Vielseitiger Künstler aus der Toscana: Vittorio Grigolo

  • Liebe Opernfreunde,


    also berühmt ist er noch nicht, aber er hat das Zeug dazu, wenn er es klug anstellt: Der junge Tenor Vittorio Grigòlo, seit der Züricher Bahnhofs-Traviata in aller Munde. Wie ich erfahren habe, liegt ihm die opernbegeisterte Züricher Damenwelt bereits zu Füßen und himmelt ihn an.


    Für einen 31- jährigen Tenor hat er schon ein erstaunliches Repertoire erararbeitet:


    Verdi:
    Don Carlo
    Due Foscari
    Ballo in Maschera
    Macbeth
    Luisa Miller
    Attila
    Simon Boccanegra
    Messa da Requiem
    Rigoletto
    Traviata


    Donizetti:
    Elisir d’Amore
    Don Sebastiano
    Favorita
    Anna Bolena
    Lucia di Lammermoor


    Puccini:
    Bohème
    Madama Butterfly
    Tosca


    Gounod:
    Faust


    Rossini:
    Petite Messe Solennelle
    Stabat Mater


    Mozart:
    Idomeneo
    Così fan tutte


    Massenet:
    Werther
    Manon


    Bernstein:
    Candide
    West Side Story


    Leoncavallo:
    Pagliacci


    Bleibt zu hoffen und zu wünschen, daß er sich seine Kräfte und stimmlichen Mittel gut einteilt und nicht die Fehler seines berühmten Kollegen Rolando Villazón wiederholt.


    Eine lange und glanzvolle Karriere möge ihm vergönnt sein.


    PS: Seine Homepage bietet interessante Einblicke in sein bisheriges Wirken.


    :hello:

    Freundliche Grüße Siegfried

  • Vielleicht erinnert sich noch jemand an die Übertragung aus dem Hauptbahnhof Zürich vor knapp zwei Jahren "La Traviata" zwischen zwei Eisenbahnzügen.
    Der Alfredo wußte zu überzeugen - auch hier im Forum wurde darüber diskutiert.


    Zitat

    Gegenwärtig gibt es keinen vergleichbaren Künstler, der es als ausgebildeter Tenor versteht, durch Stimm- und Bühnenpräsenz, unkonventionelle Persönlichkeit, Eleganz und Charisma die Opern- und Popwelt international gleichermaßen zu begeistern.
    Vittorio Grigòlò's Liebe gilt zuallererst der klassischen Musik. Es ist ihm ein besonderes Anliegen, die Schönheit der so genannten „ernsten Musik“ insbesondere einem jüngeren Publikum, seiner eigenen Generation, zugänglicher zu machen.
    Dies gelingt ihm meisterhaft, indem er Oper und Pop auf wunderbare Weise miteinander kombiniert. Es ist durchaus möglich, heute in einem Popkonzert Erfolge mit ihm zu feiern und schon morgen seine Stimme auf den Opernbühnen in aller Welt zu bewundern.


    So steht es auf seiner Internet-Seite.


    Hier ist seine erste Solo-Platte:



    Seine Karriere hat ja schon vielversprechend begonnen: Grigolo war im Alter von 23 Jahren der jüngste Tenor, der an der Mailänder Scala debütierte. Er soll in der nächsten Saison an der Met in «La Bohème» auftreten und an der Seite von Anna Netrebko in Massenets «Manon» im Londoner Royal Opera House.


    LG


    :hello:

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • Der Name des Sängers fiel mir zum ersten Mal auf anläßlich eines Konzerts mit Hayley Westenra. Das war zum 50jährigen Jubiläum des Bernstein-Musicals "West Side Story" aus London, das im Radio übertragen wurde. Es gibt auch eine CD davon:



    Leonard Bernstein (1918-1990)
    West Side Story (Ges.-Aufn.)


    Künstler: Hayley Westenra, Vittorio Grigolo, Will Martin,
    Royal PO,
    Nick Ingham
    Decca , DDD, 2006


    LG


    :hello:

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • Lieber Harald,


    es gibt übrigens bereits einen Thread über Vittorio Grigolo:
    Vittorio Grigolo läßt Frauenherzen dahinschmelzen


    Arte sendet übrigens am 8. Mai um 9.50 Uhr nochmals die Übertragung der Traviata aus dem Hauptbahnhof in Zürich mit Grigolo.


    Erstaunlicherweise lässt mich Grigolo kalt. d.h. ich gehöre sicherlich nicht zu den Damen, die er dahinschmelzen lässt. Er wirkt auf mich sehr selbstverliebt.


    :hello:
    Jolanthe

  • Vorschlag an die Admins:


    Diesen Thread und den am 02.10.2008 gestarteten zusammenfassen.


    :hello:

    Freundliche Grüße Siegfried

  • Der Tenor Vittorio Grigolo hat bei Sony einen Exklusivvertrag unterzeichnet.


    Eine erste Recital-CD auf dem Sony-Classical Label von Vittorio Grigolo, der bisher bei Universal mit Crossover-Produktionen hervorgetreten ist, soll im Herbst erscheinen; mit Werken von Donizetti, Verdi und Puccini.


    In dieser Othello-Produktion aus Barcelona ist er als Cassio zu hören:



    LG


    :hello:

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • Alles, was ich bisher von ihm bei you tube gehört habe,
    und das ist nicht wenig, überzeugt mich keinesfalls.
    Warten wir die erste Ricital-CD ab.


    LG, Bernward


    "Nicht weinen, dass es vorüber ist
    sondern lächeln, dass es gewesen ist"

    Waldemar Kmentt (1929-2015)


  • Der italienische Tenor Vittorio Grigolo hat an der Seite von Anna Netrebko im Londoner Royal Opera House Covent Garden ein fulminantes Debüt gegeben.


    Massenets «Manon» - Anna Netrebkos populäre Glanzrolle - hat in der Inszenierung von Laurent Pelly und dem Dirigat von Antonio Pappano in London begeisterte Aufnahme gefunden.


    Insbesondere gelobt wird neben der Sängerin der Tenor Vittorio Grigolo in der Rolle des Grieux'. Der «Guardian» spricht gar vom «sensationellsten Covent-Garden-Debüt seit längerer Zeit».


    LG


    :hello:

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • Hallo forianer, liebe Tenorfreunde (innen),


    habe selten so gute 15 Schnipsel gehört wie von dem aus der Toscana stammenden Vittorio Grigolo (kein Vergleich zu you tube). Einfach sensationell. Ich dachte, dass aus der Toscana nur Spitzenrotweine kommen, habe mich gründlich geirrt. CD bestellt, warte auf Lieferung.




    Liebe Grüße, Bernward


    "Nicht weinen, dass es vorüber ist
    sondern lächeln, dass es gewesen ist"

    Waldemar Kmentt (1929-2015)


  • Ich habe in der zwischen Zeit seinen Don Carlos von 2008 und seine Edgardo aus Lucia di Lammermoor von 2008 gehört und auch Auszüge im Internet aus La Boheme und Il Corsaro.
    Ferner gibt es ja die beiden Traviata DVDs, eine aus Zürich und die andere aus Frankreich neben Patrizia Ciofi, ferner noch Gianni Schicchi, nicht zu vergessen seinen Herzog von Mantua.
    Während man sich bei Jose Carreras ( Studio ), um jetzt mit der Boheme zu beginnen, schon in die Rolle des Voyeurs gedrängt beinahe angeekelt abwenden möchte, so grauenhaft wird dort zum Ende geschluchst, glauben Sie mir Herr Grigolo war da noch steigerungsfähig.
    Seinen Herzog von Mantua kam Physisch blenden rüber, wirklich ein toller Mann, gesanglich fang ich ihn aber langweilig.
    Bei seinem Don Carlos fielen einem viele Versatzstücke auf die man sonst eher aus der Welt des Schlagers kennt und auch sein Edgardo ist verglichen mit Steven Costello, Pietro Beczala, Eric Cutler, Giuseppe Filianotti, sie alle sangen diese Rolle nachweislich auf CD 2008, fällt seine Interpretation hinter die der eben genannten zurück .
    Am besten schneidet er noch im Corsaren ab, eine Rolle die seiner Stimme und wohl auch seinem Temperament am besten liegt.
    Obwohl ich mich hier irgentwie an das Cover einer Roberto Sacco CD mit dem Titel Freibeuter der Oper erinnert fühlte.
    In beiden La Traviata Aufführungen hinterließ er bei mir leider gesanglichen einen weniger nachhaltigen Eindruck.
    Hinzu kommt außerdem, daß man außer Visuell ( Kostümwechsel ), zwischen den einzelnen Rollen keinen wirklichen Unterschied feststellen kann, eine Rolle klingt wie die andere, hier werden keine charakterlichen Details herausgearbeitet, sorry aber wie kann man hier von vielseitig reden, wo doch alles gleich klingt.
    In einem Interview erzählte er übrigens das er das Angebot in einer Opernboygroup, ich glaubes es war il Divo, mitzuwirken dankend abgelehnt hatte.
    Fairerweise muß man ihm hier allerdings zu erkennen, daß er noch am Anfang seiner Karriere steht und wenn er jetzt des öffteren die Chance hat für den indisponierten Rolando Villazon, ich glaube als nächstes steht der Werther zur Disposition, einzuspringen darf und hier Rollen mit erstklassigen Dirigenten einstudieren kann, stehen ihm sicherlich noch alle Türen offen.
    Denn seine Stimme verfügt über eine sehr schöne Klangfarbe.
    Hoffen wir also das er nicht die gleichen Fehler wie Jose Carreras macht, dessen Anfang von Ende sich bereits in einem Maskenball von 1975 neben Montserrat Caballe ankündigte, wo man diesen förmlich auf den Zehenspitzen stehen sieht um seine hohen Töne hinauszudrücken.

  • Ja,er singt heute in New York in der Boheme,meines Wissens nach mit Povlaskaja.
    Tenöre sind immer Geschmackssache..Er ist noch jung und wird es schaffen.


    Rita

  • Er kann nicht alles am besten, aber am besten singen. Warten wir es doch erst einmal ab.
    Es kommt ja noch was. Ich habe Schallplatten und CD von Sängern gesammelt, deren erstes
    Recital mir weitaus schlechter gefallen hat. Abwarten, nicht vorschnell schießen. Geschmack
    zeichnet sich dadurch aus, dass er unterschiedlich ist. Mir hat die CD sehr gut gefallen und ich
    bin auch gern bereit, meinen ersten Eindruck aufgrund der Schnipsel zu korrigieren.


    LG, Bernward


    "Nicht weinen, dass es vorüber ist
    sondern lächeln, dass es gewesen ist"

    Waldemar Kmentt (1929-2015)


  • Meines Wissens nach singt er ab heute Abend La Bohème an der Met in New York.

    Die Kritiken in der "New York Post" waren sehr gut. Unter dem Titel "Tenor is the night" schreibt James Jorden u.a.
    "Saturday night's Met debut of Vittorio Grigolo in "La Boheme" was promising enough to suggest the tenor may one day live up to his own hype.


    An onslaught of advance hoopla for the 33-year-old Italian singer, including over-the-top kudos from the Met's general manager, Peter Gelb, set expectations impossibly high. But in Puccini's love story of artists in 1800s Paris, he emerged as an unreasonably handsome young man with a reasonably attractive voice. "



    Read more: http://www.nypost.com/p/entert…D2qC5AKRR9J#ixzz13Ly0aAYY

  • Ich konnte es mir nun doch nicht verkneifen die neue CD von ihm zu kaufen und eigentlich war ich doch positiv überrascht. Er gefiel mir auf jeden Fall besser als in der Rigoletto-Übertragung.


    :hello:


    Jolanthe

  • Hallo Jolanthe,


    ich habe auch schon überlegt mir die CD zu kaufen. Bislang haben mich zwei Gründe davon abgehalten:
    1. Ich mag grundsätzlich Sammlungen einzelner Arien nicht übermäßig gerne.
    2. Auch mich hat er in der Inszenierung als Duca di Mantua nicht so ganz überzeugt.


    Ich weiß noch nicht, ob ich mir diese CD zulegen werde oder nicht.

    Viele Grüße,


    Marnie

  • Die Ariensammlung CD von Grigolo habe ich schon gekauft, mehrmals gehört und bin ich ziemlich zufrieden mit dem Studioaufnahme.
    Mal schauen wie er live sich anhört.

    Pourqoi me reveiller....

  • Die erste Arien-CD von Vittorio Grigolo ist in der Tat ein sehr ansprechendes Tenor-Recital. Die Stimme ist gut geführt, individuell, höhensicher und hat einen hohen Wiedererkennungswert. Man darf gespannt sein, wie sie sich weiter entwickelt. Die "Rigoletto-Aufführung" aus Mantua und Umgebung, die das Fernsehen übertrug, hat mir gut gefallen, allerdings lässt der Tenor alle exponierten Spitzentöne aus (am Ende des Duetts "E il sol dell'anima ... Addio" mit Gilda das Des, das D in "Possente amor mi chiama"). Den Vergleich mit Pavarotti oder Kraus hält der junge Tenor zudem (noch) nicht aus. Trotzdem hat er das Zeug, sehr weit zu kommen. Bleibt zu wünschen, dass ich den jungen Italiener nicht irgendwann in die Liste der von den Medien und Agenturen gekürten "Pavarotti-und-Domingo-Nachfolger" einreihen muss - die es allesamt nicht geworden sind: Alagna, Cura, Leech, Vargas ...


    LG
    Manfred

    "Menschen, die nichts im Leben empfunden haben, können nicht singen."
    Enrico Caruso


    "Non datemi consigli che so sbagliare da solo".
    ("Gebt mir keine Ratschläge, Fehler kann ich auch allein machen".)
    Giuseppe di Stefano

  • Stimmt Ramon Vargas fällt da etwas aus dem Rahmen, bei ihm klingt alles gleich.
    Bei Leech, Cura, Alagna, Pavarotti und Domingo hingegen schon.
    Insofer ist hier die Nachfolge doch erreicht.
    Zumindest was diesen Gesichtspunkt anbelangt.

  • Am kommenden Sonntag, 28.11.10 sendet das ZDF unter Mitwirkung von Grigolo das jährliche Adventskonzert aus Dresden. Ursprünglich sollte Anna Netrebko singen, die auch in den Programmzeitschriften noch genannt ist.



    18.00 - 19.00 ZDF


    Galakonzert aus der Frauenkirche


    Interpret:
    Mojca Erdmann (Sopran)
    Vittorio Grigolo (Tenor)
    Kammerchor der Frauenkirche
    Chor der Sächsischen Staatsoper
    Staatskapelle Dresden
    Musikalische Leitung: Bertrand de Billy




    Am 3., 8. und 20. Dezember sendet der ZDF-Theaterkanal nochmals den "Rigoletto" mit Grigolo als Duca.


    19.40 - 22.05 Theaterkanal ZDF


    Opernverfilmung mit Plácido Domingo



    Mit:
    Vittorio Grigolo (Herzog)
    Plácido Domingo (Rigoletto)
    Julia Novikova (Gilda)



    Es spielt das Orchestra Sinfonica Nazionale della RAI



    :hello:


    Jolanthe

  • Beim Durchlesen der Kritik im Fono Forum und im Crecendo und dann beim Duchhören der CD stößt man zwangsläufig auf manche Diskrepanz.
    Zum einen ist es erstaunlich das das Orchester immer dann besonders präsent wirkt, wenn Herr Grigolo gerade nicht singt.
    Solbald aber seine Stimme hinzukommt tritt das Orchester merkwürdig in den Hintergrund.
    Die Stimme wurde extrem in den Vordergrund gestellt, einen Genuß in den man bei Livemitschnitten seltener kommt.
    Auch wenn man den Sound des Orchesters, des Chores mit dem von Herrn Grigolo vergleicht fällt eines extrem auf, nämlich das seine Stimme von einem ganz anderen Hall begleitet wird, eine technische " Tugend " die auch schon in manchen späteren Domingoaufnahmen weniger positiv zu buche schlägt.
    Auch fällt auf das hier kein einzgies wirkliches Piano zu erleben ist sondern stattdessen die Stimme einfach nur zurückgeommen bzw. gehaucht wird.
    Dieses läßt nur zwei Schlüsse zu.
    Zum einen das das Orchester und der Chor niemals während der gesamten Produktion gleichzeitig im selben Raum waren und das Herr Grigollo sämtlich vokalen Gesten nur angedeutet und die Dynamik den Technikern überlassen hat.
    Etwas was übrigens laut Herrn Kesting auch schon bei einer Traviata mit Renata Scotto ( ihrer zweiten ) ganz gut funktioniert hat.
    Verblüffend das dieses keinem der beiden Rezensenten aufgefallen sein will.

  • Am 16.09.2011 erscheint das neue Album von Vittorio Grigolo. Die Liste der einzelnen Tracks liest sich wie ein Wunschkonzert: "Trinklied" aus "Traviata", Arie aus "Martha", "Caruso" von Dalla, "Torna a Surriento" von de Curtis u. a.






    Gruß
    Manfred

    "Menschen, die nichts im Leben empfunden haben, können nicht singen."
    Enrico Caruso


    "Non datemi consigli che so sbagliare da solo".
    ("Gebt mir keine Ratschläge, Fehler kann ich auch allein machen".)
    Giuseppe di Stefano

  • Lieber Harald


    Wenn ich auch nur eine CD vorbehaltlos empfehlen müßte, damit jemand einen positiven Eindruck von Vittorio Grigolo erhalten könnte, dann ist es die West Side Story CD ( ich höre diese CD heute zum ersten mal ).
    Es scheint mir die einzige Studio CD, die ich bis dato vom ihm gehört habe ( seine Pop CD und die erste Arien CD ), auf der er endlich mal nicht haucht und flüstert, sondern wirklich mal singt.
    Ich hätte es kaum für möglich gehalten das er dazu unter Studiobedingungen in der Lage ist, bzw. war.

  • Und nach Domingo haben wir den nächsten prominenten Tenor-Skandal:



    Die Royal Opera suspendiert Vittorio Grigolo


    ... nachdem dem italienischen Tenor im Rahmen einer Faust-Vorstellung auf der Japan-Tournee des königlichen Opernhauses ein Fehlverhalten vorgeworfen wird.

    Laut diversen Berichten soll er in der Vorstellung am 18. September in Tokio ein weibliches Mitglied des Chores auf offener Bühne beim Schlussvorhang begrapscht haben.

    Die Royal Opera hat sofort reagiert und eine Untersuchung eingeleitet und Grigolo von allen Verpflichtungen entbunden.


    Und heute hat auch schon die MET reagiert. Gestern war Domingo dran, heute Grigolo:


    Die Metropolitan Opera suspendiert Vittorio Grigolo


    Die New Yorker MET erklärte heute, dass Grigolo von allen zukünftigen Verpflichtungen entbunden wird. Zumindest bis das Ergebnis der Untersuchung der Royal Opera vorliegt.

    Grigolo hätte im Frühjahr 2020 den Alfredo in La traviata singen sollen. Die MET sucht derzeit einen Ersatz.


    Grigolo ist in dieser Saison weiterhin für Aufführungen an der Mailänder Scala, der Deutschen Oper Berlin sowie der Staatsoper Berlin, der Wiener Staatsoper und der Pariser Opera Bastille vorgesehen. Zumindest noch.



    Gregor

  • Laut diversen Berichten soll er in der Vorstellung am 18. September in Tokio ein weibliches Mitglied des Chores auf offener Bühne beim Schlussvorhang begrapscht haben.

    Die Royal Opera hat sofort reagiert und eine Untersuchung eingeleitet und Grigolo von allen Verpflichtungen entbunden.

    Allmählich gewinne ich den Eindruck, dass wir auf eine neue Ära der Prüderie zusteuern, wie man es noch vor zwanzig Jahren nicht für möglich gehalten hätte. Ich weiß nicht, was ich davon halten soll. Ist Herr Grigolo wegen des (mutmaßlichen) Vorfalls jetzt auch zeit seines Lebens eine persona non grata?

    »Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

  • Tja, so ist das: 1x grabschen coram publico = lebenslanges Berufsverbot...

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"


    Wenn ich hier getätigten politischen, kulturpolitischen oder sonstigen Aussagen nicht widerspreche, bedeuttet dies keine Zustimmung meinerseits zu diesem Aussagen. Für Meinungen bestimmter User habe ich bestenfalls noch einen Smiley übrig. Das Regietheater-Forum habe ich überdies bei mir abgeschaltet.

  • Ich glaube,jetzt werden die Anschuldigungen lächerlich.

    Ich hatte mit Grigolo mehrmals beruflich in meiner Agentur zu tun. Er ist ein echter Italiener, beim Gespräch sind seine Arme und Hände ständig in Bewegung und er hat die Angewohnheit, seine Gesprächspartner, egal ob weiblich oder männlich, dabei anzufassen und zu berühren.

    Ich frage mich ausserdem, wie er als Solist beim Schlussvorhang einem Chormitglied so nahe kommen kann, um zu grapschen.

    Ich halte das alles vorerst für ein Gerücht mit allerdings schwerwiegenden Folgen.

    Es grüßt Vera

  • Ich glaube,jetzt werden die Anschuldigungen lächerlich.

    Das kommt mir auch so vor, liebe Vera. Vor allem wenn man nun die neusten Entwicklungen in der Sache verfolgt.

    Denn inzwischen haben sich ja laut diversen Berichten auch schon Augenzeugen aus dem Publikum zu Wort gemeldet. So soll ein Besucher der Vorstellung erklärt haben, Grigolo habe dem weiblichen Chormitglied auf ihren künstlichen Schwangerschaftsbauch (!!!) – einem Bühnenrequisit, das Teil der Aufführung war - gegriffen.


    Inzwischen ist Grigolo mit Donizetti’s Liebestrank an die Mailänder Scala zurückgekehrt und wurde vom Publikum demonstrativ mit Standing Ovations bedacht.

    In einem Interview mit Gramilano erklärte der Sänger nach der Aufführung unter anderem „Ich habe einige Chormitglieder am Abend [während des Schlussvorhanges] umarmt. Ich hoffe, ich bekomme nicht noch mehr Probleme“.

    Na, seinen Humor scheint er jedenfalls nicht verloren zu haben.


    Man hört generell, dass der Sänger den Untersuchungen gegen ihn ziemlich gelassen gegenüberstehen soll.

    Hat man in diesem Fall vielleicht doch weit über das Ziel hinausgeschossen?


    Gregor

  • Zitat von Gregor

    Inzwischen ist Grigolo mit Donizetti’s Liebestrank an die Mailänder Scala zurückgekehrt und wurde vom Publikum demonstrativ mit Standing Ovations bedacht.

    Ich war dabei am 1.Oktober und kann das bestätigen, es war auch da noch so!


    LG Fiesco

    Il divino Claudio
    "Wer vermag die Tränen zurückzuhalten, wenn er den berechtigten Klagegesang der unglückseligen Arianna hört? Welche Freude empfindet er nicht beim Gesang seiner Madrigale und seiner Scherzi? Gelangt nicht zu einer wahren Andacht, wer seine geistlichen Kompositionen anhört? … Sagt nur, und glaubt es, Ihr Herren, dass sich Apollo und alle Musen vereinen, um Claudios vortreffliche Erfindungsgabe zu erhöhen." (Matteo Caberloti, 1643)