2009 - Mein Lieblingskomponist des 19. Jahrhunderts

  • Ich bin zwar nicht Alfred, lasse Euch aber genausogerne bei der Auswahl schwitzen:
    Mein Lieblingskomponist des 20. Jahrhunderts


    Die Regel kopiere ich einfach:


    Jedes Taminomitglied darf DREI Lieblingskomponisten nominieren deren Werke hauptsächlich im 19. Jahrhundert geschrieben wurden. Ein dazu passendes Lieblingswerk ist optional - muß aber nicht genannt werden.
    Begründungen sind gern gesehen, aber nicht verpflichtend.


    Da bin ich mal neugierig ...
    :hello:

  • Drei ist eine ganz blöde Zahl. Viel zu wenig, oder eben zwei zu viel. Ich nenne daher erstmal nur einen, was mir sehr leicht fällt (da ich den auch nenne würde, wenn ich einen Lieblingskomponisten überhaupt nennen müßte).



    Ludwig van Beethoven (1770 - 1827)



    Aber jetzt aus ca. 10 weiteren, zwei herauszufiltern ist beinahe unmöglich... Vor 12 oder 15 Jahren wäre es mir wohl noch relativ leicht gefallen, spontan wären Brahms und Schubert die nächsten Namen gewesen. Damit könnte ich nun aber nicht mehr ganz ohne Bauchweh leben... ich denke nochmal drüber nach.


    :hello:


    JR

    Struck by the sounds before the sun,
    I knew the night had gone.
    The morning breeze like a bugle blew
    Against the drums of dawn.
    (Bob Dylan)

  • Ad hoc komme ich auf zwei, danach wird's problematisch. Das 19. Jh ist - was Musik anbelangt - mein Lieblingsjahrhundert. Also:


    1. Ludwig van Beethoven.


    Unmöglich, hier ein Lieblingswerk zu nennen.


    2. Anton Bruckner.


    Lieblingswerk: die 9. Sinfonie mit ihrem seherischen Blick ins 20. Jh. im 2. Satz


    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

    Früher ist gottseidank lange vorbei. (TP)
    Wenn ihr werden wollt wie eure Väter waren werdet ihr so wie eure Väter niemals waren.

  • 1. Richard Wagner (Lieblingswerke: "Parsifal", "Die Meistersinger", "Der Ring")


    2. Ludwig van Beethoven (Lieblingswerke: IX. Symphonie, V. Symponie, "Egmont"-Ouvertüre)


    3. Pjotr Iljitsch Tschaikowsky (Lieblingswerke: V. Symphonie, IV. Symphonie, "Romeo und Julia"-Ouvertüre)

  • Die Nummer eins ist sehr einfach:


    Ludwig van Beethoven; das eine dazu passende Lieblingswerk sind die dritte und siebte Symphonie, das vierte und fünfte Klavierkonzert, die Missa Solemnis, die Streichquartette opp. 59,1 und 130+133, das Erzherzogtrio und die Klaviersonaten opp. 106 und 111 - als Stellvertreter für die restlichen Perlen dieser Werkgruppen.


    Danach folgt mit einigem Sicherheitsabstand


    Johannes Brahms wegen der Symphonien und Konzerte und vor allem vieler Kammermusikperlen,


    aber schon hier muss ich zugeben, relevante Teile seines Werks, nämlich die Vokal- und Klaviermusik, nur in kleinen Auszügen zu kennen. Das gilt für die restlichen Komponisten verschärft, so dass es mir schwer wird, eine Nummer drei zu benennen; Kandidaten sind vor allem Schumann und Wagner. Mahler rechne ich aufgrund der gegebenen arithmetischen Einordnung zum 20. Jahrhundert, sonst hätte auch der gute Karten.



    Gruß,
    Frank.

  • Soll ich jetzt klugscheißen und nachfragen, was "hauptsächlich" bedeutet? :untertauch:


    Mahler zählt demnach nicht, weil seine Werke ja HAUPTsächlich im 20. Jht. geschrieben wurden.


    Das 19. Jht ist vermutlich das schwerste, weil die Auswahl an Komponisten so immens ist, zumindest für mich.
    Ich schreibe jetzt so vor mich hin, damit ich mir währenddessen überlegen kann, wen ich nennen soll. Es kann also noch ein bisschen dauern.
    Zur Auswahl stehen: Beethoven, Bruckner, Dvorak, Schumann, Schubert, Mendelssohn, Verdi, Wagner, R Strauss, Sibelius. Das ist die engere Wahl, weil da mehrere "Lieblingsstücke" dabei sind.


    Nach viel ?(, gepaart mit :no:, ein wenig :motz:, anschließendem :untertauch:, beredtem :stumm:, überfordertem :faint: (seid ihr schon :boese2:?) fällt meine Wahl auf Bruckner, Dvorak und Beethoven.


    Ich hoffe, dass ich die nicht auch noch in einer Rangliste aufreihen muss?!


    Bruckner ist für mich der großartigste, packendste Sinfoniker. Die am Wochenende eingetroffenen Einspielungen des RCO mit Jansons der Sinf. 3+4 sind ein weiteres Bsp für diese phänomenale Qualität. Es ist nur schade, dass Bruckners Werk sich so auf die Sinfonik beschränkt und es kaum Kammermusik von ihm gibt.


    Das sieht bei Dvorak schon anders aus. Dessen überragende Musikalität mochte ich schon als Kind. Und - für den Cellointeressierten - das Cellokonzert ist einfach der Klassiker des Genres. Aber auch Dvoraks Kammermusik ist großartig, vielschichtig und hörenswert.


    Was soll man zu Beethoven sagen? Mein Problem mit ihm, wenn es denn eins gibt, ist, dass er nahezu immer fordert. Man kann sich ihm aus meiner Sicht nicht so "hingeben", wei man das bei Bruckner kann. Beethoven ist eine ständige Arbeit. Mir fällt spontan nichts ein, was bei ihm schwach wäre, aber nur wenig, was man einfach so mitsummen kann, ohne dass man am Ende laut grölen würde. Es reisst einfach sehr mit.


    Das ist bei den Romatikern Schumann und Mendelssohn mit ihren vielen leisen Melsodien doch deutlich anders. Und natürlich auch beim Liedschreiber Schubert, der so unendlich viele wunderbare Melodien hinterlassen hat.
    Zu kurz kommen leider die Opernkomponisten, insbesondere die italienischen. Das hat nur mit dem Übel zu tun, dass eine Oper eben schnell 2 Std dauert und man das nicht so oft hört wie ein Streichquartett oder auch eine Sinfonie.
    Sibelius schmerzt, weil ich ihn sehr schätze. Vielleicht tröste ich mich damit, dass er sehr viele Hauptwerke dann doch nach 1900 geschrieben hat. Das gilt auch für R Strauss.

  • och ich finde das ziemlich leicht :D



    Ja Beethoven muss schon dabei sein


    auch Schubert, denn beide höre ich sehr, sehr gerne.



    die dritte Position geht bei mir an Hector Berlioz - allein "Les Troyens" ist schon so ein wunderbares Werk - da brauch ich weder Verdi, noch Wagner :D

  • Mahler rechne ich auch immer zum 20 Jhd. Außer, wenn über die Lieblingskomponisten des 20. abgestimmt wird, dann zum 19. ;)


    Schumann ist der Komponist, der, wenn ich noch länger nachdenke, Brahms oder Schubert verdrängen könnte. Chopin, Wagner, Mendelssohn und sogar Bruckner und Verdi schätze ich zwar auch hoch, aber sie liegen mir nur in einzelnen Werken nahe.
    Es kommt halt auf die Gattung an. Bei Orchestermusik "gewinnt" bei mir Brahms, bei Klaviermusik Schumann, bei Kammermusik herrscht etwa Gleichstand (mit kleinem Vorteil für Brahms aufgrund der großen Zahl gewichtiger Werke) und bei Liedern gewinnt Schubert (allerdings recht knapp und ich halte Brahms' Lieder für unterschätzt, obwohl sie lange nicht mit den beiden anderen mithalten können). Nun kann man die Gattungen schwer untereinander gewichten, dann gibt es einzelne Lieblingswerke, die den Ausschlag geben könnten.
    Schumann hat den Nachteil, daß ich einiges noch nicht so gut (so lange) kenne, aber andererseits den Vorteil, daß noch keine Gewöhnung eingesetzt hat. Ich kann also nur eine Aufstiegstendenz für Schumann und Abstiegstendenzen für die beiden anderen (besonders Brahms, aber eben wieder darum, weil ich den früher so hoch geschätzt habe) ausmachen.


    :hello:


    JR

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  • Gott sei Dank haben wir den Lullisten. Berlioz habe ich ganz vergessen. Und der hat ja ein umfangreiches Öwre, wie man das so schön sagt.


    Beim 19. Jht ist wirklich alles dabei und dann auch noch in einer solchen Vielfalt, dass man es wirklich schwer hat.
    Gibt es den Thread des besten Liedkomponisten des 19. Jhts schon ? Ansonsten wäre das auch mal eine spannende Konkurrenz: Schumann, Schubert, Brahms, Loewe, Wolf, Wagner, Beethoven, Mahler (den kann man da schon nehmen), Strauss, Franck, Chausson, Dvorak, Sibelius, Tschaikowsky...

  • Zitat

    Original von Luis.Keuco
    Beim 19. Jht ist wirklich alles dabei und dann auch noch in einer solchen Vielfalt, dass man es wirklich schwer hat.


    Naja, die Vielfalt ist im 20. Jahrhundert größer.
    (Womit ich jetzt keine Diskussion mit 20 Beiträgen entfachen will...)

  • Nochmal eine Aufteilung:


    Opernkomponisten:


    1. Wagner
    2. Verdi
    3. sehr schwierig: Donizetti, Lortzing, Rossini, v. Weber, Chausson und einige mehr in engerer Auswahl


    Symphoniker:


    1. Beethoven
    2. Tschaikowsky
    3. ebenfalls sehr schwierig: Grieg, Bruckner, v. Liszt, Schumann, Schubert und einige mehr

  • Auch ich komme mit dreien schwer aus. Nach reiflicher Überlegung (deshalb mag ich diese Rankingaufrufe ganz gerne: sie laden zum persönlichen Analysieren und Abwägen - und Entscheiden - ein) komme ich zum folgenden aktuellen Ergebnis (vor einigen Monaten wäre Brahms dabei gewesen - und wird es in einigen Monaten möglicherweise auch wieder sein):


    1. Beethoven: Ich kenne keine Musik, die so fantastisch ist wie seine späten Streichquartette


    2. Wagner: Parsifal, Die Meistersinger, Holländer - monströs und zart in Einem.


    3. Mendelssohn: Mein Lieblingswerk ist sein letztes Streichquartett; insgesamt fasziniert mich seine "über allem stehende" Tonsprache.


    Uwe

  • Zitat

    Ich bin zwar nicht Alfred, lasse Euch aber genausogerne bei der Auswahl schwitzen:


    Wenn ein Genie etwas aussergewöhnliches kreiert, dann sollte man es nicht parodieren:


    Quod licet Iovi, non licet bovi


    oder wie wir Lateiner so treffen sagen:


    Wenn der Kuchen spricht, hat der Krümel Pause.“


    Fürs 20. Jahrhundert genügten natürlich 3 "Lieblingskomponisten" - aber fürs 19. hätte man 77 und drei Viertel zulassen müssen.


    Dennoch füge ich mich mit knirschenden Zähnen (und knirschenden Plomben) dem Wunsche des Threadstarters...


    Ludwig vanBeethoven
    Franz Schubert
    Ferdinand Ries


    äh - ich glaub das sind jetzt schon drei.....


    mfg aus Wien


    Alfred


  • Ähem, ja....


    Da wir nun dabei sind zu sticheln: der Ries gehört in diese Reihe doch nicht wirklich..... :pfeif:


    Und überhaupt: natürlich braucht's im 20. JH Minimum 77 und drei Viertel, weil es neben den urbanen Musikphilosophen ja auch noch jede Menge Komponisten gab. :D


    Womit ich meine ganzen Ostblock-Lieblinge meine.


    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

    Früher ist gottseidank lange vorbei. (TP)
    Wenn ihr werden wollt wie eure Väter waren werdet ihr so wie eure Väter niemals waren.

  • Zitat

    Original von Uwe Schoof
    2. Wagner: Parsifal, Die Meistersinger, Holländer - monströs und zart in Einem.


    Da hätte er Mozart heißen müssen...


    :pfeif:


    Außerdem sollte mal geklärt werden, ob Beethoven nun ins 18. oder 19. JH gehört (er wurde in beiden Threads nominiert...)


    :hello:


    Ulli

  • Zitat

    Original von Ulli
    Außerdem sollte mal geklärt werden, ob Beethoven nun ins 18. oder 19. JH gehört (er wurde in beiden Threads nominiert...)


    M. E. eindeutig ins 19. Jahrhundert. Das Gros seiner Werke wurde erst da uraufgeführt (acht von neun Symphonien etwa). Auch als Mensch passt er besser ins 19. als ins 18. Jahrhundert, finde ich.

  • Zitat

    Original von Ulli
    Außerdem sollte mal geklärt werden, ob Beethoven nun ins 18. oder 19. JH gehört (er wurde in beiden Threads nominiert...)


    Da gibt's nicht viel zu klären. Beethoven komponierte, wenn er mit ca. 12 angefangen hat, wesentlich mehr Jahre im 19. und schuf mehr wichtige und einflußreiche Werke im 19. Jhd. (außerdem endete das 18. Jhd. ja schon 1789 ;))


    JR

    Struck by the sounds before the sun,
    I knew the night had gone.
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    (Bob Dylan)

  • Zitat

    Original von Johannes Roehl
    (außerdem endete das 18. Jhd. ja schon 1789 ;))


    Das ist eine gängige Meinung, der ich auch nicht widersprechen will. 1789–1914 gilt ja oft als das "lange 19. Jahrhundert". Allerdings könnte man reichsspezifisch das 18. Jahrhundert auch erst 1806 enden lassen, so als Alternative (hätte m. E. durchaus ebenfalls Sinn).


    :hello:

  • Zitat

    Original von Joseph II.


    Das ist eine gängige Meinung, der ich auch nicht widersprechen will. 1789–1914 gilt ja oft als das "lange 19. Jahrhundert".


    Dann müssten wir aber stattdessen über Haydn streiten. ;)



    Gruß,
    Frank.

  • Hallo @all,


    die Umfragen nehmen kein Ende, heute sind es mal zufällig die besten drei. Dabei ist das 19. Jahrhundert in die Musikgeschichte sehr umfangreich eingegangen und prägt nach wie vor den breiten Musikgeschmack des Konzert- und Opernpublikums.


    Ich bleibe mal , wenn ich mich auf drei Komponisten beschränken soll, bei den drei großen B.


    1. Beethoven - seine Tonsprache ist einfach überwältigend, auch die den Werken innewohnende tiefe Humanität und Volkstümlichkeit, denken wir an den gewaltigen Zuspruch zu seiner Musik während der Zeit der Befreiungskriege und das Vermögen, mit einfachen Mitteln Großartiges zu schaffen. Dazu die persönliche Tragödie um die zunehmende Taubheit, die ihn um so mehr zu grandiosen Werken anspornte.


    2. Brahms - eine wunderbarer Umgang, der in seinen nur vier Sinfonien mit der Seele des Orchesters, den Streichern, zum Ausdruck kommt und dazu die verantwortungsbewusste Auseinandersetzung mit der Tradition (Beethoven) und die ganz typisch-persönliche Ausprägung seiner Musik (eben brahmsisch).


    3. Bruckner - der wie ein riesiger Koloss in der Musikwelt steht. Auch hier ein ganz typischer Charakter, verbunden mit oft feierlicher und pompöser Klanggestaltung unter Betonung der Blechbläser( im Gegensatz zu Brahms).


    Alle anderen Komponisten sind zu Recht unter ferner liefen.


    :hello:

  • Zitat

    Original von Kurzstueckmeister
    Ziemlich einseitig, das Ergebnis, und merkwürdig opernfeindlich ...


    Ich wollt's grad sagen. Da ist ja quasi nur ein hauptsächlicher Opernkomponist dabei.

  • Zitat

    Original von Johannes Roehl


    Da gibt's nicht viel zu klären. Beethoven komponierte, wenn er mit ca. 12 angefangen hat, wesentlich mehr Jahre im 19. und schuf mehr wichtige und einflußreiche Werke im 19. Jhd. (außerdem endete das 18. Jhd. ja schon 1789 ;))


    JR


    Das ist fein :] (wobei ja dann Mozart auch seine besten Werke im 19. JH schrieb :pfeif: ) - denn schon im 18er-Parallelfred fand ich:



    Somit kann ich ruhigen Gewissens hier (wieder in chronologischer Reihenfolge) nominieren:


      Ludwig van Beethoven
      Franz Schubert
      Juan Crisóstomo de Arriaga


    :hello:


    Ulli