Ich bin ein Fremder überall -Schuberts Wanderer-Fantasie

  • Hallo Classics


    (diese Anrede hab ich von irgend jemand geklaut, ich weiß nur nicht von wem :rolleyes:


    Neben den Klaviersonaten ist die Wanderer-Fantasie D760 Schuberts wohl umfassendster Klavierwerk, von manchen Forschern auch als Quasi-Sonate bezeichnet, oder zumindest in deren Nähe gerückt.


    Geschrieben wurde sie 1822 für einen reichen Musikliebhaber, Emanuel Edler von Liebenberg einem Privatschüler Hummels. Verarbeitet wird hier das Lied Der Wanderer D489 aus dem Jahre 1816.


    Im Augenblick höre ich sie gerade (um mich zu inspirieren)in der leider gestrichen Aufnahme von Wilhelm Kempff.



    Aber es gibt etliche andere hörenswerte Einspielungen des Werkes von Pollini bis Brendel.
    Welche könnt ihr empfehlen, welche sind nicht so euer Fall ?


    Das wäre besonders für mich interessant, denn hier klafft wie ich beim erstellen dieses Threads soeben gesehen habe, eine Lücke: Zumindest auf CD habe ich nur diese eine Aufnahme, und das wird sich jetzt schnellstens ändern.


    Nachtrag: Ich hab noch den Brendel (toal übersehen-Oh Schande ! :D


    Viele Grüße aus Wien


    Euer Alfred

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  • Hallo!


    Vielleicht kann ich, überraschender Weise, für diese Einspielung einen Klaviervirtuosen empfehlen, der eher unbekannt ist.


    Es handelt sich um den Rotterdamer Martijn van dan Hoek, der am Konservatorium in Wien als Professor fungiert.


    Seine Aufnahme, die auf dem Label Brilliant Classics erschienen ist, gefällt mir persönlich sehr gut.


    Grüße
    Frank

  • Hallo


    meine Empfehlungen :


    Brendel / Philips


    Kissin / DGG


    Perahia / CBS


    Ich finde alle drei Klasse (naja deshalb habe ich sie ja auch)
    Die Kempff Aufnahme habe ich auch, sie gefällt mir aber weniger. Zwar war Kempff bekannt für seinen Schubert und Schumann, ich finde seinen Schubert aber etwas zu brav und bieder.

  • Tobey Wilson schrieb:


    [zitat]
    Die Kempff Aufnahme habe ich auch, sie gefällt mir aber weniger. Zwar war Kempff bekannt für seinen Schubert und Schumann, ich finde seinen Schubert aber etwas zu brav und bieder.[/zitat]


    Kempff war auch zu Lebzeiten nicht unumstritten.
    Ich konnte in meiner Jugend nicht viel mit ihm anfangen. Vor etwa 2 oder 3 Jahren wurde er in einem Forum jedoch so "zerzaust", daß ich einige CDs von ihm erneut anschaffte. Und oh Wunder: Plötzlich tauchte ich ein in seine Klangwelt, die frei von Extravaganzen eines Brendel ist, völlig entspannt, auf jeden Effekt verzichtend. Man sieht, man kann den selben sachlichen Tatbestand aus verschiedenen Perspektiven sehen. :yes:


    Für Deine Empfehlungen übrigens vielen Dank


    Gruß aus Wien


    Alfred

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  • Morgen,


    eine ganz frühe Darstellung von Brendel habe ich stehen, LP, Label Vox - nichts von Belang. Etwas besser ist Leon Fleisher, CBS, aber auch ohne Kraft zur Architektur (Strukturdarstellung), das Werk darf nicht etwa in Besinnliches verändert werden.


    MfG
    Albus

  • Hallo zusammen,


    wie im ´Heute gehört´ zu lesen, hab ich mir ja neulich die Wandererfantasie nach langer Pause vorgeknöpft. Einmal Brendel/Philips - die DDD-Aufnahme - und Pollini/DG.


    Brendel legt im ersten Satz derartig entfesselt los, dass ich echt verwundert nochmal prüfte , ob ich nicht eine falsche CD erwischt habe.:happy:
    Ich liege mit dem Menschen ja selten künstlerisch auf einer Wellenlänge, aber diese Aufnahme werd ich mir doch diese Woche sicher noch mal anhören.
    Weniger die Innigkeit des langsamen Satzes als die spannende Gestaltung der Ecksätze faszinierte mich.


    Pollini schlägt gemächlichere Tempi an, ist aber noch berückender im Adagio und findet herrliche Klangnuancen in den einzelnen Variationen des Themas. Die Gesamt-Struktur insgesamt scheint mir gelungener.


    Beides hörenswerte Aufnahmen wie ich finde. Fasziniert hat mich allerdings Brendels ´Wildheit´ - hatte die CD in einem Schuber und offenbar noch nie gehört, obwohl seit gut 5 Jahren in meinem Besitz. :dizzy:


    Gruß
    Anti

  • Es ist noch nicht die geniale Aufnahme mit Svatoslav Richter am Klavier in der Liszt-Fassung mit Orchester erwähnt worden, die mir äußest gut gefällt.


    Das ganze ist gekoppelt mit der besten Aufnahme des Dvorak-Klavierkonzertes und wird präsentiert von
    Carlos Kleiber/Bayrisches Staatsorchester auf EMI.
    Eine großartige CD !


    Gruß aus Bonn
    Wolfgang

    Gruß aus Bonn, Wolfgang

  • Zitat

    Original von teleton
    Es ist noch nicht die geniale Aufnahme mit Svatoslav Richter am Klavier in der Liszt-Fassung mit Orchester erwähnt worden, die mir äußest gut gefällt.


    Die ist nicht vergessen worden, da es sich nicht um die Liszt-Orchestrierung handelt. Richter spielt die reine Klavierfassung, das müsste beim Hören eigentlich auffallen :P Übrigens handelt es sich um die Bearbeitung von Badura-Skora. Sie ist aber dennoch eine der herausragenden Aufnahmen der Fantasie.

    Gruß,
    Gerrit

  • Hallo Thorsten,


    Deine Antwort kam ja schnell ! Ja, ich war mir gerade um 11:00Uhr, als ich den Beitrag schrieb auch nicht mehr ganz sicher, ob es die Schubert/Liszt-Fassung mit Orchester auf dieser CD ist oder die reine Klavierfassung handelt. Egal, wie Du richtig schreibst ist die Aufnahme erste Wahl und die gesamte CD eine 100%-Kaufempfehlung.
    Abgesehen davon gefällt mir die von Liszt orchestrierte Fassung auch gut.
    Da ich meine Beiträge meistens im Büro schreibe kann ich jetzt nicht nachsehen welche Aufnahme ich da habe.
    Aber bei Svatoslav Richter braucht man kein Orchester, der spielt das ungesehen mit - deshalb auch mein Irrtum.


    Gruß Wolfgang

    Gruß aus Bonn, Wolfgang

  • Hallo zusammen,


    Zitat

    Original von teleton
    Das ganze ist gekoppelt mit der besten Aufnahme des Dvorak-Klavierkonzertes


    Ob man das in Anbetracht der neuen Konkurrenz (Aimard/Concertgebouw/Harnoncourt) unhinterfragt so stehen lassen kann?


    Mit dieser Frage verabschiedet sich für heute und bis Mitte Januar


    allen ein frohes Fest und einen guten Rutsch nach 2005 wünschend


    C.Huth

    Die wirkliche Basis eines schöpferischen Werks ist Experimentieren - kühnes Experimentieren! (Edgar Varèse)

  • Hallo Claus,


    Zitat

    Original von C.Huth


    Ob man das in Anbetracht der neuen Konkurrenz (Aimard/Concertgebouw/Harnoncourt) unhinterfragt so stehen lassen kann?


    Nein, da hast Du vollkommen Recht. :yes:

    Gruß,
    Gerrit

  • ich habe bisher nur die Aufnahme von Lang Lang in der Carnegie Hall



    und eine live-performance meines onkels gehört.


    auf den Lang Lang CDs halte ich das Stück für das Beste (die zu langsame Träumerei gefällt mir so z.B. nicht usw.)

  • Lieber Alfred ,
    die "Wanderer-Fantasie" zählte in meiner Schulzeit zu meinen Lieblingswerken und verschwand für sehr viele Jahre im Regal .
    Bis die Edition "Great Pianists of the Century" die Aufnahme mit Sir Clifford Curzon harausbrachte .
    Die wundervollste Kurzbeschriebung verdanken wir dr Matthias Kornemann , damls RONDo , in seiner Rezsension zu dieser CD in rondomagazin.de ( heute noch erhältlich dort ) .
    Da Herr Kornemann dies so einfühlsam geschrieben hat , verzichte ich auf eigene Worte .
    Beste Grüsse
    Frank

    Frank Georg Bechyna
    Musik & Medizin

  • Die Aufnahmen, die ich habe, ich merke, daß mir der Brendel fehlt.


    Wanderer-Fantasie in C-Dur, D 760 opus 15
    Yevgeni Kissin 12/1990
    Sviatoslav Richter 1963
    Artur Rubinstein


    Wie immer, kann ich mich nicht entscheiden, wenn ich es müßte, dann Richter.

    Otto Rehhagel: "Mal verliert man und mal gewinnen die anderen".
    (aus "Sprechen Sie Fußball?")

  • Schuberts Wanderer-Fantasie fand ich immer irgendwie monströs. Ich glaube, ich hab sie auch zuerst mit Svjatoslav Richter gehört. Das Stück paßt irgendwie garnicht zu der Vorstellung, die ich vom Menschen Schubert habe. Es ist mir einfach zuviel Effekthascherei drin. Welche Krankheit Schubert wohl dazu gebracht hat, so ein Stück zu komponieren? ;)

  • Lieber Heinz ,
    durch die vielen Interpretationen , in den sich der Pianist als Supervirtuoso in Szene setzt , hat die "Wanderer-Fantasie" leider sehr gelitten .
    Daher nochmals : Sir Cliffor Curzons Interpretation hören ( Edition : Great Pianists of the Century ) und den Kommentar von M. Kornemnn in ronodmagazin.de lesen .
    ich bin sicher , dass Du dann wieder froh bist , dass Franz Schubert solch ein psychologisches Meisterwerk komponiert hat !
    Beste Grüsse
    Frank

    Frank Georg Bechyna
    Musik & Medizin

  • Hallo Heinz


    Zitat

    Welche Krankheit Schubert wohl dazu gebracht hat, so ein Stück zu komponieren?


    Die Wanderer-Phantasie war ein Auftragswerk eines Pianisten und ist vor allem aus diesem Grund Schuberts virtuosestes Klavierwerk (überstieg angeblich fast auch seine eigenen Fähigkeiten als Pianist).

    Ciao


    Von Herzen - Möge es wieder - Zu Herzen gehn!



  • Zitat


    Die Wanderer-Phantasie war ein Auftragswerk eines Pianisten und ist vor allem aus diesem Grund Schuberts virtuosestes Klavierwerk (überstieg angeblich fast auch seine eigenen Fähigkeiten als Pianist).


    Lieber Theophilus,


    sehr interessant, das war mir bisher nicht bekannt! Weißt du vielleicht auch den Namen des Pianisten und noch ein paar nähere Details?


    Nette Grüße
    Heinz

  • Zitat

    Lieber Theophilus,


    sehr interessant, das war mir bisher nicht bekannt! Weißt du vielleicht auch den Namen des Pianisten und noch ein paar nähere Details?


    Lieber Heinz, ich bin zwa nicht Theophilius, aber mein ICQ Kürzel war Amadéé , das ist quasi dasselbe :D


    Geschrieben wurde die Wanderer-Sinfonie für Emanuel, Edler von Liebenber, einen wohlhabenden adeligen Amateur, Schüler von Johann Nepomuk Hummel


    Freundliche Grüße aus Wien


    Alfred (Amadéé, Edler von Taminoianien :baeh01: )

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  • so, ich habe meinen horizont inzwischen erweitert:


    pollini
    richter
    petrov


    an meiner meinung, dass lang langs aufnahme ausgezeichnet ist halte ich bis jetzt weiter fest, jedoch habe ich unter den 4 pianisten einen favoriten: richter - seine interpretation ist mir bisher die für mich angenehmste.
    hingegen gefiel mir pollini nicht besonders - naja ich tendiere sowieso häufig zu richter - aber mal sehen, was weitere aufnahmen (brendel, perahia) so bringen werden

  • Lieber Maexl


    Ist ja hochinteressant, ;) denn uns gefällt die Aufnahme Pollinis bis anhin am Besten. Wir unterzogen sechs Aufnahmen blind einem Hörvergleich und Pollinis Interpretation sagte uns am Meisten zu.



    Pollini spielt sehr lyrisch, fliessend und beseelt mit schöner Farbigkeit und schöner Steigerung mit wunderbarem Spannungsbogen. Sein Pedaleinsatz ist mässig.


    Ebenfalls sehr gut gefallen hat uns die Aufnahme von Alfred Brendel mit wunderschöner linken Hand. Sein Spiel ist nuanciert und farbig vorgetragen mit grosser Steigerung doch klar. Sehr lebendig mit genügend Pedaleinsatz. Manchmal etwas zu abrupte Wechsel.


    Mit Brendel gleichauf, ebenfalls berührend vorgetragen die bereits von Frank Georg genannte Aufnahme von Clifford Curzon.
    Curzon hat einen ganz anderen Ansatz als die beiden vorgenannten Interpreten. Man muss sich unbedingt hineinhören um ihn zu verstehen. Wundervoll weicher Anschlag leicht und fliessend gespielt. Sein gelegentlich sehr schnelles Spiel wirkt partiell etwas pathetisch.


    Die von Maexl präferierte Aufnahme von Sviatoslav Richter (1963) lag bei uns im Mittelfeld. Sein Aufschlag ist manchmal zu hart und hüpfend aber sehr Kontrastreich. Er vermag einen wunderbarem Fluss aufzubauen. Wie so oft bei Richter sehr beseelt und zeitweise mit mutigem Vortrag. Für uns aber leider mit etwas zu viel Staccato.


    Anatol Ugorski spielt sehr deutlich und auch die schnellen Passagen mit Pedaleinsatz. Der zweite Satz ist unwahrscheinlich langsam gespielt so dass der Satz beinahe zerfällt.


    An letzter Stelle ist eine Aufnahme der Armenierin Elisso Wirssaladze zu nennen. Eine Aufzeichnung eines Konzertes. Sie gebraucht das Pedal rege und zeigt viel Pathos und wirkt leicht gehetzt. Eine ungezügelte sowie zu dramatische Speilweise. Vielleicht würde sie im Studio eine differenziertere Spielweise praktizieren.


    Freundliche Grüsse nahe Basel


    romeo&julia

  • Zitat

    Original von romeo&julia
    Die von Maexl präferierte Aufnahme von Sviatoslav Richter (1963) lag bei uns im Mittelfeld. Sein Aufschlag ist manchmal zu hart und hüpfend aber sehr Kontrastreich. Er vermag einen wunderbarem Fluss aufzubauen. Wie so oft bei Richter sehr beseelt und zeitweise mit mutigem Vortrag. Für uns aber leider mit etwas zu viel Staccato.


    Frohe Grüße an meine Landsleute (Baden)


    genau dieses Staccato finde ich passt zu diesem Stück - dort wo Pollini die Töne aushält schüttelt es mich geradezu. Die leiseren Stellen gefallen mir mit ihm wieder ausgesprochen gut... aber eben diese lauten Akzentuierungen sollte man - finde ich - nicht so lange halten. Allerdings werde ich bei Gelegenheit mal wieder in die Noten schauen - aber ich glaube nicht, dass da irgendwas von legato oder derartigen Betonungen stand.


    ich höre den Pollini übrigens auch von LP, erfreulicherweise ohne das bei meinen tausendemal gespielten Platten übliche Lagerfeuer im Hintergrund...

  • Ich besitze seit kurzem diese Aufnahme mit Kleiber und Richter, welche schon Wolfgang erwähnte,



    und als ich das Werk das erste Mal hörte, fand ich es auch gleich gut.
    Gleich der erste Satz regte mich stark zum Nachdenken an und da ich das "Problem" immer noch nicht gelöst habe, könnt ihr mir vielleicht helfen...
    Vielleicht irre ich aber auch[SIZE=7](wie mit Bonanza)[/SIZE] und alles ist nur ein Missverständiss.


    Und zwar kommt mir der Beginn des ersten Satzes sehr bekannt vor. Ich weiß nur nicht woher...
    Wenn ich mich nicht täusche, dann habe ich die Wanderer-Fantasie noch nie vorher gehört. Jedenfalls nicht bewusst, aber eigentlich auch noch nicht unbewusst...also im klompletten Sinne jetzt...Es war einfach neue Musik für mich. Mir fällt keine Begebenheit ein, wo ich das Klavierstück schon einmal gehört haben könnte...


    Also muss es was anderes gewesen sein...vielleicht wird ja ein Auschnitt des Anfangs irgendwo in einem Film verwendet, in der Werbung oder wo auch immer, wo man auf diese Musik stoßen könnte...


    Vielleicht weiß es ja einer von Euch. Wenn nicht, dann werde ich auch nicht sterben, aber es wäre mal interessant.


    Gruß, Maik

    Wie ein Rubin auf einem Goldring leuchtet, so ziert die Musik das Festmahl.


    Sirach 32, 7

  • Zitat

    Original von Maik
    Ich besitze seit kurzem diese Aufnahme mit Kleiber und Richter, welche schon Wolfgang erwähnte


    meinst du jetzt die Liszt-Orchestrierung oder die Schubert-Fassung für Klavier - die CD erweckt eher den Anschein der Schubert-Fassung.


    aber auf welches Plagiat du raus willst fällt mir nicht ein. :)


    Max

  • Hallo Maexl,


    es ist natürlich die Fassung für Klavier ;)
    Hab bisher von der Orchestrierung nur gelesen, aber gehört habe ich sie noch nicht. Wird sich im Laufe meiner "Klassik-Jahre" sicherlich ändern. Im Moment lege ich aber nicht so Wert darauf...verspüre kein großes Interesse...das liegt eher bei Dvorak :rolleyes:



    Tja...leider weiß ich es auch nicht so genau, welches Plagiat es ist.
    Es ist gleich zu Beginn und geht bis 0,12min. Das ist so die makante Stelle, die mich an etwas erinnert bzw. mir sehr bekannt vorkommt...


    Vielleicht kommt es mir ja selbst irgendwann in den Sinn...


    Gruß, Maik

    Wie ein Rubin auf einem Goldring leuchtet, so ziert die Musik das Festmahl.


    Sirach 32, 7

  • Salut,


    also ich starre jetzt schon seit einigen Minuten auf die ersten Takte... mir fällt aber eigentlich - bezugnehmend auf die Plagiatfrage - nichts vergleichbares ein.


    Alfred hat zwar bereits alles wesentliche zur Entstehung gleich zu Anfang notiert, dennoch - weil's so schön klingt - hier der Originaltitel:


    Fantaisie pour le Pianoforte composée et dediée a Monsieur Emm. Noble de Liebenberg de Zsittin par Francois Schubert m.p., datiert mit November 1822.


    Die Erstausgabe ist mit obigem Titel [Abwandlung: François] als Œuvre 15 bei Cappi und Diabelli, VN 1174, Wien am 24.02.1823 angekündigt worden [dies für die Theoretiker].


    Literaturhinweis:


    M. J. E. Brown: Schubert's "Wanderer" Fantasy in: The Musical Times, XCII, 1951, S. 540-542


    Paul Badura-Skoda, Unbkannte Eigenschriften bekannter Schubertwerke I, in: NZfM CXXII, 19613 S. 502-506


    Alfred Brendel: Die beiden Versionen von Schuberts "Wanderer-Fantasie" in: ÖMZ XVII, 1962, S. 57-60


    bien cordialement
    Ulli

  • Oh Schreck!
    Jetzt habe ich gerade bemerkt, dass ich in meiner Liste der Lieblingsklavierwerke in einem anderen Thread die Wanderer Fantasie komplett vergessen habe, wie konnte denn das nur passieren? :/


    Nun ja, da kann man nichts machen, editieren geht ja nun nicht mehr.


    Die Wanderer Fantasie war so ein typisches Werk, welches ich mir erst 'erarbeiten' musste.
    Anfangs fand ich dieses Schubert Werk als zu "groß" und unübersichtlich, vorallem weil ich zuvor lediglich die in ihrer Form wesentlich schlichteren Schubert Impromptus und Moments Musicaux gewöhnt war.
    Nach dem dritten oder vierten mal hören gefiel es mir dann bereits wesentlich besser und ich entdeckte die Schönheit des zweiten Satzes und wurde von der Virtuosität und der Kraft des Schlusses beinahe überwältigt.
    Was mich an dem Werk aber doch etwas stört ist das wiederholte 'Gehämmer' der Hauptmelodie am Beginn jedes Satzes.




    Zitat

    Und zwar kommt mir der Beginn des ersten Satzes sehr bekannt vor. Ich weiß nur nicht woher...
    Wenn ich mich nicht täusche, dann habe ich die Wanderer-Fantasie noch nie vorher gehört. Jedenfalls nicht bewusst, aber eigentlich auch noch nicht unbewusst...also im klompletten Sinne jetzt...Es war einfach neue Musik für mich. Mir fällt keine Begebenheit ein, wo ich das Klavierstück schon einmal gehört haben könnte...
    Vielleicht weiß es ja einer von Euch. Wenn nicht, dann werde ich auch nicht sterben, aber es wäre mal interessant.


    Maik, alles von dem ist möglich, ich kenne das ebenfalls.
    Ich lausche aufmerksam einem neuen Stück welches ich noch nie zuvor gehört habe, zumindest nicht bewusst, und mir kommt aufeinmal mittendrin eine Melodie so verdammt bekannt vor, die ich aber nirgends einordnen kann.
    Bei der Wanderer Fantasie war das bei mir jedoch nicht der Fall, dafür aber in Schuberts Streichquartett "Der Tod und das Mädchen", der Beginn des dritten Satzes, ich komm einfach nicht drauf!


    Noch ein Kommentar zu den painistischen Fähigkeiten Schuberts.
    Es gibt da eine interessante kleine Anekdote die die meisten hier wahrscheinlich bereits kennen.
    Als Schubert einmal jene Komposition, die Wanderer Fantasie, selbst Freunden vortrug, blieb er plötzlich am Schluss des Werks stecken und sagte dann etwas aufgebracht: "Das Zeug soll doch der Teufel spielen!"
    Schubert war sicher kein Virtuose aber sicher ein routinierter Klavierspieler.
    Hier ein Auszug aus den Erinnerungen seines Schulfreunds Albert Stadler: "Seine Klavierkompositionen von ihm selbst
    vortragen zu hören und zu sehen, war ein wahrer Genuß. Schöner Anschlag, ruhige Hand, klares, nettes Spiel voll Geist und Empfindung. Er gehörte noch zur alten Schule der guten Klavierspieler, wo die Finger noch nicht wie Stoßvögel den armen Tasten zu Leibe gingen"
    .


    Ich besitze eine Richter Aufnahme die mir sehr zusagt und eine Aufnahme von Daniel Blumenthal die im Vergleich zu Richter ziemlich lasch und langweilig klingt.
    Kennen tue ich dann noch die Aufnahmen vom berühmten Vorzeige Virtuosen Lang Lang, von dem sogar ein Video auf youtube existiert und eine von einem Pianisten Namens Anton Nel, welche auch sehr geglückt ist.


    Lang Lang - Wanderer Fantasie Teil 1


    Lang Lang - Wanderer Fantasie Teil 2


    Lang Lang - Wanderer Fantasie Teil 3


    Lang Lang - Wanderer Fantasie Teil 4


    Anton Nel - Wanderer Fantasie (komplett)


    mit Grüßen
    Christoph