Wr.Staatsoper - Macbeth 7.12.2009

  • Wer hört denn noch gerade den Macbeth im Radio?
    Wer ist denn dort und wird morgen was drüber schreiben? ;)


    Nun musikalisch klingt es ja gar nicht übel! Vom Orchester her überhaupt sehr frisch und dynamisch.


    Simon Keenlyside klingt überraschend gut und die Dame (Erika Sunnegardh) find ich überhaupt wunderbar. Bin auf den 2. Teil gespannt und irgendwie richtig glücklich. Das ist natürlich subjektiv, aber ich mag halt dieses Werk so!


    Hingehen tät ich nicht, wegen der Inszenierung. Die schreckliche Dame von Regisseuse hat uns ja schon mit einer grauslichen Pique Dame (spielt in einem Kinderheim) gequält. Im Radio hörte man vor der Pause auch schon viele Buuhs.


    So eine Kuh - im Pauseninterview tut sie so als hätte sie als erste erfunden, dass die Story von Macbeth und seiner Lady eigentlich eine tragische Liebesgeschichte ist. Wissen wir das nicht schon lange? Andernfalls tät ja das Shakespeare-Stück keinen Sinn machen.


    Die Hexen singen schon... geht schon weiter!

  • ASSASSINA DI VERDI
    Premiere MACBETH – Wiener Staatsoper, 7.12.2009


    Irgendwann dazwischen – nachdem der König und seine Mannen ähnlich der Monty Python-Crew in „Die Ritter der Kokosnuss“ angetanzt gekommen waren und bevor die Kliniclowns mit roten Nasen und Luftballons den Banquo ermordeten – erheischte man von der Galerie aus noch einen kurzen Blick auf den „kleinen König“ und es kam mir ein Gedicht von Konstantin Wecker in den Sinn, was auf den Abend abgewandelt so geklungen hätte:


    „Neulich in Schottland, um Viertel vor Zehn
    Da ließ der Herr König sein Schwänzlein sehn.
    Ach hätt’ er das alles viel früher getrieben,
    dann wär’ uns der Abend erspart geblieben“….


    Dieser Abend geriet zu einem totalen Desaster – die Sänger konnten einem schon Leid tun. Vielleicht sollten Sänger die Rollen des „Macbeth“ und der „Lady“ nicht erst einmal an der Wiener Staatsoper ausprobieren. Jeder weiß, dass Simon Keenlyside nur die dritte Wahl war (ursprünglich hätte Hampson singen sollen, dann sagte auch noch Carlos Alvarez ab), ob Erika Sunnegardh von Anfang an als Lady vorgesehen war, erzieht sich meiner Kenntins. Dass man bei der Matinee am Vortag Filmaufnahmen mit Maria Callas und Renato Bruson gezeigt hat und dadurch die Vergleichsmöglichkeiten noch sehr „greifbar“ waren, war selbstverständlich auch nicht hilfreich.


    Aber erst einmal zur Produktion. Wir wissen nach dieser Premiere dass Schotten (zumindest Könige) unter dem Rock NICHTS tragen, dass sich des Königs Gefolge im Tanzschritt bewegt ( Wieder kommt mir ein Text in den Sinn – „Es geht über den Rhein eine Brücke aus Stein, wer darüber will gehen muss im Tanze sich drehen“), sich Attentäter mit roten Nasen und Luftballonen sehr unauffällig ihrem Opfer nähern können, Könige (oder Vorgesetzte, wenn wir das auf die Jetztzeit übertragen) von der Dame des Hauses im Negligee und Morgenmantel begrüßt werden, ihnen sofort ein Bad zubereitet wird. Weiters pflegen sich die Könige – wohl aus Einsparungsmaßnahmen – ihre Leibwächter gleich auch als Lustknaben zu halten. Die „Hexen“ können auch zu Künstlerinnen werden (na ja, warum nicht), bringen aber nicht wirklich was Spektakuläres zu Stande – von Yves Klein schauten sie sich die Anthropometrien ab und ein auf Papier gemalter Riesenphallus samt Anhängen und Brüste sind auch nicht wirklich aufregend. Dann wissen wir dass die Ballettmusik immer zu Recht gestrichen wird – die „Choreographie“ ließ das Publikum so was von kalt – da wurde nicht einmal mehr gebuht. Nach der zweiten Prophezeiung brauchen die Mädels (in schwarzen Negligees, weißen Bademänteln und um den Kopf geschlungenen Handtüchern) zum Ausgleich ein bisschen Aerobictraining. Dass dann, in Anlehnung an die Schleyer-Entführung, einmal die Lady aus dem Kinderwagen eine MP zaubert, den Kinderwagen aber nicht stark genug wegschiebt, worauf er wieder runterrollte und ein zu diesem Zeitpunkt schon sichtbar genervter Keenlyside diesen ziemlich unsanft um tritt (ansonsten hätte der Wagen wahrscheinlich einen Bassisten erschlagen), war schon zu einem Zeitpunkt, als das Publikum sowieso nur mehr lachte…. Soll ich noch weiter berichten?


    Natürlich gab es auch beeindruckende Szenen wie den Aktschluss, als nach der Banquo-Erscheinung die Attentäter hingerichtet werden (absolut logisch), sehr schön auch die Szene mit Macduff, Malcolm und den Choristen im Wald (erinnerte an einem Mix aus dem 1.Akt des Konwitschny-Don Carlos mit dem Guth-Don Giovanni aus Salzburg). Auch der „Endkampf“ war schön choreographiert. Ansonsten war die Regie ein Attentat auf das Werk. Ich glaube, dass man sehr lange nachdenken muss, um sich an einen derartigen Buhorkan zu erinnern, wie er auf Vera Nemirova eingeprasselt ist. Irgend eine Frau war mit ihrem „Bravo“ alleine auf weiter Flur – und dass der Blumenwurf für die Regisseurin statt auf der Bühne am Kopf eines Mitgliedes des Staatsopernorchesters landete, ja das passte ins Bild.


    Ich fand es schade, dass das Leading Team als Kollektiv die Buhs einstecken musste, denn Johannes Leiacker (Ausstattung) und besonders Manfred Voss (Licht) hatten einen wirklich guten Job gemacht.


    Habe ich übrigens schon erwähnt, dass man der Lady und ihrem Mann beim Duschen zuschauen konnte?


    Kriegt der Regisseur oftmals seine „Watschn“, so werden doch meistens Dirigent und Sänger bejubelt. Dem war aber nicht so.


    Zum Handkuss kam Guillermo Garcia Calvo, dem drei Wochen vor der Premiere eben diese auf’s Aug gedrückt wurde. An der Staatsoper bisher bekannt durch seine eher durchschnittlichen Schwanensee-Dirigate konnte er leider die sich ihm bietende Chance nicht ergreifen. Viel zu brav und fad war das, was aus dem Orchestergraben tönte, ebenfalls war die Abstimmung mit den Sängern nicht immer gegeben. So musste auch er deutliche Missfallenskundgebungen seitens des Publikums hinnehmen.


    Erika Sunnegardh hätte sich sicherlich ein besseres Debüt gewunschen. Schon nach ihrer ersten Arie erklangen die ersten Buhrufe, die sich nach ihrer Wahnsinnsszene steigerten und beim Schlussvorhang so richtig losgingen. Welcher Teufel hat diese gut aussehende Frau oder ihren Agenten geritten, dass sie dieses Engagement angenommen hat? Es waren sich alle einig, dass Sunnegardh eine wirklich hervorragende Adele wäre – aber als Lady? Nein, danke. Die Stimme ist zu klein, Ausstrahlung kaum vorhanden, keine Tiefen, große Unsicherheiten. Hoffentlich erfängt sie sich noch.


    Viele Besucher waren mit der Leistung von Simon Keenlyside zufrieden – er gab sicherlich alles, was er zu bieten hat. Den Damen im Publikum durfte er immer seinen sehr austrainierten Oberkörper zeigen, mit seinen Händen wusste er überhaupt nichts anzufangen (hallo Personenregie…) und dass wir in Wien schon (viel) bessere Macbeths hatten ist ein offenes Geheimnis. Die Schlussszene war aber gut gesungen – nur strahlte er während des gesamten Abends niemals die Aura eines Königs oder Feldherrn aus, das schaute eher wie ein Schildknappe aus. Auch hier hofft man auf eine Steigerung im Laufe der Serie.


    Unzufrieden war das Publikum auch mit Stefan Kocan als Banquo – ich denke, dass er aber im Rahmen seiner Möglichkeiten eine solide Leistung ablieferte.


    Ein Bravo gab es für Gergely Németi (Malcolm) und den größten Zuspruch gab es für den Staatsoperndebütanten Dimitri Pittas als Macduff. Schöne Höhen, ein wenig Hang zum Vibrato, aber sauber gesungen und intoniert – das genügte an diesem Abend schon, um das Premierenpublikum zu erfreuen…


    Souverän wie immer Alfred Sramek (Arzt), solide Donna Ellen (Kammerfrau). Ein interessanter Neuzugang im Ensemble dürfte nach seinem Kurzauftritt zu schließen Dragoljub Bajic sein. In Kurzeinsätzen machten Johannes Gisser, Hiroyuki Ijichi, Arina Holecek, Krisztina Exner und Yoko Ueno ihre Sache gut. Der Chor der Wiener Staatsoper unter der Leitung von Thomas Lang war – wie eigentlich immer – ebenfalls auf der Habenseite zu buchen.
    Wie oben beschrieben – ein unwidersprochener Buhorkan sonder gleichen zeigte den Verantwortlichen was man von dieser Produktion hält. Die Plätze leerten sich sehr rasch und nach nicht einmal 10 Minuten war der ganze Spuk vorbei.


    Nach der „Forza“ wurde gleich die nächste Verdi-Oper verhunzt. Assassini di Verdi!

    Hear Me Roar!

  • Danke für die ausführliche und amüsante Beschreibung. So hab ich mir's vorgestellt.


    Dass es im Radio gar nicht so übel klang, überrascht da fast. Ja die Frau Sunnegardh singt viel zu lieblich für die Lady - aber eine wunderbare Höhe, eine schöne Stimme - halt mit Unebenheiten in der Mittellage.
    Vormittag war in Ö1 eine Sendung über Gustav Gründgens mit einem Lady-Macbeth-Ausschnitt mit der ganz jungen Varnai. Größer könnte der Kontrast nicht sein!
    Dennoch Buh hat Frau Sunnegardh nicht verdient - ich habs halt als "anders" empfunden.


    Der Keenlyside klang tatsächlich nicht schlecht, obwohl kaum dass es höher und dramatischer wird die Grenzen deutlich sind.
    Dass ich trotzdem recht andachtsvoll zugehört hab? Nun "Eviva Verdi"! Und vielleicht verblöde ich auch im Laufe der Jahre - ich komme ja doch auch aus der Generation, die noch Cappuccilli, Milnes, Bruson, Ludwig, Rysanek :jubel: etc. in diesen Rollen gesehen und gehört hat. Und den Ghiaurov und dann Ridderbusch als Banquo! (Meine Güte der Typ hat irgendwie so bellend geröhrt am Montag... naja).


    Allein im Radio waren die Buhs auf offener Bühne mitten in der Musik höchst bemerklich!
    An sowas kann ich mich nicht erinnern. Ja und am Ende - da hat der ORF dann ausgeblendet wie gar so ein Geschrei war.


    Tragisch find ich vor allem, dass wir ja diese Inszenierungen dann immer jahrelang umhängen haben. Wenn so ein Mist für ein paar Stagione-Aufführungen gemacht wird, dann ist es auch rausgeschmissenes Geld aber doch bald überstanden. Jetzt haben wir wieder eine Oper mehr, die man jahrelang nicht ansehen kann in einer Reihe mit Pique Dame, Holländer, Parsifal, Frau ohne Schatten, Manon Lescaut,... was noch? Ich weiß es schon nicht mehr.


    Assasina!? .... Vendetta!!

  • Zitat

    Original von Brangäne
    Tragisch find ich vor allem, dass wir ja diese Inszenierungen dann immer jahrelang umhängen haben. Wenn so ein Mist für ein paar Stagione-Aufführungen gemacht wird, dann ist es auch rausgeschmissenes Geld aber doch bald überstanden. Jetzt haben wir wieder eine Oper mehr, die man jahrelang nicht ansehen kann in einer Reihe mit Pique Dame, Holländer, Parsifal, Frau ohne Schatten, Manon Lescaut,... was noch? Ich weiß es schon nicht mehr.


    Trovatore... X(

  • „Der Kinderwagen schon weg…“


    Nach der wenig erquicklichen Premiere (siehe obigen Bericht) trieb die Pflicht, nicht die Neigung, den Rezensenten in die Staatsoper. Und vorweg, die Eindrücke waren auf jeden Fall viel positiver als noch einige Tage zuvor.


    Besonders in musikalischer Hinsicht hat sich doch einiges getan, ohne zu verhehlen, dass nach wie vor viel Platz nach oben ist. Guillermo Garcia Calvo dirigierte das Staatsopernorchester solide, ohne besondere Highlights zu setzen. Besonders zu Beginn der Aufführung hätte er allerdings die Lautstärke etwas drosseln können, bei der Hexenszene war der Chor nicht wirklich gut zu hören (aber vielleicht waren die Mitglieder des Chors zu sehr damit beschäftigt den Regieanweisungen nachzukommen), auch die Lady Macbeth war nicht immer gut zu hören (was aber nicht am Orchester lag – es fehlt da schon an Durchschlagskraft).


    Womit wir schon bei Erika Sunnegardh angelangt sind. Die Sängerin patzte dieses Mal nicht, sogar ein zögerliches „Brava“ erklang einmal aus den Tiefen des Parterre-Stehplatzes, und sie war sicherlich glücklich, dass sie die Vorstellung fast „Buh-los“ hinter sich gebracht hat. Ihre Höhe ist relativ durchschlagskräftig, obwohl man merkte, dass sie da forcieren musste, ihre Mittellage und Tiefe ist – gelinde gesagt – noch ausbaufähig.


    Sehr intensiv spielte und sang wieder Simon Keenlyside, dem allerdings anzumerken ist, dass die Rolle des Macbeth wirklich für ihn eine Grenzpartie darstellt. Er wäre sicherlich gut beraten, wenn er nur an und ab Ausflüge in dieses Fach unternimmt. Ebenfalls vom Publikum positiv aufgenommen wurde wieder Dimitri Pittas als Macduff. Eine relativ weiße Stimme mit leichten Ansätzen zum Tremolo, dafür höhensicher. Ob in einer anderen Produktion mit anderen Sängerkollegen er ebenfalls so gut akklamiert worden wäre wage ich aber zu bezweifeln – diese Rolle hätte sicherlich auch aus dem hauseigenen Ensemble besetzt werden können.


    Stefan Kocan kämpfte nicht nur vergebens gegen die Roten Nasen an, sondern auch vielmehr gegen die Erinnerung an seine Rollenvorgänger. Er ist eine imposante Erscheinung, aber da fehlt es einfach noch an Persönlichkeit, auch klang so manche Phrase recht „hart“ gesungen.


    Alfred Sramek als Arzt war wie immer ein hervorragender „Supporting Character“ und konnte in dieser Produktion als einziger Mitgefühl transportieren. Relativ unauffällig noch Donna Ellen als Kammerfrau, ein Versprechen für hoffentlich größere Rollen ist Drgoljub Bajic, der den Mörder verkörperte. Auch Gergely Németi in der kleinen Rolle des Malcolm wusste zu gefallen.


    Die kleinen Rollen wurden von Hermann Thyringer, Johannes Gisser, Sabine Kogler, Denisa Danielová und Anna Maria Birnbauer recht solide gesungen.


    Vera Nemirova ist schon wieder weg und die erste Veränderung wurde schon vorgenommen (mögen noch 2-3 folgen…). Aus sicherheitstechnischen Aspekten gibt es keinen Kinderwagen mehr – somit brauchen sich die Kontrabassisten nicht mehr zu fürchten. Dies hat natürlich zur Folge, dass der Mantel, den die Lady in dieser Szene trägt, absolut unpassend ist (ich erinnere noch einmal daran, dass diese Szene sich ja auf die Schleyer-Entführung durch die RAF bezogen hat). Ihr Maschinengewehr entreißt sie dann einem Bodyguard, damit sie damit in der Gegend herumfuchteln kann und das dann ihrem Mann in die Hand drückt. Soll sein und ist auf jeden Fall besser als das, was man bei der Premiere gesehen hat.


    Die anderen Ärgernisse sind nach wie vor da - was wirklich schade ist. Emotionsfrei betrachtet bietet die Produktion das eine oder andere wirklich „schöne“ und wohldurchdachte Bild. Welcher Teufel die Regisseurin dabei geritten hat, diese positiven Eindrücke durch absolut schwachsinnige und sehr plakative Szenen zu vermiesen, wird wahrscheinlich auf ewig ein Rätsel bleiben. Ich glaube, dass die einhellige Ablehnung des Premierenpublikums darauf zurückzuführen war, dass man schlicht und ergreifend nicht mehr gewillt war, sinnentleerte Aktionen auf der Bühne hinzunehmen, die nur aus Provokationslust entstehen und die Handlung weder erklären noch weiterbringen.


    Die Lowlights – Einzug des Königs samt Gefolge, die sinnlose Badeszene des Königs samt duncanschen Zumpferl, joggende Herolde im Trainingsanzug und vor allem die Aerobic-Stunde der Hexen. Meine Begleiterin an diesem Abend, selbst eine bildende Künstlerin, meinte spontan „Bis jetzt hat mir das gut gefallen und jetzt kommt so ein Scheiß..“ Dem ist nichts hinzuzufügen.


    Die Kliniclown-Szene gefiel mir besser als noch bei der Premiere, da ist die Personenregie schon sehr stark (Ich zitiere wieder „Das ist ja wie beim ersten Batman-Film mit dem Joker“), das Bankett, die Szenen am Sarg des Duncan und der Endkampf sind sehr gut. Was einfach fehlt, ist die Stringenz. Und wenn man schon verstören muss, dann bitte nicht SO plakativ!


    Einige Plätze waren leer, der Galerie-Stehplatz sehr schütter besetzt, der Schlussapplaus freundlich, teilnahmslos und sehr kurz.


    Wenn man das Ballett streicht, die oben angeführten Dummheiten beseitigt oder entschärft und für die Hauptdarsteller noch geeignet Verdi-Stimmen verpflichtet, ja dann könnte vielleicht noch was aus dem Wiener Macbeth werden….

    Hear Me Roar!

  • Habe gestern Abend die Aufzeichnung im DeutschlandradioKultur gehört.


    War wirklich nicht sonderlich begeistert. Wie Keenlyside immer mehr einbrach, machte mich richtig traurig. Auch wenn er um Ausdruck bemüht war und seine große Arie im vierten Akt auch toll meisterte, scheint mir, als sei der Verdi für ihn beim Posa zu Ende. Jetzt singt er auch noch Rigoletto- das kann heiter werden.


    Ich habe selten so einen farblosen und nichtssagenden Sopran wie Erika Sunnegardh gehört. Meiner Meinung nach hat sie sich ihre Buhs verdient. X( Nicht nur von ihr und ihrem Management, nein, vor allem vom Besetzungsbüro der Staatsoper war es unverantwortlich, sie diese Partie singen zu lassen.


    Stefan Kocán, ausgestattet mit einer großen Stimme, konnte seinen Banco ebenfalls nicht gerade detailiert kolorieren. Seine Arie aber bewältigte er ordentlich.


    Das Timbre von Dimitri Pittas als Macduff muss man nicht mögen- aber wie er phrasierte und immer eine leichte "Träne" in der Stimme hatte, ließ aufhorchen.


    Warum darf euer Alfred Sramek eigentlich nie was Größeres singen? Oder will er das nicht? Verdient hätte er's allemal.


    Das Dirigat von Guillermo Garcia Calvo war durchschnittlich. Ist doch aber auch schon mal was bei so kurzer Vorbereitungszeit.


    Die Inszenierung habe ich nicht gesehen- aber was ich zu ihr gelesen habe, reicht mir :D. Ich bin ja fürs Regietheater. Aber nicht fürs dämlich-plakative.
    Kaum je hat es eine derart teilnahmslos aufgenomme Premiere gegeben. Im Radio konnte man ja alles hören: Den Buhsturm beim Aufzug der Gäste im ersten Akt, den Szenenapplaus für Simon Keenlysides Kinderwagen-Entsorgung und das gespenstisch-leise Buhkonzert nach der Hexenszene im dritten Akt. Und in der Tat müsste man wohl lange suchen, um einen solchen Buhorkan wie den fürs Regieteam zu finden.


    Zusammengefasst:
    :no:


    :hello:

  • Noch habe ich mir meine Aufzeichnung nicht angehört. Vielleicht sollte ich mir das dann gleich ersparen.
    :hello:
    Jolanthe

  • Das "Opernglas" schreibt in seiner Januarausgabe, die Riege herausragender Mustiktheaterregisseure habe mit Vera Nemirova ernst zu nehmende Verstärkung erhalten, hält Simon Keenlyside für einen idealen Verdi-Bariton und lässt am "ungezogenen" Publikum kein gutes Haar. Wer weiß...



    :hello:

  • Manchmal tragen Sängererkrankungen auch dazu bei, dass einem etwas erspart bleibt :)


    Also - Erika Sunnegardh war erkrankt (man erinnert sich, dass ihre "Lady Macbeth" nicht wirklich goutiert wurde, als Ersatz wurde Tatjana Serjan engagiert. Nun ist auch diese erkrankt und Direktor Holender beschloss daraufhin, die komplette zweite Macbeth-Serie zu kübeln und stattdessen "La Traviata" mit der Staatsoperndebütantin Aylin Perez anzusetzen.


    Simon Keenlyside wird bei den ersten beiden Vorstellungen dern Pére Germont singen (danach Lucio Gallo), den Alfredo gibt der "Macduff", Dmitri Pappas.


    Die Änderung des Stückes hat sich auch schon bereits positiv auf den Vorverkauf ausgewirkt - und ich bin sehr froh, dass ich, da ich den Verdi-Zyklus abonniert habe, dass ich mir nicht den "Macbeth" zum dritten Mal antun muss !!!!

    Hear Me Roar!