Lautsprecher für klassische Musik (2) Der Hochtöner

Alfred_Schmidt · 4 Beiträge · letzte Antwort von Pianomania

  • Nachdem - entgegen in früheren Zeiten - eine gewisses moderates Interesse am Bereich HIFI zu sehen ist, möchte ich die Serie über HIFI Lautsprecher - und zwar solche, die für Klassische Musik geeignet sind - fortsetzen.
    Ich glaube nicht an den sogenannten 2neutralen" Lautsprecher, den jeder Hersteller stets für sich reklamiert, sondern an den praxisgerechten Aufgabenorientierten. So soll beispielsweise ein Studiomonitor Fehler einer Aufnahme herausarbeiten und betonen, um noch rechtzeitig allfällige Korrekturmöglichkeiten nutzen zu können.


    Ein Heimlautsprecher sollte indes eher "verzeihend " agieren - noch dazu ohne Verlust an Information.


    Es ist kein Geheimnis, daß im Hochtonbereich, wo viele verschiedene Systeme angeboten werden, jedes seine Vor . und Nachteile aufzuweisen hat


    Es gibt


    Kunststoffkalotten,
    Seidenkalotten
    Metalkalotten
    Ringradiatoren
    Bändchenhochtöner
    Ionenhochtöner
    Hochtonhörner
    Breitbandlautsprecher mit inegriertem Hochton
    Elektrostaten.


    Wo liegen die jeweiligen Vor - und Nachteile ?


    mfg aus Wien
    Alfred
    und Air motion Transformer (Bändchenabart)

    SPARE IN DER NOT - DA HAST DU ZEIT DAZU



  • Da fehlt noch eine Klasse von Folienwandlern, nämlich die Magnetostaten. Und es gibt immer noch die Konushochtöner mit Papiermembran (seltener mit Kunststoff- oder Metallmembran). Ganz selten, aber immer noch präsent sind die Biegewellenwandler. Entweder flach (wie z.B. beim Breitband-Manger) oder kegelförmig (wie z.B. bei Ohm).


    Der jüngste Schrei sind die NXT-Wandler. Eine relativ große Fläche wird zum Schwingen angeregt. Aber anstatt einer homogenen Bewegung schwingen kleine Flächenteile unabhängig vom Rest. Man hat quasi eine Fläche von Miniaturschallwandlern und trotz der großen Dimension eine erstaunliche Rundumstrahlung. Man arbeitet noch am Wirkungsgrad und der Frequenzganglinearität, aber die wenigen bereits auf den Markt gebrachten Systeme arbeiten in unterschiedlichen Anwendungsbereichen sehr vielversprechend.

    Ciao


    Von Herzen - Möge es wieder - Zu Herzen gehn!


  • Zitat

    Original von Alfred Schmidt
    Ein Heimlautsprecher sollte indes eher "verzeihend " agieren - noch dazu ohne Verlust an Information.


    Das ist eben die Frage, ob das so ist.
    Je studiomässiger, "ehrlicher", neutraler etc. der Schallwandler ist, desto natürlicher und schöner wird die Wiedergabe klassischer Musik sein, sofern sie denn hervorragend aufgenommen wurde.


    Je schlechter die Aufnahmequalität ist, desto schlimmer klingt es über Lautsprecher mit dieser Philosophie.


    Die verfärbenden, beschönigenden und damit eigentlich schlechteren Lautsprecher klingen ggf. bei schlechten Tonaufnahmen angenehmer.


    Für die Zukunft habe ich mir übrigens vorgenommen, mir so einen "Ghetto-Blaster" oder so etwas in der Art eines einfaches CD-Radios für die Küche zuzulegen.
    Auf dem könnte ich dann wahrscheinlich weniger behelligt von der nicht historischen Aufnahmequalität den Einspielungen Furtwänglers mit Genuss lauschen...


    Was die Frage der Hochtöner anbelangt, kann ich nicht wirklich fachlich kompetente Aussagen treffen.
    Mir ist aber bekannt, dass die Vorstellung, dass ein Elektrostat mit seiner hauchdünnen Folie frei schwingend ideal wäre, ein Vorurteil und ein Missverständnis sein soll.
    Sie haben ein eher mässiges Impulsverhalten und schwingen vor allem viel stärker nach, als etwa ein "normaler" Kalottenhochtöner der durch eine hoffentlich aufwendige Frequenzweiche kontrolliert wird.


    So schön es ist, sich darüber zu informieren, desto wichtiger ist es doch, das Ohr im Vergleich entscheiden zu lassen.


    :hello:
    Glockenton

    "Jede Note muss wissen woher sie kommt und wohin sie geht" ( Nikolaus Harnoncourt)

  • Vielleicht genügt auch das koaxiale Hochtöner-System von Piega?



    Als absoluter Technologie-Laie und zufriedener Piega-Lautsprecherbesitzer bin ich da natürlich 100% voreingenommen :D
    Folgendes steht im Werbetest:


    Zum einen ist es die von uns entwickelte Bändchen- Technologie und zum andern die perfekt verarbeiteten, aus einem Strang gepressten Aluminiumgehäuse. Nach der Entwicklung des Hochton-Bändchens, welches in den frühen 90er Jahren in Sachen Klanggenauigkeit und Wirkungsgrad alles bisherige übertraf, folgte im Jahr 2000 die Einführung des weltweit ersten koaxialen Bändchen-Systems. In diesem System wurden erstmals Hoch- und Mitteltöner in einem System vereint und bilden ein akustisches Zentrum. Störende Interferenzen werden ausgeschlossen und das Resultat ist ein authentisches, feingezeichnetes Klangbild. Die grosse Faszination, wie Instrumente, Chöre oder Einzelinterpreten reproduziert werden, zieht «Alltagshörer» wie auch passionierte Musikliebhaber in ihren Bann. Unser koaxiales Bändchen-System ist auch 10 Jahre nach der Entwicklung noch immer ein Synonym für Klangperfektion und kompromisslose Highend-Technologie im Lautsprecherbau.

    "Die Welt ward ihm Klavier. In Terzen, Quinten, Oktaven sprang sein Denken, Dur und Moll spannte sein Herz."
    Carl Sternheim