Was hört Ihr gerade jetzt? (Klassik 2011)
rolo betman · 5.990 Beiträge · letzte Antwort von Norbert
- rolo betman
- Geschlossen
5.990 Beiträge
-
-
Zwei amerikanische Tenöre:
James Mc Cracken und James King

-
-
Beim mir nun Kompositionen von Erkel:

Als Solist u. a. zu hören: Róbert Ilósfálvy.
-
Das Streichquartett Nr.5 hat drei Sätze:
I. Through Time
II. Through Space
III. In the Fifth DimensionIm ersten Satz sind die Saiten der 1. Violine und der Bratsche einen Viertelton höher gestimmt, als es der Stimmung der beiden anderen Streicher entspräche. Formal ist der Satz ein Doppelkanon, der mich in seiner Wirkung entfernt an die imitatorischen Strukturen in Goreckis Sinfonie Nr. 3 ("Sinfonie der Klagelieder") erinnert hat.
Der zweite Satz besteht aus Glissandi, hinter denen jedoch Fragmente des Liedes "Fling Out of the Banner, Let it Wave" (an diesem Wochenende habe ich es wohl mit amerikanischen Liedern ...) hörbar werden.
Auch der dritte Satz besteht ausschließlich aus Glissandi und endet auf leeren Saiten in allen Instrumenten. Eine Musik, die mich nach und nach in ihren Bann gezogen hat, klischeefrei, scheinbar absichtslos, sie ist einfach da. Ich nehme eine starke meditative Komponente wahr.
Auch das 6. Streichquartett ist dreisätzig:
I. Still
II. Meditation
III. Evanescence (von lat. evanescere = dahinschwinden)In diesem Werk sind die meditativen Anteile noch stärker - bereits die Satztitel deuten es an. Gleichzeitig sind die Texturen einfacher, unmittelbarer als im 5. Quartett.
Also, wer mal in die Soundschnipsel reinhören möchte ...
-
Hallo, Manfred!
Ich habe mir die CD bei Amazon angesehen. Abgesehen vom hohen Preis: Die Titel sind zum Teil auf englisch. Das ist doch wohl ein Irrtum?
Gruß Wolfgang
-
Beide Werke haben einen Bezug zum Anschlag auf das World Trade Center am 11. September 2001.
Das Quartett Nr. 7 mit dem Untertitel "Angels" ist für Streichquartett und Orgel komponiert. Es besteht aus einem einzigen Satz.
Auch hier gibt es Liedzitate ("Angels we have heard on high", "God rest ye merry, gentlemen", "As shepherds watches their flock by night"), die weihnachtliche Bezüge haben. Hier liegt also der seltene Fall einer instrumentalen Weihnachtsmusik vor.
Die Uraufführung fand wenige Wochen nach 9/11 statt.
Das ganze Stück ist eine mystische Meditation, die die Erscheinung von Engeln heraufbeschwört.
Das Quartett Nr. 8 entstand zum Gedenken an die Opfer von 9/11. Es ist dreisätzig:
I. On wings of sound
II. In falling timbers buried
III. PrayerDer erste Satz besteht, wie die Mittelsätze der Quartette 5 und 6, ausschließlich aus Glissandi. Dennoch hat er kanonische Struktur und ist obendrein ein Palindrom, d. h. er klingt vorwärts gespielt genauso wie rückwärts. - Bitte, das ist eine kontrapunktische Kunst, die man erst einmal beherrschen muss.
Im zweiten Satz dominieren ebenfalls Glissandi, doch hier erklingen dazu Melodiefetzen eines Liedes von Gloria Coates über einen Text von Emliy Dickinson über einen lebendig begrabenen Menschen.
Many things are fruitless
'Tis a Baffling Earth
But there is no Gratitude
Like the Grace of Death.Vieles ist sinnlos,
Die Welt ist rätselhaft
Aber es gibt keine Dankbarkeit
wie die Gnade des Todes.Der letzte Satz ist ein Gebet. Würdige, stelenartige Akkorde werden aneinander gereiht. Auf Glissandi wird verzichtet, jedoch sind die Streichinstrumente gegeneinander vierteltönig verstimmt. Gegen Ende lösen sich deie Klänge in Tremoli auf.
Es sei darauf hingewiesen, dass auch Steve Reich das Ereignis 9/11 künstlerisch verarbeitet hat. Die CD mit dem Werk "WTC 9/11" erscheint am 16. September 2011. Die verspätete Auslieferung (geplant war natürlich der 11. September) hängt damit zusammen, dass gegen das Cover protestiert wurde. Ausgeliefert wird die CD vermutlich mit einem anderen Cover als hier zu sehen. Ich habe bestellt und werde berichten. Eine Vorstellung von Ausschnitten in der Sendung "Neues vom Klassikmarkt" auf SWR2 am gestrigen 03. September 2011 fand ich sehr beeindruckend.
-
Bei mir gerade eine wunderschöne Opernrarität, stilistisch angesiedelt zwischen Wagner und Sibelius:
Erkki Melartin (1875-1937):
Aino - Oper in 2 Akten und 1 Epilog 1907-09
Ritva-Liisa Korhonen, Sauli Tiilikainen, Lilli Paasikivi, Pia Freund, Aki Alamikkotervo, Sari Nordqvist
Dominante Choir, Lahti Symphony Orchestra (Sinfonia Lahti), Ulf Söderblom
BIS, 2000, 2 CD

Johannes -
Ich höre mich gerade durch diese Box und habe gerade Sinfonie Nr. 3 beendet:

Ein schlanker, ausgesprochen inspirierter und frisch musizierter Schubert. Zender bietet ein sehr farbiges Klangbild auf.
Eine bislang sehr schöne Interpretation, in etwa auf dem Niveau Abbado oder Harnoncourt. Allerdings, wenn man diese kennt, benötigt man nicht zwingend Zender (oder umgekehrt).
-
Wolfgang Amadeus Mozart: Sonaten für Violine und Klavier KV 377, KV 303, KV 304, KV 526
Mark Steinberg, Violine; Mitsuko Uchida, Piano
Während 12 Jahren haben sich die beiden Musiker mit diesen Werken auseinander gesetzt, ehe sie diese Aufnahme einspielten. Der feinsinnige Booklet Text von Mark Steinberg würdigt den musikalischen Gehalt angemessen.
. -
In diese interessante Box höre ich nun rein. Mit vielen Interpreten der "ehemaligen DDR":

-
-
Von Hurwitz über den grünen Klee gelobt als bester Brite des 20. Jhdts.
Besser als Bax und Vaugham Willams und Britten sowieso.Nur kennt ihn keine Sau!
Also habe ich mir die 7. Sinfonie gegönnt:
Was für ein kitschiges Cover!!Aber dagegen die Musik? Die ist schon etwas, mit der man sich genauer beschäftigen sollte.
Er kann viel!! besser instrumentieren als alle "Limies", die ich habe, also neben obigen Elgar und Delius eingeschlossen.
Im 1. Satz wird das deutlich.
Der 2. Satz "Lento" ist wunderbar.
Der letzte Satz ist so etwas von virtuos. Teleton hätte seine helle Freude!
In diesem Sinne.
Gruß S. -
-
Alles anzeigen
J. S. Bach, Brandenburgische Konzerte, Nikolaus Harnoncourt, seine zweite Aufnahme aus den Jahren 1981 und 1983.
Eine wunderbare Aufnahme, alles ist hörbar und präsent. Leider ist in der preiswerten Neuausgabe die Besetzung nicht angegeben, ich vermute, sie ist wie bei Harnoncourts erster Aufnahme weitgehend solistisch.
Die Tempi sind entspannt, weit entfernt von den Verrenkungen eines Reinhard Goebel. Überhaupt stelle ich keinerlei Eigenwilligkeiten fest. Hier wird um der Sache selbst willen musiziert, lebendig, engagiert, hellwach, aber ohne Mätzchen.
Ein herzliches Dankeschön an die Taminoianer, die im Thread mit einem Hörvergleich zu diesem Werk diese Aufnahme empfohlen haben!
Hallo Wolfram,
es freut mich sehr, dass Dir die Aufnahme gefällt

Ich hatte heute viel zu spielen und musste den ganzen Abend "auf Besuch" sein.
Zwischendurch im Auto und jetzt gerade eben vor dem Schlafen (soeben 3. Satz) habe ich mir immer wieder, diese neue CD aufgelegt, die -so viel ist schon einmal sicher- für mich unter allen meinen Orchester-CDs eine Perle, einen Schatz darstellt:Wie kann man bloss so eine Musik schreiben und wie kann man die dann bloss so wahnsinnig gut aufführen?
Auch der Klang ist kommt an die besten neuen Aufnahmen locker heran - dabei ist diese Decca-Aufnahme von 1973!
Mit meinem Kopfhörerverstärker von Lake People und dem Sennheiser HD800 ist der Klang so natürlich, durchsichtig und angenehm warm gleichzeitig, dass ich es bald nicht fassen kann
Wer weiss, vielleicht werde ich noch ganz unvernünftig und hole sie mir als SACD für knappe 50 EUR.
Nun gut, ich räume ein, dass ich das Werk und alle möglichen Vergleichseinspielungen noch nicht so gut kenne, aber ich muss wirklich sagen, dass mich diese Aufnahme hier BEGEISTERT.Später werde ich die 4. von Bruckner mit Partitur vergleichend hören. Ausser Böhm habe ich mir gleichzeitig Rattle und Celibidache (München) gekauft.
Wand (Berlin) soll noch folgen. Wenn es dann so weit sein wird, werde ich berichten.
Auch ich danke allen aus diesem Forum, die mich auf diese Aufnahme aufmerksam machten.
Glockenton
-
Der heutige Tag stand ganz im Zeichen von Brahms' Sinfonie Nr. 1 c-moll op. 68. Eigentlich hatte ich erwogen, meinen Kommentar an entsprechender Stelle zu posten, auch um somit den seit April 2009 ruhenden Thread hervorzuholen. Aber da stehen so viele kluge Worte, da habe ich mich dann doch nicht getraut.
Drei Einspielungen habe ich mir heute angehört:
Berliner Philharmoniker / Karl Böhm (Berlin, Jesus-Christus-Kirche; 10/1959)
Chicago Symphony Orchestra / Georg Solti (Medinah Temple, Chicago; January 1979)
Philharmoniker Hamburg / Simone Young (Laeiszhalle Hamburg; March 11 & 12, 2007)

Böhm: 12:39 - 09:33 - 04:33 - 16:34
Solti : 16:47 - 09:49 - 04:40 - 17:31
Young : 17:39 - 09:38 - 04:59 - 17:27Vorausschicken möchte ich, dass Brahms Erste für mich im Vergleich zu der Dritten und Vierten weniger leicht zu hörende Kost ist und bei mir zu den eher weniger häufig gehörten Werken gehört. Die Ecksätze des Werkes sind gigantisch, von fast brucknerischen Ausmaßen.
Angefangen habe ich heute mit Böhm in der von Esoteric auf SACD transferierten Fassung. Das Gehörte hat mich nicht überzeugt. Für meinen Geschmack zieht sich der 1. Satz bei Böhm zu sehr, obwohl er doch von allen Aufnahmen der kürzeste ist. Lässt Böhm die Wiederholungen aus? Der 2. Satz gefiel mir noch am ehesten und besser als nachher bei Solti. Insgesamt war mir diese Einspielung jedoch zu weich, hatte für meinen Geschmack zu wenig Schwung. Auch klanglich bin ich eher enttäuscht. Auch ohne Vergleichsmöglichkeit würde ich sagen, eine Wiederveröffentlichung auf CD würde klanglich gleiche Ergebnisse geliefert haben. Oder ist der anzunehmende Qualitätssprung nur auf Esoteric-Geräten zu hören?
Um festzustellen, ob ich nun mehr Probleme mit dem Werk oder mit der Interpretation hatte, legte die Einspielung mit Solti auf. Bei Solti hatte ich dann auch gleich den vermissten Rhythmus, aber sobald dieser weniger relevant ist, dann habe ich das Gefühl, dass man sich mit Schönklang rüber rettet, bis es wieder dynamischer wird. Mir fiel das beim 2. Satz auf, wo ich Solti eher uninspiriert fand und Böhm die Stimmung mehr ausmalte. -- Sorry, mir fehlen leider als Nicht-Musiker die rechten Worte, um es präziser ausdrücken zu können. Klanglich wirkte die Aufnahme enger, die Böhm-Aufnahme dagegen doch etwas luftiger.
Abgeschlossen habe ich dann mit Simone Young und den Hamburger Philharmonikern. Hier stimmte für mich heute alles, soweit es jedenfalls für die Erste möglich ist. Und das obwohl es die längste Aufnahme war. Zum Schluss ließ dann jedenfalls doch meine Konzentration nach -- 17:27 als Finalsatz müssen auch ersteinmal verdaut werden.
Gruß enkidu2
-
Hallo Rheingold,
Leider ist auch meine Aufnahme der 9 SYMPHONIE von BEETHOVEN von JASCHA HORENSTEIN und dem ORTF NATIONAL ORCHESTRA mit PILAR LORENGAR, MARGA HÖFFGEN, JOSEF TRAXEL und OTTO WIENER, nicht komplett. Ich bin aber schon sehr froh, vor allem den 4. Satz mit diesem so hervorragenden Solistenquartett hören zu können.
Es gibt übrigens noch eine dritte von mir sehr geschätzte Aufnahme der 9. SYMPHONIE von 1956 bei DGG unter EUGEN JOCHUM mit einem nicht minder erlauchten Solistenquartett, d. h. mit der wunderbaren Sopranstimme von CLARA EBERS, ferner mit GERTRUDE PITZINGER, WALTER LUDWIG und FERDINAND FRANTZ.
Viele Grüße
wok
,, -
Heute morgen läuft eine CD mit diesem Weltklasse-Tenor. Eine immer wieder erfrischend schöne Stimme:

-
-
Zu Ende ging eben das Klavierquintett g-moll op. 49 (1894) von Enrique Granados, dessen Mittelsatz (Allegretto quasi andantino) ich mir gleich nochmal sozusagen "da capo" zu Gemüte führen werde. Atmosphärisch sehr dicht gearbeitete Musik, faszinierend schön. Gespielt vom LOM Piano Trio und Manuel Porta Gallego, Violine, sowie Joaquin Riquelme Garcia, Viola (Aufn.: 11. Februar 2008, Barcelona).
Danach folgt das Klavierquartett Nr. 1 D-dur op. 16 von George Enescu (aus dem Jahr 1909). Hier spielt das das Schubert Ensemble. Die Aufnahme entstand im Dezember 2010.
Grüße,
Garaguly
-
-
Später werde ich die 4. von Bruckner mit Partitur vergleichend hören. Ausser Böhm habe ich mir gleichzeitig Rattle und Celibidache (München) gekauft.
Wand (Berlin) soll noch folgen. Wenn es dann so weit sein wird, werde ich berichten.
Lieber Glockenton,die vierte mit Bruckner finde ich mit Böhm ganz ausgezeichnet! Ich wünsche Dir viel Freude, wenn Du Dir die Celi-Aufnahme in den Player schiebst - ein Erlebnis der besonderen Art. Nimm Dir Zeit - und gib Celi Zeit ... ich bin gespannt auf Deinen Bericht!
Auch Karajan 197x war nicht schlecht ... Wand mit BPO ist sowieso eine Bank.
-
Ich höre gerade Verdis "Requiem" mit Soiisten der Aachener Oper und dem Chor Vocapella.
Marcus R. Bosch - der scheidende GMD Aachens - dirigiert das Sinfonieorchester Aachen:

-
Aus gegebenem traurigem Anlaß noch einmal seine Stimme:

-
Alles anzeigen
Drei Einspielungen habe ich mir heute angehört:
Berliner Philharmoniker / Karl Böhm (Berlin, Jesus-Christus-Kirche; 10/1959)
Chicago Symphony Orchestra / Georg Solti (Medinah Temple, Chicago; January 1979)
Philharmoniker Hamburg / Simone Young (Laeiszhalle Hamburg; March 11 & 12, 2007)Böhm: 12:39 - 09:33 - 04:33 - 16:34
Solti : 16:47 - 09:49 - 04:40 - 17:31
Young : 17:39 - 09:38 - 04:59 - 17:27Vorausschicken möchte ich, dass Brahms Erste für mich im Vergleich zu der Dritten und Vierten weniger leicht zu hörende Kost ist und bei mir zu den eher weniger häufig gehörten Werken gehört. Die Ecksätze des Werkes sind gigantisch, von fast brucknerischen Ausmaßen.
Angefangen habe ich heute mit Böhm in der von Esoteric auf SACD transferierten Fassung. Das Gehörte hat mich nicht überzeugt. Für meinen Geschmack zieht sich der 1. Satz bei Böhm zu sehr, obwohl er doch von allen Aufnahmen der kürzeste ist. Lässt Böhm die Wiederholungen aus?
Er lässt, wie weitgehend üblich, die Wdh. der Exposition aus. Dennoch deutet die Spieldauer von unter 13 min. auf ein ziemlich zügiges Tempo. Es mag allerdings sein, dass er die Einleitung sehr zügig, den Hauptsatz breiter nimmt, aber richtig langsam kann es nicht sein. Auch im Finale ist er nicht langsam (wenn auch nicht besonders schnell) Vielleicht liegt der Eindruck eher an unterschiedlichem Umgang Akzenten/Kontrasten usw.?
Ich glaube, spontan ist Brahms 1. noch immer meine Lieblingssinfonie von ihm, vielleicht einfach, weil ich sie einige Zeit vor den anderen kennenlernte... -
Ich lausche heute Abend nach langer Zeit in diese interessante EMI-Box hinein. Die erste CD bringt mir die Stimmen von Emma Calvé, Enrico Caruso, Francesco Tamagno, Mary Garden, Dame Nelly Melba, Adelina Patti, Leo Slezak, Tita Ruffo, Geraldine Farrar u. A. nahe.

-
-
-
Seltsame Musik aus fremden Ländern? Nee! Vor unserer Haustüür.
Meine Frau reist beruflich nach Tallin, Sie soll mir CDs mitbringen.
Fürs erste hilft
Erinnert oft an Pärt, ist aber erheblich flexibler im Rhythmus.
Gruß S. -
Über Mittag höre ich diese unvergessene Tenorstimme:
Lorenz Fehenberger
Kennst du seine Einspielung von "Die Ausflüge des Herrn Broucek" von Janacek? Mit Fritz Wunderlich und Wilma Lipp, es dirigiert Joseph Keilberth, eine bearbeitung von Karlheinz Gutheim.
Besser als die Aufnahmen im tschechischen Original singt hier Fehenberger. - 5.990 Beiträge