Mozarts Requiem Klavierfassung ?

  • In der neuen Biographie von Gesine Baur "Chopin oder die Sehnsucht" berichtet sie, dass Chopin neben dem Wohltemperierten Klavier von Bach auch immer eine Klavierfassung von Mozarts Requiem mit sich führte und daraus spielte.


    Kennt jemand eine Aufnahme mit dieser Fassung ?


    Viele Grüße,


    Bernd

  • In Anhang B des Köchelverzeichnisses, welcher Übertragungen und Bearbeitungen von fremder Hand auflistet, steht zu KV 626 nur eine Streichquintettfassung für Anton Diabelli (den Verlag also) durch Blumenthal (1833) verzeichnet. Da dies unvollständig ist (mir ist eine Bearbeitung von Lichtenthal für Streichquartett in mindestens zwei Einspielungen bekannt), ist natürlich die Existenz einer Klavierfassung nicht auszuschließen. Das KV wartet ja schon seit längerem auf eine Neuauflage...


    Ah, pardon, jetzt sehe ich bei 'Ausgaben': Für Pfte. zu 2 Hd. ohne Text (C. Czerny), gedruckt bei Diabelli, vierhändig: (dasselbe), außerdem (nur) das Kyrie von Clementi für Klavier gesetzt.


    Ob diese Ausgaben heute noch erhältlich sind bzw. wieder aufgelegt wurden, entzieht sich meiner derzeitigen Kenntnis, würde mich aber brennend interessieren, bevor ich mich an eine eigene Bearbeitung mache...


    Eine Einspielung ist mir natürlich ebensowenig bekannt, leider. :(


    Allerdings ist die Fassung für Streichquartett (leider von Lichtenthal) nicht besonders herausragend gearbeitet, dafür umso besser eingespielt:


    ...


    Die StringFizz kenne ich nicht (dafür deren Einspielung der 40. Sinfonie für Streichquintett, die sehr zu empfehlen ist).


    :hello:


    Ulli

  • Neben einer Fülle von diversen Partitur und Stimmauszügen ist mir in der IMSLP vor einigen Tagen die von Ulli erwähnte vierhändige Fassung von Carl Czerny in die Hände gefallen - inzwischen findet man dort auch eine zweihändige Fassung von Klindworth.


    Zu finden ist beides [URL=http://imslp.org/wiki/Requiem,_K.626_(Mozart,_Wolfgang_Amadeus)]HIER[/URL] ganz unten auf der Seite.


    Eine CD Einspielung der einen wie anderen Fassung ist auch mir unbekannt.

    :hello:


    Peter

  • Hier kann man offenbar die vierhändige Version (eingespielt) kostenlos herunterladen... gleich mal ausprobieren... (die Qualität ist nicht so besonders... aber immerhin)


    :hello:


    P.S. Das scheint eine Computer-'Einspielung' zu sein. Das Tempo ist durchgehend gleich, weshalb das Instroitus viel zu schnell und das Dies viel zu langsam erklingt...

  • Zitat

    Original von Peter Pasdzierny


    ....die "Qualität" ist computer generiert....entweder zu schnell oder zu langsam...das "Dies Irae" besch....eiden.

    :hello:


    Peter


    Ist also Pas-Czerny :D


    Aber für einen ungefähren Höreindruck reicht es ja...


    :hello:

  • Zitat

    Original von Ulli


    Aber für einen ungefähren Höreindruck reicht es ja...


    Ich würde mal sagen "ungefährer Höreindruck" heißt übersetzt soviel wie plusquamliquide.... :baeh01: :D

    Im Ernst, SO bringt es wenig, wobei richtig gespiellt vermutlich auch nicht VIEL besser wird.... :pfeif:


    :hello:


    Peter

  • Vielen Dank erst mal für die Infos. Die vierhändige Fassung habe ich mir auch schon mal heruntergeladen und nach der zweihändigen werde ich noch weitersuchen. Irgendwo wir es bestimmt eine Einspielung geben, hoffe ich.


    Schönen vierten Advent,


    Bernd

  • Zitat

    Original von Peter Pas-Czerny
    Ich würde mal sagen "ungefährer Höreindruck" heißt übersetzt soviel wie plusquamliquide....


    Dann sags doch :D


    Naja, für uns schon... aber nicht für einen potentiellen Interessenten...


    Man müßte diese midi rückumwandeln in eine (z.B.) Capella-Datei und dann die Tempi anpassen und dann wieder zurücknudeln. Dann passt's... hab ich aber keine Lust für...


    :pfeif:

  • Zitat

    Original von Ulli
    Ähm, sind Klaviere neuerdings Streichinstrumente...?


    ?( ?( ?(


    Seit Du nicht mehr lesen kannst schon :P :pfeif:


    Ich finde man könnte eher die Bemerkung hinterfragen, dass Mozarts Requiem (zumindest in der süß-eirigen Fassung, wovon hier wohl ausgegangen wird) vornehmlich nach Streichern klingen soll - die Bläser sind genauso präsent und wichtig, wobei doch eh der resultierende Gesamtklang entscheidend ist... :beatnik:


    Generell Streicher-B-Ton-Tee Werke als Klavierfassung abzulehnen halte ich mit Verlaub für persönlichen Geschmack, den man nicht verallgemeinern sollte.


    Als Beispiel erwähne ich hier Beethovens Große Fuge. Sicher, die Streichquartett und die vierhändige Klavierfassung weisen denkbar unterschiedliche Klänge auf. Aber ich halte beide für gleichwertig in ihrer Qualität und Aussagekraft.


    :hello:


    Peter