STRAUS, Oscar: EIN WALZERTRAUM

  • Straus, Oscar
    Ein Walzertraum


    Text von F. Dörmann und L Jacobson


    Personen:
    Joachim XIII, regierender Fürst von Flausenthurm- Komiker
    Prinzessin Helene, sein Tochter – Sopran
    Graf Lothar, Vetter des Fürsten – Buffo
    Leutnant Niki – Tenor
    Leutnant Montschi
    Friederike von Insterburg
    Wendolin, Hausminister
    Sigismund, Leiblakai
    Franzi Steingruber, Dirigentin einer Damenkapelle – Soubrette
    Die Tschinellenfifi Soubrette
    Annerl, Geigerin – Sopran
    u.a.
    Ort: Fürstentum Flausenthurm Zeit: Gegenwart
    UA 1907 Wien


    1.Akt
    Großer Prunksaal im Schlosse des Fürsten von Flausenthurm. Prinzessin Helene hat sich gelegentlich ihres Wiener Aufenthaltes in den flotten Leutnant Niki verliebt und ihn heute als Prinzgemahl geheiratet. Niki ist zu dieser Ehe gekommen, ohne dass er selbst etwas getan hat. Zwar gefällt ihm seine junge Gattin gut, doch ist er heute schon, am Hochzeitstage, der langweiligen Zeremonien überdrüssig. Er sehnt sich nach Freiheit und seinem geliebten Wien zurück. Doch die Zeremonien nehmen kein Ende. Auch erfährt er, dass er verpflichtet sei, dem Volke einen Nachkommen zu schenken, da sonst eine Seitenlinie mit Lothar an die Regierung komme. Er ist wütend und beschließt, sich für die aufgezwungene Ehe durch „passive Resistenz“ zu rächen. Er erzählt daher dem Fürsten, dass er die auf ihn gesetzten Hoffnungen nicht erfüllen könne. Nachdem endlich alle Feierlichkeiten beendet sind und er das erste Mal mit seiner Gattin allein ist, schützt er Müdigkeit vor und hält sich von seiner Gattin fern.


    2.Akt
    Ein Gartensalon im Schlosse. Kaum hat die Prinzessin ihre Gemächer aufgesucht, eilt Niki mit seinem Freude Montschi fort, um eine Wiener Damenkapelle zu hören. Jubelnd verliebt er sich in die hübsche Franzi, die Dirigentin der Kapelle. Doch Vetter Lothar hat Nikis Entweichen bemerkt. Er eilt mit dem Fürsten Joachim herbei, um den Prinzgemahl zu suchen. Als Lothar die fesche Franz erblickt, verliebt er sich ebenfalls in sie. Doch Franzi lacht den Alten aus. Auch Prinzessin Helene, Nikis junge Frau, und die Oberkammerfrau treten auf und finden endlich Niki. Doch als sich Niki mit seiner Gattin zu Gehen anschickt, intoniert die Wiener Kapelle den entzückenden Walzer „Leise, ganz leise klingt’s durch den Raum…Niki fasst Helene und tanzt mit ihr einen schwungvollen Walzer, alle Anwesenden folgen diesem Beispiel, nur Franzi, die ja nicht gewusst hat, dass Niki der Prinzgemahl ist, bleibt verzweifelt zurück, denn sie hat Niki wahrhaft geliebt. Das Volk aber jubelt dem jungen Paare, kennt es doch nicht den traurigen Grund seiner Anwesenheit, freudig zu.


    3.Akt
    Großer Salon im Schlosse. Helene, die Niki innig liebt, sinnt hin und her, wie sie die Gegenliebe ihres Gatten erringen kann. Sie hat heimlich Franzi ins Schloss kommen lassen und von ihr den Walzer „Leise, ganz leise“ gelernt. Auch Niki liebt Helene, doch ist eine Annäherung beider noch nicht erfolgt. Da plötzlich ertönt Helenes Gesang „Leise, ganz leise“, Niki stürzt jubelnd in die Arme der Gattin, während Franzi traurig davongeht und Lothar von ihr noch für seine dreiste Annäherung ein paar tüchtige Watschen zum Andenken erhalten hat.


    Bekannte Lieder:
    Da draußen im duftigen Garten
    Leise, ganz leise klingt's durch den Raum
    O du lieber, o du g'scheiter
    Ich hab einen Mann
    Piccolo, Piccolo tsin-tsin-tsin

  • 2. März 1907:
    Die Operette
    Ein Walzertraum von Oscar Straus
    mit dem Libretto von Felix Dörmann wird am Carl-Theater in Wien uraufgeführt,
    mit Mizzi Zwerenz • Arthur Guttmann • Carl Blasel • Helene Merviola • Therese Löwe • Fritz Werner • Rudolf Kumpa • Lea Gregor • Vally Worth.



    LG


    :hello:

  • Ich habe gerade eine schöne Aufnahme des "Walzertraum" aus meinen Vinyl-Aufnahmen aufgelegt. Mit Else Liebesberg, Christine Spierenburg, Karl Terkal, Laslo Szemere und Leo Heppe. Mit dem Chor von Radio Wien und dem Wiener Volksopernorchester unter Kurt Richter. Eine sehr gute Alternative zu den anderen Aufnahmen, die ich noch besitze.