KIENZL, Wilhelm: DER EVANGELIMANN

  • Meinst du damit, dass "Der Evangelimann" eine Spieloper ist?

    Offensichtlich meint "Operus" das, da er in Beitrag 21 diese Oper ins Verhältnis zur "ganzen deutschen Spieloper" gesetzt hat.

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"


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  • Kann BITTE einer der Moderatoren die Beiträge ab #7 hierher Die Lebenswanderung des Wilhelm Kienzl verschieben, das ist doch hier kein Diskussionsthread sondern der Opernführer!

    Lieber Fiesco, ich habe mir immer so einen Opernführer gewünscht - einen, der sich von all jenen, die hier im Regal stehen, dadurch unterscheidet, dass über Opern auch debattiert wird. Ein Forum macht es möglich. Und ich würde auch gern erfahren, wie musikwanderer das sieht.

  • Da Rheingold mich direkt angesprochen hat, will ich ihm (und damit auch Fiesco) eine Antwort nicht versagen: Nichts! Ich habe diesen Teil des Forums dem Thread "Beste Empfehlungen..." gleichgesetzt, der ja auch keine Diskussionen zulässt - zulassen sollte. Insofern waren nach meiner Erinnerung Alfreds Vorgaben so abgefasst; für Diskussionen über die vorgestellten Werke ist ja das Opernfoum eingerichtet worden. Das Einzige, was ich hier für angemessen halte, wären Postings von neuen Aufnahmen oder Ergänzungen zu bereits verlinkten CDs. Aber ich sage auch ausdrücklich dazu, dass ich nicht der Gralshüter des Opernführers bin, auch nicht sein will. Es gibt nämlich auch das Argument, dass es durch die Aufteilung unübersichtlich werden könnte oder sogar schon ist. Insofern: Ich halte (hielte) nichts davon, will mich aber auch anderen Einstellungen nicht verschließen. Mag es also jeder halten wie er möchte.

    :hello:

  • Ich sehe im "Evangelimann" keinen religiösen Mantel. Er wird dem Werk gerne angedichtet.

    Auch hat er eine Sonderstellung, wenn man ihn als Spieloper sehen möchte, denn die Geschichte hat einen wahren Hintergrund.

  • "Zar und Zimmermann" hat auch einen wahren Hintergrund. "Fra Diavolo" hat auch einen wahren Hintergrund. Viele, sehr viele Opern haben einen wahren Hintergrund.

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"


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  • Richtig. Und und und...


    Deshalb fällt es mir schwer, aus dem Faktum des wahren Hintergrunds eine Sonderstellung abzuleiten.

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"


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  • Hallol,

    Aufnahmen vom Evangelimann sind sehr selten. Die Gesamtaufnahme von Electrola ist die einzige, die ich kenne. Querschnitte gibt es auch wenige (Electrola mit Anneliese Rothenberger, Nicolai Gedda, Franz Crass und der sehr guten Marga Höffgen; daneben DGG mit Sandor Konya, Thomas Stewart und Siv Ericsdotter; Ariola mit dem stimmlich schon sehr angeschlagenen Rudolf Schock). Eine Verfilmung aus der Wiener Volksoper ist auch noch auf dem Markt.

    Eine Aufführung gab es vor vielen Jahren mal in Wiesbaden, immerhin mit Ortrun Wenke, der Magdalena der Gesamtaufnahme, als Gast.

    Schöne Grüße

    wega

  • Ich sehe im "Evangelimann" keinen religiösen Mantel. Er wird dem Werk gerne angedichtet.

    Auch hat er eine Sonderstellung, wenn man ihn als Spieloper sehen möchte, denn die Geschichte hat einen wahren Hintergrund.

    Lieber Erich, der wahre Hintergrund ist doch wohl umstritten. Oder bin ich falsch informiert? Du als Wiener müsstest Dich viel besser auskennen als ich. Vielleicht kannst Du uns mehr dazu berichten. Was nun den religiösen Mantel angeht, möchte ich auf diese Szene verweisen, die ich für die wesentliche Botschaft der ganzen Oper halte - darum geht es, darauf läuft es am Ende auch hinaus:


  • Am Anfang meiner Forumszeit habe ich im Opernführer-Thread was eingestellt .....und nach einer Weile war es gelöscht, mit dem Verweis es im Oper Forum zu posten!

    Na ja, hier weiß die linke nicht was die rechte tut!

    Und zu dir lieber Rüdiger, wenn ich dann hier Zeilen lese die so lächerlich sind, na dann Gute Nacht Opernführer! :thumbdown:


    LG Fiesco

    Il divino Claudio
    "Wer vermag die Tränen zurückzuhalten, wenn er den berechtigten Klagegesang der unglückseligen Arianna hört? Welche Freude empfindet er nicht beim Gesang seiner Madrigale und seiner Scherzi? Gelangt nicht zu einer wahren Andacht, wer seine geistlichen Kompositionen anhört? … Sagt nur, und glaubt es, Ihr Herren, dass sich Apollo und alle Musen vereinen, um Claudios vortreffliche Erfindungsgabe zu erhöhen." (Matteo Caberloti, 1643)

  • Bei manchen Opern ist es besser, den Text nicht so genau zu lesen, denn sie gewinnen dadurch nicht unbedingt... :hahahaha:

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  • Ja, lieberRüdiger, ich habe mich am Ort des Geschehens kundig gemacht.

    Die Kerkerstrafe ist deshalb so hoch ausgefallen, weil das Objekt (Heustadel) in der Ortsmitte gelegen ist und zu befürchten war, dass der ganze Ort ein Raub der Flammen wird.


    Der entlassene Häftling fand keine Arbeit, und so zum Evangelimann geworden, um nicht betteln zu müssen.

    Er war von Beruf Schreiber im Stift, und die Gefängniskost hat ihn sicher nicht kräftiger gemacht, um evtl in der Landwirtschaft als Knecht unterzukommen.


    Erich

  • Gestern habe ich mir die Filmvariante aus dem Gärtnerplatztheater mit Julius Patzak angesehen. Inhaltlich paßt das Geschehen nicht in mein Weltbild, aber das Problem von Schuld und Vergeben ist immer noch aktuell. Eine Lösung über den lieben Gott sollte den Gläubigen vorbehalten sein. Ich gehe aber so weit zu sagen, daß eine Inszenierung wie in München heute kaum noch möglich ist. Und ein Zeitbezug ohne den Inhalt auf einen anderen Heilsbringer zu fokussieren ist auch keine begeisternde Variante.

    Was bleibt, ist eine Musik, die es nicht verdient, in der Schublade zu enden. Sie enthält so viele musikalische Elemente, von Klängen a la Wagner bis hin zu volksliedhaften Klängen und Täanzen. Manchmal klang es wie Martha, dann wieder wie bei Alberichs Fluch, dann wurde man durch zarte, liebliche Musik mit Harfenklängen beruhigt.

    Was bleibt, ist eine Inszenierung im Stil der 50-er und 60-er Zahre, die mir persönlich gefallen hat. Prächtige Musik allerdings in schlechtem Ton, wodurch auch der Gesang nicht immer profitierte. Der Sänger des Bruders des Evangelimanns (Bariton) hinterließ einen sehr nachhaltigen Eindruck. Julius Patzak war sicher schon über den Zenit seiner glanzvollen Laufbahn hinaus, obwohl seine heldischen Ausbrüche durchaus an bessere Zeiten erinnerten.

    Das Ganze war mit 85 min sicher sehr gekürzt, aber es war kein verlorener Abend.


    Herzlichst La Roche

    Musik ist eine heilige Kunst - Hugo von Hofmannsthal. Aussage des Komponisten aus der Oper "Ariadne auf Naxos" mit der Musik von Richard Strauss.


  • Ich habe mit den Beiträgen ab #6 ein neues Thema erstellt. Bitte dort weitermachen.


    Der Evangelimann


    Zur Sicherheit habe ich die Beiträge hier noch nicht gelöscht, aber ich schließe diesen Thread, um weitere Doppelungen zu vermeiden

    Struck by the sounds before the sun,
    I knew the night had gone.
    The morning breeze like a bugle blew
    Against the drums of dawn.
    (Bob Dylan)