Kopfhörer für Klassikfans

  • Ich selbst habe seit meiner Kindheit eine geschwächte Wahrnehmung von hohen Frequenzen, welche sich in meinem Alter noch verschlechtert hat. Daher bin ich seit 15 Jahren auf ein Hörgerät angewiesen.


    Aber jetzt zum Thema. Anfangs der 2000er Jahre habe ich einen Sennheiser 600 erworben und war von Anfang an damit sehr zufrieden.

    tamino_1950, Deine Aussagen passen sehr gut zu meinen Erfahrungen. Wenn Du die Höhen vermisst, so passt ein Sennheiser gut. Bei mir ist es jedoch so, dass ich in den Höhen ein empfindliches Gehör habe: Das Piepsen der Bahn- und Bustüren schmerzt mich. Die Kopfhörer von Sennheiser sind daher für mich in den Höhen unangenehm.

    "Bach ist Anfang und Ende aller Musik." Max Reger

  • Deshalb gibt es auch keinen Preisunterschied zwischen Home-Hifi und dem Angebot für das Studio.

    O doch. Vor allem in den letzten Jahren gingen die Preise der KH-Oberklasse für "Home-HiFi" völlig durch die Decke. Auch wenn es dann irgendwann Ex-Made in Wien (ist das ein Kriterium?) hätte heißen müssen. Im sog. "Profi"-Bereich kann und muss man doch mit fachkundigeren Leuten rechnen, die Preissprünge kritisch hinterfragen, von Äußerlichkeiten oder "Geschwafel" nicht geblendet sind und z.B. noch mit einem uralten Teil, nach IRT diffusfeldentzerrt, zufrieden sind. Eben weil man das einschätzen kann, samt Eigenheiten und Schwächen, es ordentlich spezifiziert ist und nicht die teils enormen Serienstreuungen heutiger Modelle aufweist (ja, ich weiß, was ein ABX-Test ist, das würde manchen hier, die nicht merken, wie ihr Gehör sie vera*** auch sehr gut tun, scnr).

  • O doch. Vor allem in den letzten Jahren gingen die Preise der KH-Oberklasse für "Home-HiFi" völlig durch die Decke.

    Es wurde die Behauptung gemacht, dass im Profi-Bereich alles billiger und besser ist als im Home-Bereich bzw. man im Profi-Bereich genau so Gutes für deutlich weniger Geld bekäme. Die Behauptung ist und bleibt falsch und insbesondere im Kopfhörer-Bereich ist das so. Von meinem Focal Clear z.B. gibt es eine Studio-Version, die unterscheidet sich nur durch die Farbe. Technisch und von der Ausstattung ist die "Pro"-Version mit der "normalen" 100% identisch und kostet genau dasselbe. Und es gibt sogar spezielle Tests, die die Studio-Tauglichkeit von gebräuchlichen Kopfhörern testen. Es ist mir auch aufgefallen, dass die Hersteller vermehrt Angebote machen in den letzten Jahren in der obersten Preisregion. Dafür gibt es offenbar einen Markt. Das ändert aber nichts daran, dass die führenden Hersteller weiterhin in allen Preisklassen Kopfhörer anbieten wie bisher. Der Kunde hat also die Wahl. Wer sich einen Kopfhörer für 4000 Euro leisten will und kann, der soll es doch tun! Das ist sowieso eine Minderheit. Warum soll man nun einen Feldzug führen gegen so ein Angebot? Das ist so sinnvoll wie Porsche- oder Ferrari-Liebhaber zu beschimpfen, weil sie nicht VW oder Nissan fahren.


    Schöne Grüße

    Holger

  • Zwei kurze Anmerkungen hier im Kopfhörer-Faden:


    Sennheiser hat das Thema "Unverbindliche Preisempfehlung" wohl etwas verbindlicher gestaltet, als es dem Kartellamt gefällt und wurde zu einer Millionenstrafe verdonnert:

    https://www.heise.de/news/Prem…ionenstrafe-10375474.html


    Als Sennheiser-Fan und regelmäßiger Nutzer eines HD800S finde ich das keine gute Nachricht, und denke, das Unternehmen hätte das nicht nötig.


    Und: Seit ca. zwei Monaten habe ich mir für die Reise die Apple AirPod Max gekauft, und bin davon sehr begeistert, was Tragekomfort, Klang und Noisecancelling-Qualität betrifft.


    Zudem haben die Kopfhörer ein Upgrade für Lossless Audio erhalten: https://www.apple.com/de/newsr…udio-come-to-airpods-max/


    Dazu braucht es ein spezielles Audiokabel von Apple.


    "Mit diesem Update schalten die AirPods Max verlustfreies Audio mit 24 Bit und 48 kHz frei, wodurch die Integrität der Originalaufnahmen erhalten bleibt und Hörer:innen die Musik so erleben können, wie sie im Studio geschaffen worden ist. Apple Music Abonnent:innen können mehr als 100 Millionen Songs in verlustfreiem Audio genießen."


    Gutes Hören


    Christian Hasiewicz

    "...man darf also gespannt sein, ob eines Tages das Selbstmordattentat eines fanatischen Bruckner-Hörers seinem Wirken ein Ende setzen wird."



  • Das ist ja mal peinlich. Aber schwer zu beurteilen, ob es denen wirklich weh tut oder man sich insgeheim einen grinst. Gerade der HD800 hat ja einen enormen Preissprung eingeleitet - oder war AKG schneller? Egal, eine neue Runde wurde eingeläutet und die Leute kaufen weiterhin fleißig...

  • Hier geht es ja um etwas Anderes, als wenn wie geschehen in der Vergangenheit sämtliche Bierbrauer in Deutschland eine Preisabsprache machen und damit die Konkurrenz ausschalten. In diesem Fall handelt es sich um das Verhältnis nur eines Herstellers zu den Händlern und zum Vertrieb. Sennheiser hat wohl juristisch ungeschickt eine Preisbindung für die Händler organisiert, die sie zu verschleiern versucht haben. Das ist auch der Vorwurf des Kartellamtes. Preisbindungen an sich sind legal und üblich - im Buchhandel gibt es sie und im Hifi-Bereich bei Yamaha z.B. schon seit Jahrzehnten. Yamaha sanktioniert gnadenlos jeden Händler mit Entzug der Lizenz zum Verkaufen ihrer Produkte, der sich nicht an die Preisbindung hält. Sennheiser darf selbstverständlich auch eine Preisbindung haben. Sie haben allerdings nur eine "UVP"="unverbindliche Preisempfehlung" gegeben und die dann versucht verbindlich zu machen. Wahrscheinlich ist es juristisch so, dass man eine Preisbindung lediglich für alle Produkte festlegen kann aber nicht nur für eines.


    Dumping-Preise sind für die Hersteller ein Problem. Ein Preisverfall von Premium-Kopfhörern würde bedeuten, dass sie nicht mehr rentabel produziert werden können mit dem Preisdruck durch die Verkaufspreise auf den Hersteller.


    Schöne Grüße

    Holger

  • Preisbindungen an sich sind legal und üblich - im Buchhandel

    Genau da sind sie legal. Ich wüßte nicht, inwieweit in anderen Bereichen ein Hersteller einem Verkäufer vorschreiben dürfte, für welchen Preis er seine Produkte verkaufen darf.


    Ausschnitt aus dem Wikipedia-Artikel zum Buchpreisbindungsgesetz

    Dieser Eingriff in die freie Marktwirtschaft wird vor allem damit gerechtfertigt, dass dem Buch als Kulturgut eine Sonderstellung zukomme und die Buchpreisbindung ein vielfältiges Buchangebot sowie eine flächendeckende Versorgung durch kleinere Buchhandlungen gewährleiste.


    Zudem haben die Kopfhörer ein Upgrade für Lossless Audio erhalten: https://www.apple.com/de/newsr…udio-come-to-airpods-max/


    Dazu braucht es ein spezielles Audiokabel von Apple.

    Apple hat lange Zeit auf dem verlustbehafteten Codec AAC als "non plus Ultra" festgehalten. Sie holen jetzt nach, was andere Kopfhörer schon länger können. Der B&W Px8 (und auch diverse Vorgänger) kann zum zum Beispiel 96/24 über das aptX-Protokoll, ebenso "low latency". .... und BTW kabellos! Dieser Kopfhörer kann auch analog über Kabel versorgt werden.

  • Die Preisbindung bei Noten nicht vergessen. Auch da hätte ich kritische Anfragen zur Qualität (Material, Satz, Wendestellen etc.) und den teilweise Apothekenpreisen sowie auch den Trend zu massenhaften viertklassigen quietschbunten Epigonenkompositionen und "Transkriptionen für Arme" mit mehr Ausgelassenem als Dastehendem im kirchenmusikalischen Bereich (liegt im Trend, wohin die Kirchenmusik geführt werden soll), aber das hat hier nichts zu suchen. Prinzipiell finde ich eine Preisbindung dort durchaus vertretbar und sinnvoll. Aber ist es nicht so, dass der Vertrieb dieser Hochpreis-KH eh nur über wenige ausgewählte Händler erfolgt? Mag aber sein, dass das EU-Recht das im Ausland wieder aushebelt. Das ist ja auch in Bezug eines zu erwartenden Preises schon eine "Vorgabe" (legal). Klar werden es nicht die ganz großen Mengen sein,die da verkauft werden, aber die Marge dürfte enorm sein. Und die angeblichen bahnbrechenden neuen Entwicklungen oder Verbesserungen - naja. Viel anders als bei Kondensatormikrofonen dürfte es auch da nicht sein: prinzipiell ist das "ausentwickelt" (stärkere Treiber, ok...) - und man kann höchstens "die Kompromisse verlagern". Dankbar wäre man gerade dort für ordentliche Konstruktionen (siehe Kontakt rechte Muschel AKG K812, teils Kabel wie vom Flohmarkt, sich verbiegende Bügel etc.). Oder man belehre mich eines Besseren...

  • Genau da sind sie legal. Ich wüßte nicht, inwieweit in anderen Bereichen ein Hersteller einem Verkäufer vorschreiben dürfte, für welchen Preis er seine Produkte verkaufen darf.


    Ausschnitt aus dem Wikipedia-Artikel zum Buchpreisbindungsgesetz

    Bei Büchern ist die Preisbindung vom Gesetz her (also staatlich) vorgeschrieben. Das ist in der Hifi-Branche natürlich nicht der Fall. Aber natürlich dürfen die Hersteller das für ihren Vertrieb festsetzen. Ich habe es erlebt, als ich meinen Yamaha-Netzwerkreceiver kaufte. Da hat mir der Händler tatsächlich einen Rabatt auf das Gerät gegeben. Der Trick war aber folgender: "Bei Yamaha darf ich den Rabatt nicht aufschreiben auf der Rechnung wegen der Preisbindung" - meinte er. Da ich aber zugleich mehrere Hifi-Sachen gekauft hatte, also nicht nur den Yamaha-Receiver, hat er mir dann den Rabatt bei einem der anderen Geräte abgezogen, wo es keine Preisbindung gab. Bezahlt habe ich ja alles zusammen... ^^


    Schöne Grüße

    Holger

  • Ich habe es erlebt, als ich meinen Yamaha-Netzwerkreceiver kaufte. Da hat mir der Händler tatsächlich einen Rabatt auf das Gerät gegeben. Der Trick war aber folgender: "Bei Yamaha darf ich den Rabatt nicht aufschreiben auf der Rechnung wegen der Preisbindung" - meinte er.

    Das ist die Umkehrung der Rechtslage und insofern schon ein Thema für das Kartellamt. Natürlich kann kein Hersteller einem unabhängigen Verkäufer vorschreiben, zu welchem Preis er verkaufen soll. Daher eben die unverbindlichen Preisempfehlungen. Was sein eigener Vertrieb verlangt ist, ist natürlich Sache der Firma. Darum geht es aber bei einem Hifi-Geschäft nicht

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  • Das ist die Umkehrung der Rechtslage und insofern schon ein Thema für das Kartellamt. Natürlich kann kein Hersteller einem unabhängigen Verkäufer vorschreiben, zu welchem Preis er verkaufen soll. Daher eben die unverbindlichen Preisempfehlungen. Was sein eigener Vertrieb verlangt ist, ist natürlich Sache der Firma. Darum geht es aber bei einem Hifi-Geschäft nicht

    Es wird aber so praktiziert. Das geht ganz einfach: Yamaha bestimmt, wer ein autorisierter Yamaha-Fachhändler ist und überhaupt Geräte von Yamaha geliefert bekommt. Wer die Geräte unter Preis verkauft, verliert sofort diesen Status des autorisierten Fachhändlers. Das wissen die Händler. Wenn sie Yamaha-Geräte verkaufen wollen, müssen sie sich an Yamahas Regeln halten. Daran ist nichts illegal. Denn der Hersteller ist frei, wem er seine Ware überhaupt verkaufen will und wem nicht - und nicht der Staat bestimmt darüber.

  • Das gab es wohl auch bei Marantz,


    als ich meinen SACD Player kaufen wollte hat mein Verkäufer gesagt er müsse erstmal den Marantz Vertreter fragen welchen Rabatt er mir als gutem Kunde geben dürfte. Das hat dann geklappt.

    Gruss aus Bruchsal


    Karl-Heinz

  • Es wird aber so praktiziert. Das geht ganz einfach: Yamaha bestimmt, wer ein autorisierter Yamaha-Fachhändler ist und überhaupt Geräte von Yamaha geliefert bekommt.

    Das ist so eine Art inoffizieller Erpressung. Da scheinen die Marktmechanismen gar nicht zu funktionieren. Da sollte man sich nicht wundern, wenn das Kartellamt aktiv wird.

  • Das ist so eine Art inoffizieller Erpressung. Da scheinen die Marktmechanismen gar nicht zu funktionieren. Da sollte man sich nicht wundern, wenn das Kartellamt aktiv wird.

    Da hat das Kartellamt aber einfach veraltete Vorstellungen, die der gewandelten ökonomischen Realität nicht mehr entsprechen. Meinen ersten Yamaha-Verstärker habe ich 1980 gekauft. Damals waren Yamaha-Geräte nur im Fachhandel erhältlich. Später dann änderte Yamaha die Verkaufspolitik - die Geräte waren auch bei Kaufhäusern wie Saturn und Media-Markt zu haben. Das und andere Entwicklungen führte zu einem großen Händlersterben. Heute verursacht die fehlende Preisbindung, dass sich Leute in Hifi-Fachgeschäften erst beraten lassen, dann aber nicht kaufen sondern für 80 Euro weniger im Internet bestellen. Das fördert nur weiter das Händler-Sterben und spielt Media-Markt und Co., also den Großen, in die Hände. Dazu kommt die Kreditfinanzierungen (zinsloser Kredit), was wiederum den Großen einen Vorteil verschafft, die sich das leisten können, und zum Tod vieler kleiner Geschäfte führt, die das nicht anbieten können.


    Schöne Grüße

    Holger

  • Natürlich kann kein Hersteller einem unabhängigen Verkäufer vorschreiben, zu welchem Preis er verkaufen soll.

    SElbstverständlich kann er das !! (hier als Beispiel die FIKTIVE Marke "PLUMPUDDING AUDIO ROYAL"

    Über den Umweg: Autorisierter Plumpudding Audio Royal Händler.

    Ein er abart des Direktvertriebes. Die Vertragspartner werden - ähnlich wie beim Francising System - ausgesucht und bevormundet

    Als ELITE Marke werden nur Händler an exponierten Standpunkten ins Programm genommen, in teuren Einkaufszentren in Stadtzentren mit LUXUS FLAIR. Beratungen werden nur Kunden gewährt, von denen man annehmen kann dass sie finanziell potent und Kaufwillig sind. Es gibt nur EINEN Preis - und den bestimmt der Markeninhaber. Der ausgewählte Fachhändler bekommt dann etwa eine Goldene Plakette mit der Aufschrift "AUTORISIERTER PLUMPUDDING HIFI HÄNDLER", aus dem Verkäufer wird ein "Certifizierter Plumpudding HIFI Kundenberater" "Normale Händler" werden gar nicht erst zugelassen, bzw beliefert. Da gibt es weitere Massnahmen, wie beispielsweise "Plummpudding Verkaufstrainings" die für die Verkäufer binden sind - und selbstverständlich vom Vertragshändler bezahlt werden müssen -oder aber auch ein verbindlicher Mindestjahresumsatz mit PLUMPUDDING PRODUKTEN. Etc etc..

    Hab ich schon erwähnt, daß ich jahrelang in der HIFI Branche gearbeitet habe ?^^....


    mfg aus Wien

    Alfred

    SPARE IN DER NOT - DA HAST DU ZEIT DAZU



  • Kommen wir zurück zum Kopfhörer Und zwar auf 3 verschiedene AKG Hörer

    K500 - Mein Klangideal (aber auch hier musste ich mich erst eingewöhnen)

    K501 - NICHT identisch (obwohl auch ich das geglaubt habe)sondern schlanker !!!

    K701 - ein touch mehr Bass als K500 - und somit einen Hauch weniger analytisch


    An JEDEN neuen Hörer musste ich mich erst gewöhnen. Derzeit besitze ich K500 und K701 sowi für Filmaufnahmen den geschlossenen Sennheiser DT 770


    Mein K701 ist 18 Jahre alt und schäbig.

    Ohrpolster erneuern hätte nichts gebracht. Der Lederbügel ist abgewetzt und einige Plastikteile sind gebrochen.

    Noch einigem Zögern habe ich mich entschlossen ihn wegzugeben und Ersatz zu kaufen.


    Ich schwankte lange zwischen einem Beyer Dynamic dt 990 PRO bzw 990 PRO X und dem mir bekannten AKG 701

    DER AKG 701 machte das Rennen. Er kostet in etwa etwas weniger als die Hälfte, die ich vor 18 Jahren bezahlt hatte - und das war Inflationsbereinigt doch wesentlich mehr (damals, 2007 --- 399.--€)


    Ich habe - von zwei Ausnahmen abgesehen- gute Erfahrungen mit China-Produkten. Ihren schlechten Ruf verdanken sie jenen zwielichtigen EUROPÄISCHEN - Händlern, die gezielt billigste schlechte Geräte einkaufen und sie dann hier verhökern.


    Ich habe heute den neuen K701 mit dem originalen verglichen:


    Prinzipiell ist er Identisch, die Fertigungsqualität ist nicht sichtbar zu unterscheiden.

    Zwei kleine Unterschiede gibt es dennoch

    Der Lederteil des Kopfbügels hat keine Noppen mehr

    Der Stolte Vermerkauf jeder Hörermuschel "Made in Austria" fehlt.

    Er wurde dort nicht etwa durch "Made in China" ersetzt, sondern der Vermerk befindet sich jetz an einer weniger prominenten Stelle


    Ich habe jetzt den Vorsatz (so ich so lange lebe) die Ohrpolster jährlich zu erneuern. Wie lange die halten, hängt nicht zuletzt davon ab, wieviel man transpiriert. Meine wurden nur EINMAL getauschet. Sie haben eine gelbliche FÄrbung angenommen und der drinnen befindliche Schaumstoff hat sich teilweise aufgelöst, dewegen sind sie extrem Weich. Hier handelt es sich um ein bewusst auf Verschleiss konstruiertes Bauteil. Soll sein.......


    Vielleich vergönne ich mir zusätzlich einen dt 990 PRo X Dieser ist die offene Version de 770ers und hat eine pronouncierte Höhenwiedergabe. Das Wird beworben und unterscheidet die 880er Version, welche für den Heimbereich gedacht ist und "neutraler"

    abgestimmt ist. Allgemein wird ja angenommen, daß STUDIO MONITORE und STUDIOKOPFHÖRER BESSER sind als Produkte fpür den Heimbereich. Aber das stimmt nicht. Die Aufgabe ist eine andere: Heimbereich Geräte sollen Musik neutral und angenehm wiedergeben, sollen Vergnügen bereiten, Studiomonitore und -Hörer, sollendie Fehle einer Tonaufnahme schonungslos herausarbeiten, damit man sie mittels Equalizer etc wegfiltern kann....


    mfg aus Wien

    Alfred

    SPARE IN DER NOT - DA HAST DU ZEIT DAZU



  • Das Gegenteil ist der Fall: Weil Studiokopfhörer neutral sind, arbeiten sie Fehler einer Produktion heraus. Kopfhörer für den Hausgebrauch sind dagegen klanglich geformt, um angenehmer zu klingen.

    "...man darf also gespannt sein, ob eines Tages das Selbstmordattentat eines fanatischen Bruckner-Hörers seinem Wirken ein Ende setzen wird."



  • Das Gegenteil ist der Fall: Weil Studiokopfhörer neutral sind, arbeiten sie Fehler einer Produktion heraus.

    Beyerdynamic behauptet das Gegenteil. Sie betonen die "Klangsignatur" ihrer Studiokopfhörer, die auf Grund ihrer Höhenanhebung sich dazu eignet, kleine Fehler zu entlaven, die dann beim Mixing entlarvt werden können. Den 880 bewerben sie als "neutral"

    Die WAhrheit wird wohl irgendwo in der Mitte liegen.


    Mein "persönliche Wahrheit" ist hingegen die, daß KEIN Hörer wirklich naturgereu klingt - (sonst dorft es eigentlich nicht so viele Typen geben) -ABER das menschliche Gehirn passt den Klang dann nach einiger Gewöhnungszeit an, ähnlich wie bei einer neuen Brille.


    Ich bin den dezenten Bass der AKG Kopfhörer gewöhnt und empfinde ihn als natürlich. Kopfhörer der Marke S klangen für mich zu "dick" und bassbetont. Vermutlich ändert sich das nach einer "Eingewöhnungsphase" wo, (IMO) nicht das Gerät "eingebrannt" wird, sondern der Benutzer.....


    mfg aus Wien

    Alfred

    SPARE IN DER NOT - DA HAST DU ZEIT DAZU



  • Nachdem ich den Sennheiser HD800 und den Audeze LCD-X eine Zeit lang besaß und deren Qualitäten durchaus schätzte, griff ich beim Hören doch immer öfter zu anderen Modellen – insbesondere zum Beyerdynamic DT1990pro oder dem für meine Ohren noch ausgewogener klingenden DT1770pro. Auch der AKG K712 spielte in dieser Phase eine Rolle, jetzt weniger.


    Der HD800 und der LCD-X blieben also zunehmend liegen, weshalb ich sie schließlich verkaufte und mir stattdessen den Stax L300 zulegte.


    stax-stax-sr-l300.jpg

    Erst mit diesem Hörer hatte ich das Gefühl, klanglich wirklich „angekommen“ zu sein – gerade bei klassischer Musik. (Für Trance oder Techno wäre der LCD-X ideal, aber das hört eher mein Sohn …)

    Ich konnte den L300 in Oslo direkt mit dem L500 und dem L700 vergleichen und empfand ihn – trotz des niedrigeren Preises – für meine Ohren sogar als etwas geeigneter, vor allem wegen der minimal luftigeren Höhen.

    Insgesamt sind die Unterschiede innerhalb dieser Stax-Reihe jedoch eher gering.


    Während mir der HD800 auf Dauer einfach zu hell klang, erschien mir der LCD-X – obwohl damals einer der „helleren“ Vertreter der Audeze-Familie – insgesamt zu dunkel.

    Klanglich ebenbürtig in Sachen Auflösung, aber am Ende doch nicht ganz das, was ich suchte.


    Was den Stax für mich besonders macht, sind die beeindruckend natürlichen Klangfarben akustischer Instrumente.

    Auch das Impulsverhalten – etwa beim Applaus in Live-Aufnahmen gut nachvollziehbar – liegt mindestens auf dem Niveau des HD800, und das bedeutet viel.

    Der Bassbereich ist für klassische Musik absolut ausreichend; nur wer stark basslastige Genres bevorzugt, wird hier womöglich etwas vermissen.

    Vom Bass bis in die Höhen wirkt der lineare und durchsichtige Klang wie aus einem Guss – weder überbetont im Tiefton noch hohl oder spitz, und auch nicht auf künstlich „mittenbetonte Vocals“ optimiert, wie es in vielen Foren oft heißt.

    Ich habe endlich das Gefühl, klanglich nichts mehr zu vermissen – wobei ich einräume, dass ich die unbezahlbaren Topmodelle von Stax nicht kenne. Vermutlich ist das auch gut so, denn ab einem gewissen High-End-Niveau stehen kleine Klangverbesserungen meist in keinem sinnvollen Verhältnis mehr zum Preis.


    Ein Wermutstropfen ist allerdings die Materialqualität: Das Kunststoff-Kopfband ist derart fragil, dass ich fast von einer „Sollbruchstelle“ sprechen möchte – natürlich brach es auch bei mir.

    Ich habe mir dann über eBay aus Japan das stabile Metall-Kopfband des L500/L700 bestellt, das problemlos auch auf den L300 passt.

    Leider zeigen inzwischen auch die Earpads erste Abnutzungserscheinungen.

    Hier ein Bild des Ersatzteils:

    :L700+headband.jpg?format=1500w

    Trotzdem bereue ich den Kauf nicht – der Klang entschädigt für vieles. Und inzwischen funktioniert alles einwandfrei.


    Sowohl der HD800s als auch die Modelle L300, L500 und L700 von Stax gelten zu Recht als besonders geeignet für Klassikfreunde – und das kann ich aus eigener Erfahrung nur bestätigen.

    Wer Wert auf Feinzeichnung, Transparenz und realistische Klangfarben legt, wird bei beiden Herstellern fündig, wenn auch mit unterschiedlicher klanglicher Handschrift.

    Müsste ich wählen, würde ich mich mittlerweile für den Stax entscheiden.


    Hier noch ein schöner Vergleich, der die Unterschiede und Stärken recht gut veranschaulicht.


    Gruß:hello:

    Glockenton

    "Jede Note muss wissen woher sie kommt und wohin sie geht" ( Nikolaus Harnoncourt)

  • Der HD800 und der LCD-X blieben also zunehmend liegen, weshalb ich sie schließlich verkaufte und mir stattdessen den Stax L300 zulegte.

    Stax sind doch, soweit ich weiß, Elektrostaten. Ich habe mal vor vielen Jahren kurzfristig so ein Gerät gehabt. Der Klang ist hervorragend, aber ähnlich wie bei meinem noch älteren Koss, benötigte man ein Netzteil mit hoher Gleichspannung. Das muss man wahrscheinlich auf den Preis draufrechnen.

    Die Lösung ist dann auch sehr an den Ort des Netzteils gebunden. Gibt es da mittlerweile Fortschritte?

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  • Stax sind doch, soweit ich weiß, Elektrostaten. Ich habe mal vor vielen Jahren kurzfristig so ein Gerät gehabt. Der Klang ist hervorragend, aber ähnlich wie bei meinem noch älteren Koss, benötigte man ein Netzteil mit hoher Gleichspannung. Das muss man wahrscheinlich auf den Preis draufrechnen.

    Die Lösung ist dann auch sehr an den Ort des Netzteils gebunden. Gibt es da mittlerweile Fortschritte?

    Hier, lieber astewes, gibt es einen Hinweis auf einen "mobilen" Stax, inklusive tragbarem KHV: https://www.likehifi.de/test/t…10-kopfhoererverstaerker/


    Ich bin mit meinem Sennheiser HD800s (ebenfalls von Glockenton erwähnt) aktuell sehr glücklich, und im Gegensatz zum Stax (den ich zugegebenermaßen bisher nicht gehört habe), ist der Senni auch was fürs Auge.

    "...man darf also gespannt sein, ob eines Tages das Selbstmordattentat eines fanatischen Bruckner-Hörers seinem Wirken ein Ende setzen wird."



  • Hallo astewes und hasiewicz,


    ich habe mir damals den unten abgebildeten Verstärker von Stax dazugekauft.


    Stax-SR-L300-2048x1152-dbe8012d1d3a9028.jpg?impolicy=full_content


    Optisch reißt er zwar keine Bäume aus, aber er scheint über reichlich Leistungsreserven zu verfügen – weiter als auf 10 Uhr drehe ich den Lautstärkeregler selten auf (je nach Quelle).

    Und dann ist es meist schon mehr als laut genug.

    Klanglich überzeugt er mich ebenfalls, auch wenn ich keinen direkten Vergleich mit den sehr teuren Stax-Verstärkern anstellen konnte. Im Laden habe ich den L300 zwar an diesen High-End-Geräten gehört, aber zu Hause hatte ich nie das Gefühl, dass der Hörer mit dem günstigeren Verstärker plötzlich „billiger“ oder „schlechter“ klang. Ein direkter A/B-Vergleich wäre sicher aufschlussreich – aber das war damals nicht möglich.

    Soweit ich weiß, wurde das Modell inzwischen durch ein neueres ersetzt.


    Und ja – man braucht für diese Elektrostaten zwingend einen passenden Kopfhörerverstärker, der die nötige Spannung liefert.

    Früher hatte ich mal diese „Helme“ von Jecklin-Float (auch Elektrostaten), bei denen der zugehörige Verstärker noch „Speiseteil“ hieß.

    Ich weiß gar nicht mehr, wie oft ich damals wegen Kanalausfällen oder Verzerrungen beim Händler auf der Matte stand … ein ewiges Hin und Her.

    Mit dem Stax-Gerät habe ich da zum Glück keinerlei Probleme – es wirkt sehr robust und zuverlässig.


    Für meine anderen, „konventionellen“ Kopfhörer verwende ich übrigens einen Violectric V200 sowie einen weiteren KHV, dessen Hersteller mir gerade entfallen ist.

    Im Gegensatz zum V200 – ein echtes „Panzergerät“ mit hervorragender Verarbeitung – konnte der andere Verstärker auch den LCD-X oder HD800 symmetrisch ansteuern.

    Rein theoretisch könnte ich also eine kleine Kopfhörerparty veranstalten – insgesamt stehen mir fünf Ausgänge zur Verfügung … aber realistisch gesehen höre ich höchstens mal gemeinsam mit meiner Frau.

    Dann bekommt sie den K712 oder den DT1990pro... 😎


    Und wenn uns/mir eher nach freiem Klang im Raum ist: Über meinem Hörraum (über der Doppelgarage) stehen die Electromotion ESL von Martin Logan – ebenfalls Elektrostaten, die ähnlich kohärent und feinzeichnend klingen.

    Es kommt darauf an, wonach einem gerade der Sinn steht …


    Gruß:hello:

    Glockenton

    "Jede Note muss wissen woher sie kommt und wohin sie geht" ( Nikolaus Harnoncourt)

  • Stax sind doch, soweit ich weiß, Elektrostaten. Ich habe mal vor vielen Jahren kurzfristig so ein Gerät gehabt. Der Klang ist hervorragend, aber ähnlich wie bei meinem noch älteren Koss, benötigte man ein Netzteil mit hoher Gleichspannung. Das muss man wahrscheinlich auf den Preis draufrechnen.

    Die Lösung ist dann auch sehr an den Ort des Netzteils gebunden. Gibt es da mittlerweile Fortschritte?

    Hast Du damals nur den Kopfhörer gekauft? Wenn man von Stax das Set mit dem passenden Versorgungsteil dazu kauft, hat man nie Probleme. Die Stax-Versorgungsteile (heute: Verstärker, ganz früher waren sie passiv und kamen an die Lautsprecherausgänge des Verstärkers) variieren natürlich nicht unerheblich im Preis. Leistung haben sie aber immer reichlich und genug, auch die "kleinen" Modelle. Die teuren sind halt klanglich noch einmal hörbar deutlich besser. ;)


    Schöne Grüße

    Holger

  • Und wenn uns/mir eher nach freiem Klang im Raum ist: Über meinem Hörraum (über der Doppelgarage) stehen die Electromotion ESL von Martin Logan – ebenfalls Elektrostaten, die ähnlich kohärent und feinzeichnend klingen.

    Wunderbare Lautsprecher, aber eher etwas für größere Räume. Die fehlen mir momentan .... :(



    Hast Du damals nur den Kopfhörer gekauft? Wenn man von Stax das Set mit dem passenden Versorgungsteil dazu kauft, hat man nie Probleme. Die Stax-Versorgungsteile (heute: Verstärker, ganz früher waren sie passiv und kamen an die Lautsprecherausgänge des Verstärkers)

    Ich hatte sie mit Versorgungsteil am Lautsprecherausgang meines Tandberg-Gerätes. Ich fand aber die Konstruktion zu ungemütlich. Damals war ich ja noch jung und beweglich und wollte nicht immer stundenlang still im Sessel sitzen. Heute ist natürlich alles anders. Ich höre fast nur noch Kopfhörer oder InEars und denke wieder über einen schön klingenden Elektrstaten nach.

  • Damals habe ich mir auch so einen elektrostat Float gebastelt, als Jürg Jecklin davon erzählt hat. Der hat bei mir nie Probleme mit der Elektrik gehabt. Der Jecklin Float elektrostat wird bei Quad in Deutschland, in aktueller Auflage, immer noch hergestellt, für alle, die nicht selber basteln wollen. Es ist das letzte Modell, das der gute Jürg Jecklin entwickelt hat, denn er hat uns leider im November 2021 verlassen.

    https://www.quad-musik-shop.de…qa-kopfhoerer-elektrostat


    Polster zerfallen mit der Zeit nach 10 Jahren, wie bei allen Kopfhörern und müssen immer Mal ersetzt werden. Das ist normal, denke ich und sind generell als Ersatz kein Problem zu bekommen.

    "Bach ist Anfang und Ende aller Musik." Max Reger

  • Sowohl der HD800s als auch die Modelle L300, L500 und L700 von Stax gelten zu Recht als besonders geeignet für Klassikfreunde – und das kann ich aus eigener Erfahrung nur bestätigen.

    Wer Wert auf Feinzeichnung, Transparenz und realistische Klangfarben legt, wird bei beiden Herstellern fündig, wenn auch mit unterschiedlicher klanglicher Handschrift.

    Müsste ich wählen, würde ich mich mittlerweile für den Stax entscheiden.


    Hier noch ein schöner Vergleich, der die Unterschiede und Stärken recht gut veranschaulicht.

    Lieber Glockenton,


    der Vergleichstest ist sehr aufschlussreich, zumal der Tester einen Stax SR-5 Gold besitzt, den ich auch immer noch habe. Damals waren die Staxe was die Bügel angeht offenbar besser verarbeitet als heute. Der SR-5 Gold ist schon sehr edel in dieser Hinsicht:


    3184682-stax-sr-5nb-gold-early-1980s-high-end-electrostatic-earspeakers-excellent.jpg


    In in den 1980igern hatte ich mir ein SRD 7-Versorgungsteil dafür gekauft. Das war klanglich sehr gut - vor allem hatte man immer 1:1 die klangliche Qualität des angeschlossenen Verstärkers, weil es an den Lautsprecherklemmen hing. Das alte Versorgungsteil habe ich immer noch - es müsste einmal gründlich überarbeitet werden, sprich: Bauteile ausgetauscht werden nach über 4 Jahrzehnten. Der Kopfhörer klingt immer noch toll mit seinem absolut luftigen und klaren Hochtonbereich und präzisem Bass. Allerdings kommt er an Auflösung an meinen Focal Clear nicht heran - da ist die Technik heute weiter. Leider liegt er nur im Schrank herum. Der SR-5 Gold hat noch die niedrigere Polarisationsspannung. Um ihn an meiner jetzigen Kopfhöreranlage zu betreiben, brauchte ich ein SRD-X Netzteil, was sie bei Stax mal produzierten. Das kann an eine normale Kopfhörerbuchse angeschlossen werden. Es ist aber nicht mehr zu kriegen, auch gebraucht nicht. Schade! So bleibt der SR-5 Gold derzeit bei mir ungenutzt.


    Ich bin durch die Stax-Hörer geprägt - bevor ich überhaupt meinen ersten Lautsprecher kaufte, hatte ich das damalige Einsteigerset Stax SR 44:


    R.43c28a2b1d5dad4baeeb5237123d2e6c?rik=EHC12l8InQrDzw&riu=http%3a%2f%2fwww.hifiengine.com%2fimages%2fmodel%2fstax_sr-44_electret_earspeaker_system.jpg&ehk=h%2b8wzntshtMPecOXcY%2fKSI9Px%2fO3N96E4V4KyeKRm6A%3d&risl=&pid=ImgRaw&r=0


    Auch da sieht man die hervorragende Verarbeitung auch der Bügel-Konstruktion! Bequem zu tragen waren die Stax-Kopfhörer immer! Diesen meinen ersten Stax-Kopfhörer habe ich vor vielen Jahren verkauft. Sehr lange hatte ich dann gar keinen Kopfhörer mehr gehört - den SR 5-Gold im Familienkreis verliehen. Als ich mir dann 2019 wieder einen Kopfhörer kaufen wollte, das war kurz vor der Corona-Pandemie im November 2019, hatte ich mir fest vorgenommen eigentlich, wieder einen Stax zu kaufen. Die Qualitäten des Stax sind eindeutig die Luftigkeit und hohe Auflösung in den Höhen, die Neutralität und die Basspräzision. Der Test beschreibt die überragenden Stax-Eigenschaften sehr gut. Eigentlich nur zur Sicherheit habe ich dann eine Stax-Kombi im Vergleich mit dem Sennheiser HD 800 und dem Focal Clear gehört. Durch das lange Hören nur mit Lautsprechern hatten sich meine Hörpräferenzen aber geändert. Mir war der Stax mit seinem schlanken und präzisen Klang etwas zu "professoral". Entschieden habe ich mich dann für den Focal Clear vor allem wegen des Hochtonbereichs, der mit seiner Leichtigkeit und Luftigkeit einem Stax-Elektrostaten sehr nahe kommt.


    Heute bin ich allerdings "schlauer" als damals weil durch Erfahrungen reicher. Man kann einen wirklichen Spitzen-Kopfhörer nie isoliert bewerten, sondern immer nur die gesamte Kopfhöreranlage, also den Kopfhörer mit Kopfhörerverstärker, dem Quellgerät und nicht zuletzt den Kabeln. Die (Fein-)Abstimmung ist das Entscheidende. Ich habe damals als Kopfhörerverstärker den Lehmann Audio Linear gekauft. Der beste Klang ist mit meiner AVM-Kette mit ihrem sagenhaften Hochtonbereich - solche Qualität ist heute leider nicht mehr bezahlbar. Nur brauche ich den Kopfhörer nicht an der großen Anlage, sondern in meinem Arbeitszimmer an der Kopfhöreranlage. Und da wurde die Sache kompliziert. Dort habe ich dann meinen alten Marantz CD 80 als Laufwerk benutzt im Zusammenspiel mit einem sehr gut verarbeiteten italienischen North Star Design Essensio-Wandler. Mir war aber der Klang über Kopfhörer zu "dunkel" und bedeckt. Darauf reagiere ich empfindlich, weil ich durch eher hell klingende, neutrale Verstärker-Elektronik (Yamaha, AVM) geprägt bin und auch den offenen Stax-Klang. Das Klangbild eindunkelnde Warm- und Weichtöner mag ich nicht, es muss neutral klingen für mich. Also habe ich experimentiert erst mit den Cinch-Kabeln. Ich habe ja etliche auch sehr gute und teure. Dann fand ich aber heraus, dass das Problem das Digitalkabel war. Also kaufte ich mir ein Chord-Kabel nach Probieren. Wieder nach Wochen und Monaten war die Unzufriedenheit jedoch wieder da. Wenn nämlich den Kopfhörer direkt in den 45 Jahre alten CD 80 gesteckt habe, war da eine Luftigkeit und Ausgewogenheit, welche die Laufwerks-Wandler Kombi obwohl von der Wandlertechnik her sehr deutlich überlegen, nicht aufbringen konnte. Beim Kopfhörer reagiert das empfindliche Ohr doch anders als beim Hören mit Lautsprechern - die Ausgewogenheit ist entscheidend. Deshalb habe ich mir schließlich einen neuen CD-Player gekauft - den Marantz CD 60. Der ist für den günstigen Preis unfassbar gut - ein Klangwunder. Heute würde ich sagen: Bei einem Kopfhörer ist es besser, einen kompletten CD-Player zu betreiben als eine Laufwerks-Wandler-Kombi, die an Lautsprechern eigentlich immer Vorzüge hat, wegen der Homogenität. Mein Cinch-Kabel ist ein Audioquest Water. Das hat den großen Vorzug, die Instrumente greifbar "körperlich" zu präsentieren. Mit anderen auch sehr guten Kabeln klingt es im Kopfhörer dagegen dann doch etwas dünn - es fehlt beim großen Orchester die Fülle und Autorität. Auch bringt dieses Kabel die große Stärke des Focal-Clear zur Geltung: einen ungemein substanzreichen farbig-differenzierten und präzisen Bassbereich mit Lautsprecher-Qualitäten. Im Hochtonbereich rundet das Audioquest allerdings ein ganz klein wenig - vielleicht gibt es im Zusammenspiel mit dem Marantz CD 60 noch eine bessere Lösung. Aber das würde erfahrungsgemäß wieder teuer und eine lange Suche. So bin ich schon sehr zufrieden. :hello:


    Schöne Grüße

    Holger

  • Hast Du damals nur den Kopfhörer gekauft? Wenn man von Stax das Set mit dem passenden Versorgungsteil dazu kauft, hat man nie Probleme. Die Stax-Versorgungsteile (heute: Verstärker, ganz früher waren sie passiv und kamen an die Lautsprecherausgänge des Verstärkers) variieren natürlich nicht unerheblich im Preis. Leistung haben sie aber immer reichlich und genug, auch die "kleinen" Modelle. Die teuren sind halt klanglich noch einmal hörbar deutlich besser. ;)

    Um das so eindeutig sagen zu können, müsste man doch eigentlich den SRM-252S – also das kleine Modell, das ich verwende – direkt mit einem SRM-400S oder gar mit dem SRM-T8000 verglichen haben. War das bei Dir der Fall?


    Ich selbst konnte den L300 im Hifi-Laden – wenn ich mich richtig erinnere – mit dem SRM-400S hören, und zwar an denselben Aufnahmen (z. B. Suzuki, Bach-Kantaten Vol. 50).

    Und ich hatte zu Hause anschließend nicht den Eindruck, dass der Hörer am kleineren Verstärker schlechter klang.


    Nun könnte man natürlich einwenden, dass es bei den enormen Preisunterschieden ja sehr deutlich besser klingen müsse.
    Der SRM-T8000 wird z.B. aktuell mit Preisen zwischen 50.234 NOK und 84.212 NOK (ca. 4.229–7.089 Euro) auf Google gelistet, während mein SRM-252S umgerechnet rund 378 Euro gekostet hat – mit einem erfreulichen Rabatt von immerhin 210 Euro, also sonst ca. 598 Euro. Der SRM 400S, den ich im Laden hörte, liegt wohl bei ca. 1480 Euro.


    Wenn das klanglich wirklich derart dramatisch auseinanderläge, hätte ich per sofort von meinem Rückgaberecht Gebrauch gemacht und akzeptiert, dass Stax-Qualität eben erst bei Preisen beginnt, die für viele schlicht jenseits der Realität liegen.

    Aber so ist es zum Glück eben nicht.


    Vielmehr kann ich aus meiner Hörerfahrung bestätigen, dass der Stax L300 in Kombination mit dem günstigen Verstärker für mein Dafürhalten immer noch deutlich über dem liegt, was ich mit einem HD800 oder LCD-X an meinen beiden hochwertigen, völlig untadeligen Verstärkern wie dem Violectric V200 gehört habe – zumindest, wenn es um klassische Musik geht.


    Deswegen habe ich ja nach ungefähr zwei Jahren des Vergleichens die – zu Recht – als legendär geltenden Hörer wie den HD800 und den LCD-X schließlich verkauft.
    Ich vermisse sie beide bis jetzt nicht – dabei war ich mir eigentlich sicher, dass ich den Verkauf irgendwann bitter bereuen würde.


    Und wenn es mich doch einmal zu bassstarker Trance-Musik zöge, stünde ja immer noch der DT1770pro von Beyerdynamic bereit – der lässt bei solcher Musik, ähnlich wie der LCD-X, garantiert nichts anbrennen.

    Auch der DT1990pro mit offener Bauweise spielt im Tiefbassbereich fast ebenso souverän wie der LCD-X wobei er - wirklich nur im Vergleich mit dem extrem linear klingenden Stax- in den Mitten ein kleines bisschen hohl klingen kann. Nach 30 Sekunden merkt man davon aber nichts mehr.


    Übrigens, wenn es um die Verarbeitung geht, haben die Hörer von Beyerdynamic bei mir einen bleibend guten Eindruck hinterlassen – und auch im Netz liest man immer wieder von ihrer professionellen Bauqualität.
    Beim AKG K712 gefällt mir neben dem sehr räumlichen Klangbild – wobei die Bühne nicht ganz so riesig ist wie beim HD800 – vor allem der sehr angenehme Tragekomfort.


    Gruß:hello:

    Glockenton


    "Jede Note muss wissen woher sie kommt und wohin sie geht" ( Nikolaus Harnoncourt)

  • Lieber Glockenton, bitte sehe es mir nach, dass ich mich einmische, aber Holger sprach in seiner Beurteilung vom SH 800S - du hattest den SH 800.

  • Wunderbare Lautsprecher, aber eher etwas für größere Räume. Die fehlen mir momentan .... :(

    Bezogen auf die Electromotion ESL kann ich nur sagen, dass mein Raum gar nicht so groß ist. Die Seitenlängen meines Stereodreiecks betragen jeweils 2,10 m, der Abstand zwischen den Lautsprechern liegt bei 2,80 m.

    Ich habe durch zahllose Experimente herausgefunden, dass ich eine etwas breitere Bühne bevorzuge.
    Nach meiner Erfahrung ist es außerdem wichtig, nicht zu weit von den Lautsprechern entfernt zu sitzen – damit möglichst viel Direktschall ans Ohr gelangt.

    Je mehr der Raum „mitmusiziert“, desto schlechter.
    Oder anders gesagt: Wer in einem größeren Raum mit weiten Abständen hören möchte, sollte ihn akustisch behandeln – sonst machen einem die Reflexionen die Vorteile hochwertiger Elektronik oder exzellenter Schallwandler schnell wieder zunichte.

    Aber das wäre ein eigenes Thema, das hier wohl zu weit führen würde ...


    Ich habe ja schon manchmal überlegt, das Haus zu verkaufen und stattdessen in ein Morelo-Wohnmobil umzuziehen. Nur bräuchte ich dann natürlich ein Grundstück mit Wasser und Stromanschluss …


    In diesem rein hypothetischen Szenario würde ich auf kompakte Studiomonitore setzen – und mir für den entspannten Musikgenuss ein Spitzenmodell von Stax gönnen. Würde. 😉

    Gruß:hello:

    Glockenton

    "Jede Note muss wissen woher sie kommt und wohin sie geht" ( Nikolaus Harnoncourt)

  • Lieber Glockenton, bitte sehe es mir nach, dass ich mich einmische, aber Holger sprach in seiner Beurteilung vom SH 800S - du hattest den SH 800.

    ....da hast Du ggf. etwas verwechselt? :

    Ich besitze den SRM-252S und hörte im Laden den SRM-400S. Beides sind Kopfhörerverstärker.

    Die Unterscheidung zwischen 800 und 800S lässt eher auf die Kopfhörer Sennheiser HD800 und HD800S schließen.

    Der HD 800S weist gegenüber dem HD800 einen milderen Hochton auf, teilt aber dessen sehr große Bühne.


    Gruß:hello:

    Glockenton

    "Jede Note muss wissen woher sie kommt und wohin sie geht" ( Nikolaus Harnoncourt)

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