Was hört Ihr gerade jetzt? (Klassik 2011)


  • Nun nebenstehende CD, die heute eintraf:


    Strawinsky: Pulcinella-Suite
    Tschaikowsky: Symphonie Nr. 6 "Pathétique"
    NDR-Sinfonieorchester
    Günter Wand
    1991


    Den Strawinsky höre ich mir als "Beigabe" mal auch an, bevor es zum eigentlichen Objekt des Kaufinteresses kommt.
    Wand und Tschaikowsky ist ja eine eher ungewöhnliche Kombination. Ich bin gespannt.

    »Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

  • Nach den Exzessen mit später Brahmsscher Kammermusik - eine wichtige Vorbereitung für Schönberg (neben Wagner und Beethoven) - geht es jetzt mit großen Schritten in Richtung des 20. Jahrhunderts:


    Alexander von Zemlinksy, Streichquartett Nr. 1 A-Dur op. 4, komponiert 1896, gespielt vom LaSalle Quartet.


  • Ich habe gerade aus dieser frisch eingetroffenen Box die CD 4 aufgelegt und Schuberts Klaviersonate Nr. 19 c-moll D.958 gehört, AD: 1958. Immer, wenn ich Schubert-Sonaten oder Beethoven-Sonaten von Sviatoslav Richter höre, bedauere ich, dass er nicht alles aufgenommen hat. Aber das war seine Sache nicht. Manchmal begründete er dies damit, dass für das eine oder andere Werk dieser oder jener Kollege zuständiger sei. Schade. Jedenfalls ist Richters Schubert m.E. Refrerenz. Und in meiner Sammlung läppert es sich so langsam. Nach D. 566, D.575, D.664, D.845, D.850, D.894, D.960 und Wandererfantasie habe ich nun auch D.958 sowie die Nr. 1 aus den Moments musicaux und die Nr. 2 aus den Impromptus D.899 und D.935, die sich zusammen mit der D.845 noch in dieser Box befinden.


    Liebe Grüße


    Willi :thumbsup:

    1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
    2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

  • Guten Abend allerseits. Bei mir jetzt auch :



    Peter Tschaikowsky, Symphonie Nr 6
    NDR-Sinfonieorchester, Günter Wand

    Schenke deinen Mitmenschen ein Lächeln, und du bekommst ein Lächeln zurück.
    The Smiler

  • Bei mir nun nach Arnold Bax' Tondichtung "November Woods" (1917) nun seine Symphonie Nr. 2 in e-moll und C-dur (vollendet 1926, vom Widmungsträger Serge Koussevitzky im März 1929 in Boston uraufgeführt), gespielt vom Royal Scottish National Orchestra unter der Leitung von David Lloyd-Jones (AD: August 1995, Henry Wood Hall, Glasgow). Wer die Musik von Bax noch nicht kennt, kann sich über die wirklich gelungen NAXOS-Einspielungen einen preisgünstigen Einblick verschaffen.



    Grüße,


    Garaguly

  • ... Tonsprachlich klingt's stellenweise nach Mahler, stellenweise nach Richard Strauss, vielleicht noch ein bißchen gewürzt mit Korngold.


    Nun, 1906/07 konnte definitiv nicht mit Korngold gewürzt werden...


    :hello:

    Ciao


    Von Herzen - Möge es wieder - Zu Herzen gehn!



  • Eine Neuerwerbung, unter Mithilfe eines Tamino-Mitglieds äußerst günstig erstanden, lag heute im Player und ist gerade verklungen:

    mit Andrea Martin als Axur, Curtis Rayam als Atar, Eva Mei als Aspasia und Ettore Nova als Briscoma und Brighella. Es singt der Chor „Guido d'Arezzo“, es spielt das Orchester Filarmonia di Russe; die musikalische Leitung hat René Clemencic.


    FonoForum schrieb in 07/90 zu dieser Aufnahme: Die Aufführung vermittelt eine lebendige, im Dramatischen wirkungsvolle Musik, die den typischen Stil ihrer Zeit verkörpert. Ein tüchtiges Ensemble lieferte differenzierte, nachdrücklich engagierte Gestaltung. - Offen gestanden, kann ich diese Einschätzung nach einmaligem Hören nicht nachvollziehen. Mir gefällt Salieris Oper „Les Danaides“ wesentlich besser. Aber diese Einschätzung mag sich noch durch mehrmaliges Hören wieder ändern...

    .


    MUSIKWANDERER


  • Nun, 1906/07 konnte definitiv nicht mit Korngold gewürzt werden...


    :hello:


    ...klingt nicht ganz unsinnig, da Korngold erst 1897 geboren wurde... ;)

    Grüße aus der Nähe von Hamburg


    Norbert


    Das Beste in der Musik steht nicht in den Noten.

    Gustav Mahler


  • Da hier ja in letzter Zeit regelrechte "Günter-Wand-Gedächtnis-Festspiele" gefeiert werden, will ich nun auch meinen Festspieleitrag leisten. Nun also zum zweiten Mal heute Anton Bruckners 7. Symphonie. Dieses Mal aber unter der Leitung eben jenes Günter Wand, gespielt vom NDR Sinfonieorchester (LIVE, März 1992, Hamburg Musikhalle)



    Grüße,


    Garaguly

  • Mal sehen, ob der Maestro die Sechste näher bringen kann:


    Mahler, Gustav (1860-1911)
    Symphony No 6 A minor

    Sinfonieorch. des Bayr. Rundfunks
    Mariss Jansons


    außerdem


    Strauss, Richard (1864-1949)
    Stimmungsbilder op 9

    Stefan Vladar


    jeweils Mitschnitt - also kein Cover …

    Einer der erhabensten Zwecke der Tonkunst ist die Ausbreitung der Religion und die Beförderung und Erbauung unsterblicher Seelen. (Carl Philipp Emanuel Bach)

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  • Hallo Garaguly,


    ja, das trifft es recht gut. Bald ist ja auch sein 100. Geburtstag und sein 10. Todestag. Vielleicht erscheint 2012 einiges an vergriffenen Aufnahmen neu.


    Ich schließe mich dem an und höre nun Beethovens 4.:



    Wahnsinn, wie Wand die Überleitung vom Adagio zum Allegro vivace im Kopfsatz gestaltet. Wunderbar detailliert und sich sehr schön steigernd. Das badet richtig im Wohlklang (im besten Sinne), ohne daß irgend etwas geglättet wird.


    Übrigens eine seiner letzten Aufnahmen, von April 2001. Soweit ich mich erinnere, hatten einige Forianer das Glück, das Konzert live mitzuerleben!


    :hello:

    »Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

  • Heute Abend genieße ich vor dem großen Boxkampf eine lange nicht mehr gehörte Aufnahme. "Wenn ich König wär" ist eine wunderschöne Oper mit herrlichen Melodien. Unbedingt empfehlenswert.


    W.S.

  • Übrigens eine seiner letzten Aufnahmen, von April 2001. Soweit ich mich erinnere, hatten einige Forianer das Glück, das Konzert live mitzuerleben!


    Du erinnerst Dich richtig. :yes:
    Was der greise, körperlich bereits sehr angeschlagene Günter Wand an jenem Abend zelebrierte, gehört zu meinen unvergesslichen Konzerterlebnissen.

    Grüße aus der Nähe von Hamburg


    Norbert


    Das Beste in der Musik steht nicht in den Noten.

    Gustav Mahler


  • Ja, ich war mit meinem Freund aus Lüneburg auch dabei. Eine nicht wiederholbare Sternstunde.


    LG, Bernward


    "Nicht weinen, dass es vorüber ist
    sondern lächeln, dass es gewesen ist"

    Waldemar Kmentt (1929-2015)


  • Zitat

    B000002SGE


    Bei mir nun Mahlers 4. mit dem einst von der deutschen Kritik so unterschätzten Klaus Tennstedt.
    In England streute ihm die Kritik indes Rosen..
    und ich möchte mich dem englischen Kritiker von Gramophone anschliessen, der da schrieb:
    "Dies ist eine aussergewöhnlich idiomatische und gut gespielte Interpretation von Mahlers 4. Sinfonie......."


    mit freundlichen Grüßen aus Wien


    Alfred

    Der Weg zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert


  • Bei mir nun Mahlers 4. mit dem einst von der deutschen Kritik so unterschätzten Klaus Tennstedt.


    Man muss vorsichtig sein mit Pauschalurteilen, zumal wenn sie eine negative Konnotation haben ("unterschätzt").


    Etwa in FonoForum 9/2010 wurde die neu aufgelegte, 1989 live aufgenommene Version von Mahlers 2. Sinfonie über die Maßen gelobt. Im "KlassikKanon" wurde Tennstedts DVD-Version der 8. Sinfonie Mahlers sogar als empfehlenswerteste Aufnahme genannt.


    Was sagen eigentlich die Wiener so über Tennstedt?

  • und ich möchte mich dem englischen Kritiker von Gramophone anschliessen, der da schrieb:
    "Dies ist eine aussergewöhnlich idiomatische und gut gespielte Interpretation von Mahlers 4. Sinfonie......."

    Angeregt durch den aktuellen Thread zum Thema "Warum schreibt ihr nicht im Forum?" und die dort gerade entbrennende Diskussion darüber, wieviel Verständlichkeit vom Schreibenden und wieviel Verständnis vom Lesenden erwartet werden darf, habe mal nachgeschaut, und herausgefunden, dass der Begriff idiomatisch zumeist im Bereich der Linguistik in etwa folgender Bedeutung verwendet wird: Eigenschaft von sprachlichen Ausdrücken, deren Bedeutung sich nicht aus der Bedeutung ihrer Bestandteile ableiten lässt. Übertragen auf die Musik also vielleicht Eigenschaft des musikalischen Ausdrucks, dessen Bedeutung sich nicht aus der Bedeutung seiner Bestandteile ableiten lässt. - Mit Verlaub, lieber Kritiker der Gramophone: Dies halte ich für eine ziemliche Binsenweisheit! Das gerade das eindrückliche des musikalischen Ausduckes sich nicht allein aus der Musik selber oder gar aus dem puren Notentext erklären lassen, erfahren wir Musikhörenden tatgtäglich aufs Neue. Da erwarte ich von einem Spezialisten (ich gehe davon aus, dass es sich hier um einen solchen habdelt) schon etwas mehr Erklärendes, als Hey, das war aber mal eine gut gespielte Interpretation ... ?(

    mfG Michael


    Eine Meinungsäußerung ist noch kein Diskurs, eine Behauptung noch kein Argument und ein Argument noch kein Beweis.

  • Eigentlich hat dieser Thread ja mehr oder weniger Mitteilungscharakter. Das, was ich mitteilen/sagen will, gehört eigentlich dann auch woanders hin. Aber ich finde nichts Passendes.


    Also, im Küchenradio heute Abend zufällig Mahlers Wunderhornlieder vom Beethovenfest Bonn. Die Gebärde der 'Soldatenlieder' darin hat nichts von ihrem Schrecken verloren. Sie ist im Gegenteil bestürzend aktuell. Gut, das wissen wir (und können es offensichtlich nicht ändern). Plötzlich kommt mir Frank Martins 'Cornet' in den Sinn. Mag sein, daß man rein sprachlich nach WK II empfindsamer auf Rilkes Diktion ('Der von Langenau ist tief im Feind') reagiert und in ihr einen unangemessenen Heldenton heraushören könnte; die Komposition von 'Revelge' stammt aber aus dem gleichen Jahr wie der Text Rilkes. Der musikalische Tonfall bei Mahler und Martin erscheint mir von der gleichen Intention und Stimmung, ja Farbe; jedenfalls von großer Ähnlichkeit im Erschrecken, in der Trauer, im Tod, im Eros ('All wo dort dort die schönen Trompeten blasen').


    Helmut Andres


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  • Angeregt durch den aktuellen Thread zum Thema "Warum schreibt ihr nicht im Forum?" und die dort gerade entbrennende Diskussion darüber, wieviel Verständlichkeit vom Schreibenden und wieviel Verständnis vom Lesenden erwartet werden darf, habe mal nachgeschaut, und herausgefunden, dass der Begriff idiomatisch zumeist im Bereich der Linguistik in etwa folgender Bedeutung verwendet wird: Eigenschaft von sprachlichen Ausdrücken, deren Bedeutung sich nicht aus der Bedeutung ihrer Bestandteile ableiten lässt.


    Lieber MSchenk,


    ich habe "idiomatisch" im Zusammenhang mit Interpretationen so verstanden, dass damit gesagt werden soll, dass das Idiom, also der spezielle, dem Stück eigene Tonfall, besonders gut getroffen wurde.


    Mahlers 4. ist bestimmt ein gutes Beispiel für ein Stück mit eigenem Idiom, dieses eigentlich-uneigentliche, die simple Fassade, ...

  • Von "Was hört ihr gerade jetzt" bis zur Diskussion über "Fachbegriffe" ist aber ein langer Weg.



    LG, Bernward


    "Nicht weinen, dass es vorüber ist
    sondern lächeln, dass es gewesen ist"

    Waldemar Kmentt (1929-2015)


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  • Lieber Bernward,


    wie immer hängt alles mit allem zusammen! :hello:


    Bei mir läuft nochmals Zemlinskys Streichquartett Nr. 1 A-Dur op. 4 und ich bekenne - auch das gehört zur Thematik von "Warum schreibt ihr nicht im Forum?" - dass ich mit der Form des dritten Satzes nicht zurande komme. Trotzdem werde ich versuchen etwas dazu zu schreiben - mögen die Experten das dann im Nachgang korrigieren und meine Blindheit heilen.


  • Eben mit majestätischer Wucht in die Zielgerade eingebogen und zu Ende gegangen: Anton Bruckner, Symphonie Nr. 5 B-dur mit den Wiener Philharmonikern unter der Leitung von Bernard Haitink (AD: März 1988, Wien, Musikverein)


    Andere Aufmachung, identische Aufnahme.


    Grüße,


    Garaguly

  • Der 210. Geburtstag von Albert Lortzing? Darauf lege ich mal diese köstliche Aufnahme auf. Schon alleine lohnend wegen Lucia Popp und Karl Ridderbusch in einer seiner besten Rollen:


    W.S.

  • Im Gedenken an Franz Liszt: Missa Solemnis ("Graner Festmesse") mit János Ferencsik. Tolle Musik - sollte man öfter hören. Wagners Überwältigungsdramaturgie, angewendet auf Geistliches.


  • Ich höre Webers "Freischütz": Rom, 1973.



    Die Hauptprotagonisten sind M. Price, Helen Donath, James King und Karl Ridderbusch. Sawallisch dirigiert.

    "Menschen, die nichts im Leben empfunden haben, können nicht singen."
    Enrico Caruso


    "Non datemi consigli che so sbagliare da solo".
    ("Gebt mir keine Ratschläge, Fehler kann ich auch allein machen".)
    Giuseppe di Stefano

  • Aus meiner Neuerwerbung :



    Ludwig van Beethoven (1770-1827)


    Sinfonie Nr.1 C-Dur op.21,
    Sinfonie Nr.2 D-Dur op.36


    Gewandhausorchester Leipzig,
    Riccardo Chailly


    :hello:


    Gruss
    Holger

    "Es ist nicht schwer zu komponieren.
    Aber es ist fabelhaft schwer, die überflüssigen Noten unter den Tisch fallen zu lassen"
    Johannes Brahms


  • Beethoven: Symphonie Nr. 9
    Mattila, Urmana, Moser, Quasthoff
    Schwedischer Rundfunkchor
    Eric-Ericson-Kammerchor
    Berliner Philharmoniker
    Claudio Abbado
    2000


    Bis auf diese 9. sind alle Symphonien Live-Aufnahmen aus Rom von 2001.
    Nach stichprobeartigem Hören zu urteilen, haben sich die Neuaufnahmen von Nr. 1–8 wirklich rentiert.

    »Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

  • Alexander von Zemlinsky, Streichquartett Nr. 1 A-Dur op. 4. Nun mit dem Artis Quartett Wien und dem Schoenberg Quartet.


    Die Einspielung mit den Wienern ist ausgezeichnet, mit der anderen werde ich nicht so richtig warm.


  • Herzlichen Glückwunsch (nachträglich) zum Zweihundertsten!!!

    Franz Liszt, "Eine Faust-Sinfonie".

    Das Ständchen bringen dar das Philadelphia Orchestra und sein langjähriger Chef Riccardo Muti (1983), beteiligt sind noch Gösta Winbergh (Ten.) und der Westminster Choir College Male Chorus.



    Grüße,


    Garaguly



  • Ich fahre gleich fort mit weiteren Aufnahmen hieraus:


    Beethoven: Symphonien Nr. 5 & 6 "Pastorale"
    Berliner Philharmoniker
    Claudio Abbado
    2001


    Daß die Berliner Philharmoniker so fast kammermusikalisch klingen können, wer hätte es gedacht nach Karajan?

    »Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

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