Filmregisseur Wim Wenders soll 2013 in Bayreuth den "Ring W 200" inszenieren

  • Wim Wenders nach Bayreuth -- so hätten es die Schwestern wohl gerne...


    Der Filmregisseur Wim Wenders soll offenbar den nächsten "Ring des Nibelungen" in Bayreuth inszenieren. Das berichtet der "Tagesspiegel" unter Berufung auf gut unterrichtete Kreise. Die neue "Ring"-Inszenierung soll bei den Wagner-Festspielen 2013 Premiere feiern. Ihr kommt eine besondere Bedeutung zu, da 2013 Richard Wagners 200. Geburtstag gefeiert wird. Wim Wenders war bisher noch nicht als Opernregisseur tätig. Er wurde vor allem durch seine Filme "Himmel über Berlin" und "Buena Vista Social Club" bekannt.


    (Quelle:WDR)


    8)

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • Zitat

    Wim Wenders war bisher noch nicht als Opernregisseur tätig.


    Prost Mahlzeit!

    »Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

  • Interessante Meldung. Interessanter, ironischer Artikel über die erwartete und bereits befürchtete Inszenierung.
    Ich muss mich wirklich am Riemen reißen, dass ich nicht bereits im Vorfeld Vorbehalte und Vorurteile aufbaue.
    Herzlichst
    Operus

    Umfassende Information - gebündelte Erfahrung - lebendige Diskussion- die ganze Welt der klassischen Musik - das ist Tamino!

  • Ich muss gestehen, dass ich seine Arbeiten nicht kenne. Daher kann ich diese Inszenierung auch ganz vorurteilsfrei auf mich zukommen lassen. Der artikel ist aber auf jeden Fall seeeehr beängstigend (Erda als Engel Gabriel????) :D

  • Ein kleiner Trost bleibt uns: Schlimmer als wenn K. Wagner es selbst inszenieren würde, kann's wohl nicht werden. :S

    »Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

  • Wieder ein Regisseur, der durchaus beim Film Meriten hat, aber noch NIE Oper inszeniert hat...aber die Wagner-Damen haben ihre Publicity und darauf kommt's (ihnen) schließlich an!


    LG F :hello: ides

    La vita è bella!

  • Habe soeben die vollständige Textversion des Artikels von Axel Brüggemann für die BZ gelesen. Da A. Hopkins einer meiner Lieblingsschauspieler ist (singen kann er aber nicht) gibt es ja vielleicht eine gesprochene Ring-Version, vielleicht sogar in einer geschlossenen psychiatrischen Anstalt. Da gehörten eigentlich die Verantwortlichen hin.


    LG
    Bernward


    "Nicht weinen, dass es vorüber ist
    sondern lächeln, dass es gewesen ist"

    Waldemar Kmentt (1929-2015)


  • Interessante Meldung. Interessanter, ironischer Artikel über die erwartete und bereits befürchtete Inszenierung.
    Ich muss mich wirklich am Riemen reißen, dass ich nicht bereits im Vorfeld Vorbehalte und Vorurteile aufbaue.
    Herzlichst
    Operus


    Lieber Operus,


    wird es nicht langsam Zeit, daß wir selbst den Hut in den Ring werfen?

    Freundliche Grüße Siegfried

  • Wim Wenders ist ja auch ein Film-Regisseur, der eher die Kritiker begeistert hat, als die Kino-Gänger. Nur wenige seiner Filme waren kommerziell erfolgreich. Ich hoffe nur, dass - wenn er wirklich engagiert wird - sich mit dem Werk beschäftigt, damit er wenigstens weiss, was er macht. Zumindest ist Bayreuth durch diese Puplikation wieder im Gespräch, leider sind ja die musikalischen Höhepunkte in den letzten Jahren dünn gesäht gewesen, da muss man halt wieder mit einem spektakulären Szenekünstler aufwarten.

  • Na mit Chereau der auch vom Film kam und zum Glück nicht das amerikanische Massenpublikum begeisterte hat man doch mit dem "Jahundertring" in Bayreuth ganz gut Erfahrung gemacht. Und wenn ich an den "Himmel über Berlin" denke, traue ich Wenders auch einen Opernzugriff zu.
    Wenzeslaus :hello:

  • Na mit Chereau der auch vom Film kam und zum Glück nicht das amerikanische Massenpublikum begeisterte hat man doch mit dem "Jahundertring" in Bayreuth ganz gut Erfahrung gemacht. ...


    Ja, aber Chereau hatte zuvor sehr wohl schon Operninszenierungen gemacht. Der kam nicht als Frischling nach Bayreuth...


    :hello:

    Ciao


    Von Herzen - Möge es wieder - Zu Herzen gehn!



  • Der Filmregisseur Wim Wenders wird nicht den "Ring des Nibelungen" in Bayreuth inszenieren. Das meldet die Nachrichtenagentur dpa unter Berufung auf gut informierte Kreise. Die Bayreuther Festspiele hatten mit Wenders über die Neuinszenierung anlässlich des 200. Geburtstags Richard Wagners im Jahr 2013 verhandelt. Es wäre das Operndebüt des Filmregisseurs gewesen, der zuletzt mit dem Kinofilm "Pina" aufsehen erregte. Aus welchen Gründen die Zusammenarbeit nicht zustande kommt, wurde nicht bekannt.

    (Quelle: WDR)


    LG


    8)

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • ... von Herrn Wenders. "Schuster, bleib bei deinen Leisten!" heißt es ja so schön. Als Filmregisseur will ich ihm nichts absprechen.


    Würde K. W. nur ein wenig einsichtig und wen wie Otto Schenk verpflichten (ich weiß, unrealistisch) ... :whistling:

    »Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

  • Der Nordbayrische Kurier weiss mehr:


    "Kurier-Informationen zufolge scheiterten die Verhandlungen nicht etwa an einem zu kühnen und/oder außergewöhnlichen Inszenierungsstil, mithin aus künstlerisch-ästhetischen Gründen, sondern an den sonstigen Forderungen des Filmemachers. Wenders wollte neben der Inszenierung vor allem eine Aufzeichnung seiner Bayreuther Inszenierung in 3 D durchsetzen – und sich die hierfür anfallenden Kosten in Höhe von rund 3,5 Millionen Euro von der BF Medien GmbH vorstrecken lassen. Ein solches Wagnis aber wäre für die klamme BF Medien zum unkalkulierbaren Risiko geworden. Zudem gab es, wie gut informierte Kreise berichten, auch Unstimmigkeit bezüglich der (Film-)Rechte.


    Problematischer Aufzeichnungszeitpunkt

    Uneins waren sich die Verhandlungspartner auch bezüglich des Aufzeichnungszeitpunktes. Während die Festspielleitung schon vor Monaten angekündigt hatte, im Jahr des Wagner-Doppeljubiläums alle vier Teile des „Rings“ beim Public Viewing 2013 umsonst und draußen zeigen zu wollen, soll Wenders gegen eine Aufzeichnung schon im Erstlingsjahr seiner Neuinszenierung sein Veto eingelegt haben. Er wollte vielmehr seinen Film erst 2015 oder 2016 auf die Leinwand bringen – und eben nicht im Jahr von Wagners 200. Geburts- und 130. Todestag – ungeachtet der Tatsache, dass gerade dann die Aufmerksamkeit für eine außergewöhnliche Wagner-Filminszenierung weltweit extrem hoch gewesen wäre.


    Die Frage, um die es im Kern ging : Erst die Bühne, dann der Film oder erst der Film und dann die Bühne: Filmemacher Wenders wollte wohl in erster Linie einen Film machen, für den es eben den Umweg über eine Inszenierung brauchte. Die Festspiele wollten natürlich zunächst und vor allem eine wertige Inszenierung für die Opernbühne schaffen, die hernach ihre Wirkkraft auf der Leinwand hätte beweisen können."

  • Der Intendant der Berliner Volksbühne, Frank Castorf, soll den "Ring des Nibelungen" bei den Bayreuther Festspielen 2013 inszenieren. Die Leitung der Festspiele bestätigte Verhandlungen mit dem Regisseur. Seit 19 Jahren ist Frank Castorf Leiter der Volksbühne in Berlin und macht dort vor allem mit kontrovers diskutierten Inszenierungen auf sich aufmerksam.
    Der "Ring des Nibelungen" wäre seine erste große Opernregie. Nach der Absage von Filmregisseur Wim Wenders hatte die Festspielleitung fast ein Jahr lang nach einem Regisseur für die Neuproduktion des vierteiligen Werkes von Richard Wagner gesucht.

    (Quelle: WDR)


    LG


    :hello:

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • Vor und nach Wenders gab es niemanden, der nicht gefragt worden wäre, von Michael Haneke bis Tom Tykwer, von Florian Henckel von Donnersmarck über Christoph Loy bis hin zu diversen Kollektivlösungen – eine hässliche, das Renommee der Festspiele beschädigende Hängepartie.



    Was für ein Symptom! Ist es so unattraktiv (geworden), auf dem Grünen Hügel zu arbeiten, dass man Neuinszenierungen nicht mehr platzieren kann? So gesehen, wäre Frank Castorf sicher die passende Wahl: ein bisschen verblichener Glanz einer ehedem großen Marke, das richtige Etikett – schon hält die Bastion Bayreuth wieder für ein paar Jahre.

  • Wenn Bayreuth den jetzigen Weg weitergeht, landet es hoffentlich bald dort, wo es hingehört: Auf den Müllhaufen der Geschichte!! Einen Laufsteg für die Prominenz - den wir auch noch finanzieren - benötigen wir nicht mehr.


    Liebe Grüße
    Gerhard

    Regietheater ist die Menge der Inszenierungen von Leuten, die nicht Regie führen können. (Zitat Prof. Christian Lehmann)

  • Zitat

    Was für ein Symptom! Ist es so unattraktiv (geworden), auf dem Grünen Hügel zu arbeiten, dass man Neuinszenierungen nicht mehr platzieren kann? So gesehen, wäre Frank Castorf sicher die passende Wahl: ein bisschen
    verblichener Glanz einer ehedem großen Marke, das richtige Etikett – schon hält die Bastion Bayreuth wieder für ein paar Jahre.

    ja, auch Nike Wagner beklagte - nicht zu Unrecht !!- - dass es nicht gelang, Meister ihres Faches wie z.B. Kusej oder Konwitschny für Bayreuth zu gewinnen. Hinzugefügt werden können noch Kapazitäten wie z.B. Michael Hampe, Tillman Knabe oder Calixto Bieito, von denen interessante und spannende Lesarten zu erwarten wären.


    Zumindestens verspricht der Name Petrenko endlich wieder orchestrale Qualität des Rings.
    :hello: