Alfredo Casella: Die Orchesterwerke - bislang unentdeckte herausragende sinfonische Musik des 20.Jahrhunderts

  • Der Komponist Alfredo Casella (1883 – 1947) ist mir in letzter Zeit öfter begegnet. Nicht als Komponist, sondern er hat Sinfonien von Muzio Clementi und durch seine Affinität zu den russischen Komponisten auch u.a. Balakiriews Islamey instrumentiert.


    Durch zahlreiche Empfehlungen und Klassikforenbeiträge habe ich mir nun zwei NAXOS-CD´s gekauft:
    Mit den Sinfonien Nr.1 op.5 (1905/6) und Nr.2 op.12 (1910) dem fabelhaften Nachtstück und seiner einzigen Programmmusik A notte alta für Klavier und Orchester (1921) und dem reif und noch moderner klingenden Konzert für Streicher, Klavier, Pauken und Schlaginstrumente op.69 (1943).


    :thumbup: Alfredo Caselas Werke treffen in ihrer Tonsprache genau meinen Geschmacksnerv. Seine Vorliebe für russische Komponisten ist deutlich spürbar. So sind seine Werke auch einerseits durch Strawinsky, andererseits durch Tschaikowsky, Borodin, Balakiriew, Rimsky-K. und Mussorgsky geprägt.
    Seine Sinfonie Nr.2 ist inhaltlich an Mahlers Sinfonie Nr.2 angelehnt. Ein fabelhaftes Werk, das mir (um bei der Mahler-Nähe zu bleiben) ungleich besser als Rotts Erstling gefällt.
    ;):D Überhaupt stelle ich fest, das ich für diese wenigen Werke von ihm wiedermal alle Sinfonien des Komponisten, der über 100Sinfonien geschrieben hat, stehen lassen würde …


    Nun die Einschränkungen diese NAXOSEN betreffend:
    Ich habe NAXOS zu verdanken, diese Werke überhaupt kennenzulernen zu können, denn kaum ein anderes CD-Label würde sich trauen so eine orchestral unzulängliche Aufnahme überhaupt auf CD zu veröffentlichen – das zeichnet Naxos wiedereinmal aus !
    ;( Die Aufnahmen des Orchestra Sinfonica di Roma klingen wie ein Laienorchester. Die aktuelle wirklich gute Naxos-Klangqualität von 2009 stellt diesen Mangel umso deutlicher heraus.
    Diese Italiener scheinen aus meiner Sicht kein wirklich anständiges Orchester auf die Beine stellen zu können. Schon die Barshai-Aufnahme mit den Schostakowitsch-Streichersinfonien mit dem Orchestra Sinfonica di Milano war ein Ärgernis erster Güte !


    :!: Diese Werke und insbesondere die Sinfonie Nr.2 schreit geradezu nach einer orchestral perfekten Aufnahme. Ich werde Casella im Auge behalten – denn diese sinfonischen Werke halte ich wirklich für eine Marktlücke in der Discographie.


    Naxos schreibt auch noch groß bei den Sinfonien WORLD PEMIERE RECORDING und das bei einem Aufnahmedatum von 2009. In der Tat gibt es keine Vergleichsaufnahmen, aber eine Chandos - Aufnahme der Sinfonie Nr.2 mit dem BBC PH (offenbar aus 2010), die anderenorts von Johannes (guercouer) schon gelobt wurde – diese muss natürlich jetzt her !


    :angel: Casella ist eine Neuentdeckung der es wirklich in sich hat. Die Werke sprechen für sich selbst, auch wenn das Orchestra Sinfonica di Roma dies nicht in Klang umzusetzten vermag, so hört man was in ihnen steckt und was man noch rausholen kann.


    NAXOS, 2009, DDD


    Es liegen noch zwei weitere NAXOS-CD´s mit diesem "Laienensemble" vor, auf der u.a. die Sinfonie Nr.3 und das Celloconzert enthalten sind. 8| Man wird wohl zunächst darauf zurückgreifen müssen ...



    :hello: Wer kann noch etwas zu Casella und ggf. zu den Naxos-Aufahmen beisteuern ? Welchen Eindruck habt ihr von Alfredo Casella ?

  • Schade das die Resonanz auf Alfredo Casella so schwach ist.


    Wenn mich ein Komponist anspricht, dann will ich mehr hören ... daher
    habe ich mich nun weiteren interessanten Orchesterwerken Casellas zugewendet:
    Eine Partita für Klavier und Orchester (1924/5), Serenata für kl.Orchester (1930), u.a.,
    darunter und ein geniales Orgelkonzert -
    Konzert für Orgel, Blechbläser, Pauken und Streicher (1926) (ich hoffe ich habe es richtig übersetzt)



    Motette, 1998, DDD


    Die Werke wurden mit einem polnischen Orchester der Stadt Tarnow (Aufn.in Zürich) eingespielt. Während Poulenc´s tolles Orgelkonzert etwas dünn klingt (im Vergelcih zu den TOP-Aufn. auf Decca), so hat man für Casella keine Vergleichsmöglichkeiten. Es ist aber engagiertes Musizieren für dieses unbekannte Orgelkonzert deutlich spürbar. Das tolle Werk wird dem Hörer auf diese Weise wenigstens zugänglich gemacht. Der Repertoirewert der CD ist für mich höchstwertig !


    So ist es leider bei fast allen Casella-CD´s, das dort teils schwächere Orchester agieren. Die CD´s sind interessant um die Werke kennenzulernen. Besonders bei den Sinfonien (Beitrag 1) merkt man deutlich, dass mit einem Spitzenorchester weit mehr möglich wäre ...

  • Schade, das solche hochinteressanten Sinfonien, die mit Mahler ohne weiteres schritthalten können, so wenig Resonanz haben. Ganz besonders herausragend - die Sinfonie Nr.2.



    In einem anderen Beitrag hatte ich bereits auf die vorzugsweise ungleich bessere Aufnahme Casellas Sinfonie Nr.2 op.12 hingewiesen. (Suchfunktion führte aber nicht zum Ergebnis!)


    Deshalb sei hier erneut der Hinweis auf die packende Chandos-Aufnahme von 2009 mit dem BBC PO / Gianandrea Noseda gegeben, die auch eine hochvirtuose Aufnahme des interessanten Klavierkonzertes Scarlattina für Klavier und Orchester op.44 (1926) - Länge 27:24 bietet:

    Chandos, 2009, DDD



    Ich habe mir mit der Zeit zunächst zum Kennenlernen der Sinfonie Nr.3 op.63 auch die 3.NAXOS-CD mit dem Orchestra Sinfonica di Roma / Francesco La Veccia zugelegt, die von der Orchesterleistung einen weniger zwiespältigen Eindruck macht, als die Naxos-Aufnahmen der Sinfonien Nr.1 und 2.


    Das spätromantische eigenständige Werk aus den Jahren 1939-40 spricht für sich selbst.
    Da ist auch die etwas ältere ebenfalls ordentliche cpo-Einspielung mit dem WDR SO/Alun Francis nicht einmal unbedingt vorzuziehen, die das Werk Sinfonia per Orchestra op.63 (Sinf.Nr.3) mit nur einem Zugriff/Track von 44:39Min Länge bietet.
    Bei Naxos werden die 4 ineinander übergehenden Satzteile auch sauber übersichtlich in 4Tracks aufgeteilt.



    NAXOS, 2008/10, DDD



    Sinfonie Nr.3 op.63 und Rhapsody für grosses Orchester op.11
    cpo, 2006, DDD

  • Ich kenne nicht alle, aber mehrere Aufnahmen, die teleton vorstellt, und kann mich seinen Ausführungen nur anschließen.


    Meine Casella-"Sozialisation" war etwas anders gelagert. Schon seit vielen, vielen Jahren kenne ich die "Partita für Klavier und Orchester", das Orgelkonzert, und vor allem die kammermusikalisch geprägte, aber in ihrem südländischen Esprit und den ostinatohaften Elementen für den Komponisten ganz unverwechselbare "Serenata", die es in einer kleineren und einer größeren Besetzung gibt, beide wohl von ihm stammend (?).


    Zwei der drei (?) Sinfonien habe ich erst durch Wolfgang "teleton" kennengelernt und die Nummer zwei weiß ich mittlerweile sehr zu schätzen. Sie ist allerdings ein emphatisch ernstes, nicht klassizistisch distanziertes Werk wie vieles andere von Casella. Ich würde ihr auch nicht den spezifischen Humor des Komponisten zubilligen. Sie ist im Vergleich ein Frühwerk und ich hätte sie dem mir vor allem durch die genannten Kompositionen seit Jahrzehnten geläufigen Komponisten gar nicht ohne Weiteres zugeordnet. Doch man lernt ja nie aus ...


    Von der "Serenata" gibt es mehrere Einspielungen von unterschiedlicher Qualität. Dazu und zur "Partita" zu einem späteren Zeitpunkt vielleicht mehr.


    Ich will hier noch eine CD nennen, die ich erst seit kurzem besitze, und zwar wegen des zweiten Werks, das nur für Streicher geschrieben ist und das mich durchaus anspricht. Es erinnert an Casellas "Partita" und zeigt auch ganz deutlich Eigenarten, die den Italiener als Neoklassizisten mit gewissen Berührungspunkten zu Strawinsky ausweisen. Bei den beiden mir bekannten Sinfonien fällt diese Nähe eben auch nicht auf, sie sind im Orchestersatz voluminöser, expressionistischer. Dies mag ein Grund sein, warum sie mir zunächst - wie oben schon gesagt - als gar nicht so typisch für den Komponisten erschienen.


    Nun der Link zur Einspielung des "Concerto per archi" in einer Streichorchesterversion - eine passable Einspielung der "Serenata" ist auch enthalten.


    Das Original für Streichquartett stammt aus den Jahren 1923/1924. Die Bearbeitung hat Erwin Stein 1929 vorgenommen. Vielleicht versuche ich auch die Originalfassung zu ergattern.



    Zitat

    Seine Sinfonie Nr.2 ist inhaltlich an Mahlers Sinfonie Nr.2 angelehnt.


    Inwiefern, Meister teleton? (Die Frage ist ehrlich gemeint. :) )


    :hello: Wolfgang

  • Hallo WolfgangZ,


    ich wollte eigendlich mit dem Satz vielmehr nur die Mahler-Verwandschaft und Grösse allgemein aufzeigen.


    Als ich den Beitrag1 2010 schrieb (und den zitierten Satz), hatte ich die gerade mit Begeisterung in der Naxos - Aufnahme gehört (die weit Bessere mit Noseda kannte ich noch nicht). Meine einzige Quelle mit INFO zu dem Werk war das Naxos Textheft.
    Dort steht es aber tatsächlich so da:
    Casellas monumentales Finale wird mit der epischen Apotheose in Mahlers 2 vergleichen; die Tonart, die in triumphalem C-Dur gipfelt ist ebenfalls gleich. (Schwierig das Ganze mit den Fachwörtern aus dem Englischen zu übersetzen - grrrrrrrrrr - Naxos hat, wie so oft, keinen deutschen Text abgedruckt.)


    Man muss es hören um die Nähe zu erfassen.


  • Hallo teleton,


    der Dirigent dieser in der Tat hervorragenden CHANDOS-Einspielung von Casellas Zweiter, Gianandrea Noseda, wird ebendieses grandiose Werk im Laufe dieser Saison in einem Konzert mit dem hr sinfonieorchester Frankfurt in der 'Alten Oper' zu FFM zum Besten geben - vielleicht interessiert Dich diese Konzert-Info, denn von Bonn nach Frankfurt ist's ja quasi nur ein Katzensprung.


    Grüße,


    Garaguly

  • Ich verfüge über folgende Casella-Aufnahmen:

    Partita, Serenata mit dem ORF-Sinfonieorchester (noch nicht angehört) und
    (<---)
    Paganiniana mit dem Orchestra Philharmonica della Scala unter Muti


    Die zweite CD ist auch wegen der wunderbaren Busoni-Einspielung unbedingt zu empfehlen! Und auch die Petitessen von Martucci sind sehr hübsch!

  • Ich verfüge über folgende Casella-Aufnahmen:

    Partita, Serenata mit dem ORF-Sinfonieorchester (noch nicht angehört) und
    (<---)
    Paganiniana mit dem Orchestra Philharmonica della Scala unter Muti


    Die zweite CD ist auch wegen der wunderbaren Busoni-Einspielung unbedingt zu empfehlen! Und auch die Petitessen von Martucci sind sehr hübsch!


    Hallo kurzstückmeister,


    danke für die interessanten Casella-Tipps. Beide habe ich gleich bestellt. Freu' mich sehr auf diese Scheiben.


    Grüße,


    Garaguly

  • Halle KSM und Garaguly,


    DAnke für die Konzert-INFO. Nicht nur weil ich die CD der Sinfonie Nr.2 habe, denke ich dass ich mir die doch recht weite Fahrstrecke von Bonn bis Frankfurt für einen Konzertbesuch ersparen kann und möchte. Frankfurt und Parken ist eh der Horror. In Bonn (Beethovenhalle) und Köln (Philharmonie) sind auch gute Konzerte !


    Die von KSM gezeigte ORF-CD habe ich, diesesmal Dank WolfgangZ, auch bereits.
    Die Partita für Klavier und Orchester (1924/5) und Serenata (1930)sind ganz ordentliche Aufnahmen um die Werke angemessen kennenzulernen. Der Pianist Jury Simon zeigt auf jeden Fall seine Klasse !


    Die mir sehr bekannte Respighi-Zugabe auf der CD das Botticello Tryptichon ist keine Spitzenaufnahme; eher eine schwächere Respighi-Aufnahme.

  • Ich habe diese Tage wieder 2 Neuerscheinungen von Alfredo Casella entdeckt:


    Das Konzert für Orchester op.61 wird bei NAXOS und auch Chandos angeboten.


    und


    Nachdem ich alle 3 Sinfonien in den NAXOS-Aufnahmen habe und den imensen Unterschied zu Nosedas ungleich packenderer Interpretation und Orchesterleistung der Sinfonie Nr.2 (Chandos) kenne, stand für mich ausser Frage, welche der beiden CD´s vom Konzert für Orchester ich bestellt habe.
    :jubel: Ich megagespannt auf das KFO. (Dazu später mehr, wenn die CD da ist.)


    :!: Wirklich seltsam, dass solche Werke bisher unentdeckt geblieben sind. Bei den NAXOS-CD´s der Sinfonien stand auch schon "World Premiere Recording" drauf, obwohl diese Angabe nicht immer zutraf. Aber macht ja nichts, durch diese neuen Aufnahmen kommen diese tollen Werke endlich ans Tageslicht !

  • Für's Archiv:


    Alfredo Casella (1883-1947)
    Symphonie Nr.1 op.5
    + Konzert für Klavier, Timpani, Percussion & Streicher op. 69

    Desiree Scuccuglia, Antonio Ceravolo, Orchestra Sinfonica di Roma, Francesco La Vecchia
    Naxos, DDD, 2008/2009


    Casella ist für mich eine der DER Entdeckungen der letzten Zeit, zeigt er doch,. wie man abseits von Avantgarde gut genießbare, abwechslungsreiche, moderne Musik mit einem hohen Grad von Eigenständigkeit komponieren konnte. Bereits seine erste Sinfonie op. 5 legt hiervon beredt Zeugnis ab.
    An anderer Stelle hat Teleton-Wolfgang mehrfach die Vorzüge der entsprechenden Alternativ-Aufnahmen auf Chandos gepriesen (BBC Philharmonic Orchestra, Gianandrea Noseda). In Unkenntnis dieser Vergleichs-Einspielung vermag ich nicht zu sagen, dass mir bei der La Vecchia-Deutung irgend etwas fehlt. Hier wird frisch, mit Verve und Einsatz musiziert, so dass ich keinen Mangel empfinde. Angesichts des günstigen Naxos-Preises möchte ich die CD daher nachdrücklich empfehlen - auch über ein erstes Kennenlernen hinaus.
    Ganz interessant übrigens auch der Booklet-Text auf der Naxos-Homepage.
    Besprechungen bei Naxos sowie MusicWeb.



    Viele Grüße
    Frank

  • Ich habe den heutigen neuesten Eintrag zu diesem Casella.Thread zum Anlass genommen eine weitere oroginalverpackte CD aus dem Regal bisher ungehörter Aufnahmem in den Player zu beförden und mit daraus vorerst die Sinfonie Nr 1 anzuhören. Sie entstammt Casellas 1. Schaffensperiode und wurde 1905/06 komponiert. Im allgemeinen wird für diese Epoche ein gewisser Einfluß Gustav Mahlers behauptet, persönlich höre ich aber teilweise auch Wagner heraus , Dann waren da einige Stellen die mir von der Stimmung her vertraut vorkamen, was ich aber vorerst nicht zuordnen konnte. Später fand ich es dann heraus; Irgendwie erinnerten mich geisse Teile an Holsts "Planeten"
    Interessant die teilweise mystischen, leisen aber doch mächtigen Klangwolkenm die von beinahe hypnotischer Wirkung sind und in raffiniertem Kontrast zu Stellen mit geradezu brachialer Klanggewalt stehen.
    Auch ich kenne lediglich die Naxos Aufnahme, welche ich - ohne Vergleichsmöglichkeit - für überaus gelungen betrachten möchte - auch in tontechnischer Hinsicht.


    mfg aus Wien
    Alfred


    PS: Es gab schon im Jahre 2008 beginnend einen Casella-Thread, der indes allgemeiner gehalten war. Ich werde davon Abstand nehmen die beiden Threads zu verschmelzen, da dies immer Problem mit sich bringt und bitte daher im Parallellthread die nicht orchestralen Werke Casellas zu behandeln.

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  • Von der Sinfonie Nr.1 kenne ich auch bisher nur die von Alfred und Frank in den Vorbeiträgen zuletzt abgebildete NAXOS-Aufnahme mit Veccia.


    Alle Casella-Werke inclusive der fabelhaften Sinfonie Nr.2 auf den Chandos-CD´s in Beitrag 3 und 10 mit dem BBC PO / Gianandrea Nioseda sind aber den Naxos-Aufnahmen in jeder Beziehung vorzuziehen. Ich finde auch ohne Vergleich, das bei den römischen Naxos-Einspielungen (habe soweit alle) klar hört, dass da bei dem Orchestra Sinfonica di Roma noch ein "menge Luft nach oben ist".
    Noseda bietet durchweg ungleich höhere Spannung und lässt die Werke in einem Licht erscheinen, die sie noch hörenswerter machen.


    Die Sinfonie Nr.1 mit den Sinfonischen Variationen unter Noseda (Chandos) erschien brandneu im Jahre 2015 (die CD habe ich noch nicht ... ;) wird aber nicht lange dauern):



    Chandos, 2015, DDD


    Am 8.April 2016 erscheint auch diese 2CD-Ausgabe mit allen drei Casella-Sinfonien:



    Chandos, 2010-15, DDD

  • Hallo Alfred und Wolfgang,


    danke für eure Ergänzungen und Dir Wolfgang insbesondere herzlichen Dank für den Hinweis auf diese "neue" Chandos-Doppel-CD.


    Ich finde es schade, dass Chandos sich nicht dazu durchringen konnte, sämtliche Casella-Produktionen als Box abzupacken. Bei adäquatem Preis hätte ich mich als Kunde zur Verfügung gestellt. :D


    @Alfred: Mahler, Wagner, Holst - ja, diese Assoziationen "passen". :)
    Hat Dir die Sinfonie denn gefallen? Ich halte sie für sehr gelungen!


    Viele Grüße
    Frank

  • Zitat

    Hat Dir die Sinfonie denn gefallen? Ich halte sie für sehr gelungen!


    Ja - Sie hat mir durchaus gefallen, "interessant" ist übrigens meiner Meinung nach eine gute Beschreibung. Sie hat Charakter und vermag (mich) zu interessieren. ich hoffe nur, daß auf Grund meiner Schilderung, Leute diese Sinfonie Kaufen, die in mir einen "militanten Mozartianer" sehen (was ich im Grunde auch bin) und dann enttäuscht sind.


    Ich besitze - wie noch gestern festgestellt habe - auch die Sinfonie Nr 2 in selbiger Besetzung, die demnächst von mir kurz besprochen werden soll - so es was zu besprechen gibt.


    Ich werde die 3. in der Naxos Version nachkaufen, dann aber beginnen zum Vergleich die 1, Sinfonie in der CHANDOS Aufnahme nachzukaufen.


    Für alle Interessierten und Unentschlossenen: Auch wenn die Chandos Aufnahmen besser sein sollten als jene von Naxos, so sind die Naxos Aufnahmen an sich schon überdurchschnittlich gut. Es ist schon ein Unterschied für manche, ob man für einen unbekannten Komponisten 20 oder 8 Euro pro CD ausgibt. In der frühen Geschichte von Naxos gab es einiges, das man alsbestendfalls durchschnittlich bezeichnen konnte, das ist aber heute kaum mehr, und hier im speziellen bestimmt nicht der Fall. Zudem muß darauf hingewiesen werden, daß Naxos eine relativ große Anzahl von Werken Casellas anbietet. Ob die dann im einzelnen gefallen werden wird die Zukunft zeigen, denn das was wir hier bislang besprochen haben sind die Sinfonien, welche quasi "Frühwerke" sind. In späteren Jahren war Casella dann experimentierfreudiger...


    mit freundlichen Grüßen aus Wien
    Alfred


    clck532

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  • Hallo,



    Alfredo Casella (1883-1947)
    Symphonie Nr.2 op.12
    + Scarlattiana op. 44 für Klavier & Orchester


    Martin Roscoe (Klavier), BBC Philharmonic Orchestra, Gianandrea Noseda
    Chandos, DDD, 2009/10


    Die Musik Casellas ist für mich eine der positiven Überraschungen der letzten Jahre. Der eigenständige, moderne, fassliche aber nicht avantgardistische Stil gefällt mir außerordentlich gut und die Werke sprechen mich überwiegend unmittelbar an, was auch der Grund ist, neben den La Vecchia-Einspielungen auf Naxos in Richtung der gelobten Chandos-Produktionen zu schielen. Diese sind in der Tat energiegeladen und packend gespielt, was IMHO hervorragend zu den Werken passt. Allerdings halte ich Wolfgangs Vergleich mit Mahler für nicht treffend. Dessen Sinfonien erscheinen mir dann doch ein Stück tiefgründiger und vielschichtiger, wenn auch Vieles auf Anhieb weniger zugänglich sein mag. Auch mag ich die Naxos-Aufnahmen nicht wirklich abwerten. Meiner Ansicht nach sind beide Zyklen gleichermaßen verdienstvoll wie lohnend und die Qualität der interpretierten Musik rechtfertigt durchaus unterschiedliche Ansätze. Ich werde jedenfalls beide Reihen zu gekommener Zeit vervollständigen.


    Viele Grüße
    Frank

  • Heute ist es soweit: Ich hörte Casellas Sinfonie Nr 2 - und schon nach den ersten Takten frage ich mich, warum ich solange damit gewartet habe. Aber eigentlich ist es so, daß sooo viele Themen bei Tamino interessant sind, dass man - zumindest mir geht es so - zahlreiche davon aus den Augen (Ohren) verliert.
    Ich schliesse da an, wo andere bereits ihre Statements abgegeben haben.
    Schon der Beginn des ersten Satzes hat mich beeindruckt, wenngleich er im Laufe seines Lebens ein wenig an Spannung verliert. Man kann es natürlich auch anders sehen: Nach einem fulminanten Beginn mit Glockenschlägen versinkt der Satz zeitweise in leiser, unterschwelliger Spannung. Ab etwa der Mitte steigert sich der Satz geradezu zu einem Inferno, gerät aber danach wieder in ruhigere Zonen. Casella versteht es meisterlich zwischen düster bedrohlichen und agressiveren Stellen zu changieren.
    Hat der erste Satz mit Pauken geendet, so beginnt der zweite mit ebensolchen, allerdings vom Einruck her völlig anders gestaltet. Wieder gibt es spektakuläre, beinahe bombastische Teile voll Feuer, Kraft und Temperament, wobei wir immer wieder mit fanfarenartigen Klängen und einem stampfenden Rhythmus konfrontiert werden, der sich zeitweise ins Unerbittliche steigern kann. Casellas - absolut tonale - Musik hat einen Hang zum demonstrativ-plakativen, was ich persönlich eher als Vor- denn als Nachteil sehe. Der häufige Einsatz von Pauken und Glocken ist irgendwie das Markenzeichen der Sinfonie - vielleicht aber des Kompositionsstils Casellas generell (um hierzu ein endgültiges Urteil abgeben zu können muss ich mehr von ihm hören).
    Im dritten Satz (Adagio, quasi andante) setzt Casella einen bemerkenswerten Kontrast zum bisher Gehörten. Die Stimmung schwankt zwischen lethargisch und entspannt.
    Im vierten Satz fand ich eine Vielfalt von Stimmungen (fast hätte ich geschrieben "Sammelsurium").
    Ein Marschthema leitet den Finalsatz ein. Zuerst relativ verhalten, dann immer agressiver. Die Tempoangaben des 4. Satzes lassen die Stimmungsvielfalt durchaus erahnen; Tempo die marcia ben risoluto con fuoco – Allegro vivo Tempo 1 (Allegro risoluto) – Epilogo: Adagio mistico.
    Mystisch – genau das ist das Schlüsselwort für zahlreiche düstere, unterschwellig abgrundtief klingende Passagen in der gesamten Sinfonie, immer wieder durch unerbittlich stampfende, rhythmisch aufgeheizte Stellen kontrastiert, teilweise mit Bombast angereichert. Triumphierend klingt die Sinfonie aus.
    Aus meiner Sicht ein großartiges, sehr publikumswirksames* Werk, das ich (im allerweitesten Sinne !!) in der Nachfolge von einigen Sätzen der Symphonie phantastique sehe – kaum aber mit Mahler in Verbindung brächte – ausgenommen vielleicht der Trauermarsch im letzten Satz.
    Generell ist hier IMO ein völlig eigenständiges Werk entstanden, das keine Vorbilder benötigt.
    In Bezug auf die strenge Beurteilung der Naxos-Veröffentlichungen durch unser Mitglied Teleton kann ich dessen Auffassung nicht teilen. Das Gebotene entspricht durchaus dem Standard Europäischer Mittelklasse-Orchester, die Tontechnik ist IMO ausgezeichnet. Es mag durchaus sein, daß ich mich dereinst für eine "Spitzenaufnahme" zusätzlich zum Vorhandenen entscheide, fürs erste werde ich die Serie weiterverfolgen....


    mfg aus Wien
    Alfred


    *vorausgesetzt es wird aufs Programm gesetzt........

    clck 799

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  • Hallo erneut,


    Alfredo Casella (1883-1947)
    Gian Francesco Malipiero (1882-1974)
    Violinkonzerte

    Andre Gertler, Prague Symphony Orchestra, Vaclav Smetacek
    Supraphon, ADD, 1971/1974


    und noch eine CD, deren Musik erst nach wiederholtem Hören gewinnt, wenn auch nicht vollends überzeugt. Kaufgrund war Casellas diskographisch unterrepräsentiertes Violinkonzert in a-moll, op. 48. Das Werk erscheint mir allerdings eines der schwächeren Kompositionen aus seiner Feder zu sein. Mir bietet es zu wenig Abwechslung und Spannung. Es ist weder ein übermäßige geeignetes "Virtuosenvehikel", noch überzeugende Spätromantik und ebenso kein wirklich "modernes" Werk. Vielleicht liege ich mit meiner Einschätzung daneben, aber die nur wenigen verfügbaren Produktionen scheinen den Rang der Komposition leider zu bestätigen. Sinnhafterweise ist Casellas op. 48 hier mit dem Violinkonzert Malipieros gekoppelt. Die beiden Komponisten verbanden sowohl die Lebensdaten, als auch eine Freundschaft. Malipieros Konzert hat mir besser gefallen. Es ist sicherlich ebenfalls eher als "retro" anzusehen (-hören), kommt aber griffiger und in meinen Ohren gefälliger daher.
    Die CD selbst ist IMHO ein wenig obskur, denn warum setzt sich gerade diese (beinahe) ur-tschechische Produktion für zwei italienische Komponisten ein? Neben Josef Suk war der heute weitgehend vergessene ungarische Geiger André Gertler so etwas wie der "Supraphon-Hausviolinist", der im Katalog des Labels mit einer Vielzahl von Aufnahmen vertreten war. Ich müsste noch Einspielungen von Werken Hartmanns, Hindemiths, Malipieros, Milhauds und Bartoks mit ihm an der Geige auf LP besitzen.
    Leider ist die Aufnahme nur bedingt befriedigend, denn das Klangbild der 1972 und 1976 entstandenen Einspielungen erscheint mir etwas eng und auch ein wenig verfärbt. Das ging in jener Zeit durchaus besser und mindert die grundsätzlich begrüßenswerte Anwaltschaft für diese Werke. In Sachen Casella werde ich mir demnächst mal die greifbare Alternative auf Capriccio anhören:

    Diese SACD sollte zumindest klanglich "unangreifbar" sein. Weiterhin ist natürlich auf eine Fortsetzung der beiden Serien von Chandos und Naxos zu hoffen. Wenn dort das bisherige Niveau gehalten wird, dann werden hier interpretatorisch wie klanglich zeitgemäße Produktionen entstehen.

    Viele Grüße
    Frank

  • Heute habe ich erstmals Alfredo Casellas Sinfonie Nr 3 gehört. Etwa 30 Jahre waren seit der Komposition seiner 2. Sinfonie verstrichen, und man durfte annehmen, daß er das Interesse an der Gattung "Sinfonie" verloren hatte. Indes erreichte ihn 1938 ein Kompositionsauftrag, er sollte eine Sinfonie zum 50 jährigen Jubiliäum des Chicago Symphony Orchestras (1941) komponieren. Das geschah dann 1939/40. Zum einen hatte sich Casellas Stil gewandelt - er war rauher und weniger eingängig geworden, hatte sich von Strawinsky und Mahler als Vorbild gelöst und stand zudem noch unter dem Einfluß des ersten Jahres des 2. Weltkriegs. Die Sinfonie ist dreisätzig und trägt die Opuszahl Nr 63, zählt somit zu den letzten Werken Casellas, denn ganz am Ende seines Lebens vermochte er ja krankheitsbedingt nicht mehr zu komponieren.
    Es ist nicht zu überhören, dass hier ein Könner am Werk ist, allerdings empfand ich das Werk als grell und verstörend klingend, teilweise sogar abstoßend - eine Tatsache, die wohl der Entstehungszeit, dem beginnenden Krieg und dem italienischen Faschismus geschuldet ist, zu welchem Casella eine Zeitlang durchaus ein positives Naheverhältnis hatte, bis seine privaten Lebensumstände die Situstion unhaltbar machten. Am Rande sei nur erwähnt, dass der Krieg in Casellas Komponistenlaufbahn immer schon eine Rolle gespielt hat, das zweite Stück auf der hier gezeigten CD enthält die „Elegia eroica“ op. 29, eine Komposition aus dem Jahre 1916, welche zum Gedächtnis an den Tod eines Soldaten im 1. Weltkrieg geschrieben wurde….
    Die Sinfonie Nr 3 dürfte von den Kritikern nicht zu den Hauptwerken Casellas gezählt werden, denn sie wird in den ohndies spartanischen Aufsätzen in den diversen Konzerführern nur am Rande oder gar nicht erwähnt....


    Mit freundlichen Grüßen aus Wien
    Alfred


    clck 1000

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  • Das geschah dann 1939/40. Zum einen hatte sich Casellas Stil gewandelt - er war rauher und weniger eingängig geworden, hatte sich von Strawinsky und Mahler als Vorbild gelöst und stand zudem noch unter dem Einfluß des ersten Jahres des 2. Weltkriegs.

    Naja, Casella war ja zwischendurch sehr modern und ist später klassizistisch geworden, insofern gehört das Spätwerk zum eingängigeren Teil seines Schaffens.

  • Hallo zusammen,


    Alfredo Casella (1883-1947)
    Konzert für Orchester op.61
    + Suite C-Dur op. 13; Pagine di Guerra op. 25 (Version für Orchester)

    Orchestra Sinfonica di Roma, Francesco La Vecchia
    Naxos, DDD, 2011


    Und ich bleibe dabei: die römischen Naxos-Aufnahmen unter La Vecchia machen auf mich einen hervorragenden Eindruck und rücken die farbigen, stimmungsvollen Werke Casellas ins rechte Licht. Eine mit Hintergrundinfos versehene Würdigung, die auch den Vergleich zur Chandos-Aufnahme zieht, findet man hier. Auch die Kritiken bezüglich der Naxos-Aufnahme fielen sehr gut aus: KLICK. David Hurwitz zieht die Einspielung des Konzerts sogar der Chandos-Produktion vor. Nicht dass das übermäßig viel heißen will, aber ich würde zumindest so weit gehen, zu behaupten, dass die Einspielungen unter La Vecchia gelungen und absolut konkurrenzfähig sind.


    Viele Grüße
    Frank

  • aber ich würde zumindest so weit gehen, zu behaupten, dass die Einspielungen unter La Vecchia gelungen und absolut konkurrenzfähig sind.


    Ich habe auch den Eindruck, dass die NAXOS-Aufnahmen von Casella unter Vecchia, die jetzt erfolgen zunehmend besser sind, als die ersten Aufnahmen von den Sinfonien.


    ES bleibt aber der Nachgeschmack, dass die "technischen Perfektion und der faszinierenden Dynamikpalette des BBC Philharmonic (insbesondere, was die Blechbläser angeht)" dem italienischen Orchester deutlich überlegen ist und die sicher nicht üble Klangqualität erreicht den audiophile Perfektion von Chandos einfach auch nicht. Punkte, die bei mir schwer in die Waagschale gelegt werden.


    Aber um alle Casella-Werke zu haben, muss man ohnehin beide Aufnahmen auf Chandos und NAXOS haben um alles abzudecken.
    :!: Casella ist schon ein verdammt wichtiger und bisher viel zu unterrepräsentierter Komponist, was sich angesichts der schönen Aufnahmen beider Labels nun ändert.

  • Nur der Ordnung halber - Ich hatte auch bei den Sinfonien keine Einwände. Die Beurteilung von Interpretationen ist leider oft von der eigenen Tagesverfassung gezeichnet - selbst bei professionellen Kritikern. Heute ist das aber kein Problem: Man findet im Forum verschiedene Meinungen (was es von einer Fachzeitschrift unterscheidet !!) UND man kann in die Soundsamples hineinhören. Aber auch das schütz nicht vor einem "Fehlkauf", weil auch die eigene Beurteilung schwankungen unterworfen ist.
    Wie dem auch sei - Die Aufnahmen von Casellas Werken sind eine echte Bereicherung des Repertoires.
    mit freundlichen Grüßen aus Wien
    Alfred

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  • Vor vier Jahren hat Gianandrea Noseda die Zweite Sinfonie von Casella hier in Frankfurt/M. in der Alten Oper beim HR-Sinfonieorchester als Deutsche Erstaufführung(!) dirigiert. Die Chandos-Aufnahme entstand ca. drei Jahre davor.
    Dieses Konzert (bzw. diese beiden, denn ich war zweimal drin), gehört zu den absoluten Höhepunkten meiner Livekonzerte der letzten Jahre. Noseda ist ein absoluter Livemusiker, der emotional alles gibt und sich und dem Orchester alles abverlangt.
    Zu meiner Überraschung ist der Mitschnitt nach wie vor auf dem Youtube-Channel des Orchester abrufbar:


    https://www.youtube.com/watch?v=KDslVGf7OTQ


    Ich empfehle allen daran Interessierten, sich das anzusehen- und zu hören!

  • Durch die kurze aktuelle Diskussion in "Heute gehört" habe ich die Aufnahme der Sinfonieorchesters Münster (dort als SACD) des Labels ARS auf YT gesucht.
    Diese aus Münster ist dort nicht vorhanden, aber dafür eine andere aktuelle mit Gianandrea Noseda und dem HR SO von 2013, der auch die ausgezeichnete Aufnahme mit dem BBC PO (Chandos) - ((Abb hier zuletzt in Beitrag 16)) aufgenommen hat.


    :thumbsup: Noseda hier im Konzert als Video zu verfolgen ist erste Klasse. Ich kann mich da hingehend des Vorbeitrages von Agon aus Frankfurt nur noch einmal wiederholen !




    ;) Solche Konzerte gehören auf HDD archiviert !

  • Aus: Was hört ihr gerade jetzt von gestern (14. April 2019)


    Zitat

    Oh, interessante Scheibe, die du da vorstellst. Ist schon im Warenkorb. Nachtrag zehn Minuten später: Ist schon bestellt, hehehe! Musste in sonntäglicher Hochgestimmtheit ein paar Scheiben ordern, ich alter Konsumfetischist.


    Grüße

    Garaguly

    Zitat

    Die beiden Trios, welche die CD noch enthält, haben nichts wirklich Persönliches an sich - das wäre für den Filmkomponisten Rota ohnehin untypisch -, klingen aber charmant und die technische Qualität der Scheibe ist einwandfrei.


    Noch kurz zu Casellasa Serenata: Da finde ich bemerkenswerter- und übertriebenerweise mindestens vier Einspielungen (Original bzw. bis-Version) im Regal. Ist die von Dir gehörte, welche ich auch besitze, diejenige mit dem bzw. mit einem sehr langsam gespielten Gavotte-Satz? Das weiß ich nicht mehr so genau, könnte ich natürlich später überprüfen. - Was hältst Du davon - wenn es denn so sein sollte?


    :hello:Wolfgang

    Zitat

    In der von mir heute Nacht gehörten Einspielung der Casella-Serenata dauert dieser Gavotte-Satz 3 Minuten und 8 Sekunden. Zu langsam gespielt kommt mir dieses "Gavotta: Vivacissimo e Spiritoso" nun nicht vor (hab's eben noch mal nachgehört, konnte mich von heut' Nacht her gar nicht mehr an den Satz erinnern, um ehrlich zu sein). Das muss ja der Satz sein, den du meinst, nicht wahr?

    Mir liegt auch, glaube ich, keine Vergleichseinspielung vor, anhand derer ein zu schnell oder zu langsam gespieltes Tempo zumindest vergleichsweise zu bestimmen wäre. Du könntest das aber mit den von dir in den Raum gestellten drei oder vier Einspielungen in deiner Sammlung tun. Wie wäre es?:saint:


    Grüße

    Garaguly

    Zitat

    [...]

    Die Einspielung der Serenade, die Du Dir jetzt auch bestellt hast, benötigt 2:35 Minuten, scheint also durchaus zügiger zu sein. Die Frage ist, was man unter Vivacissimo versteht und - quasi unabhängig davon 8o - was unter einer Gavotte.


    Besten Gruß, Wolfgang

    Und unser Dirigenten-Freund adriano schreibt später:

    Zitat

    Ah, danke für deine Hinweise zu möglichen Tempi, in denen man eine Gavotte spielen kann.


    Grüße

    Garaguly

    Noch habe ich meine anderen Einspielungen nicht herausgesucht, kann es natürlich gerne machen. Die eine eigentliche Frage aber hat sich wohl geklärt, die andere für mich noch nicht. Anfangs meiner Hörerfahrung haben mich die (sehr bzw. zu) langsamen Gavotte-Konzepte in diesem Casella-Werk eher gestört. Sie tun es nicht mehr so sehr - getreu meiner häufig, wenn auch nicht immer angewandten Devise: Man kann mit sehr unterschiedlichen Versionen eines Werks sehr gut leben, solange ein (ordentliches) Minimum an Überlegung, an Adressatenperspektive und natürlich an Spielniveau und technischer Qualität der Konserve gegeben ist.


    Auch in Johann Sebastian Bachs einschlägiger Kammer- und Orchestermusik wird die Gavotte doch eher langsam genommen, wie mir scheint.


    Trotzdem - und das war wohl (und ist noch ein wenig) der Grund meiner Bedenklichkeit: Warum hat Casella die Vortragsbezeichnung Vivacissimo gewählt, wenn er einen gravitätischen Hoftanz präsentieren wollte? Das mag nicht so wichtig sein, wirklich nicht - aber ich kann dem nicht folgen. Denn nicht einmal die zügigeren Versionen erscheinen äußerst lebhaft - meine ich zumindest.


    :)Wolfgang


    EDIT: Kleiner Fehler meinerseits: Vivacissimo steht beim Finalsatz, bei der Gavotte lese ich: Molto vivace. Aber nun ...

  • Trotzdem - und das war wohl (und ist noch ein wenig) der Grund meiner Bedenklichkeit: Warum hat Casella die Vortragsbezeichnung Vivacissimo gewählt, wenn er einen gravitätischen Hoftanz präsentieren wollte? Das mag nicht so wichtig sein, wirklich nicht - aber ich kann dem nicht folgen. Denn nicht einmal die zügigeren Versionen erscheinen äußerst lebhaft - meine ich zumindest.

    Hast Du die Version auf der ORF-CD oben gehört? Das ist gar nicht gravitätisch.

  • Hast Du die Version auf der ORF-CD oben gehört? Das ist gar nicht gravitätisch.

    Nein, habe ich nicht und werde ich noch tun. Ich wollte im Prinzip nur auf Adrianos kurze Ausführungen zum Charakter der Gavotte Bezug nehmen, die für mich wie wohl auch für Garaguly durchaus interessant waren.


    Gegenfrage: Wie stehst Du zu dem Molto vivace? :)

  • Äh - ich habe vorhin Deinen vorigen Beitrag gelesen und dann in das Hörschnipsel der CD, die bei mir zu Hause rumkugelt, gehört, und es klang frech, witzig, bunt, schräg und flott. Also eine typische neoklassizistische Barockverbeulung, und "vivacissimo" passt da schon.

  • Du meinst diese:


    ?


    Die kenne ich seit zehn Jahren - wie ich soeben dank des Partnervermerks (;)) feststellen konnte. Dort habe ich soeben bequemerweise der Hörprobe gelauscht. Und so wünsche ich mir diesen Satz eigentlich - in der Tat gänzlich ungravitätisch. Daher jetzt auch mal eine gravitätische Variante, wo ich durchaus kein Vivace höre:



    Garaguly hat, wenn ich mich jetzt nicht täusche, gestern bereits auf sie Bezug genommen. Ich glaube, es geht sogar noch langsamer - ich bin ja auch noch nicht durch im Schrank ^^.


    Befremdlicherweise steht da jetzt bei der entsprechenden Hörprobe tatsächlich auch noch Vivacissimo.


    :wacko:


    EDIT nach Sichtung Deines letzten Beitrags: :thumbup:Eben!