Die wahren Helden in der Oper

  • Ich war erstaunt, über welches Stimmpotential Herr Schaefer verfügte. Auf YT habe ich noch etwas gekramt und 2 Aufnahmen der Gralserzählung gefunden sowie Amor ti vieta, Cielo e mar und den mörderisch hohen Arnoldo aus Guglielmo Tell in 2 Ausschnitten. Wie schade, dass die damalige Aufnahmetechnik die gesangliche Qualität des Sängers noch nicht so wie heute umsetzen konnte. Dennoch: Hut ab vor diesen Leistungen! :hail:

  • Hallo lieber Chrissi,


    ich bedanke mich sehr herzlich für Ihre Antwort, und daß Ihnen meine Aufnahmen trotz nicht so guter Qualität gefallen. Ja der Arnoldo in Guglielmo Tell war schon eine mörderischische Partie. Die Partie hatte man hier schon etwas zusammen gestrichen, aber es waren immer noch 11 hohe C's statt der 22 original von Rossini geschriebenen hohen C's. Ich habe von einer Aufnahme am 18. Juni 1988 eine komplette Aufnahme der Gesamt Oper machen lassen. Im Moment höre ich diese Aufnahme dauernd. Auch der letzte Tell vom 24. Juni ist stimmlich sehr gut, und ich überlege davon auch eine komplette CD machen zu lassen. Wenn Sie hier auf meine Hompage gehen,



    Herbert Schaefer [Tenor - Deutschland - Oper - Repertoire ...

    www.esdf-opera.de › Übersicht › Sänger › Sänger Sa-Sc

    27.07.2016 - Infos zu Herbert Schaefer [Tenor] und sein Repertoire sowie ein Überblick seiner vorhandenen Aufnahmen auf verschiedenen Tonträgern.


    und dann unter den Fotos auf die Aufnahmen gehen, dann steht da als 12. Position " Recitals " Hier bitte darauf klicken, und dort wo überall ein Lautsprecher abgebildet ist, kann man noch Sachen hören: wie Che gelida manina - Torna a Sorriento - Dein ist mein ganzes Herz - Turandot ab: O weine nicht Liu bis 1. Akt Schluß - Freunde das Leben ist Lebenswert - Lohengrin ab: Mein Herr und König 3. Akt bis Schluß der Oper. La donna e mobile - auf Konzerten habe ich immer die 1. Strophe in Deutsch und die 2. Strophe in Italienisch gesungen. Tosca Duett: Mario Mario in der Hamburger Musikhalle - Il Trovatore: A si ben mio collesere einschließlich Stretta. Alle anderen Sachen, wo kein Lautsprecher abgebildet ist sind halt auf meinen 3 Solo CD's die ich nur für Freunde und Interessierte habe machen lassen. Die kann man auch nicht kaufen im Geschäft. Danke nochmals und herzliche Grüße Herbert Schaefer.

  • Ich war erstaunt, über welches Stimmpotential Herr Schaefer verfügte. Auf YT habe ich noch etwas gekramt und 2 Aufnahmen der Gralserzählung gefunden sowie Amor ti vieta, Cielo e mar und den mörderisch hohen Arnoldo aus Guglielmo Tell in 2 Ausschnitten. Wie schade, dass die damalige Aufnahmetechnik die gesangliche Qualität des Sängers noch nicht so wie heute umsetzen konnte. Dennoch: Hut ab vor diesen Leistungen! :hail:

    Ihnen auch sehr herzlichen Dank für Ihre tollen Worte. Ich habe an Chrissi auch eine kleine Danksagung geschrieben. Wenn Sie das anklicken können Sie das auch alles noch von meinen Aufnahmen finden, und ich muß es nicht alles neu schreiben. Ich gehe auf die 79 Jahre zu ( im Januar ). Im Moment singe ich dauernd bei Tell mit. Es kommen noch alle Töne, und ich glaube wenn ich 2 Stunden übe und singe, singe ich wie immer. Ohne dieses Tremolo wie die " späte " Callas. Ich will aber keinesfalls die wahnsinnige Leistung dieser Frau in Frage stellen. Oder wie man auch in Sängerkreisen etwas bösartig sagt " Quintenschaukel ". Habe auch eine Aufnahme Gesamt von Magdeburg als Aeneas in den Trojanern von Hector Berlioz. Ich habe immer versucht schlank zu singen. Wenn man als Tenor zu dick singt, so wie Peter Hofmann dann ist die Höhe schnell flöten und kaputt. Er sah natürlich blendend aus, daß muß man ohne Neid sagen: hätte ich so ausgesehen, hätte ich sicher an anderen Häusern gesungen ! In diesem Leben aber nicht mehr. Siegfried habe ich in Magdeburg schon 2 Akte gesungen. Auch 2 Akte Götterdämmerung. " 2. Akt Walküre /Todverkündung. Das war alles konzertant im Frack. Hier habe ich auch tolle CD's. Mein Chef wollte seinerzeit den Ring dort aufführen. Dann gab es aber Unstimmigkeiten mit dem Indendanten, und so was das Projekt gestorben. Habe auch eine tolle " Tosca " von Regensburg Gesamt Aufnahme. Danke nochmals für Ihr Lob. Es ist immer schön, wenn man auf Menschen trifft, die Stimmen richtig beurteilen können. Wenn man zu baritonal singt, dann kann man ja gleich als Bariton singen. Tristan ist auch etwas eingestellt ( habe ich auch komplett auf CD ) vom 1. Akt mit Frau Lachmann !:):jubel:

  • Ich finde es auch immer toll, wenn "alte Helden" tatsächlich hier hereinschauen und sehen, dass hier ihre Erinnerungen lebendig gehalten werden. Herzliche Grüße an Herrn Schäfer! Alles Gute ihm, ich werde auch noch intensiver nach Aufnahmen mit ihm fahnden.

    Ihnen auch sehr herzliche Grüße und vielen Dank - bitte bei Siegfried und Chrissi rein schauen, wo ich mehr geantwortet habe, dann finden Sie noch Aufnahmen von mir. Herzliche Grüße Herbert Schaefer schon immer mit ae.

  • Lieber Herr Schaefer,


    das ist ja eine tolle Überraschung, ganz herzlich willkommen in unserem Forum! Das freut mich ungemein, dass Sie hier auch reinschauen, besten Dank auch für die Hinweise auf Ihre Homepage, dort werde ich gleich mal stöbern.

    Ebenso freut es mich, dass Sie gut bei Gesundheit und bei Stimme sind; ich bin ganz Ihrer Meinung, wenn man sorgfältig und bewusst mit der Stimme umgeht, eine gute Technik hat und die Rollen sorgfältig auswählt, dann ist auch jenseits der 70 und darüber hinaus noch einiges möglich; ich denke, um nur zwei Beispiele zu nennen, an Lauritz Melchior und Alfredo Kraus.


    Beste Grüße und bis bald! Ich freue mich, auf weitere Beiträge von Ihnen.

    viele Grüße von Boris alias Don_Gaiferos

  • Ich war erstaunt, über welches Stimmpotential Herr Schaefer verfügte. Auf YT habe ich noch etwas gekramt und 2 Aufnahmen der Gralserzählung gefunden sowie Amor ti vieta, Cielo e mar und den mörderisch hohen Arnoldo aus Guglielmo Tell in 2 Ausschnitten. Wie schade, dass die damalige Aufnahmetechnik die gesangliche Qualität des Sängers noch nicht so wie heute umsetzen konnte. Dennoch: Hut ab vor diesen Leistungen! :hail:



    Vielen Dank, lieber Alfred, für das Reinstellen dieses interessanten Musik - Clips.

    Trotz nicht allerbester Tonqualität - tolle Stimme - Chapeau!


    Herzliche Grüße nach Wien

    CHRISSY

  • Ich finde es auch immer toll, wenn "alte Helden" tatsächlich hier hereinschauen und sehen, dass hier ihre Erinnerungen lebendig gehalten werden. Herzliche Grüße an Herrn Schäfer! Alles Gute ihm, ich werde auch noch intensiver nach Aufnahmen mit ihm fahnden.

    Danke für Ihre nette Antwort. Weil Sie gerade Alfredo Kraus schreiben. Ich flog mal mit meiner Frau mit meinem jüngeren Sohn nach Teneriffa, und im Bus zum Flughafen Gebäude sagte ich zu meiner Frau: schau mal da drüben in unserem Bus steht Alfredo Kraus. Ach wen Du wieder siehst sagte sie ! Er stand aber wirklich mit seiner Frau dort, die hatte das Schoßhündchen auf dem Arm. Wir waren also im selben Flugzeug, und ich zeigte ihm ein Othello Foto von mir, worauf er mir viel Glück wünschte. Er sang dann in Santa Cruz im Theater einen phantastischen Werther. Ich hatte schon in Bremen mit einer Dame dort Kontakt.


    Sie sang eine der weiblichen Hauptrollen, und ich bekam dadurch auch Karten.


    Ich fragte ihn auch nach Gesangstunden, aber dazu hatte er wohl keine Lust. Ich hatte das dann meiner Entdeckerin an der Deutschen Oper in Berlin ( wo ich vorher im Opernchor war ) Catarina Ligendza erzählt. Darauf sagte sie zu mir: was wollen Sie denn: sie können doch singen. Sie verziehen ihr Gesicht nicht wie manche beim singen. Sie brauchen keinen Unterricht. Sie hätte mich gerne als festen Partner gehabt, aber sie hat sich das auch leichter vorgestellt. Die lieben Agenten, auch eine kleine Mafia. Ja, man könnte ein Buch schreiben.


    Ich hatte auch mal Josef Metternich in Köln vorgesungen, als ich noch nicht am Theater war. Ich hatte seinerzeit bei Professor Husler in Lugano dem Lehrer von Sandor Konya, Elfie Mayerhofer den beiden Feldhoffs, und Hannelore Bode und anderen Unterricht.


    Da sagte er zu mir: sie sind der 1. Husler Schüler den ich höre der Höhe hat. Da habe ich zu ihm gesagt: Herr Kammersänger die Höhe habe ich vom lieben Gott ! Die hatte ich immer bis zum hohen D ! Herzliche Grüße Herbert Schaefer. Ich wohne in Ulm, wo sind Sie zu Hause ? Wäre auch schön wenn man sich mal sehen könnte. Die Stütze für die hohen Töne, die hat mir übrigens Helge Rosvaenge bei gebracht. Ich durfte an seinem Bauch fühlen, wie er mit dem Zwerchfell die hohen Töne stützt, und zwar nach innen, und nicht nach außen, wie viele Sänger. Er sang 1967 den Canio im Bajazzo und den Richard im Maskenball an der Kölner Oper, und er nahm mich dann ins Hotel mit zum Bauch fühlen. Dann hörte ich ihn noch in Bergisch Gladbach als Franz Schubert im Dreimädlerhaus.

  • Er sang dann in Santa Cruz im Theater einen phantastischen Werther.

    Das glaube ich gerne! Ich habe ihn in dieser Rolle auch auf CD, und ich glaube, besonders der Werther war eine Rolle, die seiner Stimme und seiner Art zu singen sehr entgegenkam. Vor allem hat er diese Gratwanderung, tiefe Emotionen auszudrücken, ohne larmoyant zu klingen, hervorragend bewältigt. Leider habe ich ihn nie live erlebt, aber was er auch im spanischen Repertoire geleistet hat, und was zum Glück auch auf CD dokumentiert ist, ist schon außerordentlich.

    Sie hätte mich gerne als festen Partner gehabt, aber sie hat sich das auch leichter vorgestellt. Die lieben Agenten, auch eine kleine Mafia. Ja, man könnte ein Buch schreiben.

    Das sollten Sie vielleicht einmal tun, ich glaube diese Lektüre wäre für uns Opernfreunde und Melomanen hochinteressant. Wie haben Sie denn Frau Ligendza als Sängerin und Kollegin erlebt? Wie war die Zusammenarbeit mit ihr?


    Ich hatte auch mal Josef Metternich in Köln vorgesungen, als ich noch nicht am Theater war.

    Josef Metternich habe ich immer gerne gehört; ich habe ihn als Holländer auf Tonträger. Wobei seine Gesangstechnik scheinbar auch nicht für jedermann geeignet war; ich meine, mich zu erinnern, dass Jonas Kaufmann bei ihm Unterricht hatte und mit seiner Technik gar nicht zurecht kam.

    Ich wohne in Ulm, wo sind Sie zuu Hause ?

    Ich wohne im schönen Saarland, wo ich auch einmal für ein paar Jahre (ab 2000/2001) in Saabrücken am Opernhaus im Extrachor mitzuwirken die Ehre hatte. Wie ich Ihrer Homepage entnehme, haben Sie hier mal den Erik gesungen! Das ist ja phantastisch (die 1976 Aufnahme aus Regensburg habe ich ürbigens zwischenzeitlich besorgt - gefällt mir hervorragend! Auch erstaunliche Klangqualität, wenn man bedenkt, wie alt dieses Tondokument schon ist). Wissen Sie denn noch, wann in etwa Sie in Saarbrücken gesungen haben? Den Holländer habe ich in Saarbrücken auch gehört, und sogar im Chor mitgesungen, aber das war natürlich schon viel später (da hat Rudolf Schasching den Erik gesungen). Haben Sie noch Erinnerungen an das Saarland? Herzliche Grüße nach Ulm.

    viele Grüße von Boris alias Don_Gaiferos

  • Lieber Herr ?


    Sie schreiben auch unter anderem: die Rollen sorgfältig auswählt.


    Da hat mich keiner nach gefragt.


    Ein Schweizer Regisseur wolllte den Tell machen. Da hat mich keiner gefragt. Als einziges habe ich mir ausbedungen die Partie in Italienischer Sprache zu singen. Das hat man akzeptiert.


    In Magdeburg mit den Trojanern war es genau so. Die haben immer gedacht der Schaefer macht das schon, und wie sagte auch mein Idol Max Lorenz, in dem Beitrag Hitler's Siegfried bei Youtube, als Strauß ihm die Uraufführung der so glaube ich " Ägyptischen Helena " anbot, und siehe da " ich konnte " Ich hoffe, meine Erinnerung ist richtig.


    Ich habe auch 3 große Opern hinter einander gesungen. Am Nationaltheater Mannheim sagte der Chefdisponent, kannst du den Offizier in der Oper Cardillac von Hindemith ( da weiß man nicht wohin damit ) singen und am nächsten Tag den Kalaf in Turandot.


    Da habe ich gesagt, dann dreh bitte um und mach bitte den Kalaf und nächsten Tag den Cardillac Offizier. Für den Kalaf braucht man einfach die schönere Stimme. Dann kam am nächsten Tag noch dazu, ( Sylvester ) daß 2 Tenöre krank waren für den Fledermaus Alfred, und der dooofe Schaefer hat das auch noch gemacht, als man mich gefragt hat, um dem Theater den Gast zu ersparen, denn bei Krankheit muß das Theater ganz schön hin langen für den Gast.


    Der Fledermaus Alfred ist eine nicht zu unterschätzende etwas undankbare Partie, die überhaupt nicht so einfach ist zu singen.


    Auch der Erik im Fliegenden Holländer ist eine etwas undankbare Partie. Obwohl ich diesen sehr gerne gesungen habe.


    In Wuppertal der Tenor Adrian de Payer wollte keinen Hoffmann singen und nächsten Tag die Oper Tiefland. Der Schaefer hätte das ohne weiteres gemacht.


    Die Oper Tiefland in Regensburg wollte ich zuerst garnicht lernen, weil sie musikalisch ganz schön schwer war.


    Dann habe ich es doch gepackt, und habe das an 9 Opernhäusern gesungen, und damit gut Geld verdient.


    Wie schrieb der Kritiker in Regensburg: mit einem solchen Pedro muß man Tiefland spielen ! Er schrieb auch noch: dem armen Eugen d' Albert ist vor der Premiere der Sänger des Pedro gestorben. Mit einem solchen Pedro gibt es in Regensburg diese Sorgen nicht.


    Ich hatte in Berlin eine Lehrerin, die hat mir umsonst etwas dramatischen Unterricht gegeben. Sie hat das auch gegen Bezahlung an der MET gemacht. Der Regisseur Heinz Tietjen war wohl seinerzeit etwas in sie verliebt.


    Tietjen machte ja Regie in Bayreuth und an der Berliner Staastoper. Diese Frau Hedy Eichholz sagte zu mir als sie mich in dieser Oper gesehen und gehört hat: das hat der Eugen d' Albert für sie geschrieben.


    Sie hatte auch den Lohengrin kostenlos mit mir einstudiert. Als Tenor Liebhaber muß ich Sie jetzt auch mal fragen, kennen Sie die absolute Tenor Granate Mario Filippeschi. Ein Wahnsinn wie dieser Mann die hohen Töne gesungen hat, vor allem beim Guglielmo Tell.


    Ein Stück Tell mit Mario Filippeschi !


    Ich hätte gerne meinen gesamten Tell bei Youtube eingestellt, aber den ich gefragt habe, traut sich das nicht wegen irgendwelchen Rechten. Ich kann soetwas leider nicht !


    Ich hatte auch die letzten Jahre etwas Schwierigkeiten. Keiner von 50 Ärzten hat etwas gefunden. Ich konnte es noch immer kaschieren, sodaß das Publikum nichts gemerkt hat. Erst eine HNO Ärztin in München Dr. Karin Joussen, wo wohl die halbe Staastsoper hin geht, wußte gleich was ich hatte. Ich mußte Übungen machen lyrische und heldische bis zum hohen " C ". Es wurde aufgezeichnet, und sie sagte: der ideale Tenor. Jetzt müssen wir mal sehen warum sie nicht durch singen können.

    Müssen sie öfter schlucken ? Ich sagte " Ja ". Haben sie das Gefühl, daß sie dauernd Schleim runter schlucken müssen. Da habe ich gleich wieder " ja " gesagt ! Ich sagte dann Frau Doktor ich merke doch: sie wissen doch schon was ich habe. Ja gehen Sie mal in diese Röntgen Praxis am Stachus.


    Das stand ich dann ohne Hemd und mußte so einen dicken Brei runter schlucken auf Kommando, und da sah man die Bescherung auf dem Bildschirm. Mein Magendeckel schloss nicht mehr richtig. Vor der Vorstellung soll man nichts essen ! Mit vollem Bauch singt es sich nicht so gut. Nach der Vorstellung hat man einen Mordshunger und legt sich danach ins Bett, und die ganze Magensäure steigt hoch und verätzt einem den Kehlkopf, die Schleimhäute und die Muskeln. Nicht die Stimmbänder wohl gemerkt, aber das ist ja ein Mechanismus der da zusammen arbeitet.


    Ich war also ein Reflux Patient.


    Hätte ich nur gewußt, daß ich Abends nichts mehr essen darf. Auch keine Obstsäfte die ich so gerne trinke. Ich hatte schon meinen Vertrag in Magdeburg für Tosca ( Deutsch ) und den Tannhäuser zurück gegeben, weil ich das mit meinem Gewissen nicht vereinbaren konnte. Ich hätte mich weiter durch pfuschen können und oktavieren, aber das wäre mir gegen den Strich gegangen !

    Nach 3 Tagen konnte ich wieder wie ein Gott singen als ich mich danach gerichtet hatte.


    Nach der Röntgen Praxis und Allergie Test's war ich dann Abends noch mal bei ihr in der Praxis. Ja, nun haben wir ja etwas gefunden. Ich habe übrigens einen weltberühmten Kollegen von Ihnen wieder hin bekommen, der singt wieder wie ein Gott. Den Namen darf ich Ihnen aus geheimhaltungs Gründen nicht sagen. Da zu diesem Zeitpunkt Domingo in Bayreuth und in München den Parzifal gesungen hat, denke ich das er es war.


    Das Ganze in der Röntgen Praxis nannte sich Kinematische Videografische Darstellung des Schluckaktes, und wurde nicht von der Krankenkasse bezahlt !, und kostete um die 360 DM !


    Ich hatte auch immer zu meiner Frau gesagt: man ich bin doch nicht erkältet, aber immer so einen komischen Druck unter dem Kehlkopf, aber was macht man wenn man soetwas nicht weiß, und 1600 Ohren hören zu !


    Ich habe auch das Medikament Omeprazol nehmen müssen, was die Magensäure runter fährt.


    Kurze Zeit später rief dann die Zentrale Bühnen Vermittlung Berlin am Donnerstag an, ob ich am Sonntag in Stralsund den Radames italienisch singen kann. Nachdem Sie wohl Hamburg - Berlin - Stuttgart - München und Wien abtelefoniert hatten. keiner konnte wohl. Da muß man sich dann in Windeseile entscheiden. Ich mußte auch überlegen, ein paar Monate nicht Italienisch gesungen. Da vergißt man Texte und der Rythmus verschlammt. Ich hatte aber so 6 Opern, Aida, Tiefland, Fliegender Holländer, Fidelio, Bacchus, Idomeneo, Fledermaus Alfred die habe ich auf der Autobahn bei oft 200 KM mit voller Stimme mehrmals durchgesungen.


    Also habe ich den Radames auf der Autobahn 4 mal voll durch gesungen. Da konnte ich die Partie wieder. Mit dem Salome Herodes hätte ich das nicht machen können. Hier braucht man unbedingt einen Dirigenten, der einem alle Einsätze gibt.


    Ich fragte was ich bekomme an dem Abend. Es waren 2200 DM, ein top neues Hotel und dann später wurde noch 777 DM Benzin Geld überwiesen.


    Ich bin dann auf der Autobahn bis Magdeburg, dort übernachtet, da gibt es die Pension Linke, die hat mich bei meinen Magdeburg Gastspielen immer wie eine Mutter versorgt. Morgens nur gefrühstückt, und nur noch Mineralwasser getrunken.


    Dann kam die Vorstellung am Sonntag, und ein Russischer Bass, mit dem ich schon in Wuppertal, Krefeld und Oldenburg in Tiefland zusammen gesungen hatte, sagte: mein Gott wie klingt Deine Stimme klar und strahlend und phantastisch.

    Das war die erste große Vorstellung nach meiner Diagnose: Refluxpatient. Damit hatte ich noch die ganzen Tell's gesungen. Viele Menschen wissen das nicht mit dem Reflux, und man kann Speiseröhren Krebs bekommen.


    Übrigens hat Rene Kollo hier in Ulm die Oper Tiefland inszeniert. Er hat aber dann die beiden Tiefland - Fest - Vorstellungen nicht gesungen, und auch von den 2 Konzerten mit Arien nur eines gesungen, weil der Verkauf so schlecht war. Er war auch mit seiner sehr netten Frau hier bei mir im Haus zum Raclett Essen.


    So nun haben Sie wieder viel zu lesen, und Sie wissen auch wie es einem Sänger ergehen kann.


    Herzliche Grüße


    Herbert Schaefer.

  • Vielen Dank, lieber Alfred, für das Reinstellen dieses interessanten Musik - Clips.

    Trotz nicht allerbester Tonqualität - tolle Stimme - Chapeau!


    Herzliche Grüße nach Wien

    CHRISSY

    Hallo Chrissy, wenn ich auf Ihr Foto klicke, dann darf ich das nicht, weil ich keinen Zutritt habe ?

    :( Grüße Herbert Schaefer. Ist das etwas besonderes Geheimnisvolles, oder steckt da die Stasi dahinter ? Ich hoffe, Sie können auch Spaß verstehen.

  • Das glaube ich gerne! Ich habe ihn in dieser Rolle auch auf CD, und ich glaube, besonders der Werther war eine Rolle, die seiner Stimme und seiner Art zu singen sehr entgegenkam. Vor allem hat er diese Gratwanderung, tiefe Emotionen auszudrücken, ohne larmoyant zu klingen, hervorragend bewältigt. Leider habe ich ihn nie live erlebt, aber was er auch im spanischen Repertoire geleistet hat, und was zum Glück auch auf CD dokumentiert ist, ist schon außerordentlich.

    Das sollten Sie vielleicht einmal tun, ich glaube diese Lektüre wäre für uns Opernfreunde und Melomanen hochinteressant. Wie haben Sie denn Frau Ligendza als Sängerin und Kollegin erlebt? Wie war die Zusammenarbeit mit ihr?


    Josef Metternich habe ich immer gerne gehört; ich habe ihn als Holländer auf Tonträger. Wobei seine Gesangstechnik scheinbar auch nicht für jedermann geeignet war; ich meine, mich zu erinnern, dass Jonas Kaufmann bei ihm Unterricht hatte und mit seiner Technik gar nicht zurecht kam.

    Ich wohne im schönen Saarland, wo ich auch einmal für ein paar Jahre (ab 2000/2001) in Saabrücken am Opernhaus im Extrachor mitzuwirken die Ehre hatte. Wie ich Ihrer Homepage entnehme, haben Sie hier mal den Erik gesungen! Das ist ja phantastisch (die 1976 Aufnahme aus Regensburg habe ich ürbigens zwischenzeitlich besorgt - gefällt mir hervorragend! Auch erstaunliche Klangqualität, wenn man bedenkt, wie alt dieses Tondokument schon ist). Wissen Sie denn noch, wann in etwa Sie in Saarbrücken gesungen haben? Den Holländer habe ich in Saarbrücken auch gehört, und sogar im Chor mitgesungen, aber das war natürlich schon viel später (da hat Rudolf Schasching den Erik gesungen). Haben Sie noch Erinnerungen an das Saarland? Herzliche Grüße nach Ulm.

    Ja ein Buch zu schreiben, wer weiß, was ich da von Rechtsanwälten für Post bekäme, wenn ich die Wahrheit schreibe, und vor allem wer kauft das ? Ich habe ja nie mit Caterina Ligendza auf der Bühne gesungen. Sie war wahnsinnig nett. Sie kam zu meiner Lohengrin Premiere ( das war meine erste Bühnenrolle nach dem Chor in Berlin) nach Regensburg mit Ihrem Mann und dem Agenten Robert Schulz. Nachdem mich Frau Ligendza gehört hatte, hatte ich eine halbe Stunde später ein Vorsingen an der Staatsoper Stuttgart, wo sie auch öfter gesungen hat. Hier habe ich Stolzing vorgesungen aus den Meistersingern. Hier hat man 3/4 Stunde beratschlagt ( Silvio Varviso ) was man mit mir machen solle. Dann sagte man ich solle erst mal in die Provinz gehen, was dann ja mit Regensburg geklappt hat. Ich muß auch gestehen: ich habe immer meine volle Leistung auf der Bühne gebracht, aber ich war kein guter Vorsänger. Ich hatte beim vorsingen immer etwas Schiss. Ich weiß nicht woran soetwas liegt. Später hatte ich sogar bei einer Premiere überhaupt kein Lampenfieber. Man sang in das dunkle Haus. Als ich vom Chor meine vorsinge Tour gestartet habe, in Mannheim war ich ein wenig erkältet, und habe das von der Bühne aus erklärt, und auch gesagt, falls ich merke, daß mir die Stimme wegbricht, breche ich lieber ab, und komme nochmal wieder. Höchstes Vertraun aus Lohengrin hat noch gut geklappt, aber dann Nessun Dorma habe ich abgebrochen, weil höher und mir die Stimme weg brechen wollte. Bevor ich dann überhaupt angefangen habe, kam aus dem dunklen Haus " na dann singense mal. Ich nehme an es war Hans Wallat. Den Tonfall kann ich hier leider nicht rein schreiben. Eventuell wären sie auch sehr begeistert gewesen von dem Tonfall, so wie ich.


    Dann in Regensburg nach meiner Turandot Premiere kam ein Anruf aus Mannheim, trotz meiner Erkältung hätte ich einen guten Eindruck hinter lassen, ob ich nochmal zu einem Orchester vorsingen nach Mannheim käme. Ich bin dann einen Tag vor der Holländer Premiere nach Mannheim bei strahlendem Sonnenschein, dort übernachtet, vorgesungen Celeste Aida und La Boheme mit einem Bomben C. Ich wurde engagiert, und hinter Heilbronn kam ich mit meinen Sommerreifen in einen Schneesturm, und Abends Premiere vom Holländer. In den Straßengraben gerutscht, hat man mich wieder raus gezogen ging so ohne Seil. Es hat überhaupt nichts darauf hin gewiesen, daß Schnee kommen sollte: Es wurde immer schlimmer. Dann habe ich in Osterburken mein Auto stehen lassen, und bin mit dem Zug nach Regensburg. Hier angekommen vor lauter Schnee kein Taxi nichts. Da ich als Erik erst im 2. Akt dran komme, hatte ich angerufen und Bescheid gesagt. sie sollen anfangen, ich werde alles versuchen hin zu kommen. Ich habe dann irgend jemand gefunden der mich zum Theater gefahren hat, und habe dann mit flatterndem Herzen einen tollen Erik gesungen.


    Zum Glück hatte das ganze keine Folgen für mich, denn so richtig hatte ich mich nicht abgemeldet. Vorsingen werden meistens heimlich gemacht. Sie haben wohl ein Auge zugedrückt weil zum ersten alles geklappt hat noch mit der Premiere, und weil ich wohl so beliebt war in Regensburg. Als ich mit meiner Frau auf die sogennante Dult ( Volksfest so heißt es dort) kam riefen alle schon von weiten der Lohengrin kommt. Die ganzen Aufnahmen, hat meine Frau mit dem Uher Stereo Report gemacht. Gute Revox Mikrofone. Die Aufnahme sind alle sehr gut, oben vom Rang. Das mischt sich ganz gut. Ich habe mehrere Turandots, Tosca, Holländer und Tieflands aus Regensburg. Auch den Bacchus in Ariadne, der hat mir auch extrem gelegen. So wie ich das singe schrieb ein Kritiker, kann mir sogar Richard Strauß stimmlich nichts anhaben. Ich habe aber nur von jeder Vorstellung eine CD machen lassen.


    Der Holländer in Saarbrücken den hat Wummi inszeniert, der Sohn von Wieland Wagner, der Enkel vom Richard. Er war aber an diesem Abend nicht da. Da jeder am Theater in eine 2. Rente einzahlen muß, was mir heute zugute kommt. Gerade von diesem Gastspiel ist der Beitrag bei der Bayerischen Versicherungskammer nie angekommen. Ich mußte 10 % der Gage nach dort zahlen und das Theater auch 10 %. Ich hätte dagegen klagen sollen. Ich habe ja den Beleg. Ich hätte warscheinlich dadurch 7 bis 8 € mehr Rente im Monat bei der 2. Rente. Die Hauptrente kommt ja von der BfA in Berlin.


    Ich sammle alte Märklin Eisenbahnen, weil ich auch mal Lokführer werden wollte. Ich habe deshalb Maschinenschlosser gelernt bei der DB. Ich habe einen sehr armen Belgischen Freund, der bei Antwerpen wohnt, und wohl die größte Märklin Sammlung der Welt inzwischen hat. Er hat über 200 Pommes Frites Wagen. Die Sammlung wird auf 45.000.000 Millionen € geschätzt. Er hat alles von mir gelernt, weil ich auch alles reparieren und restaurieren kann. Seit März steht wegen Corona beim ihm auch alles still, und er hat keine Einnahmen, auch um seine Leute zu bezahlen. Falls es sie brennend interessiert werde ich nach schauen oben bei dem gelben Zettel, der nicht überwiesen wurde. Wenn ich zu dem Freund fahre, fahre ich immer die Blitzerstrecke durch Karlsruhe und dann die A 8 über Landau durch die Pfalz bis nach Luxembourg, hier günstiger tanken, und dann die Ardennen Autobahn bis Brüssel und Antwerpen Richtung Breda.


    Oberhalb von Brüssel gibt es einen Festival Ort " Werchter ". Als hier seinerzeit Michael Jackson gesungen hat, hat mein Freund 150000 Menschen verköstigt.


    Woher haben sie denn die 1976 Regensburger Aufnahme ? Man bekommt von mir auch Aufnahmen beim House of Opera in New York. Wer die da hin gegeben hat kann ich nicht sagen.


    Also ich bin oft genug durch das Saarland gefahren ! In Saarbrücken wohnt auch ein Eisenbahn Sammler, der brauchte einen bestimmtem Wagen über 1000 mal. Heißt Becker und war bei der Barmer Ersatzkasse beschäftigt. Jetzt weiß man warum es den Kassen so schlecht geht. Durch ihn mußte man sehr hoch bieten, und packte dann zu allem Überfluß noch Wagen mit Schlieren aus, die bekommt man nicht weg. Schlieren sind Rostunterwanderungen, wenn bei Märklin früher die fertig bedruckten Bleche ( nennt man chromlithografiert ) ohne Handschuhe in die Presse geschoben wurden. Jeder Mensch hat mehr oder weniger etwas Schweiß Hände, und diese Säure ist dann die Ursache.


    https://www.swp.de/suedwesten/…-goeppingen-23263383.html
    mein Freund Frans Bevers


    http://www.lescollectionneurs.net/en/home


    Ich habe auch einige DVD's von mir Fidelio, aber erst ab meiner Arie: Gott welch dunkel Bier, dann den Herodes in Salome. Simone Boccanegra, Dantons Tod, Der Freischütz im Schloß Weikersheim, der Besuch der Alten Dame. Den Bürgermeister sollte ich auch in Lüttich singen. Hat sich aus Geldgründen wie so vieles zerschlagen: in Baltimore den Erik singen. Vom Ulmer Tiefland ( Kollo Inszenierung ) habe ich 3 verschiedene DVD's mit verschiedenen Martha's. Eva Maria Ronge, Elisabeth Lachmann, und Martha Dewal hier eine Schweizerin.


    Eine schönes Land des Lächelns von Mannheim habe ich auch als CD komplett.


    In Würzburg habe ich den Kaiser Nero Italienisch in Krönung der Poppea zum Mozartfest gesungen. Der Nero war mir auf den Leib geschrieben. Leider habe ich ausgerechnet davon kein Aufnahme. Ewig schade !


    Durch diese Hedy Eichholz in Berlin habe ich ein reiche Jüdin kennen gelernt. Die hat mein Che gelida manina aus Boheme gehört, und sagte auf echt Berlinerisch: Ihnen hat ja der Liebe Gott eine Stimme in den Hals geschissen. Sie wohnte in Zürich und hat soviel Reklame für mich gemacht, daß man mich zum vorsingen eingeladen hat. Der Intendant sagte als Florestan können sie sofort gastieren.


    Konnte ich da aber leider noch nicht. Man hat mich dann Proben für den Lohengrin machen lassen, und ich habe mit Jeannie Altmeyer unter Ferdinand Leitner den Lohengrin gesungen. Ich habe noch nie soviele Bravos gehabt.


    Einer Extrachor Sängerin habe ich so gut gefallen, die hatte auch einen Kritiker eingeladen, der hat mir eine Bomben Kritik geschrieben. Sie hat dann auch den Agenten Robert Schulz angeschrieben, der mit der Ligendza in meiner Lohengrin Premiere in Regensburg war. Ja ich würde von zu vielen Privat Leuten gefördert. Ja hätte ich das Gastpiel ablehnen sollen ? Wenn es nach ihm gegangen wäre, hätte ich nie den Lohengrin in Zürich gesungen. Ich weiß noch der Tenor Luis Lima hat sich jede Probe von mir angehört, und war sehr begeistert.

    Morgen werde ich nachschauen wann das Gastspiel war !


    Schade, ich schaffe es nicht die 2 Fotos wo ich auf der Lok als 15 jähriger sitze und stehe hierhin zu kopieren.


    Für heute herzliche Grüße Ihr


    Herbert Schaefer.

  • Sehr geehrter Herr Schaefer,


    dem Dank und dem Respekt für Ihre Schilderungen und Tonaufnahmen und den guten Wünschen für Sie möchte ich mich anschließen. Welch eine Strahlkraft der Stimme und auch große Wortdeutlichkeit. Da wirkt nichts verschluckt oder vernuschelt.


    Falls Sie in Saarbrücken den Erik um 1970 gesungen haben, werde ich Sie sicher erlebt haben: damals war ich als gebürtiger Saarbrücker öfter im Stadttheater. Der Tenor des Hauses ("wahre Held") war damals Gerhard Nathge. Und die wunderbare Sängerin Catarina Ligendza habe ich dort auch häufiger erlebt, nicht nur auf der Bühne, sondern gelegentlich auch in der Chemischen Reinigung am Sankt Johanner Markt, in der sie Stammkundin war...;)


    Herzliche Grüße

    Otello50

  • Lieber Herr Schaefer

    Zunächst mal ein ganz herzliches Willkommen in unserem Forum. Ich freue mich wie viele andere, Sie, als neues Mitglied begrüßen zu dürfen

    und wünsche Ihnen ebenfalls viel Freude und einen gegenseitigen interessanten Austausch.

    Und vielen Dank für Ihre an mich gerichteten Worte und überhaupt, für Ihre bisherigen interessanten Berichte.

    Ich bedanke mich auch im Voraus für Ihre musikalischen Tipps, die ich mir demnächst in Ruhe anhören werde und freue mich darauf.

    In der Regel bekommt man ja als Zuschauer das Geschehen nur auf der Bühne mit und macht sich sonst keine Gedanken.

    Und so ist es interessant auch mal zu erfahren, was sich für den Künstler außerhalb abspielt - wie gesundheitliche Probleme, Anreisen bei Gastauftritten,

    kurzfristiges Einspringen, evtl. auch mal absagen mit der Gefahr, eine Vorstellung platzen zu lassen und, und, und...

    Hallo Chrissy, wenn ich auf Ihr Foto klicke, dann darf ich das nicht, weil ich keinen Zutritt habe ?

    :( Grüße Herbert Schaefer. Ist das etwas besonderes Geheimnisvolles,

    Lieber Herr Schaefer

    Natürlich ist das nichts Geheimnisvolles und ich möchte Ihnen das gerne erklären:
    Jedes Mitglied des Forums darf und soll sich ein Avatarfoto und ein Signum nach eigener Vorliebe aussuchen und ist somit für alle Lesenden sofort erkennbar.

    Ebenfalls entscheiden die Mitglieder mit ihrem persönlichen oder einem Pseudo - Namen zu unterzeichnen, was frei wählbar ist.

    Mein von mir gewähltes Foto zeigt den ital. Tenor Ruggiero Orofino in der Partie des Duca an der Berliner Staatsoper, deren festes Ensemblemitglied

    er fast zwanzig Jahre bis zu seinem Karriereende 1985 war.

    Ich war bestimmt sein größter und leidenschaftlichster Verehrer und bin im Laufe der Jahre persönlich mit ihm sehr gut und herzlich bekannt geworden.


    Herzliche Grüße

    CHRISSY

    Jegliches hat seine Zeit...


  • Sehr geehrter Otello50,


    vielen Dank für Ihre herzlichen Worte. Schön, daß Catarina Ligendza in Ihre Reinigung gekommen, und in keine andere Reinigung gegangen ist. Ich habe leider nie mit ihr zusammen gesungen, nur hat sie mit mir privat Lohengrin Proben szenisch gemacht. Sie sang ja nur an ganz großen Häusern, was mir nicht beschieden war. Außer eben Zürich und Staatstheater Kassel als Radames in Deutsch mit Woldemar Nelsson, der auch in Bayeruth dirigiert hat. Ich habe ihn menschlich leider in nicht so guter Erinnerung. Auf der Fahrt von Ulm hatte es geschneit, und alles wartete auf mich: ja wo bleiben Sie denn ?


    Ich habe dann höflich gesagt, ja soll ich mir den Hals brechen: sie wollen doch einen Tenor für heute Abend. Dann habe ich mit ihm die ganze Partie in voller Stimme durch gesungen im Zimmer. Ja ich habe einen guten Eindruck, sagt er dann. Nach der Vorstellung, weil man nicht jede Sekunde zu ihm runter geschaut hat, und einen hohen Ton mal eine Sekunde länger gehalten hat. Das passte ihm irgendwie nicht.


    Er war auch im gesamten musikalischen Ensemble nicht so beliebt ( ich kannte einen Solo Tenor dort - ich hatte mit ihm im Bayreuther Festspielchor gesungen ) Als es um die Verlängerung von Nelsson ging, hat er felsenfest geglaubt, daß das Ensemble ihn wieder wählt. Da hatte er aber die Rechnung ohne den Wirt gemacht.


    Er wurde abgewählt !


    Der Triumpfakt in Kassel war als Reichspartei Tag inszeniert, und ich sah in der weißen Jacke wie Hermann Göring aus !


    Übrigens habe am 10.11.1978 den Erik am Staatstheater Saarbrücken gesungen, noch von meinem Mannheimer Engagement aus.


    Catarina Ligendza war eine ganz liebe Frau ohne Starallüren. Mein erster Regisseur Hans - Günther Bayer oder Beyer, ( weiß nicht mehr genau ) der hat mit Ihr als Elsa am Staatstheater Saarbrücken den Lohengrin inszeniert. Er war auch für mich mein erster Regisseur in Regensburg, eben auch als Lohengrin. Ich habe dann noch Tosca - Maskenball - der fliegende Holländer - Pory and Bess und Tiefland mit ihm gemacht. Auch ein ganz lieber Mensch.


    Ich würde gerne wissen, wo er wohnt, ob noch in Saarbrücken ?


    Schön, daß Sie auch zu den wenigen Menschen gehören, die meine Text Verständlichkeit erwähnenswert finden. Hierauf habe ich immer sehr geachtet, und größten Wert darauf gelegt. Hier in Ulm gab es einen Kritiker, der hat das auch gewürdigt: besser als mancher Schauspieler.


    Viele Theater Opern - Freunde sind sich ja garnicht bewußt, daß man ja zum ersten gut singen muß, damit man gut durch die Partie kommt, dann muß man auch schauspielern nach Möglichkeit, und vor allem auf die Kollegen achten, daß Sie einem nicht zu früh, oder zu spät das Stichwort geben, und man dadurch auch zu früh, oder falsch einsetzt. Der Telramund in Regensburg ( leider viel zu früh an Leukämie verstorben ) Ich sang: ja, selbst dem König darf ich wehren, und aller Fürsten höchsten Rat, nicht darf sie ( Elsa ) Zweifels Macht beschweren, sie sahen meine gute Tat. ( also daß ich den Telramund nach dem Kampf am Leben ließ ) Nur einer muß ich Antwort geben Elsa........ Der Telramund setzte aber zu früh ein: darf ich hier nicht als würdig gelten.................... Soetwas muß man dann auffangen, und da hatte ich immer einen guten Riecher soetwas auf zu fangen.


    Theater ist immer Live, und ein schlechter oder verhunzter Ton, den kann man man nicht aus dem Haus zurück holen.


    So wieder ein bischen Einblick hinter die Kulissen.


    In Mannheim sang ich Italienisch den Manrico in Il Trovatore. Das Bühnenbild war erst zur Generalprobe fertig, die ich singen mußte. Michael Svetlev hatte wohl ein Gastspiel. Er sang aber dann die Premiere. Normalerweise singt der die Premiere, der die Generalprobe singt.


    Die Riesenbühne in Mannheim war die ganze Zeit offen. Dann hat man diese Riesenbühne mit Putzwolle über die ganze Bühne aufgeklebt. Das war natürlich schön bunt mit Farbe angespritzt. Dann darf das ja nicht brennen im Ernstfall.


    Hier macht die Feuerwehr Auflagen ! Deshalb hatte man die ganze Putzwolle mit einer Chemie getränkt, und ich merkte in der Generalprobe, daß irgendetwas mit der Stimme war, aber lief noch gut. Ich war aber nicht erkältet, und in der 2. Premiere die ich gesungen habe, konnte ich das Alarmi C am Ende der Stretta nicht so richtig halten, und bekam die ersten Buh's meines Lebens.


    Die Chemie hatte inzwischen bei mir ihre volle Wirkung entfacht.


    Diese Chemie hat bei mir eine starke Bronchitis ausgelöst. Ja, woher soll man soetwas wissen ?


    In der Svetlev Premiere, wo ich drin war, flogen bis weit in den Zuschauerraum 8 bis 10 cm lange Staubfäden eben von dieser Putzwolle, im Scheinwerferlicht und auch im Publikum wurde stark gehustet.


    Ich saß dann mal auch im Zuschauerraum als der Amerikanische Kollege den Des Grieux in Manon von Massenet sang ( ich war auch besetzt ) und vor mir buhte jemand. Ich habe mich dann vorgebeugt und zu diesem Menschen gesagt: warum buhen sie ?, dann klatschen sie doch einfach nicht !


    Dann habe ich diesem Menschen die Story mit der Chemie Putzwolle erzählt. Da war er platt, ja Herr Schaefer, sie haben mir aber als Manrico trotzdem sehr gut gefallen. Ja, was nutzt einem soetwas. Ich hatte dann ein Stück Putzwolle abgeschnitten, daß hat mir mein Internist auf den Rücken geklebt, und die ganze Stelle war feuerrot.


    Da habe ich im Betriebsbüro gesagt: ich bringe Euch jetzt jedesmal vor dem Manrico ein ärztliches Attest. Dann hat es noch länger gedauert, bis die Technik die ganze Putzwolle runter gekratzt hat, die Bühne war dann nur noch bunt gemalt, und bei einem Mannheimer Gastspiel am neuen Theater in Luxembourg, konnte ich zum ersten Mal einen guten Manrico singen. Meine Leonora Monika Pick - Hironimi muß zu anderen gesagt haben: Mensch der Schaefer singt ja heute richtig italienisch.


    Auch meine andere Leonara, die schwarze sehr gute Sängerin Marie Robinson, sagte, daß Sie seit Ihrer Kindheit keine Bronchitis mehr hatte.


    Ja, mit soetwas muß man sich bei diesem extrem schweren Beruf als Sänger auch noch herum schlagen.


    Hoffentlich lesen daß hier auch mal Bühnenbildner. Es nutzt eben nichts, daß die Bühne von außen toll aussah, wenn dann soetwas passiert.


    Herzliche Grüße Ihr


    Herbert Schaefer.

  • Sehr geehrter Herr Schaefer,

    herzlich willkommen im Forum. Ich bin was Inszenierungen offen für neue Ideen, aber manchmal, wenn ich in den Opernhãusern in NRW , Duisburg, Düsseldorf, Gelsenkirchen und Krefeld unterwegs bin, frage ich mich immer, ob Sãnger alles mitmachen müssen und bei Interviews zu Inszenierungen immer sagen, wie toll diese doch ist und das ihnen der Regisseur neue Sichtweisen auf ihre Rolle ermöglicht hat.

  • Hallo lieber Chrissy,


    kein Problem mit dem anklicken. Haben Sie noch einen Tip für mich, wie ich da Fotos von meinem Foto Programm rüber ziehen kann nach hier, und von mir ein Foto ? Es ist mir nicht gelungen.


    Ich habe noch Fotos als begeisterter Jugendlicher in der Kölner Oper, mit Helge Rosvaenge zusammen.


    Auch eines mit Rudolf Schock in Wuppertal bei einem Konzert in der Stadthalle. Hier drehte er sich weg nach seinem mißglückten " Keiner schlafe " Schluß Ton, und sagte bis in die 10 Reihe deutlich zu hören " Scheiße ".


    Der Arme tat mir wirklich leid !


    Auch 2 Fotos, wo ich in meiner Maschinenschlosser Lehre in Wuppertal auf einer BR 44 als 15 jähriger sitze, wo wir davon zirka 10 Loks auseinander geschweißt haben und diese verschrottet haben. Ich wollte ja ursprünglich Lokführer werden. Ich war dazu in einem Bundesbahn Männerchor, die wohl fast alle " Flügelrad " heißen, eben das Emblem oben von der Mütze. Der Dirigent sagte mehrmals zu mir Herr Schaefer: sie müssen sich ausbilden lassen.


    Ich dachte erst, was will denn der eigentlich von mir: ich will doch Lokführer werden. Dann sagte mal ein uralter Lokführer zu mir auf Wuppertaler Dialekt: Jung wat wosse dann ( Junge was willste denn ) am Heiligen Abend mit einem leeren Personenzug durch die Gegend gondeln.


    Da habe ich mir so gedacht: der Mann hat eigentlich recht.


    In diesem Männerchor sang ich zuerst 2. Baß, weil ich das so Männlich fand.


    Wir hatten dort ja auch bei der Bahn andere Berufe, die man benötigte, und es gab einen Maurer, der hat gesoffen wie ein Loch, aber ein Stimm Timbre wie Peter Anders. Wunderschön. Da dachte ich so möchte ich auch gerne singen. Ich habe einfach geübt. Ich kam dann bis in höchste Höhen als Falsett Stimme, und eines Tages nicht so weit davon, hatte ich die Bruststimme entdeckt. Dann habe ich dort im 1. Tenor gesungen.


    Zum Singen kam ich überhaupt erst, als ich mit meiner Mutter seinerzeit außerhalb Ost Berlins in Petershagen bei Berlin bei der Oma zu Besuch war, und durch den Unterschied der DDR - Mark ich an eine günstige Eterna kleine Schallplatte von Caruso kam. Auf dieser waren: Una furtiva lagrima - La Donna e mobile - Che gelida mania und die Stretta aus dem Troubadour. Da habe ich einfach mit gesungen, und konnte alles ohne Halsschmerzen mit singen.


    Als ich dann in Wuppertal zu meinem ersten Gesangslehrer " Hermann Abelmann " der an der Städtischen Oper Berlin gesungen hatte, als Bariton. sicherlich auch nicht schlecht ! Er machte nur nasale Übungen nang, nang, nang, nong, nang, nong, nong usw.


    Mein Hals wurde immer enger und tat weh beim singen: und es blitzten die Sterne. Ich bin dann da bald weg, und bei einem Lehrer in Velbert im Rheinland gelandet. Hier ging es wieder besser mit der Stimme. Nur hat er meine Stimme dann zu schwer gemacht. Sodaß ich dann bei einem Profesor Husler in Lugano gelandet bin. Es gab auch eine Miss Rodd - Marling ( Engländerin ) dort.


    Heute bin ich der Auffassung, daß viele den Professor garnicht richtig verstanden haben. Er hat auch Heinz Hoppe unterrichtet. Ebenso Sandor Konya, der aber auch in Mailand studiert hat. Deshalb möchte ich hier nicht ein Urteil abgeben. Auch Gerd Feldhoff und sein Bruder Heinz mit seiner Frau Hannelore Bode waren bei ihm. Professor Husler hat meines Erachtens die Stimmen entweder zu fallsettig wie bei Heinz Feldhoff, oder bei seinem Bruder Gerd Feldhoff zu brustig gemacht. Beide haben aber eine deutlich bessere Karriere wie ich gemacht. Deshalb möchte ich die Leistung beider überhaupt nicht schmälern.


    Ich landete dann 1968 im Festpielchor Bayeruth unter Wilhelm Pitz, der mich offensichtlich sehr mochte. Es gab dort auch einen Kurt Kessler vom Landestheater Salzburg ( dort Solist ). Der sagte eines Tages zu mir ein Studienkollege Lothar Zagrosek geht als Chordirektor nach Kiel, und ob ich keine Lust hätte. Ich sagte. ich will doch Solist werden ! Meine Mutter sagte daraufhin, dann geh doch erst mal in den Opernchor. Da schnupperst Du schon Bühnenluft. Ich bin dann zum vorsingen gefahren, habe O weine nicht Liu gesungen, war leicht angekratzt, wurde aber engagiert für 499.00 DM BRUTTO. Der Dirigent Klaus Weise war auch dabei, und hat wohl zu Kollegen gesagt: da bekommt ihr aber einen guten Tenor !


    Weil das zum sterben zuviel und zum Leben zu wenig war, bin ich oben am Markt noch zu Spielwaren Schmielau gegangen, und habe schnell nach der Probe in der Kantine etwas gegessen, dann bis 18 Uhr dort Modellbahnen verkauft. Hatte ich vorher schon in Wuppertal gemacht ! Dann entweder die Vorstellung Abends oder Probe Abends, und das 1 oder 2 Jare lang.


    Unabhängig davon war immer Düsseldorf meine Traumstadt, und ich hatte mich beworben. Ich konnte auch von Kiel nicht mehr im Sommer nach Bayreuth. Man hat mich eingeladen zum vorsingen. Ich habe Schmiedelied aus Siegfried und Celeste Aida vorgesungen. Ich lüge nicht: man hat mich etwas mit offenem Mund angestarrt. Ja, Herr Schaefer wir würden sie sofort nehmen, aber es ist keine Vakanz frei.


    Kaum war ich wieder in Kiel, kam ein Brief, daß man diese Stimme doch gerne hätte, und man mich vorläufig in der Alt - Stimmen Vakanz unterbringt. Vertrag unterschrieben. Hier hätte ich aber auch nicht mehr im Sommer nach Bayreuth gedurft.


    Unabhängig davon hatte ich mich vorher auch bei der Deutschen Oper Berlin beworben. Es kam aber erst mal keine Resonanz. Dann kam doch noch eine Aufforderung zum vorsingen von Walter Hagen - Groll. der zu dem Zeitpunkt auch noch den neuen Philharmonischen Chor in London hatte. Meist kam er schweiß gebadet aus dem Flugzeug zur Probe an der Oper in Berlin. Hier starrte man mich auch mit offenem Mund an. Man wollte mich sofort mit einem Voll Vertrag einstellen. Ich hätte eigentlich noch 2 Anfänger Jahre mit weniger Geld machen müssen.


    Ja ich sagte Sie haben ja so lange nichts hören lassen. Jetzt bin ich an der Deutschen Oper am Rhein engagiert. Ja ich solle versuchen dort aus dem Vertrag wieder raus zu kommen. Ja ich sagte, können sie nicht dort anrufen ! Ja das macht man nicht gerne sich die Opernchor Sänger gegenseitig weg zu schnappen.


    Also habe ich Dr. Koschmieder in Düsseldorf geschrieben: ausnahmsweise weil ich von Berlin weiter nach Bayreuth im Sommer konnte, hat man mich aus dem Vertrag gelassen. Der Intendant in Kiel war sauer. Angeblich hätte ich dort plözlich auch nach Bayreuth gedurft im Sommer, aber wer es glaubt wird selig. Der Chor war viel zu klein: Berlin hat einen Riesenchor. Deshalb ging das hier. Düsseldorf war natürlich auch sauer. Was sollte ich machen ?

    Ich hatte dann nie mehr einen Ton Gesangsunterricht.


    Schon in Kiel gingen immer unten wo ich wohnte Chorkollegen vorbei, wie mir später berichet wurde. Hör mal der dooofe Schaefer übt schon wieder Wagner. Ich hatte eine 25 cm Max Lorenz Platte, und habe 30 mal hinter einander das Schmiede und Schmelz Lied aus Siegfried gesungen, und 20 mal aus Rienzi " Erstehe hohe Roma neu ".
    Auf einmal war der dooofe Schaefer aber in Berlin und hatte damit die Spitze im Opernchor erreicht, und dann ist der doofe Schaefer sogar noch Solist geworden.


    Heute sage ich, mit der Lorenz Platte habe ich mir selber meinen Hals geöffnet. Ich bin immer prima und top durch die schweren Partien gekommen.


    So ging es dann in Berlin weiter, bis mich Frau Ligendza hörte. Nach der Lohengrin Premiere bin ich hoch zur Garderobe und habe das Trovatore Stretta C " Alarmi " bis oben gehalten. Ich war überhaupt nicht stimm müde.


    Für viele vielleicht auch mal alles interessant, wie es einem so ergangen ist.


    Herzliche Grüße


    Herbert Schaefer.

  • Sehr geehrter Herr Schaefer,

    herzlich willkommen im Forum. Ich bin was Inszenierungen offen für neue Ideen, aber manchmal, wenn ich in den Opernhãusern in NRW , Duisburg, Düsseldorf, Gelsenkirchen und Krefeld unterwegs bin, frage ich mich immer, ob Sãnger alles mitmachen müssen und bei Interviews zu Inszenierungen immer sagen, wie toll diese doch ist und das ihnen der Regisseur neue Sichtweisen auf ihre Rolle ermöglicht hat.

    Sehr geehrter rodolfo39,


    Danke für Ihre Meldung. Ja die heutigen Inszenierungen sind schon ein Kapitel für sich. Schon in Würzburg bei meinem Engagement: der Oberspielleiter Wolfram Dehmel ( ein Wieland Wagner Assistent ) sagte schon seinerzeit 1980 bis1984 war ich dort: man soll nicht für die Frau Puhvogel immer inszenieren, der alles gefällt. Die Leute sollen nachdenklich nach Hause gehen. Ist sicher auch ein zu vertretender Standpunkt.


    Ich habe aber darauf hin geantwortet: die heutige Zeit ist schwer genug, die Leute wollen sich auch im Theater erholen, und an schönen Bühnernbildern und Kostümen erfreuen.


    Er hatte auch die Marotte die Sänger etwas häßlich aussehen zu lassen. Mein Maskenbildner, der später 10 Jahre in Bayreuth Chefmaskenbildner geworden ist. Dann der Chef am Staatstheater Karlsruhe lange gewesen ist, und heute noch Chefmaskenbildner am Festspielhaus Baden - Baden ist, hat mich immer sehr gut aussehen lassen.


    Ich sage die heutigen Regisseure müssen sehr aufpassen, daß sie sich nicht selbst den Ast absägen, auf dem sie sitzen. Man muß als Sänger möglichst alles mit machen, sonst ist man auch bald weg vom Fenster, so wie ich die schwersten Arien im liegen singen mußte, wie als Idomeno in Mannheim bei dem Regisseur Meyer Örtel, oder wie ich ihn getauft habe: Eier Mörtel ! Er braucht das ja nicht 20 mal diese Oper zu singen im liegen !

  • Hallo lieber Chrissy,


    Für viele vielleicht auch mal alles interessant, wie es einem so ergangen ist.

    Lieber Herr Schäfer

    Da vermuten Sie ganz sicher richtig - solch ein Werdegang ist bestimmt für Viele interessant und ich danke für Ihren Bericht.

    Haben Sie noch einen Tip für mich, wie ich da Fotos von meinem Foto Programm rüber ziehen kann nach hier, und von mir ein Foto ? Es ist mir nicht gelungen.

    Dazu müssen Sie sich bitte an den Chef unseres Forums wenden, der dann das Nötige mit Ihnen gemeinsam veranlaßt.

    Ich habe aber darauf hin geantwortet: die heutige Zeit ist schwer genug, die Leute wollen sich auch im Theater erholen, und an schönen Bühnernbildern und Kostümen erholen.

    Sehr richtig, volle Zustimmung. Ich gehe ins Theater um zu genießen, mich an der Musik mit passender werkgetreuer Inszenierung zur Handlung zu erfreuen.

    Ich erwarte und betrachte eine Opernvorstellung nicht als belehrende Vorlesung. Vorlesungen hatte ich genug, mein Bedarf ist da gedeckt.


    Herzliche Grüße

    CHRISSY

    Jegliches hat seine Zeit...

  • Ich bin was Inszenierungen offen für neue Ideen, aber manchmal, wenn ich in den Opernhãusern in NRW , Duisburg, Düsseldorf, Gelsenkirchen und Krefeld unterwegs bin, frage ich mich immer, ob Sãnger alles mitmachen müssen und bei Interviews zu Inszenierungen immer sagen, wie toll diese doch ist und das ihnen der Regisseur neue Sichtweisen auf ihre Rolle ermöglicht hat.

    Hallo, lieber Rodolfo

    Im Gegensatz zu Dir, bin ich wenig offen für neue Ideen, weil - vieles ist Mißbrauch und Verunstaltung. Aber wenn ich auf Deine Frage antworten darf:

    Vielleicht erinnerst Du Dich - ich habe vor Jahren schon mal berichtet, daß ich ein Gespräch zu diesem Thema mit einer Solistin

    vom Erfurter Opernhaus hatte. Sie sagte mir damals - man ist angestellt und aus Engagements - und Karrieregründen muß man

    alles mitmachen, ob es einem gefällt oder nicht, sonst war´s das. Eigene Meinungen sind da nicht erwünscht, man hat zu machen!

    Ich denke, diese Aussage ist bestimmt allgemein gültig.

    Ich könnte mir allerdings vorstellen - Ausnahmen sind da vielleicht die sogenannten unantastbaren Stars.


    Herzliche Grüße

    CHRISSY

    Jegliches hat seine Zeit...

  • Sehr geehrter Herr Schäfer,


    auch ich begrüße Sie in unseren Reihen.

    Wie hier allgemein bekannt, bin ich ein entschiedener Gegner der modischen Verunstaltungen klassischer Werke, wie sie heute in Deutschland und Umgebung weitgehend üblich sind. Sie sagen sehr richtig, dass die meisten Zuschauer die Originalwerke in vernünftiger, den Werk entsprechender Gestaltung sehen wollen. Und ich kenne, außer wenigen hier im Forum und einigen Journalisten, die zeitgeistversessen sind und glauben, man könne und müsse in unserer Zeit alles verdrehen, damit der "dumme" Neubürger es auch verstehe, praktisch nur solche, die diese Entstellungen ebenso verabscheuen wie ich. Auch kenne ich viele Künstler aus Gesprächen in den Künstlertreffen der Gottlob-Frick-Gesellschaft, von denen niemand sich mit diesen selbstherrlichen Regisseuren identifizieren kann. Muss denn alles so verdreht werden, dass man es nicht wiedererkennt?

    Die eigentlichen Künstler zählen, außer vielleicht einigen großen Berühmtheiten, die sich möglicherweise noch wehren könnten, - wie auch ich häufig erfahren habe - nicht mehr, sie müssen gehorchen, sonst wirft man sie raus. Es zählt nur die verrückte Idee eines überdrehten Regisseurs, der dann noch häufig von der Presse und einigen wenigen Leuten hier im Forum zum "Künstler" hochstilisiert wird. In meinen Augen ist und bleibt der Regisseur der Handwerker, der das vom Komponisten und seinen Librettisten entworfene Werk auszuführen mit Verständnis des Werks hat (die ich bei vielen Regisseuren heute vermisse, die sogar offen zugeben, dass sie das Werk selbst überhaupt nicht interessiere). Und das Gros der interessierten und über die Oper informierten Zuschauer erwartet das echte, angekündigte Werk.

    Natürlich kann man mit einem millionenschweren Technikspektakel und einer unterlegten Blödelshow, wie z.B. dem Bregenzer "Rigoletto", der mit der Oper Rigoletto außer den - zum Teil einem breiteren Pubikum bekannten - Melodien nicht das Geringste mehr zu tun hat, unser modernes Eventpublikum reizen. Aber wissen meisten davon überhaupt, dass sie hier garnicht die Oper Rigoletto gesehen haben?

    Die Opernliebhaber, die ich kenne, und die ich heute als Regisseurstheaterflüchtlinge in den Vorstellungen aus der MET und dem ROH im Kino treffe, legen Wert darauf, die zu erwartende Oper zu genießen, nach dem Alltag zu entspannen und nicht in irgendeine ungewollte Lehrstunde über etwas ganz anderes gezwungen zu sein.

    Ich gönne natürlich denjenigen, die so etwas haben wollen, ihre Lehrstunde. Aber dann sollte es wenigstens anders bezeichnet sein, z.B. "Ein Stück des Regisseurs XY mit unterlegter Musik von ...."

    Zum Glück gibt es für die, die dem Opernhaus inzwischen den Rücken gekehrt haben, a) einige gute Vorstellungen aus der MET und dem ROH und b) von den meisten Opern (leider nicht von allen) noch ältere Aufnahmen oder werksgetreue Aufnahmen aus fremden Ländern auf DVD oder auf youtube.


    Liebe Grüße

    Gerhard

    Regietheater ist die Menge der Inszenierungen von Leuten, die nicht Regie führen können. (Zitat Prof. Christian Lehmann)

  • Lieber Gerhard,


    Sie sprechen mir aus der Seele. Sie haben in allem Recht. Hier in Ulm gab es eine Freischütz - Inszenierung wo ich den Max gesungen habe. Es gab einen riesigen nackten Frauenkörper, Beine breit auseinander, mit einer riesigen glutrot erleuchteten Vagina. Hinten stand der Leiter der die Statisten führte, und über ein Seil machte er die Schamlippen ! immer auf und zu.


    Ich hatte Ihn als den " Vo..enzieher " ( Entschuldigung ) betitelt, und er lachte sich immer darüber kaputt. Ich mußte bei Freikugel 2 rein kriechen, und bei Freikugel 4 oder 5 wieder raus purzeln.


    Der Regisseur konnte mit Frauen nichts anfangen. Sie wissen sicher was sich meine. Ich habe nichts dagegen, und bin sehr tolerant, und habe auch ganz tolle Menschen davon kennen gelernt !


    Ich hatte ihn dann gefragt: was soll das, oder was hat das zu bedeuten: ja, das ist die Geburt des Bösen !!! Ich habe es jedenfalls nicht verstanden, aber ich mußte es ja machen.


    Es muß sich wohl in der Stadt vorher rum gesprochen haben, denn es haben sich wohl Stadt Obere in die Hauptprobe eingeschlichen. Es gab einen kleinen Skandal, weil Schulklassen nächsten Tag in die Generalprobe sollten.


    Man hat die Sache minimal entschärft, in dem man eine Menge Tannen davor gestellt hatte. Konnte man im Haus und vom Rang aber immer noch deutlich erkennen.


    Deutlich später hatte ich meinem seinerzeitigen Intendanten Pavel Fieber, der leider vor 3 Wochen zirka 78 jährig verstorben ist mal geschrieben, bzw. hatte er mich angerufen, weil wohl eine Sache über ein Gastspiel unklar war, und daß ich seinerzeit nicht so gerne in die besagte Stelle rein geklettert bin.


    Ja, war auch eine doofe Idee hat er darauf zu mir gesagt. Warum hat er seinen Oberspielleiter dann nicht in die Schranken verwiesen ? Warscheinlich hat so ein Regisseur dann auch freie Hand.


    Wir hatten aber auch schöne Inszenierungen hier. Hans Jörg Hack hat eine tolle Salome mit Grit van Jüten hier inszeniert, wo ich den Herodes gesungen habe. Habe eine tolle DVD davon, aber auch erst kurz vor meinem Auftritt. Darf man ja eigentlich überhaupt nicht, aber ich habe das immer gemacht als Stimmkontrolle für mich. Singe ich flach oder wie ist meine Aussprache.


    An CD's oder DVD's hat man seinerzeit ja noch garnicht gedacht.


    Liebe Grüße


    Herbert.

  • Lieber Herr Schäfer,


    ich habe in den 70er und 80er Jahren sehr viel schöne Inszenierungen im Theater gesehen(wir haben hier in Leverkusen kein eigenes Opernhaus, aber einen sehr schönes Theater für Oper, Schauspiel und Konzert, meist mit Gastspielen). Doch dann fing es langsam auch mit den verhunzten Inszenierungen an. Ich erinnere mich noch, das bei Monteverdis "Krönung der Poppea" die Bühne nicht bespielt wurde, sondern nach und nach von einem Bühnenarbeiter mit grau angestrichenen Pappkartons zugestellt wurde. Man hatte über den Orchestergraben ein Podium mit einer großen Kiste gebaut. Neben dem Podium saßen einige Musiker. Dann kroch aus der Kiste ein Sänger in Unterhose mit schwammigem Bauch hervor. Später stürzte sich dieser über die am Boden liegende Poppea, mit der er eine Art Geschlechtsverkehr vollzog. Meine Frau plädierte dafür, nach der Pause nach Hause zu gehen. Aber die Sänger waren so gut, dass wir uns entschlossen, den Rest der Zeit mit geschlossenen Augen durchzustehen. Später haben wir z.B. einen Siegfried gesehen, bei dem neben anderen Mätzchen z.B. das Waldvögelein auf hohen Stöckelschuhen mit Bierflasche in der Hand singend über die Bühne stakste. Mit der Zeit nahmen diese Inszenierungen zu und wir haben unser Abonnement gekündigt. In den letzten Jahren wurde hier dann ganz selten noch eine Oper in einer Saison angeboten, weil das Publikum kein Interesse mehr an solchen Vorstellungen zeigte. Früpher waren es 8 bis 10.

    Auch in Bregenz haben wir in den 70er Jahren noch sehr schöne, werksgerechte Inszenierungen erlebt. Das hat sich leider auch da zum Schlechten gewendet.

    Da sie gerade vom Freischütz reden, meiner ersten Oper, über die ich als Jugendlicher aus einfachem und wenig an Klassik interessierten Hause überhaupt an die Klassik geraten bin: Ich fand es einfach furchtbar, wie Boito den Freischütz an der Berliner Komischen Oper verschandelt und ins Gegenteil verdreht hat. Und erst der Hannoveraner "Freischütz", wo man wegen der Sexsymbole und des sonstigen Blödsinns, den der Regisseur verzapft hatte, die Schulen, die die Vorstellung sehen wollten (er ist immer noch im Lehrplan, und zwar als typische Oper der Romantik) ausgeladen werden mussten.

    Ich habe freundschaftlichen Kontakt zu der Sängerin Marie-Louise Gilles aus Hannover, mit der ich bei der Gottlob-Frick-Gesellschaft viele lange Gespräche geführt habe. Sie kämpft auch verbissen gegen die Auswüchse dieses Schwachsinns. Ich erhalte jährlich 10 mal persönlich ihre "Mitteilungen an meine Freunde", die es auch unter http://www.marie-louise-gilles.de im Internet gibt. Auch ihren Gatten, Herrn Hansing kenne ich sehr gut, der unter dem Begriff "telezeitung" die saftigen Schilderungen von solchen Auswüchsen mit klaren Fragen nach dem Sinn dieser Mätzchen verfasst.

    Hier im Forum gibt es ja eine ganze Rubrik zum Regietheater, in der Gegner und eine kleine Schar Befürworter aufeinanderstoßen. Klaren Antworten zum Sinn der Mätzchen in verunstalteten Werken sind diese wenigen aber immer ausgewichen.

    Dort kann man viele Beispiele solcher Verunstaltungen finden, von denen ich hunderte benennen könnte, die ich mir im Fernsehen wenigstens im Querschnitt angesehen habe, weil sie ganz nicht zu ertragen waren und - wenn auch keinen Geldverlust - so doch wenigstens eine unnötigen Zeitverlust bedeutet hätten, z.B. den Rattengrin, den Biogashäuser, den Ölring aus Bayreuth und ähnliches.

    Wie gesagt, obwohl es kein vollwertiger Ersatz für die Atmosphäre im Opernhaus ist, nutzen viele Opernfreunde heute das Kino als Ersatz, wobei wir hier in Leverkusen auch noch von allen Plätzen durch erhöhte Sitze eine gute Sicht ohne störende Köpfe haben und ein Foyer, das speziell für diese Vorstellungen abgetrennt von den anderen ist, wo es keine - wie jemand hier im Forum behauptete - Biersäufer und Popkornfresser gibt.

    Ich denke auch - wie Sie es befürchten - dass diese unfähigen Regisseure sich mit diesen verrückten Ideen schließlich mit der Zeit selbst den Ast absägen werden.


    Liebe Grüße

    Gerhard

    Regietheater ist die Menge der Inszenierungen von Leuten, die nicht Regie führen können. (Zitat Prof. Christian Lehmann)

  • Das glaube ich gerne! Ich habe ihn in dieser Rolle auch auf CD, und ich glaube, besonders der Werther war eine Rolle, die seiner Stimme und seiner Art zu singen sehr entgegenkam. Vor allem hat er diese Gratwanderung, tiefe Emotionen auszudrücken, ohne larmoyant zu klingen, hervorragend bewältigt. Leider habe ich ihn nie live erlebt, aber was er auch im spanischen Repertoire geleistet hat, und was zum Glück auch auf CD dokumentiert ist, ist schon außerordentlich.

    Das sollten Sie vielleicht einmal tun, ich glaube diese Lektüre wäre für uns Opernfreunde und Melomanen hochinteressant. Wie haben Sie denn Frau Ligendza als Sängerin und Kollegin erlebt? Wie war die Zusammenarbeit mit ihr?


    Josef Metternich habe ich immer gerne gehört; ich habe ihn als Holländer auf Tonträger. Wobei seine Gesangstechnik scheinbar auch nicht für jedermann geeignet war; ich meine, mich zu erinnern, dass Jonas Kaufmann bei ihm Unterricht hatte und mit seiner Technik gar nicht zurecht kam.

    Ich wohne im schönen Saarland, wo ich auch einmal für ein paar Jahre (ab 2000/2001) in Saabrücken am Opernhaus im Extrachor mitzuwirken die Ehre hatte. Wie ich Ihrer Homepage entnehme, haben Sie hier mal den Erik gesungen! Das ist ja phantastisch (die 1976 Aufnahme aus Regensburg habe ich ürbigens zwischenzeitlich besorgt - gefällt mir hervorragend! Auch erstaunliche Klangqualität, wenn man bedenkt, wie alt dieses Tondokument schon ist). Wissen Sie denn noch, wann in etwa Sie in Saarbrücken gesungen haben? Den Holländer habe ich in Saarbrücken auch gehört, und sogar im Chor mitgesungen, aber das war natürlich schon viel später (da hat Rudolf Schasching den Erik gesungen). Haben Sie noch Erinnerungen an das Saarland? Herzliche Grüße nach Ulm.


  • Lieber Chrissy,


    also das Gastpiel in Saarbrücken war genau am 10. November 1978, da war ich erst 1 Jahr am Mannheimer Nationaltheater von insgesamt 3 Jahren . Habe den gelben Zettel vor mir: 1400 DM habe ich an dem Abend bekommen für das Gastspiel und die 196.00 DM Pflichtbeitrag meinerseits, von einer Frau Reckmann unterschrieben, sind nicht bei der Bayerischen Versicherungskammer in München angekommen. Das Staatstheater Saarbrücken mußte ja den gleichen Betrag auch nochmal dorthin zahlen.


    LG. Herbert.

  • Lieber Gerhard,


    ich habe einmal mit Marie - Lousie Gilles in der Oper " Tiefland " zusammen gesungen " Nach meiner Erinnerung war sie meine Martha in Mönchengladbach. Sie wird sich wohl kaum daran erinnern können. Sie war eine hervorragende Sängerin. Da ich " Tiefland " an 9 Opernhäusern gesungen habe kann ich es nicht mehr 100 % sagen. In Regensburg - dann gleich in Mainz 2 mal - es könnte auch Mainz gewesen sein. Ja ich glaube es war sogar Mainz ! Das wäre höchst interessant wenn sie Sie mal danach fragen ! Grüßen Sie sie herzlich von mir, aber das ist so lange her 1976. Sie wird sich kaum daran erinnern können.


    Dann gleich in Innsbruck, dann kam Mönchengladbach, Krefeld mehrere Male, dann Wuppertal was ich auch als meine Heimatstadt ansehe, weil ich dort nach unserer Vertreibung aus Schlesien auf gewachsen bin. Dann mehrere Male am Staatstheater Oldenburg dann hat Rene Kollo die Oper in Ulm inszeniert, aber nicht modern. Kollo hat aber auch Texte geändert, zwar nicht viel, aber ich war halt gewöhnt, wie aus dem Klavierauszug vom Komponisten geschrieben, und von mir an den anderen Häusern gewohnt immer so gesungen mit den Texten aus dem Klavierauszug. Dann als letztes kamen noch mehrere Male in Klagenfurt dazu. Ich habe die Oper sehr gerne gesungen, und hatte überhaupt keine stimmlichen Probleme damit. In Leverkusen habe ich mal Proben für die Glagolytische Messe von Janacek gemacht, die ich dann im Altenberger Dom gesungen habe. Da hatte ich auch etwas Probleme wegen meines Refluxes, wußte aber zu dem Zeitpunkt noch nichts davon.


    Liebe Grüße


    Herbert.

  • Hallo Chrissy, wenn ich auf Ihr Foto klicke, dann darf ich das nicht, weil ich keinen Zutritt habe ?

    :( Grüße Herbert Schaefer. Ist das etwas besonderes Geheimnisvolles, oder steckt da die Stasi dahinter ? Ich hoffe, Sie können auch Spaß verstehen.

    Lieber Chrissy,


    also das Gastpiel in Saarbrücken war genau am 10. November 1978, da war ich erst 1 Jahr am Mannheimer Nationaltheater von insgesamt 3 Jahren . Habe den gelben Zettel vor mir: 1400 DM habe ich an dem Abend bekommen für das Gastspiel und die 196.00 DM Pflichtbeitrag meinerseits, von einer Frau Reckmann unterschrieben, sind nicht bei der Bayerischen Vsrsicherungskammer in München angekommen. Das Staatstheater Saarbrücken mußte ja den gleichen Betrag dorthin zahlen.


    LG. Herbert.


    So ich hoffe, daß meine Antwort wegen Saarbrücken jetzt hier richtig ist. Garnicht so einfach, wenn man schon soviel angeschrieben worden ist, jetzt in der kurzen Zeit wo ich Mitglied geworden bin.

  • Lieber Herbert,


    vielen Dank für die vielen, hochinteressanten Antworten. Dank Ihres lebhaften, plastischen Schreibstils macht die Lektüre großen Spaß!


    1978 war ich gerade fünf Jahre alt; das erste Mal war ich in Saabrücken als Jugendlicher in der Oper, etwa 1989, und wiederum 11 Jahre später stand ich selbst auf dieser Bühne, vor der ich noch staunend gesessen hatte, bei mir war, wie bei Gerhard auch, der Freischütz die Initialzündung gewsen.


    Die Holländer-Aufnahme habe ich übrigens u. a. in der Tauschgruppe operashare gesehen, bei der die Mitglieder unentgeltlich selbst angefertigte Radioaufnahmen, Live-Mitschnitte, vergriffene LP-Aufnahmen etc. tauschen; ich könnte mir gut vorstellen, dass dort irgendein Pfiffikus die Mitschnitte runterlädt und dann gegen Geld bei "House of Opera" u. ä. Plattformen vertreibt.


    Wie dem auch sei, zumindest kann der geneigte Sammler dann die ein- oder andere Aufnahme erstehen, und bei mancher Rarität war ich sicherlich auch schon froh darum.


    Spannend finde ich ja v.a., was Sie über das "Drumherum" erzählen, die Reisen zu den unterschiedlichsten Orten, die gesundheitlichen Probleme usw. Als Extra-Chor - Sänger habe ich da ja auch oft mit den Profis gesprochen und aus nächster Nähe gesehen, was das bedeutet: allein welch physische Anstrengung das bedeutet, eine solche Oper durchzustehen, wie heiß das im Scheinwerferlicht werden kann, unter teilweise dicken Kostümen und dicker Schminke, dann die Proben, morgens, dann tagsüber frei, abends Vorstellung; sehr familienfreundlich ist der Zeitplan ja nicht...


    Aber nun ja, das brauche ich Ihnen ja nicht zu erzählen. Gibt es denn auch Rollen, die Sie gerne mal auf der Bühne gesungen hätten, die Ihnen aber nie angeboten wurden?

    Gab es freundschaftliche Beziehungen zu anderen Sängern, oder mehr Rivalität? Hätten Sie gerne noch mehr international gearbeitet, oder sind Sie bewusst auch dem aufreibenden Rummel des Fliegens und Hotellebens ferngeblieben, der ja auch viele Opfer fordert?


    Ich hoffe ich frage nicht zu viel...wenn ja pfeifen Sie mich gerne zurück!


    Herzlichst,


    Boris

    viele Grüße von Boris alias Don_Gaiferos

  • Lieber Herr Schäfer,


    die Grüße werde ich gerne ausrichten, vielleicht erinnert sie sich. Leider findet das Künstlertreffen, das für meine Frau und mich immer einer der Höhepunkte des Jahres ist, in diesem Jahr im Oktober wegen der Coronakrise nicht statt. Es wäre das Jubiläumstreffen (25 Jahre) gewesen.

    Es wäre natürlich schön, Sie dort auch einmal zu treffen. Sie würde auch sicherlich viele Bekannte aus den Künstlerkreisen finden, in den Sie gearbeitet haben. Mein Frau und ich sind nicht künstlerisch tätig, sondern nur einfache Klassikliebhaber (vor allem Oper und Ballett, aber auch Konzert). Aber bei den Treffen geht es sehr familiär zu und wir fühlen uns als Nichtkünstler voll integriert. Vielleicht wissen Sie es: Operus, alias Hans Hey, mit dem wir ebenfalls befreundet sind, war Präsident dieser Gesellschaft und ist seit zwei Jahren Ehrenpräsident. Er ist in seinem Alter noch sehr aktiv und managt das Ganze immer noch.

    Übrigens haben wir dort auch Rene Kollo getroffen und hatten die Gelegenheit - weil wir frühzeitig angereist waren, einen ganzen Nachmittag in kleinem Kreis (nur wir beide, Hans Hey und Rene Kollo) mit ihm zu diskutieren. Er hält auch nichts von diesem Unsinn Regisseurstheater (Frau Gilles und auch ich nennen es so, denn Regie wird auch bei vernünftigen Inszenierungen geführt. Der übliche Begriff trifft es daher nicht, denn es ist - wie Prof. Christian Lehmann sehr richtig sagt, die Menge der Inszenierungen von Leuten, die nicht Regie führen können.


    Liebe Grüße

    Gerhard

    Regietheater ist die Menge der Inszenierungen von Leuten, die nicht Regie führen können. (Zitat Prof. Christian Lehmann)

  • Lieber Boris,


    Herzlichen Dank wieder für die Antwort. Sie dürfen mich fragen was Sie auch immer möchten. Ich antworte sehr gerne, wenn ich es kann. Den Parzifal hätte ich gerne mal gesungen. Ist mir aber verwehrt in diesem Leben. Caterina Ligendza hat seinerzeit gesagt, studieren sie den Tristan, Siegfried, Tannhäuser. Parzifal ist schon für etwas abgesungene Sänger, was ich aber für leicht übertrieben gehalten habe. Natürlich hat die Partie nicht soviel Höhe. Wohl deshalb meinte Sie das. Hätte natürlich gerne den Tristan und den Ring auch mit Inszenierung gesungen. Tristan habe ich hier in Ulm konzertant gesungen, und schon 2 Akte von Siegfried und 2 von Götterdämmerung konzertant. Leider kam es nicht mehr zu der Inszenierung des Ringes in Magdeburg. Ich war ja oft auch in Hotels bei den 45 Opernhäusern wo ich gesungen bzw. gastiert habe. Manchmal war es oft die letzte Vorstellung, und man hat gesagt, weil man offensichtlich auch zufrieden war: warum haben wir den denn nicht schon eher geholt. Ich kann ja nicht mit der Glocke raus gehen, und um Engagements betteln.


    Vor 3 Jahren bin ich zum Kollo Konzert nach dem Wasserschloß Raesfeld oben bei Borken gefahren. Die tieferen Sachen waren alle ganz schön und akzepzabel, aber mit einem tiefer gelegten Nessun Dorma hat er sich keinen Gefallen getan. Ich finde damit macht er seine eigene sehr gute Leistung von früher etwas kaputt, aber er ist alt und intelligent genug, um das selbst zu entscheiden. Warum soll ich ihm das auch sagen ! Bei seiner Tiefland Inszenierung war er auch mit seiner Frau hier bei mir zum Raclett eingeladen, und wollte gleich meine Märklin Eisenbahn Sammlung sehen. Von der hatte er schon gehört.


    Ich habe ja viele Aufnahmen von mir aus Regensburg, Mannheim, Würzburg und Ulm auch einige komplette DVD's. Hat mich ein kleines Vermögen gekostet. Leider habe ich nicht die Krönung der Poppea zum Mozartfest in Würzburg, wo ich den Kaiser Nero gesungen habe. Da habe ich irgendwie geschlafen. Das lag mir auch ganz toll mit Ursula Reinhard Kiss als Poppea. Die wurde sehr bekannt, weil sie wohl mal nackt auf der Bühne gesungen hat.


    Ich wußte garnicht das ich so plastisch schreibe. Freut mich, wenn es Dir gefällt. Ich versuche halt auch immer daß die Menschen das auch genau verstehen.


    Herzliche Grüße


    Herbert.

  • Es gab einen riesigen nackten Frauenkörper, Beine breit auseinander, mit einer riesigen glutrot erleuchteten Vagina. Hinten stand der Leiter der die Statisten führte, und über ein Seil machte er die Schamlippen ! immer auf und zu.

    Man versteht die Welt eigentlich nicht mehr. Da gibt es Leute, die protestieren, wenn man Frauen nicht korrekt anspricht. Die Uni Jena mußte Kopfbögen neu drucken, weil die Pauschalanrede für Rundschreiben betitelt war mit "Sehr geehrte Studenten". Die Beschwerde führte dazu, daß die Mißachtung des weiblichen Geschlechtes dazu führte, neue Kopfbögen drucken zu lassen mit der "korrekten" Anrede "Liebe Studentinnen und Studenten".

    Wäre es nicht zum Weinen, sollte man über solchen Blödsinn lachen. Wo bleiben denn die Genderverfechter, wenn die Würde der Frau schamlos verletzt wird wie damals in Ulm (auch wenn die Entwicklung damals noch nicht vorhersehbar war) und auch in div. Inszenierungen heute? Darf man unter dem Deckmantel der "Freiheit der Kunst" alles verkaufen, was im normalen Leben als Schweinerei oder Beleidigung strafbar ist?

    Warum darf den letzten Auftritt im Rosenkavalier kein "Mohr" mehr haben, warum bezeichnet Knorr jetzt Würzmischungen nicht mehr als "Zigeunersauce"? Gibt es bald keinen Zigeunerbaron oder keine Zigeunerliebe mehr? Ist Othello bald kein Mohr von Venedig mehr, kommt "der Kaufmann von Venedig" bald auf den Index?


    Wir verlieren unser kulturelles Erbe, wenn das alles so weitergeht. Aber wie Sie, verehrter Herr Schaefer schon sagten, riskiert der Künstler, der dagegen protestiert seine Karriere. Endrick Wottrich läßt grüßen. Für mich gehört Herr Wottrich zu den wahren Helden der Oper. Ich habe ihn noch mit einer Glanzleistung als Siegmund in Chemnitz erleben dürfen.


    Herzlichst La Roche

    Ich streite für die Schönheit und den edlen Anstand des Theaters. Mit dieser Parole im Herzen leb' ich mein Leben für das Theater, und ich werde weiterleben in den Annalen seiner Geschichte!

    Zitat des Theaterdirektors La Roche aus Capriccio von Richard Strauss.