Kopfhörer für Klassikfans

  • Zitat


    Sind an Deinem Lyngdorf noch Boxen dran oder dient das Gerät nur zur Wandlung?

    Die Musik kommt von ROON und dort von TIDAL und Qobuz. Das Ganze dann über einen eigenen ROON-Core in den Lyngdorf.

    Und dann zaubern meine Raidho X1.6 vor mir das, was ich möchte :love:.


    Ich habe lange probier und gehört und mich am Ende für diese Kombi entschieden.

    Seitdem bin ich oft bei meinem HiFi-Dealer und höre auch viele andere Kombis. Bisher wollte ich nicht tauschen, auch wenn der aufgerufene Preis höher war ;).

  • Der "High-End" Laden, wo ich gekauft habe, ist für mich gestorben. Ich hatte in den ersten zwei Monaten nach dem Kauf zweimal das Problem. Sie scheinen aber nicht ausgetauscht, sondern einfach nur geflickt zu haben. Jetzt bieten sie mir die Untersuchung, nicht die Reparatur, für 80 Euro an. Ich empfinde das als Witz. Die kennen doch wohl die Stelle, wo sie mit Klebeband gewurstelt haben ...!

    Da würde ich auch weggelaufen sein!


    Ich habe das GranVia Kabel mit dem kurzen Focal Kabel verglichen (Focal lieferte ja beim MG kein langes mehr mit! - so eine Art schleichende Verteuerung) und es hält mit! Zudem ist es geflochten und sehr flexibel und macht wegen der Stoffummantelung auch keine Geräusche. Momentan also nur ein Gewinn!

    Ach so! Das scheint ein Problem insbesondere des kurzen Kabels zu sein, wo bei mir jetzt dasselbe Problem ist. Dabei habe ich es praktisch nicht benutzt! Es ist wirklich ultrakurz, so dass man es nur am PC verwenden kann oder mit dem Handy unterwegs. Im Stuhl vor dem Rack kann man da nur angespannt aufrecht sitzen. ^^ Das Kabel vom Stax SR-5 Gold ist da viel besser, sehr flexibel. Ich bekam in den 1980igern allerdings mal einen Schreck, als das Kabel von meinem SR-40 gebrochen war. Da hat Stax für den Austausch des Kabels damals schon 120 DM verlangt!

    Den Tipp mit der Reparatur für das alte Kabel nehme ich gerne mit.

    Den bekam ich von Auditorium Münster, meinem jetzigen Stammgeschäft. Ich fragte sie wegen meines SRD-X, das ich gebraucht gekauft hatte und nicht lief. Dann sagten sie: Schicken Sie das zu Audio-Trade, weil wir machen das sonst auch, wenn Sie das hier lassen! Sehr ehrlich und wirklich ein guter Tip! Die sind schnell, absolut seriös und fair im Preis. Ich werde mal fragen bei Auditorium. Es scheint allerdings auch Ersatzkabel von Focal selbst zu geben. Da werde ich mal nachfragen, ob sie das selber reparieren würden oder zu Audio-Trade schicken. Die Frage ist natürlich, wenn der Kontakt eine Schwachstelle ist, so dass das Problem nach einer Weile wieder auftritt, ob man sich für das Geld nicht ein passenderes bzw. besseres kauft.

    Ein symmetrisches Kabel habe ich von Focal. Die lassen sich ja am CA DACmagic wie auch am RME betreiben. Das könnte ich ausprobieren, wenn mich die Verkabelung an der Rückseite (das Ding stehtt auf meinem Schreibtisch!) nicht nerven würde.

    Der DAC Magic hat symmetrische Ausgänge - aber die sind doch für einen Endverstärker, dachte ich immer, aber nicht für einen Kopfhörer!

    Im Vergleich zum AKG K812 klingt der Focal in den Höhen sanfter. Der AKG ist manchmal gnadenlos! Zudem bietet der RME haufenweise Möglichkeiten, den Hörbereich anzupassen (bei mir steht momentan alles auf 0).

    Das sind diese komplizierten Abstimmungsfragen. Ich hätte auch alles auf 0 stehen, denn gegenüber diesen Spielereien bin ich skeptisch. Letztlich ist das Geschick die richtige Kombi. Der AKG braucht dann vielleicht einen anderen KH-Verstärker und andere Kabel.

    Ich habe das GranVia Kabel mit dem kurzen Focal Kabel verglichen (Focal lieferte ja beim MG kein langes mehr mit! - so eine Art schleichende Verteuerung) und es hält mit! Zudem ist es geflochten und sehr flexibel und macht wegen der Stoffummantelung auch keine Geräusche. Momentan also nur ein Gewinn!

    Hast Du vom GranVia die 3,5 mm, oder die 4,5 mm Variante?


    Schöne Grüße

    Holger

  • Ich werde mal fragen bei Auditorium. Es scheint allerdings auch Ersatzkabel von Focal selbst zu geben.

    Ja, gibt es für ca. 200 Euro. Allerdings scheint Focal schon mal die Kabel zu ändern. Momentan hätte nur schwarz-weiß gestreiftes bekommen, was sich optisch in mehrfacher Hinsicht von meinem unterscheidet. Mein Vergleich hat mich da aber abgebremst. Das kleine 2-Meter-Kabel klingt ganz hervorragend.


    Das Gute, was kaputt ging, klang definitv in den Höhen etwas freier, aber da muss ich mal nach einem Laden schauen, der Portento führt und nicht der ist, wo ich es gekauft habe ;):P


    Hast Du vom GranVia die 3,5 mm, oder die 4,5 mm Variante?

    Ich habe die 3,5 mm Variante. Der RME kann direkt damit arbeiten, für den DACmagic habe ich einen Adapter auf 6,3 mm Klinke


    Der DAC Magic hat symmetrische Ausgänge - aber die sind doch für einen Endverstärker, dachte ich immer, aber nicht für einen Kopfhörer!

    Da hast Du recht. Der Ausgang ist leider für Kopfhörer nicht zu gebrauchen, sondern nur für Endstufen. Er liefert keinen Strom zum Beispiel ...

  • Hallo zusammen,


    habe derzeit den „SPL Audio Phonitor se“ Zuhause.
    Ja man hört einen Unterschied zum Cambridge Dac Magic Plus, ob mir das allerdings fast 1000€ Wert ist muss ich noch entscheiden.

    Der SPL Phonitor X hat einen symmetrischen Kopfhörerausgang via XLR, kostet allerdings auch schnell mal 2500 Euro. ;)


    Da muss ich wohl noch mal 5 Jahre warten, bis ich mir den leisten kann und an der Rechner hänge ;), bin gerade mit dem adi-2 DAC glücklich. Dessen symmetrischer Ausgang ist leider auch nur ein line-out.

  • Das Gute, was kaputt ging, klang definitv in den Höhen etwas freier, aber da muss ich mal nach einem Laden schauen, der Portento führt und nicht der ist, wo ich es gekauft habe ;) :P

    Hier aber ich eine Besprechung des GranVia gefunden (englischsprachig):


    Tripowin GranVia Handmade Headphone Replacement Cable - Reviews | Headphone Reviews and Discussion - Head-Fi.org


    In der Zusammenfassung (übersetzt mit KI):


    "Das beste Wort, um das GranVia zu beschreiben, wäre organisch. Sie schließen das GranVia zwischen Ihre Quelle und Ihre Kopfhörer an, und es gibt einen natürlichen und reinen Ton wieder. Allerdings könnte der Ton, sobald es eingesetzt ist, vielleicht unerwartet und ein wenig dunkler sein, als Sie zunächst vermutet haben. Natürlich sind die Details vorhanden, nur klingen sie nicht klinisch oder dünn. Ja, das GranVia verdickt das gesamte Klangbild, das lässt sich nicht leugnen. Dieses Kabel ist für den normalen Benutzer, der einfach ein neues Kabel braucht, oder für den Benutzer, der eine dunklere Wiedergabe bevorzugt, um längere Hörzeiten zu genießen oder höhere Lautstärken mit seinen Over-Ear-Kopfhörern zu erreichen."


    Also: Das Kabel dunkelt ein und dickt auf, ist laut Tester für Hörer, die lange laut hören möchten. Da würde mich mal interessieren, ob Du den Eindruck irgendwie teilen kannst. ^^

  • Also: Das Kabel dunkelt ein und dickt auf, ist laut Tester für Hörer, die lange laut hören möchten. Da würde mich mal interessieren, ob Du den Eindruck irgendwie teilen kannst. ^^

    Das Kabeltesten ist eine aufwändige Angelegenheit und ein schon etwas skurriles Hörvergnügen ...:)


    Man hört und, wenn man plötzlich etwas wahrnimmt, was man vermeintlich nicht kennt, steckt man um, um es mit dem anderen Kabel zu hören usw. usf.


    Ich habe jetzt gerade noch einmal das Original-Focal-Kabel (1,2m) gegen das GranVia (2m) laufen lassen. Eine ganz leichte Verdunkelung ist beim GranVia tatsächlich feststellbar, eine Verdickung gegenüber dem Focal-Kabel für mich nicht. Was den Detailreichtum angeht, stehen sich beide nicht wirklich nach, eventuell ist sogar ein kleiner Vorteil beim preiswerteren Kabel zu vermerken. (habe berade Streichquartett gehört)


    Das Portento-Kabel klingt für mich tatsächlich besser, kostet aber auch etwa sechsmal so viel und hat mich mit seinen ganzen technischen Problemen am Ende nicht überzeugt. Dass der Fachhandel sagt, dass das noch nie vorgekommen sei, ist zwar üblich, aber wahrscheinlich doch gelogen?


    Ich höre jetzt seit mehreren Tage das GranVia und kann bestätigen, dass es an Differenziertheit momentan zufriedenstellt und vom Hören ausgesprochen angenehm für mich ist. Für ein besseres Erlebnis müsste ich wieder viel ausprobieren und wahrscheinlich sehr tief in die Tasche greifen ....

  • Der SPL Phonitor X hat einen symmetrischen Kopfhörerausgang via XLR, kostet allerdings auch schnell mal 2500 Euro. ;)


    Da muss ich wohl noch mal 5 Jahre warten, bis ich mir den leisten kann und an der Rechner hänge ;), bin gerade mit dem adi-2 DAC glücklich. Dessen symmetrischer Ausgang ist leider auch nur ein line-out.

    Hallo astewes,


    ich glaube du hast eine richtige und zukunftsfähige Entscheidung getroffen.

    Ich persönlich bin kein Freund von diesen Spielereien, darum bin ich auch vom Yamaha 803 Verstärker auf die Cambridge Kombi CX 81 + CXN V2 gewechselt.
    da, dass auch beim KV so ist, bin ich mit dem spl mega zufrieden den Cambridge benutze ich so gut wie gar nicht mehr. Bei meinem SPL sind die Einstellungen auf die Lautstärke begrenzt und das ist auch gut so.




    Ich benutze diese Kombi SPL und CXN V2 stets mit dem Focal Elear und das in Zukunft wieder etwas regelmäßiger da ich derzeit umziehe und nicht schon jetzt meine Elac Boxen meiner Nachbarschaft antun möchte 😀


    Da durch meinem Umzug viel Geld im Baumarkt bleibt werde ich erst beim nächsten Mal solche Angebote wie diese ernsthaft in Erwägung ziehen


    https://www.projekt-akustik.de…r-d-mk-ii-chrom-gebraucht


    https://www.sg-akustik.de/shop/sennheiser-hd-660s2?c=403


    Den HD 660s1 ist wirklich fantastisch und auch fürs dauerhören geeignet, sowie leicht händelbar

    Wann und ob es eine Nachfolger für den Clear MG kann man noch nicht abschätzen und er wird mir wohl als neues Produkt dann zu teuer.



    sorry für den Teil der OT ist …

  • Die Musik kommt von ROON und dort von TIDAL und Qobuz. Das Ganze dann über einen eigenen ROON-Core in den Lyngdorf.

    Und dann zaubern meine Raidho X1.6 vor mir das, was ich möchte :love:.


    Ich habe lange probier und gehört und mich am Ende für diese Kombi entschieden.

    Seitdem bin ich oft bei meinem HiFi-Dealer und höre auch viele andere Kombis. Bisher wollte ich nicht tauschen, auch wenn der aufgerufene Preis höher war ;).

    Hallo Marco,


    schön zu lesen, dass auch andere Menschen, außer ich so ticken beide Tidal und Qobuz zu abonnieren 😂


    Auch zu deiner Anlage kann man nur inkl. KV und den Kopfhörer selber, kann man nur Glückwünschen schicken

  • Ich habe jetzt gerade noch einmal das Original-Focal-Kabel (1,2m) gegen das GranVia (2m) laufen lassen. Eine ganz leichte Verdunkelung ist beim GranVia tatsächlich feststellbar, eine Verdickung gegenüber dem Focal-Kabel für mich nicht. Was den Detailreichtum angeht, stehen sich beide nicht wirklich nach, eventuell ist sogar ein kleiner Vorteil beim preiswerteren Kabel zu vermerken. (habe berade Streichquartett gehört)

    Das ist so bei diesen Geschichten, dass das Hörergebnis mit den unterschiedlichen verwendeten Komponenten divergiert. Der Tester hat ein Kimber zum Vergleich gehabt, das bekanntlich zu den hell klingenden der "Kabelfamilie" gehört. Eindunkeln geht bei mir gar nicht. Da bin ich eben akustisch mit Stax, Yamaha und AVM sozialisiert. Meine Kopfhörer-KH-Verstärker-Kombi hatte ich für den AVM ursprünglich ausgesucht. Nach dem Umzug habe ich sie dann mit dem an sich sehr guten italienischen DAC betrieben. Über Monate störte mich, dass es so dunkel klingt wie in einer schummrigen Kneipe. Deswegen habe ich lange herumprobiert woran es liegt. Der erste Schritt war ein neues Digitalkabel. Dann stimmte es aber immer noch nicht - die Homogenität fehlte. Schließlich habe ich mir den Marantz CD 60 angeschafft und der italienische DAC spielt nun am PC. Deswegen reicht mir dann eigentlich so ein Hinweis, ein solches Kabel eher nicht in Erwägung zu ziehen. Aber ich werde es wohl so machen: Bevor ich das kurze Kabel reparieren lasse, werde ich Alternativen ausprobieren. Wenn die Reparatur teurer ist als ein neues Kabel, das tatsächlich besser klingt, lohnt sich das nicht. Zudem man dann nicht die Garantie hat, dass der Fehler nach einer gewissen Zeit wieder auftritt.

    Das Portento-Kabel klingt für mich tatsächlich besser, kostet aber auch etwa sechsmal so viel und hat mich mit seinen ganzen technischen Problemen am Ende nicht überzeugt. Dass der Fachhandel sagt, dass das noch nie vorgekommen sei, ist zwar üblich, aber wahrscheinlich doch gelogen?

    Vielleicht habe ich es verpasst: Was waren das für Probleme?


    Schöne Grüße

    Holger

  • Banner Strizzi
  • Das war das Kabel mit dem Wackelkontakt bei Neukauf. Da überzeugen mich nicht die Endkontrolle der Firma und das Verhalten beim Beheben des Problemes.

    War das nicht ein Garantiefall? Es gibt ja zwei Möglichkeiten: Entweder ist das ein Fehler der Fertigung (Montagsprodukt), oder ein Konstruktionsfehler, so dass dieses Kabel in der Praxis sehr reparaturanfällig ist. Eigentlich hat der Zulieferer ein Interesse, das auch für Focal zu bleiben. Wenn sich Probleme dieser Art bei Kunden häufen, wird Focal sich ganz sicher einen anderen Hersteller suchen. Im Eigeninteresse sollten sie deshalb kulant sein. Vielleicht schreibst Du den Hersteller mal direkt an! ;)

  • War das nicht ein Garantiefall?

    Die ersten beiden Male ja. Nur scheint Portento solche Kabel nicht zurückzunehmen, sonst gäbe es für das Geschäft ja keinen Grund am Kabel herumzufrickeln. Und wenn das Portento selbst gemacht hätte, wäre es ja noch schlimmer.


    Entweder ist das ein Fehler der Fertigung (Montagsprodukt), oder ein Konstruktionsfehler, so dass dieses Kabel in der Praxis sehr reparaturanfällig ist.

    Beides ist möglich und ich kann es nicht beurteilen aufgrund der mir zur Verfügung stehenden Daten. Aber glücklich macht mich das nicht. Sicher werde ich irgendwann noch einmal auf die Suche gehen, aber momentan scheint mir meine Lösung gut zu sein.


    Mich stößt einfach das ganze Geschäftsgebaren ab. Da werde ich von jedem Kleinwarenhändler besser bedient. Ich hatte bei denen Waren für 2000 Euro gekauft. Weiteres wird da nicht mehr angeschafft.

  • Die ersten beiden Male ja. Nur scheint Portento solche Kabel nicht zurückzunehmen, sonst gäbe es für das Geschäft ja keinen Grund am Kabel herumzufrickeln. Und wenn das Portento selbst gemacht hätte, wäre es ja noch schlimmer.

    Das hört sich nicht sehr professionell an. Das ist bei den Marktführern wie Audioquest sicher anders. Ich hatte mal ein USB-Digitalkabel bestellt, das Audioquest Cinnamon. Dann sagte der Händler: Momentan nicht lieferbar, aber der Audioquest-Vertrieb hat mir dann zum selben Preis das doppelt so teure Carbon angeboten, damit ich nicht so lange warten muss. Super kundenfreundlich! Das habe ich natürlich genommen! Da kauft man dann von so einem Hersteller weiter gerne. Probleme dieser Art mit Audioquest hatte ich nie. Mein Goldkabel dagegen hat teure Spannstecker. Die habe ich ein paar mal hin- und her gestöpselt und jetzt löst sich ein Stecker, so dass ich ihn ab und zu neu fest spannen muss, damit nicht ein Kanal ausfällt. Ist auch nicht perfekt. An sich sind diese Spannstecker sehr praktisch, aber mit der Erfahrung würde ich wohl lieber dann den festen Stecker nehmen.

    Beides ist möglich und ich kann es nicht beurteilen aufgrund der mir zur Verfügung stehenden Daten. Aber glücklich macht mich das nicht. Sicher werde ich irgendwann noch einmal auf die Suche gehen, aber momentan scheint mir meine Lösung gut zu sein.

    Ich habe gesehen, dass Focal auch ein Ersatzkabel für 40 Euro anbietet (Hersteller Cuifati). Ist mit einer Mischung aus Kupfer und Silber und sehr flexibel. Gibt es im Urwaldfluss... :D


    Hast Du das auch mal probiert?


    71Dr79Uf+ZL._AC_SL1500_.jpg


    Schöne Grüße

    Holger

  • ch habe gesehen, dass Focal auch ein Ersatzkabel für 40 Euro anbietet. Ist mit einer Mischung aus Kupfer und Silber und sehr flexibel. Gibt es im Urwaldfluss... :D


    Hast Du das auch mal probiert?

    Über dieses Kabel hatte ich ein Gespräch. Das ist wohl ein Internetimitat. Das Originalkabel von Focal (sieht genauso aus) kostet knapp 200 Euro. Ich habe den Fake nicht bestellt, weil es mir nicht seriös schien. Aber mit all der Erfahrung jetzt :)


    Ich habe aber Kabel für 30 Euro ausprobiert, die mich alle nicht begeistert haben.

  • Über dieses Kabel hatte ich ein Gespräch. Das ist wohl ein Internetimitat. Das Originalkabel von Focal (sieht genauso aus) kostet knapp 200 Euro. Ich habe den Fake nicht bestellt, weil es mir nicht serös schien. Aber mit all der Erfahrung jetzt :)

    Da steht als Herkunftsland China. Ist dann wohl ein Billigimitat, wie es aussieht. Denn Silber gibt es nicht zu dem Preis. Auch dass es keine seriösen Kundenrezensionen gibt, wirkt nur verdächtig. =O :D

  • Auch dass es keine seriösen Kundenrezensionen gibt, wirkt nur verdächtig. =O :D

    Ich vermute auch, dass es vergleichbar klingt, wie andere zu dem Preis (30+). Wenn mir das GranVia nicht gefallen hätte, hätte ich mir einen Kabelkonfektionierer ausgesucht, der auch Kabel für Focal produziert. Da hätten dann 2 Meter um die 100 Euro gekostet.

  • Gestern war ich bei in Münster bei meinem Geschäft wegen des Kabelproblems. Den Händlern ist das Problem bei Focal offenbar bekannt. Es hieß: Focal baut super Kopfhörer, aber mit den Kabeln gibt es ständig Reklamationen, oft mehrfach. Die haben da offenbar keine glückliche Hand in der Auswahl der Zulieferer. Bei meinem Kabel ist wahrscheinlich nicht die Lötstelle das Problem, sondern der Stecker. Beim ganz kurzen Kabel sind zwei Stecker verschraubt - den größeren kann man abziehen. Offenbar war der locker. Es kann sein, dass wenn man den Kabelschlauch bewegt dann der Kontakt beim lockeren Stecker weg war. Probiert habe ich im Geschäft auch selbst an einem Streaming-DAC und dann mit demselben mit extra Kopfhörer-Verstärker Lehmann Audio Linear MK II (klanglich wirklich sehr (!) deutlich besser als der mäßig klingende Kopfhörerausgang dieses Streaming-Teils!). Da funktionierte das Kabel einwandfrei. Ich habe noch einen anderen Stecker zum Auswechseln für zuhause mitbekommen und werde jetzt probieren. Wenn es doch die Lötstelle sein sollte, ist das (2019 gekauft!) immer noch ein Garantiefall! Da ist man bei so einer seriösen und freundlichen Behandlung gerne Stammkunde! :)

  • Hallo Astewes und Holger,


    das Problem mit dem defekten Kopfhörerkabel verwundert mich. Und das die Firma nur zum Anschauen 80€ verlangt ist mehr als eine Unverschämtheit - den Laden würde ich nie wieder betreten und entsprechend "weiterempfehlen" !

    Ich löte bei vielen HiFi-Kabeln für CD/SACD-Player und ohnehin meine Patchkabel für meine Synthesizer ohnehin selbst mit besten High-End-Steckern.


    In Deinem Fall hätte ich den Stecker neu angelötet und wäre dann auch sicher, dass diese Lötstelle auf ewig hält ! Wenn das ein Stecker ist, den man nicht öffnen kann - gut - dann schneide ich diese einfach ab, nehme ich andere angemessene Stecker und löte diese selber an.


    :) ;) Dein Kabel würde ich Dir gratis reparieren ! Würde etwa max 30Min dauern.


    Wie Holger in Beitrag 813 zeigt, reichen auch 40€ für ein TOP-KH-Kabel ... ich glaube niemals, dass Du da einen Unterschied zu Deinem 400€-Kabel hören würdest.

    Vielleicht optisch, weil Du es dann weisst, aber nie und nimmer im Blindtest.

    Von solchen Voodoo-Kabelgeschichten halte ich ohnehin nicht viel. Klar, ein Beipackstrippe geht gar nicht, dass muss schon was Anständiges sein, aber irgendwo ist die Grenze erreicht, das man da noch was hören könnte.

    Gruß aus Bonn, Wolfgang

  • Ich löte bei vielen HiFi-Kabeln für CD/SACD-Player und ohnehin meine Patchkabel für meine Synthesizer ohnehin selbst mit besten High-End-Steckern.

    Eine wirklich gebrauchte Fähigkeit, die ich leider nicht besitze! ;(



    Wie Holger in Beitrag 813 zeigt, reichen auch 40€ für ein TOP-KH-Kabel ... ich glaube niemals, dass Du da einen Unterschied zu Deinem 400€-Kabel hören würdest.

    Bei Digitalkabeln bin ich ziemlich skeptisch. Nachdem nun das 400 Euro Kabel (ich habe es damals gleich mit KH zusammen geholt) nun kaputt, war, habe ich mir einige Kabel bestellt von 12 Euro an und habe mich zum GranVia Kabel hochgehört. Ich weiß, dass das Portento oben in den Höhen noch ein Spur besser klang, bin aber für die Klangnuance momentan nicht bereit, eine solche Summe wieder auszugeben, zumal das Kabel am Ende löttechnisch nicht überzeugte. :P



    :) ;) Dein Kabel würde ich Dir gratis reparieren ! Würde etwa max 30Min dauern.

    Vielen Dank für Dein freundliches Angebot. Ich weiß so etwas zu schätzen, würde aber momentan mit meinem neuen Kabel (60 Euro) weiterhören und noch ein wenig Zeit ins Land gehen lassen. Wie gesagt, es sind nur Nuancen und momentan bin ich auch noch verärgert. Wenn der Rauch verflogen ist, mal sehen ... :)

  • Ein Stax SRD-X für meinen SR-5 Gold


    image.jpg


    12595626.jpg


    Stax-Kopfhörer waren ein wesentlicher Teil meiner Hifi-Sozialisation und haben mit meine Hörgewohnheiten geprägt. Als „Jungspund“ in Schüler- und Studentenzeiten dachte ich anders als die meisten meiner Freunde, die auch vom Hifi-Virus angesteckt wurden: Statt mir eine komplette Anlage mit Boxen, Verstärker, Plattenspieler, Tuner und Cassettendeck zu kaufen, wo mit dem begrenzten Budget damals nur Geräte aus der unteren Mittelklasse drin gewesen wären, kaufte ich mir lieber nur zwei Geräte, und dafür sehr gute: Verstärker und Plattenspieler. Für die Boxen reichte das Budget deshalb nicht, also kaufte ich mir erst einmal das damals kleinste und preiswerteste Stax-Set dazu, das SR 44, bestehend aus dem Elektret-Elektrostaten SR-40 und dem Versorgungsteil SR-40. Bei unserem letzten Umzug fand ich die Rechnungen von damals – ich wusste gar nicht, dass ich sie überhaupt aufbewahrt hatte! Das Set SR-44 erschien 1975, ich erwarb es im Juli 1981 für 338 DM. Der SR-40 war ein Elektret-Kopfhörer und auch als ein Stax für „Einsteiger“ schon sehr gut. Aber der SR-5 Gold, den ich im Dezember 1987 für 398 DM erstand, war deutlich besser. Einmal klanglich, er löst besser auf, und dazu hat vor allem eine sehr natürliche Räumlichkeit. Der Tragekomfort ist wirklich sehr gut. Der sehr gut verarbeitete, sehr leichte SR-5 mit Metallbügeln und bequemen, leicht zu reinigenden Ohrpolstern sitzt so auf dem Kopf, dass man ihn nicht merkt: Nichts drückt da oder spannt. Dazu kam ein Stax SRD-7 Versorgungsteil (Erscheinungsjahr 1979), das ich gebraucht für 300 DM kaufte, weil es von noch besserer Qualität ist als das SRD-6, was damals mitgeliefert wurde im Set. Lange habe ich mit den beiden Stax-Hörern gehört, als ich aber meine großen Standlautsprecher erwarb, blieben die Kopfhörer schließlich im Schrank liegen. Ich habe mich danach über Jahrzehnte vom Kopf-Hörer-Hören regelrecht entwöhnt.


    Es waren ganz praktische Erwägungen, die mich 2019 dazu brachten, das Kopfhörer-Hören zu „reaktivieren“. Eine Maisonette-Wohnung mit offener Küche ist einerseits schön, weil man selbst beim Kochen Musik hören kann. Andererseits ist der Raum offen. Es gibt keine Tür, die man zumachen kann, wenn es laut wird mit den „Laut“-Sprechern. Die Ehefrau hört alles mit! So ein Kopfhörer ersetzt zumindest in etwa eine Schall dämpfende Tür. Deshalb kaufte ich, die Corona-Pandemie lief gerade noch etwas unwirklich erscheinend an, einen Focal Clear. Eigentlich sollte es wieder ein Stax sein, doch ich entschied mich letztlich doch für den Focal, der für mich in idealer Weise die Vorzüge des Elektrostaten und eines herkömmlichen Kopfhörers vereinigte: den luftigen und offenen Hochtonbereich und ein Bassfundament mit Lautsprecher-Qualitäten. Auch der alte Stax SR-5 Gold mit dem SRD-7-Versorgungsteil an den Lautsprecherausgängen des Verstärkers bekam nun seine besondere Aufgabe: zum Fernsehhören, wenn es nicht laut sein durfte. Doch der letzte Umzug hat dann wiederum alles verändert. Im Souterrain habe ich eine extra Kopfhöreranlage eingerichtet. Der Focal Clear mit dem Lehmann-Kopfhörerverstärker konnte problemlos umziehen, doch leider nicht auch der Stax: Da die passiven Versorgungsteile von Stax-Kopfhörern dieser Generation wie das SRD-7 die Lautsprecherklemmen eines Verstärkers brauchen und nicht an die Cinch-Buchse eines Quellgerätes wie ein Verstärker oder CD-Spieler angeschlossen werden können, landete der Stax SR-5 Geld wieder im Schrank.


    Stax hatte allerdings schon damals in den 1980iger Jahren eine Lösung angeboten, damit man ihre Kopfhörer unkompliziert auch an in eine gebräuchliche Kopfhörer-Klinkenbuchse einstecken konnte: Das war das sowohl mit Batterien als auch einem Netzteil zu betreibende mobile SRD-X-Versorgungsteil, das Stax ab 1979 produzierte. Mit diesem Gerät hatte ich 1986 und 1991 meine beiden ersten CD-Player im Hifi-Geschäft ausgesucht, weswegen ich mich daran erinnern konnte. Nur wie findet man im Jahr 2025 ein uraltes SRD-X-Versorgungsteil? Das gleicht nicht nur der berühmten Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Selbst wenn man nämlich ein solches Gerät findet, wird es zu Mondpreisen angeboten: 400, 600… bis zu 1200 Euro! Es war ein glücklicher Zufall, als ich bei kleinanzeigen.de ein Angebot entdeckte: ein SRD-X ohne Netzteil für nur 80 Euro! Dann folgte eine etwas umständliche und familiär umwegige Korrespondenz mit dem Anbieter, weil es mir selbst (wie übrigens einem befreundeten holländischen Kollegen von mir in der Vergangenheit auch) ärgerlicher Weise nicht gelang, mich bei kleinanzeigen.de anzumelden. Der Anbieter reservierte mir zunächst das Gerät, was er nicht selbst benutzt, sondern aus einem Nachlass erstanden hatte, konnte es aber letztlich nicht prüfen, ob es funktionsfähig ist. So habe ich es mir schließlich zuschicken lassen, um die Prüfung selber zu übernehmen. Auch mit den acht C-Batterien, die etwas schwer einzusetzen sind, leuchtete das rote „An“-Lämpchen jedoch nicht. Dem Rat meines Hifi-Stammgeschäftes folgend habe ich das SRD-X-Versorgungsteil schließlich zu Audio-Trade nach Hessen geschickt. Audio-Trade kann ich nur empfehlen: Die arbeiten schnell, zuverlässig und sind preislich sehr fair. Sie haben das Gerät nicht nur flott gemacht, sondern auch das Original-Netzteil von Stax (auf dem Bild oben zu sehen) dazu besorgt, so dass ich nicht nur auf den Batteriebetrieb angewiesen bin.


    Soviel zur Vorgeschichte. Nun aber zum Hörerlebnis!


    Eine gewisse Anspannung war bei mir schon da, wie passabel oder gut er nun tatsächlich klingen würde, der SR-5 mit dem alten, wieder flott gemachten SRD-X-Versorgungsteil. Keine Zweifel hatte ich, was den Stax-Hörer als solchen angeht. Der klingt nämlich – betrieben an den Lautsprecherbuchsen meines Yamaha RN-803 D Netzwerkreceiver mit dem SRD 7-Versorgungsteil – taufrisch wie neu gekauft. Wie aber würde das nun doch schon sehr betagte SRD-X-Versorgungsteil klingen, angeschlossen an die Kopfhörerbuchse meines Cambridge DAC Magic Plus, wenn er die auf der Festplatte meines Desktop-PC gespeicherten FLAC-Dateien abspielt? Die für mich beglückende Antwort lautet: Das SRD-X zeigt keinerlei Altersschwächen! Ich bekam fast schon nostalgische Gefühle, fühlte mich beim ersten Hören in die doch etwas andere Klangwelt der 1980iger Jahre zurückversetzt. Meine Hörproben begann ich mit dem 1. Klavierkonzert von Beethoven – jener berühmten Konzertaufnahme aus dem Wiener Musikvereinssaal mit Arturo Benedetti Michelangeli und Carlo Maria Guilini, die ich in- und auswendig kenne.


    s-l960.webp



    Da war sie gleich wieder da, die Faszination Elektrostat – dieser absolut schlackenlose, verfärbungsfreie, im Hochtonbereich himmlisch luftige und in den Bässen schwerelose und absolut präzise Klang! Von wegen „dicker“ Kopfhörerbass! Ein Stax-Kopfhörer ist unbestechlich in jeder klanglichen Hinsicht. Da wird nichts hinzugedichtet! Es ist nun keineswegs so beim eher schlanken Elektrostaten-Klang, dass der Bass „substanzlos“ ausgedünnt wirkte. Nein! Nicht nur, dass der Bass knochentrocken und hyperpräzise ist, gerade was die Wiedergabe von Schlagwerk angeht. Die Bässe binden sich einfach nur perfekt in die unfassbare Leichtigkeit des Seins des Elektrostatenklangs ein. Die Streicher in dieser Aufnahme, sie klingen über den Stax schlank, aber zugleich sehr schön seidig, also nicht irgendwie hart oder steril. Dazu kommt die Farbigkeit und nicht zuletzt verblüffende „Greifbarkeit“ der Bläser! Die Faszination Stax-Elektrostat – wen sie einmal gepackt hat, den lässt sie nie wieder los!


    0099925371821.jpg


    Antonin Dvorak: Rusalka (3 CDs) – jpc.de



    Wie geschaffen für den Stax-Elektrostaten ist die wunderbare Supraphon-Aufnahme von Dvoraks Oper Rusalka mit Vaclav Neumann aus Prag. Der „böhmische Klang“ der Tschechischen Philharmonie mit seiner Leichtigkeit, Spritzigkeit und Eleganz ist wie geschaffen für den Stax. Track 2 (das How, How How) mit den neckischen Wassernixen zeigt dann auch die Unterschiede auf zwischen der Wiedergabe mit dem Cambridge-DAC von der Festplatte und dem Marantz CD 60, an den der Lehmann Audio Linear angeschlossen ist. Man merkt es bei den Echos des Chores im Hintergrund: Die Wiedergabe ist klarer, plastischer, der Raum, in dem die einzelnen Sänger im Vorder- und Hintergrund stehen, greifbarer. Man ahnt nicht nur, wo die Sänger stehen, man „sieht“ sie quasi. Zudem haben die Bläser den gewissen Glanz und die Schärfe, die zu ihnen gehört. Der Marantz CD 60 ist ein Klangwunder, dass ich mit der sehr guten Beschreibung der Marantz-Klangabstimmung, die ein Tester gibt, so beschreiben würde: „akustische Kohärenz“. Die Bläser haben die schmetternde Schärfe, die zu ihnen gehört, aber ohne in den Ohren zu schmerzen. Der Cambridge klingt zweifellos sehr gefällig, aber er mildert solche Schärfen auch ab: Die Bläser klingen dann eine Spur nach diesen „Plastiktröten“, die man als Kind zu Weihnachten geschenkt bekam. Beim längeren Hören erkennt man den „britischen“ Klang: Schlank, farbig, gut aufgefächert, was im Kopfhörer angenehm wirkt, aber auch etwas geglättet und entschärft, mit weniger substanzieller Härte. Das ist Schöntönen, aber ohne unangenehm aufzufallen als „Sounding“-Weichspülerei. Insofern ist auch der Cambridge klangästhetisch sehr gelungen, nicht nur „technisch“ nach Messdaten produziert, sondern auf einen audiophilen Hörer abgestimmt. Es bleibt letztlich eine Geschmacksfrage, welche Klangästhetik man bevorzugt.


    OIP._1Ci69hnksgCHmQ2siN97QHaHo?cb=ucfimg2&ucfimg=1&rs=1&pid=ImgDetMain&o=7&rm=3



    Für mich war deshalb der Vergleich mit dem Focal Clear sehr spannend. Als der „moderne“ und deutlich teurere Kopfhörer sollte er doch hörbar besser sein! Das ist er auch, aber nun nicht so, dass man den Klang des „alten“ Stax deswegen lediglich privativ beschreiben müsste in einer „Mängelliste“, was er alles nicht kann oder schlechter macht. Beginnen wir mit dem Privativen: Wo man beim luftigen Stax SR-5 Gold anfängt, darüber nachzugrübeln, was ihm dann doch vielleicht essentiell fehlt, sind mittenbetonte Aufnahme wie die DGG-Aufnahme der Sonate für Klavier und Violine von Cesar Franck mit dem Traumduo Shlomo Mintz und Yefim Bronfman. Hier fehlt dem Stax dann doch die gewisse Tonfülle des Flügels, die tatsächlich etwas ausgedünnt erscheint.



    Janine Jansens Stradivari bei Ravels Vocalise hört sich mit dem Stax etwas gläsern an, die sonore Fülle und auch die farbigen Abstufungen, die der Focal Clear hörbar macht, kann das Hören mit dem Stax-Elektrostaten nicht so recht vermitteln. Um es zusammenzufassen: Das Kopfhörer-Hören mit dem Stax-Elektrostaten ist quasi körperlos, wo der Focal Clear den Körper fühlbar macht. Einerseits hat diese Körperlosigkeit und Schwerelosigkeit des Elektrostaten etwas von elysischen Gefilden, bedeutet mit ihrem atmosphärischen Wolkenklang allerdings auch eine gewisse „Entleiblichung“ des Hörens. Mit dem Focal Clear hat man gleichsam das Beste aus zwei Hörwelten: In der Hochtonwiedergabe gleicht der Focal dem Stax-Elektrostaten mit seiner Luftigkeit und Offenheit, gibt der Musik als klassischer, dynamischer Kopfhörer dann aber mit mehr Basssubstanz die Körperhaftigkeit und Greifbarkeit dazu.


    71m2WQToLyL._SX355_.jpg


    Bei manchen Aufnahmen weiß man allerdings nicht, was vorteilhafter ist. Da freut man sich, die Alternative zu haben und zu behalten: Das im Wiener Sofiensaal von DECCA klangtechnisch nicht ideal aufgenommene 2. Brahms-Klavierkonzert mit Vladimir Ashkenazy, Bernard Haitink und den Wiener Philharmonikern hat sehr – um nicht zu sagen übertrieben – bassbetontes Klangbild. Mit dem Focal Clear hört man sehr präsent die einzelnen Instrumente. Der Stax SR-5 Gold schafft da mehr Distanz. Man sitzt als Hörer gleichsam nicht mehr in der ersten Reihe, sondern blickt auf die komplette akustische Bühne vom Rang hinten im Saal aus. Der schlanke Elektrostatenklang hat hier den Vorzug, mit der Reduktion von Präsenz der Einzelinstrumente auch die Basslastigkeit zu reduzieren, so dass man von den Bässen nicht so erdrückt wird. Der Flügel klingt damit nicht mehr so bassverliebt und natürlicher. Man kann so zumindest erahnen, dass Ashkenazy auf einem Steinway spielt, der bekanntlich in den Bässen eher drahtig und schlank ist.


    Auffallend ist, dass das lange Kabel des Focal Clear die Höhen etwas bedämpft, was durchaus vorteilhaft ist, weil man – wie bei Janine Jansen – die Differenzierungen im Mittenbereich deutlicher wahrnimmt. Mit dem Kurzkabel verbunden kommt der Focal dem Stax-Elektrostaten am nächsten, was dem Klavier bei besagter Aufnahme zugute kommt, das kristallklar klingt, dafür aber auch Janine Jansens Stradivari etwas glasiger und weniger geschmeidig erscheinen lässt.


    Letztlich kann ich über meinen alten Stax eigentlich nur staunen: Was Stax in den 1980iger Jahren bereits als Niveau an Kopfhörerklang anbieten konnte, war seiner Zeit weit voraus. Das kann man heute immer noch nachvollziehen, gerade im Vergleich mit einem Top-Kopfhörer wie dem Focal Clear mit aktuell modernster Technik. Auch wenn der Focal Clear absolut betrachtet natürlich der bessere Kopfhörer ist, macht es nach wie vor einen riesen Spaß, mit dem Stax-„Oldtimer“ zu hören. Ich habe mir Track Nr. 2 von Rusalka erst mit dem Stax und dann über meine Desktop-Aktivlautsprecher von JBL angehört und war dabei ziemlich ernüchtert. Die Freude des Hörens, die mir das Stück mit dem Stax bereitet hatte, sie wollte einfach nicht mehr aufkommen. Der ästhetische Genuss von Leichtigkeit und Eleganz – die „Schönheit“ eines Wohlklangs, der zugleich „wahr“, weil unbestechlich klar und sauber ist, bleibt die Verführung des Elektrostatenklangs.


    Schöne Grüße

    Holger

  • Banner Strizzi