Veracini, Francesco Maria (1690-1768): Ouvertüren und Concerti

  • Meine einzige CD mit den Ouvertüren war bislang jene mit Musica Antiqua Köln:



    Leider bei der Archiv Produktion ohne Ouvertüre Nr. 5. Mit allen 6 Ouvertüren ist die Einspielung nunmehr auch bei Brilliant Classics erschienen:



    CPO hat nun wohl eine Reihe mit Ouvertüren und Konzerten Veracinis begonnen. Neugierig darauf, wie wohl ein italienisches Ensemble diese Musik interpretieren würde, musste ich natürlich zuschlagen.



    Derzeit irritiert mich nun aber bei der Katalogisierung des SACD-Neuzugangs, dass die Ouvertüre Nr. 6 bei Goebel unter der Tonart B-Dur und bei Guglielmo unter g-Moll firmiert.


    Als musikalischem Laien ist mir zwar klar, dass g-Moll die Paralleltonart zu B-Dur ist und dass es so vorzeichentechnisch Identifikationprobleme geben mag.


    Andererseits schreibt Goebel im Booklet selber, dass die Tonartenfolge der Ouvertüren B-Dur, F-Dur, B-Dur, F-Dur, B-Dur und g-Moll lauten würde. Das englische Wikipedia bestätigt zwar, dass eine von den Ouvertüren in g-Moll sei, aber die letzte in B-Dur stehe. Die Petrucci Bibliothek (IMSLP) kennt nur B-Dur und F-Dur Ouvertüren. Eine kompetentere Instanz habe ich im Internet auf die Schnelle nicht gefunden.


    Ich wende mich daher an die Veracini-Experten: Ouvertüre Nr. 6 -- B-Dur oder g-Moll? Was ist nun richtig?

    Nach Schlaganfall zurück im Leben.

  • Zitat

    Original von enkidu2
    Meine einzige CD mit den Ouvertüren war bislang jene mit Musica Antiqua Köln:


    Leider bei der Archiv Produktion ohne Ouvertüre Nr. 5.


    Die fehlende Ouvertüre hat Goebel aus Spielzeitgründen auf dieser CD untergebracht:



    Wie ist denn die Spielzeit der CD bei Brilliant Classics? Das kann ich mir nicht vorstellen, daß die alle auf eine CD passen ...

  • ... und dann habe ich noch diese, die in kleiner Besetzung eingespielt ist, im Gegensatz zu Goebel's "Dresden Sound" - auch nicht schlecht:


  • Alfred_Schmidt

    Hat den Titel des Themas von „Veracini, Francesco Maria (1690-1768): Ouvertüren“ zu „Veracini, Francesco Maria (1690-1768): Ouvertüren und Concerti“ geändert.
  • Eigentlich war ich sicher, daß ich die Archivproduktion mit Göbel bereits besaß (was sich bei heutuger kontrolle als Irrtum herausstellte) weshalb ich die Anschaffung weiterer Aufnahmen immer wieder verschob. Dennoch habe vor kurzem von den drei erhältlichen Aufnahmen von Guglielmo (für cpo) zwei Folgen erstanden. Heute habe ich die erste gehört und einige Infos im Booklet nachgelesen. Kommen wir zum Höreindreuck des Stils.Es gibt immer einen ersten und einen zweiten Höreindruck (zumindest bei mir) und man tut gut daran diese zu vermischen. Mein erster Eindruck war, daß Veracinis Musik erstaunlich wenig nach Vivaldi klingt - was ohnedies nirgends behauptet, aber doch irgendwie erwartet wird. Die Musik klingt (pauschal gesagt -Korrekturen werden vermutlich folgen) frisch und spritzig, stellenweise ein wenig angriffslustig (was ja der Persönlichkeit Veracinis durchaus entsprach, die ja durch einige Zeitzeugen und Anekdoten sehr gut überliefert wurde) Was die beispielsweise über sein Geigenspiel überlieferten, passt - wie ich finde - recht gut zum Eindruck, den auf mich seine Werke gemacht haben.

    Einerseit stand er im Ruf, der beste Geiger seiner Zeit zu sein, andrerseits fehlt seinem Spiel die eingängige Eleganz. Allerdings haben Vivaldis Zeitgenoosen auch über diesen gesagt, sein Spel sei weniger schön, als beeindruckend.

    Die Musik Veracinis ist oberflächlich betrachtet, weniger schmeichelnd als einige Stellen bei Vivaldi, allerdings konne mich - wider Erwarten - Veracinis Musik - schon gegen Ende der ersten Hörsitzung gefangen nehmen. Sie ist durchaus auch elegant, aber eben nicht vordergründig. Keine Musik zum "nebenbei hören"


    Dies mal als erster Eindruck. Es kommt ja noch Folge 2, Nr 3 ist in Planung ebenso die Aufnahme von Utiger, welche weiter oben bereits 2 mal erwähnt wurde.


    mfg aus Wien

    Alfred


    Jeder, der versucht aus der großen Herde, die da heißt ›Gesellschaft‹, auszubrechen, ruft das Mißfallen der Herde hervor.

    Francesco Petrarca (1304-1374)


  • Und heute habe ich mir die Freude gemacht und die zweite CD mit Violinkonzerten und Overtüren Veracinis angehört - und es war fürwahr ein Vergnügen.

    Ich hörte diesmal ein bisschen mehr Vivaldi durch, allerdings eine Spur "gelehrter" als "das Original", zudem auch Werke mit französischem Einfluss, was die etwas "höfischer" und "strenger" klingen lässt. Alles in allem indes wunderbare Werke eines Exzentrikers und unangenehmen, arroganten Menschen.

    Aber Genialität und Nettigkeit ist nur selten nebeneinander zu finden. Eine Ausnahme gibt es hier im Forum - aber meine angeborene Bescheidenheit verbietet mir, dessen Namen zu nennen....:untertauch::stumm::hahahaha::hahahaha::hahahaha:

    mfg aus Wien

    Alfred


    PS. Die Folge 3 der Edition, erst heuer veröffentlicht - steht auf meine Wunschliste für diesen Herbst.


    Jeder, der versucht aus der großen Herde, die da heißt ›Gesellschaft‹, auszubrechen, ruft das Mißfallen der Herde hervor.

    Francesco Petrarca (1304-1374)