TSCHAIKOWSKY, Peter I.: Sinfonie Nr 6 in h-moll op 74 "Pathetique"

  • Lieber Holger,


    in der DG-Box von Markevitch ist die ältere Aufnahme mit den Berliner Philharmonikern vom Dezember 1953 (folglich Mono) drin. Alle Details auf der offiziellen Seite.


    Und die entsprechende Rezension findet man bei amazon.com. Ich meine das auch noch irgendwo anders gelesen zu haben, kann mich aber nicht genau entsinnen, wo. Hier in dieser Rezension steht auch etwas dazu:


    "According to the newsgroups the first run of this set included some momentary silences in middle of some movements. Theo Lap – who is Newton Classics – dealt with the matter with admirable candour and integrity. The first run was withdrawn and a new run - from which mine clearly came - issued with replacements to those who had the first set."


    In der Newton-Neuauflage fehlt zudem "Francesca da Rimini".


    :hello:

    »Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

  • Und die entsprechende Rezension findet man bei amazon.com. Ich meine das auch noch irgendwo anders gelesen zu haben, kann mich aber nicht genau entsinnen, wo. Hier in dieser Rezension steht auch etwas dazu:

    Ich verstehe allerdings nicht so Recht, was gemeint ist. Demnach ist das wohl kein technischer Fehler, sondern durch das Remastering bedingt fallen diese Stillemomente nun auf?


    Schöne Grüße
    Holger

  • Ich habe nochmals genau geschaut: Es ist nur eine einzige Rezension von 2011, wo über einen Aussetzer von 1/2 Sekunde zu lesen ist. Alle anderen späteren Rezensionen erwähnen diesen Fehler nicht. Ein Fehler auf der CD äußert sich eigentlich auch anders: durch Klickern des Lasers. Aussetzer dieser Art (Tonausfall) hatte ich kürzlich bei Mrawinsky (s.o.!) wegen Übersteuerung - aber nur auf dem einen meiner CD-Spieler, beim anderen lief die CD problemlos durch. Dann ist der Fehler nicht die Pressung, sondern wird verursacht durch die Aufnahme (extrem ausgesteuert). Damit kommt offenbar nicht jeder CDP gleich gut zurecht. Ich habe mir die CDs gebraucht bestellt - die älteren Philips-Ausgaben, das ist einfach erheblich billiger. Nach kurzem Reinhören merkt man sofort: Markewitch ist eine Klasse für sich! Danke Joseph! :hello:


    Schöne Grüße
    Holger

  • Nach kurzem Reinhören merkt man sofort: Markewitch ist eine Klasse für sich!


    Lieber Holger,


    das kann ich nur bestätigen, und das gilt nicht nur für Tschaikowsky!


    Markevitch ist sich, was die Pathétique angeht, im Gegensatz zu Ferenc Fricsay auch über die Jahre treu geblieben. Das zeigen die Spielzeiten im Vergleich: Zuerst die Aufnahme mit den Berliner Philharmonikern aus 1953 (DGG, mono): 1. Satz: 19.05 / 2. 7.43 / 3. 8.51 / 4. 10.00 Min.
    Dagegen die Philips-Aufnahme mit dem London SO von 1967 (?): 1. Satz: 18.35 / 2. 7.31 / 3. 9.20 / 4. 9.46 Min.:

    Leider fehlt das exakte Aufnahmedatum, klanglich ist sie jedenfalls o.k.
    Mit Ausnahme des dritten Satzes ist Markevitch in seiner Stereo-Aufnahme einen Tick schneller, aber insgesamt wirkt es sich kaum auf die Interpretation aus. Die PHILIPS-Version ist aber klar durch die Stereotechnik im Vorteil. Deshalb scheint mir die ältere Berliner Aufnahme entbehrlich zu sein, während sein Londoner Zyklus nach wie vor zu den wesentlichen Einspielungen zu rechnen ist.


    LG Nemorino

    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

  • Leider fehlt das exakte Aufnahmedatum, klanglich ist sie jedenfalls o.k.


    Lieber nemorino, das liefere ich gerne nach. Auf den beiden Doppel-CDs des ursprünglichen Gesamtzyklus ist das alles genau angegeben. Übrigens empfinde ich den Klang sogar deutlich besser als bloß o.k. Nachdem ich die Aufnahme der "Pathétique" gestern nochmal komplett hörte (und wieder begeistert war), würde ich sogar von einem sehr guten Stereoklang sprechen.



    Nun aber die Aufnahmedaten, die ich gleich für die Gesamteinspielung liefere:


    Nr. 1: London, 2/1966
    Nr. 2: London, 3/1965
    Nr. 3: London, 3/1965
    Nr. 4: UK, 10/1963
    Nr. 5: UK, 2/1966
    Nr. 6: UK, 1/1962
    Francesca da Rimini: London, 10/1974


    Die Symphonien wurden alle mit dem London Symphony Orchestra, Francesca da Rimini mit dem New Philharmonia Orchestra eingespielt. Wieso kein genauer Aufnahmeort angegeben ist (bei Nr. 4-6 nur "UK", aber sicher auch London), weiß ich allerdings auch nicht. Die "Pathétique" wurde also als erstes eingespielt.

    »Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

  • Lieber Joseph II.,


    vielen Dank für Deinen Hinweis. Ich habe aus dem Londoner Zyklus nur zwei Sinfonien, die 5. und die 6., aus der Billigserie "Klassik für Millionen".


    Bei der Fünften sind die genauen Daten angegeben, bei der Sechsten nicht. Die ist mit der "Hamlet"-Ouvertüre gekoppelt, und es ist nur vermerkt: P 1962/68. Ich hatte deshalb 1967 als Aufnahmejahr für die Pathétique angenommen. Nun ist alles klar. Danke, auch für die Info, dass der Klang ausgezeichnet ist. Ich habe mich selber soeben davon überzeugt.


    LG Nemorino

    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

  • In sehr guter Erinnerung ist mir auch die "Pathétique" aus dieser GA, die ich allerdings nur von der LP her kenne:



    Antal Dorati mit dem London Symphony Orchestra (Aufnahme: 6/1960). Es gab sie m.W. auch einzeln auf CD.


    LG, Nemorino

    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

  • Heute abend nach langer Pause mal wieder gehört:

    Pierre Monteux mit dem Boston Symphony Orchestra (Aufnahme: 1/1955, Boston, Symphony Hall).
    Eine schöne, sehr engagierte Interpretation, ganz unsentimental, von einem Franzosen, der viele Jahre in den USA gelebt und gearbeitet hat.


    LG, Nemorino

    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

  • Pierre Monteux mit dem Boston Symphony Orchestra (Aufnahme: 1/1955, Boston, Symphony Hall).
    Eine schöne, sehr engagierte Interpretation, ganz unsentimental, von einem Franzosen, der viele Jahre in den USA gelebt und gearbeitet hat.


    Lieber Nemorino,


    der Einschätzung kann ich zustimmen ... nicht mehr und nicht weniger ...
    Ich hatte mir letzte Woche die Monteux-8CD-Box gekauft. Aber nicht wegen den Tschaikowsky - Sinfonien Nr.4-6, von denen ich gar keine grossen Erwartungen hatte. Sondern das Khatchaturian-VC, das Brahms-VC + die Franck-Sinfonie d-Moll (die Besten jemals gehörten Int), R.Strauss-Tod und Verklärung, Strawinsky - Petruschka und die Saint-Saens - Havanaise mit Kogan halte ich für den herausragenden Inhalt.
    So gepackt wie Mrawinsky oder Swetlanow hat mich diese "schöne" und gut gespielte Int mit dem Boston SO der Pathetique bei weitem nicht ...



    *** Ich bin ja nun mit den Tschaikowsky-Sinfonien so zahlreich und voll zufriedenstellend ausgestattet, dass ich mir eigentlich keine weiteren Aufnahmen kaufen würde.
    :!: Aber die GA mit Antal Dorati mit dem London Symphony Orchestra (MERCURY, Aufnahme: 6/1960), die Du in Beitrag 157 vorgestellt hast und die auch von Lutgra im neuen Thread für "Bedeutende Tschaikowsky-Aufnahmen genannt wird --- ja - die würde ich mir auch noch zulegen und schaue bereits seit Jahren nach einem guten Angebot im Netz ... aber für den derzeitigen und langjährig hoch bleibenden Preis kommt diese GA noch nicht zum Kauf in Frage ... ;)8-):D man sollte es nicht übertreiben.


    Ich habe die Decca-Doppel-CD mit den herausragenden Aufnahmen der Sinfonischen Dichtungen und anderen Kurzorchesterwerken mit Dorati / Detroit SO --- auch das ist Megaklasse von Int und Klangtechnik !

    Gruß aus Bonn, Wolfgang

  • So gepackt wie Mrawinsky oder Swetlanow hat mich diese "schöne" und gut gespielte Int mit dem Boston SO der Pathetique bei weitem nicht ...


    Lieber Wolfgang,


    da will ich gar nicht widersprechen, aber ich bin nun einmal ein Verehrer von Pierre Monteux und habe fast alle seine kommerziellen Nachkriegsaufnahmen in meiner Sammlung. Sein Tschaikowsky ist nicht spektakulär, aber trotzdem sehr hörenswert. Vor allem vermeidet Monteux alle Sentimentalitäten.


    die GA mit Antal Dorati mit dem London Symphony Orchestra (MERCURY, Aufnahme: 6/1960), die Du in Beitrag 157 vorgestellt hast und die auch von Lutgra im neuen Thread für "Bedeutende Tschaikowsky-Aufnahmen genannt wird --- ja - die würde ich mir auch noch zulegen und schaue bereits seit Jahren nach einem guten Angebot im Netz ... aber für den derzeitigen und langjährig hoch bleibenden Preis kommt diese GA noch nicht zum Kauf in Frage

    Mir geht es ebenso! Ich hatte zwei Einzelaufnahmen aus der Dorati-GA auf LP, aber die CD-Box ist schon seit Jahren so teuer (selbst gebraucht), daß ich vom einem Kauf bisher abgesehen habe. Wie Du richtig sagst:

    man sollte es nicht übertreiben.


    Auch ich bin mit Tschaikowskys "Pathétique" reich gesegnet!


    LG Nemorino

    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

  • Es gibt neben der bekannten Giulini-Aufnahme aus Los Angeles (DGG) noch eine frühere, die im Juni 1959 von EMI produziert wurde. Sie ist u.a. in diesem Doppelalbum enthalten:

    zusammen mit der selten aufgeführten Sinfonie Nr. 2 op. 17 (aufgenommen: 9/1956, Stereo).
    Carlo Maria Giulini dirigiert das Philharmonia Orchestra London.


    Ich kenne nur die "Pathétique" von der LP, die ich aber sehr lange nicht gehört habe. Ich habe sie aber in positiver Erinnerung. Die Aufnahme der Zweiten wurde seinerzeit von der Kritik wohlwollend besprochen, es gab aber Ende der 50er Jahre kaum ein Vergleichsprodukt. Sie liegt mir nicht vor.


    LG, Nemorino

    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

  • Lieber Wolfgang,


    vor einigen Monaten haben wir uns hier recht intensiv über Tschaikowskys Pathétique ausgetauscht. Kürzlich hast Du in einem anderen Thread - ich weiß im Moment beim besten Willen nicht, in welchem - wieder auf Karajans 1964er Aufnahme des Werkes (DGG) Bezug genommen und sie, wie hier weiter oben, als eine der besten herausgestellt.

    Ich konnte nun - obwohl ich schon mindestens 15 Versionen, davon nicht weniger als 3 von Karajan, im Regal stehen haben - nicht länger widerstehen und habe mir jetzt endlich auch die von 1964 "geleistet":

    Tschaikowsky: Symphonie Nr. 6 h-moll op. 74 (Pathetique) [Vinyl LP] [Schallplatte]

    allerdings in dieser CD-Ausführung:


    Tschaikowsky-Sinfonie Nr.6-Pathetique-Romeo und Julia-Musikkassette


    und muß sagen: Ich bin begeistert! Dagegen verblaßt selbst seine 1976er DGG-Aufnahme mit dem gleichen Orchester (die mit dem mangelnden "homo-erotischen Gefühlsklima"), von der späten Wiener Aufführung gar nicht zu reden! Die EMI-Aufnahme von 1955 aus London ist ihr in manchen Dingen ähnlich, kann aber klangtechnisch nicht mithalten.

    Gestern traf die CD bei mir ein; ich habe sie schon zweimal gehört. Ein ganz großartiges Karajan-Dokument, danke für die Empfehlung!

    Werde sie in den kommenden Tagen mit der berühmt-berüchtigten Bernstein-Aufnahme aus NY (DGG) und mit Fricsays Stereo-Aufnahme von 1964 mit dem RSO Berlin vergleichend hören.


    LG Nemorino

    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

  • Für den lieben Nemorino! ;)


    81h8g16Ma-L._SX300_.jpgKlick



    LG Fiesco

    Il divino Claudio
    "Wer vermag die Tränen zurückzuhalten, wenn er den berechtigten Klagegesang der unglückseligen Arianna hört? Welche Freude empfindet er nicht beim Gesang seiner Madrigale und seiner Scherzi? Gelangt nicht zu einer wahren Andacht, wer seine geistlichen Kompositionen anhört? … Sagt nur, und glaubt es, Ihr Herren, dass sich Apollo und alle Musen vereinen, um Claudios vortreffliche Erfindungsgabe zu erhöhen." (Matteo Caberloti, 1643)

  • Ich bin begeistert! Dagegen verblaßt selbst seine 1976er DGG-Aufnahme mit dem gleichen Orchester (die mit dem mangelnden "homo-erotischen Gefühlsklima"), von der späten Wiener Aufführung gar nicht zu reden! Die EMI-Aufnahme von 1955 aus London ist ihr in manchen Dingen ähnlich, kann aber klangtechnisch nicht mithalten.

    Lieber nemorino


    ich bin zwar nicht Wolfgang, aber ich glaube, er hat auch mich damals auf die Einspielung von 1964 gebracht. Ich kann das von Dir Gesagte nur unterstreichen. Ich kenne die meisten der vielen Aufnahmen der Pathétique Karajans zwischen 1939 und 1988, aber die von 1964 steht singulär da und kann sich m. E. auch in der Spitzengruppe von Aufnahmen dieses Werkes ganz vorn behaupten. Ihr am nächsten kommt wohl noch die auf DVD erhältliche Aufnahme von 1973, die auch ganz exquisit ist. Bisher nicht genannt wurde die EMI-Produktion von 1971, die aber unter suboptimalem Klang leidet (sehr verwaschen). Ich möchte sogar soweit gehen und behaupten: Die DG-Produktion von 1964 ist eine der besten Karajan-Aufnahmen überhaupt. (Auch die Vierte und die Fünfte gelangen ihm für mein Dafürhalten nie besser als Mitte der 60er Jahre für die DG.)


    Am Rande: Mittlerweile listet jpc auch die neue Aufnahme unter Kirill Petrenko:



    Ganz so allein scheine ich mit meinem Höreindruck jedenfalls nicht zu stehen, wie neulich andernorts suggeriert wurde, wenn ich mir die dortigen Bewertungen ansehe (z. Zt. 2,8 von 5 Punkten).

    »Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

  • Danke, lieber Fiesco,


    für die richtige Einstellung. Ich habe es mal wieder nicht hingekriegt. Bei mir klappt das nur, wenn ich die ASIN Nr. übertragen kann, sonst nicht.

    Und das ging hier in beiden Fällen daneben.


    LG, Nemorino :hello:

    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

  • Ich möchte sogar soweit gehen und behaupten: Die DG-Produktion von 1964 ist eine der besten Karajan-Aufnahmen überhaupt. (Auch die Vierte und die Fünfte gelangen ihm für mein Dafürhalten nie besser als Mitte der 60er Jahre für die DG.)

    Lieber Joseph II.,


    Du wirst es kaum glauben, aber genau das wollte ich ursprünglich auch schreiben, fand es dann aber ein wenig zu euphorisch. Aber es trifft im Kern die Sache.


    Als die Karajan-Aufnahmen erstmals auf LP erschienen, Mitte der 60er Jahre, konnte ich sie mir nicht leisten (Preis pro LP: 25 DM!).

    Als die Fünfte aus der 1964er Reihe erstmals auf CD erschien, habe ich sie gleich gekauft:

    in dieser preisgünstigen, etwas spartanischen Ausführung. Leider ist sie später m.W. nur in großen Boxen oder gekoppelt mit Nr. 4 & 6 erschienen, aber da ist die Fünfte auf 2 CDs verteilt, was mir nun gar nicht gefällt.

    Denn bei dieser Fünften geht es mir wie mit der "Pathétique": Es ist (für mich) Karajans weitaus beste Aufnahme des Werks (ich besitze von ihm noch die 1971er EMI sowie die von 1976 (DGG) und 1984 aus Wien (DGG). Über letztere breitet man besser den Mantel des Schweigens, und die EMI-Edition ist klanglich alles andere als erfreulich. Die 1976er ist gut, aber auch sie hält, wie die Sechste, den Vergleich mit der früheren von 1964 nicht aus.

    Deshalb bin ich sehr froh, daß ich nun auch die "Pathétique" aus der 60er Serie habe, sie überzeugt mich in jeder Hinsicht, so wie ich auch im Fall der Fünften (trotz mindestens einem Dutzend anderer) fast immer zu Karajan 1964 greife. Sie ist einfach mitreißend! Da stört es mich überhaupt nicht, daß ein namhafter Kritiker schrieb, Karajan mache hier Musik für "Holiday on Ice"! Ich sehe das überhaupt nicht so - es ist eine in allen Belangen kaum zu toppende Version.


    LG, Nemorino


    P.S.: Danke für den Hinweis auf Petrenko, aber ich denke, man muß sie nicht haben.

    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

  • Hallo miteinander,


    ich wusste gar nicht, dass es einen frühen Karajan-Zyklus aus den 60er Jahren bei der DG gibt.

    Sind das diese Aufnahmen?


     


    Viele Grüße

    Christian

  • Hallo, Christian B.,


    in der links gezeigten Box sind definitiv die Sinfonien aus den 1970er Jahren enthalten - ich vermute, in der rechten Kassette aus der "eloquence"-Serie ebenfalls, das kann ich aber so nicht feststellen. Wenn es ein Beiheft gibt (nicht immer bei der Billig-Reihe der Fall), so sollten die Produktionsdaten (P) genannt sein. Daraus kann man die entsprechenden Rückschlüsse ziehen.

    Ganz sicher sind das hier die Aufnahmen aus den 60er Jahren:

    Allerdings ist in dieser 2 CD-Box die Fünfte auf 2 CDs verteilt, was ich schade finde, um es nicht drastischer auszudrücken.

    Und außerdem finde ich das Cover scheußlich - aber der Inhalt entscheidet.


    LG Nemorino

    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

  • Du wirst es kaum glauben, aber genau das wollte ich ursprünglich auch schreiben, fand es dann aber ein wenig zu euphorisch. Aber es trifft im Kern die Sache.

    Das freut mich, dass wir nun schon einige sind, die das genauso empfinden.

    Sind das diese Aufnahmen?

    Hallo Christian,


    also die links abgebildete Ausgabe enthält die Symphonien Nr. 4-6 in den vorzuziehenden 60er-Jahre-Aufnahmen (Vierte 1966, Fünfte 1965, Sechste 1964). Die ersten drei Symphonien spielte Karajan nur ein einziges Mal ein, so dass man diese aus den späten 70ern hinzunahm – und ich möchte mir die persönliche Anmerkung erlauben, dass die zwar nicht schlecht sind, aber nicht in der Spitzenklasse mitspielen können.


    Die rechts abgebildete Eloquence-Ausgabe enthält die Vierte bis Sechste offenbar in der 70er-Jahre-Einspielung. Die schließe ich zumindest aus den Spielzeiten. Die sind schon auch nicht zu verachten, unterliegen aber im direkten Vergleich.


    Wenn Du einzig an den Symphonien Nr. 4-6 von 1964 bis 1966 interessiert bist, empfiehlt sich diese Einzelausgabe auf zwei CDs:


    »Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

  • in der links gezeigten Box sind definitiv die Sinfonien aus den 1970er Jahren enthalten

    Dachte ich auch erst, aber man hat hier aus irgendeinem Grund tatsächlich die aus den 60ern genommen. Diese Wahl finde ich aber nachvollziehbar und würde die Box jedem empfehlen, der den kompletten Tschaikowski von Karajan erwerben möchte.


    Hier die genauen Aufnahmedaten der Box "Karajan conducts Tchaikovsky" (8 CDs):


    99e046-1558029979.jpg

    »Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

  • Dachte ich auch erst, aber man hat hier aus irgendeinem Grund tatsächlich die aus den 60ern genommen.

    Hallo Joseph II.,


    Du hast völlig recht, da bin ich einem Irrtum aufgesessen, sorry:stumm:. Ich dachte, das sei die Box mit den 70er Aufnahmen, aber die sieht wohl so aus:


    LG Nemorino

    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

  • Zitat von Christian

    ich wusste gar nicht, dass es einen frühen Karajan-Zyklus aus den 60er Jahren bei der DG gibt.

    Sind das diese Aufnahmen?


    Hallo Christian,


    die DG-Elequence-Box sind die Karajan-Aufnahmen von 1976/77 in einer neuen Ausgabe.


    Die erste abgebildete DG-Box ist eine recht bunte Zusammenstellung von allen Sinfonien Konzerten, Ballettsuiten und Konzerten mit Aufnahmen von 1963 - 1981:

    Die Sinfonie Nr.6 mit der Romeo und Julia-Ouvertüre ist tatsächlich mit der Gesamtspieldauer 66:50 die gleiche CD, wie die aus der KARAJAN-EDITION, die Nemorino zuletzt in Beitrag 163 abgebildet hatte (DG,1964).


    Die Sinfonien Nr 1- 3 sind die Aufnahmen (DG, 1979).


    Welche Aufnahmen der Sinfonien Nr. 4 und 5 dort integriert sind, kann ich nicht genau feststellen.

    Das liegt daran, dass ich auf CD noch die alte Tschaikowsky-Sinfonien_GA (DG, 1975-79) mit Karajan habe, die auf 4CD "gequetscht" wurden.

    Gruß aus Bonn, Wolfgang

  • Hallo Nemorino und Josef,


    es freut mich, dass wir Drei da an einem Strang ziehen, ich Euch Beide von dieser Aufnahme überzeugen konnte und wir mit Recht die 64er-Karajan-Aufnahme der Sinfonie Nr.6 gleichermassen hoch schätzen.

    Es gibt da auch ganz andere Meinungen (die suche ich ggf mal rauss)... sei es drum ... 8) für uns sind das nachvollziehbar eben Hammeraufnahmen.


    Nemorino, ich hatte zuerst in meiner Jugend als Schüler die DG-LP-Ausgabe als Doppel-LP mit den Sinfonien Nr. 5 und 6 (DG, 1964/1965).

    Da Du nun in Beitrag die CD der Sinfonie NR.5 abgebildet hast, habe ich mir diese tolle Aufnahme als CD nun auch bestellt (für unter einem € zu haben !)

    DA werde ich in alten Erinnerungen an diese DG-Doppel-LP schwelgen ...



    :!: Nach Josefs Recherche in Beitrag 171 scheint man ja mit der Box "Karajan conducts Tchaikovsky" (8 CDs) dann bestens bedient zu sein, da man dann von den Sinfonien NR. 4 -6 die "richtigen" 60er-Jahre Aufnahmen bekommt !

    Gruß aus Bonn, Wolfgang

  • PS: Mein Favorit war hier ansonsten bisher Mravinsky (DG, Stereo).

    ... und meiner bleibt auch Mrawinsky, lieber Christian. Svetlanov (der natürlich hervorragend und absolut authentisch ist!) habe ich auch gehört inzwischen und finde, dass er wenns ums Absolute geht nicht an Mrawinsky herankommt, im Vergleich eher routiniert wirkt, bei weitem nicht so expressiv und beide DGG-Karajan-Aufnahmen habe ich auch. Die alte ist ganz sicher deutlich besser als die spätere und ohne Frage sehr gut, aber da würde ich abgesehen von Mrawinsky als Ernst zu nehmende Alternativen sowohl die überragenden Aufnahmen von Celibidache als auch die sehr epische und deshalb interessante Friscay-Aufnahme vorziehen. Markewitch muss ich noch hören, die ist sicher ebenfalls exzellent. :)


    Schöne Grüße

    Holger

  • Danke für die Infos!

    Hallo Christian B.,


    gerne geschehen!


    Mein Favorit war hier ansonsten bisher Mravinsky (DG, Stereo).

    Das eine schließt das andere nicht aus. Mit Mrawinsky 1960 hast Du eine tolle Alternative zu Karajan, ein anderer, aber ebenso schlüssiger Interpretationsansatz. Kennengelernt habe ich sowohl die 5. wie die 6. mit Mrawinskys Mono-Aufnahmen von 1956 (ebenfalls DGG). Die gibt es auch auf CD, hier:

    gekoppelt mit der Vierten unter Kurt Sanderling. Die sind aber klanglich für heutige Ansprüche nicht optimal, im übrigen finde ich die Stereo-Versionen von 1960 auch künstlerisch mindestens gleichwertig, klanglich natürlich viel opulenter:


    Ich wünsche Dir schon jetzt viel Freude mit Karajans Tschaikowsky aus den 1960ern!


    LG Nemorino

    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

  • P.S.: Danke für den Hinweis auf Petrenko, aber ich denke, man muß sie nicht haben.

    Ich frage mich, wie man das beurteilen kann, ohne die Aufnahme zu kennen.

    Der Traum ist aus, allein die Nacht noch nicht.

  • für uns sind das nachvollziehbar eben Hammeraufnahmen.

    .... und was für welche, lieber Wolfgang! Beide, sowohl die Fünfte wie die Sechste, sind "Desert Island"-verdächtig!

    Die Fünfte von 1964 hat bei mir Gänsehautwirkung, vor allem das Finale, und wenn der triumphale Schluß einsetzt (ab 10.04 Min.), hält es mich nicht mehr in meinem Sessel. Keine andere Aufnahme der Sinfonie hat auf mich eine derartige Wirkung ausgelöst.


    Und die Sechste kenne ich erst seit gestern, nochmals ganz lieben Dank für den tollen Tip, die Scheibe ist echt Gold wert! Sie lief soeben zum dritten Mal, meine Begeisterung hält an (merkwürdigerweise habe ich die Sechste von 1976, die ich seit mindestens 15 Jahren im Regal habe, immer nur als eine gute von vielen betrachtet, und von der Fünften von 1976 war ich ganz einfach enttäuscht. Ich habe sie nur einmal gehört, obwohl sie das bestimmt nicht verdient hat, aber im Geist habe ich sie immer mit der 1964er verglichen, und da hatte sie schlechte Karten.


    Ganz ähnlich geht es mir mit Beethovens Fünfter: die steht mindestens 20 x bei mir im Schrank, von Karajan allein viermal. Dazu jede Menge Referenzen, u.a. auch die legendäre von Carlos Kleiber, aber es gibt nur eine, die mich regelmäßig aus den Schuhen haut: das ist Karajans DGG-Aufnahme von 1962! Selbst nach mindestens 50maligem Hören ist sie für mich noch immer ein Erlebnis!


    LG und gute Nacht

    Nemorino :hello:

    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

  • beide DGG-Karajan-Aufnahmen habe ich auch

    Es gibt aber drei DGG-Karajan-Aufnahmen, das wusste ich bis heute nicht. Die Experten hier favorisieren die frühe Berliner Aufnahme aus den 60er Jahren, die gar nicht so einfach zu finden ist! Die Spielzeit des ersten Satzes ist hier 18:53, bei der Berliner-Aufnahme aus den 70er Jahren ist sie 18:28.


    Viele Grüße!!!