Ja, lieber Holger, beim SA‑CD 10 haben sie tatsächlich einen enormen mechanischen und elektronischen Aufwand betrieben.
Selbst in der diskret aufgebauten Kopfhörerstufe kommen die hauseigenen HDAM‑Module zum Einsatz, inklusive dreistufiger Gainanpassung.
Der sehr hohe Preis des SA‑CD 10 ergibt sich nach meinen Recherchen aus extrem kostspieligen Kernkomponenten:
• dem exklusiven, massiven SACDM‑3‑Laufwerksmechanismus
• der aufwendigen MMM‑Signalverarbeitung (Marantz Musical Mastering, DAC)
• dem massiven, kupfergeschützten Dreischicht‑Chassis (das Gerät wiegt stolze 33 kg)
• den getrennten, kräftigen Ringkerntransformatoren für die analogen und digitalen Hauptstufen
Die Kopfhörerbuchse ist dagegen „nur“ ein -allerdings auch hier hochwertiges- Zusatzfeature.
Bei einem spezialisierten externen KHV für etwa 1.500 € fließt hingegen das gesamte Entwicklungsbudget ausschließlich in die perfekte Stromversorgung und Verstärkung für Kopfhörer.
Ich würde daher für den SA‑CD 10 keinen wirklich guten externen Kopfhörerverstärker in Zahlung geben.
Interessant fand ich es, einfach nur einmal die reinen Leistungsdaten zu vergleichen:
Der Marantz SA‑CD 10 liefert am Kopfhörerausgang 130 mW an 32 Ohm.
Für normale, leicht anzutreibende dynamische Kopfhörer oder In‑Ears ist das völlig ausreichend. Problematisch wird es jedoch bei modernen High‑End‑Kopfhörern – insbesondere leistungshungrigen Magnetostaten oder extrem hochohmigen Klassikern (300 oder 600 Ohm von Sennheiser oder Beyerdynamic). Diese „verhungern“ an 130 mW dann doch recht schnell.
Dein Lehmann Linear MK II liefert an 32 Ohm immerhin 260 mW, bei 60 Ohm sogar 400 mW.
Man sieht also deutlich, dass der Lehmann gegenüber dem Kopfhörerausgang des SA‑CD 10 die doppelte Leistung bereitstellt – und das mit seinem ebenfalls sehr audiophilen Class‑A‑Prinzip.
Zum Vergleich habe ich mir einmal die Daten des ebenfalls aus Deutschland stammenden Violectric HPA V200 angesehen, mit dem ich ja tatsächlich sehr zufrieden bin:
An 32 Ohm liefert er 2000 mW, also volle 2 Watt.
Violectrics Entwickler Fried Reim hat den V200 intern mit extrem hoher Betriebsspannung und großzügigen Stromreserven ausgelegt, damit die Leistung bei sinkender Impedanz keinesfalls einbricht.
Schon beim bloßen Blick auf das Innenleben wird klar, dass Violectric hier keinerlei Kompromisse eingehen wollte:
Ich hätte also den Marantz SA‑CD 10 also auch sehr gerne im Bestand (dafür müsste ich finanziell allerdings komplett auf eine reine Kopfhöreranlage umsteigen – und selbst dann würde das Geld kaum reichen…), aber selbst in dieser Konstellation würde ich ehrlich gesagt weder deinen Lehmann noch meinen Violectric hergeben wollen...
Ich meine sogar, den Lehmann (ich weiß nicht mehr, ob es genau deiner war) einmal am HD800 im Laden gehört zu haben.
Eigentlich wollte ich damals nur den Hörer kennenlernen. Die Kombination mit dem KHV hat mich jedoch so begeistert, dass mir klar war, den HD800 früher oder später besitzen zu müssen.
Als das Geld später bereitstand, informierte ich mich weiter und kam zu dem Schluss, dass ich einen solchen Kopfhörer nicht mit einer Standard‑Kopfhörerbuchse „entehren“ sollte.
Zunächst kaufte ich einen kleinen KHV von Lake People, landete nach vielen Recherchen aber beim V200, den ich in Oslo hören konnte und der mich im Vergleich zu meinem kleinen KHV sofort überzeugte.
Sehr viele Forenbeiträge im englisch‑ und deutschsprachigen Raum schwärmten damals von der Kombination HD800 und V200 – völlig zurecht, wie ich fand.
Vor allem im Mittenbereich geschah so viel mehr – ich konnte bei einem Barockorchester z.B. deutlich besser hören, was die Musiker an den Violen machten, Kleindynamik, Anstrich, Artikulation, Vibratodosierung....
So erwarb ich diesen KHV, der mit seiner Panzerverarbeitung und seiner elektronischen Überdimensionierung später auch als Ausgangspunkt für weitere Violectric‑Modelle diente, etwa den V281, den ich wegen seines symmetrischen Ausgangs immer noch sehr gerne hätte.

Seinerzeit hörte ich in Oslo bei einem anderen Händler den Vergleich zwischen Klinke und symmetrischem Anschluss am HD800, allerdings mit anderen KHVs.
Der Unterschied zugunsten der symmetrischen Verkabelung war für mich so deutlich, dass ich ernsthaft nach dem V281 Ausschau hielt – ihn aber wegen immens hoher Gebrauchtpreise oder fehlender Angebote nie bekommen konnte.
Auch jetzt ist er auf der wichtigsten norwegischen Gebrauchtbörse (finn.no) überhaupt nicht zu finden. Wer ihn verkauft, muss wohl verrückt sein…
Vor einigen Jahren kaufte ich daher ein symmetrisches Kabel für den Sennheiser und dazu gebraucht den Head Box DS 2B von Pro‑Ject Audio Systems.

Das Gerät war wie neu und ich konnte es günstig erwerben. Damit war ich durchaus zufrieden. Der HD800 klang daran symmetrisch sehr schön, aber ich konnte wegen des Kabelwechsels keinen wirklich brauchbaren Vergleich mit dem unsymmetrischen Anschluss machen.
Momentan nutze ich den symmetrischen Ausgang geraden nicht mehr, weil der HD800 ja weg ist und ich sonst keine symmetrischen Kabel besitze.
Für etwas über 50 € gäbe es zwar bei Hifi Occ ein symmetrisches Kabel für den HD650, aber ob dieser dann symmetrisch am ProJect wirklich besser klänge als mit Klinke am V200? Ich weiß ich nicht und könnte es wohl nur über einen Hörtest (=kaufen) feststellen.
Beim K712 Pro und beim HD650 ziehe ich den etwas klarer definierten Klang des V200 vor, während Beyerdynamic‑Kopfhörer für mich am DS 2B etwas runder und angenehmer klingen.
Böte mir jemand einen Tausch zwischen dem V281 und dem Pro‑Ject DS 2B an, schlüge ich sofort zu. Leider wird das nicht passieren…![]()
Der Mann müsste entweder unseriös oder ein Idiot sein...![]()
Spielte Geld absolut keine Rolle, wäre der Violectric HPA V324 wohl mein Endgame‑Produkt.

Manchmal spiele ich sogar mit dem Gedanken, komplett auf Kopfhörer umzusteigen und statt eines Hauses mit Lautsprechern in eine kleinere Eigentumswohnung zu ziehen.
Andererseits gibt es viele gute Gründe, das nicht zu tun… allein schon die Einsamkeit meines jetzigen Lebens (keine Nachbarn) ist ein Vorteil, auf den ich nur ungern verzichten würde.
Außerdem habe ich viele Jahre lang täglich bereut, die Sequel II und die Aerius i von Martin Logan jemals verkauft zu haben. Diesen Fehler mache ich nicht noch einmal!
Zudem habe ich ja nun mit der Marantz‑Endstufe MM7025 hinter dem NR1200 genügend Leistungsreserven, um mit den Impedanzverläufen der Elektrostaten problemlos klarzukommen.
Gruß![]()
Glockenton


