Liebesduett im 10. Stock - "La Boheme" im Hochhaus

  • Nach der "Traviata" im Zürcher Hauptbahnhof kommt das nächste spektakuläre Opern-Event aus einem Berner Hochhaus: Puccinis "La Boheme" am 29. September live auf arte.


    "La Bohème im Hochhaus", Mimi (Maya Boog) und Rodolfos (Saimir Pirgu) tragische Geschichte, spielt nicht auf einer Opernbühne im Paris des 19. Jahrhunderts, sondern in einem Wohnblock im heutigen Bern-Bethlehem.


    Ziel des Projekts ist es, Oper ganz nah zu den Menschen zu bringen, in ihre Wohnungen mit realistischen Requisiten. Eine Mischung zwischen Oper, Sozialreportage und Live-Event“.


    La Bohème im Hochhaus
    29.9. 2009, 20.05 Uhr - SF/ARTE Schweiz 2009, 155 Min.,
    Musik: Giacomo Puccini
    Libretto von Giuseppe Giacosa und Luigi Illica
    Nach Henri Murgers «Les scènes de la vie de Bohème»
    Musikalische Leitung: Srboljub Dinic
    Inszenierung im Hochhaus: Anja Horst
    Chor des Stadttheaters Bern / Berner Symphonieorchester


    „La Bohème“ von Giacomo Puccini live aus Bern: Nach dem Erfolg der „Traviata im Hauptbahnhof Zürich“ im letzten Jahr wird nun die Hochhaussiedlung eines Berner Vororts zum Schauplatz für ein Meisterwerk des Opernrepertoires.


    Mimi (Maya Boog) und Rodolfos (Saimir Pirgu) tragische Geschichte spielt nicht auf einer Opernbühne im Paris des 19. Jahrhunderts, sondern in einem Wohnblock im heutigen Bern-Bethlehem. Srboljub Dinic dirigiert das Berner Symphonieorchester und aus der Ferne, über Assistenten und komplizierte Video- und Tontechnik, die Solisten.


    Der technische Aufwand ist immens, die Oper spielt an vielen, teilweise sehr weit entfernten Orten und fügt sich erst auf dem Fernsehschirm zu einem Ganzen. Die Bewohner des mehrstöckigen Hauses werden zu Statisten, ihr Zuhause zur Bühne. Durch den Abend führen Alice Tumler, Michel Cerutti und Sandra Studer.


    Das Event ist ein Kulturprojekt des Schweizer Fernsehens in Zusammenarbeit mit ARTE, TSR und RSI. Die der Live-Übertragung zugrunde liegende Aufführung basiert auf der Produktion des Stadttheaters Bern, die am 9. September 2009 Premiere feierte.


    LG


    :hello:

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • Das klingt hochinteressant. So eindrucksvoll für mich die maßstabbildende Zeffirelli-Inszenierung (Wien, Mailand) ist, Deine Schilderung wekt den Wunsch nach Abwechslung.
    Bin gespannt auf Euren Bericht, da ich vorübergehend weder Arte noch SF empfangen kann.
    Eine Frage drängt sich auf. 155 Minuten für die Bohème? Gibt es da eine Nachspielzeit mit darauffolgendem Elferschießen? Oder ist es die Berner Bedächtigkeit?

    Otto Rehhagel: "Mal verliert man und mal gewinnen die anderen".
    (aus "Sprechen Sie Fußball?")

  • Zitat

    Bin gespannt auf Euren Bericht, da ich vorübergehend weder Arte noch SF empfangen kann.


    Lieber Gerwald,
    Dein Laptop oder PC tut es auch! Das ganze soll auch ein Riesen-Event im Netz werden! Du kannst sogar mitmachen! Hier ist die website.


    Am 29.09.2009 von 19.55 - 23.20 Uhr live aus Bern
    "La Bohème im Web" - Live Mulitstream

    Zitat

    Verfolgen Sie das Opern-Ereignis auf acht Videofenstern und im Live-Blog. Sie sind der Regisseur! Am Dienstag, den 29. September von 19.55 -23.20 Uhr.

    Nicht nur im Fernsehen ein verrücktes und innovatives Experiment! Wer hat schon jemals die Umsetzung einer Oper statt auf der Bühne im realen Leben und an ganz banalen Schauplätzen wie in der Waschküche eines Hochhauses gesehen. Zum ersten Mal realisert arte.tv ein zweisprachiges Multistream-Projekt in enger Zusammenarbeit mit dem Fernsehteam, mit sieben Kameras und drei Webreportern im Einsatz, drei Stunden lang live! Ziel dieser aufwendigen Aktion ist es, Ihnen einen Blick hinter die Kulissen dieser skurrilen Inszenierung von Puccinis Meisterwerk zu gewähren.


    Eine Einstellung aus der Orchidee? Nur auf diese Art können wir die Kuschelszene zwischen den Opernhelden Rodolfo und Mimi im Wohnzimmer diskret einfangen. Eng wird es zugehen und an zum Teil weit auseinander liegenden Drehorten zwischen dem Hochhaus und einem Einkaufzentrum, mal drinnen, mal draußen, daher auch die Multiplikation unserer Kameras. Auf acht parallelen Videofenstern können Sie sich durchklicken, das Fernsehbild, eine unserer fixen oder mobilen Kameras mit Kulissenblick auswählen. Zusätzlich haben Sie die Möglichkeit, sich über den Live-Blog aktiv am Geschehen zu beteiligen, denn die interessantesten Fragen und Kommentare leiten wir an das Fernsehmoderatoren-Team weiter.


    Ständig in Aktion sind auch unsere Webreporter, die sich unter die Schaulustigen vor Ort mischen, spektakuläre Set-Wechsel filmen und Interviews führen. Vor allem in der Opernpause und nach der Live-Sendung wollen wir wissen, wie die Stimmung bei den Machern und Hauptprotagonisten ist, bei diesem Projekt, das alle an die Grenzen des Machbaren bringt!


    LG


    :hello: :hello:

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • Nicht vergessen:


    Gleich geht's los:


    20.05 Uhr ARTE / SF


    LA BOHEME im Hochhaus



    :hello: :hello: :hello: :hello:

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • Klingt genauso "spektakulär" wie die Traviata im Züricher Hauptbahnhof, die angekündigt wurde wie ein Jahrtausend-Oper-Event und ich frustiert nach 15 Minuten abgeschaltet habe. Irgendwie finde ich solche "Event-Produktionen" ziemlich albern. Natürlich sollte ich nicht urteilen ohne zu sehen, werde mir das "Ereignis auf arte" aber nicht ansehen. Albern fand ich es vor allem deshalb, weil vor lauter technischem Schnickschnack (Orchester weit entfernt von den Sängern und Dirigent mit Sängern verbunden über irgendwelche Kabel) die Sänger arg ins routieren kamen und sich nur mehr auf diese merkwürdige Situation einzustellen versuchten.


    Und was kommt als Nächstes ? Rigoletto auf dem Matterhorn ? Die Walküre im Genfer Stundenhotel ?

  • Der DVD-Recorder ist bereits eingestellt und ich werde mir die Boheme auch direkt anschauen. Nicht, weil ich das "Event" so ersehne, sondern weil ich mir Saimir Prgu anhören und anschauen möchte.


    LG
    :hello: :hello:
    Jolanthe

  • Mein Recorder ist auch eingeschaltet.
    Mal sehen,wie die Übertragung wird.
    Werde mir die Produktion morgen ansehen.


    Grüsse Rita

  • Hallo,
    ich bin auch dabei. Und ärgere mich gerade: ich mag es nicht, wenn die Oper immer wieder unterbrochen wird! Sie dürfen gerne ihre Kommentare abgeben, aber vor dem Beginn, in der Pause, und nach der Ende der "Vorstellung". Die Handlung zu erzählen ist ganz überflüssig, dazu ist der Untertitel da. So, und jetzt geht´s weiter...
    LG
    nina

  • Hallo,



    bei mir im Haus werden zur Stunde (!) noch die Arbeiten für neue TV-kabel abgeschlossen.


    Kein Empfang also :( - bin gespannt, wieviel ich verpasse.


    LG, Elisabeth

  • Nach der Puccini Aufführung im britischen Popstars Casting jetzt die im Plattenbau. Wie folgerichtig. Wer "die Klassik zu den Menschen bringen" will, wird eher "die Klassik umbringen."
    Kunst als Event - nicht mein Fall.

    Sie werden Shakespeare erst richtig genießen, wenn Sie ihn im klingonischen Original lesen.

    Einmal editiert, zuletzt von Vaussure de Villeneuve ()

  • Die Aufführung der Traviata vom Bahnhof habe ich letztes Jahr verpasst und kann dazu also nichts sagen.


    Diese Produktion der Boheme im "Plattenbau" bzw. im Einkaufszentrum nützt jedenfalls das Medium Fernsehen aus meiner Sicht nahezu optimal aus. Auch wenn mich die "live"-Einführungen zwischen den Szenen nerven - für das Medium und die angestrebte Breitenwirkung sind sie trotzdem vertretbar.


    Was die darstellerischen Leistungen betrifft: das ist eine Gruppe junger Leute der "Jetztzeit"die, zwar nicht in einer zugigen Mansarde sondern in dem angesprochenen Plattenbau, emotional ge- bzw. überfordert sind. Musikalisch sind die Leistungen ebenfalls ansprechend. Ich genieße einen schönen Fernsehabend!


    Eine Gute Nacht aus Wien


    Giovanni

    Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum. (Friedrich Nietzsche)

  • Zitat

    Original von Harald Kral


    Lieber Gerwald,
    Dein Laptop oder PC tut es auch! Das ganze soll auch ein Riesen-Event im Netz werden! Du kannst sogar mitmachen! Hier ist die website.


    Verschiedene Schauplätze, 800 Meter voneinander entfernt, dadurch noch mehr technischer Aufwand – 300 Mitwirkende, davon allein 120 Techniker, 23 Kameras, 150 Mikrofone, 32 Glasfaserleitungen, 360 Tonkanäle: Der Druck auf die Mitwirkenden ist noch grösser als im vergangenen Jahr.
    Zuviel Nähe und Intimität, die nichts bringt und die Gesuchter verzerrt, zuviel technischer Schnick-Schnack, aber auch zuviel unfokussierte Weite, schlecht ausgeleuchtete Räume. Gesungen: leidlich, aber alles fortissimo. In meinen Augen: Experiment missglückt!

  • Wer es versäumt hat: Am 2. Okt. um 8 Uhr wird die Vorstellung wiederholt.


    Von den Einwänden lasse ich nur Nina gelten: Die Moderationen waren wirklich überflüssig. Ansonsten fand ich, das Projekt war ein neuer Weg, Oper einem breiteren Publikum näherzubringen.


    Der Begriff "albern" ist für diese Produktion gewiß nicht angebracht, für manche "Kommentare" jedoch schon.


    :hello:

    Freundliche Grüße Siegfried

  • Es war ganz interessant, mehr aber auch nicht. Der musikalische Aspekt kam eindeutig zu kurz. Die Sänger waren Durchschnitt, Pirgu blieb unter seinen Möglichkeiten. Als sehr störend empfand ich auch die abrupten Unterbrechungen mitten im Akt.
    Meinen Mitschnitt werde ich wieder löschen, denn ein zweites Mal muss ich mir das nicht antun.


    LG
    :hello:
    Jolanthe

  • Natürlich war das keine erstklassig besetzte „abgefilmte“ Bühnenaufführung aus einem der großen oder auch kleinen Opernhäuser bzw. von internationalen Festspielen. Es war auch kein Hochglanz-Opernfilm aus einem Filmstudio, mit "Superstars" (?), die meist nach optischen seltener nach sängerischen Gesichtspunkten zusammengewürfelt werden. Es war eine Fernsehproduktion. Und für eine Fernsehproduktion war dieses Experiment meiner Meinung nach geglückt.


    Natürlich gibt es bessere DVD Produktionen aus der jüngeren oder älteren Vergangenheit, auch für mich waren die Solisten nicht vergleichbar mit den absoluten Spitzenkräften - aber seien wir ehrlich: das waren doch glaubhafte Charaktere die in so einem Plattenbau leben könnten - dass bei den Produktionsbedingungen und (ohne die Schweizer Kräfte nicht für diese schwierige Aufgabe nicht zu würdigen) mit diesem Orchester und diesen Chören eine absolute Spitzenaufführung eher nicht zu erwarten gewesen ist dazu hätte ein kurzer Blick in die Besetzungsliste bzw. auf den Trailer gereicht.


    Es war ein publikumswirksames „Event“ ohne Stars und, wenn man einigen Zuschauerreaktionen Glauben schenken darf, eine Werbeaktion für die Oper. Wer eine absolute Topproduktion auf DVD erleben will dem empfehle ich die alte Zefirelli Produktion.



    Mit herzlichen Grüßen aus Wien


    Giovanni

    Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum. (Friedrich Nietzsche)

  • Hallo,


    ich stelle mir die Fraqge, ob "Medieninszenierungen" wie die gestrige wirklich Werbung für die Oper sind? Es interessieren sich doch nur die ohnehin bereits Interessierten für diese Spektakel....mir kann niemand einreden, dass ein Opernneuling wegen einer "Bohème im Hochhaus" zum Opernliebhaber wird.
    Es geht um das "Event", um den neuen, spannenden Bühenenraum, das ganze Drumherum ist wichtiger als die Oper selbst...und den Sängern und den Musikern im Orchester wird die Arbeit verdammt schwer gemacht.
    Ich habe nur ca. 15 Minuten zugeschaut, dann hatte ich von Kabelsalat und dauernden Unterbrechungen genug!


    LG
    Fides :no:

    La vita è bella!

  • Zitat

    Original von Fides
    Hallo,


    ich stelle mir die Fraqge, ob "Medieninszenierungen" wie die gestrige wirklich Werbung für die Oper sind? Es interessieren sich doch nur die ohnehin bereits Interessierten für diese Spektakel....mir kann niemand einreden, dass ein Opernneuling wegen einer "Bohème im Hochhaus" zum Opernliebhaber wird....


    Da kann ich dir nicht zustimmen. Die ohnehin "Interessierten" sind weder das Zielpublikum noch sonderlich an solchen Produktionen interessiert. Die Menschenmenge, die vor dem Schauplatz anwesend war, bestand eher nicht aus typischem Opernpublikum. Und gerade der regelmäßige Opernbesucher wird kaum in der Lage sein abzuschätzen, mit welchen Mitteln man heute Außenstehende für die Oper interessieren könnte. Das können Medienexperten sicher besser. Und man hatte nachträglich den Eindruck, dass die dort Anwesenden einen positiven Eindruck mitgenommen haben (ich habe die beiden Schlussakte gesehen, denen zufolge die Produktion eher La Bohème vorm Hochhaus hätte heißen sollen ;)). So gesehen könnte sich die Produktion für das Fernsehen als Erfolg gestalten. Natürlich kann eine derartige Übertragung niemanden zum Opernliebhaber machen, dies wäre vermessen und es verlangt auch keiner. Aber wenn ein guter Teil des Publikums darauf positiv reagiert, ist der Sinn der Übertragung mehr als erfüllt.


    Und damit heißt die einfache Antwort: ja - das war Werbung für die Oper. Und zwar nicht Werbung für die bereits gewonnenen, sondern für potentielle neue Liebhaber.


    :hello:

    Ciao


    Von Herzen - Möge es wieder - Zu Herzen gehn!



  • Hallo,


    mir hat es sehr gut gefallen. Die Sänger sind vielleicht nicht die Supersonderoberklasse, aber sie waren authentisch. Mit Ihrer Freude am Spielen, am Ausprobieren, am Miteinander neue Wege gehen....


    Hat mir sehr gut gefallen und ich würde mir wünschen, daß das den einen oder anderen für Oper erwärmen kann, der sonst nur naserümpfend abwinkt.




    Liebe Grüsse,




    Anna

  • Mit den "ohnehin Interessierten" meine ich nicht den klassischen Opernliebhaber alten Zuschnitts, sondern den an Events interessierten Kultur-Konsumenten jeglicher Couleur. Ich kann gut nachvollziehen, dass diese Leute hoch zufrieden von dannen gezogen sind....ihr nimmersatter Appetit auf "was Neues" wurde ja auch befriedigt.
    Grundsätzlich habe ich auch nichts gegen Experimente, nur sinnvoll sollten sie sein und ich halte eine Veranstaltung wie die gestrige künstlerisch nicht für sinnvoll! Man kann Geld, das für andere Produktionen vielleicht fehlt, besser anlegen. Beispielsweise könnte man Schulklassen in verbilligte Vorstellungen einladen und so beim Nachwuchs Interesse für die Oper wecken....dazu braucht es auch keine aufwändige Kulisse und die Künstler könnten in nachher stattfindenden Gesprächen in lockerer Atmosphäre ihre Begeisterung und ihre Hingabe für und an ihren Beruf vermitteln ....das wäre sicher günstiger zu haben, nur nicht so "mediengerecht"!


    LG
    Fides :hello:

    La vita è bella!

  • Zitat

    Original von Frostrubinchen
    Die Sänger sind vielleicht nicht die Supersonderoberklasse, aber sie waren authentisch.


    Vielleicht noch eine Information zu dem Rodolfo dieser Produktion: Der Albanier Saimir Pirgu ist durchaus schon ein bekannter Tenor, Jahrgang 1981. Er singt bereits seit 2004 regelmäßg an der Wiener Staatsoper und sein Met-Debüt steht in diesem Jahr noch bevor. Es gibt hier im Forum auch schon einen Thread über ihn.


    LG
    Jolanthe

  • Ich habe alles wieder gelöscht. Fand es sehr langweilig.
    Die Sänger waren Mittelmass.Keiner ,auch der gesamte technische Aufwand
    konnte mich begeistern.


    Rita :jubel:

  • Obwohl eigentlich überzeugter "Staubi", sprich Anhänger konservativer Inszenierungen - mein Eindruck des gestrigen Opernabend war überwiegend positiv. Nachdem ich erst mit der Technik kämpfen mußte - eigentlich wollte ich das im Web als angekündigtes Multi-Event verfolgen, aber das klappte leider nicht (ob es an meinem PC gelegen hat?) - also mußte ich mit dem konventionellen Fernsehbild vorlieb nehmen.


    Aber das, was es da aus der Berner Vorstadt zu sehen und zu hören gab, hat mich nicht enttäuscht. Auf die Moderatorinnen Sandra Studer und Alice Tumler und der Moderator Michel Cerutti und ihre Zwischentexte hätte ich gerne verzichten können, auch der Hinweis auf die aufwändige Technik hätte nicht sein müssen - grosse Kunst ist, den Aufwand und die Anstrengungen, die mit ihr verbunden sind, eben gerade nicht spür- und sichtbar zu machen. Die Technik muß eigentlich unsichtbar bleiben, wenn sie die Musik nicht stören soll.


    Das Berner Symphonieorchester unter der Leitung von Srboljub Dinic und auch die Solisten Maya Boog, Saimir Pirgu, Eva Liebau, Robin Adams, Gerardo Garciacano, Carlos Esquivel, Lionel Peintre, Bernd Gebhardt, Mariusz Chrzanowski, György Antalffy haben mir durchweg gut gefallen, wenn man in die widrigen Umstände ihrer Arbeit beachtet. Im warmen Opernhaus gelten ganz ander Maßstäbe.
    Gerade Saimir Pirgu als Rudolfo brauchte sich hinter den in diesem Forum so hochgepuschten Tenören wie Villazon, Calleja oder Kaufmann keineswegs zu verstecken!


    Die professionellen Kritiker sehen das ähnlich, ich habe mich mal umgeshen und umgehört: Alles durchaus positiv!


    Zitat

    Die «Bohème im Hochhaus» kann mt gutem Gewissen als Sternstunde des Schweizer Fernsehens bezeichnet werden. Da stimmte einfach alles, von der Inszenierung über die behutsame, partnerschaftliche Annäherung an eine Quartierbevölkerung bis zur medialen und technischen Umsetzung.(cf)


    Ich kann mich der Meinung von Theophilus und Siegfried nur anschließen: Das war Werbung für die Oper!


    LG


    :hello:

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • 1. Ich habe bereits 4 x Bohème auf DVD. Mir fällt nicht ein Grund ein, warum ich diese Version auf DVD bannen sollte.


    2. Einem Freund bzw. Opern-Neueinsteiger würde ich niemals diese Produktion empfehlen.


    Zunächst sind da die unerträglichen Unterbrechungen zu nennen. Aber auch in musikalischer Hinsicht konnte man den Erwartungen nicht gerecht werden.



    Herzliche Grüße
    von LT :hello:

  • Hallo,


    ich kann Liebestraum uneingeschränkt zustimmen.


    Sowohl die Boheme-DVD mit Raimondi/Freni als auch
    der Film mit Netrebko/Villazon haben mir weitaus besser
    gefallen.


    Florestan im Kerker muss sein,
    aber Boheme im Hochhaus ???


    Ich habe die Aufnahme aufgezeichnet und wieder gelöscht.


    Grüße aus Burgdorf


    "Nicht weinen, dass es vorüber ist
    sondern lächeln, dass es gewesen ist"

    Waldemar Kmentt (1929-2015)


  • Nach der Traviata im Hauptbahnhof,


    der Boheme im Vorstadt-Hochhaus,


    plant nun das Schweizer Fernsehen für diesen Herbst ein neues Spektakel:


    AIDA aus dem Basler Rheinhafen, irgendwo zwischen den Chemie-Giganten und der Container-Verladung (genaue location steht noch nicht fest).


    Näheres folgt.


    LG


    :hello:

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)