RIP - Verstorbene aus dem Kulturleben

Harald Kral · 2.023 Beiträge · letzte Antwort von Symbol

2.023 Beiträge
  • Brendel hat mich sicherlich mehr geprägt als viele andere, ebenso berühmte - oder gar berühmtere - Pianisten.

    Einer seiner Fernsehaufnahmen verdanke ich eine echte Liszt-Erweckung. Untermauert wurde dies von seinen klugen Gedanken zu Liszt in "Nachdenken über Musik".

    Natürlich: Schubert.


    Es bleibt sehr viel von ihm.

    Dem kann ich mich nur in großer Dankbarkeit anschließen.


    Für mich gab es im Leben eigentlich keinen prägenderen Pianisten – keinen, den ich als so vorbildhaft empfand.

    Ähnlich wie dem Leiermann erging es auch mir: Eine Fernsehsendung über Liszts Années de pèlerinage. Deuxième année: Italie wurde für mich zur echten Liszt-Erweckung.

    Dafür bin ich ihm bis heute dankbar.


    Auch zu Schubert kam ich als Jugendlicher durch ihn – sowohl durch seine Solointerpretationen als auch durch die Liedaufnahmen mit Dietrich Fischer-Dieskau.


    Und dann gibt es da diese eine kostbare Bach-Aufnahme, die für mich bis heute die Lieblings-CD ist, wenn es um Bach auf dem modernen Flügel geht.


    Ich hatte das große Glück, ihn einmal live in Oslo zu erleben – in der ersten Reihe, direkt auf Höhe des Flügels. Das werde ich nie vergessen.


    Brendel verband reife, tiefgehende Reflexion über Musik mit hochsensibler Musikalität, großem Gestaltungswillen und einer Klaviertechnik, die nie zur Schau gestellt wurde, sondern sich ganz in den Dienst der Musik stellte.


    Ja, es ist merkwürdig: Auch ich habe erst vor kurzem dieses wunderbare Video gesehen, in dem er Klavierunterricht in seinem Zuhause gibt.

    Ich bin jetzt tatsächlich betroffen.


    Ruhen Sie in Frieden, Maestro Brendel.


    Glockenton

    "Jede Note muss wissen woher sie kommt und wohin sie geht" ( Nikolaus Harnoncourt)

  • Zitat

    [...] wenn auch die Bezeichnung "Klavierstunde" eher nicht zutrifft. [...]

    :) Ganz ernst habe ich das natürlich nicht gemeint. Wobei ich - peinlicherweise - nicht einmal darauf geachtet hatte, wer da mit ihm diskutiert hat. Ich dachte an einen klavierbegeisterten Journalisten und habe auch nur kurz in die Sendung hineingesehen, um mir dann zu denken: Schön, dass er noch immer mithalten kann! Manchmal gibt es schon sonderbare Koinzidentien.


    Brendel stand wie bei astewes nicht so ganz in meinem Zentrum, wobei sich Axel da schon besser informiert hat; das muss ich zugeben. Brendel war wohl eher der stille, oft ein wenig grimmig leidend dreinblickende Intellektuelle, und nicht der Überflieger vom Typ Hamelin bzw. - ganz anders wiederum gepolt natürlich - der geniale Autist Sokolov. Diese beiden (und noch ein paar andere, etwa Levit, der einen Nachruf verfasst hat) kenne ich aus dem Konzertsaal. Vertraut ist mir Brendel per Tonträger zum Beispiel mit Mozart, Schubert, Liszt ... oder eben auch mit dem Klavierkonzert von Schönberg. Dieses Spektrum konnte und mochte er gewiss über die Jahrzehnte auf seine Weise verkörpern.


    Er möge in Frieden ruhen!


    Wolfgang

    Lieber Fahrrad verpfänden denn als Landrat enden!

  • Brendel: Musik ist nicht in erster Linie dazu da, verstanden zu werden. Wenn jemand ein Stück analysiert, kann das interessant sein, aber es ist nur ein Teil der Wahrheit. Musik hat als einzige der Künste etwas Mysteriöses.

    SPIEGEL: Ein Geheimnis?

    Brendel: Wenn man Musik und Sprache vergleicht, ist bei der Sprache immer Bedeutung dabei, ein Wort mag verschiedene Bedeutungen haben, aber man wird sich einigen können, welche gemeint ist. Niemand wird Begriffe wie Kamm und Bürste verwechseln. Das gibt es in der Musik nicht. Sie führt aus der Realität heraus, obwohl sie immer mit dem Menschen verbunden bleibt. Sie sagt immer etwas über Gefühle, Aktionen und Reaktionen aus. Man kann aber nicht, wie in der Sprache, den Finger auf eine Stelle legen und sagen: Das ist jetzt genau das und dies.


    https://www.spiegel.de/kultur/…02-0001-0000-000087562030

  • Ja, ein Großer ist gegangen. Traurig, wenn auch in diesem Alter letztlich erwartbar. Er hat ein hohes Alter erreicht und ein gewaltiges Lebenswerk hinterlassen!

    Ich erinnere mich an einn Vortrags-Konzert im Rostocker Barocksaal der Universität 2017 oder 2018. Er spielte hier Schumanns Carnaval - zum ersten Mal seit Jahrzehnten öffentlich und zudem Liszts h-Moll-Sonate. Hochinteressant für mich war dabei, wie er als Liszt-Apologet auftrat und sich gleichzeitig zu dem Spitzensatz, das Werk sei "arm in der melodischen Erfindung" hinreißen ließ (was meiner Empfindung haargenau entsprach). Anschließend gab es noch hinreißende Schubert-Impromptus. Am Ende des Abends ließ ich mir meine Ausgabe von "Über Musik" von ihm signieren.


    Besonders schätze ich sein Schubert- und Mozart-Spiel!

    Beste Grüße von Tristan2511


    "Glaubt er, dass ich an seine elende Geige denke, wenn der Geist zu mir spricht?"

    (Beethoven zu Schuppanzigh)

  • In seinem letzten Konzert spielte Alfred Brendel als letzte Zugabe Au lac du Wallenstadt aus den Annees de Pelerinage. Jedesmal, wenn ich das Stück spiele (und das ist fast an jedem Tag, wenn ich übe) erinnere ich mich an die wunderbare poetische Erläuterung, die er gab. Ein Boot fährt über den spiegelglatten See und der schweifende Blick gleitet über die Ufer und erfasst die Höhe der Berge. Ich kann kaum glauben, dass er von uns gegangen ist. Ich dachte, er wäre noch nicht in diesem Alter. Auf seiner Abschiedstournee habe ich ihn in der Düsseldorfer Tonhalle erlebt, da spielte er Mozart und die große G-Dur-Sonate von Schubert. Es gab standing ovations. Er blickte zu mir herauf, als wollte er sich für den Beifall bedanken.


    Brendel war unvergleichlich - ein großer Pianist nicht nur, sondern ein äußert kluger, universell gebildeter Denker und Philosoph der Musik, wie es vielleicht außer ihm nur noch Alfred Cortot war. Zuletzt kaufte ich mir sein Buch, wo er mit Peter Gülke über Interpretation diskutiert. Ich bin sehr traurig, aber in die Trauer mischt sich Dankbarkeit, was er mir und vielen anderen Musikfreunden, die es wohl ähnlich empfinden werden, gegeben hat und nach wie vor gibt. Morgen werde ich an ihn denken, wenn ich im Konzert bei Rafal Blechacz bin. Im letzten Jahr war er noch beim Klavierfestival Rhein-Ruhr zu einer Lesung.

  • Er spielte hier Schumanns Carnaval - zum ersten Mal seit Jahrzehnten öffentlich und zudem Liszts h-Moll-Sonate.


    Hat er die Liszt-Sonate damals komplett gespielt? Das würde mich wundern, weil er die "pianistischen Brocken" (Liszt-Sonate, Hammerklaviersonate, Wanderer-Fastasie) eigentlich schon Jahre vor seinem Konzert-Rückzug 2008 aus seinem öffentlich gespielten Repertoire genommen hat (m. W. infolge einer Beeinträchtigung an einem Arm).


    LG :hello:

    "Was Ihr Theaterleute Eure Tradition nennt, das ist Eure Bequemlichkeit und Schlamperei." Gustav Mahler

  • Hat er die Liszt-Sonate damals komplett gespielt?

    Das zwar so weit ich mich erinnere schon, aber mehrfach unterbrochen für Erläuterungen. Es war ein bemerkenswert langer Abend, der insgesamt fast noch mehr Vortrags- als Konzertabend war... :hello:

    Beste Grüße von Tristan2511


    "Glaubt er, dass ich an seine elende Geige denke, wenn der Geist zu mir spricht?"

    (Beethoven zu Schuppanzigh)

  • Den Carnaval hat er nie gespielt, das würde mich sehr wundern! Sein letztes Konzert hat er 2008 gegeben. Was meinst Du mit Vortragskonzert genau?

  • Das ist sehr traurig, sein Beethoven und sein Schubert haben für mich immer noch Referenzcharakter, genau wie seine Bücher über Musik. Ruhe er in Frieden, er hat Großartiges geleistet.

  • Den Carnaval hat er nie gespielt, das würde mich sehr wundern! Sein letztes Konzert hat er 2008 gegeben. Was meinst Du mit Vortragskonzert genau?

    Das alles hatten wir schonmal ;):

    Ich habe jetzt nachgelesen in Brendels Buch AUSGERECHNET ICH. Dort steht tatsächlich, dass er den Carnaval sehr früh gespielt hat, schon mit Anfang 20. Aufgenommen hat er den Zyklus leider nicht.

    Da ich dabei war, wäre es doch nett, mir das zu glauben, dass er Auszüge aus Carnaval tatsächlich gespielt hat!


    Das Vortragskonzert war eine halb-öffentlicher(?) Vortrag im Barocksaal der Uni, an dem er zur Musik Schumanns, Schuberts und Liszts sprach und dabei zur Veranschaulichung auch spielte: Auszüge aus Carnaval, die h-Moll-Sonate und mindestens das Ges-Dur-Impromptu.

    Ich bin mir nicht sicher, aber unter den zahlreich anwesenden MuWis wurde hinterher gemunkelt, dass er mehr gespielt hatte, als angekündigt. Dass er sich vielleicht hatte hinreißen lassen, weil er in guter Tagesform war. Dem Auditorium konnte es nur recht sein - zum Vortrag gekommen, ein halbes Konzert erhalten.


    Jedenfalls - und das wollte ich eigentlich nur teilen - war es ein großartiges Erlebnis.

    Beste Grüße von Tristan2511


    "Glaubt er, dass ich an seine elende Geige denke, wenn der Geist zu mir spricht?"

    (Beethoven zu Schuppanzigh)

  • Banner Strizzi
  • Jüngst habe ich seinen Essay „Naivität und Ironie“ genossen.



    Auf Wiederlesen!


    R.I.P.

    „Heute ist Tag des Deutschen Butterbrots.“
    „Kannst Du das auch belegen?“

  • Ich erinnere mich, aber nicht an Deine Antwort. Also hat er Auszüge aus diesen Stücken gespielt. Es gibt von ihm ein Video von einem Vortragskonzert, in dem ein anderer Pianist spielt und er kommentiert. Die Erinnerung hätte Dir ja auch einen Streich spielen können, da frage ich halt nach.
    Die Carnaval-Auszüge hätte ich gerne gehört, er hat ja Masken gesammelt.

  • Es gibt von ihm ein Video von einem Vortragskonzert, in dem ein anderer Pianist spielt und er kommentiert. Die Erinnerung hätte Dir ja auch einen Streich spielen können, da frage ich halt nach.
    Die Carnaval-Auszüge hätte ich gerne gehört, er hat ja Masken gesammelt.

    Alles gut! An diesem Abend hat er jedenfalls selber gespielt. Dass er Maskensammler war wusste ich gar nicht. Kein Geheimnis ist auch, dass er Carnaval nicht sehr schätzte...

    Beste Grüße von Tristan2511


    "Glaubt er, dass ich an seine elende Geige denke, wenn der Geist zu mir spricht?"

    (Beethoven zu Schuppanzigh)

  • Liebe Musikfreunde,


    auch für mich war Brendel seit meiner Jugendzeit ein bewundernswerter Mensch, Musiker und Pianist ! Ich habe damals z.B. Mozarts Klavierkonzerte Nr.12 und 17 mit ihm kennengelernt und diese Aufnahmen prägen mich immer noch.

    R.I.P.


    LG Siamak

  • qi6c3k167dkwb_300.jpg


    Wiewohl auch für mich Alfred Brendel und seine Bedeutung unstrittig sind, findet er sich in meiner Sammlung recht spärlich. Bewusst gesammelt habe ich ihn (bisher) nicht. Natürlich kommt er trotzdem vor. Eine sehr schöne Einspielung ist seine vermutlich früheste des 1. Klavierkonzerts von Brahms, begleitet vom Concertgebouw-Orchester unter Hans Schmidt-Isserstedt. Man findet sie auf CD u.a. in Vol. 2 der dem Dirigenten gewidmeten Eloquence-Kollektion sowie einer Philips-Trio-Box. Ich muss gestehen, dass ich mir die Aufnahme seinerzeit wegen Schmidt-Isserstedt zugelegt habe. Es war nämlich dessen letzte Einspielung überhaupt, entstanden zwischen 24. und 26. Mai 1973 im Amsterdamer Concertgebouw, unmittelbar vor seinem Ableben am 28. des Monats. Nun also, mehr als ein halbes Jahrhundert später, ist auch der damalige Solist von uns gegangen. Soeben sehe ich, dass Tower Records Japan exakt diese Produktion neu gemastert in seine formidable Vintage SACD Collection als Vol. 35 aufgenommen hat (PROC-2408/9).


    s-l500.jpg

    »Das ist sehr groß, ganz toll! Man möchte sich fürchten, das Haus fiele ein.«

    – Goethe über den Kopfsatz der 5. Sinfonie von Beethoven

  • Ich habe ihn zum Glück noch in seinem letzten Konzert erlebt. Knapp über 10 Jahre später kam er überraschend zu einer kleinen Veranstaltung (er war offenbar mit einem Vortragenden befreundet) in Wien wo nur eine Handvoll Leute kamen. Auch wenn mir Brendels Alter bewusst war und dass Menschen prinzipiell altern, war ich schon etwas betroffen wie sehr er in der Zwischenzeit abgebaut hatte und fürchtete damals schon dass es nicht mehr allzu lange dauern könnte dass der letzte Vorhang seines Lebens fällt. Er gehört nach wie vor zu meinen Lieblingsinterpreten auf dem Klavier (vor allem bei Schubert und Beethoven) und das wird auch immer so bleiben. Sein etwas bizarrer Humor war sympathisch liebenswürdig aber auch mit seinen Erkenntnissen in seinen Büchern konnte er überzeugen.

    Möge er jetzt all die Komponisten treffen deren Werke er sein ganzes Leben lang gespielt hat, das wäre ihm vergönnt.

    „Eine Erkenntnis von heute kann die Tochter eines Irrtums von gestern sein.” (Marie von Ebner-Eschenbach)

  • Karl Maureen, Organist und Hochschullehrer aus Augsburg/München verstarb am 21. Juni - es stimmt, kann ohne Onlinebeleg nur noch nicht in die Wikipedia eingetragen werden.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Maureen

    Er hatte illustre Lehrer aber auch bekannte Schüler. War halt nicht bei "Insta, Facebook und Co." (warum auch?) und ist "online" wohl nicht so bekannt gewesen, wie er es verdient hätte. Mit ein paar wenigen Stündchen war er Titutalorganist an Herz Jesu München bis vor einigen Jahren gewesen. Ich erinnere mich mich gut, wie ich ihm Mitschnitte eines Einweihungskonzerts einer kleineren Münchner Orgel persönlich vorbeigebracht hatte, schöner Altbau. Erinnern tue ich mich auch an ein Interview, in dem er beklagte, dass die Aufmerksamkeitsspanne bei Orgelkonzerten immer mehr abnimmt und die Leute vieles nicht mehr verstehen. Recht hat er, und das heutige teilweise "Anbiedern" wird das ganze auch nicht mehr retten. Er hatte da aber lange eine durchaus andere Zeit - und brachte durchaus eine gute Mischung, gerade zu Einweihungskonzerten, von denen er als jahrzehntelanger Orgelsachverständiger des Bistums sehr viele zu spielen hatte. Oft ist dann auch die Akustik richtig mies, weil die Kirche ungewohnterweise voll ist - kein OB würde auf diesen Zustand hin intonieren. Die Organisten mit oft großem und anspruchsvollen Repertoire stehen häufig im Schatten der sog. Stars der Klassikszene, eben auch medial aufgebaut von entsprechenden Großkonzernen, bzw. von dem, was davon nun übrig ist. Er aber vielleicht besonders. Wobei ich glaube, dass ihn das nicht störte. Eine schöne, vermutl. schon länger vergriffene Aufnahme, auch schon älter, aus dem Deutschen Museum hatte ich vor Monaten hochgeladen. Ich meine fast, auch dort war er der OSV und die für Bayern wirklich damals sehr "untypische" Orgel kam auf sein Betreiben. Wer da übrigens ordentlich spielen kann, kann es - mechanisch - wohl überall.

    RIP.

  • Brendel hat wohl Repertoire gemieden, in welchem er seinen eigenen Ansprüchen - aus seiner Sicht - nicht ganz gerecht werden konnte. Seine eher spärlichen Bach-Aufnahmen hat er mal damit begründet, dass er meinte, bei Bach nie ganz das Niveau seines Lehrers Edwin Fischer erreicht zu haben.

    meines Wissens (man korrigiere mich gern!!) hat er auch die Chopin-Preludes op.28 niemals eingespielt - mit der Begründung, dass er Alfred Cortots 1934er-Aufnahme pianistisch, v. a. aber stilistisch nichts dazu-(od. dagegen-)setzen könne!!


    meine CD-Sammlung ist vermutl. im Vergleich sehr überschaubar - und weist ergo beträchtliche Lücken auf; z. B. besitze ich nichts von Brendel :wacko: :wacko: immerhin aber hat er mich als Essayist auf die erwähnte Cortot-Aufnahme aufmerksam gemacht, wie auch (hier bin ich mir nicht 100pro sicher, ob tatsächlich er es war!!) auf Wilhelm Kempffs legendäre (u. immer mal wieder nur schwer erhältliche) Liszt-Aufnahmen v. Okt. 1950!


    Hat Brendel je die beiden 'Franziskus-Legenden' eingespielt?? - möglicherweise nicht... - und falls nicht, dann diesmal mit dem Verweis auf die 1950er Aufnahme von Kempff!

    Hochinteressant für mich war, wie er als Liszt-Apologet auftrat

    Ich meine mich zu erinnern, dass er irgendwo zumindest einige der Liszt'schen Bravourstücke (allen voran die 'ungarischen Rhapsodien', aber wohl nicht nur) durchaus temperamentvoll gegen den Vorwurf des bloßen Virtuosenfutters verteidigt hat:!:selbst mag ich diese Bravourstücke (egal für welches Instrumentarium) allesamt nicht besonders - müsste ich mich freilich für eine kleine Sammlung davon entscheiden, wären es vermutl. in der Tat einige der Liszt'schen Rhapsodien u. Opern-Paraphrasen!!

    Unvernünftige Klugheit, unkluge Vernunft. Energie ohne Grundsäze, Grundsäze ohne Energie. Strenge ohne Menschlichkeit, Menschlichkeit ohne Strenge. Heuchlerische Gefälligkeit, schaamlose Unverschämtheit, altkluge Jungen, läppische Männer. Man könnte fortsezen von Sonnenaufgang bis Mitternacht und hätte kaum ein Tausendtheil des menschlichen Chaos genannt (Hölderlin, Brief an J. G. Ebel, 10.01.1797)

  • Banner Strizzi
  • Béatrice Uria-Monzon starb am 19. Juli 2025.


    ..., eine spe*ifisch deutsche Kultur ist, jenseits der Sprache, schlicht nicht identifi*ierbar.
    -- Aydan Ö*oğu*

  • Heute erhielt ich eine Mitteilung eines Mitglieds des 2014 aufgelösten Buchberger Quartetts, daß ihr ehemaliger Primarius und Quartettgründer Prof. Hubert Buchberger am 5. Juni 2025 verstorben sei.


    RIP

    Alfred

    SPARE IN DER NOT - DA HAST DU ZEIT DAZU



  • Als Namensgeber und Primarius des Streichquartetts, das die meistverkaufte GA der Haydn Quartette eingespielt hat, wird der Name Buchberger noch in ferner Zukunft ein Begriff sein.


    R.I.P.

  • .....wird der Name Buchberger noch in ferner Zukunft ein Begriff sein.

    Das sehe ich auch so. Ich liebe and diesen Aufnahme den "harzigen" Ton. Ich habe von einem Mitglied des Quartetts eine Email bekommen, wo er anfragt, ob das "Buchberger Quartett" heute noch bekannt ist und noch einen Stellenwert besitzt. Ich werde in meiner Antwort, Dein diesbezügliches Statement erwähnen...

    LG

    Alfred

    SPARE IN DER NOT - DA HAST DU ZEIT DAZU



  • Am 26. Juli starb mit 97 Jhren der unvergleichliche Tom Lehrer. Er war der erste, der im Park Tauben vergiftete, er widmete Alma einen gesungenen Nachruf, und Otto Klemperer war ein Fan seines "Vatican Rag" ("Genuflect, genuflect, genuflect!!") Nun ist er wieder mit Rover vereint... "but I digress!"

  • Am 26. Juli starb mit 97 Jhren der unvergleichliche Tom Lehrer. Er war der erste, der im Park Tauben vergiftete, er widmete Alma einen gesungenen Nachruf, und Otto Klemperer war ein Fan seines "Vatican Rag" ("Genuflect, genuflect, genuflect!!") Nun ist er wieder mit Rover vereint... "but I digress!"

    Hurra, noch jemand, der Tom Lehrer kennt! Der Mann mit der „88-string guitar“. Ich kenne vieles noch auswendig, habe alle (?) CDs, und ich glaube auch Noten.
    Was für ein unfassbar witziger Typ.

    „In sanfter Extase“ - Richard Strauss (Alpensinfonie, Ziffer 135)

  • Der Journalist Rolf Seelmann-Eggebert ist im Alter von 88 Jahren verstorben.


    Er war nicht nur Adelsexperte sondern auch Reporter des Weltgeschehens, ein besonderes Engagement verband den Journalisten mit Afrika, er war Fachmann für Entwicklungszusammenarbeit.


  • 450px-Scedrin-Plisecka1.JPG


    Erst dieser Tage dachte ich an ihn. Nun wird vermeldet, dass Rodion Stschedrin (Schtschedrin) in München verstorben ist. Er stand im 93. Lebensjahr und überlebte seine Ehefrau, die Primaballerina Maja Plissezkaja, mit der er von 1958 bis 2015 verheiratet war, um gut zehn Jahre. Mit Stschedrin, am 16. Dezember 1932 in Moskau geboren, geht der wohl letzte noch verbliebene ganz große russische (ehemals sowjetische) Komponist des 20. Jahrhunderts. Persönlich schätze ich gerade sein Frühwerk, vor allem die Sinfonie Nr. 1 (1958) sowie die realsozialistische Oper "Nicht nur Liebe" (1961).


    Quelle: https://orf.at/stories/3403880/

    »Das ist sehr groß, ganz toll! Man möchte sich fürchten, das Haus fiele ein.«

    – Goethe über den Kopfsatz der 5. Sinfonie von Beethoven

  • Banner Strizzi
  • 2.023 Beiträge