Mozart: Exsultate jubilate

  • Seid gegrüßt,



    als ich heute von einer Studienreise nach Marburg zurückkehrte, befand sich in meinem Briefkasten die heißersehnte CD-Lieferung mit einem Umfang von insgesamt acht Aufnahmen. Während ich sieben der Interpretationen bereits ausgiebig gehört habe, eben nur noch nicht selbst besaß, war mir eine völlig neu. Es handelt sich um Mozarts Krönungsmesse in C-Dur, aufgeführt vom "Choir of the English Concert" unter der Leitung von Trevor Pinnock.





    Zunächst sollte ich wohl einmal erwähnen, dass die Aufnahme wahrhaft großartig ist. Meiner Meinung nach sind es in letzter Zeit gerade die englischen Chöre, welche barocke Vokalklänge (in diesem Fall natürlich klassische, doch ist nicht ganz zu verschweigen, dass derartige Werke immer noch unter dem Einfluss des Barocks standen) so eindrucksvoll darzustellen vermögen. Doch es geht mir hier nicht darum, die Aufnahme in all ihren Einzelheiten zu beschreiben, obgleich ich dazu, sollte Bedarf bestehen, natürlich auch gerne bereit bin.


    Ich möchte heute den Blick auf ein "Beiwerk" richten, das die CD zusätzlich enthält und das - zugegeben - auch der Grund für den Kauf war. Die Rede ist von nichts anderem als dem "Exsultate jubilate", einer Motette, besetzt durch Sopran und Orchester. Es ist zum Entstehen dieses Werkes zwar nicht allzu viel zu sagen, doch will ich den kurzen allgemeinbildenden Teil nicht auslassen. Mozarts "Exsultate jubilate" (KV 165 -158a) entsteht ca. drei Monate nach seiner Berufung zum Konzertmeister in Salzburg. Der damals noch 16-jährige zieht gemeinsam mit seinem Vater los, um Italien zu entdecken. Im Vordergrund steht jedoch vor allem die Uraufführung der Oper "Lucio Silla" am 26. Dezember 1772, Ort des Geschehens ist Mailand. Um dem Kastraten Venanzio Rauzini, der bei jener Aufführung den Cecilio gesungen hatte, angemessenen entgegenzukommen, komponiert er in den unmittelbar folgenden Wochen sein "Exsultate jubilate", welches wohl genau auf den Kastraten zugeschnitten sein gewesen muss.



    (da ich Mozartfaksimiles ungemein hübsch anzusehen finde, hier ein kleiner Auszug, auf den ich kürzlich stieß:)



    Exsulate Jubilate KV 165, erste Notenseite



    Die Form des Werks ist auch nicht unbedingt gemeingültig, so beginnt es mit einer Arie, geht dann in ein Rezitativ über, und rundet die Sache letztlich mit Arie und dem mächtigen "Alleluja" ab.
    Die Uraufführung der Motette ist datiert auf den 17. Januar 1773, in dem es in der Theatiner-Kirche zu Mailand aufgeführt wurde.



    Mich begeistert dieser kleine Fetzen mozartschen Schaffens so sehr, dass ich ihm diesen eigenen Beitrag gönnen möchte. Ich bin zum einem hingerissen von der ersten Arie, dem unglaublichen Allegro, aber in gleichem Maße von der Wirkungskraft des Alleluja, das mich in den letzten Takten, die zweifellos etwas an die deutsche Nationalhymne, vielmehr: Haydns Kaiserquartett, erinnern (oder das Kaiserquartett an Mozarts "Exsultate jubilate"?), mit seiner unglaublichen Schönheit und Intensität vor Freude beinahe zum Weinen bringt.


    Interessant zu beobachten ist auch Mozarts Art mit den italienischen Formen umzugehen. Dieses Phänomen findet sich auch bei Musikern unseres Landes. Spontan fiele mir Bach ein, der schon immer ein Faible für den Stil hatte. Er diente ihm unter anderem als Vorbild für seine Violinenkonzerte (Vivaldi), um nur eines der vielen Beispiele zu nennen. Schon früh fing er an, entsprechende Werke zu transkribieren.



    Ich bin sehr gespannt, wie ihr das "Exsultate jubilate" empfindet. Auch für neue Aufnahmen bin ich natürlich jederzeit offen und hoffe, dass in diesem Thema möglichst viele angesprochen werden.




    Gruß aus Wiesbaden,
    Thomas

    "Noten haben einen zumindest ebenso bestimmten Sinn wie Wörter, wiewohl sie durch diese nicht zu übersetzen sind." (Felix Mendelssohn-Bartholdy)

  • Salut,


    da hast Du natürlich einen Brillianten aus einem Haufen von Diamanten herausgepickt! Danke für das Faksimile.


    Mozart schreibt - übrigens damals schon ein kleiener Scherzkeks - am 16. Januar 1773 an die Schwester mit drolligen Wortumstellungen:


    Ich vor habe den primo eine homo motteten machen welche müssen morgen bey Theatinern den prodicurt wird.


    Zitat

    Die Form des Werks ist auch nicht unbedingt gemeingültig, so beginnt es mit einer Arie, geht dann in ein Rezitativ über, und rundet die Sache letztlich mit Arie und dem mächtigen "Alleluja" ab.


    Die Anlage des Stückes entspricht exakt der Definition, die Quantz ["Versuch", 1752, S. 288] von der Form der Motette gibt.


    bien cordialement
    Ulli

  • Hallo, Thomas!

    Zitat

    Original von Hui
    Mich begeistert dieser kleine Fetzen mozartschen Schaffens so sehr, dass ich ihm diesen eigenen Beitrag gönnen möchte. Ich bin zum einem hingerissen von der ersten Arie, dem unglaublichen Allegro, aber in gleichem Maße von der Wirkungskraft des Alleluja


    Ich kann Dir nur beipflichten, dieses "Beiwerk" hat mich auch vom ersten Hören an verzückt. Kaum zu glauben, wie so ein junger Komponist schon derart zeitlos schönes komponieren konnte!
    Ich möchte folgende Einspielung mit Kiri Te Kanawa, London Symphony Orchestra, Colin Davis empfehlen:



    Viele Grüße,
    Pius.

  • Salit,


    die Kiri-Aufnahme müsste ich defacto ebenfalls besitzen. Unabdingbar wichtig ist hier die Verwendung des hochen C im Alleluja.


    Liebe Grüße
    Ulli

  • Zuerst: Ich nehme an, daß Deine Pinnock-Aufnahme eh die beste ist, gerade auch wegen Barbara Bonney. Ich kenne die Aufnahme nicht, will sie aber schon seit Jahren und es hat sich halt noch nicht ergeben.


    Ich hab jetzt mal meine Aufnahme mit Maria Stader und Ferenc Fricsay (1960, RSO Berlin) gehört. Vorweg: diese Doppel-CD ist eine schöne Memoriam-Zusammenstellung, durchaus kaufenswert, aber das Exultate, jubilate ist mir zu brav interpretiert. Maria Stader mag ich zwar durchaus gerne als Mozartsängerin (Donna Elvira!, Krönungsmesse, etc.) aber hier klingt ihr Stil mir doch ein wenig zu mütterlich. (Das darauf folgende "Laudate Dominum" (aus KV 339) passt eher zu ihrer Art.)


  • Salut,


    vielleicht kann man diesen Thread ein bisschen belebend erweitern:


    Folgende Werke Mozarts stehen dem Jubilate in keiner Weise nach:


    1. Litaniae Lauretanae KV 186d [195]


    Die Lauretanische Litanei, eine Marien-Litanei, wurde 1774 - vermutlich vor Mai des Jahres - komponiert. Sie ist im eigentlichen kein Chorwerk, sondern für solistische Besetzung [vier Singstimmen] geschrieben. Ein rührendes Werk des gerade 18jähringen.


    2. Veni Sancte Spiritus KV 47


    Das etwa um Pfingsten 1768 komponierte Veni ist ebenfalls für vier Singstimmen komponiert, wird aber zumeist - wenn überhaupt - mit chorischer Besetzung ausgeführt. Mit 2 Trompeten, Hörnern, Pauken und einer Orgel ruft der 12jährige Mozart hier den Heiligen Geist in sehr festlicher, fast opernhafter Weise.


    3. Sancta Maria KV 273


    Ein schönes Kleinod ist die Graduale ad festum B.M.V. zum Namensfest Mariae am 12. September - komponiert 1777. Eine wirklich herzliche, innige Huldigung.


    4. Regina Coeli KV 321b [276]


    Ebenso festlich wie das Veni ist das zwischen 1779 und 1780 komponierte Regina Coeli. Der Anlass dieser Komposition ist unbekannt; jedenfalls setzt es die Reihe der Marienverehrung fort.


    5. Ave Verum KV 618


    Mozarts letztes eigenhändig vollendetes sakrales Werk ist die Motette Ave verum Corpus, die er am 17. Juni 1791, nicht ein halbes Jahr vor seinem Tod vollendete. Interessant ist, dass Franz Xaver Süßmayer für den von Mozart bedachten Anton Stoll ebenfalls ein Ave verum komponierte [1792].


    bien cordialement
    Ulli

  • Ich weiß nicht, warum mir dieser Thread so lange entgangen ist, aber in den Tiefen Taminos schlummert ja so manches Thema den Schlaf des Vergessens.


    Eine Aufnahme des "Exultate, Jubilate" die ich unbedingt empfehlen möchte ist auf Christine Schäfers Debutalbum von 1998 zu finden. In jedem Fall mehr als eine Alternative zu Barbara Bonney, die ich auch sehr schätze:



    Herzliche Grüße,:hello: :hello:


    Christian

    Beherrsche die Sache, die Worte werden folgen! (Cato der Ältere)

  • Zitat

    Original von ThomasBernhard
    Maria Stader mag ich zwar durchaus gerne als Mozartsängerin (Donna Elvira!, Krönungsmesse, etc.) aber hier [i.e. Exultate, jubilate] klingt ihr Stil mir doch ein wenig zu mütterlich.


    Hallo Markus,


    Vor einige Tagen (23-7) schrieb ich im Thread "Was hört Ihr gerade jetzt?"


    Zitat

    Und auch hier hatte ich bei Maria Stader - wieder - das zweifelhafte Gefühl. Sie singt souverain. Prächtig. Aber singt sie mit der Seele?


    Offenbar hast Du auch Probleme mit Stader.


    LG, Paul

  • Ich habe das "Exsultate"auf einer Cd mit populären Stücken von Mozart. Es ist eine Aufnahme mit Gabriele Fuchs und dem Radio-Symphonie-Orchester unter Creed. Mir sagt sie zu.


    Mir gefällt vor allem der Jubel in diesem Werk. Erstaunt war, das das Ganze doch sehr an Opernarien erinnert. Vor allem durch die anspruchsvollen Koloraturen - mir sind die einfacheren Teile lieber. Ansprechend auch die Begleitung durch das Orchester und das kleine Vorspiel am Anfang, bevor der Gesang einsetzt.

    Anna-Beate

  • Salut,


    Zitat

    Original von Anna-Beate


    Erstaunt war, das das Ganze doch sehr an Opernarien erinnert.


    zu dieser Zeit [1770] war das absolut noch üblich. Ganze Oratorien klangen exakt wie eine Oper. Das hatte seinen Grund darin, dass "man" zwar die Aufführung von Opern und Theaterstücken an bestimmten Tagen verboten hatte, aber Musik zur Ehre Gottes nicht. Auf die Musik aber wollte man nicht verzichten und holte so - grob gesagt - die Oper in die Kirche... :D


    Zitat

    Vor allem durch die anspruchsvollen Koloraturen - mir sind die einfacheren Teile lieber.


    Die Motette wurde für den damals ruhmreichen Kastraten Rauzzini komponiert - der musste natürlich auch in solchen Kurzwerken zeigen, was er konnte. Zudem gehörten die Koloraturen als musikalisches Ausdrucksmittel z.B. des Jubelns durchaus dazu.


    Zitat


    Ansprechend auch die Begleitung durch das Orchester und das kleine Vorspiel am Anfang, bevor der Gesang einsetzt.


    Genau das empfinde ich persönlich am opernhaftesten.


    Viele Grüße
    Ulli

  • Hier ein Geständnis: Ich habe beim "Exsultate" schon häufig mitgespielt und bin im langsamen Teil regelmäßig fast eingechlafen. Mit dieser Musik kann ich überhaupt nichts anfangen, sie spricht nicht zu mir.


    Die Krönungsmesse gefällt mir tendenziell besser(da hat man als Oboist auch nicht so lange Pause :D). Sie wurde mir aber dadurch verleidet, daß wirklich JEDER Kirchenchor in der näheren und ferneren Umgebung meint, er müsse dieses (durchaus heikle!) Werk aufführen. An mindesrens 50 Versionen war ich bislang beteiligt - kein Stück habe ich öfter gespielt.


    Generell würde ich mir geistliche Musik von Mozart niemals auf CD anhören. Einzige Ausnahme bildet die große c-moll-Messe.



    Banausische Grüße


    Bernd

  • Zitat

    Original von Bernd Schulz
    Hier ein Geständnis: Ich habe beim "Exsultate" schon häufig mitgespielt und bin im langsamen Teil regelmäßig fast eingechlafen.


    Du solltest seltener unter Leitung von Harnoncourt spielen :baeh01:

  • Zitat

    Du solltest seltener unter Leitung von Harnoncourt spielen :baeh01:


    Tja, Monsieur Provokateur, das musste jetzt nach dem Figaro-Thread wohl kommen... :rolleyes:
    Und ich Esel geh`spring`auch noch drauf an. :no:


    Im Ernst:
    Im Moment gibt es bei JPC diese CD fast geschenkt für 4,99 EUR:



    Exultate wird hier von meiner momentanen Lieblingssopranisten Barbara Bonney gesungen.
    Obwohl Bonney u.a. für Ihre "Fledermaus" berühmt ist, singt sie hier doch so, als wenn sie ihr Leben lang nichts anderes gemacht hätte, als sich mit historischer Aufführungspraxis zu beschäftigen.
    Dass sie das Alte Musik kann, ist mir schon bei der Traumaufnahme von BWV 199 "Mein Herze schwimmt in meinem Blut" unter Harnoncourt aufgefallen.
    Ihre Live-Beiträge in der Grazer Messe h-moll ( im Rahmen der styriarte) haben mich vor einigen Jahren ebenfalls sehr begeistert.
    Diejenigen, die den schlanken Sopran Emma Kirkbys nicht so sehr mögen, kann ich beruhigen: Bonneys Timbre ist in meinen Ohren jedenfalls angenehm voll, trotz der mühelosen Höhe und Leichtigkeit bei den Koloraturen, die an Kirkby erinnert.


    Langweilig ist an dieser Aufnahme wirklich gar nichts, auch die Tempi und deren Relationen stimmen!! :motz:
    Der Concentus musicus Wien unter Harnoncourt ist für dieses Solowerk m.E. auch der ideale Partner Bonneys.
    Bei aller sorgfältigen Detailarbeit hört sich das Orchester doch so an, als wenn die Musiker/innen sich nur aus Begeisterung für die Musik zusammengefunden hätten - und faktisch ist das ja auch so.
    Das kammermusikalische Zusammenspiel und die Klangbalance sind ebenfalls auf höchstem Niveau. :jubel:


    Bernd Schulz
    Hör doch `mal in die Aufnahme bei JPC `rein.
    Ich habe immer noch die schwache Hoffnung, dass Du mit dieser herrlichen Musik doch etwas anfangen könntest, obwohl Du sie schon oft gespielt hast.

    "Jede Note muss wissen woher sie kommt und wohin sie geht" ( Nikolaus Harnoncourt)

  • Zitat

    Original von Glockenton
    Exultate wird hier von meiner momentanen Lieblingssopranisten Barbara Bonney gesungen.
    Obwohl Bonney u.a. für Ihre "Fledermaus" berühmt ist, singt sie hier doch so, als wenn sie ihr Leben lang nichts anderes gemacht hätte, als sich mit historischer Aufführungspraxis zu beschäftigen.


    Lieber Bernd,


    diese Einspielung des "Exultate" mit Bonney kenne ich nicht. Bonney hat aber das Stück aber nochmal mit Trevor Pinnock und dem "English Concert" aufgenommen- gekoppelt mit der Krönungsmesse, eine DG Arrchivproduktion:



    Bonney ist auch eine meiner Lieblingssängerinnen, nur irgendwie hat der entsprechende Thread im Sängerforum bisher keinen großen Anklang gefunden. Meine Lieblingseinspielung derzeit ist die oben erwähnte mit Christine Schäfer.


    Herzliche Grüße,:hello: :hello:


    Christian

    Beherrsche die Sache, die Worte werden folgen! (Cato der Ältere)

  • Zitat

    Original von Glockenton


    Tja, Monsieur Provokateur, das musste jetzt nach dem Figaro-Thread wohl kommen... :rolleyes:
    Und ich Esel geh`spring`auch noch drauf an. :no:


    Tja, schade. Dann habe ich wohl Pecht gehabt, wenn Du so gar nicht reagierst...


    :beatnik:

  • tja, auch ich gebe (leider) zu, daß mir das exultate seit frühester zeit gehörig auf die nerven geht. ich kann nur seeehr wenig daran finden und muß mich regelrecht zum hören zwingen. (vielleicht: je älter man wird, das ist so wie mit meissner-rokoko-figurinen :stumm: )es ist ein werk, das ich einfach nicht ertragen kann. dieses ewige geträller :no: :no: :no:
    ähnlich bwv 51.... :stumm:

    --- alles ein traum? ---


    klingsor

  • Gibt es noch keinen Thread fuer dieses Werk? * Denn ich fand beim stoebern im Internet etwas, worueber ich mich wunderte.
    Wikipedia Deutsch und Englisch geben verschiedene Einteilungen.


    Das Werk ist viersätzig angelegt. Der langsame dritte Satz geht dabei direkt in den vierten über.
    Die Sätze:
    Exsultate, Jubilate - Allegro (F-Dur)
    Fulget amica, Dies - (Rezitativ)
    Tu Virginum Corona - Andante (A-Dur)
    Alleluja - Molto Allegro (F-Dur)


    It is divided into three parts:
    Allegro
    Andante
    Allegro


    Auf meinen LPs und CDs sind uebrigens immer vier Saetze angegeben. Wer hat Recht?


    LG, Paul


    * an den bestehenden thread angefügt
    TB

  • Salut,


    das Rezitativ ist kein "Satz" - und überhaupt hat das Ding eigentlich keine "Sätze", sondern nur Teile - und derer drei. Der Aufbau entspricht exakt der Definition, die Quantz ["Versuch", 1752, S. 288] von der Form der Motette gibt.


    Viele Grüße
    Ulli

  • Zitat

    Original von Glockenton


    Diejenigen, die den schlanken Sopran Emma Kirkbys nicht so sehr mögen, kann ich beruhigen: Bonneys Timbre ist in meinen Ohren jedenfalls angenehm voll, trotz der mühelosen Höhe und Leichtigkeit bei den Koloraturen, die an Kirkby erinnert.
    hast.


    Mir persönlich gefällt Barbara Bonney´s Stimme auch sehr gut, ich mag ihr silbriges und zugleich warmes timbre sehr! Aber ich muss sagen, dass mich ihr "Alleluja" nicht so sehr überzeugt hat... sie hat einiges von den Koloraturen verschluckt, vllt liegt das auch an meinen Ohren, aber ich kenne mehrere, die sagen, dass ihre Koloraturen bei diesem Stück nicht die besten sind.... aber vllt war das ja auch so beabsichtigt wie sie es singt? Was ich aber verblüffend finde ist ihr hohes c am Schluss, bei dem sie nicht auf ein "a" ausweicht sonder ein gut verständliches "u" singt... mein GL behauptet, sowas sei technisch eigentlich garnicht möglich, aber Barbara beweist das Gegenteil :-)



    LG, Califonia

  • Mich hat von allen Exsultate Saengerinnen, die ich BISHER gehoert habe(und das waren alle hier genannten, dazu noch Sarah Brightman(sic!) und Andere .....) am meisten Elly Ameling ueberzeugt.
    Ihr Timbre passt so ideal zu dieser Musik und sie singt auch die Koloraturen ohne sie zu schleifen oder zu verhackstuecken in einer fuer meine Ohren idealen Weise.
    Wenn man dieses Werk selbst schon versucht und gesungen hat, weiss man in ganz anderer Weise um seine Tuecken. Barbara Bonney und Maria Stader und Christine Schaefer sind auch tolle Interpretinnen, aber am bewegendsten und mo-zaertlichsten finde ich einfach Elly Ameling. :yes:
    Fairy Queen

  • Warum gehört dieses Werk eigentlich zum Standardwerk für frischgebackene Sopranistinnen, und wird so oft gesungen? Es geht ja das Gerücht um, dass viele Werke deshalb nicht aufgeführt werden:


    1.Weil sie das Publikum in der Regel nicht kennt und daher nicht mag und


    2.Weil es für Sänger extrem mühsam ist, Neues einzulernen.


    LG Micha:hello:

  • Lieber Michael, ich gebe dir insofern Recht, dass es neben dem Exsultate noch tausend andere studierenswerte Werke(auch von Mozart selbst!) fuer Soprane gibt, die leider kaum ein Mensch kennt und singt. Die Publikumsrenner werden eben zu Selbstlaeufern. Verdient ist bei diesem Werk meiner Ansicht nach zwar schon , aber es gibt viel Anderes zu entdecken.
    Fairy Queen :angel:

  • Hallo,


    zum Standartprogramm einer frisch gebackenen Sängerin kann man das Werk nicht gerade bezeichnen. Man sollte unterscheiden zwischen einem Sopran und einem Koloratursopran. Oft werden diese Koloraturen auch als Übungszwecke im Unterricht genommen, ohne auf das eigentliche Werk einzugehen.


    Ein guter Koloratursopran ist oder war die Hallstein, sie war Vorbild vieler Sängerinnen in Bezug auf Koloraturen.


    Liebe Grüsse

  • Das Exsultate finde ich wie Musika auch, keinesfalls als Anfaengerliteratur geeignet und es braucht eine sehr gute Beweglichkeit der Stimme. So richtig hoch ist es allerdings nicht, wenn man mal von dem freiwilligen hohen C am Ende absieht.
    Eigentlich ist das sonst eher normale Sopranlage.
    Fairy Queen :angel:

  • Kann hier niemand etwas zurüberall höchst gelobten Einspielung von Carolyn Sampson sagen?


    Gruß ab


    ---
    Und ich meine, man kann häufig mehr aus den unerwarteten Fragen eines Kindes lernen als aus Gesprächen mit Männern, die drauflosreden nach Begriffen, die sie geborgt haben, und nach den Vorurteilen ihrer Erziehung.
    J. Locke

  • Zitat

    Original von a.b.
    Kann hier niemand etwas zurüberall höchst gelobten Einspielung von Carolyn Sampson sagen?


    Hallo a. b.,


    ich habe Deinen Beitrag eben erst gelesen. Ich habe die CD- allerdings länger nicht mehr gehört. Ich frische meine Höreindrücke auf und gebe dann einen kurzen Kommentar.


    Soviel schon mal vorab. Einige Aufnahmen mit Carolyn Sampson habe ich: Händel-Duette mit Robin Blaze, Michael Haydn- Messen und die neueste: Händels neun deutsche Gesänge. Was mir bei letzerer aufgefallen ist: man hat nicht den Eindruck hier sänge jemand dessen Muttersprache nicht Deutsch ist. Ihre Stimme: Ein warmer, schlanker Sopran, beweglich. Kurz, ich höre sie sehr gerne.


    Herzliche Grüße,:hello: :hello:


    Christian

    Beherrsche die Sache, die Worte werden folgen! (Cato der Ältere)

  • Lieber Siegfried - Guten Abend aus Wien,


    auch mir gefällt das Exulate gesungen von Maria Stader sehr, aber auch von Lucia Popp.


    Ja, es wird sehr oft gesungen, aber zumeist das Alleuja, also der dritte Teil, dass da das C kommen muss ist selbstverständlich,


    aber ich habe letzthin, leider nicht aufgenommen, von dem polnischen Countertenor es gesungen gehört, der eine Sopranstimme bis zum fis hat, also auch die Königin gesungen hat,


    es gehört und es war prachtvoll.


    Ich selbst habe es vor Jahrzehnten, als ich noch Solosopran bei den Sängerknaben war, und auch späterhin, da ich erst mit 20 Jahren meinen Stimmbruch bekam es gesungen,


    und ich sang es gern und angeblich sehr gut

  • Zitat

    Original von Siegfried
    Von Maria Stader gesungen gefällt mir diese Motette sehr.


    Lieber Siegfried,


    In meine Erinnerung sehe ich ein Mono-EPchen von DGG. Die eine Seite enthielt die ersten zwei Teile (sorry, Ulli); die andere Seite die beiden anderen Teile. Ich bin damit also aufgewachsen, bis es durch die mannigfaltige Krätzer nicht mehr abzuspielen war.
    Diese Aufnahme gefiel mir damals sehr gut.


    LG, Paul

  • Lieber Paul!


    Diese kleine Frau, sie war ja nur etwa 160 cm groß,


    hatte ein großartige Stimme, und die Deutsche Gramophon hat mit ihr ja viel aufgenommen, eben auch das


    Exultate jubilate,


    aber auch Constanze, Pamina, Gräfin im Figaro.....



    Liebe Grüße sendet Dir Peter aus Wien.