kommen in dieser Verwechslungskomödie zu voller Geltung.


    Hier sind die Sendetermine im Mai 2009:


    Sa, 02.05.2009 15:25 Uhr(95 min.)
    Mi, 06.05.2009 10:25 Uhr
    Mo, 11.05.2009 10:25 Uhr
    Do, 14.05.2009 15:25 Uhr
    Sa, 16.05.2009 10:25 Uhr
    Di, 19.05.2009 15:25 Uhr
    So, 24.05.2009 15:25 Uhr
    Do, 28.05.2009 10:25 Uhr
    Fr, 29.05.2009 15:25 Uhr


    Die Operette gibt es auch auf Video:



    LG


    :hello:

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • Hallo Harald,


    ich habe mal "Wiener Blut" wähernd meines Studiums in Szene gesetzt. Als Rückerinnerung des Liebespaares. Jedes Bühnenbild in einen bestimmten Farbton gehaucht. Muss ich Dir beim nächsten Treffen mal zeigen.


    LG,


    Knuspi

  • Um ehrlich zu sein, den Plot der Operette habe ich nie so richt verstanden - so geht es mir allerdings mit der Handlung der meisten Operetten. Umso besser für mich, dass ich jetzt in der Programmvorschau des ZDFtheaterkanals gesehen habe, dass der Sender vor jeder Ausstrahlung der Operette (s.o.) jeweils eine halbstündige Einführung sendet, von und mit Marcel Prawy:


    Der Opernführer: Wiener Blut
    vorgestellt von Marcel Prawy

    Österreich / BR Deutschland 1972
    Dokumentation


    Marcel Prawy vermittelt in dieser Folge seines "Opernführers" an Hand von Szenenausschnitten Einblicke in Inhalt, Entstehungs- und Wirkungsgeschichte der Operette "Wiener Blut" von Johann Strauß.


    Termine


    Sa, 02.05.2009 14:55 Uhr(28 min.)
    Mi, 06.05.2009 09:55 Uhr
    Mo, 11.05.2009 09:55 Uhr
    Do, 14.05.2009 14:55 Uhr
    Sa, 16.05.2009 09:55 Uhr
    Di, 19.05.2009 14:55 Uhr
    So, 24.05.2009 14:55 Uhr
    Do, 28.05.2009 09:55 Uhr
    Fr, 29.05.2009 14:55 Uhr


    LG


    :hello:

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • Das Finale 1 mit der Verwechslung der Damen ist ein großer Wurf.


    Wenn man auch noch Sänger hat, die die entsprechenden Dialekte beherrschen, ist der Erfolg garantiert.


    Meine Lieblingsaufnahme ist ein Mitschnitt der Wiener Volksoper bei einem Japan-Gastspiel, wo leider der Dialog merkwürdig gekürzt ist.
    (Martikke, Kales, Papouschek, Dönch, Dallapozza, Kuchar)


    Eine empfehlenswerte Aufnahme ! :angel:


    Euer Operngernhörer :hello:

    Meine Meinung steht fest. Bitte verwirren Sie mich nicht durch Tatsachen.

  • Der ZDF-Operettenfilm (s.o.) wird auch als Hochpreis-DVD-angeboten:



    Wer sich nur akustisch an dieser Operette erfreuen will, hat eine große Auswahl an CDs zur Verfügung.


    Ein gelungenes Beispiel der musikalischen Umsetzung dieses Johann-Strauß-Pasticcios ist die EMI-Elektrola-Gesamtaufnahme mit dem Dirigenten Willi Boskovsky (der in diesen Tagen seinen 100. Geburtstag feiern könnte) - der ja nun ein ausgesprochener Strauß-Kenner ist:



    Aufnahme: 1975, Studio
    Dirigent: Willi Boskovsky
    Philharmonia Hungarica
    Chor der Oper der Stadt Köln
    Chorleitung: Hans Wolfgang Schmitz
    Wiener Schrammeln, Leitung: Toni Stricker, Dialog- Regie: Gisela Schunk


    Balduin Graf Zedlau: Nicolai Gedda
    Franziska Cagliari: Renate Holm
    Gabriele (Gräfin Zedlau): Anneliese Rothenberger
    Graf Bitowski (Fürst Metternich): Gerd W. Dieberitz
    Josef: Heinz Zednik
    Kagler: Hans Putz
    Lisi: Helga Schramm
    Lori: Karin Stranig
    Pepi Pleininger: Gabriele Fuchs
    Premier Fürst Ypsheim-Gindelbach: Klaus Hirte


    LG


    :hello:

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • :hello:Selbst wenn Strauss selber nicht die Hand im Spiel hatte, seine Musik ist in dieser Operette wunderbar zusammengefuegt worden und ich fand die Handlung immer schon sehr amuesant. Ich bin mit der Schock, Gueden, Schramm Gesamtaufnahme aufgewachsen, und hoere Sie mir immer noch immer wieder gerne an. Lipp und Gruber als Diener und Probiermamsell sind einfach zu putzig. Carola

  • Hallo Carola,


    es ist mir eine große Freude, hier noch einen weiteren Operettenfan in unserer Gemeinde begrüßen zu können. Ich hatte schon befürchtet, bald alleine hier zu posten.
    Vermutlich meinst Du diese Aufnahme der Operette:



    Aufnahme: Juni 1965, Wien
    Dirigent: Robert Stolz
    Wiener Symphoniker
    Chor der Wiener Staatsoper


    Balduin Graf Zedlau: Rudolf Schock
    Franziska Cagliari: Margit Schramm
    Gabriele (Gräfin Zedlau): Hilde Güden
    Graf Bitowski (Fürst Metternich): Fred Liewehr
    Josef: Ferry Gruber
    Kagler: Erich Kunz
    Pepi Pleininger: Wilma Lipp
    Premier Fürst Ypsheim-Gindelbach: Benno Kusche


    Diese Doppel-CD ist erst vor wenigen Monaten erstmals digital erschienen, nachdem es vorher nur einen Querschnitt auf CD gab.


    Liebe Grüße


    Harald :hello:

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • Vielen Dank fuer das herzliche Willkommen. Ich habe schon immer viel Freude an Operetten gehabt, aber damals gab's leider nicht so viele Quellen um an Gesamtaufnahmen heranzukommen. Inzwischen lebe ich in der USA und habe netter Weise vor kurzem mehrere Operettenfreunde kennengelernt, die mir ihr wunderbares Archiv offengelegt haben. Jetzt hoere ich mich wie naerrisch durch's Operettenland und LIEBE es. Da habe ich dann dieses Forum gefunden. meine Boccaccio Fragen wurden auch schon alle das schon offene Thema beantwortet, da musste ich gar nicht mehr selbst fragen, was schoen war.

  • Ich habe ganz vergessen zu bestaetigen, dass das Cover, was Sie da zeigen, genau die Aufnahme ist. Mein Vater hatte sie damals im Rundfunk mitgeschnitten, als sie gesendet wurde.

  • Hallo zusammen,


    also diese



    Einspielung steht auch in meinem Schrank. Ist recht nett, aber mir gefällt diese besser.



    Dreimal dürft Ihr raten warum? :D


    Die Fernsehinszenierung habe ich mir auch aufgezeichnet. Nun ja, ich finde sie ungefähr :rolleyes: so.


    Gerade habe ich beschlossen, dass ich die Boskovsky Aufnahme auch unbedingt noch benötige. :D


    LG


    Maggie

  • Konzert am Samstag, 28.11.2009, 20.00 Uhr in der Kölner Philharmonie:


    Johann Strauß:
    Operette »Wiener Blut«

    arrangiert von Adolf Müller
    Libretto von Victor Léon
    und Leo Stein
    Mitwirkende:


    * Kay Stiefermann als Fürst Ypsheim-Gindelbach, Bariton
    * Mirko Roschkowski als Graf Balduin Zedlau, Tenor
    * Aga Mikolai als Gabriele, seine Frau, Sopran
    * Chen Reiss als Franziska Cagliari, Tänzerin, Sopran
    * Lars Woldt als Kagler, ihr Vater, Bass
    * Natalie Karl als Pepi Pleininger, Probiermamsell, Sopran
    * Boris Leisenheimer als Joseph, Kammerdiener, Tenor
    * Claudia Friedrich, Zwischentexte
    * Winfried Fechner, Erzähler
    * Prague Philharmonic Choir
    * WDR Rundfunkorchester Köln
    * Alfred Eschwé, Leitung
    * Sabine Müller, Regie


    Zitat

    Nach der Trennung von seiner Frau lebt Graf Zedlau ein unerwartet umtriebiges Leben. Er hat nicht nur ein Verhältnis mit der Tänzerin Franziska, sondern verguckt sich auch noch in die Braut seines Kammerdieners. Vom Treiben ihres Mannes alarmiert, kehrt die Gräfin zur Villa zurück, wo der Fürst Ypsheim-Gindelbach schon der vermeintlichen Frau des Hauses Franziska seine Aufwartung macht: Der Trubel beginnt! Auch auf dem abendlichen Ball kommt es noch zu einigen Verwechslungen und Missverständnissen, bis die richtigen Paare endlich wieder zueinander finden und sich versöhnen.
    Und was war schuld an der Verwirrung: Natürlich das Wiener Blut!


    Der WDR zeichnet das Konzert auf.
    Sendung im Radio:


    * WDR 4, Sa 09.01.2010, 20.05 Uhr (Termin jetzt schon vormerken!)


    LG


    :hello:

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • Hallo Harald,


    Frage an den (u.a.) Radio-Experten. Hat sich das Sendeschema des WDR in jüngster Zeit verändert? Mir war bisher bekannt, das jeden Freitag die Sendung "Operette nach Wunsch" und innerhalb dieser Sendereihe immer am ersten Freitag des Monts eine Gesamtoperette gesendet wird. Allerdings wurde dieses Schema in den letzten beiden Monate so nicht mehr eingehalten. Jetzt lese ich bei dir, dass "Wiener Blut" am Samstag, 09.01.2010 gesendet wurde. Das habe ich leider verpasst, weil ich den Samstag nicht "im Auge" bzw. nicht "im Ohr" hatte. :(


    Viele Grüße
    Uwe

  • Operettenfreunde können morgen nachmittag die Fernseh-Aufzeichnung des ORF von den Operettenfestspielen in Mörbisch am Neusiedler See genießen:


    13. Jänner 2010 - 14:35 - 3sat

    Wiener Blut
    Operette von Johann Strauß Sohn
    Seefestspiele Mörbisch, 2007

    Darsteller:
    Fürst Ypsheim-Gindelbach Harald Serafin
    Balduin Graf Zedlau Rainer Trost
    Gabriele, seine Frau Noemi Nadelmann
    Fürst Metternich Freddy Schwardtmann
    u.a.
    Musikalische Leitung: Rudolf Bibl
    Inszenierung: Maximilian Schell

    Zitat

    Graf Zedlau ist zwar frisch verheiratet, doch seine Gattin Gabriele, eine lebenslustige Wienerin, findet ihren provinziellen Gemahl recht uninteressant und kehrt zu ihren Eltern zurück. Der Graf reist ihr nach, lebt in Wien so richtig auf und nimmt sich eine Geliebte, Franzi. Damit nicht genug, verliebt er sich auch in die bildhübsche Pepi. Es kommt, wie es kommen muss: Eine Verwechslung ist Ausgangspunkt für eine Kettenreaktion von turbulenten Verwirrungen und Verwicklungen. Nach einem Lauf durch den Irrgarten der Gefühle, verliebt sich der Graf am Ende aufs Neue - in seine eigene Frau.
    Johann Strauß' letzte Operette ist eine Folge wunderbarer Walzermelodien. In kaum einem anderen Werk wurde die heiter schwebende Wiener Atmosphäre so treffend eingefangen wie in "Wiener Blut".


    Aus 2007 stammt auch die Aufnahme auf CD (ohne Dialoge):




    LG


    :hello:

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)