Kopfhörer für Klassikfans

  • Ja, lieber Holger, beim SA‑CD 10 haben sie tatsächlich einen enormen mechanischen und elektronischen Aufwand betrieben.

    Selbst in der diskret aufgebauten Kopfhörerstufe kommen die hauseigenen HDAM‑Module zum Einsatz, inklusive dreistufiger Gainanpassung.


    Der sehr hohe Preis des SA‑CD 10 ergibt sich nach meinen Recherchen aus extrem kostspieligen Kernkomponenten:


    • dem exklusiven, massiven SACDM‑3‑Laufwerksmechanismus
    • der aufwendigen MMM‑Signalverarbeitung (Marantz Musical Mastering, DAC)
    • dem massiven, kupfergeschützten Dreischicht‑Chassis (das Gerät wiegt stolze 33 kg)
    • den getrennten, kräftigen Ringkerntransformatoren für die analogen und digitalen Hauptstufen


    Die Kopfhörerbuchse ist dagegen „nur“ ein -allerdings auch hier hochwertiges- Zusatzfeature.

    Bei einem spezialisierten externen KHV für etwa 1.500 € fließt hingegen das gesamte Entwicklungsbudget ausschließlich in die perfekte Stromversorgung und Verstärkung für Kopfhörer.

    Ich würde daher für den SA‑CD 10 keinen wirklich guten externen Kopfhörerverstärker in Zahlung geben.


    Interessant fand ich es, einfach nur einmal die reinen Leistungsdaten zu vergleichen:


    Der Marantz SA‑CD 10 liefert am Kopfhörerausgang 130 mW an 32 Ohm.
    Für normale, leicht anzutreibende dynamische Kopfhörer oder In‑Ears ist das völlig ausreichend. Problematisch wird es jedoch bei modernen High‑End‑Kopfhörern – insbesondere leistungshungrigen Magnetostaten oder extrem hochohmigen Klassikern (300 oder 600 Ohm von Sennheiser oder Beyerdynamic). Diese „verhungern“ an 130 mW dann doch recht schnell.

    Dein Lehmann Linear MK II liefert an 32 Ohm immerhin 260 mW, bei 60 Ohm sogar 400 mW.

    Man sieht also deutlich, dass der Lehmann gegenüber dem Kopfhörerausgang des SA‑CD 10 die doppelte Leistung bereitstellt – und das mit seinem ebenfalls sehr audiophilen Class‑A‑Prinzip.


    Zum Vergleich habe ich mir einmal die Daten des ebenfalls aus Deutschland stammenden Violectric HPA V200 angesehen, mit dem ich ja tatsächlich sehr zufrieden bin:

    An 32 Ohm liefert er 2000 mW, also volle 2 Watt.
    Violectrics Entwickler Fried Reim hat den V200 intern mit extrem hoher Betriebsspannung und großzügigen Stromreserven ausgelegt, damit die Leistung bei sinkender Impedanz keinesfalls einbricht.
    Schon beim bloßen Blick auf das Innenleben wird klar, dass Violectric hier keinerlei Kompromisse eingehen wollte:

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    Ich hätte also den Marantz SA‑CD 10 also auch sehr gerne im Bestand (dafür müsste ich finanziell allerdings komplett auf eine reine Kopfhöreranlage umsteigen – und selbst dann würde das Geld kaum reichen…), aber selbst in dieser Konstellation würde ich ehrlich gesagt weder deinen Lehmann noch meinen Violectric hergeben wollen...
    Ich meine sogar, den Lehmann (ich weiß nicht mehr, ob es genau deiner war) einmal am HD800 im Laden gehört zu haben.

    Eigentlich wollte ich damals nur den Hörer kennenlernen. Die Kombination mit dem KHV hat mich jedoch so begeistert, dass mir klar war, den HD800 früher oder später besitzen zu müssen.

    Als das Geld später bereitstand, informierte ich mich weiter und kam zu dem Schluss, dass ich einen solchen Kopfhörer nicht mit einer Standard‑Kopfhörerbuchse „entehren“ sollte.

    Zunächst kaufte ich einen kleinen KHV von Lake People, landete nach vielen Recherchen aber beim V200, den ich in Oslo hören konnte und der mich im Vergleich zu meinem kleinen KHV sofort überzeugte.

    Sehr viele Forenbeiträge im englisch‑ und deutschsprachigen Raum schwärmten damals von der Kombination HD800 und V200 – völlig zurecht, wie ich fand.


    Vor allem im Mittenbereich geschah so viel mehr – ich konnte bei einem Barockorchester z.B. deutlich besser hören, was die Musiker an den Violen machten, Kleindynamik, Anstrich, Artikulation, Vibratodosierung....

    So erwarb ich diesen KHV, der mit seiner Panzerverarbeitung und seiner elektronischen Überdimensionierung später auch als Ausgangspunkt für weitere Violectric‑Modelle diente, etwa den V281, den ich wegen seines symmetrischen Ausgangs immer noch sehr gerne hätte.


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    Seinerzeit hörte ich in Oslo bei einem anderen Händler den Vergleich zwischen Klinke und symmetrischem Anschluss am HD800, allerdings mit anderen KHVs.

    Der Unterschied zugunsten der symmetrischen Verkabelung war für mich so deutlich, dass ich ernsthaft nach dem V281 Ausschau hielt – ihn aber wegen immens hoher Gebrauchtpreise oder fehlender Angebote nie bekommen konnte.
    Auch jetzt ist er auf der wichtigsten norwegischen Gebrauchtbörse (finn.no) überhaupt nicht zu finden. Wer ihn verkauft, muss wohl verrückt sein…


    Vor einigen Jahren kaufte ich daher ein symmetrisches Kabel für den Sennheiser und dazu gebraucht den Head Box DS 2B von Pro‑Ject Audio Systems.


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    Das Gerät war wie neu und ich konnte es günstig erwerben. Damit war ich durchaus zufrieden. Der HD800 klang daran symmetrisch sehr schön, aber ich konnte wegen des Kabelwechsels keinen wirklich brauchbaren Vergleich mit dem unsymmetrischen Anschluss machen.
    Momentan nutze ich den symmetrischen Ausgang geraden nicht mehr, weil der HD800 ja weg ist und ich sonst keine symmetrischen Kabel besitze.

    Für etwas über 50 € gäbe es zwar bei Hifi Occ ein symmetrisches Kabel für den HD650, aber ob dieser dann symmetrisch am ProJect wirklich besser klänge als mit Klinke am V200? Ich weiß ich nicht und könnte es wohl nur über einen Hörtest (=kaufen) feststellen.
    Beim K712 Pro und beim HD650 ziehe ich den etwas klarer definierten Klang des V200 vor, während Beyerdynamic‑Kopfhörer für mich am DS 2B etwas runder und angenehmer klingen.

    Böte mir jemand einen Tausch zwischen dem V281 und dem Pro‑Ject DS 2B an, schlüge ich sofort zu. Leider wird das nicht passieren…||;) Der Mann müsste entweder unseriös oder ein Idiot sein...:D


    Spielte Geld absolut keine Rolle, wäre der Violectric HPA V324 wohl mein Endgame‑Produkt.


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    Manchmal spiele ich sogar mit dem Gedanken, komplett auf Kopfhörer umzusteigen und statt eines Hauses mit Lautsprechern in eine kleinere Eigentumswohnung zu ziehen.

    Andererseits gibt es viele gute Gründe, das nicht zu tun… allein schon die Einsamkeit meines jetzigen Lebens (keine Nachbarn) ist ein Vorteil, auf den ich nur ungern verzichten würde.


    Außerdem habe ich viele Jahre lang täglich bereut, die Sequel II und die Aerius i von Martin Logan jemals verkauft zu haben. Diesen Fehler mache ich nicht noch einmal!
    Zudem habe ich ja nun mit der Marantz‑Endstufe MM7025 hinter dem NR1200 genügend Leistungsreserven, um mit den Impedanzverläufen der Elektrostaten problemlos klarzukommen.

    Gruß:hello:

    Glockenton

    "Jede Note muss wissen woher sie kommt und wohin sie geht" ( Nikolaus Harnoncourt)

  • Die Kopfhörerbuchse ist dagegen „nur“ ein -allerdings auch hier hochwertiges- Zusatzfeature.

    Bei einem spezialisierten externen KHV für etwa 1.500 € fließt hingegen das gesamte Entwicklungsbudget ausschließlich in die perfekte Stromversorgung und Verstärkung für Kopfhörer.

    Ich würde daher für den SA‑CD 10 keinen wirklich guten externen Kopfhörerverstärker in Zahlung geben.

    Lieber Glockenton,


    das ist interessant! Ganz genau, auf den Lehmann würde ich auch nicht in dem Fall verzichten, wenn ich ein Glückspilz wäre und den SACD 10 hätte. :)

    Dein Lehmann Linear MK II liefert an 32 Ohm immerhin 260 mW, bei 60 Ohm sogar 400 mW.

    Man sieht also deutlich, dass der Lehmann gegenüber dem Kopfhörerausgang des SA‑CD 10 die doppelte Leistung bereitstellt – und das mit seinem ebenfalls sehr audiophilen Class‑A‑Prinzip.

    Ich habe den MK I - der MK II hat dieses neue teure Platinenlayout, ist aber technisch sonst wohl identisch. Wenn ich will, kann ich mein Gerät zu Lehmann schicken und er baut die Platine dann um. Das kostet dann natürlich...


    Ich habe gestern probiert und wahlweise den Focal Clear direkt in die Kopfhörerbuchse des CD 60 gesteckt und im Vergleich mit dem Lehmann gehört. Der eingebaute Kopfhörerverstärker des CD 60 ist deutlich unausgewogener und nicht so präzise und fein auflösend. Es ist auch verblüffend, dass selbst kleinste Veränderungen der Lautstärke beim Lehmann sehr großen Einfluss auf das Klangbild haben. Ich habe ihn wieder leiser gestellt, dann ist er näher am Vollanschlag, aber der feindynamische Regelbereich größer. Allerdings bin ich extrem anspruchsvoll und nicht 100% zufrieden. Meinem Freund, Konzertpianist, hatte ich auch den CD 60 empfohlen und er hat sich ihn gekauft. Klanglich auch bei ihm ein Volltreffer! Aber beim Testen der Kabel haben wir festgestellt, dass in der Kombi-Marantz CD 60 und Yamaha-Verstärker das Audioquest Kabel nicht so gut war wie das Transparent. Das Audioquest machte sich bei mir wiederum gut an der großen Anlage mit Lautsprechern. D.h. ich werde wohl noch ein bisschen mit dem Kabel experimentieren in Zukunft. Nicht immer ist das Beste und Teuerste das Passendste. Weil es keine Normen gibt bei den Anschlüssen, ist die Wirkung je nach Gerätekombination anders. Mal sehen. :hello:


    Schöne Grüße

    Holger

  • Für etwas über 50 € gäbe es zwar bei Hifi Occ ein symmetrisches Kabel für den HD650, aber ob dieser dann symmetrisch am ProJect wirklich besser klänge als mit Klinke am V200? Ich weiß ich nicht und könnte es wohl nur über einen Hörtest (=kaufen) feststellen.

    Lieber Glockenton,


    das Kabelthema wird von vielen Hifi-Liebhabern unterschätzt oder nicht Ernst genommen. Das liegt am Zeitgeist, was Thomas Bauer den "Erklärungswahn" nennt. Man vertraut nicht den eigenen Erfahrungen, sondern glaubt nur, was man erklären kann. Gerade gestern habe ich wieder aufregend feststellen können, wie spektakulär (und das Wort ist hier treffend) die Klangänderung durch das Wechseln eines Kabels sein kann.


    Mit dem Verbindungskabel Kopfhörerverstärker-CD-Spieler (Cinch-Analog) habe ich schon viel experimentiert und viel Lehrgeld zahlen müssen (auch preislich). Leider hat der Lehmann Audio Linear nicht die Möglichkeit der symmetrischen Verkabelung, nur Cinch.


    Als ich meinen Kopfhörerverstärker mit Kopfhörer kaufte, das war im November 2019, hatte ich zuerst ein preiswertes Kabel von Audioquest, das in den Höhen gut war aber in den Bässen unsauber. Noch während des Kaufs der Anlage (dazu gehörten noch die Dynaudio-Boxen und der Yamaha RN 803 D Netzwerkreceiver) habe ich es dann durch ein deutlich besseres getauscht, das Audioquest Water mit spezieller Technologie, wo zur Abschirmung Gleichstrom auf den Mantel gegeben wird. Das war nicht billig, aber ich habe es gekauft (Preis: 600 Euro), weil ich dachte, dann passt alles perfekt und Du kannst das Thema Kabel für die Kopfhöreranlage für alle Zeiten abhaken. Aber, wie sich mit den Jahren herausstellte: Denkste! ^^ ;(


    Das Audioquest Water passt perfekt mit dem Lehmann und dem AVM DAC 1.2. Mit dem Denon DCD 1600 NE nicht so gut, da habe ich ein deutsches Kabel, ein Goldkabel, dran, was klanglich in eine ganz andere Richtung geht. Die AVM-Elekronik klingt eher schlank, da verleiht das Audioquest Water dem Kopfhörer die Bassqualität, die der modernere Denon so mitbringt, wo dann das Audioquest Water zu viel des Guten wäre. Die Kombi AVM-Lehmann mit dem Audioquest Water war so perfekt, dass der Unterschied richtig krass war, wenn ich den Focal Clear in die Kopfhörerbuchse des Cambridge DAC Magic Plus eingestöpselt habe - und der hat einen eingebauten Kopfhörerverstärker, der in der Presse gelobt wurde, bei mir im direkten Vergleich aber sehr abfiel!


    Dann kam der Wohnungswechsel 2022. Die Kopfhöreranlage wanderte ins Souterrain und nun habe ich die AVM-Anlage im Wohnzimmer zum Kopfhörer-Hören nicht mehr zur Verfügung. Hier unten habe ich also zunächst den alten Marantz CD 80 als CD-Laufwerk benutzt (was für eine Verarbeitungsqualität, er läuft seit 1990 wie am ersten Tag!) und dazu den sehr guten italienischen DAC Northstar Design Essensio. Es passte aber leider nicht so alles zusammen. Es ging mir wie Dir mit dem Audeze - der Klang war einfach zu dunkel. Ich habe probiert und probiert und gefunden, dass das Problem in dieser Verbindung nicht das Audioquest-Analogkabel war, sondern das Digitalkabel. Das ansonsten sehr gute Audioquest Cinnamon (ich habe 2 Kabel davon, die ich benutze) passt einfach mit dem italienischen DAC nicht. Deshalb habe ich dann ein Digitalkabel von Chord gekauft. Da war der Hochtonbereich deutlich besser - aber die Ausgewogenheit im Klang bekam ich nicht hin.


    Deshalb, und weil ich Angst hatte, wenn das Oldtimer-Laufwerk (Philips-Dreharm Druckguss) des CD 80 tatsächlich mal streikt und ich keinen Ersatz bekomme, dann meine Kopfhöreranlage auseinanderfällt, habe ich mir schließlich einen Marantz CD 60 gekauft, der ist ein Klangwunder und das noch zu dem günstigen Preis! Doch, das wurde mir Monat nach Monat deutlicher: Das Audioquest Water passt einfach nicht mit dem Marantz CD 60. Interessant ist - ich habe meine verschiedenen Kabel, hochwertige und teure und preiswerte dabei, alle ausprobiert - dass das Audioquest Water mit dem italienischen DAC eindeutig das Beste ist. Es löst am feinsten auf und hat vor allem eine beeindruckende Körperlichkeit, die es den Instrumenten verleiht, gerade im Kopfhörer. Doch beim CD 60 ist es anders.


    Da braucht man natürlich viel Erfahrung und den richtigen Riecher, um den Grund zu finden. Typisch für den CD 60 ist die geniale Abstimmung in den Mitten, die sehr viel Schmelz haben. Die leichte Mittenbetonung wird aber nie als Überbetonung oder Unausgewogenheit wahrgenommen - es ist vielmehr so wie die pikante Note eines Essens, wo durch diese Eigenschaft das ganze Essen seinen spezifischen Charakter bekommt und es nicht etwa penetrant scharf schmeckt. Die Techniker bei Marantz verstehen ihr Handwerk, so einen CD-Player klanglich abzustimmen. Das Fass zum Überlaufen brachte Guilinis Aufnahme der "Eroica" von Beethoven, die ich zuerst über Lautsprecher gehört hatte. Die klang mit dem Kopfhörer einfach zu kompakt. Auch die Gitarre von Al di Meola klang künstlich "aufgedickt". Gerade die Stärke des Audioquest wird in Verbindung mit dem CD 60 zur Schwäche: Die Körperlichkeit und leichte Rundung in den Höhen, die bei dem kristallklaren Höhen des AVM-DACs gar nicht auffällt, führt hier dazu, dass die leichte Mittenpräsenz des Marantz zur Dominanz wird und die Höhen etwas scharf und klirrend wirken. Das ist mir im Vergleich mit dem eingebauten KH-Verstärker des CD 60 aufgefallen, der natürlich nicht die Präzision und Differenzierungsfähigkeit und auch nicht die Ausgewogenheit des Lehmann hat, aber wo die Höhen klarer klangen.


    Also kam ich auf eine Idee. Ich habe nämlich noch ein sehr gutes altes Kabel in der Kiste liegen gehabt. Das ist das Van den Hul D 300 III. Van den Hul - das ist ein holländischer Hersteller - gibt es heute noch. Als ich 1990 meinen zweiten CD-Player kaufte, den Marantz CD 80, zuvor hatte ich den Denon DCD 1500, der eher warm, farbig und dunkel klang, war mir der CD 80 zu kühl und hell mit dem LCOFC-Kabel für damals 20 DM, das mit dem DCD 1500 so gut gepasst hatte. Also lieh ich mir damals bei Brandenburger in Düsseldorf (das Geschäft gibt es schon ewig nicht mehr) ein halbes Dutzend Kabel aus. Damals war ich noch Student. Das Passendste war leider das Teuerste, das Van den Hul für 130 DM. Viel Geld war das für mich armem Studenten! Aber wenn man überlegt, dass ich dieses Kabel, mein erstes höher preisiges, Jahrzehnte benutzt habe und weiter benutze, war das gut angelegtes Geld. Es hat eine sehr interessante Carbon-Technologie:


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    Van den Hul D-300 III Hybrid Analogue Interconnect – Musikausrüstung, Musikinstrumente und professionelle Audioausrüstung sind sale!-wavemusicshop.com


    Erläuterung bei Van den Hul:


    Van Den Hul The D-300 III Hybrid (halogenfrei)

    Nach dem Erfolg der ursprünglichen D-300 gab es die Nachfrage, einige Verbesserungen am ursprünglichen Design vorzunehmen. So wurde der D-300 III HYBRID geboren.

    Merkmale:

    • Das Kabel ist ein Hybrid, das hochwertiges Metall mit unserer Linear Structured Carbon ® (LSC)-Technologie kombiniert.
    • Unter der Abschirmung befindet sich nun eine zusätzliche LSC-gesättigte Schicht, um das Kabel weiter gegen HF-Signale zu schließen und die Signalqualität deutlich zu verbessern.
    • Darüber hinaus wird eine zusätzliche LSC-gesättigte Schicht um den Mittelleiter aufgetragen, was wiederum die Signalqualität und Auflösung verbessert.
    • Außerdem ist die Innendämmung flexibler; Das heute verwendete Material ist Polyethylen-Schaumstoff mit einem weiteren Vorteil: der geringeren Kapazität zwischen der Signalleitung und der Abschirmung.
    • Das expandierende Gas für den Schaum ist völlig inert: Stickstoff. Die Oxidation des Mittelleiters oder der Flechtung ist daher nahezu unmöglich.
    • Die Dichte der sehr reinen Silberbeschichtung der Leiterstränge verbessert sich sowohl an der zentralen Signalleitung als auch an der Abschirmungsflecht.


    Darüber hinaus wird die Flexibilität des äußeren Mantels durch die Verwendung eines neuen Materials mit sehr attraktiver Farbe und goldfarbenem Druck erweitert.

    • Das Material für diese Jacke ist unser HULLIFLEX ®.
    • Die elektrischen und klanglichen Eigenschaften sind bemerkenswert.
    • Der Widerstand des Mitteldrahts beträgt 2,71 Ohm/100 Meter und die Abschirmung zeigt 1,36 Ohm/100 Meter.
    • Die interne Kapazität beträgt 95 pF/Meter.
    • Die charakteristische Impedanz beträgt 75 Ohm.
    • Die Außenmaße entsprechen nahezu dem ursprünglichen D - 300: 5,65 mm.


    Während dieses preiswerte Kabel perfekte Audiosignalübertragungseigenschaften beibehalten hat, wurde es speziell für Musikliebhaber mit geringem Budget entwickelt. Der Frequenzbereich des D-300 III HYBRID ist sehr erweitert und die Signalverarbeitung auf niedrigem Pegel ist bemerkenswert gut.


    Spezifikation:

    • Van Den Hul Das D-300 III Hybrid (halogenfreie) Stereo-Paar
    • Material: Hybrid
    • Kabeltyp: Koaxial
    • Leitermaterial HYBRID: Hochreine, dichte, silberbeschichtete, hochreine OFC + linear, strukturierte Kohlenstoffschicht ®(en) gesättigte Schicht(en)
    • Designzweck: Unsymmetrische Audio-Interlink
    • Eff-Leiter Kern: 0,636 mm². / ~AWG 19 / Kern: 1; Leinwand: 112
    • Außendurchmesser: 5,65 mm
    • Jackenfarben: Braun Metallic
    • Widerstandskern: 2,71 Ohm/100 m; Bildschirm: 1,36 Ohm/100 m, Kapazität 95 pF/m
    • Charakteristische Impedanz: 75 Ohm
    • Isolierungskern: PE-Schaum; Jacke: HULLIFLEX ® / 300 Vrms min.
    • Steckverbindertypen Unser RCA Typ C - 5.5


    Das Van den Hul passte so gut zu meinem Marantz CD 80, dass ich mich nie wieder mit dem Kabelproblem was dieses Gerät anging beschäftigen musste. Es ist nur deshalb schließlich in die Kiste gewandert, weil ich den CD 80 jetzt nur noch als CD-Laufwerk benutze für den italienischen DAC. Als ich dann ein neues Kabel für meinen neu erworbenen Cambridge DAC brauchte, war das Van den Hul der Maßstab mit seiner unglaublich präzisen Basswiedergabe. Ich brauchte nur kurz umzuschalten, dann flogen alle ausgeliehenen Kabel-Kandidaten raus bis auf eines, das Wireworld Oasis. Nun dachte ich mir: Marantz ist Marantz. Wenn das Van den Hul D 300 III mit dem CD 80 so gut harmoniert hat, dann müsste es doch eigentlich ähnlich gut mit dem CD 60 passen. Und so ist es! Unglaublich! Der Lehmann-Kopfhörerverstärker mit dem Van den Hul-Kabel deklassiert nun regelrecht den eingebauten Kopfhörerverstärker des CD 60. Bei der Guilini-Aufnahme wird das Dickicht aufgelöst, die einzelnen Instrumente kommen heraus. Vor allem die Farbigkeit ist irre, gerade auch im Bass. Mit dem KH-Verstärker des CD 60 hört man nur Watte, die klangfarblichen Nuancierungen, die Krystian Zimerman bei seiner Aufnahme mit Szymanowsky-Stücken macht, kommen nun überhaupt erst mit der Kombi Lehmann-Van den Hul heraus. Die Höhen verzaubern und klirren nicht mehr. Bläser haben Farbe und Charakter, alles ist super präzise und klar. Stimmen klingen mit dem KH-Verstärker des Marantz im Vergleich gehört unkonturiert und wattig. Die Violine hat Schmelz auch mit dem Van den Hul, die klangliche Stärke des CD 60, den einschmeichelnden Streicherklang wiederzugeben, geht also nicht verloren; aber man hört eben auch diesen Anflug des gewissen gläsernen Tons, der ja zum Instrument eigentlich gehört. Die Balance bei Kammermusik zwischen Klavier und Streichern stimmt jetzt. Jetzt erst kommt dieses "Sucht"-Gefühl bei mir wieder auf, dass ich nicht aufhören will mit dem Kopfhörer-Hören. Vorher dachte ich: Das klingt gut, aber lieber hören würde ich eigentlich über Lautsprecher. Dieses Sucht-Gefühl hatte ich vorher mit dem Audioquest Kabel mit dem AVM-DAC, wo es passte. Perfekt nun die neue Srciabin Hybrid-SACD von Yevgeny Sudbin! (Rüdiger (Teleton) aufgepasst: :D Wenn Dein Sony klarer klingt als Dein Marantz, dann ist das bei Dir bestimmt so, nur liegt es nicht an den Geräten, sondern daran, dass das Kabel, was Du benutzt, besser zum Sony als zum Marantz passt.)


    Ganz "neutral" ist aber die Verbindung mit dem Van den Hul auch nicht. Es wird aber wohl sehr, sehr schwer, dass ein anderes Kabel in dieser Kombination das Van den Hul D 300 III toppen kann. Wo man das merkt, ist bei meiner Referenzaufnahme des Cesar Franck-Sonate für Klavier und Violine mit Shlomo Mintz und Yefim Bronfman. Die Aufnahme klingt sehr schön farbig und warm, das Klavier ist aber auch ein bisschen mittenbetont aufgenommen. Mit dem Van den Hul klingt das farbensprühend, extrem ausgewogen und präzise, aber die Mitten auch etwas schlanker als sie sind. Deswegen bringt dieses Kabel die klangliche Abstimmung des Marantz CD 60 nicht ganz so rüber, wie sie ist: Das ist ein bisschen zu viel Präzision für den "sahnigen" Mittenbereich. Der CD 60 braucht ein absolut neutrales Kabel, das einfach "nichts macht", dabei aber absolut präzise ist. Sowas zu finden ist aber fast schon die Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Das wäre am ehesten wohl eines der für ihre Neutralität bekannten Kabel des US-Herstellers Transparent. Es ist aber die Frage, ob das Transparent diese Farbigkeit des Van den Hul dann hat, vor allem eines von denen, das man noch bezahlen kann. Da werde ich mir das Transparent The Link für 160 Euro dann doch wohl mal ausleihen und vergleichen. Auf jeden Fall werde ich mich noch ein bisschen durchhören und Eindrücke sammeln. Es ist jedenfalls erhebend schön für mich, mit der Kopfhöreranlage zu hören.


    Nach all diesen Erfahrungen bin ich noch vorsichiger damit zu sagen: Dieser Kopfhörer macht da etwas besser als der andere und dgl. bei Kopfhörerverstärkern (wo ich allerdings anders als Du die externen KH-Verstärker nie verglichen habe). Es kommt meiner Erfahrung nach immer auf die gesamte Kombination an, die stimmig sein muss. Wenn eine Komponente wie in meinem Fall das Kabel nicht 100% passt, dann kommt man dann schnell dazu zu sagen: Ja, dieser Kopfhörer macht etwas falsch, oder der KH-Verstärker oder der CD-Spieler. Deswegen sage ich: Hauptsache, man findet eine Kombi, die so harmonisch und stimmig ist, dass sie diesen Suchtfaktor des Kopfhörer-Hörens vermitteln kann. Welche Geräte und Kopfhörer das sind, ist eigentlich im Grunde egal! ^^ :) :hello:


    Schöne Grüße

    Holger

  • Heute habe ich noch einmal eine Hörsitzung gemacht mit dem "neuen" Kabel - jetzt bei der Hitze ist es angenehm kühl im Souterrain. ^^ Um die Mittagszeit haben sie wohl überall ihre Küchenmaschinen laufen lassen und das Stromnetz belastet, es hat über eine Stunde gedauert, bis die Elektronik wieder richtig warm war.


    Wie ich es in solchen Fällen zu tun pflege höre ich die Aufnahmen durch, die ich sehr gut kenne. Ergebnis: Die Balance stimmt perfekt. Der Hochtonbereich ist atemberaubend: Besonders bei impressionistischer Musik hat das Flair. Man hört alle die verschiedenen Aufnahmetechniken und die sehr verschiedene Klangästhetik der Aufnahmen von Michelangeli, Horowitz, Volodos und von meinen Lehrer. Der Bösendorfer Imperial klingt genau so wie er aufgenommen ist, da wird nichts verfärbt. Perfekt! Bei den Brahms-Balladen höre ich sehr deutlich den erheblichen Qualitätsunterschied mit der UHQCD - der Bass legt enorm zu an Substanz. Bei Horowitz (CBS, Scriabin) habe ich so noch nie die gewissen Unebenheiten der Aufnahmetechnik gehört (die klanglich typisch CBS schlank, aber hervorragend ist). Michelangeli mit dem Ravel-Konzert (EMI) - Klasse! Das klingt alles ungemein klar, frei und offen und lebendig. So wie ich es mir eigentlich wünsche. Am Schluss das Streichquartett von Debussy mit dem Pizzicato-Satz - die Aufnahme mit dem Fine Arts Quartett, meine Referenz, einfach ideal aufgenommen. Die Streicher klingen nicht etwa dünn, sondern haben Substanz und Körper. Wunderbar!


    Die Seite von van den Hul ist von KI übersetzt, da sind einige lustige Fehler drin (statt "Mantel" "Jacke" - die ich aber nicht Lust habe zu korrigieren). Dass dieses Kabel auch nach 36 Jahren noch klingt, warum das so ist, war mir gar nicht bewusst: Sie haben Stickstoff in der Ummantelung, der die Korrosion verhindert. Sehr schlau! Was mir aufgefallen ist, dass ich Dvorak Rusalka, die schöne Supraphon-Aufnahme mit Vaclav Neumann (Track 1 und 2), fast bis zum Maximum aufdrehen muss. Das liegt wohl an der etwas höheren Kapazität des Van den Hul-Kabels mit 95 pF. Mein Sunaudio Reference (symmetrisch, deswegen kann ich es an der Kopfhöreranlage nicht ausprobieren), was ich als Vor-Endstufenkabel benutze, hat 60 pF, also eine um ein Drittel niedrigere Kapazität. Das sind alles komplexe Anpassungsprobleme. Man muss halt auch ein bisschen Glück haben, dass es zusammenpasst.


    Jetzt hat diese Kopfhöreranlage eine eigene verführerische Note mit dieser Farbigkeit, Lebendigkeit, Luftigkeit und Präzision, so dass ich nicht mehr denken dem nachtrauern muss, dass ich den Lehmann nicht mehr an der AVM-Kette betreiben kann. Was ich als nächstes testen werde ist meinem Stax SR- Gold mit dem SRD-X-Netzteil, wie er sich jetzt im Vergleich mit dem Focal Clear so schlägt. Dann werde ich auch nochmals den Vergleich mit dem Hören vom PC und dem Kopfhörerverstärker des Cambridge DAC Magic Plus machen. Das Audioquest Water ist nun in die Kiste gewandert. Ich brauche nur das Kleingeld, um mir wie Glockenton einen kleinen "Kopfhörer-Park" anzulegen und noch eine Kombi KH-Verstärker-Kopfhörer als Alternative, damit dieses tolle Kabel wieder einen Verwendungszweck hat. ^^


    Bei dieser nächsten Hörsitzung werde ich auch Brendels Bach-CD in den CD-Player legen, die ich mir auf Empfehlung von Glockenton gekauft habe. Ich bin einfach zeitlich nicht dazu gekommen, sie mir komplett anzuhören. :hello:

  • Lieber Glockenton und lieber Holger, das waren sehr interessante Beiträge. Nachdem ich das alles gelesen habe, schwanke ich zwischen Sennheiser HD 650, 660 S2 und 800 S oder 820. Ich frage mich ob sich die Anschaffung eines 800S oder 820 überhaupt lohnt, da ich eh "nur" streame. Dann stellt sich die nächste Frage, ob der angefressene Apfel überhaupt die große Bühne für den 800S bieten kann. Andererseits gibt es hier sehr attraktive Angebote für den 650 und 660 S2. :/ Ich bin leider nicht so technisch versiert, wie ihr, um das zu durchschauen. Ich wäre Euch für einen Hinweis dankbar.

  • Lieber Glockenton und lieber Holger, das waren sehr interessante Beiträge.

    Danke, lieber Jacobus! Ich werde weiter berichten! :)


    Hier spricht Aalt Jouk van den Hul sehr anekdotenreich über seine Entwicklungen und sein Leben - ab Minute 30 über seine Kabel, die sich u.a. im Concertgebouw Amsterdam befinden. Er garantiert nicht nur guten Klang, sondern 60 Jahre Haltbarkeit! Man muss allerdings ein bisschen Holländisch verstehen können. ^^



    Hier seine Vorstellung, er ist 1937 geboren:



    Er sagt, am wichtigsten sei die Qualität des Leiters, dann erst kommt die Schirmung. Und er legt größten auf Haltbarkeit: keine Oxidation.

  • Lieber Glockenton und lieber Holger, das waren sehr interessante Beiträge. Nachdem ich das alles gelesen habe, schwanke ich zwischen Sennheiser HD 650, 660 S2 und 800 S oder 820. Ich frage mich ob sich die Anschaffung eines 800S oder 820 überhaupt lohnt, da ich eh "nur" streame. Dann stellt sich die nächste Frage, ob der angefressene Apfel überhaupt die große Bühne für den 800S bieten kann. Andererseits gibt es hier sehr attraktive Angebote für den 650 und 660 S2. :/ Ich bin leider nicht so technisch versiert, wie ihr, um das zu durchschauen. Ich wäre Euch für einen Hinweis dankbar.

    Hallo Jakobus,


    es kommt ganz darauf an, was Du möchtest und welches Klangbild Du bevorzugst.


    Apple Music und die Frage nach Lossless


    Apple Music bietet sowohl Lossless als auch Hi‑Res Lossless:

    • Lossless: 16‑bit/44,1 kHz bis 24‑bit/48 kHz
    • Hi‑Res Lossless: bis 24‑bit/192 kHz
    • Das ist technisch auf dem Niveau von Qobuz und TIDAL (FLAC/MQA).


    Wichtig ist jedoch: Bluetooth überträgt immer AAC, also niemals lossless.

    Für echtes Hi‑Res benötigt man:


    einen externen DAC, oder

    eine Anlage/einen Verstärker mit integriertem DAC, der ALAC (das verlustfreie Format bei Apple) direkt verarbeiten kann.

    In der App deines Mobiltelefons oder Nettbretts musst Du Hi‑Res in den Einstellungen aktivieren.

    Anschließend gehst Du per Kabel in einen DAC. Nur so erhältst Du den hochaufgelösten Klang – vorausgesetzt, die jeweilige Aufnahme liegt in entsprechender Qualität vor.


    Zu den Kopfhörern

    Ich kann von den genannten Modellen den HD650 empfehlen, weil er meiner Meinung nach das neutralste und klangfarbenrichtigste Klangbild liefert. Ich stelle bei meinen YouTube-Streifzügen auch oft fest, dass bei allen neuen Kopfhörern, die es gibt, ein großer Teil der Studioprofis das auch so sehen.
    Im Vergleich zum HD800S ist seine Bühne kleiner, aber selbst der gegenüber dem HD800 etwas entschärfte HD800S tendiert weiterhin zu einem helleren Klangbild, schlankeren Bässen und dem bekannten Peak um 6 kHz – wenn auch weniger ausgeprägt als beim HD800.

    Der HD800S zieht Bühne und Musiker weiter auseinander und schafft mehr Distanz. Die Transientenschnelligkeit ist jedoch beeindruckend. Für komplexe Chor‑ und Orchesterwerke kann das faszinieren, für EDM dagegen ginge es für mich schon bald in Richtung Katastrophe, und das nicht nur wegen der nicht so starken Tiefbässe.


    Der HD650 klingt für mich natürlicher und ist inzwischen mein Klassikkopfhörer schlechthin. Ich habe mit ihm meinen Idealklang gefunden – umso erstaunlicher, als ich viele deutlich teurere Modelle gehört und besessen habe.

    Man dürfte es im Grunde genommen niemanden erzählen...

    Wenn ich etwa Julia Fischers Mozart‑Violinkonzerte höre und direkt zwischen meinen Systemen vergleiche, denke ich beim HD650: "Ja, SO muss eine Violine klingen - genau so". Gleiches gilt für Stimmen und Chöre, auch Orchester.

    Die "kleinere" Bühne gegenüber einem HD800 oder K712pro ist eine Frage der Gewöhnung. Nach einigen Minuten öffnet sie sich, und man kann – wie beim HD800 – gewissermaßen „um die Musiker herumgehen“.

    Die oberen Bässe, in denen die musikalische Wärme sitzt, gelingen dem HD650 für mein Empfinden am besten. Ich habe ihn beim Vergleichen manchmal abgenommen und gedacht: Moment, laufen die Lautsprecher noch? – taten sie aber nicht.

    Das geschah, weil ich den Eindruck hatte, die Reflexionen des Raums für die Kontrabässe etc. gehört zu haben. Da dachte ich, es sei mein Hörraum, der etwas Raum um die Bässe etc. herum durch die Lautsprecherwiedergabe hinzufügte.

    Stattdessen befanden sich diese Informationen auf der Aufnahme. Mit anderen Kopfhörern ist mir das bisher nicht passiert.


    Gegenüber einem hervorragend auflösenden Stax L300 (den ich dem HD800 so deutlich vorzog, dass ich den Sennheiser nach einer Schamfrist von einem Jahr verkauft habe) höre ich keine wirklichen Auflösungsdefizite.
    Die Unterschiede sind eher tonal (Stax etwas heller, sehr gute Klangfarben, doch der HD650 in den Mitten dennoch etwas natürlicher) und räumlich (Stax wirkt "transparent-freier-offener" und vertikal größer durch die Lambda‑Bauweise, weniger "nach Kopfhörer").


    Zum Begriff „musikalische Anlage“

    Diesen Ausdruck habe ich lange als HiFi‑Schwurbelei abgelehnt. Seit ich jedoch die Unterschiede im DAC‑Bereich – etwa zwischen Yamaha, Pro‑Ject und Marantz – kennenlernte, begann ich das sehr anders zu beurteilen.
    Und spätestens seit ich den HD650 habe, bin ich vom Begriff des „musikalischen Klangs“ überzeugt.


    Die Frage ist:
    Will man eine Anlage, die Details hervorhebt, die selbst im Konzertsaal (selbst auf Dirigentenhöhe) mit menschlichen Ohren so nicht hörbar sind? Ist dafür die tonale Balance nicht ganz so wichtig? Da wäre ein HD800S die richtige Wahl.
    Oder will man richtige und glaubwürdige Klangfarben, die ja durch korrekt wiedergegebene Obertöne und eine lineare Abstimmung entstehen und eine natürliche Räumlichkeit, die nicht durch Kunstgriffe wie schräg sitzende Treiber erzeugt wurde?

    Dann ist der HD650 eine sehr gute Wahl für den Klassikhörer.

    Auf Hifi-Messen sind solche „musikalische“ Anlagen oft eher im Nachteil. Dort möchte man knallige Transienten, spektakuläre Details, unmittelbare Präsenz. Man hört z.B. einen Blues-Sänger, knallige Kontrabass-Intros und das Rutschen der Saiten auf einer Akustikgitarre. Wow, wow!


    Solche Systeme können bei guten, normalen Klassikaufnahmen dann aber schnell scharf, schrill oder trötend wirken.

    Diese Erkenntnisse habe ich über viele Jahre gesammelt – und es war nicht immer die billigste Art, klüger zu werden....

    Den HD660S2 habe ich nicht selbst gehört, aber nach allem, was sich als Quintessenz aus vielen Tests, Messungen und Hörberichten herauskristallisiert, scheint er eher für das typische HiFi‑Publikum abgestimmt zu sein:

    etwas präsenter, direkter und mit mehr Punch. Für den klassischen Musikliebhaber scheint er dagegen tendenziell weniger geeignet zu sein als der HD650, der in Stimmen, Streicherfarben und natürlicher Wärme weiterhin als die musikalischere und farbtreuere Referenz gilt.


    Vom HD820 würde ich auch aus klanglichen Gründen deutlich abraten. Die Glasabdeckungen sollen gewisse Reflexionen erzeugen, die zu verfärbten Mitten und einem unnatürlichen, leicht hohlen Klang führen.

    Der Bass ist stärker, aber weniger kontrolliert, und die Bühne wirkt kleiner und weniger frei als beim HD800S. Der große Vorteil der riesigen Bühne des HD800S ist damit auch in Frage gestellt.
    Zusammengefasst ist das für Klassik aus meiner Sicht alles andere als ideal. Der hohe Preis steht zudem in keinem Verhältnis zur gebotenen "musikalischen" Qualität.


    Wenn es Dir möglich ist, versuche am besten im direkten Vergleich zu hören.
    Falls nicht, müsstest Du blind bestellen und gegebenenfalls vom Rückgaberecht Gebrauch machen.


    Übrigens:

    Meine Erfahrungen mit dem HD650 bringen mich zunehmend dazu, mir über mein langfristiges Ziel Gedanken zu machen – nämlich irgendwann die Harbeth M30.2 XD ins Auge zu fassen.

    Nach allem, was ich über sie in Erfahrung bringen konnte, scheint ihr Klangcharakter dem des HD650 am nächsten zu kommen: natürlich, farbstark, unaufgeregt und "musikalisch".


    Die Harbeth M30.2 XD ist bekannt für ihre tonale Natürlichkeit, besonders im Mittelton. Viele beschreiben sie als „musikalisch“, „farbenrichtig“, „langzeittauglich“ – exakt die Attribute, die ich beim HD650 höre und liebe.

    Genau wie er klingt sie weniger spektakulär, sondern vielmehr"richtig".
    Der Entwickler von Harbeth (Alan Shaw) arbeitet bei der Abstimmung seiner Lautsprecher zunächst mit Sprachaufnahmen. Damit überprüft er, ob die Klangfarben wirklich natürlich wiedergegeben werden.

    Das hat einen einfachen Grund: Unser Gehör ist aufgrund unserer Lebenserfahrungen am stärksten auf die menschliche Stimme kalibriert. Wenn ein Lautsprecher Sprache korrekt und farbrichtig abbildet, stimmt in der Regel auch die Wiedergabe von Instrumenten und komplexen musikalischen Strukturen.
    Die Philosophie hierbei lautet: Wenn die Stimme stimmt, dann stimmt alles.


    Psychoakustisch ist das tatsächlich korrekt:
    Die menschliche Stimme ist das, worauf unser Hörsystem am stärksten trainiert ist — Formanten, Obertöne, Artikulation, Resonanzen.

    Darum gelten Harbeth‑Lautsprecher (und hier insbesondere die M30.2 XD) für viele klassikbewegte High-Ender als Referenz für natürliche Klangfarben, genau wie der HD650 im Kopfhörerbereich.


    Es gibt eine schöne Anekdote über Alan Shaw, den Entwickler von Harbeth. Auf einer HiFi‑Messe sprach er mit einem Vertriebsmitarbeiter darüber, dass die meisten High‑End‑Hörer eigentlich Klassikfans seien.

    Der Verkäufer meinte daraufhin: „Dann lass uns doch hier einmal Klassik vorführen.“
    Gesagt, getan – und der Vorführraum leerte sich innerhalb kürzester Zeit. Das passierte gleich zweimal hintereinander.

    Für Shaw war das ein Schlüsselmoment. Er erkannte, dass ein großer Teil des Messepublikums gar nicht das sucht, was Harbeth traditionell auszeichnet: natürliche Klangfarben, korrekte Obertöne, stimmige Mitten und eine realistische Darstellung akustischer Instrumente. Also entwickelte er zusätzlich Modelle, die stärker auf das typische „HiFi‑Publikum“ abgestimmt sind – mit mehr Präsenz, mehr Punch und einem spektakuläreren Klangbild. Sie wollen halt weniger Musik, als vielmehr ihre Anlagen hören.


    Das Gute ist: Die M30.2 XD gehört ausdrücklich nicht zu diesen „Showroom‑Lautsprechern“. Sie ist diejenige, die – genau wie der HD650 im Kopfhörerbereich – auf musikalische Richtigkeit, Klangfarben, Stimmen und Natürlichkeit ausgelegt ist.

    Sie richtet sich damit klar an den Klassikfreund und an Hörer, die eine authentische, unaufgeregte und farbstark-überzeugende Wiedergabe bevorzugen.

    Aber ich komme ins Plaudern - es gehört nicht in diesen Thread.
    Wenn einer diese Lautsprecher hat und gleichzeitig Klassik hört, kann er sich ja bei mir melden...;)


    Gruß:hello:

    Glockenton

    "Jede Note muss wissen woher sie kommt und wohin sie geht" ( Nikolaus Harnoncourt)

  • Lieber Holger,


    danke für Deine interessanten Beiträge über das Thema Kabel etc.

    Zu meiner konkreten Situation:

    Gegenüber meinem Pro‑Ject ist der Violectric für meine Ohren am Ende doch der klanglich überlegene Verstärker. Er verfügt allerdings – wie oben beschrieben – nur über Klinkenausgänge.

    Der Pro‑Ject hat dagegen einen symmetrischen Ausgang. Beim HD800 meinte ich damals, im Vergleich zur Klinkenwiedergabe einen Vorteil des symmetrischen Anschlusses zu hören, etwa eine etwas breitere Bühne.

    Ob der HD650 nun mit einem symmetrischen Anschluss am Pro‑Ject oder mit einem Klinkenanschluss am Violectric besser klänge, müsste man letztlich ausprobieren. Das ständige und vor allem umständliche Umstecken macht den Vergleich allerdings nicht ganz einfach, Stichwort akustisches Gedächtnis.


    Die eigentliche Frage ist daher:
    Kann ein klanglich überlegener Verstärker ins Hintertreffen geraten, weil er „nur“ unsymmetrisch angeschlossen wird, während ein weniger guter KHV symmetrisch betrieben wird?


    Ich vermute fast, dass in diesem Fall dennoch der Violectric gewönne.

    Die Gründe sind hier:


    • mehr Stromreserven
    • bessere Kontrolle
    • niedrigere Ausgangsimpedanz
    • stabilere Lastführung
    • neutralere, aber musikalische Abstimmung


    Der klangliche Grundcharakter eines Verstärkers wiegt meist schwerer als der Vorteil eines symmetrischen Anschlusses – besonders bei Kopfhörern wie dem HD650, die nicht extrem empfindlich auf symmetrische vs. unsymmetrische Ansteuerung reagieren. Er profitiert vor allem von einer stabilen Mittenabbildung, die der Violectric sehr gut liefern kann.

    Ergo: Um den Vorteil eines symmetrischen Anschlusses und die klangliche Überlegenheit eines Violectric zu kombinieren, müsste es für mich am Ende wohl doch der V281 sein.

    Und der ist, wie gesagt, schwer zu finden – und noch schwerer zu bezahlen....

    Naja, irgendwann wird -hoffentlich- eine Lebensversicherung ausgezahlt, aber das dauert noch.

    Hoffentlich ist der Euro gegenüber der norwegischen Krone dann noch etwas wert, aber unsere hervorragenden hiesigen Politiker sorgen ja gerade dafür, dass die NOK schlecht dasteht, vor allem gegenüber der dänischen Krone. Und genau dahin will ich in Urlaub fahren...

    Gruß:hello:

    Glockenton

    "Jede Note muss wissen woher sie kommt und wohin sie geht" ( Nikolaus Harnoncourt)

  • Lieber Glockenton - habe vielen Dank für den super informativen Beitrag. Ich muss ihn mir später nochmals intensiver durchlesen und darüber nachdenken. Aber ich denke die Wahl fällt in diesem Fall auf den HD 650.

  • Die eigentliche Frage ist daher:
    Kann ein klanglich überlegener Verstärker ins Hintertreffen geraten, weil er „nur“ unsymmetrisch angeschlossen wird, während ein weniger guter KHV symmetrisch betrieben wird?


    Ich vermute fast, dass in diesem Fall dennoch der Violectric gewönne.

    Die Gründe sind hier:

    Lieber Glockenton,


    das würde ich auch vermuten. Das sind glaube ich alles sehr komplexe Anpassungsprobleme zwischen Verstärker - Kabel - CD-Spieler, die man mangels Normen - jeder Hersteller macht, was er will - einfach kaum vorhersagen kann. Deshalb verliert man viel Zeit - und Geld - bzw. Lehrgeld.


    Ich habe es gerade erlebt mit dem Tausch des Kabels, gestern Abend habe ich nochmals Probe gehört. Was ich kaum geglaubt hätte, jetzt klingt meine Kopfhöreranlage fast perfekt! Bei der Kombi Marantz CD 60 und Lehmann Audio-Linear würde ich nun sagen: Nur das van den Hul Kabel (bei mir das alte D 300 III) passt wirklich ideal! Ich konnte es gestern kaum fassen, was und wie ich gehört habe. Was ist das nun für ein überragender Klang! Ich habe extra sehr komplexe Musik genommen mit verschiedensten Instrumenten, komplexer räumlicher Abbildung in verschiedenen Aufnahmen wie Debussy Iberia, die Einleitung von Mahlers 1. Symphonie usw., mit Chören, die im Hintergrund singen (Debussy Sirenes) Die räumliche Abbildung ist nun sagenhaft, man hört wirklich genau, wo jedes Instrument sitzt, der Klang ist glasklar und ohne lästige Kühle, die Fernwirkung ist wirklich als Fernwirkung spürbar, auch in der Ferne klingen die Instrumente und Stimmen absolut klar und deutlich und hyper deutlich ortbar. Das habe ich noch nie so gehabt. Die tonale Balance stimmt absolut, da wird kein Bereich irgendwie bevorzugt, die Ausgewogenheit ist perfekt, der Klang ist ungemein farbig und charakteristisch, ohne aber zu verfärben. Jeder Unterschied der Aufnahmetechnik wird wiedergegeben. Die Basswiedergabe ist Extraklasse, im Wunderhornlied Der Tambourg´sell, in der legendären Aufnahme mit Szell, Fischer-Dieskau und Schwarzkopf (EMI), wie da die unterschiedlichen Schlagwerke im Bass rüberkommen: Da ist man nur auf´s Höchste geglückt. Die Stimmen sind absolut natürlich und charakteristisch (dieselbe CD Fischer-Dieskau mit Schwarzkopf in Schildwaches Nachtlied), auch die Violinen haben Schmelz, aber ohne irgendein Sounden, das künstlich schmeichelt.


    Dann habe ich zum Vergleich meinen alten Stax SR-5 genommen. Der Kopfhörer klingt absolut ausgewogen und luftig atmosphärisch in den Höhen ohne Übertreibung, in sich absolut stimmig und wirklich "schön". Allerdings ist es so, dass der ungeheure Detailreichtum, den ich mit dem Focal Clear höre in dieser Kombi Van den Hul-Lehmann, verschwindet. Ich habe noch nie zuvor so detailreich mit dem Kopfhörer überhaupt (jetzt mit dem Focal Clear) hören können! Z.B. Iberia mit Boulez und dem hervorragenden Cleveland-Orchestra, was das Orchester da alles macht an Feinheiten und lebendig-spontaner Gestaltung, das ist mir noch nie aufgefallen! Die Feinauflösung ist sensationell. Man ist quasi live dabei beim Hören. (Gestern klang es noch deutlich besser als beim ersten Hören vor Tagen, das ist wohl ein Einspieleffekt.) Mit dem Stax hat man weniger einzelne Details als einen "Gesamteindruck", wie wenn man im Konzertsaal ganz hinten in der letzten Reihe sitzt. Wenn ich dann wieder den Focal Clear einstöpsle, ist der Unterschied nicht nur deutlich, er ist gewaltig: Was für eine Präsenz der Instrumente und Griffigkeit! Das sind klanglich Welten, die dazwischen liegen!


    Es schrieb mal ein Mensch, der im Hifi-Bereich gearbeitet hat als Techniker, Geräte repariert hat, dass er nicht verstehe, was ein teurer Top-Kopfhörer eigentlich mehr bringe als ein preiswerter und guter. Der Focal Clear kostet 1500 Euro, das ist nicht wenig. Aber um zu realisieren, dass er sein Geld wert ist, muss die Zuspielelektronik einfach das entsprechende Niveau haben. Sonst spielt er seine Überlegenheit hörbar nicht aus. Wenn ich z.B. den Vergleich Focal-Stax mit dem Cambridge DAC Magic Plus mache und dessen Kopfhörerverstärker mache, dann liegt der Focal zwar auch vorne, aber es liegen auch keine Welten dazwischen. Jetzt - und das berühmte I-Tüpfel ist hier das Kabel, das van den Hul - ist mit der Kopfhöreranlage der Unterschied nicht nur groß, er ist gigantisch! Das ist High-End auf Weltklasseniveau, und zwar was jedes einzelne Gerät angeht, also den CD 60, den Lehmann, das Kabel von van den Hul und den Focal Clear, die nun zusammen ein absolut überragendes Niveau erreichen. Ich würde sogar sagen, und den Eindruck hatte ich bisher nie, dass die Kopfhöreranlage sogar meine Lautsprecheranlage toppt was Detailreichtum und Präzision angeht. Das liegt einfach daran, dass ich zwar einen sehr guten und für den günstigen Preis weit überdurchschnittlich klingenden Lautsprecher habe, aber eben doch keinen Lautsprecher für 10000 oder 20000 Euro, der dann das Quäntchen mehr an Präzision und Auflösung bringt.


    Die Hifi-Weisheit hat sich bei mir wieder einmal bestätigt, dass eine Hifi-Kette immer nur so gut klingt wie ihr schwächstes Glied. Wenn eine Komponente im Niveau abfällt, können die anderen nicht zeigen, was sie wirklich können. Man braucht sehr viel Erfahrung und Gespür bei der Zusammenstellung der Komponenten, um das Bestmögliche aus den Komponenten wirklich rauszuhören.


    Deswegen leuchtet das, was Du in Bezug auf die Räumlichkeit bei den Sennheisern sagst, sofort ein. Isoliert betrachtet mag der HD 800 da Vorteile haben, aber die Frage ist eben, ob sich das spürbar auch auswirkt. (Bei meinem Probehören des HD 800 im Hifi-Geschäft habe ich von einer überlegenen Räumlichkeit dieses Kopfhörers im Vergleich mit den Stax und Focal schlicht nichts wahrgenommen, wahrscheinlich, weil die Komponenten (Verstärker - Kabel) so waren, dass sie das nicht hörbar machten.) Letztlich ist entscheidend, dass die Anlage die Raumillusion so vermitteln kann, dass man nichts vermisst. Eine Komponente mag in einzelnen Bereichen Vorteile haben - so ist es eigentlich immer. Das muss aber nicht heißen, dass sie sich auch so auswirken, wenn die anderen Komponenten eben nicht mitspielen. Da kann dann in dieser Hinsicht eine vermeintlich "schwächere" Komponente besser klingen, wenn die anderen Geräte einfach besser sind in dieser Hinsicht. Es eine Frage des Geschicks, dass das Gesamtergebnis dann so ist, dass ein überragender Klang herauskommt. Man hört schließlich immer nur die komplette Anlage. Teilweise braucht man sehr lange, bis man dahin kommt, wohin man eigentlich kommen will. das muss man sich mal vorstellen: Ich habe den Marantz CD 60 nun auch schon 2 Jahre, und jetzt erst habe ich den optimalen Klang der Kopfhöreranlage erreicht!

    Naja, irgendwann wird -hoffentlich- eine Lebensversicherung ausgezahlt, aber das dauert noch.

    Hoffentlich ist der Euro gegenüber der norwegischen Krone dann noch etwas wert, aber unsere hervorragenden hiesigen Politiker sorgen ja gerade dafür, dass die NOK schlecht dasteht, vor allem gegenüber der dänischen Krone. Und genau dahin will ich in Urlaub fahren...

    So einen Geldsegen hätte ich auch gerne! Über die Weltpolitik darf man gar nicht nachdenken, das ist alles eine Katastrophe. Auf jeden Fall schönen Urlaub! :) :hello:


    Schöne Grüße

    Holger

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  • Lieber Dr. Holger Kaletha und Glockenton - ich staune Bauklötze über Euer Fachwissen. Für mich als technischer Laie ist da viel Neues und zum Analysieren. Ich habe mich jedenfalls für den HD 650 entschieden und werde bei Gelegenheit (es eilt überhaupt nicht) das Universum mir drumrum dazu aufbauen.

  • Weil es keine Normen gibt bei den Anschlüssen, ist die Wirkung je nach Gerätekombination anders.

    Das sind glaube ich alles sehr komplexe Anpassungsprobleme zwischen Verstärker - Kabel - CD-Spieler, die man mangels Normen - jeder Hersteller macht, was er will - einfach kaum vorhersagen kann. Deshalb verliert man viel Zeit - und Geld - bzw. Lehrgeld.

    Warum verwendest Du nicht besser Geräte mit genormten Anschlüssen?

    "Bach ist Anfang und Ende aller Musik." Max Reger

  • Warum verwendest Du nicht besser Geräte mit genormten Anschlüssen?

    Genormt ist nur der digitale Anschluss. Die Norm erfüllt aber selbst dort eigentlich nur exakt ein Digitalkabel mit BNC-Stecker, den die Industrie aus kommerziellen Gründen kaum verwendet. Mein AVM-DAC hat einen Digitaleingang BNC, also habe ich dafür auch ein BNC-Digitalkabel. Bei den üblichen Cinch-Steckern wird der 75 Ohm-Sollwert nie exakt erreicht, es gibt immer eine unkalkulierbare Abweichung.

  • Ich habe mich jedenfalls für den HD 650 entschieden und werde bei Gelegenheit (es eilt überhaupt nicht) das Universum mir drumrum dazu aufbauen.

    Schön, dann freue ich mich auf Deinen Bericht, lieber Jacobus! :)


    Ich habe gestern wieder gehört mit meiner Kopfhöreranlage in der neuen Konstellation mit dem Van den Hul-Kabel. Ich höre mich so allmählich ein. Was mir auffiel ist, dass ich endlich meinen ersten Eindruck wieder bestätigen kann, den ich beim Kauf des Focal Clear hatte. Damals im Hifi-Geschäft hatte ich den Focal im Vergleich mit dem Sennheiser HD 800 gehört und einer hochpreisigen Stax-Kombi. Eigentlich wollte ich damals einen Stax kaufen und habe mich dann aber für den Focal entschieden und auch gegen den HD 800. Bei Klaviermusik war das ein Patt für mich zwischen Sennheiser und Focal und eine Geschmacksfrage, aber bei Orchester habe ich den Focal dem Sennheiser eindeutig vorgezogen: kein "Kopfhörerklang". Der Focal zeigte insbesondere im Vergleich mit dem Sennheiser diese typische französische Leichtigkeit und Spritzigkeit. Er spielt "vif", da ist so eine gewisse Schaumkrone da wie bei prickelndem Champagner, aber ohne, dass es irgendwie aufdringlich wäre. Das habe ich gestern endlich wieder nachvollziehen können. Die Stärke des Focal-Kopfhörers ist diese unglaublich flexible und lebendige Wiedergabe in den feindynamischen Abstufungen, man hört das "Engagement" der Musiker im Detail. Das hat das Audioquest-Kabel mit seiner Rundung im Hochton-Bereich irgendwie ausradiert. Die Kopfhöreranlage sollte aber insgesamt schon die Eigenheiten des jeweiligen Kopfhörers wiedergeben, seinen "Eigenklang" erfahrbar machen, was das Hören mit ihm unvergleichlich macht. Diese typisch französische Note beim Focal Clear beglückt, macht ihn unverwechselbar.


    Schöne Grüße

    Holger

  • Guten Morgen Glockenton und Dr. Holger Kaletha - nach vielem Hin und Her werde ich doch mit einem Hörtest des Sennheiser HD660S2 starten. Mal schauen, wie gut er ist. Bestellt ist er schon und bin gespannt wie gut er ist. Die Technik drum rum ist ebenfalls bestellt - spannend.

  • :) Den AKG K712 habe ich nun seit 10Tagen.

    Als Upgrade zum AKG K702 hat er sich, wie Glockenton dankend prophezeit hatte, voll gelohnt. Der geschätzte K702 ist ein total ehrlicher KH, aber sehr linear abgestimmt ... für meine Synthesizer - Aufnahmen und Abmischungen bleibt er mir erhalten.


    Nach längerer Einspielzeit (20 - 30Std) verlor der K712 eine nicht zu erklärende Patina, die nun verschwunden ist und sich in einem ausgewogenen und sehr räumlichen fabelhaftem Klang äussert. Der Bassbereich ist deutlich ausgeprägter als beim K702 und kommt an meine Vorliebe Beyerdynamic DT990 Edition 250 Ohm heran.

    Für Klassik ein idealer KH, aber auch bei Elektronischer Musik oder Smoothjazz a´la Rippingtons ein Hochgenuss an Auflösung, Präzision und musikalischem Klang.


    Die KH - Ausgänge meiner SONY - ES - Player (wie u.a. dem CDP-XA50ES) sind ohnehin für meine Klangvorstellungen das non plus Ultra.

    :!:Da ich im Schlafzimmer den Marantz CD6007 habe, habe ich einigen Aufwand betrieben um an diese Klangwucht, der SONY-ES-Player zu kommen und verschiedene KH-Vr ausprobiert. Darunter den FIIO K7, der am Beyerdynamic DT990 32Ohm (nicht der bevorzugte mit 250OHM !) eine TOP-Figur macht, aber am K712 - oh Wunder - ist mir der KH-Ausgang des Marantz CD6007 mit seinem DAC-Chip AK4490 und ganz wichtig, der Einstellung Filter 2 noch angenehmer, sodass der dort in dieser Konfiguration in Zukunft in hochzufriedener Weise benutzt werden wird.


    :hello: Musikalischer Klang - das ist das was wir suchen und wie fabelhaft ist es, wenn wir durch die hohe Fachkenntnisse einiger Mitglieder, wie Glockenton, zu solchen hocherfreulichen Ergebnissen kommen. Der AKG K712 ist mein bester Kauf des Jahres 2026 im HIFI-Bereich !

    Gruß aus Bonn, Wolfgang

  • Lieber Dr. Holger Kaletha und lieber Glockenton - endlich komme ich dazu, meine ersten Eindrücke zu Papier :) zu bringen. Ich hätte mich schon früher gemeldet, war aber durch eine Erkältung und der entsprechenden "Ohrenblockade" beeinträchtigt (vermutlich immer noch). Wie schon gesagt, hatte ich mich für den Sennheiser HD 660S2 plus Amplifier FiioKA17 (fürs erste) entschieden. Das lag an einem wirklich guten Angebot und deshalb dachte ich, ob ich für den HD 650 rund 30% mehr hinlegen soll? So weit so gut - jedenfalls hatte ich entsprechend Eurer sehr geschätzten Anleitung den Streamer eingestellt und wohl auch richtig - so wie verschiedenenes Vergleichshören bewies. Meine Benchmark ist Bachs H-Moll Messe - beim populären Rest gehe ich davon aus, bin ich nicht so anspruchsvoll. Somit habe ich verschiedene Aufnahmen und -techniken der H-Moll Messe bewertet und siehe da - es hat sich folgendes herauskristallisiert (für die meisten keine Überraschung)

    - Gute Einspielungen wie z.B. von Herreweghe von älteren Aufnahmen sind trotzdem deutlich besser, als schlechtere Einspielungen mit besseren Aufnahmetechniken und visa versa. Sprich es hilft die beste Technik nix, wenn die Aufnahme nicht brilliert.

    - eine meiner Lieblingsaufnahmen mit John Butt und dem Dunedin Consort hatte ich kritisch verglichen und ich muss sagen, ich war mit der Klangbühne sehr zufrieden, aber ich kann nicht sagen - überwältigt. Es ist wahrscheinlich dass der 800 S da deutlich mehr leistet, aber auch mit mehr und aufwändigerer Technik. Aber ich muss gestehen, das wäre mir schon wichtig. Der Klang ist sicher gut, aber ich vermisse etwas mehr "Wärme" - aber dafür würde ich sagen, so natürlich hätte ich mir in etwa die Originalaufführung vorgestellt. Einschränkend muss ich sagen, dass meine "Kritik" mit den Nachwirkungen der Erkältung verbunden sein kann - welche das Ohr blockt. Ich spiele mit dem Gedanken den 800 S wegen der größeren Bühne zu kaufen - weil das mich schon faszinieren würde. Aber das ist noch nicht sicher - lets see. Insgesamt bin ich durchaus zufrieden - aber nicht hin und weg.