Elisabeth Söderström (7. Mai 1927 - 20. November 2009)

  • (AP) Der schwedische Opernstar Elisabeth Söderström ist im Alter von 82 Jahren gestorben. Die Sopranistin erlag am Freitag in Stockholm den Folgen eines Schlaganfalls, wie ihr Ehemann Sverker Olow mitteilte.
    Elisabeth Söderström hatte 1947 am Palasttheater in Drottningholm ihr Debüt gegeben. Von 1949 bis 1980 trat sie in der Königlichen Oper in Stockholm auf und in den größten Opernhäusern der Welt auf. Von 1959 bis 1964 sowie von 1983 bis 1987 hatte Söderström Engagements an der New Yorker Metropolitan Opera. Außerdem war sie eine begnadete Liedsängerin. Hier im Forum wurde sie eher am Rande beiläufig erwähnt.


    LG

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • Ich habe sie 1977 mit einer Haydn-Kantate und der Schlussszene der Gräfin aus "Capriccio" erleben dürfen :jubel: :jubel: :jubel:.


    R.I.P., Elisabeth


    Heldenbariton

    Wie aus der Ferne längst vergang´ner Zeiten
    GB

  • "Meine" Aufnahmen mit Frau Söderström:


    Britten: War Requiem
    Pelléas et Mélisande
    Cardillac
    Jenufa
    Kája Kabanová
    L‘Inconorazione di Poppea


    Stimmlich erinnert sie mich an Gwyneth Jones (manchmal Reibeisenstimme), sie nicht ganz mein Fall und wird diese Schmach überwinden.

    Otto Rehhagel: "Mal verliert man und mal gewinnen die anderen".
    (aus "Sprechen Sie Fußball?")

  • Die schwedische Sopranistin Elisabeth Söderström wurde am 7.5.1927 in Stockholm geboren und wurde in ihrer Heimatstadt ausgebildet.
    Sie gab 1947 ihr Debüt als Bastienne im Drottningholmer Schlosstheater.


    Ab 1950 sang sie die großen Rollen an der Königlichen Oper in Stockholm und erschien an mehreren europäischen Bühnen. Ab 1957 sang sie regelmäßig in Glyndebourne.
    1959 debütierte sie an der New Yorker Metropolitan Opera als Sophie, sang Octavian in Glyndebourne und die Marschallin in Stockholm.
    Neben Mozart- und Strauss-Rollen schloss ihr Repertoire Tatjana und Mélisande ein.
    Daneben war sie eine großartige Janácek-Sängerin (Katja Kabanowa, Jenufa, Emilia Marty - unter Mackerras auch auf CD) und sang auch die Marie in Wozzeck.
    1984 war sie die Marschallin in Paris sowie Christine in Intermezzo in Glyndebourne.


    1991–96 war Elisabeth Söderström musikalische Direktorin der Festspiele in Drottningholm.


    Gleichzeitig war sie auch eine bedeutende Konzertsängerin und seit ihrem ersten Liederabend 1947 in Stockholm auch eine weltweit gefeierte Liedinterpretin. Dabei trat sie seit 1958 auch öfters mit der schwedischen Altistin Kerstin Meyer in Duetten auf.


    Ihre Autobiographie veröffentlichte Söderström 1978 unter dem Titel „I min Tonart“. Seit 1950 war sie mit Sverker Olow verheiratet und lebte in Lidingö, wo sie nun am 20. November 2009 im Alter von 82 Jahren an einem Schlaganfall verstorben ist. Bildergalerie und Discographie findet ihr hier.



    Elisabeth Söderström & Kerstin Meyer
    Duette von Kodaly, Tschaikowsky, Purcell,
    Dvorak, Wennerberg, Gejer, Rossini
    Jan Eyron, Klavier
    Label: BIS , AAD, 74


    LG

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • Elisabeth Söderström, Charles Mackerras, Janaceks Opern - eine unvergleichliche Verbindung für mich.

    Es steht dir frei, dir über dies und das keine Meinung zu bilden und so deiner Seele die Unruhe zu ersparen (Marc Aurel)

  • Heute wäre sie 85 geworden:



    Elisabeth Söderström
    (* 7. Mai 1927 in Stockholm; † 20. November 2009 ebenda), schwedische Opern- und Konzertsängerin (Sopran).


    LG

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • C'est pourquoi j'entends "Pelléas et Mélisande".

    Otto Rehhagel: "Mal verliert man und mal gewinnen die anderen".
    (aus "Sprechen Sie Fußball?")

  • Ja, natürlich! Die Janacek-Aufnahmen von Söderström sind ganz großartig!



    Auch ihre vielen Lieder-Sammlungen machen sie unsterblich!
    Viele ihrer Aufnahmen gehören zu den besten Einspielungen der jeweiligen Werke überhaupt.
    Ein Beispiel nur: Es gibt keine beklemmendere Interpretation von Schuberts ERLKÖNIG als die von Söderström!


    Und schlichtweg hinreißend ihr Octavian in dem ROSENKAVALIER-Querschnitt!
    Der Zusammenklang von Crespin, Söderström und Güden schickt jeden Hörer zu den Engeln!!!



    Für die vielen Sibelius-Freunde hier im Forum ein must-hear:


    LUONNOTAR!


    Sie hat es mehrfach eingesungen! Besonders klangschön und intensiv unter der Leitung von Vladimir Ashkenazy. Aber man bekommt das wohl zur Zeit nur in der Box:



    Ich denke dankbar an die Aufführungen, die ich von ihr hören konnte!
    Es waren leider nicht sehr viele, aber immerhin habe ich sie als Emilia Marty, als Octavian und als Gräfin im Figaro sowie als Gräfin im Capriccio erlebt.


    Caruso41

    ;) - ;) - ;)


    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!

    Einmal editiert, zuletzt von Caruso41 ()

  • Die große schwedische Sopranistin Elisabeth Söderström wurde am 7. Mai 1927 geboren und starb am 20. November 2009. Zu ihrem Geburtstag habe ich die Aufnahme aus meiner Sammlung herausgesucht, mit der ich sie kennenlernte, in meinen AAugen heute noch Referenz:


    Elisabeth Söderström wäre heute 88 Jahre alt geworden.


    Liebe Grüße


    Willi :)

    1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
    2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

  • Da die Gesangs- und Interpretationskunst der Elisabeth Söderström in diesem Thread bisher nicht so ausführlich diskutiert wurde, wie das ihren Range entspräche, möchte ich darauf verweisen, dass es in einem anderen Thread eine sehr eingehende und höchst kontroverse Diskussion über ihre Interpretation von Schuberts ERLKÖNIG gegeben hat.

    Sie begann mit dem Beitrag Austausch über Höreindrücke zu den Sänger-Jubilaren

    Und sie wurde in vielen Beiträgen weitergeführt. Zwar gibt es in diesem Thread dazwischen auch mal Beiträge, in denen es um Andere und Anderes geht, aber die Interpretation der Söderström hat uns zumindest bis zum Beitrag #233 intensiv beschäftigt und wurde mit vielen klugen Argumenten auf beiden Seiten geführt.


    Liedexperten wie Alan Blyth und Gesangsexperten wie John Steane und Jürgen Kesting haben die Interpretation überschwänglich gepriesen. Das entwertet gewiss nicht alle Argumente, die aus musikalischen und ästhetischen Überlegungen gegen sie vorgebracht wurden. Solche Voten aber können auch nicht so einfach beiseite gewischt werden.


    Caruso41

    ;) - ;) - ;)


    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!

  • Ich finde, es ist wie im Falle von Obraszowa oder allen anderen Interpreten (Sängern, Dirigenten, Regisseuren u.a.); die Wahl der Gestaltungsmittel muss man nicht mögen und man kann eine Interpretation aus Gründen des eigenen Geschmacks auch subjektiv ablehnen, aber man sollte dennoch den (ja doch zumeist bewusst) gewählten Gestaltungsmitteln und damit der Interpretation nicht ihre (objektive) Legitimität absprechen, auch dann nicht, wenn man sie nicht mag.

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"


    Keine neuen Beiträge mehr von mir außerhalb meiner Besetzungsrubriken! (seit 5.11.2019)

    Von allem anderen, insbesondere Formulierungen des Forenbetreiberts wie "hätte man die Leute kalt gestellt" (4.12.2019 um 18.04 Uhr), distanziere ich mich ausdrücklich!

  • Vor fielen Jahren fiel mir in einem Schallplattenantiquariat eine LP der Decca in die Hände, auf der Söderström Lieder aus dem Repertoire von Jenny Lind singt, neben schwedischen Liedern u.a. auch Werke von Mendelssohn und Schumann.


    Erstaunt war ich auch über eine Arienplatte der EMI, wo sie u.a. Glucks Alceste und Mozarts Cherubino mit schönen Verzierungen und Kadenzen singt.


    Leider sind beide Aufnahmen offenbar noch nicht auf CD veröffentlicht worden.