Matti Salminen – Baßwunder aus Finnland


  • Der große finnische Sänger Matti Salminen, geboren am 7. Juli 1945 in Turku, seit vielen Jahren einer der gefragtesten Bässe, hat hier noch keinen eigenen Thread. Dem muß hiermit endlich Abhilfe geschaffen werden.


    Salminen arbeitete zunächst als Tischler, ehe er am Musikinstitut seiner Heimatstadt Turku eine Gesangsausbildung begann, die er später an der Sibelius-Akadamie in Helsinki fortsetzte und in Rom bei Luigi Ricci abschloß. 1966–69 war er an der Oper von Helsinki als Chorist beschäftigt. Hier absolvierte er 1969 dann sein Debüt als Solist in der Rolle des Königs Philipp in "Don Carlo". Es folgten Gastspiele im deutschen Sprachraum, die große Erfolge zeitigten. In diesem Zusammenhang wurde er bereits 1972 Mitglied der Kölner sowie 1974 der Zürcher Oper. Ebenfalls blieb er bereits in diesen Jahren der Wiener Staatsoper verbunden. Weitere Gastauftritte führten ihn an die Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg, an die Staatsopern in Hamburg, München und Stuttgart, die Nürnberger Oper, das Royal Opera House Covent Garden (1974 Debüt als Fasolt im "Rheingold"), die Niederländische Oper Amsterdam, die Königliche Oper Stockholm sowie die Opernhäuser von Budapest und Nancy. 1973 erfolte sein Debüt an der Mailänder Scala als Fafner im "Ring". Von 1975 an wirkte er mehrfach bei den Opernfestspielen in Savonlinna (Finnland) mit, u. a. 1975 in der Uraufführung der Oper "Der Reitersmann" von Aulis Sallinen. Weitere Erfolge bescherten ihm umjubelte Auftritte bei den Bayreuther Festspiele zwischen 1976 und 1987. Hier trat er als Fasolt (1976, 1979–80), Hunding (1976–80), Fafner (1977–78), Titurel (1976–77, 1979–85 und 1987), Daland (1978–82 und 1984–85), Marke (1981–83 und 1986–87), König Heinrich (1981), Pogner (1983) sowie Landgraf Hermann (1985) auf. Ein weiteres Erfolgserlebnis war sein Auftritt als Großinquisitor im "Don Carlo" unter Herbert v. Karajan bei den Salzburger Festspielen 1986. In Salzburg trat er 1994–95 noch einmal auf, und zwar als Don Giovanni. Sein Debüt an der MET erfolgte 1981 als König Marke. In New York folgte eine langjährige Karriere in Rollen wie Sarastro, Rocco, Daland, Landgraf Hermann, Fafner, Hunding und Hagen (1989–90), Osmin, Ramphis und Commendatore. 1977–78 war Salminen an der Grand Opéra Paris tätig, 1983 bei einem Gastspiel der Nationaloper Helsinki an der MET. Es folgten Gastspiele in Zürich (1984, 1991–92, 1996), Barcelona (1986), Warschau (1989 mit dem Ensemble der Deutschen Oper Berlin), Köln (1991), Savonlinna (1990, 1992 und 1996), Hamburg (1994), Berlin (1995), Helsinki (1995), Chicago (1996), München (1996) usw. Neben der Oper ist Salminen auch gefragter Oratorien-Sänger.


    Ich selbst durfte Salminen bereits als Fasolt oder Fafner (ich weiß es leider nicht mehr genau) im "Rheingold" an der Semperoper erleben (2008). Er klang damals sehr beeindruckend und war das Highlight des Abends.

    »Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

  • Matti Salminen singt in der Tat herausragend gut!
    Ich habe mir vor Jahren eine CD zugelegt, Titel: Finnish Basses in Concert, herausgegeben von "Finlandia Records". Seine beiden Mitstreiter sind Jaako Ryhänen und Johann Tilli. Doch weder bei JPC noch bei Amazon konnte ich diese CD finden.
    Allerdings ist mir beim Stöbern nach genannter CD diese Aufnahme ins Ohr gedrungen, die muss ich unbedingt haben!



    Mit lieben Grüßen,
    Diotima.

  • Zitat

    Original von diotima
    Nach nochmaligem Recherchieren habe ich die o. g. CD doch bei Amazon gefunden!
    Hier also ist sie:


    Einen angenehmen Start in die neue Woche wünscht,
    Diotima.


    Ich kann mich übrigens noch gut an eine TV-Übertragung von genau diesem Konzert erinnern.
    Ich halte Salminen auch für einen sehr guten Bass, obwohl mir sein Timbre persönlich nicht so sehr zusagt.


    LG
    Jolanthe

  • Matti Salminen ist zweifelsfrei einer der renommiertesten Bässe unserer Zeit. Was ist aber das Wunder, von dem geschrieben wird? Das Stimmvolumen, die Technik, das Timbre, die Vortragsart oder eine Kombination von allem ?
    Für mich besitzt Salminen ein riesiges Stimme mit unerhörter Durchschlagskraft und ist eine beeindruckende Bühnenpersönlichkeit. Seine Entwicklung ist für mein Erleben erstaunlich. Am Anfang seiner Karriere dominierte das Volumen, die schiere Kraft in seinem Singen.
    Besonders sein Hagen und Hunding waren damals für mich sehr eindimensional gesungen. Es fehlten die leiseren, nachdenklicheren Töne. Erstaunlich - jetzt m reiferen Alter stellen sich diese Qualitäten immer mehr ein. Die Stimme wird etwas schlanker geführt und variabler eingesetzt. Die Kraft wird mit sensiblerer Stimmschönheit angereichert. Diese Änderung spricht für die sängerische Intelligenz von Salminen. Es gelingt ihm, die sich verringende Stimmkraft durch andere sängerische Qualitäten zu kompensieren. Damit gewinnen seine Rollenporträts weiter an Ausdrucksintensität.
    Herzlichst
    Operus

    Umfassende Information - gebündelte Erfahrung - lebendige Diskussion- die ganze Welt der klassischen Musik - das ist Tamino!

  • Danke operus, das war das gesuchte Wort: "Durchschlagskraft". Sein Hagen ist sensationell, er singt ihn sehr roh, das schätze ich sehr in dieser Rolle (habe auch schon recht brave Hagens gehört, aber das ist nicht so meins).
    Als König Marke ist seine "Durchschlagskraft" manchmal ein wenig zu viel des Guten, Marke sollte in meinen Augen eher etwas gefühlvoller gesungen werden. Da bevorzuge ich doch Kurt Moll.

  • Ein Beckmesser würde jetzt vielleicht sagen, daß Matti Salminen als Hunding in der MET-"Walküre" idealer gewesen wäre als Kurt Moll. Salminen stehen die ganz bösen Buben wirklich sehr gut. Dennoch finde ich auch Molls Darstellung grandios, denn selbst Hunding muß ja nicht unbedingt immer der Teufel in Person sein.

    »Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

  • Ich bewundere Salminen sehr.
    In verschiedenen Rollen habe ich ihn hier in Berlin sehen und hören können.
    Er sang :
    Holländer.
    Philipp
    Hunding und Hagen,
    Landgrafen im Tannhäuser
    Boris Godunov.


    Seine Stimme ist bemerkenswert ,ebenso die Präsens auf der Bühne.


    Rita

  • Zitat

    Original von Joseph II.
    Ein Beckmesser würde jetzt vielleicht sagen, daß Matti Salminen als Hunding in der MET-"Walküre" idealer gewesen wäre als Kurt Moll.


    Nach dem gestrigen "Walküre"-Abend aus Valencia auf 3sat, wo eben Salminen den Hunding gab, will ich diese Annahme, daß er ein idealer Rolleninterpret ist, nochmal unterstreichen.


    Was für eine Stimmgewalt und Vehemenz in der Darstellung! :jubel:


    Für mich das Highlight des Abends. Gereift, keineswegs stimmlich schwächelnd, ein Hunding Greindl'schen Formats.


    Referenzträchtig heute!

    »Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

  • Mit Greindl und Salminen werden in der Tat zwei überragende Interpreten des Hunding genannt. Als weitere herausragende Darsteller dieser Rolle wären noch Emanuel List, Gottlob Frick und Kurt Rydl zu nennen. Aktuell lbietet besonders Hans-Peter König in der Rolle des Finsterlings stimmlich und darstellerisch immer wieder ausgezeichnete Leistungen.
    Herzlichst
    Operus

    Umfassende Information - gebündelte Erfahrung - lebendige Diskussion- die ganze Welt der klassischen Musik - das ist Tamino!

  • Heute ist Matti Salminens Geburtstag. Zu diesem Anlass habe ich eine Zauberflöten-Aufnahme ausgewählt:



    Matti Salminen feiert heute seinen 70. Geburtstag.


    Herzlichen Glückwunsch!


    Willi :jubel::jubel::jubel::jubel::jubel:

    1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
    2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

  • Auch von mir herzlichen Glückwunsch für einen der Bassisten, der zu den Sängern gehört, die mich in meinem Operngängerleben am meisten begeistert haben, vor allem als Hagen und König Philipp, Fasolt, König Marke und Gurnemanz, aber auch als Boris Godunow, Osmin und Sarastro, Rocco und Kaspar, Daland und Landgraf, Hunding und Ramphis sowie in Beethovens "Neunter". (Den Iwan Chowanski in Hamburg hätte ich jetzt beinahe unterschlagen. Den konzertanten "Siegfried"-Fafner 2013 in der Berliner Philharmonie hingegen bewusst, diese Rollenbegegnung kam zu spät...)


    Seine erste Hagen-Einspielung fasziniert mich noch immer ungemein:


    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"


    Auf politische und kulturpolitische Diskussionen lasse ich mich hier nicht mehr ein. Kein Widerspruch meinerseits bedeutet dann also nicht, dass ich den getätigten Aussagen zustimme! (Das Regietheater-Forum habe ich überdies bei mir abgeschaltet.)

  • Ich habe den ganzen Ring von Janowski, lieber Stimmenliebhaber, in dem er ja vielbeschäftigt ist, auch als Fafner. In diesem Ring singt ja Roland Bracht den Fasolt. Ich muss mal in meinen diversen Ringen und anderen Wagner-Aufnahmen sowie bei Verdi nachsehen. Irgendwo habe ich ihn bestimmt noch, übrigens habe ich als Osmin sozusagen einen Vorgänger, Martti Talvela auf DVD. Ich hätte Salminen auch als Kaspar auf DVD, aber nachdem ich das Stück am Fernsehen gesehen hatte, konnte ich mich "wegen der Regie" nicht dazu durchringen.


    Liebe Grüße


    Willi :)

    1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
    2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

  • Ich habe den ganzen Ring von Janowski, lieber Stimmenliebhaber, in dem er ja vielbeschäftigt ist, auch als Fafner. In diesem Ring singt ja Roland Bracht den Fasolt.

    Klar, das "Rheingold" war meine erste Wagner-Gesamtaufnahme auf LP überhaupt und Salminens "Hierher! Hierher!" hat mich schon SEHR beeindruckt. :)



    Ich muss mal in meinen diversen Ringen und anderen Wagner-Aufnahmen sowie bei Verdi nachsehen. Irgendwo habe ich ihn bestimmt noch

    Ich habe auch so einiges zusammengesammelt, neben zahlreichen offiziellen Aufnahmen auch diverse andere Mitschnitte. Er gehört ja zweifellos zur Top-10 meiner live erlebten männlichen Lieblingssänger. :rolleyes:



    Ich hätte Salminen auch als Kaspar auf DVD, aber nachdem ich das Stück am Fernsehen gesehen hatte, konnte ich mich "wegen der Regie" nicht dazu durchringen.

    Diese DVD habe ich auch. Sicher ist das nicht die bestmögliche Inszenierung, aber es gibt Schlimmeres als Berghaus-Zürich, auch wenn Berghaus-Berlin doch viel besser war. Es gibt übrigens auch die konzertante Berliner Aufführung unter Harnoncourt von 1995 auf CD, als Gesamtaufnahme wie als Querschnitt, wo sowohl Lied und Arie des Kaspar aus dem 1. Akt als auch die ganze Wolfsschlucht drauf sind - viel fehlt von seiner Partie also nicht. :)


    Hier die Gesamtaufnahme, die schon sehr lohnt, wegen Harnoncourt, aber auch wegen Orgonasova und natürlich Salminen:



    Ich habe von den vier Aufführungen damals zwei miterlebt, beide mit Salminen. Der sang drei, die vierte sang dann Ekkehard Wlaschiha, an dem Abend sang Salminen in der Deutschen Oper Berlin schon wieder Boris Godunow.

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"


    Auf politische und kulturpolitische Diskussionen lasse ich mich hier nicht mehr ein. Kein Widerspruch meinerseits bedeutet dann also nicht, dass ich den getätigten Aussagen zustimme! (Das Regietheater-Forum habe ich überdies bei mir abgeschaltet.)

  • Noch ein paar Anmerkunge zu früheren Posts in dieser Rubrik:

    Als König Marke ist seine "Durchschlagskraft" manchmal ein wenig zu viel des Guten, Marke sollte in meinen Augen eher etwas gefühlvoller gesungen werden. Da bevorzuge ich doch Kurt Moll.

    Ich habe selten einen so emotionalen König Marke auf der Bühne erlebt wie Matti Salminen. Seine Klage gingt wirklich unter die Haut und das abschließende "Den unerforschlich tief geheimnisvollen Grund, wer macht der Welt ihn kund?" war so wunderbar im Piano gesungen und damit ein riesiger Kontrast zu den Ausbrüchen davor ("Warum mir diese Hölle?"), dass das wirklich erschütternd war! (So hat mich live sonst nur Siegfried Vogel als König Marke bewegt, auch wenn René Pape das auch sehr gut sang). Salminen als König Marke (mehrfach erlebt), das gehört zu den größten und tiefsten Eindrücken meines Operngängerlebens.



    Er sang :
    Holländer.

    Nein, er sang Daland im "Fliegenden Holländer".


    Im Übrigens: Gibt es einen zweiten Salminen-Thread oder wurde in diesem Forum wirklich seit 2009 nichts zu diesem Ausnahmesänger geschrieben? Kann ich mir nicht vorstellen!

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"


    Auf politische und kulturpolitische Diskussionen lasse ich mich hier nicht mehr ein. Kein Widerspruch meinerseits bedeutet dann also nicht, dass ich den getätigten Aussagen zustimme! (Das Regietheater-Forum habe ich überdies bei mir abgeschaltet.)

  • Und ich habe inzwischen herausgefunden, dass ich ihn doch mit Harnoncourt habe, und mit Verdi gleichzeitig, in dieser Aufnahme:


    da singt er den Ramfis,


    und in dieser Aufnahme, die bereits zu mir unterwegs ist, singt er, wie weiland Martti Talvela, den Großinquisitor:



    Wenn die Aufnahme angekommen sein wird, werde ich sie mir, quasi, nachträglich zum Geburtstag, anhören und -sehen und dann hier meine Eindrücke schildern. Es freut mich, hier auch über den dritten meiner finnischen Lieblingssänger sprechen zu können, nachdem ich 1964 den ersten, Tom Krause, in Beethovens Fidelio (ich berichtete vorrgestern in der Erinnerung an Tom Krause darüber) auf Schallplatte kennerlernte, m. E. den bisher überzeugendsten Pizarro, und etwas später Martti Talvela in der Jahrhundertaufnahme des Don Carlo unter Solti aus London als Großinquisitor im Fernsehen, und seit etlichen Jahren nun auch Matti Salminen, den ich übrigens auch im Chereau-Ring unter Boulez habe, als Hunding und Fasolt und, wie ich feststellte, natürlich auch unter Harnoncourt als Sarastro in der Zauberflöte.
    Vielleicht überlege ich mir das noch mit dem Freischütz, zumal Salminen in der Wolfsschluchtszene und in der Rachearie ja wirklich äußerst überzeugend war.


    Liebe Grüße


    Willi :)

    1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
    2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

  • Ich habe mit Matti Salminen telefoniert. Er ist zur Zeit in seiner finnischen Heimat. Es geht ihm ausgezeichnet. Er wird in diesem Jahr ein Stargast beim Künstlertreffen der Gottlob-Frick-Gesellschaft am 17./18. Oktober sein und die Matinee 18. Oktober gestalten. Genauen Ablauf aller Veranstaltungen habe ich auf Wunsch im Thread "Gottlob Frick der schwärzeste Bass" eingestellt.
    Auch an dieser Stelle nochmals mit allen guten Wünschen herzlichen Glückwunsch an den immer noch so vitalen großen Sänger.


    Herzlichst
    Operus

    Umfassende Information - gebündelte Erfahrung - lebendige Diskussion- die ganze Welt der klassischen Musik - das ist Tamino!

  • Ich freue mich schon heute auf die Begegnung mit ihm beim Künstlertreffen der Gottlob-Frick-Gesellschaft am 17. Oktober in Ölbronn.
    Zuletzt durfte ich ihn als Veit Pogner in Zürich erleben. Ein wahrhaft großer Künstler!


  • Abschiedskonzert
    MATTI SALMINEN


    Mit seiner markanten Bassstimme und unvergleichlichen Bühnenpräsenz bescherte Matti Salminen dem Zürcher Opernpublikum über Jahrzehnte hinweg viele unvergessliche Sternstunden. Im Mozart-, Verdi- und Wagnerfach gleichermassen zuhause, bewegte Salminen Generationen von Opernbesuchern mit seinen Interpretationen als Sarastro, Philipp II., Osmin, Gurnemanz, Boris Godunow oder König Marke. Der Bass verabschiedet sich nun in diesem Sonderkonzert von seinem Zürcher Publikum mit den schönsten Arien seiner Paraderollen und unter der Leitung seines finnischen Landsmannes Leif Segerstam.


    Matti Salminen, Bass
    Leif Segerstam, Dirigent
    Philharmonia Zürich
    Chor der Oper Zürich
    Jürg Hämmerli, Choreinstudierung


    Arien aus "Die Zauberflöte",
    "Eugen Onegin", "Don Carlo",
    "Der fliegende Holländer",
    "Götterdämmerung", "Boris Godunow" u.a.


    OPERNHAUS ZÜRICH
    Sa 12 Nov 2016, 19.00
    Preise C: CHF 169, 152, 130, 56, 20

    »Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

  • Der Abschied des 70-jährigen Salminen berührt mich ungemein. Als ich zum Wagnerianer wurde, was vor knapp zehn Jahren der Fall gewesen sein muss, galt mir Matti Salminen als der größte lebende Wagner-Bassist. Seine imposante Erscheinung allein machte manche Abnützungserscheinung wett, die ein Beckmesser anführen mag. Leider habe ich Salminen nur ein einziges Mal live erlebt. Das dürfte 2008 im "Rheingold" an der Semperoper gewesen sein, wo er den Fasolt sang. In der Generation nach Greindl und Frick war er wohl einige Jahrzehnte lang die erste Adresse für die großen Wagner-Bassrollen. Besonders die "Bösen" konnte er mustergültig darbieten, aber auch sein Gurnemanz war noch in den späten Jahren anrührend. Ich habe ihn wohl zumindest in Aufnahmen in allen bedeutenden Wagner-Partien gehört. Sogar ein einmaliger Auftritt als "Walküren"-Wotan von Anfang der 80er Jahre ist darunter. Stimmlich hätte er es damals wohl durchaus gepackt, auch wenn er eine Art Hunding als Göttervater gewesen wäre. Den Sachs hat er einstudiert, aber nie auf der Bühne gesungen. Ein Verlust. Zumindest die großen Monologe hätte ich gerne mal von ihm gehört.


    Wie dem auch sei, tritt mit Salminen eine lebende Legende ab, die nicht nur auf Wagner reduziert werden sollte, auch wenn das der Kern seines Repertoires blieb. Seinen Osmin finde ich ja auch grandios, genauso diverse Verdi-Auftritte. Und dann gibt es natürlich noch den Boris Godunow. Gerne wäre ich bei diesem Abschiedskonzert in Zürich dabei, aber das wird sich nur schwerlich ausgehen. Er fehlt mir bereits jetzt. Zum Glück haben wir allerhand Aufnahmen, die ihn unsterblich machen. Es schließt sich gewissermaßen ein Kreis, wenn sein Landsmann und guter Freund Leif Segerstam dieses Abschiedskonzert dirigieren wird. Die beiden haben oft zusammengearbeitet. Segerstam war schon vor über 30 Jahren der Dirigent, der mit ihm das einmalige Wotan-Experiment wagte. Danke, Matti Salminen, nicht zuletzt durch dich kam ich zu Wagner!

    »Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

  • Der Termin ist notiert. Wenn es geht wird die Gottlob-Frick-Gesellschaft dem großen Bassisten Matti Salminen durch Anwesenheit dafür danken, dass er der Gottlob-Frick-Gesellschaft die Ehre seines Besuches erwiesen hat und wieder in das "Mekka" der Bassisten kommen will.


    Herzlichst
    Operus

    Umfassende Information - gebündelte Erfahrung - lebendige Diskussion- die ganze Welt der klassischen Musik - das ist Tamino!

  • Dann habe ich ja regelrecht Glück gehabt, dass ich ihn am 19. Juli bei den Münchener Opernfestspielen als Daland im "Fliegenden Holländer" erleben darf, (trotz Peter Konwitschny?). Kommt er tatsächlich dieses Jahr wieder, lieber Hans? Meine Anreise wid dieses Jahr etwas abenteuerlich vonstatten gehen, denn ich werde mich am 15. Oktoaber auf der Rückreise eines 8-tägigen Chorausfluges aus der Normandie befinden und irgendwo im Raum Köln die Gruppe verlassen und samt großem Koffer in Richtung Süden nach Ölbronn abbiegen müssen. Ich hoffe, dass das zeitlich alles gut hinhaut.


    Ich würde mich freuen, wenn ich ihn wiederträfe, vielleicht kann ich ja auch in München noch ein Wort mit ihm wechseln, wil ich dort übernachten werde.


    Liebe Grüße


    Willi :)

    1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
    2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).


  • Es ist sehr nachzuvollziehen, wenn sich große Anerkennung für Salminen mit persönlichen Erinnerungen und Begegnungen verbindet. Ich habe ihn auch gern gesehen und gehört. Zum Schluss hin war die Stimme allerdings ziemlich matt geworden. Wie könnte es auch anders sein in diesem Alter. Wenn er jetzt aufhört, bleibt er als das in Erinnerung, was er stets gewesen ist: ein bedeutender Künstler. Was mir an ihm besonders gefiel, war seine Aufgeschlossenheit für unterschiedliche Handschriften von Regisseuren. Er hatte keine Scheuklappen und keinerlei Berührungsängste vor dem, was als so genanntes Regietheater im Forum so oft unter Kritik steht. Seine Toleranz in solchen künstlerischen Dingen scheint mir vorbildlich für uns alle. :) Auch deshalb wird er hier völlig zu Recht gewürdigt.


    In Dankbarkeit Rheingold

    Es grüßt Rheingold (Rüdiger)


    Erda: "Alles, was ist, endet."

  • In Berlin verabschiedet sich Salminen am 18.6. von seinem Publikum an der Deutschen Oper Berlin, wo er seit den 1970er Jahren für Jahrzehnte regelmäßig auf der Bühne stand. An der Deutschen Staatsoper Berlin, wo er seit 1992 auftrat, singt er im gleichen Monat 2x Fasolt, einmal vor und einmal nach dem Marke - und im Oktober singt er dann die Premierenserie der "Fidelio"-Neuinszenierung von Harry Kupfer als Rocco, das werden dann wohl seinen letzten Berliner Auftritte sein. Zürich im November könnte dann der allerletzte Auftritt werden, zumindest außerhalb Finnlands.

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"


    Auf politische und kulturpolitische Diskussionen lasse ich mich hier nicht mehr ein. Kein Widerspruch meinerseits bedeutet dann also nicht, dass ich den getätigten Aussagen zustimme! (Das Regietheater-Forum habe ich überdies bei mir abgeschaltet.)

  • Lieber Stimmenliebhaber,


    weißt du, wann der Vorverkauf für den Fidelio beginnt?


    Ich würde sehr gerne die Vorstellung am 25. oder 28. Oktober besuchen und hätte auf diese Weise die Gelegenheit, Matti Salminen innerhalb von drei Monaten zweimal live zu erleben, und dann in meiner Lieblingsoper Fidelio, die ich noch nie live erlebt habe. Wenn das dann noch unter der Leitung von Daniel Barenboim und in der Inszenierung von harry Kupfer passiert, kann ja eigentlich nichts mehr schief gehen. Ich habe ja schon des öfteren Konzerte in Berlin erlebt und weiß auch, wo ich dann übernachten kann.
    Ich wäre dir für die erbetene Information sehr dankbar.


    Liebe Grüße


    Willi :)

    1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
    2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

  • im Oktober singt er dann die Premierenserie der "Fidelio"-Neuinszenierung von Harry Kupfer als Rocco, das werden dann wohl seinen letzten Berliner Auftritte sein. Zürich im November könnte dann der allerletzte Auftritt werden, zumindest außerhalb Finnlands.


    Lieber Willi,


    Stimmenliebhaber gibt die Antwort. Da Matti Salminen im Oktober in Berlin die "Fidelio"-Serie singt kann er leider am 15./16. Oktober 2016 nicht bei uns sein. Es plant jedoch im Jahre 2017 wieder unser Gast zu sein - wenn? - ja wenn er bis dahin nicht nach Finnland zurückgezogen ist. Dann würde die Anreise schwieriger, jedoch auch nicht unmöglich werden. Wir freuen uns immer sehr, wenn wir diesen großen Fachkollegen von Gottlob Frick bei uns als Gast begrüßen dürfen. Vielleicht können meine Frau und ich die Abschiedsvorstellung im November in Zürich besuchen.


    Herzlichst
    Operus

    Umfassende Information - gebündelte Erfahrung - lebendige Diskussion- die ganze Welt der klassischen Musik - das ist Tamino!

  • Lieber Stimmenliebhaber,


    weißt du, wann der Vorverkauf für den Fidelio beginnt?

    Lieber Willi, der reguläre Vorverkaufsbeginn für alle Vorstellungen der Spielzeit 2016/17 und damit auch für alle "Fidelio"-Vorstellungen ist am 16. April, also schon serh bald.


    http://staatsoper-berlin.de/de_DE/staatsoper-aktuell-2

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"


    Auf politische und kulturpolitische Diskussionen lasse ich mich hier nicht mehr ein. Kein Widerspruch meinerseits bedeutet dann also nicht, dass ich den getätigten Aussagen zustimme! (Das Regietheater-Forum habe ich überdies bei mir abgeschaltet.)